Juhu – morgen ist Heiligabend!
Ist euch auch schon so weihnachtlich zumute wie mir? Zeit für etwas besinnliche Stimmungsmusik!
Guten Morgen und Halali.
Juhu – morgen ist Heiligabend!
Ist euch auch schon so weihnachtlich zumute wie mir? Zeit für etwas besinnliche Stimmungsmusik!
Guten Morgen und Halali.
Was haben wir nicht alle gelacht über die iPhone-Käufer, die gern mehr Geld für viel Blinkblink und wenig Funktionierfunktionier ausgegeben haben! Das war aber noch zu einer Zeit, in der es außer Sony, Samsung und HTC keine nennenswerten Hersteller von Android-Smartphones gab.
Heute braucht auch der Android-Markt Diversifikation. Mehr, nur mehr! Und da ist’s natürlich schwer, als Nachzügler noch Fuß zu fassen.
Was hilft? Limitierte Auflagen! Schreib‘ eine willkürlich ausgedachte Mengenbegrenzung auf ein Produkt, und schon wird’s interessant. Das klappt bei Musik, das klappt bei Smartphones. Da zahlt der Kunde doch gern etwas mehr. Aber er bekommt ja auch mehr für sein Geld:
Außerdem bekommt man eine schicke Hülle und einige Aufkleber dazu, damit man sich auch von den anderen Modellen etwas abheben kann.
Ich persönlich kaufe ja nichts mehr, was nicht mindestens Murmeln und ’nen Schal beinhaltet. So wird das nichts, Oppo!
Nächstes Mal vielleicht.
(mit Dank an L.!)
Dass „flatter“ nicht mehr bloggen will, ist mir bereits mit großem Bedauern aufgefallen; geht die F.D.P., geht auch das Magazin für Marktberuhigung, so viel war sicher. Offenbar ist die deutsche „Politbloggerszene“ aber größer als angenommen; der Kiezneurotiker spricht gar von einer „Politbloggerdämmerung“ angesichts der wohl nennenswert zahlreichen deutschsprachigen Weblogs über „Politik und so“, die im Laufe dieses Jahres aktiv befüllt zu werden schlichtweg aufgehört haben.
Er schreibt:
Die Große Koalition rollt an. Nahezu ohne Opposition. Und eine Reihe kritischer Blogger verliert die Stimme. Es wird plötzlich ganz merkwürdig still. Was ist das? Resignation? Biedermeier? Der Rückzug ins Private? Geranien gießen auf dem Balkon? Und die Vorhänge zuziehen? Damit das Böse draußen bleibt?
Das weiße Rauschen der ewig Empörten ist verstummt? Ich habe mir die von Herrn Kiezneurotiker verabschiedeten Blogs jetzt einmal angesehen. Ja, „flatter“ fehlt schon jetzt, die kluge wirtschafts- und gesellschaftspolitische Stimme vom Wegesrand war nicht die schlechteste Quelle für geistige Erbauung. Aber der Rest? Der Spiegelfechter, der sich seit Jahren um eine klare politische Meinung herumbewegt wie eine Katze um eine fast tote Maus; die Schrottpresse, nur echt mit rotem Stern und Verlinkungen namens „scharf Links“ und „World Socialist Web Site“; das ebenso sozialistische Narrenschiff; Die roten Schuhe, angenehm amerikakritisch, sonst aber ziemlich beliebig. Kein Wunder hab‘ ich die allesamt bisher kaum bemerkt.
Zartrosa bis tiefrote linke Spießer, die wahrscheinlich auch Falschparker melden oder Seitenspiegel abtreten, wenn sie schon zu alt sind, sie mit Farbe zu besprühen; wenn das die Bloglandschaft ist, die gerade „am Schrumpfen ist“, dann ist das ein Gesundschrumpfen und wahrlich nicht schade drum. Empörung allenthalben, erhobene Zeigefinger und in Texte gegossene Parolen. Brauchen wir nicht. Gekämpft werden kann in diesen Tagen nicht mit der Feder. Das Schwert ist die Antwort.
Kritische Stimmen fehlen, aber lasst das nicht Günter Grass hören. Der macht sonst auch noch ein Blog auf. Vom energischen Tastendrücken bekommt man höchstens Sodbrennen, eine Gesellschaft lässt sich aber eher selten von einem Blog (wenn es nicht gerade das BILDblog ist) sagen, was sie gefälligst zu denken hat. Zum Glück ist dies hier kein Blog.
Überhaupt: Was ist schon ein „Politblog“? Ist man „Politblogger“, wenn man zwischen vielen anderen Beiträgen gelegentlich auch mal die Gesellschaft für unreif hält? Bin ich es, weil ich mitunter so schlechte Laune habe, dass sich das in einem schriftlich geäußerten Wunsch zum gewaltsamen Staatsstreich äußert? Ist es überhaupt nach dieser laxen Definition möglich, ins Internet reinzuschreiben, ohne „Politblogger“ zu sein? – Wird man dann nicht auch in Bringschuld versetzt, wenn man erst mal zum „Politblogger“ geworden ist? Mit Georg Schramm hat dieser Tage einer der bissigsten Kabarettisten dieses Landes angekündigt, doch lieber in Rente zu gehen als sich weiterhin für Geld über Zustände aufzuregen, deren Darstellung der Zuschauer als comedy, als komödiantisches Werk abtut. Ich wiederhole mich: Im Fernsehsaal, da sitzen sie und lachen und klatschen und gehen nach Hause mit dem guten Gefühl, sich wenigstens gut amüsiert zu haben. „Endlich sagt’s mal einer!“, und damit zurück zur Tagesordnung. Und genau so läuft es mit den „Politblogs“.
Der Ausweg? Nicht erwarten, dass man etwas ändern kann. Schlechte Laune, die sich anstaut, führt in anderen Ländern dazu, dass Autos, Häuser und Polizisten brennen; in Deutschland gibt es eine Onlinepetition. Auch gut, so wird wenigstens niemand verletzt. Und ist es nun schade um die „deutschen Politblogs“? Ich sage: Nö. Schade ist es nur um den Ausdruck von Mündigkeit ihrer Betreiber, die sich lieber in die Sprachlosigkeit zurückziehen, aber wer könnte es ihnen verdenken? Ach, und mir fehlt „Feynsinn“. Muss dafür erst der Liberalismus in den Bundestag zurückkehren? Schön wär’s ja.
Jedenfalls:
Es wird eine Finanzbombe hochgehen. Eine richtige. Die man nicht mehr notdürftig löschen kann. Und wenn es soweit ist, wird es schnell gehen.
Wenn das passiert, wenn es sich entzündet, dann braucht es Stimmen, dann müssen sie wieder schreiben, alle die, die jetzt aufhören, die sich vom Mehltau erdrückt fühlen noch bevor er sich niedergelassen hat, die sich verlieren in Satire, in Petitionen, in Verzweiflung, in selbstreferenzielle Literatur.
Ja, dann braucht es Magazine für Marktberuhigung, „kritische Stimmen“, die dann sagen: Seht ihr, das passiert, wenn man die Falschen wählt. Und die Leser werden sich im Kreis um die „kritischen Stimmen“ versammeln, johlen und klatschen. „Endlich sagt’s mal einer!“
Aber das fehlt mir irgendwie gerade kein bisschen.
Nachtrag von irgendwann kurz nach Mitternacht: „Feynsinn“ wird aus großartigen Gründen fortgesetzt. Ich bin erfreut.
Süffisant kommentierte der „Nachtwächter“ den Unterschied zwischen Musikgenuss und Musikbeschallung:
Ich kann diese verkackten „Parties“ nicht mehr ertragen, deren Veranstalter versuchen, ein politisches Anliegen zu transportieren, aber in Wirklichkeit nur für massenhaft Bier, Schnaps, Kiffecken und hirnlose Funktionsmusik sorgen. Wenn sie wenigstens im Verlaufe einer solchen Nacht nur für zehn Minuten die Frage in den Raum würfen, was es denn eigentlich zu feiern gibt!
Wo’a Recht hat, hat’a Recht, und – das Politische jetzt einfach mal beiseite geschoben – ich finde den Term der hirnlosen Funktionsmusik tatsächlich treffend.
Was darf sich Mitmensch Musikfreund darunter vorstellen? „Pop“ ist die falsche Antwort, Pop ist zwar meist hirnlos, erfüllt aber auch außer Gewinngenerierung keine Funktion. Nun, partytaugliche Musik dient in der Regel nicht dem Transport weiser Weisen. Musik aus der Flasche dem Computer, die immer irgendwie ähnlich klingt (dazu unten mehr), soll nicht den Geist, sondern die Körperfunktionen anregen; vermutlich den Brechreiz.
Ich bin ja, unglücklich zustande gekommene soziale Kontakte tragen die Schuld, durchaus bewandert in der Welt solcher Klänge. Bevor ich einen Musikgeschmack hatte, gefiel mir so manches auch aus ihr; viele meiner ersten CDs stammten von „Künstlern“ namens DJ Tonka, DJ Motte und dergleichen. DJ Bobo mochte ich aber damals schon nicht besonders. Ebenso besitze ich bis heute eine Kopie des „Flat Beats“ von Mr. Oizo, der schon im vorletzten Jahrzehnt den allseits als innovativer Musikstil gepriesenen Dubstep vorwegnahm. In Deutschland nicht verfügbar.
Dubstep, das konnte ich als jemand, der Diskotheken normalerweise nicht mal von außen sehen will, bislang in Erfahrung bringen, ist allgemein ein herausragendes Beispiel für Musik, deren einziger Zweck das Funktionieren ist:
DJing und EDM (Electronic Dance Music) heißt für mich: Wie schnell können wir neue Musik rausbringen? Und wie schnell können wir sie den Leuten zeigen? (…) Wenn es elektronisch ist, wenn du zu tanzen kannst – es könnte alles sein in Zukunft.
Skrillex
Neben dieser EDM hat vor allem auch EBM, „elektronische Körpermusik“, eine gewisse Bekanntheit erlangt. Dazu gehören Staubkind ebenso wie zumindest Nachtmahr und Combichrist:
Der Stil trägt seinen Namen zumindest mit Recht. Funktionsmusik. Die Konsumenten hören sie entweder, weil sie nicht gefragt wurden, oder, weil sie sich Bewegung erhoffen, die sie ohne sie nicht mit genügend Überzeugung bekämen. Zappeln macht mehr Spaß, wenn andere mitzappeln. Nur wem?
Dabei unterscheidet sich die Funktionsmusik EDM/EBM insofern von der Nichtfunktionsmusik Pop, als letztere außer Hintergrundrauschen keine unmittelbare Funktion auf den Hörer ausübt. Warum sich Menschen, die Musik machen können, selbst in diese Rolle zwängen, ist mir nicht ganz klar. Wird wohl das Geld sein. Gibt es auch Ausnahmen? Natürlich: Den Jazz. Da soll keiner tanzen, den zahllosen Jazztanzgruppen sei’s trotzdem verziehen. Dann sitzen die Mädchen wenigstens nicht den ganzen Tag nur doof vor ihrem iPad rum, sondern hören gute Musik; obwohl Miles Davis natürlich auch nur langweiliges Getröte gemacht hat. (Weitere Ausnahme: Avantgardemusik. „Musik um der Musik Willen“, nicht, um irgendjemandem etwas zu beweisen. Aber die versteht wieder keiner.)
Ich weiß nicht, ob es schon positive wissenschaftliche Erkenntnisse über die Frage gibt, ob Funktionsmusik blöd oder wenigstens rammdösig macht. Angehörs der Diskussionskultur zwischen Hörern dieser Art von Beschallung ist ein Zusammenhang jedenfalls nicht auszuschließen.
Zum Glück habe ich Kopfhörer, die ich nicht nur als Accessoire um den Hals trage.
Interessantes Konzept auch:
Acme has a very simple mouse interface, the first button selects text, the second button selects text, and the third button also selects text.
Kann man sich merken.
Es ist Montag. Es ist Winter. Auch innen drin.
Alles gesagt, alles gedacht. Was bleibt, sind Snöhamn und das Meer.
Guten Morgen.
Die jüngste Folge der scheußlichen Schundsendung „Wetten, dass…?“, so weiß das Internet zu berichten, beinhaltete als wie üblich lahme „Stadtwette“, dass es nicht gelingen würde, eine Mindestanzahl an Einwohnern, die sich freiwillig als Jim Knopf und Lokomotivführer Lukas verkleiden würden, bis zum Ende der Sendung ins Studio zu bekommen. Das wurde natürlich zur allgemeinen Unterraschung bravourös trotzdem geschafft. Blöd: Jim Knopf ist eine dunkelhäutige Figur.
Und so wurden in alter Tradition Gesichter bemalt, damit klar sein möge, wer Lukas ist und wer nicht. Nachdem es aber zumindest seit einigen Jahren weitgehend verpönt ist, Menschen eine helle Hautfarbe aufzudrängen (und Michael Jackson war ja nun wirklich auch kein schöner Mann), ist es jetzt offenbar auch unerwünscht, wenn sich edle Weiße freiwillig zum N‑Wort machen: „(…) das elendige #Blackfacing hat einen Shitstorm Deluxe verdient.“ Es darf nicht sein, dass jemand von unseren Gebühren – keif, zeter, schäum – seine Hautfarbe für’s Fernsehen verdunkelt. (Zur Erinnerung für diejenigen, die das Buch nie gelesen und die Aufführung nie gesehen haben: Jim Knopf ist der Held der Geschichte. Nein, ich musste das auch gerade nachlesen.)
Klar kann man sich zum Spaß das Gesicht anmalen. Das Problem dabei: Man kann das wieder abmachen. Dunkelhäutige haben da keine Wahl.
@KatiKuersch
Man kann sich zum Spaß das Gesicht aber nicht nur „schwarz“, sondern auch „weiß“ anmalen – wer es denn mag, kann das auch verewigen lassen. Dass sich am „Trend“ der Hautaufhellung – der geneigte Leser möge nur einmal die Gesichtscremeabteilung einer ausreichend großen Drogerie aufmerksam zur Kenntnis nehmen – niemand so nachdrücklich stört wie an einer lahmen Unterhaltungssendung, passt trotzdem gut ins Bild: Das Schönheitsideal der absoluten Bleichheit, wie sie schon im 18. Jahrhundert in Frankreich als ein solches galt, ist unumstößlich. (Nerds sind halt sexy.) Menschen, die sich die Haut in Solarien rösten lassen, machen also gleich mehrere Dinge auf einmal verkehrt.
Ich finde es ein wenig schade, dass die meisten derjenigen, die die ansonsten vollkommen belanglose „Stadtwette“ mit irgendwelchen wirren Begründungen als voll kacke beschimpfen und mit Schaum vor dem Mund wütende E‑Mails an das ZDF – selbstverständlich unter Pseudonym – verfassen, nur ein Kontra, nicht aber ein Pro geäußert haben. Was wäre ihnen denn lieber gewesen als ein bemalter Jim Knopf – kein Jim Knopf? Zwei Lukasse? Bloß keinen Dunkelhäutigen darstellen!
Seit dem 11. Jahrhundert hält sich (entgegen anders lautenden älteren Quellen) übrigens das Gerücht, einer der drei Weisen (Caspar, Melchior und Balthasar) sei dunkelhäutig gewesen, was sich auch auf die Tradition des Sternsingens ausgewirkt hat; einer der drei führenden Sternsinger wird meist ebenfalls geschwärzt, sofern er’s nicht sowieso schon ist. Ein alljährliches Beklagen dieses Brauchs bleibt seltsamerweise noch aus.
Die selektive Wahrnehmung der kritischen Weißen ist nicht die beste, wie mir scheint.
Sätze, die tief blicken lassen:
Damit kann Angela Merkel am Dienstag wie geplant zum dritten Mal zur Kanzlerin gewählt werden.
(Hervorhebung von mir.)
Aber keine Sorge:
Um zu verhindern, dass die Partei zerreißt, hatte Gabriel das Mitgliedervotum vorgeschlagen.
Die Austritte aus der SPD werden sich erfahrungsgemäß in Grenzen halten. Mitgefangen, mitgehangen. Man will ja keinen Ärger. Wer hat die noch mal gewählt?
So ein Dezember hat es ja traditionell eher schwer, seine Bedeutsamkeit zu verteidigen: Hat er erst einmal begonnen, sind die meisten Küren und Fernsehsendungen zum was-auch-immer des Jahres meist schon erfolgt. Im Dezember woll’n wir nicht mehr informiert werden, sondern erst besinnlich sein (Heiligabend) und uns in den Folgetagen die Besinnlichkeit wieder aus dem Schädel saufen (Jahreswechsel). Prost Mahlzeit.
Um so erstaunlicher ist es, dass den Dezember, in dem sich die Medien ebenfalls traditionell mit so etwas wie Politik – was machen eigentlich die Verantwortlichen für den „Bundestrojaner“ gerade? – gar nicht mehr weiter beschäftigen, jetzt doch noch (zumindest heute und vielleicht morgen) ein was-auch-immer des Jahres dominiert, das obendrein mit Politik zu tun hat: Die Gefüdespra ernennt „Groko“ zum Wodeja. „Groko“ klingt ja erst mal ganz putzig, aber verschleiert, worum es eigentlich geht. Was verleitet das Volk dazu, eine SPD-CDU-CSU-Koalition als „Groko“ („GroKo“) zu verniedlichen? Das ist ja, als würde man anlässlich seiner bevorstehenden Erschießung von „Gewehris“ und „Soldatis“ sprechen.
Selbstverständlich ist das kürzer als jedes Mal „große Koalition“ sagen zu müssen, was der Faulheit des Menschen, der aus ähnlichem Grund ja auch „Nahnebensprechen“ sagt, wenn er „Nahnebensprechdämpfung“ (was bekanntlich das genaue Gegenteil bedeutet) meint, entgegenkommt. Interessant ist aber die Frage, ob in der Kürze tatsächlich die „Würze“ liegt oder ob sie nicht kontraproduktiv ist.
Das Ziel dieser Sprachpolitik ist es, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, um die Kommunikation des Volkes in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken.
Wikipedia
„Groko“ klingt niedlich nach Schnappi und irgendwelchen gadgets, das sagt man doch gern, das tut keinem weh, das macht Spaß. Mit dem Babo aus der Groko für das Öko in den Dispo! So viele „o“, so viel oh-oh. Ich wäre ein schlechter Rapper.
Wie gesagt: Das Volk neigt zur Verniedlichung. „Stasi“, „Gestapo“, „Groko“ – je kürzer das Wort ist, desto weniger bedrohlich (und bürokratisch) wirkt es. Die Menschen reden sich ihre Welt eben gern schön, um vor dem Gedanken zu fliehen, dass sie letztlich zur Erfüllung des großen Ganzen bedeutungslos sind, weil sie es selbst sein wollen. Wer nichts verändern möchte, der macht es sich auch in der Jauchegrube gemütlich.
Insofern spiegelt „Groko“ den Zeitgeist 2013 vielleicht doch ganz gut wider.
Unter der Aufsicht von Klaus Wowereit wird der Berliner Flughafen nicht fertig. Klaus Wowereit tritt zurück.
Matthias Platzeck übernimmt. Der Flughafen wird immer noch nicht fertig. Matthias Platzeck wird krank und tritt zurück.
Was tun? Richtig:
Nach Informationen des Tagesspiegel wird Klaus Wowereit morgen an die Spitze des BER-Aufsichtsrates zurückkehren.
(Andererseits: Immerhin macht’s nicht der Hoeneß.)
Ich könnte mich jetzt darüber lustig machen, dass ganz Twitter heute von einem Thema dominiert wurde, das keines ist: „Oh nein, heute werden viele von uns zum letzten Mal in ihrem Leben drei aufeinander folgende Zahlen im Datum erleben!“ (Oder eben auch: „OMGROFLMAO es ist der 11.12.13 um 14:15:16 Uhr und ich bin 17 Jahre alt, LOOOL.“)
Immer wen ich 11.12.13 i minere TL gsehne. Klatscht irgendwo uf dere Welt eh Chindergärtnerin vor stolz.
@MCKS237
Ich könnte mich darüber lustig machen, dass auf dem kommenden 30c3 mittels irgendwelcher Pappkarten („hab gewixt“) ein etwaiger Diskurs mit Zeigefingern statt Worten ausgetragen werden soll. Klar, so ein Nerd versucht den Kontakt mit anderen Menschen, die womöglich auch noch atmen, meist zu meiden. Was kann da schon schiefgehen?
Ein Mann wird verwarnt, weil er einer Frau die Tür aufhält. Eine Frau wird verwarnt, weil sie in Gegenwart von Männern eine Banane ißt.
Ich könnte mich darüber lustig machen, dass Ursula von der Leyen, die während ihrer Tätigkeit als Bundesfamilienministerin 2008 und 2009 den Aufstieg der Piratenpartei Deutschland maßgeblich gefördert hatte, indem sie sich für gesetzliche Zerstörung des freien Internets („Zugangserschwerungsgesetz“, vulgo „Kinderpornosperren“) einsetzte, in der kommenden Regierung nicht nur mal wieder das Ministerium wechseln (bald hat sie wohl die meisten relevanten Ministerien mal ausprobiert), sondern gleich ein ganz neues Ministerium bekommen könnte, das ihr wie auf den Leib geschneidert ist:
Demnach soll die derzeitige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ins Bildungs- und Forschungsressort wechseln und den neuen Bereich „Internet und Digitales“ dazu erhalten.
Aber eigentlich ist das alles zum Heulen.
WIR FORDERN DAHER, dass jeder Bürger das Recht haben muss mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden.
Sigmar „Vorratsdatenspeicherung“ Gabriel so (Unterstreichung von mir):
Ein solcher Aufruf darf in der Politik nicht ungehört bleiben!
Seid ihr auch schon so gespannt auf die Internetpolitik der SPD wie ich, sofern die Koalition mit der „Union“ zustande kommt?
Verlogen? Genau! – Große Internetkonzerne wie Google oder Facebook starten eine Kampagne gegen Spionage. Selbst wollen sie auf das Datensammeln aber nicht verzichten.
Die „taz“ aber andererseits so: 8 „Tracker“ beim Seitenaufruf, unter anderem von Google Adsense und DoubleClick, das inzwischen Google gehört.
Verlogen? Genau!
Der Churer Bischof Vitus Huonder (heißt wahrscheinlich echt so) hat zum Tag der Menschenrechte – das ist morgen, obwohl es mir etwas seltsam vorkommt, dass nur ein Tag im Jahr den Menschenrechten gewidmet sein soll – etwas zum Thema Genderwahnsinn gesagt.
Vordergründig geht es im Genderismus um die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Die Unterdrückung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kulturen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. (…) Tatsächlich handelt es sich bei dieser Ideolgie (sic! A.d.V.) aber um einen Angriff auf Ehe und Familie als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter kann durch die Leugnung der Geschlechterpolarität nicht behoben werden. Deshalb lehnt die Kirche die Ideologie des Genderismus ab.
So weit ist’s gekommen mit der Gleichberechtigung, dass eine Sekte, die jahrhundertelang gemordet und gefoltert hat und deren Würdenträger keine Frau sein dürfen (wobei das mit Frauen und Würde ja angesichts all der selfies mit Entengesicht ein Thema für einen eigenen Artikel wäre), sich über eine Menschen verachtende Ideologie beklagt, die in der Gesellschaft zu viel Raum einnimmt, und die Unterdrückung der Frau nicht gut findet. Alice Schwarzer ist übrigens evangelisch getauft worden.
Während ich bis hierhin dem Hirtenbrief (ich muss bei „Hirte“ immer an den Rattenfänger von Hameln denken und weiß auch nicht, wieso) weitgehend zustimmen konnte, ist die Argumentation zu selbigem eher absurd:
Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung
So als Bischof muss man’s natürlich erst mal mit der Bibel versuchen. Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau ist eine Vorgabe des Schöpfers, und deswegen darf’s kein drittes Geschlecht geben. Die Erde darf sich nach römisch-katholischer Ansicht bekanntlich auch erst seit 1992 um die Sonne drehen. Na endlich!
Geht’s etwas genauer? Natürlich:
Der Mensch existiert, so die Schöpfungsordnung, als Mann oder Frau. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sagen uns:Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich. Dies ist eine klare Vorgabe seiner Existenz. Die unterschiedliche kulturelle Prägung als Mann oder Frau hebt diese Polarität nicht auf.
Stimmt. Der Genderismus erkennt das biologische Geschlecht ja auch als solches an, insofern stimmt Herr Huonder ihm hier sogar zu. Mensch, Vitus, das geht aber auch mit mehr Substanz. Zum Beispiel so:
Obwohl sich der Genderismus wissenschaftlich gibt, halten seine Grundlagen der Wissenschaft nicht stand. Viele ausgewiesene Forscher widersprechen den Ergebnissen der „Gender-Studies“. Dass es psychische und physische Störungen der von Mann und Frau nicht auf. (hä? A.d.V.)
Der Genderismus ist wissenschaftlich unhaltbar. Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung. Keine Pointe.
Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Ansprache vor dem Kardinalskollegium und der Kurie am 21. Dezember 2012 zum Genderismus: „(…) Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst.“
Was genau Papst emeritus Benedikt XVI. unter der Würde des Menschen versteht, hat er in besagter Ansprache zu erläutern versäumt; schon im Januar 2012 teilte er allerdings mit, dass jede Form der menschlichen Zwei-oder-Mehrsamkeit zwischen nicht heterosexuellen Paaren mit der Würde des Menschen nichts zu tun habe, den eigenen Penis in einen Messdiener (m) zu stecken also vermutlich ebenfalls nicht; obwohl: Nicht der Mensch entscheidet, nur Gott entscheidet, wer Mann und wer Frau ist.
Würde ist eben vor allem ein Konjunktiv.
Amen.
Montag. Rock? Rock!
I got a brand new thing
I’m gonna kiss my mojo
I’m gonna cure my ill
Guten Morgen!
Über das Gemüt einer Frau in der Vorstellung von Spammern sagt diese Mail, die ich heute im Postfach fand, wahrscheinlich auch mehr aus als sie sollte:
Das Mädchen hat sich ins Pferd verliebt und schläft (deshalb?) mit ihrem Hund. Wahrscheinlich, damit das Pferd auf sie aufmerksam wird und ihr Blumen schickt oder so.