Ach, apropos seltsame Werbung, habt ihr auch alle schon herzlich über die aktuelle Werbekampagne für den Internet Explorer 8 gelacht, deren Beiträge stets damit enden, dass der jeweilige Protagonist seltsame Dinge wie etwa “Ich bin ein PC-Hund” verkündet?
Stets geht es darum, dass ebendieser Protagonist ziemlich dumme Dinge tut, die der Internet Explorer 8 abzuwehren weiß. In einer Episode etwa erzählt einer der Beteiligten in einer ziemlich hektischen Sprechweise, er habe eine E‑Mail erhalten, die er für von seiner Bank stammend hielt, und erst einmal wild darin herumgeklickt, und nur dem Internet Explorer 8 (und nicht etwa seiner eigenen Idiotie) sei es zu verdanken, dass hierdurch kein bleibender Schaden an seinem PC entstanden sei, so weit es ersichtlich sei.
Böse Zungen würden nun behaupten, wer den Internet Explorer 8 verwendet, trage schon genug Schaden davon, aber so einfach mache ich es mir nicht; das Problem an dieser Werbung liegt doch viel tiefer. Wer in blindem Glauben an die Authenzität einer E‑Mail in selbiger herumklickt, nur weil sie vorgibt, von einer Bank oder einem anderen renommierten Institut zu stammen, der wird schnell zur Spamschleuder oder zumindest arm, weil man sein Konto leerräumt.
“Ich bin ’n PC-Hund, keiner legt mich rein!” behauptet die Protagonistin einer anderen Episode dieser furchtbaren Werbekampagne, und das ist ein ziemlich fataler Trugschluss, denn man wird nicht weniger hereingelegt, wenn eine Software die Konsequenzen lindert, weshalb es auch keine gute Idee ist, sein Sicherheitskonzept komplett von Drittanbietern regeln zu lassen; und wer mit dem Wort “Sicherheitskonzept” nichts anfangen kann, der möge an dieser Stelle bitte zur Kenntnis nehmen, dass ich mit ihm künftig keinerlei elektronische Kommunikation wünsche, schon aus Eigeninteresse, nicht ebenfalls von Spam heimgesucht zu werden. Spam pflegt sich nicht selten über Mail-Adressbücher fortzupflanzen. Das, was Magazine wie die unsägliche Computer-BILD gern als Sicherheitskonzept verkaufen möchten, also die Installation diverser, zum Großteil überflüssiger Programme wie etwa “Personal Firewalls”, kann und wird nie die gebotene Vorsicht beim Herumklicken ersetzen. Werbung wie die für den Internet Explorer 8 leistet an den Nutzern dieser Programme einen Bärendienst, indem sie suggeriert, es sei vollkommen unnötig, beim Bedienen des Internets Vorsicht walten zu lassen, so lange es (übrigens ebenfalls potenziell fehleranfällige) Programme gibt, die nach dem fraglichen Klick überprüft, ob es klug war, ihn zu tätigen.
Der Rat sollte also nicht lauten, den Internet Explorer 8 zu verwenden, um im Internet sicherer unterwegs zu sein, sondern sein Hirn einzuschalten, bevor man auf alles klickt, was anklickbar aussieht, und es hinterher und somit zu spät bereut.
(Und warum eigentlich “PC-Hund”? Mit einem Hund würde ich nun spontan so manches assoziieren, aber keine irgendwie qualifizierte Ahnung von Computersicherheit. Seltsam!)

Senfecke:
Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre> <code> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <tt> <span style=""> <strike>
Datenschutzhinweis: Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details findest du hier.