In den NachrichtenPolitik
Zur Fei­er des Tages: Jubel und Frage

Fei­er des Tages:

Wehr­pflicht wird zum 1. Juli 2011 ausgesetzt

Jubel:
End­lich kön­nen wir uns wie­der dar­auf kon­zen­trie­ren, die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen Deutsch­lands auch mal im Inland zu verteidigen!

Fra­ge:
Was machen wir jetzt mit all den poten­zi­ell gewalt­be­rei­ten Jugend­li­chen? So isla­mi­sche Ter­ror­camps sind ja auch nicht unbe­grenzt aufnahmefähig.

In den NachrichtenNerdkrams
Goog­le+: Jetzt noch integrierter!

Erin­nert ihr euch noch an Goog­le Buzz, Goo­gles bis­her letz­ten Ver­such, das Prin­zip „sozia­les Netz­werk“ auch außer­halb von Bra­si­li­en, wo man mit Orkut noch immer recht erfolg­reich ist, so umzu­set­zen, dass es die Mas­sen in Scha­ren wech­seln las­sen wird, auf dass sie nie wie­der ein ande­res „sozia­les Netz­werk“ anfas­sen mögen. „Ich bin Goog­le Buzz, dein Web 2.0. Du sollst nicht haben ein ande­res Web 2.0 neben mir.“

War halt nix, ist gran­di­os geschei­tert, will kei­ner haben, The­ma durch. Aber so ein Goog­le ist natur­ge­mäß kämp­fe­risch, und statt sei­ne Nie­der­la­ge zu akzep­tie­ren, bas­telt man sich im Hau­se Goog­le halt ein neu­es „sozia­les Netz­werk“ zusam­men, und dann wie­der, und dann wie­der, und das macht man so lan­ge, bis end­lich mal jemand zuguckt, ist näm­lich lang­wei­lig sonst.

Aktu­ell hät­ten wir da also nun Goog­le+ vor uns, das zwar einen ziem­lich behäm­mer­ten Namen hat, aber mit den ande­ren Goog­le-Diens­ten noch bes­ser zusam­men­ar­bei­ten und einen „Angriff auf Face­book“ (c/o „hei­se online“) dar­stel­len soll. Was Face­book erst „groß“ gemacht hat, hat man bei Goog­le immer­hin schon verstanden:

Man star­tet bei Goog­le+ nicht bei Null, son­dern impor­tiert die Adress­da­ten aus dem per­sön­li­chen Adress­buch bei Google.

So kann man sei­ne „Freun­de“ (defi­niert anhand des Umstan­des, dass man eine ihrer Mail­adres­sen kennt) noch ein­fa­cher mit Ein­la­dun­gen beeh­ren, beim Frat­zen­buch hat’s ja auch geklappt, ob sie das nun wol­len oder nicht. Die Inte­gra­ti­on mit Goog­le Mail („soll­te man mei­den“, c/o BSI) tut ihr Übriges.

Wie so oft trifft es Rand­all Mun­roe (xkcd) auf den Kopf:

Dabei wird das mit dem Wech­sel von einem ande­ren „sozia­len Netz­werk“ auch eben­so schwie­rig wie bei der ver­meint­li­chen Konkurrenz:

Goog­le+ wird auch nur spo­ra­di­sche Ver­knüp­fungs­mög­lich­kei­ten mit ande­ren Social-Web-Ange­bo­ten bieten.

„Du sollst nicht haben ein ande­res Web 2.0 neben mir.“

Das ist jetzt alles noch „cool“ und neu und auf­re­gend und, so lan­ge es kei­ne öffent­li­che Test­pha­se gibt, eli­tär (klar, so ein „sozia­les Netz­werk“, in das nicht jeder rein­kommt, ist schon eine enorm prak­ti­sche Ange­le­gen­heit), und auf Bil­dern sieht es tat­säch­lich nicht ganz so unüber­sicht­lich und undurch­dacht wie Face­book aus; ande­rer­seits war auch Face­book irgend­wann mal „cool“ und neu und aufregend.

Die in Klein­blog­gers­dorf bereits umfas­send gerühm­te „Kern­funk­ti­on“ von Goog­le+, das (zuge­ge­be­ner­ma­ßen) durch­dacht wir­ken­de Kon­zept der „Cir­cles“, also von­ein­an­der getrenn­ten Freun­des­krei­se, kennt manch einer von dem frei­en „sozia­len Netz­werk“ Dia­spo­ra, wo es „Aspects“ heißt, direkt inno­va­tiv ist also auch Goog­le+ nicht. Aber es ist „cool“ und neu und auf­re­gend und elitär.

Und all das, wie üblich, auf Kos­ten des Daten­schut­zes derer, die gar nicht erst mit­ma­chen wollen.
So könn­te das mit der „Kon­kur­renz zu Face­book“ tat­säch­lich funktionieren.

SonstigesIn den Nachrichten
Alles, was man vom Frau­en­fuß­ball je gese­hen haben muss.

Eine will­kür­lich aus­ge­wähl­te Moment­auf­nah­me des über­zeu­gen­den Erfol­ges im Eröff­nungs­spiel der dies­jäh­ri­gen Welt­meis­ter­schaft im so genann­ten „Frau­en­fuß­ball“ anläss­lich des ers­ten Gegentreffers:

Also Gegen­tor jetzt gut (Wulff), nicht so gut (Typ in der Mit­te) oder riecht komisch (Frau oben rechts)?
Erbit­te Aufklärung!

Netzfundstücke
Urhe­ber­ge­trol­le

Es geht gera­de durchs Inter­net: Das bekann­te „Zensursula“-Bild soll, geht es nach dem Wil­len von Ralf Rolet­schek, aus dem Medi­en­ka­ta­log Wiki­me­dia Com­mons ent­fernt wer­den, da es angeb­lich ein nicht aus­rei­chend eigen­stän­di­ges Werk, basie­rend auf einem – nicht ein­mal von ihm selbst – urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Foto, ist.

Auf­grund feh­len­der Rechts­kennt­nis­se möch­te ich die­se Dis­kus­si­on aus inhalt­li­cher Per­spek­ti­ve nicht wei­ter betrach­ten, viel inter­es­san­ter erscheint es mir, mich näher mit der Per­son Ralf Rolet­scheks zu befassen.

Wiki­me­dia ist ein Pro­jekt, das davon lebt, dass sei­ne Benut­zer ihr geis­ti­ges Eigen­tum unter eine freie Lizenz stel­len, statt sich mit erteil­ten Nut­zungs­rech­ten eine gol­de­ne Nase oder gar noch grö­ße­re gol­de­ne Kör­per­tei­le zu ver­die­nen, wenn ihr wisst, was ich mei­ne. Ralf Rolet­schek gefällt das aber nicht:

Unab­hän­gig von momen­tan gel­ten­den Richt­li­ni­en inner­halb der Wiki­pe­dia ver­ste­he ich alle von mir ver­öf­fent­lich­ten Wer­ke als GFDL 1.2 lizen­siert und tre­te gem. § 324 BGB vom Ver­trag GFDL 1.2+ zurück.

Ich wider­spre­che jeder Umli­zen­zie­rung mei­ner Bil­der von GFDL nach CC auf das Schärfs­te. Für mich als Inha­ber der Urhe­ber­rech­te ist die Umli­zen­zie­rung durch die Nut­zungs­be­din­gun­gen unter­sagt und wird mit Benut­zer­sper­re bedroht. Daher hat auch die Wiki­me­dia Foun­da­ti­on kei­ner­lei Recht, mei­ne Bil­der will­kür­lich umzu­li­zen­zie­ren. Ich wer­de jeg­li­che Form der Umli­zen­zie­rung als rechts­wid­ri­gen Akt und Ver­trau­ens­bruch werten.

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Jetzt mal für ganz Blö­de (mich) zum bes­se­ren Ver­ständ­nis for­mu­liert, sofern unter mei­nen Lesern auch kom­mer­zi­ell akti­ve Krea­ti­ve sind: Da kommt also ein – zuge­ge­be­ner­ma­ßen recht pas­sa­bler – Foto­graf in die Wiki­pe­dia, um sein Kön­nen in den Dienst der Ver­brei­tung frei­en Wis­sens zu stel­len, und pfeift dann auf die Haus­ord­nung („Nut­zungs­be­din­gun­gen“), auf die er sich ande­rer­seits beruft, indem er dar­auf besteht, dass ihm die Idea­le frei ver­wert­ba­ren Wis­sens erst mal dezent am Arsch vor­bei­ge­hen, er dies gar als „Schma­rot­zen“ bezeich­net. – Was also hat die­ser Mensch in einem sol­chen Pro­jekt über­haupt verloren?

Denkt dar­über nach, wenn ihr das nächs­te Mal „die Wiki­pe­dia ist vol­ler Trol­le“ in irgend­ein Blog schmiert. Trol­le sind bekannt­lich die, die am lau­tes­ten „Troll!“ schreien.

SonstigesIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik LII: Alle Namen frei erfunden

Dass die ten­den­zi­ell links­sym­pa­thi­sche „taz“ auch online auf rei­ße­ri­sche Über­schrif­ten nur ungern ver­zich­tet, hat Tra­di­ti­on, und soll­te ich irgend­wann mal ein Buch dar­über schrei­ben, wer­de ich es „Die inde­zen­te Anbie­de­rei der Tot­holz­me­di­en an die jun­ge Gene­ra­ti­on“ be- oder min­des­tens unter­ti­teln, aber erwäh­nens­wert ist der jüngs­te Arti­kel über Poli­zei­ge­walt in Braun­schweig nicht etwa wegen der­ar­ti­ger sti­lis­ti­scher Män­gel, son­dern wegen der Eigen­art der so genann­ten „Pres­se“, Namen von Per­so­nen zu ändern.

Die Unkennt­lich­ma­chung, etwa mit­tels Abkür­zung, ist manch­mal, etwa um die jewei­li­gen Per­so­nen vor was-auch-immer zu bewah­ren, sicher­lich ange­bracht, lei­der ist es Wirr­köp­fen noch immer nicht unter­sagt, sich über das Tages­ge­sche­hen zu infor­mie­ren, aber wel­chen Zweck hat es, tat­säch­li­che Namen durch völ­lig ande­re zu ersetzen?

Zum Einen erweckt die­se belie­bi­ge Aus­tausch­bar­keit der Prot­ago­nis­ten den Ein­druck, dass man es nicht mit einer tat­säch­lich wah­ren Bege­ben­heit, son­dern mit blo­ßer Fik­ti­on zu tun hat, zum Ande­ren soll­te man beden­ken, dass Namen sel­ten ein­deu­tig sind und eine „Nina Stef­fen (Name geän­dert) aus Braun­schweig“ um Braun­schweig her­um dann halt auch mal exis­tie­ren kann.

Wie sau­blö­de es ist, über­haupt Namen zu erfin­den, wenn die­se für die eigent­li­che Nach­richt nicht mal irgend­ei­nen Mehr­wert bie­ten, sehen wir in besag­tem „taz“-Artikel am Bei­spiel der erwähn­ten Frau Stef­fen, die ins­ge­samt drei­mal „nament­lich“ – „Name geän­dert“ – genannt wird:

Poli­zis­ten (…) beschlag­nahm­ten die Woh­nungs­schlüs­sel in sei­ner Tasche und durch­such­ten damit die Woh­nung sei­ner Gast­ge­be­rin Nina Steffen*.

„Sie leg­ten dabei weder einen Durch­su­chungs­be­schluss vor, der für eine sol­che Maß­nah­me not­wen­dig wäre, noch gaben sie einen Grund an“, sagen Besu­cher der Woh­nungs­in­ha­be­rin Nina Steffen.

(…)

„Wir prü­fen zur­zeit, wel­che recht­li­chen Schrit­te unse­re Anwäl­te ein­lei­ten“, sagt die betrof­fe­ne Woh­nungs­in­ha­be­rin Nina Steffen.

Ihr habt es sicher gemerkt: Den – wohl von irgend­ei­nem Prak­ti­kan­ten, der gera­de nichts zu tun hat­te – erfun­de­nen Namen, übri­gens nur ein­mal kor­rekt als „geän­dert“ gekenn­zeich­net (das wäre natür­lich die per­fek­te Tar­nung; den ech­ten Namen ein­fach als „geän­der­ten Namen“ anzu­ge­ben!), hät­te man kom­plett weg­las­sen können.

Wird man bei der „taz“ eigent­lich nach Wör­tern bezahlt?

Spaß mit Spam
Nass­na­geln

Ui, wie­der mal eine Betreff­zei­le, die Spaß ver­spricht, und zwar von einer gewis­sen Dr. Katha­ri­na Kla­ra, ver­mut­lich mit ergau­ner­tem Dok­tor­ti­tel, via Bertha.Hirschiaeqi@potnez-fuer-maenner.info, wohl eine Freun­din der Dame.

Die­se Hacker heut­zu­ta­ge – jetzt gibt es schon eige­ne Bot­net­ze („Pot­ne­ze“) nur für Män­ner! Nur schrei­ben könn’se es nicht.

Und wie lau­tet die Betreffzeile?

Nageln Sie Ihre Frau nass?

Nee, nicht direkt…
Moment – ob ich was mache?! 8O

Schoe­nen Guten Tag

Hal Li Hal Lo

Sie wür­den ger­ne zufrie­de­ne Stun­den erle­ben? Braucht Ihre Part­ne­rin wie­der mehr Erfüllung?

Irgend­wo habe ich mal gele­sen: Ein Mann, der end­lich wie­der zufrie­de­ne Stun­den erle­ben möch­te, schenkt sei­ner Part­ne­rin einen Urlaub ganz für sich allein. Damit wäre doch bei­den gedient?

Zeit für gemein­sam erleb­te Leidens^chaft (sic!) ist für Sie wichtig?

Frau Dr. Katha­ri­na Kla­ra scheint das anders zu sehen, denn sie setzt „Erfül­lung“, „Zufrie­den­heit“ und „gemein­sam erleb­te Leidens^chaft“ ca. gleich. Nichts­des­to­trotz traut sie Män­nern nicht viel zu:

Stär­ken Sie Ihre Kräf­te auf ein­fa­che und den­noch !seriö­se Art.

Für erfüll­te Zufrie­den­heit wäh­rend gemein­sam erleb­ter Leidens^chaft sind Män­ner näm­lich offen­bar natur­ge­mäß zu schwach und brau­chen drin­gend Hilfe.

(Als alter Infor­ma­ti­ker ist mir ja zuerst das boole­sche „!seri­ös“, also „nicht seri­ös“, aufgefallen.)

Wie die­se Hil­fe aussieht?

Hil­fe erhal­ten Sie sicher #und (sic!) bequem beim Bestel­len im Inter­net. Und das ganz ohne den neu­gie­ri­gen Blick ande­rer Kun­den oder des Nachbarn.

Klar: Ein­fach irgend­was im Inter­net bestel­len, schon ist man die spa­ni­sche Flie­ge im Man­nes­kör­per höchst­selbst. Mache ich gleich mal; ein neu­es Buch kann nie scha­den. Aber was mache ich dann nur mit all der Manneskraft?

Dar­auf weiß die Frau Dok­tor lei­der auch kei­ne Ant­wort, ver­zet­telt sich statt­des­sen in nichts sagen­den Ver­lin­kun­gen und der eige­nen Identität:

http:(Link unkennt­lich gemacht)

Mit freund­li­chem Gruss,
Klau­dia Bumgarner

Wer kann helfen?

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2011 – Favo­ri­ten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 7 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Huch, schon wie­der ist Juni, das geht ja immer schnell! Und tra­di­tio­nell bringt so ein Juni nicht nur zu dicke Mäd­chen in zu dün­ner Klei­dung mit sich, son­dern außer­dem mei­ne Halb­jah­res­rück­schau der gefäl­ligs­ten und unge­fäl­ligs­ten Musikal­ben, erst­mals kom­plett mit Alben des Jah­res 2011 befüllt.

Und in so einem hal­ben Jahr kann sich viel ändern. Im Febru­ar etwa rühm­te ich das Album „I’m Your Saviour“ von Toxic Smi­le, für die­se Lis­te aber hat es den­noch kei­ne Berück­sich­ti­gung mehr gefun­den, da die schie­re Mas­se an guter Musik ansons­ten den Rah­men die­ser Inter­net­sei­te gesprengt hät­te und ich somit wie­der eini­ges aus­sie­ben muss­te. Auch habe ich es lei­der nicht immer geschafft, mich jedem Musik­al­bum, das mich inter­es­siert hät­te, recht­zei­tig aus­rei­chend aus­führ­lich zu wid­men; die beim Pro­be­hö­ren recht vor­züg­li­chen Alben „Fland­ers Fields“ von Hum­ble Grum­ble und „Blown Realms and Stal­led Explo­si­ons“ von den Enablers bit­te ich das geneig­te Publi­kum also selbst zu rezen­sie­ren. (Gern als Kom­men­tar hier unten drun­ter. ;) )

Aber es ist auch ohne die­se Alben eine recht abwechs­lungs­rei­che Lis­te gewor­den, von der ich hof­fe, dass sie nicht jedem von euch blo­ßes Miss­fal­len berei­tet. ‘Musik 06/2011 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ weiterlesen »

Nerdkrams
Cine24.tv: Betrug hat Tradition

Wer ernst­haft dach­te, das Ende von Kino.to wür­de auch dem gewerbs­mä­ßi­gen Betrug im Inter­net einen emp­find­li­chen Dämp­fer ver­pas­sen, der hat sich geirrt. Die desi­gnier­ten „Nach­fol­ger“ der erwähn­ten Sei­te sind kei­nes­falls besser.

Als sol­che wer­den zum Bei­spiel Movie2k.to und Cine24.tv genannt. Zwei­te­re Sei­te, die sich anschei­nend also gro­ßer Beliebt­heit erfreut, schaue ich mir dann mal mit einem unge­si­cher­ten Brow­ser an, um das gan­ze Aus­maß der Kata­stro­phe auch so rich­tig genie­ßen zu kön­nen. Also mit Chro­mi­um ohne irgend­wel­che Blockierhilfen.

Das stellt sich aber als schwie­rig her­aus, denn ohne zumin­dest einen akti­vier­ten Wer­be­blo­cker dau­ert es eine Wei­le, bis man zwi­schen all den blin­ken­den Spon­so­ren­gra­fi­ken das eigent­li­che Film­an­ge­bot ent­de­cken konn­te. Auf mei­nem Bild­schirm jeden­falls muss­te ich dafür scrol­len, obwohl der Brow­ser im Voll­bild­mo­dus betrie­ben wird. (Aller­dings muss­te ich nicht erst eine die­ser total wich­ti­gen Ein­gangs­sei­ten weg­kli­cken; das ist schon mal ein guter Anfang!)

Von der Her­um­su­che­rei bereits dezent genervt kli­cke ich also auf einen belie­bi­gen Film und bin gespannt, was pas­siert. Oh, ein Lay­er­po­pup mit meh­re­ren Frau­en, die offen­bar kein Geld haben, sich etwas zum Anzie­hen zu kau­fen, aber kla­re Wün­sche äußern: „Regens­burg, Osten­vier­tel, 30 Jah­re möch­te Can­dy“, also Süß­kram. Hat ihre Kla­mot­ten wohl für Gum­mi­bä­ren ver­tickt, die Gute. Kopf schüt­telnd kli­cke ich auf das „X“, eigent­lich woll­te ich ja etwas ganz ande­res. Dass neben­bei ein zwei­tes Fens­ter geöff­net wird, das mich dar­über infor­miert, dass der­zeit wohl ziem­lich vie­le Frau­en ziem­lich viel Geld in Web­cams inves­tie­ren, igno­rie­re ich gekonnt.

Ich wen­de tap­fer mei­nen Blick von den all­ge­gen­wär­ti­gen Blin­ke­ban­nern ab („Ech­te Fick­da­tes jetzt live vor der Web­cam“, wie das wohl funk­tio­niert?) und scrol­le wie­der ein­mal abwärts. Ein etwa zwei­mi­nü­ti­ger Trai­ler ist zu sehen, für den kom­plet­ten Film müss­te ich aber woan­ders hin­kli­cken. Nur: Wohin?

Die Ver­wei­se zum „HD-Stream“ füh­ren mich zu einem eigen­ar­ti­gen Use­net-Res­te­ver­wer­ter. Schön, dass es das Use­net noch gibt, scha­de, dass es nie­mand mehr ver­steht. Dann muss ich mich wohl mit „LD“ zufrie­den­ge­ben, den­ke ich, und kli­cke auf einen der drei „Film ab!“-Verweise. (Wer ein guter Streaman­bie­ter ist, der weiß, dass ein Hos­ter allein nicht reicht. „Video­weed“ – kann­te ich noch nicht, klingt aber sym­pa­thisch.) „Bock auf die Nach­ba­rin?“ fragt mich der­weil ein blin­ken­der Wer­be­ban­ner. Ich bin erschüttert.

Das Fens­ter, in dem ein unbe­darf­ter Anwen­der nun eigent­lich den Film erwar­ten soll­te, sieht übri­gens so aus:

Als beson­de­re Wür­ze ver­schwin­den die bei­den „Play Now“- und „Download“-„Schaltflächen“ oben übri­gens gleich, nach­dem ich die­ses Bild anfer­tig­te, und wer­den ersetzt von einem „Laby­rinth“, das man mit einem „Blei­stift“ von Start bis Ziel nach­zeich­nen soll. Dabei ist es übri­gens egal, ob man über­haupt trifft: Sobald der „Blei­stift“ das „Ziel“ erreicht, geht ein neu­er Tab auf, der Jam­bas neu­es­tes Klin­gel­ton­abon­ne­ment feil­bie­tet. Kaum hat­te ich mich dar­über aus­rei­chend gewun­dert, waren die bei­den „Schalt­flä­chen“ auch schon wie­der da. Wer aber erwar­tet hät­te, dass ein Klick auf „Down­load“ den Film her­un­ter­lädt, der ist schief gewi­ckelt: Tat­säch­lich wird etwas „her­un­ter­ge­la­den“, was als „gra­tis“ ange­prie­sen wird. Es han­delt sich um ein Pro­gramm des Namens „iLividSetupV1.exe“, und nach kur­zer Recher­che fin­det unser­eins her­aus, dass die­ses Pro­gramm irgend­was mit die­sen wer­be­fi­nan­zier­ten Quatsch­bild­chen für irgend­wel­che Chats zu tun hat, aber sicher kei­nen Film­ge­nuss beschert. (Aber ob das auch der „typi­schen Kli­en­tel“ von Cine24 bekannt ist?) „Play Now“ tut übri­gens dasselbe.

Der You­Tube-ähn­li­che „Abspielen“-Knopf, der auf der Sei­te zu sehen ist, hat über­haupt kei­nen Effekt. Also her­aus aus die­ser Sack­gas­se. Ver­su­chen wir es mal mit „rapid­load“ („100% sag­ten gut“, das muss ja was bedeuten!):

Selbst­ver­ständ­lich genügt mir als unbe­darf­tem Stream­guck­wil­li­gem der „kos­ten­lo­se“ Stream. Den Spaß, mir vor­aus­sa­gen zu las­sen, wann ich denn zu hei­ra­ten beab­sich­ti­ge, gön­ne ich mir even­tu­ell spä­ter, jetzt will ich end­lich die­sen blö­den Film gucken. Ich tip­pe stumpf vier Zif­fern ab, kli­cke auf „Stream anse­hen“ und … muss erst mal den Ban­ner weg­kli­cken („CLOSE AD“, der Maus­zei­ger ver­wan­delt sich hier­für nicht in eine Hand). Aber der Stream läuft. Danach. Unfassbar.

Um hier­her zu gelan­gen, hat der typi­sche Anwen­der sich also unzäh­li­ge Track­ing-Coo­kies ein­ge­fan­gen, Pro­gram­me aus dubio­ser Quel­le her­un­ter­ge­la­den, deren Zweck nicht erläu­tert wird, und den Betrei­bern des Por­tals flei­ßig dabei gehol­fen, ihr ille­ga­les Ange­bot, für das sie selbst ver­mut­lich nicht ein­mal all­zu viel bezahlt haben, mehr als nötig zu finan­zie­ren. Sofern sei­ne Geduld ihn über­haupt an die­sen Punkt kom­men ließ.

Ich bezweif­le, dass es bei ande­ren Diens­ten die­ser Art anders zugeht; immer­hin ist Cine24 nur ein will­kür­lich aus­ge­wähl­tes Bei­spiel. Wäh­rend der Recher­chen zu die­sem Bei­trag stieß ich unter ande­rem auch auf einen Strea­ming­an­bie­ter, bei dem es nicht ein­mal mög­lich war, Streams wirk­lich anzu­se­hen, statt­des­sen wur­de der Sur­fer stets dar­auf auf­merk­sam gemacht, er sol­le doch bit­te zunächst das Xvid-Plug­in instal­lie­ren, und zwar nicht etwa eine garan­tiert viren­freie Ver­si­on, son­dern eine von einem dubio­sen Ser­ver, den ich hier aus Grün­den nicht ver­lin­ke. „Logisch“, wird der unbe­darf­te Sur­fer den­ken und gedan­ken­los alles ankli­cken, was man von ihm ver­langt, damit er nur end­lich die­sen blö­den Stream sehen kann. Echt prak­tisch, die­ses Streaming.

Wer ande­ren Inter­net­be­nut­zern also allen Erns­tes erzäh­len will, das Angu­cken von Fil­men auf irgend­wel­chen omi­nö­sen Strea­ming­sei­ten sei „sicher“, ist ein gemein­ge­fähr­li­ches Arsch­loch und/oder zumin­dest ein rie­sen­gro­ßer Depp. Aber ich befürch­te, dass die­se War­nung, wie so oft, unge­hört ver­hal­len wird; bis zum nächs­ten „Zwi­schen­fall“ eben.

MusikFotografie
Tag­träu­me

Can’t you feel that sun a‑shinin‘?
Ground hog run­nin’ by the coun­try stream
This must be the day that all of my dreams come true
So hap­py just to be alive
Under­neath the sky of blue
On this new mor­ning, new morning…

- Bob Dylan: New Morning

MusikIn den NachrichtenKaufbefehle
(Dies­mal wirk­lich) kurz ver­linkt L (2): U.a. Sex und Rock’n’Roll

20min.ch:

Kin­der­gärt­ler inter­es­sie­ren sich für die Unter­schie­de zwi­schen Mann und Frau.

Ich habe da erst „Kin­der­gärt­ner“ gele­sen. 8O

Kin­der ab vier Jah­ren sol­len ihren eige­nen Kör­per spie­le­risch wahrnehmen, …

Und wenn das ein Erwach­se­ner zu ihnen sagt, ist er in der Gesell­schaft nicht mehr will­kom­men. :mrgreen:

… Kör­per­tei­le benen­nen oder ange­neh­me von unan­ge­neh­men Berüh­run­gen unter­schei­den können.

„Penis! Hihihi!

(Und die Kin­der sol­len kei­nes­falls ler­nen, ange­nehm und unan­ge­nehm von­ein­an­der zu unter­schei­den, son­dern sie sol­len ler­nen, was sie gefäl­ligst ange­nehm und was unan­ge­nehm zu fin­den haben; sie sol­len qua­si Unmün­dig­keit erler­nen.

Ich als Kind habe es zum Bei­spiel aus hygie­ni­schen Grün­den ver­ab­scheut, mei­ne Mit­kin­der an der Hand zu neh­men, das war für mich somit eine äußerst unan­ge­neh­me Berüh­rung, den­noch ist kein Erzie­her dage­gen vor­ge­gan­gen, und ich lei­de heu­te noch schmerz­lich unter der erlit­te­nen See­len­qual, schnüff; wäh­rend ich das, was Kin­der heut­zu­ta­ge als unan­ge­neh­me Berüh­run­gen oktroy­iert bekom­men, damals schon ein wenig ver­miss­te. Zei­ten ändern sich.)


SPIEGEL.de:

Tra­di­tio­nell zeig­ten sich die Besu­che­rin­nen des berühm­ten bri­ti­schen Pfer­de­ren­nens am „Ladies Day“ mit beson­ders gewag­ten Hüten.

Bei­na­he kam es zum Eklat, als sich eine Besu­che­rin „oben ohne“, also ohne Hut, Ein­lass ver­schaf­fen woll­te. Sicher­heits­kräf­te konn­ten die Frau über­wäl­ti­gen und unauf­fäl­lig durch den Hin­ter­ein­gang hinausbegleiten.


Golem.de:

Chro­me 14 soll siche­re Inhal­te sicher machen

Stellt die mar­ke­ting-Abtei­lung von Apple jetzt auch Arbeits­kräf­te für ande­re Unter­neh­men zur Verfügung?


EIn abschlie­ßen­der Tipp für mei­ne Musik schät­zen­den Leser: Auf RollingStone.com ist ein Teil des kom­men­den Yes-Albums „We Can Fly From Here“ bereits als „Vor­schau“ ver­füg­bar. Gut­fin­den empfohlen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt L: Han­no­ver-Lin­dens dunk­le Seite

Über die eigen­ar­ti­gen Denk­struk­tu­ren der „Lin­ken“ kann man sich bei Bedarf rund um die Uhr wun­dern. Rück­wärts­ge­wandt und staats­feind­lich wol­len sie, die in den letz­ten Wochen vor allem mit ver­meint­lich anti­se­mi­ti­schen Geis­tes­hal­tun­gen auf­ge­fal­len sind, nicht sein, mit RAF und ähn­li­chen Grup­pen ver­bin­det die moder­ne „Lin­ke“ nichts mehr.

So weit die Theorie.

Nun begab es sich, dass die „Lin­ken“ eine jüngst statt­ge­fun­de­ne Haus­be­set­zung in Han­no­ver – wie­so auch immer man aus­ge­rech­net in Han­no­ver irgend­was beset­zen wol­len soll­te – gut­hie­ßen, in deren Ver­lauf sich gleich­falls als „Lin­ke“ bezeich­nen­de Jung­men­schen ein „Zei­chen gegen Gen­tri­fi­zie­rung“ set­zen woll­ten, indem sie ein­fach mal so beschlos­sen, dass Besitz­rech­te an irgend­wel­chen Immo­bi­li­en sich eben­so wie etwa­ige Anwoh­ner gefäl­ligst den Inter­es­sen der „Gesell­schaft“, also zumin­dest ihnen, unter­zu­ord­nen seien.

Das war dann zwar nix, aber von so was lässt man sich ja als stol­zer „lin­ker“ Staats­bür­ger nicht ins Bocks­horn jagen.

Der Lin­de­ner Löwe fasst zusammen:

Rein woll­ten zum Bei­spiel die Haus­be­set­zer in die Lim­mer­stra­ße 98, aber vor ihnen woll­te auch ein neu­er Besit­zer rein, um das Haus abzu­rei­ßen und es durch etwas zu erset­zen, das wohl nicht hüb­scher sein wird. So kamen die Poli­zis­ten rein­ge­stürmt, die Beset­zer muss­ten wie­der raus und in den nächs­ten Tagen oder Wochen wird wohl die Abriss­bir­ne etwas zu tun bekom­men. Wer etwas besitzt, wird nun ein­mal vom Geld ent­schie­den, und wer etwas besetzt, weiß das eigentlich.

Nun ist der „Lin­de­ner Löwe“ der­zeit eben­so wenig erreich­bar wie eini­ge Blogs des „Nacht­wäch­ters“, den ich hier nur all­zu gern ver­lin­ke, und ich ver­mu­te, das ist kein Zufall, haben doch die bei­den Autoren sich über die Haus­be­set­zung im All­ge­mei­nen und über die genau­en Umstän­de im Spe­zi­el­len lus­tig gemacht, und so ein „lin­ker“ Auto­no­mer ver­steht da kei­nen Spaß.

Das war aber auch ein Blöd­sinn, den die Beset­zer da ver­zapft haben:

Als die Beset­zung ver­gan­ge­nen Mitt­woch begann, waren die For­de­run­gen klar. Ein Abriss der Gebäu­de aus der Grün­der­zeit der Lim­mer­stra­ße soll­te ver­hin­dert wer­den, um sie für eine unkom­mer­zi­el­le Nut­zung zur Ver­fü­gung zu stellen.

Und nach­dem der Eigen­tü­mer da ziem­lich viel Geld bezahlt haben dürf­te, um so schal­ten und wal­ten zu dür­fen, wie ihm gera­de die Lau­ne steht, ist es natür­lich eine gera­de­zu men­schen­feind­li­che Hal­tung, wenn er über das, was mit sei­nem Geld geschieht, gern selbst ent­schei­den wür­de; voll der Ego­ist! Blö­der­wei­se ist Ego­is­mus hier­zu­lan­de nicht straf­bar, ande­res aber schon:

Der Rück­griff auf Poli­zei­ge­walt zur Durch­set­zung der bestehen­den Eigen­tums­ver­hält­nis­se ist cha­rak­te­ris­tisch für bür­ger­lich-kapi­ta­lis­ti­sche Gesellschaften.

Da hat aber jemand sei­nen Karl Marx aus­wen­dig gelernt. :mrgreen:
Der bür­ger­lich-kapi­ta­lis­ti­sche Staat, in dem das Eigen­tum eines Men­schen gesetz­lich geschützt ist, ist wahr­lich ziem­lich unmensch­lich. Jeden­falls, wenn es nicht das eige­ne ist.

Und die Beset­zer wis­sen zwar nicht so recht, was Eigen­tum ist, aber „Men­schen“ ken­nen sie. „Men­schen“ sind sie selbst, und sie unter­schei­den sich von ihren „Mit­men­schen“ dadurch, dass sie für „die gute Sache“ kämp­fen. Wer nicht kämpft, ist nur noch „Anwoh­ner“:

Anwohner_innen (sic!) ver­sorg­ten die Men­schen im Haus mit Lebens­mit­teln, Möbeln oder boten kon­kre­te Unter­stüt­zung bei Reno­vie­rungs­ar­bei­ten an.

Wäre ich Anwoh­ner, ich käme mir, gelin­de gesagt, ziem­lich ver­arscht vor.

(Unbe­dingt wei­ter­le­sen beim Nacht­wäch­ter; sicher­heits­hal­ber als Kopie hier gespie­gelt, falls wordpress.com auch zufäl­lig tech­ni­sche Pro­ble­me bekommt.)

Spaß mit Spam
Lie­bes­brief für Anfän­ger (oder: Face­book 0.1)

Hel­lo dear,

How are you doing my name is Sus­an i am sear­ching for a fri­end and i want to be your fri­end, i am loo­king for a fri­end i hope we can com­mu­ni­ca­te ‚i will be very hap­py if you can rep­ly my direct­ly and rep­ly with some pic­tures of yourself.

From Sus­an.


You recei­ved this mes­sa­ge from the „vim_use“ maillist. (…)

„Hal­lo, mein aller­liebs­ter Haselpurzelschnuffelbär,

wie ist das wer­te Befin­den? Mein Name ist aus­ge­dacht und ich brau­che Freun­de, und weil ich kei­ne habe, kamst du mir spon­tan in den Sinn. Ich hof­fe, wir kön­nen kom­mu­ni­zie­ren, denn ansons­ten schrei­be ich die­se Mail gera­de ins Nir­wa­na. Ich wäre voll froh und so, wenn du mir direkt ant­wor­ten wür­dest. Ach, und hast du ein Bild von dir? Ich bin näm­lich nicht nur ein­sam und habe kei­ne Freun­de, son­dern ich bin außer­dem noch ober­fläch­lich, was natür­lich nichts damit zu tun hat. Kreuz an: Ja/Nein (aber nicht beides!).

Knud­del­wud­del­bus­si,
dei­ne {Unle­ser­lich}

P.S.: Wenn du mir direkt ant­wor­test, wer­den all dei­ne Freun­de davon erfahren.“

(Abtei­lung: Brie­fe, die in mei­ner Schul­zeit immer nur die ande­ren Jungs bekom­men haben, wor­um ich sie nur sehr sel­ten ein biss­chen beneide.)

Sonstiges
GiS goes to the Brocken.

Soll­te irgend­ein Zeit­ge­nos­se übri­gens der Mei­nung sein, Schul­bil­dung und Sprach­ver­lot­te­rung ver­lie­fen umge­kehrt pro­por­tio­nal zuein­an­der, so muss ich ihn lei­der enttäuschen:

Lei­der hat der Orga­ni­sa­tor die­ser Ver­an­stal­tung sei­ne Kon­takt­adres­se nicht hin­ter­legt; inso­fern bleibt der Hand­zet­tel qua­si als stum­mer Zeit­zeu­ge erhalten.

(Soll­te er über irgend­wel­che Umwe­ge die­se Zei­len lesen, erbit­te ich einen kur­zen Kom­men­tar, ich wür­de wirk­lich lie­bend gern mit Ihnen diskutieren!)

PersönlichesMusik
„Hey Mr. Rain, won’t you fol­low me down?“

Die all­mäh­li­che Zer­set­zung jeder ver­blie­be­nen posi­ti­ven Geis­tes­hal­tung auch im Juni als Win­ter­de­pres­si­on zu bezeich­nen wäre ver­mut­lich all­zu ver­ein­facht. Gesucht: Sowohl ein Wort, das den Zustand inne­rer Lee­re und geis­ti­ger Ziel­lo­sig­keit beschreibt, als auch ein Grund, sich dafür über­haupt irgend­ein Wort mer­ken zu wol­len. Guten Mor­gen, die Vögel sin­gen, die Welt liegt in Scher­ben, bit­te auf­räu­men, bis die Nach­mie­ter da sind.

(Und dann zumin­dest der Ver­such der Ablen­kung. Die Lee­re im Kopf mit Klän­gen fül­len und hof­fen, dass er die List nicht bemerkt.)

(Soll­te man auch mal wie­der häu­fi­ger im so genann­ten „Musik­fern­se­hen“ zeigen.)

Ein schö­nes Wochen­en­de wün­sche ich.