Deutsche Journalisten und Politiker sind entsetzt: Jetzt haben diese verrückten US-Amerikaner doch tatsächlich die einmalige Chance verstreichen lassen, diejenige Frau, die noch keine Gelegenheit ausgelassen hat, um sich für mehr Krieg einzusetzen, erneut auf eine hohe politische Position zu hieven, damit sie dem Feminismus und der Rüstungsindustrie – nicht umsonst kam Ursula von der Leyen zu Wort – zu neuen Höhenflügen verhelfen möge. Zum Glück ist so etwas in Deutschland undenkbar.
Medienkritik in Kürze: Ernie wählt das Quietscheentchen.
Es drohe eine Zeit, in der die meisten klassischen Verlage mitsamt ihren digitalen Angeboten der Konkurrenz durch Blogs und sonstige private Berichterstattungen nicht mehr gewachsen seien, prophezeien die Digitalangebote der meisten klassischen Verlage in letzter Zeit merklich ängstlicher. Bei „SPIEGEL ONLINE“ weist man gar darauf hin, dass man als Gratisleser dieses Qualitätsmediums doch bitteschön seinen Werbeblockierer abschalten möge, um das Qualitätsangebot auch weiterhin kostenlos genießen zu können.
Heute zum Beispiel diese Qualitätsmeldung:
Die Clintons oder die Trumps – wer ist besser am Herd? Das Krümelmonster ist sich da sicher – und entscheidet sich für seine „alten Lieblingskekse“.
Ich blockiere Werbung auf „SPIEGEL ONLINE“ ja inzwischen nur noch aus Mitleid, damit der Todeskampf nicht mehr so lange dauert.
Alcest – Je suis d’ailleurs // Jeder und die.
Es ist, um Himmels Willen!, Montag, aber wie gewohnt hat man es durch schiere Blödheit geschafft, dem Montag als Wendepunkt den Stachel zu nehmen. Memo: Blödheit ab und zu mal als Chance begreifen. Gender müsste man sein: Inklusion sofort! Stattdessen bleibt ein Kauz unter einem schwächer werdenden Mond. Der Winter kommt.
Dies auch im metaphorischen Sinne, versteht sich: Auf „heise online“ wurde investigativ enthüllt, dass Überwachung nicht nur jeden, sondern sogar Politiker treffen kann; eine journalistische Meisterleistung, die ihresgleichen vergeblich sucht und die diverse Preise verdient hätte, wären Preise nicht meist als Kompliment gemeint. Dabei kann man sich doch gegen Überwachung inzwischen vortrefflich schützen: Einfach eine hässliche Sonnenbrille aufsetzen. Vielleicht stellt sich demnächst heraus, dass diese Erfindung nur ein Trollversuch war, mittels dessen die Kreativen möglichst viele Leute dazu zu bringen versuchen, sich so ein Ding aufzusetzen. Ich nehm‘ gleich drei.
Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: in Thermometer. Smarter Krempel für den Allerwertesten, ab Werk für’n Arsch.
Ihr seht, montags sind Stimmung und Niveau im Keller. Zumindest für die Stimmung lässt sich etwas tun, zum Beispiel mittels der wunderbaren Musik von Alcest.
Guten Morgen.
Mit Common Lisp gegen Webmüll (fortg.: jetzt mit noch mehr Web)
(Vorbemerkung: Es ist mal wieder Zeit für ein wenig Eigenwerbung. Weniger technikbegeisterte Leser sind herzlich dazu eingeladen, stattdessen etwas anderes zu lesen.)
Im März 2016 berichtete ich von einem von mir entwickelten Werkzeug, mit dessen Hilfe aus den meisten Websites RSS-Feeds erstellt werden können. In der Folge nutzte ich es zumindest selbst regelmäßig, die im Artikel vermerkte Möglichkeit, eine grafische Oberfläche bereitzustellen, verfolgte ich aber zunächst nicht weiter.
Eine Diskussion mit einem Interessenten erinnerte mich einige Zeit später daran, dass ich mir das durchaus einmal ansehen wollte; natürlich schlicht und schnörkellos und ohne die Komplexität unnötig zu erhöhen. ‘Mit Common Lisp gegen Webmüll (fortg.: jetzt mit noch mehr Web)’ weiterlesen »
Medienkritik in Kürze: Esst weniger Werbung!
Die Weltgesundheitsorganisation teilt via „heise online“ mit:
Werbung für ungesundes Essen in digitalen Medien fördert nach einem neuen Report Übergewicht bei Kindern.
Und ich dachte schon, die drolligen Bälger wären so dick, weil sie sich falsch ernährt haben, und nicht, weil zu wenig Werbung für Salat im Web zu sehen ist. Endlich erklärt mir das mal wer.
Was Angela Merkel so alles alarmiert
Die Kanzlerin verschärfe die Kritik, heißt es aus Journalistenkreisen (u.a. „FAZ“, „Tiroler Tageszeitung“ bzw. eben Reuters), indem sie die Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei „in höchstem Maße alarmierend“ nannte. Nun kann man bei einer alarmierten Angela Merkel keinesfalls davon ausgehen, dass sie wie eine alarmierte Polizei oder eine alarmierte Feuerwehr Maßnahmen ergreifen wird, um die Ursache des Alarms wirkungsvoll zu bekämpfen, denn die Türkei ist ebenso wie Saudi-Arabien ein wertvoller Verbündeter beim Löschen wirtschaftsunfreundlicher Friedensherde. Das Feine an der Kanzlerschaft mag’s sein, dass man viel reden, aber nur wenig tun muss, um zu gefallen.
Und bewährte Rezepte kocht man eben doppelt so gern: Die humanitäre Lage in Nigeria sei „alarmierend“ (14. Oktober 2016); und wahrlich, sie tat was dagegen, lehnte zwar die Aufnahme vermuteter Wirtschaftsflüchtlinge aus Nigeria ab, aber Deutschland stellt zur Sicherheit noch eine Militärbasis daneben, denn nur dort kann ein Friede herrschen, wo man ihm den Weg freischießt; was indes in der Türkei völlig außer Frage steht, denn dort ist die humanitäre Lage eine großartige, wenn man nicht gerade Journalist, Politiker der Opposition, Kurde, Fernsehclown oder syrischer Flüchtling ist: „Flüchtlinge berichten von Misshandlungen und Schüssen auf Kinder“, aber die Tür in die EU bleibt selbstverständlich geöffnet, so lange es nicht offiziell Todesstrafe heißt, denn es ließ die Kanzlerin höchstselbst verkünden, dass die Gespräche über eine EU-Mitgliedschaft der Türkei enden würden, sollte das Land die Todesstrafe wieder einführen, bedauerliche Kollateralschäden selbstverständlich einmal ausgenommen.
Das Erschießen von Flüchtlingen ist im Frontex- und Waffenexportland Deutschland ja durchaus eine ökonomisch wertvolle Errungenschaft.
Ihre Fähigkeit zu herrschen basiert allein auf der Vernichtung des Bewusstseins.
„Sie leben!“, 1988
Die F.D.P. teilte in Gestalt ihres Bundesvorstands inzwischen mit, dass Volksabstimmungen prinzipiell gefährlich seien, denn das Volk könnte eine andere Meinung haben als seine Parlamentarier und damit wichtige Änderungen blockieren oder gar final verhindern.
Wär‘ ja noch schöner, wenn man dem Pöbel mal das Wort erteilt.
Kurz notiert zu „Halloween“
Ah, der 1. November naht, mithin der Tag nach „Halloween“, dem Tag im Jahr, der nicht nur selbst einem Möchtegernaufgeklärten als willkommener Brückentag dient – denn den bedeutenden Vorteil, den die nervtötenden Bimmbammreligionen, über die man sich sonst vortrefflich aufzuregen vermag, der persönlichen Lebensqualität verschafft, den der zusätzlichen freien Tage nämlich, nimmt man doch gern mit und bemerkt nicht einmal, dass man dadurch zum Teil des Problems wird -, sondern der zudem als Ersatz für den in dieser vordergründig säkulären Zeit eher unbeliebten Reformationstag herhalten darf und dann aber eben doch religiösen Ursprungs, naturreligiösen nämlich, ist und an dem sich eine eigenartige Kälte im Land breitmacht, gekennzeichnet durch die Diskrepanz, dass diejenigen, die niemals auch nur auf die Idee kämen, einem Bedürftigen über den Winter zu helfen, im Supermarkt für zu viel Geld ungesunden Unsinn kaufen, damit die putzigen kleinen Strolche, die nicht einfach nur lieb bitten, sondern bei Nichtbeschenkung mit Saurem drohen, schon früh lernen, dass man im Leben eine Menge erreichen kann, wenn man einfach nur unverschämt genug ist.
Vielleicht sollten sich die frierenden Bettler einfach als niedliche Kürbisse verkleiden.
Ahkmed – Last Hour of Light // Friedenskrisen
Es ist später Montag als sonst, nur hat man es kaum bemerkt, weil die eingeschobene Stunde am Sonntag keine produktive war und Brückentage auch immer nur die Anderen betreffen. Moderner Technik wegen beschränkt sich die Umstellung der angezeigten Uhrzeit ohnehin längst meist darauf, dass man noch ein bisschen länger im Bett bleibt. Ob der Unsinn nicht ganz ausbleiben sollte, möge jemand mit legislativer Befugnis entscheiden, bedauerlicherweise ist bislang keine Änderung in Sicht. Russland hat die Zeitumstellerei schon vor Jahren unterbunden, und wer will schon wie der Iwan sein?
Andererseits: Deutschland stimmt gegen ein Verbot von Masssenvernichtungswaffen, vermutlich verkaufen die sich so gut. Wenig vernichtet man als deutscher Friedenspolitiker so ungern wie Exportgewinne. Wenn man nur lange genug wartet, werden aber offenbar auch die krudesten Parteiversuche rational: Auf dem „grünen“ Netzkongress etwa war Veganes unbeliebt. Bestimmt wurden bereits Krisensitzungen einberufen.
Krisen sind ja sowieso so ein Montagsding. Der so genannte „Journalismus“ steckt ebenso tief in derselben wie Politik, Gesellschaft und Kultur – hui, Brüste! – und natürlich man selbst, weil man sich und das alles und den Montag insbesondere nur ungern noch ertragen mochte, wäre da nicht die Musik, die so vieles besser macht.
Machen wir also einen kleinen Umweg, bevor der Montag beginnt.
Guten Morgen.
Kurzkritik: Ryley Walker – Primrose Green
Kommen wir zu etwas schönem, kommen wir zu Musik.
Ryley Walker, 1989 geboren, singt und spielt Gitarre auf Aufnahmen, die eigentlich gar nicht nach Herren seines Alters klingen. Nach einem sozusagen rasanten Aufstieg in der prinzipiell viel zu großen Musikszene Chicagos veröffentlichte er seit 2014 bis heute bereits vier Alben und mindestens drei EPs, Ideen scheint er also zu haben. „Primrose Green“, 2015 erschienen, ist das zweite dieser Alben.
Was ist davon zu halten? Nun: Eine Menge. Ryley Walker steckt musikalisch tief in den 1960ern und, hilfsweise Mitmusiker auf den Studioaufnahmen (hier: sechs) hin oder her, erweckt keinesfalls den Eindruck, er habe nicht viel mitzuteilen. Verdammte Hippiemusik oder eben: Folkjazz mit Gefühl bis hin zum gelegentlichen, unerwarteten Ausbruch, ohne gewollt zu klingen, mitunter auch mal am Etikett des RIO entlangstreifend, ohne es aufgeklebt zu bekommen. Singer/songwriter nennen das jene, die Musik nur hören, aber nicht fühlen wollen, weil er hier, man höre und staune, singt und schreibt.
Ausbruch? Aber natürlich. Ryley Walker reißt mit, notfalls mit Nachdruck.
Natürlich ist „Primrose Green“ auch der Schwermut, der elenden, ein Motor, was unvermeidlich ist, wenn stiller Folk den psychedelischen Pop als Teil seiner selbst begreift, denn dicht ist sie, die Woge, die den Hörer auf die Reise schickt; zuvörderst aber bleibt ein sanftes Gefühl der Befreiung mit Rückständen von Fernweh zurück.
Ich bin angetan und empfehle wärmstens Imitation.
Liegengebliebenes vom 27. Oktober 2016
Dieser Absturz da auf dem Mars, der hat doch fast funktioniert:
Since we obtained at least 80% of the data during the descent, the overall success rate can be calculated as follows: 80+20*0.8 = 96%. All in all, a very positive result.
Wenn ich mal was programmiere, was zu 96 Prozent funktioniert und zu 4 Prozent in einem Totalschaden endet, dann schimpfen immer alle. Vielleicht sollte ich stattdessen was mit Raumfahrttechnik machen.
Apple definiert Innovation: Das kommende MacBook hat voraussichtlich nicht einmal mehr eine Esc-Taste. Wenn sie das Tempo, in dem sie innovativ Funktionen aus ihrem Plastikspielzeug entfernen, einigermaßen beibehalten, sehe ich schon bald die ersten Urheberrechtsklagen auf die Macher des NoPhones zukommen. Das hat nämlich auch keine störenden Anschlüsse, Tasten oder Funktionen.
Es gibt seit kurzem ein lesenswertes Gespräch mit dem bemerkenswert bloggenden „Kiezneurotiker“, das auszugsweise zu zitieren der vollen Pracht hier Unrecht täte.
Deutsch des Tages: Die vom IS explodierte Giftwolke.
Scheißfrisur? Scheißfrisur.
Mindesthohn
(Vorbemerkung: Meine Ahnung von Wirtschaft weigert sich auch weiterhin beharrlich zu existieren.)
Der seit eineinhalb Jahren geltende gesetzliche Mindestlohn wird 2017 erstmals angehoben. Der Mindestlohn soll von derzeit 8,50 Euro auf dann 8,84 Euro pro Stunde steigen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin eine Verordnung von Arbeitsministerin Andrea Nahles.
Damit sinkt das Risiko der Altersarmut für Geringverdiener um, Moment…
Auf eine schriftliche Frage (…) musste Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller einräumen, dass ein Beschäftigter 45 Jahre lang und mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden, 11,50 Euro verdienen müsste, um im Alter eine Rente zu erhalten, die über der aktuellen Grundsicherungsschwelle von 769 Euro liegt.
Aber warum dann überhaupt diese geringe Anhebung, wenn man im Alter sowieso nichts davon hat? Ach, richtig:
Dagegen erhofft sich Nahles durch die 34-Cent-Anhebung positive Auswirkungen auf die Konsumnachfrage.
Ist ja bald Weihnachten.
Aber nicht alles auf einmal ausgeben!
Betonköpfe: Markus Becker erklärt die Demokratie.
Auf „SPIEGEL ONLINE“ darf Markus Becker derzeit die Demokratie erklären und bringt uns dreierlei bei.
Erstens:
Man mag Ceta gut finden oder schlecht, aber der Beton-Widerstand der Wallonie ist kein Sieg der Demokratie.
Von dem Recht, gegen ein Abkommen zu votieren, Gebrauch zu machen heißt „Beton-Widerstand“.
Zweitens:
Selbst Parteifreunde der wallonischen Rebellen – etwa Gianni Pittella, Fraktionschef der Sozialdemokraten im EU-Parlament – werfen Paul Magnettes Regierung inzwischen vor, ganz Europa in Geiselhaft zu nehmen.
Gegen ein Abkommen, das von vielen Europäern abgelehnt wird, die aber zur Freude der Demokratie und Markus Beckers gar nicht erst gefragt wurden, zu stimmen nimmt ganz Europa „in Geiselhaft“, während eine Zustimmung zu diesem Abkommen ganz Europa selbstverständlich völlig frei von Zwängen ließe.
Drittens:
Dass die – demokratisch gewählten – Regierungen aller EU-Staaten Ceta zugestimmt haben? Interessiert nicht. Die Glaubwürdigkeit Europas und womöglich Tausende Arbeitsplätze, um die es immerhin auch geht? Bedauerliche Kollateralschäden.
Europa kann seine Glaubwürdigkeit nur aufrecht erhalten, wenn es seine Mitglieder künftig nicht mehr nach ihrer Meinung fragt. Demokratie kann nur funktionieren, wenn sie auf ergebnisoffene Abstimmungen verzichtet. Die Arbeitsplätze, wissenschon.
Endlich erklärt uns das mal einer.
Buh!
Wer andere sprichwörtlich zu Tode erschrecken will, ist nicht lustig, sondern ein Straftäter[.]
Hoffentlich tritt ein entsprechendes Gesetz rechtzeitig zum Vorabend von Allerheiligen in Kraft.
Argos – Not in This Picture
Es ist Montag; bla, bla und nochmals bla. Wir reden laut und sagen nichts, um wenigstens nicht still zu sein, und nehmen die tatsächliche Stille dabei gern in Kauf. Don’t you / forget about me, nebenbei die musikalische Frühasozialisierung verfluchen und dann weiter, nur weiter, nur weiter so. Er wirkte stets bemüht. Regie, kann ich den Sonntag davor noch mal sehen?
Es könnte schlimmer sein. Man könnte seine Söhne töten, damit sie später keine Frauen belästigen. Apropos: Frauen kaufen lieber Zigaretten mit Fotos von kranken Männern. Vielleicht sollte man für die Abbildungen eine Frauenquote einführen.
Wenigstens anderswo hat der Babo die Chabos voll im Griff: Der Iwan darf in den USA nicht beim Wählen zugucken. Eine anständige Demokratie braucht weder Computer noch Beobachter. Wer was anderes behauptet, ist Putinversteher, gesellschaftlich geächtet und unten durch.
Obenauf hingegen: Musik.
Guten Morgen.
Seid Terroristen!
Das „umstrittene“ (medialer Fachbegriff für „unvernünftig“) Gesetz zur Legalisierung des bisher wenigstens illegalen, künftig also nur noch abscheulichen Tuns des Bundesnachrichtendienstes wurde heute gegen, selbstverständlich, erbitterten Widerstand der Opposition mit ausdrücklicher Zustimmung der SPD – Projekt 18 läuft super – beschlossen. Ausspionieren unter Freunden ist unerwünscht, aber wir sind eben hier nicht bei Freunden. Damit ist weiterhin und bis auf Weiteres nicht davon auszugehen, dass das, was ihr im Internet so treibt, nur von Facebook, Google und eurem Betriebssystemhersteller mitgelesen werden kann. Es gilt: Private Kommunikation ist weiterhin nur privat, wenn ihr entsprechende Maßnahmen trefft. Wenn Verschlüsselung Terrorismus ist, dann kann das Netz viel von Terroristen lernen.
Ich hatte mich schon 2013 einmal mit effizienten Gegenmaßnahmen beschäftigt und finde es ein wenig erschreckend, wie aktuell manches bleibt; auch weiterhin gilt: Kommuniziert ihr über ein verschlüsseltes VPN, so versteht der Lauscher am DE-CIX nur Bahnhof. Das alles ist natürlich witzlos, wenn ihr trotzdem über fremde Dienste unverschlüsselt kommuniziert, deren Integrität in der Regel ja nicht transparent ist.
Verschlüsselt also so viel wie möglich, sowohl in eurem Messenger (XMPP, vulgo „Jabber“, mit der OTR-Verschlüsselung sollte sich als Standard allmählich durchsetzen) wie auch via E‑Mail. Nutzt Mailprogramme, die eine standardisierte Verschlüsselung – bevorzugt GnuPG oder PGP – beherrschen, etwa Claws Mail, The Bat!, Pegasus Mail oder Wanderlust, keinesfalls aber Google Mail oder vergleichbare Dienste, denn eine zuverlässige, überprüfbare Einbindung von GnuPG oder PGP in einen Webmaildienst kann es schon architekturbedingt nicht geben.
Seid selbst die Terroristen. Seid unerwünscht nackt. Clownskostüm und Guy-Fawkes-Maske sind optional.
Wir sind Terroristen und wir sind extrem.
Heiter bis Wolkig: Terroristen









