NetzfundstückeMusik
Vinyl 3 (7): Plat­ten fürs Wend­land.

Es klagt Inga „Hoelt­mann“ Hölt­mann“:

Es ist mir ein­fach kom­plett schlei­er­haft, war­um man im Jahr 2019 mit­ten in Deutsch­land nicht ein­mal ein Lied über Spo­ti­fy abspie­len kann, weil die Inter­net­ver­bin­dung zu schwach ist.

So rich­tig die Beob­ach­tung aber auch ist, dass es auch und gera­de im Ver­gleich mit den uns umge­ben­den Staa­ten um die Qua­li­tät des hie­si­gen Mobil­funk­net­zes nicht gut bestellt ist: Mir ist es ein­fach kom­plett schlei­er­haft, war­um man im Jahr 2019 mit­ten in Deutsch­land auf die Ver­füg­bar­keit sowohl einer andau­ern­den Inter­net­ver­bin­dung als auch der Ser­ver eines kom­mer­zi­el­len Musik­ver­leihs ange­wie­sen ist, wenn man ein Lied hören möch­te.

Smart­phones über­bie­ten ein­an­der dar­in, noch mehr Platz für Lie­der zu haben, und selbst jedes ver­damm­te Auto­ra­dio der letz­ten paar Jah­re weist längst min­de­stens eine Mög­lich­keit auf, statt des Acht­zi­ger­ge­du­dels selbst den „besten Mix“ (ebd.) zusam­men­zu­stel­len. Die „selbst gewähl­te Unmün­dig­keit“ (anders­wo), die Frei­heit des Alles-jeder­zeit-Hörens irgend­wel­chen streams zu opfern, nötigt mir wenig Bedau­ern ab.

Etwas bes­se­rer Emp­fang an weni­ger beleb­ten Orten wäre mir trotz­dem mit­un­ter will­kom­men. Ich möch­te dar­über dann auch kein Lied hören – ich möch­te mir dar­über dann eine Schall­plat­te bestel­len.

PersönlichesProjekteNerdkrams
In eige­ner Sache: Mein Upgrade von Mer­curi­al auf SVN und Darcs

(Vor­be­mer­kung: Schon wie­der Com­pu­ter­kram. Ein­mal geht noch!)

Wer mei­ne Pro­gram­mier­pro­jek­te auf­merk­sam zur Kennt­nis genom­men hat, der hat sicher­lich bereits bemerkt, dass ich mit Git, dem der­zei­ti­gen De-fac­to-Stan­dard­pro­gramm zum Onlin­ever­wal­ten von Datei­ver­sio­nen (gemäß POSIX ist das jedoch SCCS), nicht viel anfan­gen kann.

Ich bin recht spät in die Welt der Ver­si­ons­kon­troll­sy­ste­me – im Fol­gen­den zwecks Les­bar­keit VCS genannt – vor­ge­sto­ßen. Mei­ne ersten so ver­wal­te­ten Pro­jek­te ver­öf­fent­lich­te ich auf SourceF­or­ge, es kam Sub­ver­si­on (SVN) als VCS zum Ein­satz. Das war sehr lan­ge aus­rei­chend, SourceF­or­ge zeig­te jedoch irgend­wann sei­ne Schwä­chen in Bezug auf die Sta­bi­li­tät der Ser­ver und die Bedien­bar­keit der Benut­zer­ober­flä­che, über­dies ging es nicht immer acht­sam mit ihm anver­trau­ten Pro­jek­ten um.

Lei­der fiel mit SourceF­or­ge auch einer der bei­den ein­zi­gen ver­nünf­ti­gen SVN-Hosting­an­bie­ter weg. Der ande­re – Sav­an­nah – schien und scheint sehr restrik­ti­ve Regeln zu haben, wel­che Lizen­zen man dort nut­zen kann. Das fin­de ich nicht gut. Ich war also wie­der offen für ein neu­es System und son­dier­te den Markt. Ich teste­te ver­schie­de­ne Pro­gram­me auf ihre Zuver­läs­sig­keit und Bedien­bar­keit, dar­un­ter Git, Mer­curi­al und Darcs. Wäh­rend ich Darcs inzwi­schen gern und über­zeugt für pri­va­te Pro­jek­te ein­set­ze und Mer­curi­al die Rol­le als All­tags-VCS über­nahm, fiel Git mir vor allem dadurch auf, dass andau­ernd irgend­wel­che Kon­flik­te gelöst wer­den woll­ten und ich dafür öfter git reset –hard HEAD nut­zen muss­te als ich es gern gehabt hät­te. Dass ich mit­un­ter trotz­dem die­je­ni­gen Pro­jek­te, deren Zukunft mir völ­lig egal ist, zur Belu­sti­gung mög­lichst vie­ler Men­schen in das open-source-feind­li­che, sexi­sti­sche und ras­si­sti­sche Git­Hub kip­pe, sei dem nicht als Wider­spruch ent­ge­gen­ge­stellt.

Bit­bucket, die­je­ni­ge Platt­form, die Git­Hub bereits vor Jah­ren den gro­ßen, inzwi­schen immer­hin ein­ge­hol­ten Vor­teil vor­aus hat­te, dass pri­va­te Repo­si­to­rys, also sol­che, die nicht öffent­lich sicht­bar sind, dort kein Geld koste­ten, gefiel mir als Mer­curi­al­ser­ver­an­bie­ter seit­dem ganz gut. Bis heu­te.

Heu­te erhielt ich einen Hin­weis, dass Atlas­si­an, das skru­pel­lo­se Unter­neh­men hin­ter Pro­duk­ten wie Jira und eben auch Bit­bucket, im kom­men­den Jahr die Unter­stüt­zung für Mer­curi­al ein­stel­len wird. Es wer­de nur von weni­gen Men­schen benutzt, so wird im Wesent­li­chen argu­men­tiert, und sei daher nicht mehr wich­tig genug. Dass die­je­ni­gen, die absicht­lich Mer­curi­al ein­set­zen, sich dabei wahr­schein­lich etwas gedacht haben, scheint irrele­vant zu sein. Man möge doch bit­te auf Git migrie­ren, wird dort ver­laut­bart. Mei­nen herz­li­chen Dank auch.

Damit blei­ben als Alter­na­ti­ven für einen Wei­ter­be­trieb mei­ner Mer­curi­al­pro­jek­te eigent­lich nur SourceF­or­ge und Sav­an­nah übrig. Bei­de sind, das habe ich eben noch mal über­prüft, auf­grund der völ­lig unüber­sicht­li­chen Pro­jekt­sei­ten lei­der noch unbrauch­bar. Ein Wech­sel zu Darcs­hub ist nicht für jedes mei­ner Pro­jek­te sinn­voll und über­dies poten­zi­ell gefähr­lich: Mei­nes Wis­sens steht wie auch hin­ter Source­hut, das ich aber im Auge behal­ten wer­de, nur eine Per­son hin­ter dem Pro­jekt, die Vor­gän­ger­sei­ten wur­den längst abge­schal­tet – die Zukunft des Por­tals ist also kei­nes­wegs gesi­chert. Was wer­de ich also mit den grö­ße­ren Pro­jek­ten machen?

Die Ant­wort über­rascht mich selbst. Zufäl­lig las ich bei der hasti­gen Recher­che, dass Git­Hub trotz sei­nes Namens auch eine SVN-Brücke anbie­tet. Die­se hat­te ich vor­hin aus­pro­biert und sie scheint zu funk­tio­nie­ren. Zurück zu den Wur­zeln also: Sobald Bit­bucket kei­ne Lust mehr hat, von mir benutzt zu wer­den, wer­den all mei­ne bestehen­den Pro­jek­te auf Darcs (klei­ne­re Pro­jek­te) und SVN (grö­ße­re Pro­jek­te) migriert. Sol­len die doch in ihrer Mehr­heit schwim­men!

Mal gucken, wer den län­ge­ren Atem haben wird.


Nach­trag vom 22. August 2019: Einen Teil mei­ner Pro­jek­te – erst mal nur eines – habe ich, wie ange­kün­digt, bereits auf Darcs­hub umge­zo­gen und bin erwar­tungs­ge­mäß zufrie­den. In den Kom­men­ta­ren hier­un­ter hat sich wäh­rend­des­sen her­aus­ge­stellt, dass es durch­aus noch ver­nünf­ti­ge Alter­na­ti­ven zu SVN über Git­Hub gibt, dar­un­ter Fos­sil, das ich völ­lig ver­ges­sen hat­te. Ich ver­su­che es viel­leicht noch mal damit.

In den Nachrichten
Jesus und die Esel

Sachar­ja 9,9:

Aber du, Toch­ter Zion, freue dich sehr, und du, Toch­ter Jeru­sa­lem, jauch­ze! Sie­he, dein König kommt zu dir, ein Gerech­ter und ein Hel­fer, arm, und rei­tet auf einem Esel und auf einem jun­gen Fül­len der Ese­lin.

„kath.net“:

So beka­men Bischof Georg Bät­zing als auch Weih­bi­schof Tho­mas Löhr jeweils einen Audi A 8 mit einem Hybrid-Die­sel mit stol­zen 286 PS, der Grund­preis der Autos ist dabei 90.600 Euro.

Mat­thä­us 5,20:

Es sei denn eure Gerech­tig­keit bes­ser als der Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, so wer­det ihr nicht in das Him­mel­reich kom­men.

(via Schwerdt­fe­gr)


Apro­pos Pha­ri­sä­er: McDonald’s hat in Groß­bri­tan­ni­en ein gro­ßes Umwelt­pro­blem – weil es jetzt weni­ger Pla­stik benutzt.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Strokes – Is This It?

Herbstkauz' Stunde schlägtEs ist Mon­tag. In den gest­ri­gen Nach­rich­ten war zu lesen, Dia­ne „Krü­ger“ Kru­ger gehe kaum noch ins Kino. Dia­ne „Krü­ger“ Kru­ger ist auch mir nicht aus dem Kino bekannt, inso­fern ist es schön, wie boden­stän­dig sie ist: Belang­lo­se Gemein­sam­kei­ten mit Pro­mi­nen­ten zu haben ist bei man­cher­lei Volk ja posi­tiv besetzt. Ich hät­te lie­ber Gemein­sam­kei­ten mit einem Pan­da­bä­ren oder – noch bes­ser – einen Pan­da­bä­ren. Man kann nicht alles haben.

Klin­ge­ling, Poli­tik: Vol­ker Beck, für für mei­nen Geschmack deut­lich zu vie­le Merk­wür­dig­kei­ten in der Geschich­te der Grü­nen ver­ant­wort­lich, hat auf Twit­ter mit­ge­teilt, dass die AfD sich für ein Schächt­ver­bot ein­set­ze, sei eine histo­ri­sche Par­al­le­le zur NSDAP und Demo­kra­ten sol­len daher „popu­li­sti­schen Ver­su­chun­gen wider­ste­hen“. Ob Schäch­ten jetzt unbe­dingt eine gute Waf­fe im Kampf gegen Rechts ist, scheint mir weni­ger ein­deu­tig ein beson­ders guter Ein­fall zu sein als ihm. Zur Per­son passt: In einem an Teen­ager gerich­te­ten Buch über Trans­se­xua­li­tät darf ein Sechs­jäh­ri­ger erzäh­len, wie schön er es fin­det, Oral­ver­kehr mit ande­ren Jungs zu voll­zie­hen. Ich hal­te davon ver­mut­lich das Rich­ti­ge.

Apro­pos: Die Faschi­sten kom­men! Was ist mora­lisch gut und was ist falsch? Die über Karl Pop­pers Schrif­ten bekannt gewor­de­ne Fest­stel­lung, es sei grund­sätz­lich gut, davon aus­zu­ge­hen, der Geg­ner könn­te Recht haben, ist im uni­ver­si­tä­ren Dis­kurs einem Abso­lut­heits­an­spruch gewi­chen, der vie­len libe­ral den­ken­den Men­schen noch gro­ße Pro­ble­me berei­ten wird, sobald sie in fal­schen Krei­sen nicht fal­sche Über­le­gun­gen zum Besten geben. Kon­ser­va­ti­vis­mus scheint die weni­ger into­le­ran­te Daseins­form gewor­den zu sein. Wer hat noch Fra­gen zur Links­flucht, die als „Rechts­ruck“ ver­brämt wird? Ich sehe mich inzwi­schen reich­lich gewapp­net, sie zu beant­wor­ten.

Mit einem Arti­kel, des­sen Info­ka­sten „VPN“ völ­lig falsch erklärt, berich­tet Patrick Beuth („SPIEGEL ONLINE“) von sei­nen Erfah­run­gen im „feind­se­lig­sten WLAN der Welt“. Ich berich­te lie­ber von mei­nen Erfah­run­gen mit der unblö­de­sten Musik der Welt. Wie wäre es mit die­ser hier?

The Strokes – Is This It?

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputer
Goog­le erklärt dem frei­en Web den Krieg

Apro­pos „Mist­mach­web“:

Goog­le benutzt einen Algo­rith­mus namens Twidd­ler, der Inhal­te, von denen sie nicht wol­len, dass man sie über ihre Dien­ste sieht, schlech­ter bewer­tet.

Das bedeu­tet, dass – so weit nichts Neu­es – Such­an­fra­gen über die Goog­le-Suche und You­Tube nicht vor allem nach ihrer Rele­vanz, son­dern nach ihrer Moral sor­tiert wer­den. Zu den Begrif­fen, die zu einer schlech­te­ren Bewer­tung füh­ren, gehö­ren gemäß der kol­por­tier­ten Fil­ter­li­ste neben poli­ti­schen Phra­sen auch „depres­sed“ und „depres­si­on“. Man kann Nut­zer des Webs ja nicht ein­fach so dem ech­ten Leben aus­set­zen!

Noch amü­san­ter frei­lich:

Laut vor­he­ri­gen Pro­ject-Veri­tas-Leaks soll­te die­se Infor­ma­ti­ons­kon­trol­le ver­wen­det wer­den, um die Wah­len im Jahr 2020 zu beein­flus­sen, damit sie „kei­ne wei­te­re Trump­si­tua­ti­on“ haben wer­den.

(Unzu­rei­chen­de Über­set­zun­gen von mir.)

Ver­damm­ter Putin mit sei­nen Wahl­be­ein­flus­sun­gen immer! :aufsmaul:

In den Nachrichten
Bahn­stra­fe für Sol­da­ten

Ich habe lan­ge ergeb­nis­los über­legt, wel­che Stra­fe jemand ver­dient, der sich frei­wil­lig zum Die­ner für die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen von Ölin­du­stri­el­len macht und für die­sel­ben in Angriffs­krie­ge zwecks Wah­rung des Frie­dens zieht.

Aus­ge­rech­net die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU hat nun einen Vor­schlag gemacht, dem ich mich in sei­ner Per­fi­di­tät nur anschlie­ßen kann: Zer­set­zen wir ihre Wehr­kraft doch mit Bahn­fah­ren!

„Das sind Men­schen, die tag­täg­lich einen Dienst für uns alle lei­sten, und mit der kosten­lo­sen Bahn­fahrt gibt es eine Mög­lich­keit (…), Aner­ken­nung und Dank­bar­keit dafür zu zei­gen“, sag­te Sei­bert.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

ProjekteNerdkrams
In eige­ner Sache: Tweets weni­ger schlimm anzei­gen mit bird­cries.

Als daten­schutz­be­wuss­ter Teil­neh­mer des Mist­mach­webs hat man es oft nicht leicht, wenn es dar­um geht, auf akzep­ta­ble Wei­se öffent­li­che Mit­tei­lun­gen sei­nen Mit­men­schen zugäng­lich zu machen. Ver­weist man etwa auf ein You­Tube-Video, so fin­det viel­fach Daten­aus­tausch mit Goog­le statt. Zusätz­lich zu Video- und Rekla­m­einhal­ten wer­den etli­che Kilo­byte an Java­Script gela­den und aus­ge­wer­tet. Eher text­la­sti­ge Medi­en wie Twit­ter haben es auch nicht viel leich­ter: Ein ein­zel­ner Tweet passt nur noch mit Mühe auf eine Dis­ket­te.

Immer­hin: Für You­Tube gibt es mit invidio.us eine akzep­ta­ble Alter­na­ti­ve; man erset­ze in You­Tube-Links youtube.com durch invidio.us und ver­öf­fent­li­che statt­des­sen die­se. Schwie­ri­ger scheint es bei Twit­ter zu sein, denn eine daten­schutz­freund­li­che Mög­lich­keit, ein­zel­ne Tweets als etwas ande­res als einen Screen­shot mit ande­ren Men­schen zu tei­len, ist mir nicht geläu­fig.

Also habe ich selbst eine pro­gram­miert.

bird­cries – engl. „Vogel­schreie“ – ist für Twit­ter, was invidio.us für You­Tube ist. Ich gehe noch einen Schritt wei­ter und ver­zich­te absicht­lich dar­auf, ein­ge­bet­te­te Medi­en wie Vide­os oder Bil­der anzu­zei­gen. Wer die unbe­dingt sehen möch­te, der möge zum Ori­gi­nalt­weet (selbst­ver­ständ­lich jeweils ver­linkt) grei­fen. Um die­je­ni­gen Men­schen ein wenig zu ärgern, die trotz allem der Mei­nung sind, Open Source bedeu­te immer auch hohe Qua­li­tät, habe ich bird­cries im Quell­code ver­öf­fent­licht. Wer sich bemü­ßigt fühlt, selbst eine Instanz zu instal­lie­ren und/oder mein Ori­gi­nal zu ändern, der möge das somit tun.

Als näch­stes grö­ße­res Fea­ture erwä­ge ich oEm­bed-Unter­stüt­zung, so dass die Vogel­schreie wie auch Tweets ein­fach per URL-Nen­nung ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. Ich weiß aber noch nicht, ob sich der Auf­wand lohnt.

NetzfundstückeNerdkrams
Kom­for­ta­bel, sicher und gefähr­lich: Linux als Wer­be­mit­tel für Clo­sed Source

„hei­se online“, 16. Mai 2019:

Linux kom­for­ta­bel und sicher ent­sper­ren

Man kann recht ein­fach eine Pass­wort­ab­fra­ge durch eine Gesichts­er­ken­nung erset­zen.

„hei­se online“, heu­te:

Sicher­heits­gau bei der Bio­me­trie­da­ten­bank „Bio­star 2“ der süd­ko­rea­ni­schen IT-Fir­ma Supre­ma: (…) Die Exper­ten konn­ten sich nach eige­nen Anga­ben ohne gro­ße Mühen Zugang zu 27,8 Mil­lio­nen Ein­trä­gen ver­schaf­fen, die 23 Giga­byte an Daten aus­mach­ten. Dar­un­ter waren neben unver­schlüs­sel­ten Pro­fil­in­for­ma­tio­nen wie Nut­zer­na­men und Pass­wör­tern über eine Mil­li­on Fin­ger­ab­drücke sowie eine unge­nann­te Zahl an Gesichts­bil­dern.

Jemand soll­te mal eine Mög­lich­keit erfin­den, sich in irgend­ei­nem elek­tro­ni­schen System anzu­mel­den, ohne sei­ne Bio­me­trie preis­ge­ben zu müs­sen. Dass dar­auf noch nie­mand gekom­men ist!


Zu mei­ner beson­ders aus­blei­ben­den Über­ra­schung ist die „Open Source Sum­mit“ der Linux Foun­da­ti­on, eine Art Selbst­ap­plaus von Fir­men, die ihr Geld damit ver­die­nen, Benut­zer schlech­ter Betriebs­sy­ste­me zu ver­klap­sen, gar kei­ne Open-Source-Ver­an­stal­tung, son­dern eine Wer­be­ver­an­stal­tung für pro­prie­tä­re Soft­ware. Das passt her­vor­ra­gend ins Bild. Wohl dem, der sei­ne genutz­te Soft­ware nach ihrer Nütz­lich­keit und nicht nach ihrer Ethik bewer­tet!

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik CXVI: Was­ser pre­di­gen, Fleisch­wurst kau­en

„Die Pres­se ist ein Erzie­hungs­in­stru­ment, um ein Sieb­zig-Mil­lio­nen-Volk in eine ein­heit­li­che Welt­an­schau­ung zu brin­gen.“
– Adolf Hit­ler, 1934


Wäh­rend in den USA die lang­wei­li­ge alte Dis­kus­si­on dar­über, ob man nicht fie­se Mör­der­spie­le ver­bie­ten sol­le, auf dass das Spie­len mit den dort über­all erhält­li­chen Waf­fen kei­ne grö­ße­ren Schä­den anrich­ten möge, schon wie­der ermü­dend aus­führ­lich geführt wird, spre­chen Deut­sche über das, womit sie sich aus­ken­nen: Schwei­ne.

In die­sem Fall die Ver­teue­rung ihres Lei­bes zwecks – Moment, ich muss kurz im Aus­re­den­ka­len­der blät­tern – Kli­ma­schut­zes:

Wer Fleisch isst, bela­stet das Kli­ma. So viel steht fest.

Dass bereits das Kli­ma bela­stet, wer nicht augen­blick­lich das Atmen ein­stellt, und dass die Zukunft der Erde als für Men­schen bewohn­ba­rer Pla­net mit­tel­fri­stig nur zu schüt­zen wäre, hör­ten Men­schen end­lich mit die­ser von erbärm­li­chem Drang danach, die eige­ne als die sieg­rei­che Ras­se erken­nen zu dür­fen, getrie­be­nen Ver­meh­rung auf, wird medi­al unver­än­dert wenig betrach­tet. Den Men­schen zu ver­ste­hen zu geben, dass sie das Pro­blem und nicht die Lösung sind, ist außer­halb femi­ni­sti­scher Medi­en offen­bar kein belieb­tes Mit­tel. Vor­her grei­fen sie lie­ber nach jedem Pla­stik­stroh­halm.

Ein­zig der „Deutsch­land­funk“ fällt aus der Rei­he und klaus­kins­kit das Publi­kum: Ihr seid bloß zu doof!

Ange­sichts der Mög­lich­kei­ten, die der Markt bie­tet und die Wer­bung nutzt, sind die Bür­ger als Kon­su­men­ten erkenn­bar über­for­dert – intel­lek­tu­ell wie mora­lisch.

Und natür­lich müs­sen des­halb Ver­bo­te her[.]

Denn zwar sind die­je­ni­gen, die am lau­te­sten den Ver­zicht auf ver­meint­li­chen Luxus von ihren Mit­men­schen her­bei­zu­kra­kee­len ver­su­chen, selbst die­je­ni­gen, von denen man erwar­ten soll­te, ein Vor­bild zu sein zu ver­su­chen, aber das lässt Ulri­ke Win­kel­mann, pri­vat ger­ne mal am Flug­ha­fen, nicht gel­ten:

Die Öko­pre­di­ger neh­men doch selbst das Flug­zeug und essen Fleisch. (…) Gre­ta Thun­berg hät­te auch recht, wenn sie statt im Segel­schiff mit dem Flug­zeug zum Kli­ma­gip­fel anrei­sen wür­de. (…) Wer for­dert, den Fleisch­kon­sum ein­zu­däm­men, hat recht, auch wenn er unlängst mit einem Schnit­zel in der Kan­ti­ne gese­hen wur­de.

Ich bin davon über­zeugt, dass das Kli­ma am Ende sei­ner Kräf­te vol­ler Ehr­furcht auf die Pre­di­ger des Wah­ren zurück­blicken und sagen wird: Ja, gut, die haben mir jetzt mehr gescha­det als die mei­sten ande­ren Men­schen, aber wenig­stens haben sie unter­des­sen nicht die grund­fal­schen Din­ge gesagt.

Aber schränkt ein mög­li­ches Ver­bot von bestimm­tem Fleisch nicht mei­ne Frei­heit ein? Ulri­ke Win­kel­mann ist für die­se Fra­ge gerü­stet:

Dadurch wer­den Frei­hei­ten ein­ge­schränkt – oh ja: zum Woh­le ande­rer. Kommt immer mal wie­der vor: Es ist nicht lan­ge her, da war es erlaubt, ande­ren im Restau­rant Zigar­ren­qualm ins Essen zu pusten. Ist jetzt ver­bo­ten.

Zwei­mal täg­lich Fleisch essen, ande­ren Gift übers Essen pusten: Alles das­sel­be im Hau­se Win­kel­mann.

Wie viel Kli­ma es wohl ret­ten wür­de, schal­te­te man den Web­ser­ver vom „Deutsch­land­funk“ – die­se Gerä­te sind kei­nes­wegs dafür bekannt, dass sie zwi­schen zwei Auf­ru­fen einen Wald auf­for­sten – ein­fach mal ab?


Scha­de: In Ber­lin war ein Auto­tei­le­händ­ler zu schnell, als es um das spon­so­ring für Warn­we­sten für Kin­der (zum Schutz vor besag­ten Autos) gehen soll­te. Ein Ziga­ret­ten­händ­ler hät­te es doch viel nöti­ger gehabt!

In den NachrichtenMontagsmusik
Lunar Gra­ve – Altar of Smo­ke

Muss diese Eule schmelzen?Es ist Mon­tag. Ein Schul­di­ger für das Ver­sa­gen der Men­schen beim Bekämp­fen des Kli­ma­wan­dels ist gefun­den: Es sind die Grü­nen. Wer sie wählt und ihnen so zu Geld für Flug­rei­sen ver­hilft, der gefähr­det somit Pin­gui­ne, Eis- und sicher­lich auch Pan­da­bä­ren. Nur ein herz­lo­ser Tier­feind lie­ße es also zu, dass sein Umfeld die Grü­nen unter­stützt!

Apro­pos Popu­lis­mus: Simo­ne de Beau­voir, „Vor­den­ke­rin“ („Deutsch­land­funk“) des jün­ge­ren Femi­nis­mus, ist unter ande­rem dafür bekannt, dass sie ein­ver­nehm­li­chen Bei­schlaf mit Kin­dern ent­kri­mi­na­li­sie­ren woll­te. Ich emp­feh­le die­sen Umstand kei­nes­wegs zu ver­ges­sen, wenn – wie jüngst auf­grund eines unap­pe­tit­li­chen „Zufalls“ – wie­der ein­mal skan­diert wird, dass alte wei­ße Män­ner immer nur das Böse wol­len.

Woher kommt eigent­lich die deut­lich gestie­ge­ne Zahl an rechts­extre­men Straf­ta­ten? Soll­ten wir die­sen nicht eine noch offe­ne­re Gesell­schaft ent­ge­gen­set­zen? Anschei­nend bes­ser nicht: „Betrof­fe­ne Juden geben an, dass 81 Pro­zent der kör­per­li­chen Angrif­fe auf Mus­li­me zurück gehen“ (sic! A.d.V.), viel­leicht reicht es ja, ein­fach ein paar Gra­tis­kon­zer­te gegen Über­grif­fe zu ver­an­stal­ten. Das hat immer gut funk­tio­niert. Gute Nach­rich­ten ertön­ten wäh­rend­des­sen von Leni Brey­mai­er, MdB: Sie habe nichts gegen Pro­sti­tu­ti­on, nur dage­gen, dass es dort Kun­den gibt. Ich für mei­nen Teil habe auch nichts gegen die SPD, nur dage­gen, dass sie jemand wählt.

Insta­gram macht dumm. Blei­ben wir klug und hören wir etwas Musik!

Lunar Gra­ve – Altar of Smo­ke

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „ZEIT ONLINE“ rät von „ZEIT ONLINE“ ab.

Auf „ZEIT ONLINE“ darf Anna Mil­ler unter dem Sujet des digi­tal detox, der „digi­ta­len Ent­gif­tung“ also, unge­straft kon­sta­tie­ren:

Das digi­ta­le Leben macht uns krank und wir wis­sen das. Wir müs­sen es been­den!

Der Arti­kel wird, wenn man nicht über die „Kom­plett­an­sicht“ rein­geht, ohne tech­ni­schen Anlass auf drei „Sei­ten“ auf­ge­teilt. So was macht mich ja krank und ich weiß das. Er besteht im Wesent­li­chen dar­aus, dass die Schrei­be­rin ihr Leben ver­passt, weil sie statt­des­sen Zeit im Inter­net ver­geu­det, indem sie zum Bei­spiel belang­lo­sen Quatsch auf „ZEIT ONLINE“ ver­öf­fent­licht. Man kann den Arti­kel per Klick auf Face­book und Twit­ter tei­len, denn der durch­schnitt­li­che Leser wird für zu doof gehal­ten, einen Link zu kopie­ren.

Viel­leicht ist bereits eine „ZEIT-ONLINE“-Entziehungskur ein rich­ti­ger Schritt.

Netzfundstücke
Dach überm Kopf for Future

„Blick“:

Schon am drit­ten Tag lie­gen bei den Kli­ma-Tee­nies die Ner­ven blank. Die Unzu­frie­den­heit unter den Teil­neh­mern des «Smi­le for Future»-Klimagipfels in Lau­sanne ist förm­lich zu spü­ren. (…) «Es ist schon schön, dass jeder immer über sei­ne Gefüh­le reden kann», kom­men­tiert ein Schwei­zer Teil­neh­mer. «Ich ver­ste­he aber auch, dass ande­re mehr arbei­ten wol­len.» Die Krux: Die Gras­wur­zel­be­we­gung will, dass jeder glei­cher­ma­ssen zu Wort kommt. Nicht immer klappt das – auch hier gibt es Teil­neh­mer, die nach vor­ne drän­gen. Das führt bei sen­si­ble­ren Teil­neh­mern zu Unmut. Und: Sobald jemand mit den Hän­den ein Dach über dem Kopf formt, bedeu­tet das «Ich füh­le mich unwohl». Dann darf er sofort dar­über spre­chen – selbst im Ple­num mit rund 450 Teil­neh­mern.

Ist es wirk­lich klug, uns bei der Pla­nung unse­rer Zukunft von Sozi­al­ar­bei­tern und Wal­dorf­päd­ago­gen bera­ten zu las­sen?

In den Nachrichten
Säku­la­ris­mus wann anders. (4)

Am 26. Juli, so wird berich­tet, wur­de in Ber­lin, der Stadt, die Ver­rück­te macht, ein Rab­bi­ner auf Ara­bisch beschimpft und bespuckt. Was von einer Gesell­schaft („Kul­tur“) zu hal­ten ist, in der das Bespucken als akzep­ta­ble Form der Kri­tik gilt, soll hier und heu­te nicht mein The­ma sein. Den Kon­sens der Zivi­li­sier­ten abzu­bil­den ist unin­ter­es­sant.

Lesens­wer­ter ist, was die Sou­ve­räns­as­si­stenz dazu mit­zu­tei­len hat:

Nach dem anti­se­mi­ti­schen Angriff auf einen Rab­bi­ner wird Bun­des­au­ßen­mi­ni­ster Hei­ko Maas (SPD [Kleinst­par­tei im Par­la­ment, A.d.V.]) am Frei­tag zu einem Soli­da­ri­täts­ge­bet in Ber­lin erwar­tet. (…) Bei dem Soli­da­ri­täts­ge­bet wür­den Gebe­te für Frie­den und Tole­ranz für alle Men­schen aller Reli­gio­nen auf Hebrä­isch und Deutsch gele­sen.

Gedan­ken und Gebe­te. Das wird dabei hel­fen, reli­giö­sen Zwist zu über­win­den: Mehr Reli­gi­on!

Bonus­punk­te bekommt der evan­ge­li­sche Pres­se­dienst im Übri­gen für die For­mu­lie­rung, es habe „eine David­stern-Schmie­re­rei“ gege­ben. Als „Schmie­re­rei“ wur­den reli­giö­se Sym­bo­le jen­seits des Bud­dhis­mus in der hie­si­gen Pres­se bis­lang eher sel­ten bezeich­net.

In den NachrichtenWirtschaft
Fach­kräf­te­be­zah­lungs­man­gel (2)

Ich, 2016:

Der hie­si­ge Arbeits­markt lei­det nicht unter einem „Fach­kräf­te­man­gel“, der sich nur mit oft schlecht aus­ge­bil­de­ten, aber dafür gün­sti­gen aus­län­di­schen Arbei­tern mil­dern lie­ße. Er lei­det an wirt­schaft­li­chen Erwä­gun­gen (lies: am Geiz) derer, die ihn bekla­gen.

„Golem.de“, heu­te:

Angeb­lich fehl­ten der Indu­strie noch nie so vie­le IT-Exper­ten wie zur­zeit. Doch die Fir­men rei­ßen sich um die vor­han­de­nen Soft­ware­ent­wick­ler offen­bar nicht mit ent­spre­chend höhe­ren Gehäl­tern.

Ach, hm, tja.

Ist ja kein Pro­blem, die Zuge­zo­ge­nen las­sen sich ja noch ver­schau­keln, wie die SPD am 7. Juni die­ses Jah­res fest­stell­te:

Deutsch­land hat ein Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz. (…) Zusätz­li­che Fach­kräf­te sind ein Fun­da­ment für unse­ren künf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Erfolg und garan­tie­ren so sozia­le Sicher­heit für alle in Deutsch­land.

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?