Was mir dieser Tage auch ab und zu begegnet, ist die wunderbare Ariel-Werbung. Ihr kennt sie sicher: Da steht ein schmutziger Typ rum, schüttelt sich kurz und schon fallen alle Flecken von ihm ab, und all dies — ihr ahnt es bereits — dank Ariel.
Kaum habe ich geglaubt, es könne noch Jahre dauern, bis mir wieder eine ähnlich dämliche Reklame wie die für actimel vor die Augen kommt, wurde ich eines Besseren belehrt. Auf die Werbeheinis ist immer noch Verlass.
Jedenfalls bin ich mir noch nicht sicher, ob es tatsächlich verkaufsfördernd ist, wenn ein Waschmittel dazu beiträgt, dass man bei jeder schnelleren Bewegung Schmutz verliert. Ich meine, mit einem Menschen, der ständig Dreck in der Gegend verteilt, möchte ich persönlich nur ungern befreundet sein, vielmehr würde ich vermutlich einen großen Bogen um ihn machen wie sonst nur um die BILD. Allerdings scheint die Eigenschaft, Eigenschmutz in die Umwelt zu schleudern, der einzige Kaufanreiz zu sein, da auf sonstige Informationen zu den signifikanten Vorteilen des “neuen” Produktes weitgehend verzichtet wird; allein wäscht es natürlich wieder einmal noch viel weißer als alle anderen Ariels, will sagen: “Kaufen Sie nur noch das neue, extrateure Schmutzschleuder-Ariel, unser altes Ariel ist Mist”, aber das sagt man natürlich lieber nicht so.
Klopfer stellte es schon 2003 richtig fest:
Wieso wird Waschmittel immer als total verbessert angepriesen, wenn die Werbung schon in den 80er Jahren behauptete, dass man damit alles klinisch rein kriegt? Wieso ist der Ton prinzipiell um einige Phon lauter als die Sendung, die unterbrochen wurde? (Wenn mir einer ins Ohr brüllt, hab ich ganz wenig Lust, ihm was abzukaufen.)
Ist doch wahr.
Apropos alt und gut dann auch:
I don’t want to say goodbye,
don’t want to walk you to the door;
I’ve spent a little time with you,
I want a little more.
– Edie Brickell: Good Times, Bad Times von der guten, alten Windows-95-CD. Jawollja.
Alle mitsummen!


Ich vermisse Klementine. Ohne sie ist meine Wäsche nur noch sauber, aber nicht mehr rein. Andererseits: Kein Problem, dass es Tilli nicht mehr gibt. Denn dank Geschirrspülmaschine bekomme ich auch ohne Palmolive keine Spülhände. Es leben die 70er!
Das befürchte ich ja auch.