PersönlichesSonstiges
Frei stu­diert

Wer auch immer den Satz „So gut wie in der Schu­le wirst du es nie wie­der haben“ einst als Beleh­rung für sei­ne Kin­der ein­ge­führt und damit, wohl unbe­wusst, zahl­rei­che spä­te­re Eltern beein­flusst hat, der war, wie ich anneh­me, nie Stu­dent.

Als Stu­dent blicke ich durch­aus mit­un­ter auch auf mei­ne Schul­zeit zurück, auf mei­ne Schul­freun­de aus die­ser Zeit, auf die Leh­rer, die Fächer, die Klas­sen­ar­bei­ten, die – immer viel zu kur­zen – Feri­en; und ich ver­mis­se das alles nur sel­ten, gemes­sen an der wei­ten Frei­heit, die hin­ter der Tür der Imma­tri­ku­la­ti­on auf mich war­te­te. Frei­heit, die ich mei­ne, die mein Herz erfüllt.

Apro­pos frei: Bril­lan­te Ideen für Inhal­te die­ser Sei­te habe ich meist in unpas­sen­den Momen­ten. Der Grund, war­um hier gestern nichts neu­es erschien, war der, dass ich – ach, nein, von vorn:

Vor eini­gen Tagen ging ich, mehr zufäl­lig, in mei­nem prä­fe­rier­ten ÖPNV-Mit­tel an einer klei­nen Tür vor­bei. Sie war ver­schlos­sen und befand sich direkt neben der Toi­let­te. Beschrif­tet war die­se Tür bei­na­he mit „Fahr­gast­rech­te“, tat­säch­lich lei­der nur mit „For­mu­la­re für Fahr­gast­rech­te“ o.ä. Die­se Tür, die die Men­ta­li­tät der Betrei­ber­fir­ma (lies: des betrei­ben­den Unter­neh­mens bzw. sei­ner Ver­ant­wort­li­chen) ein­drucks­voll demon­strier­te, woll­te ich foto­gra­fisch fest­hal­ten und das Resul­tat hier unter der Über­schrift „Unter Ver­schluss“ ver­öf­fent­li­chen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich die Kame­ra bei mir hat­te. Heu­te indes benutz­te ich ande­re Ver­kehrs­mit­tel. Ich bit­te euch, lie­be Leser, daher dar­um, euch den Bei­trag nebst Foto­gra­fie hier selbst vor­zu­stel­len. (Da behaup­te noch mal einer, der blo­ße Kon­sum digi­ta­ler Pro­sa las­se die Fan­ta­sie ver­küm­mern.)

Ich wün­sche gute Unter­hal­tung.

MusikSonstigesPersönliches
In teil­wei­se eige­ner Sache: Bss­s­s­s­s­ss!

Wor­an zumin­dest ich mer­ke, dass es täg­lich wär­mer wird:
Die Zahl der Flie­gen, die durch das Wohn­zim­mer schwär­men, steigt kon­ti­nu­ier­lich.

Frü­her waren es wenig­stens noch Schmet­ter­lin­ge, die durch das Haus flat­ter­ten und fröh­lich drein­schau­ten. Die summ­ten mir nicht stän­dig um den Kopf her­um und kack­ten mir auf die Glied­ma­ßen, die stör­ten nicht und sahen zudem noch gut aus, ein wenig wie ich.

Aber in Zei­ten der Rezes­si­on resp. der „Rezes­si­ons­e­vo­lu­ti­on“ (Kaf­kas, schon ein paar Jah­re her) kön­nen wir uns kei­ne Schmet­ter­lin­ge mehr lei­sten, da reicht es nicht mal für ein paar anstän­di­ge Bie­nen, nur lang­wei­li­ge, unbun­te Fau­na, und die Regie­rung schaut taten­los zu (Die Ärz­te, eben­falls schon ein paar Jah­re her).
Herr­je.

(Und um mei­nen poli­ti­schen For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen, ertönt auf die­ser Inter­net­prä­senz, wie auch auf manch ande­ren Ange­bo­ten, nun­mehr der herr­li­che Klang einer Vuvuz­ela; so lan­ge, bis die deut­sche Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft end­lich aus dem lau­fen­den Tur­nier aus­ge­schie­den ist, damit end­lich Ruhe ist, Him­mel­herr­gott­noch­eins!
Alter­na­tiv natür­lich, bis mir die Besu­cher aus­blei­ben. Aller­dings: Ein Klick auf die Trö­te oder ein Pro­gramm wie etwa der Devu­vuz­ela­tor genügt, damit sie ver­stummt.)

In den NachrichtenNerdkrams
Opti­mier­te Feu­er­füch­se

Da seit kur­zem Fire­fox 3.6.4 ver­füg­bar ist, hal­te ich es für gut und rich­tig, neben­bei mal wie­der ein wenig die Gelü­ste mei­ner com­pu­ter­af­fi­nen Leser zu befrie­di­gen, und ich erwäh­ne also dies:

Seit eini­gen Mona­ten ver­wen­de ich, jeden­falls unter Win­dows, aus­schließ­lich opti­mier­te Fire­fox-Ver­sio­nen.

„Opti­miert“ bedeu­tet hier: Fire­fox wur­de mit einer bes­se­ren Spei­cher­ver­wal­tung und einer Anpas­sung an moder­ne Pro­zes­sor­ar­chi­tek­tu­ren (meist spe­zi­ell für die SSE- oder SSE2-Befehls­sät­ze) aus­ge­stat­tet, star­tet und ren­dert also spür­bar schnel­ler und Res­sour­cen scho­nen­der. Das bestehen­de Fire­fox-Pro­fil kann hier­bei über­nom­men wer­den, Inkom­pa­ti­bi­li­tä­ten tre­ten nach mei­ner Erfah­rung nicht auf. Eine völ­li­ge Neu­in­stal­la­ti­on mit vor­he­ri­gem Löschen der alten Ver­si­on ist eben­falls nicht erfor­der­lich, es genügt, den opti­mier­ten Fuchs in das Fire­fox-Ver­zeich­nis zu ent­packen und even­tu­ell vor­han­de­ne Datei­en zu über­schrei­ben.

Unter Linux ist Swift­fox eine gute Wahl, unter Win­dows ver­wen­de ich der­zeit die aktu­el­len Ver­sio­nen von tete009 (auf dem Lap­top) und pig­foot (auf dem PC), wobei letz­te­re ein deut­lich hüb­sche­res Icon besitzt; aber das soll­te ja nicht das Aus­schlag geben­de Kri­te­ri­um sein. Wel­che opti­mier­ten Ver­sio­nen für euer System geeig­net sind (also eben SSE, SSE2 oder noch ande­re), ver­rät bspw. CPU‑Z (Win­dows) oder CPU‑G (Linux). Im Zwei­fels­fall sind auf halb­wegs aktu­el­len Rech­nern die SSE2-Ver­sio­nen immer die rich­ti­ge Wahl.

Abhän­gig von der Kon­fi­gu­ra­ti­on der jewei­li­gen Ver­si­on kann es übri­gens sein, dass sich der opti­mier­te Fire­fox nach dem Start als „Namo­r­oka“ mel­det und zunächst nur Eng­lisch spricht. Bei­des ist ein­fach zu besei­ti­gen, indem man die deut­sche Sprach­da­tei ein­stellt:

Unter about:config (die Warn­mel­dung ggf. beach­ten, dann weg­klicken) soll­te via Dop­pel­klick zunächst der Wert general.useragent.locale in „de“ geän­dert, dann die­se (Win­dows) oder die­se (Linux) Erwei­te­rung instal­liert wer­den; und da man ohne­hin gera­de in der Kon­fi­gu­ra­ti­on her­um­spielt, ist es emp­feh­lens­wert, bei die­ser Gele­gen­heit auch noch ein paar ande­re Ein­stel­lun­gen zu opti­mie­ren, aber muss ja nicht.

Nun den Fuchs neu star­ten, und er soll­te in neu­em Glanz erstrah­len. :)

MusikKaufbefehleSpaß mit Spam
Spam? Dort­hin, wo die Son­ne nicht scheint!

Zwar habe ich schon seit län­ge­rer Zeit kei­ne Mel­dung von ero­ti­sier­ten Rus­sin­nen erhal­ten (ich mache mir doch all­mäh­lich ein wenig Sor­gen um mei­ne Aura), aber heu­te hat eine ande­re Mail mei­nen Spam­fil­ter erstaun­li­cher­wei­se pas­siert:

Sie erin­nern sich sicher­lich noch an Ihre Teil­nah­me am Inter­net­ge­winn­spiel.

Am Inter­net­ge­winn­spiel. Sicher. An wel­chem?
Egal, irgend­eins im Inter­net oder über das Inter­net oder so was.

Zur För­de­rung des tür­ki­schen Frem­den­ver­kehrs und der deut­schen Tou­ris­mus­bran­che wur­den unter allen Ein­sen­dun­gen mit rich­ti­gem Lösungs­wort aus der Regi­on 8 Traum­rei­sen für 2 Per­so­nen ver­lost …

Und wel­ches Lösungs­wort die­ses eine, ganz bestimm­te, doch namen­lo­se Inter­net­ge­winn­spiel genau erwar­tet hat oder wie die Fra­ge lau­te­te, bleibt offen… viel­leicht stand das ja in dem Teil, der hier weg­ge­las­sen wur­de… das hal­te ich für… und über­haupt…

Herz­li­chen Glück­wunsch, Sie gehö­ren zu den Pre­mi­um-Gewin­nern!

Was zeich­net eigent­lich einen „Pre­mi­um-Gewin­ner“, ver­gli­chen mit nor­ma­len Gewin­nern, aus? Und füh­len sich die Nicht-Pre­mi­um-Gewin­ner nicht dann auch ziem­lich ver­klapst, wenn sie eben nur zweit­ran­gi­ge Gewin­ner sind? (Und was genau haben die eigent­lich gewon­nen? Jeden­falls ver­mut­lich nicht …

Sie flie­gen 1 Woche in die Son­ne an der Tür­ki­schen Rivie­ra!

… das Schick­sal des Ika­rus. Ich stel­le mir eine Woche auf dem Weg in die Son­ne jeden­falls nicht sehr ein­la­dend vor. Möch­te viel­leicht ein Nicht-Pre­mi­um-Gewin­ner mit mir tau­schen?)

Unse­re Lei­stun­gen inklu­si­ve für Sie:


– Info­cock­tail im Hotel für 2 Per­so­nen

Mjam, pürier­te Pro­spek­te!


– wäh­rend der Fahr­ten im Bus hal­ten wir kosten­los Was­ser zum Trin­ken für Sie bereit

Das dürf­te auch drin­gend nötig sein, in der Son­ne ist es doch recht warm. :mrgreen:

- Rei­se­preis­si­che­rungs­schein für 2 Per­so­nen

Rei­se-was?

- Rei­se­füh­rer Tür­kei des Rei­se­ver­an­stal­ters pro Buchung

Die gro­ße Fra­ge bis hier­hin lau­tet dann auch: Wer genau ist denn der Rei­se­ver­an­stal­ter? Klingt bis­lang nicht nach jeman­dem, der das beruf­lich macht.

Sie und eine Begleit­per­son erhal­ten die­se Lei­stun­gen exklu­siv der Ser­vice­pau­scha­le und Kerosinzuschlag/PaxTax für 0,00 Euro!

Äh, ja. Sicher.

Für alle orga­ni­sa­to­ri­schen Arbei­ten und den Tele­fon- und Schrift­ver­kehr wur­de das Rei­se­bü­ro M.e.i.e.r. Rei­sen beauf­tragt.

M.e.i.e.r.? Haben die irgend­was mit dem bekann­ten Kre­dit- und Scheck­kar­ten­be­trü­ger Max Muster­mann zu tun?

Ihre Gewinn­num­mer: sw010589

Ich neh­me an, jede ande­re „Num­mer“ wäre auch akzep­ta­bel; aber die­se Zahl sieht mal ziem­lich erstaun­lich aus. 01.05.89; mein Geburts­tag jeden­falls ist das nicht. Immer die­ses spam­men­de Jung­volk!

Zur Gewinn­be­stä­ti­gung und wei­te­ren Infor­ma­tio­nen zur Rei­se geht es hier: …/tracker.php?id=166

Mir dünkt, das Ein­zi­ge, was mir die­se Mail beschert, ist die­se Adres­se, die den Absen­der brav dar­über infor­miert, dass die Mail über­haupt gele­sen wur­de.
Zu der­lei Wer­be­post jeden­falls fällt mir nur noch eins ein:

Gute Rei­se!

(Und wäh­rend ich dies schrei­be, läuft zum wie­der­hol­ten Male Their Names Escape Me von Spock’s Beard, genau­er: Von deren neu­em Album „X“. Ich begin­ne mich nun ernst­haft für die Geschicke die­ser Musik­grup­pe zu inter­es­sie­ren. Eine unge­fäh­re Rezen­si­on gibt’s auf den Baby­blau­en Sei­ten. Hört bei­zei­ten mal hin­ein!)

MusikkritikKaufbefehle
Musik 06/2010 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 5 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Das ging schnell; schon wie­der ist das erste hal­be Jahr bei­na­he vor­bei. Zeit also wird es, die sehn­süch­ti­gen Gedan­ken ein­mal bei­sei­te zu wischen und statt­des­sen einen Blick auf die präch­tig­sten Musik­ver­öf­fent­li­chun­gen der letz­ten sechs Mona­te zu wer­fen, ob Rock oder Pop, ob gra­tis oder teu­er, ob Kauf­be­fehl oder völ­li­ger Rein­fall.

Auf eine sepa­ra­te Liste für deutsch­spra­chi­ge Alben habe ich dies­mal ver­zich­tet, die drei­ein­halb Exem­pla­re habe ich statt­des­sen in der Haupt­li­ste unter­ge­bracht. Das hat einen ganz ein­fa­chen Grund: Ich habe zu spät dar­an gedacht. Selbst­ver­ständ­lich tut mir die­ser Faux­pas unglaub­lich Leid, für die Rück­schau 12/2010 gelo­be ich Bes­se­rung. (Nach­trag vom 13. Dezem­ber 2010: Lei­der gab das Jahr kei­nen Anlass, eine sol­che Liste anzu­le­gen.)

Wie üblich jeden­falls wird die­se Liste auch die­ses Mal wie­der gekrönt von einer Rück­schau auf 40 Jah­re wech­seln­den Zeit­geists in der Musik. Viel­leicht fin­det ja jemand von euch, mei­ne geschätz­ten Leser, wie­der einen klei­nen Schatz dar­un­ter, der nur dar­auf war­tet, von euch geho­ben zu wer­den.

Viel Spaß beim Erfor­schen!

‘Musik 06/2010 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ wei­ter­le­sen »

Netzfundstücke
Kurz ver­linkt XVIII: Herr Voda­fone ist unbe­liebt

Und da mich der Nacht­wäch­ter für mei­nen vori­gen Bei­trag mit einem Link belohnt hat, revan­chie­re ich mich direkt, zumal sei­ne sub­ti­le Mis­an­thro­pie, gepaart mit der grund­sätz­li­chen Aver­si­on gegen Belä­sti­gung durch Wer­behei­nis, die uns immer­hin see­lisch ver­bin­det, mit­un­ter zu wahr­lich beein­drucken­den Tex­ten führt, in die­sem Fall zu die­sem:

Und dann blieb ich ste­hen, so ruck­ar­tig, wie ich das kann, wenn ich es will, und mit einer eher mecha­ni­schen bewe­gung wand­te ich mich ihm zu, den lächeln­den gesichts­aus­druck bewusst ver­stei­nert. Es ist so leicht, einen irren zu spie­len, wenn man vom irr­sinn umge­ben ist! Herr voda­fone spul­te sein pro­gramm ab und reich­te mir gera­de die­sen bun­ten fet­zen papier, und ich ließ mein gesicht umschla­gen und schau­te die­sem scher­gen der arsch­lö­cher mit star­rem blick in sei­ne kal­ten augen, mit zit­tern­den lip­pen. Und der merk­te es immer noch nicht. Da sag­te ich in abso­lu­ter ruhe, mit sehr deut­li­cher aus­spra­che und etwas über­trie­be­ner into­naz­jon des „r“ nur: „Ich ver­ach­te sie dafür, dass sie für ein unter­neh­men arbei­ten, dass so gern dabei mit­ge­hol­fen hat, die inter­net­zen­sur in deutsch­land ein­zu­füh­ren.“ Es war unglaub­lich, der rede­fluss die­ses arsch­loches hat­te wirk­lich auf­ge­hört, und in sei­nen augen zeig­te sich so etwas wie angst. Ich mag das ja nicht, wenn jemand angst hat, aber wer kei­nen respekt vor ande­ren men­schen emp­fin­det und sie für ein biss­chen rekla­me­schei­ße aus einem schö­nen tag rei­ßen will, der muss eben angst füh­len. Und ich setz­te fort, in genau dem glei­chen mon­to­nen ton­fall, aber mit zuneh­men­den zit­tern am kör­per: „Gehen sie bit­te ster­ben! Wenn ihnen das mit der frei­heit nicht gefällt, kön­nen sie ja nicht mehr nach drü­ben gehen. Also ster­ben sie! Schnell, wenn es geht.“ Ich rotz­te die­sem bastard noch ein­mal vor die füße, freu­te mich inner­lich dar­über, dass er rich­tig schiss um sein über­flüs­si­ges, auf­ge­bläh­tes, maden­haf­tes dasein hat­te und ging ganz ruhig wei­ter, ohne die­sem typen noch einen ein­zi­gen blick zu schen­ken. Ich hof­fe, dass der das den gan­zen tag lang nicht ver­ges­sen hat.

Und die Moral von der Geschich­te gibt’s nach Klick auf den Ver­weis zu lesen.
Bit­te durch­füh­ren!

(Und da ich gera­de stu­pi­de am Ver­lin­ken bin, ist jetzt womög­lich auch der rich­ti­ge Zeit­punkt, um auf Vuvuz­ela-Time, das nun mehr­fach an mir vor­bei­s­croll­te, hin­zu­wei­sen. Jede Web­sei­te ein kul­tu­rel­ler Hoch­ge­nuss. Mit­ten­drin statt nur dabei! Herr­lich.)

Nerdkrams
PC-Hun­de leben gefähr­lich

Ach, apro­pos selt­sa­me Wer­bung, habt ihr auch alle schon herz­lich über die aktu­el­le Wer­be­kam­pa­gne für den Inter­net Explo­rer 8 gelacht, deren Bei­trä­ge stets damit enden, dass der jewei­li­ge Prot­ago­nist selt­sa­me Din­ge wie etwa „Ich bin ein PC-Hund“ ver­kün­det?

Stets geht es dar­um, dass eben­die­ser Prot­ago­nist ziem­lich dum­me Din­ge tut, die der Inter­net Explo­rer 8 abzu­weh­ren weiß. In einer Epi­so­de etwa erzählt einer der Betei­lig­ten in einer ziem­lich hek­ti­schen Sprech­wei­se, er habe eine E‑Mail erhal­ten, die er für von sei­ner Bank stam­mend hielt, und erst ein­mal wild dar­in her­um­ge­klickt, und nur dem Inter­net Explo­rer 8 (und nicht etwa sei­ner eige­nen Idio­tie) sei es zu ver­dan­ken, dass hier­durch kein blei­ben­der Scha­den an sei­nem PC ent­stan­den sei, so weit es ersicht­lich sei.

Böse Zun­gen wür­den nun behaup­ten, wer den Inter­net Explo­rer 8 ver­wen­det, tra­ge schon genug Scha­den davon, aber so ein­fach mache ich es mir nicht; das Pro­blem an die­ser Wer­bung liegt doch viel tie­fer. Wer in blin­dem Glau­ben an die Authen­zi­tät einer E‑Mail in sel­bi­ger her­um­klickt, nur weil sie vor­gibt, von einer Bank oder einem ande­ren renom­mier­ten Insti­tut zu stam­men, der wird schnell zur Spamschleu­der oder zumin­dest arm, weil man sein Kon­to leer­räumt.

„Ich bin ’n PC-Hund, kei­ner legt mich rein!“ behaup­tet die Prot­ago­ni­stin einer ande­ren Epi­so­de die­ser furcht­ba­ren Wer­be­kam­pa­gne, und das ist ein ziem­lich fata­ler Trug­schluss, denn man wird nicht weni­ger her­ein­ge­legt, wenn eine Soft­ware die Kon­se­quen­zen lin­dert, wes­halb es auch kei­ne gute Idee ist, sein Sicher­heits­kon­zept kom­plett von Dritt­an­bie­tern regeln zu las­sen; und wer mit dem Wort „Sicher­heits­kon­zept“ nichts anfan­gen kann, der möge an die­ser Stel­le bit­te zur Kennt­nis neh­men, dass ich mit ihm künf­tig kei­ner­lei elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on wün­sche, schon aus Eigen­in­ter­es­se, nicht eben­falls von Spam heim­ge­sucht zu wer­den. Spam pflegt sich nicht sel­ten über Mail-Adress­bü­cher fort­zu­pflan­zen. Das, was Maga­zi­ne wie die unsäg­li­che Com­pu­ter-BILD gern als Sicher­heits­kon­zept ver­kau­fen möch­ten, also die Instal­la­ti­on diver­ser, zum Groß­teil über­flüs­si­ger Pro­gram­me wie etwa „Per­so­nal Fire­walls“, kann und wird nie die gebo­te­ne Vor­sicht beim Her­um­klicken erset­zen. Wer­bung wie die für den Inter­net Explo­rer 8 lei­stet an den Nut­zern die­ser Pro­gram­me einen Bären­dienst, indem sie sug­ge­riert, es sei voll­kom­men unnö­tig, beim Bedie­nen des Inter­nets Vor­sicht wal­ten zu las­sen, so lan­ge es (übri­gens eben­falls poten­zi­ell feh­ler­an­fäl­li­ge) Pro­gram­me gibt, die nach dem frag­li­chen Klick über­prüft, ob es klug war, ihn zu täti­gen.

Der Rat soll­te also nicht lau­ten, den Inter­net Explo­rer 8 zu ver­wen­den, um im Inter­net siche­rer unter­wegs zu sein, son­dern sein Hirn ein­zu­schal­ten, bevor man auf alles klickt, was anklick­bar aus­sieht, und es hin­ter­her und somit zu spät bereut.

(Und war­um eigent­lich „PC-Hund“? Mit einem Hund wür­de ich nun spon­tan so man­ches asso­zi­ie­ren, aber kei­ne irgend­wie qua­li­fi­zier­te Ahnung von Com­pu­ter­si­cher­heit. Selt­sam!)

Sonstiges
Alter Schwe­de!

Ich wun­der­te mich schon, wie­so es im deutsch­spra­chi­gen Inter­net gera­de so ruhig ist; dann schau­te ich zufäl­lig kurz ins 2DF und ver­stand sofort:

Die schwe­di­sche Kron­prin­zes­sin Vic­to­ria hei­ra­te­te heu­te stun­den­lang, eisig lächelnd, ihren lang­jäh­ri­gen Ver­lob­ten, und neben dem Fuß­volk, das applau­die­rend und joh­lend die Stra­ßen Schwe­dens säum­te, durf­ten auch „Mil­lio­nen“ an Fern­seh­zu­schau­ern welt­weit die Zere­mo­nie ver­fol­gen, also zuse­hen, wie eine Adli­ge einen Rei­chen hei­ra­tet, und all dies scheint min­de­stens so auf­re­gend zu sein wie die offen­bar immer noch lau­fen­de Fuß­ball-Welt­mei­ster­schaft.

„Mäd­chen“, dies ver­si­cher­te mir eine lie­be Freun­din, als ich nach dem Hin­ter­grund für das Publi­kums­in­ter­es­se frag­te, „lie­ben pom­pö­se Hoch­zei­ten“. Ja, sicher, bei der eige­nen leuch­tet mir dies auch noch eini­ger­ma­ßen ein, ist sie doch letzt­lich der Beginn des, so zu hof­fen, schön­sten und läng­sten Lebens­ab­schnit­tes bzw. zumin­dest als sol­cher gedacht. War­um dann aber die Pro­jek­ti­on der eige­nen Sehn­süch­te auf glück­li­che Paa­re, sich wohl durch­aus des­sen bewusst, dass das eige­ne Leben nie auch nur ansatz­wei­se so aus­se­hen wird wie das der Kron­prin­zes­sin Vic­to­ria?

„Wenn ich groß bin, will ich Prin­zes­sin wer­den, Mama“; das hört man nicht sel­ten von Mäd­chen noch gerin­gen Alters, und, auch, wenn die Frau­en­be­we­gung das nicht so gern hört, so wer­den sie noch immer erzo­gen. „Mamas klei­ne Prin­zes­sin“ dient Prin­zessins gro­ßer Mama als Ersatz für die eige­ne Kind­heit und Jugend („mein Kind soll es ein­mal bes­ser haben als ich“, dies ist der Grund­satz vie­ler Eltern, und das ist auch gut und rich­tig so!), und es ist, auch, wenn die Frau­en­be­we­gung das nicht so gern hört, das Wesen man­cher Frau, sich selbst als schmu­si­ges, engels­glei­ches Wesen zu betrach­ten, das doch bit­te­s­ehr hofiert wer­den soll, weil auch ihr das von Kin­des­bei­nen an so bei­gebracht wur­de, noch resul­tie­rend aus uralten Gege­ben­hei­ten; der Mann näm­lich zieht durch die Wäl­der und jagt, wäh­rend die Frau zu Hau­se am wär­men­den Feu­er sitzt und den Nach­wuchs pflegt. Zuge­ge­ben, so span­nend wie das Leben als Prin­zes­sin, die den gan­zen Tag durch das Land reist, gezwun­gen fröh­lich winkt und anson­sten in ihrem gol­de­nen Luft­schloss dahin­ve­ge­tiert, ist das augen­schein­lich nicht, aber letzt­lich hat sich an die­ser Rol­len­ver­tei­lung trotz aller Gleich­stel­lungs­maß­nah­men und Sta­ti­sti­ken bis heu­te nur wenig geän­dert.

Dass man selbst, wenn man die­se klas­si­schen Rol­len­bil­der zu über­win­den ver­mag, indes jemals glück­lich wer­den kann, wenn man fort­wäh­rend die Sehn­sucht hegt, ein Leben wie die Rei­chen und Schö­nen zu füh­ren, bezweif­le ich. (Soll­te man das wol­len?) Woher die­ser Maso­chis­mus, die­ses gepfleg­te Wis­sen um die eige­ne Unvoll­kom­men­heit und rela­ti­ve Armut? Wes­halb möch­te sich man­cher Mensch stän­dig dar­auf besin­nen, eben kein Thron­fol­ger mit Mil­lio­nen auf dem Kon­to, einem eige­nen Palast, einem Äff­chen und einem Pferd zu sein, son­dern schreck­lich gewöhn­lich, wenn doch jeden­falls mir und sicher auch vie­len ande­ren Men­schen das Gewöhn­li­che weit näher liegt als das Extra­va­gan­te, sofern es nur Anmut und Wür­de sein Eigen nennt? Wah­res Glück braucht kei­ne jubeln­den Mas­sen, es bedarf nur zwei­er Lie­ben­der und einer gemein­sa­men Rich­tung.

Auch in dem Wis­sen, dass nur weni­ge Frau­en, die die­sen Text hier jemals lesen, sich um mei­ne Rat­schlä­ge sche­ren wer­den, so mei­ne ich den­noch: Die schön­ste Hoch­zeit im gan­zen Leben soll­te stets die eige­ne blei­ben. Wer immer nur nach frem­den Träu­men greift, dem wird der eige­ne nie erfüllt wer­den.

(Und selbst dann nicht unbe­dingt; ach.)

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Gestör­ter Kon­zert­ge­nuss

Und da ich gera­de der deut­schen Gur­ken­trup­pe beim bereits sehn­süch­tig erwar­te­ten Ver­sa­gen zuschaue, sen­det man mir die­sen Ver­weis, der mich Trä­nen lachen mach­te und den ich somit für kopie­rens­wert hielt:

Mem­bers of the South Afri­ca Vuvuz­ela Phil­har­mo­nic Orche­stra, wide­ly con­side­red to be among the best lar­ge-sca­le mono­to­nic wind instru­ment ensem­bles in the world, told repor­ters Fri­day they were furious over the recent out­breaks of inter­na­tio­nal soc­cer matches during their tra­di­tio­nal out­door con­certs.

Es ist aber auch furcht­bar; da geht man als kul­tu­rell inter­es­sier­tes Indi­vi­du­um auf ein klas­si­sches Frei­luft­kon­zert und wird dann von schänd­li­chen so genann­ten „Sport­lern“ und ihren grö­len­den Anhän­gern am Musik­ge­nuss gehin­dert. Ein wei­te­rer Grund, war­um es eine ein­la­den­de Vor­stel­lung ist, dass die­ser Fir­le­fanz hier­zu­lan­de bald ein Ende fin­det; die armen Musi­ker!

(Und wäh­rend die Mas­se mit Brot und Spie­len bei Lau­ne gehal­ten wird, stellt man anders­wo schon mal den tol­len neu­en elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­weis vor; ein paar Fla­schen, die über den Ball stol­pern, sind ja auch erwäh­nens­wer­ter als die trü­ben Aus­sich­ten für unse­re eige­ne Zukunft, so sieht’s doch aus.)

Ist doch wahr.

MusikSonstiges
Medi­en­kri­tik XXX: Abge­schüt­telt.

Was mir die­ser Tage auch ab und zu begeg­net, ist die wun­der­ba­re Ari­el-Wer­bung. Ihr kennt sie sicher: Da steht ein schmut­zi­ger Typ rum, schüt­telt sich kurz und schon fal­len alle Flecken von ihm ab, und all dies – ihr ahnt es bereits – dank Ari­el.

Kaum habe ich geglaubt, es kön­ne noch Jah­re dau­ern, bis mir wie­der eine ähn­lich däm­li­che Rekla­me wie die für acti­mel vor die Augen kommt, wur­de ich eines Bes­se­ren belehrt. Auf die Wer­behei­nis ist immer noch Ver­lass.

Jeden­falls bin ich mir noch nicht sicher, ob es tat­säch­lich ver­kaufs­för­dernd ist, wenn ein Wasch­mit­tel dazu bei­trägt, dass man bei jeder schnel­le­ren Bewe­gung Schmutz ver­liert. Ich mei­ne, mit einem Men­schen, der stän­dig Dreck in der Gegend ver­teilt, möch­te ich per­sön­lich nur ungern befreun­det sein, viel­mehr wür­de ich ver­mut­lich einen gro­ßen Bogen um ihn machen wie sonst nur um die BILD. Aller­dings scheint die Eigen­schaft, Eigen­schmutz in die Umwelt zu schleu­dern, der ein­zi­ge Kauf­an­reiz zu sein, da auf son­sti­ge Infor­ma­tio­nen zu den signi­fi­kan­ten Vor­tei­len des „neu­en“ Pro­duk­tes weit­ge­hend ver­zich­tet wird; allein wäscht es natür­lich wie­der ein­mal noch viel wei­ßer als alle ande­ren Ari­els, will sagen: „Kau­fen Sie nur noch das neue, extra­teu­re Schmutz­schleu­der-Ari­el, unser altes Ari­el ist Mist“, aber das sagt man natür­lich lie­ber nicht so.

Klop­fer stell­te es schon 2003 rich­tig fest:

Wie­so wird Wasch­mit­tel immer als total ver­bes­sert ange­prie­sen, wenn die Wer­bung schon in den 80er Jah­ren behaup­te­te, dass man damit alles kli­nisch rein kriegt? Wie­so ist der Ton prin­zi­pi­ell um eini­ge Phon lau­ter als die Sen­dung, die unter­bro­chen wur­de? (Wenn mir einer ins Ohr brüllt, hab ich ganz wenig Lust, ihm was abzu­kau­fen.)

Ist doch wahr.


Apro­pos alt und gut dann auch:

I don’t want to say good­bye,
don’t want to walk you to the door;
I’ve spent a litt­le time with you,
I want a litt­le more.

– Edie Brickell: Good Times, Bad Times von der guten, alten Win­dows-95-CD. Jawoll­ja.
Alle mit­sum­men!

Fotografie
Zum Bei­spiel ein Bei­spiel.

Was ich inmit­ten eini­ger ande­rer Foto­auf­nah­men auch ganz ver­ges­sen hat­te, hier zu erwäh­nen, ist übri­gens die­ser Schnapp­schuss aus einer süd­deut­schen Regio­nal­bahn:

Von dem Kom­ma­feh­ler fan­ge ich jetzt mal nicht an, ganz so arg möch­te ich dann doch nicht den Bes­ser­wis­ser geben; aber „z.B. Bei­spiel“ gefällt mir ehr­lich so gut, dass ich es für unbe­dingt der Doku­men­ta­ti­on wür­dig hielt.

Dies ist hier­mit dann auch gesche­hen.

Sonstiges
Hulk Bal­lack

Was eigent­lich gedenkt die Wer­be­ab­tei­lung von Pep­si Co. Inc. …

… mit die­sem Wer­be­auf­druck mit­zu­tei­len?

Pep­si macht Kon­su­men­ten zu bun­ten Hul­ken?
Wer Pep­si trinkt, fährt nicht mit nach Süd­afri­ka?
Wenn Micha­el Bal­lack wütend wird, wird er mehr­far­big?

Wirr.

MusikSonstiges
Medi­en­kri­tik XXIX: Der Saft ist schuld.

Das auch sonst eini­ger­ma­ßen wun­der­li­che Maga­zin NEON, sei­nes Zei­chens eine Art BRAVO für den gei­sti­gen Mit­tel­stand, hat in sei­ner neu­en Aus­ga­be für den Juli 2010 eine Titel­ge­schich­te, die mich tat­säch­lich kurz­zei­tig über­le­gen ließ, ob sich zur Belu­sti­gung die Inve­sti­ti­on in ein Exem­plar loh­nen wür­de:

Es ist ja wohl kein Pro­blem, wenn man nach ein paar Jah­ren in einer Bezie­hung nicht mehr so oft Sex hat. Denkt man.
Doch das ist Quatsch. Die Wahr­heit ist: Nichts läuft gut, wenn es im Bett nicht gut läuft. Wer sich berüh­ren mag, der liebt sich noch. Das bestä­ti­gen auch For­scher. Beim Sex wird zum Bei­spiel das Hor­mon Oxy­to­cin aus­ge­schüt­tet, das emo­tio­nal bin­det. So kann Sex dabei hel­fen, Bezie­hungs­kri­sen zu lösen. Also los!

„Das bestä­ti­gen auch For­scher“ ist ohne­hin immer eine Phra­se, die zur Vor­sicht rät; „das ist so, ganz dol­le in echt“ hät­te einen ähn­li­chen Effekt auf den Wahr­heits­ge­halt des Sat­zes. For­scher mei­nen, genau zu wis­sen, wel­chem see­li­schen Trieb ein Mensch folgt; weil Men­schen letzt­end­lich auch nur Tie­re sind und somit die uralten Instink­te immer sie­gen. Ja, der Mensch ist grund­sätz­lich trieb­ge­steu­ert, so weit stimmt’s.

Was aber nicht stimmt, ist die­ser Zusam­men­hang zwi­schen Sex und Bezie­hun­gen. Ja, Sex ist oft ein wich­ti­ger Bestand­teil einer Bezie­hung, weil der Akt nicht allein der kör­per­li­chen Befrie­di­gung dient, son­dern auch und vor allem das höch­ste gemein­sa­me Gefühl dar­stellt, die gemein­sa­me Inti­mi­tät gleich­sam nicht nur als blo­ßer Lie­bes­be­weis, son­dern qua­si als Super­la­tiv des „Ich lie­be dich“-Sagens; vor­aus­ge­setzt natür­lich immer, man schläft nicht nur des Bei­schlafs wegen mit­ein­an­der. Bevor man nun aller­dings all­zu vor­schnell Schlüs­se zieht, gilt es, sich selbst zu fra­gen, was man denn über­haupt von einer Bezie­hung erwar­tet. Bezie­hun­gen funk­tio­nie­ren eben­so gut ohne Sex wie Sex ohne eine Bezie­hung funk­tio­niert; und einen Men­schen, den man wirk­lich liebt, kann und wird man wohl kaum auf sei­nen Kör­per redu­zie­ren wol­len, weil das immer die Gefahr birgt, dass das Herz fort­an dem Trieb folgt statt, wie es eigent­lich sein soll­te, anders­her­um.

So gese­hen ist dann auch die Legen­de von der durch Sex „geret­te­ten“ Bezie­hung Unsinn; weil man sie eben so nicht ret­ten, son­dern nur umwan­deln kann, weg vom See­li­schen hin zum blo­ßen Kör­per­li­chen. (Was dann, anders­her­um, auch nicht immer schlecht sein muss, allein mir wär’s wohl zu müßig.)

Zwei Sät­ze aus dem ein­lei­ten­den Text sind folg­lich als beson­ders hane­bü­chen her­vor­zu­he­ben, also mache ich das mal; hier sind sie noch mal:
„Beim Sex wird zum Bei­spiel das Hor­mon Oxy­to­cin aus­ge­schüt­tet, das emo­tio­nal bin­det. So kann Sex dabei hel­fen, Bezie­hungs­kri­sen zu lösen.“

Hor­mo­ne schüt­tet der Kör­per stän­dig aus, nicht nur beim Sex oder beim Küs­sen, son­dern auch bei vie­len ande­ren Tätig­kei­ten. Gegen die Theo­rie der emo­tio­na­len Bin­dung spricht auch der kom­mer­zi­el­le Erfolg der Pro­sti­tu­ti­on, will hei­ßen: Geht man zu einer Nut­te, kehrt man nicht all­zu wahr­schein­lich ver­liebt nach Hau­se zurück. Und mit Sex löst man kei­ne Bezie­hungs­kri­sen, son­dern igno­riert sie, lässt sie gar sich auf­stau­en, bis sie sich ent­la­den. „Du, Schatz, ich lie­be dich nicht mehr; lass uns ficken, dann mer­ken wir es wenig­stens nicht so schnell.“ Herr­je.

Also: Aus gutem Sex kön­nen gute Sex­be­zie­hun­gen ent­ste­hen. In einer guten Bezie­hung kann man guten Sex haben. All dies bedingt ein­an­der jedoch kei­nes­falls; und spä­te­stens, wenn eine ver­meint­li­che Bezie­hung trotz all des hoch­qua­li­ta­ti­ven Bei­schlafs unver­meid­lich in die Brü­che geht, merkt man dies. Ich bin nun kein For­scher mit irgend­wel­chen Refe­ren­zen oder Titeln, aber ich möch­te auch ein­mal eine The­se wagen: Wenn man sich nicht mehr liebt (Gegen­sei­tig­keit vor­aus­ge­setzt), qua­si nur noch sexu­ell mit­ein­an­der klar­kommt, das jedoch eini­ger­ma­ßen pri­ma, ist es viel­leicht kei­ne üble Idee, die Bezie­hung ein­zig dar­auf zu redu­zie­ren. (Ande­re sagen: Lie­ber ganz been­den. Ich fra­ge: War­um?)

Kein Wun­der ist es jeden­falls, dass Bezie­hun­gen nur sel­ten Bestand haben, so lan­ge irgend­wel­che For­scher irgend­was her­aus­fin­den. Ich habe mir dann doch lie­ber einen Gar­field-Sam­mel­band gekauft.

PersönlichesLyrik
Ver­steck­te Bot­schaf­ten? Aber nicht doch.

Chao­tisch die Essenz des Den­kens,
Inva­lid auch sein Resul­tat.
Not­dürf­tig auf Papier geschmiert
Dies Werk, auf Eng­lisch ver­fasst:

Yet ano­ther day goes by,
Depres­sing times, an emp­ty heart,
Until the sky will clear one day,
For I will find out how to start.

Eine Wand aus Papp­ma­ché
Hin­dert jeden Denk­pro­zess.
Lüge gar ist Vers Num­mer 8.
(Scha­de: Das Y an erster Stel­le.)

Tat­säch­lich wahr ist hin­ge­gen:
Mir fehlt der Traum, den ich erleb­te.
In allem, was mir blieb, allein; das
Rei­men kam mir selbst abhan­den.