Persönliches
Spaß im ÖPNV (3): Uff!

In Regio­nal­bah­nen sit­ze ich gern auf der Sei­te, die vom Hal­te­punkt am Wei­te­sten ent­fernt ist, weil die furcht­bar stö­ren­den Zug­ge­räu­sche (und der Luft‑, hehe, ‑zug) von geschlos­se­nen Türen wenig­stens gering­fü­gig gedämpft wer­den; wohl wis­send, dass die Jugend bis ins hohe Alter hin­ein es zwar immer schafft, die­se Türen auf-, aber nicht zuzuma­chen (viel­leicht mögen sie auch ein­fach nur die Fahrt­ge­räu­sche, dann bit­te ich die Betref­fen­den an die­ser Stel­le um Ver­zei­hung dafür, dass ich ihnen immer wie­der den Genuss ver­der­be), ver­zich­te ich gern auf einen all­zu hoch­fre­quen­tiert besuch­ten Sitzplatz.

Nicht min­der unan­ge­nehm ist die Ange­wohn­heit von jun­gen zumeist weib­li­chen Pas­sa­gie­ren, an ver­trau­li­chen Gesprä­chen mit der Sitz­nach­ba­rin sämt­li­che ande­ren Mit­fah­rer teil­ha­ben zu las­sen, ob die­se das nun wol­len oder nicht. Ein Licht­blick sind eben­sol­che Pas­sa­gie­re, die das ähn­lich sehen; so etwa eine sol­che, die sich heu­te gemein­sam mit ihrem Beglei­ter einen Platz such­te und mit den Wor­ten „hät­ten wir uns vor die Tür gesetzt, hät­ten wir uns die gan­ze Zeit irgend­wel­che Lebens­ge­schich­ten anhö­ren müs­sen” in mein Abteil gestürmt kam. Leu­te, die sich mein Abteil aus­su­chen, weil sie es gern ruhi­ger hät­ten, weiß ich sehr wohl zu schät­zen. Dass es dann mit der Ruhe aber vor­bei war, weil die eige­nen, nun, Lebens­ge­schich­ten dann doch noch erzählt wer­den muss­ten, ist eine aller­dings wenig über­ra­schen­de Wendung.

Auch der Beglei­ter war aller­dings nicht ohne; zwar sprach er nicht viel (er kam ja kaum zu Wort), aller­dings begann sein Ein­stand im Abteil mit geräusch­vol­lem Set­zen. „Uff!” Kon­fron­tiert mit den Sit­zen im Zug war der agi­le Etwazwan­zig­jäh­ri­ge plötz­lich merk­lich geal­tert und ließ sich auf einen der Sit­ze fal­len, was ihm hör­ba­re Anstren­gung berei­te­te. Die Jugend von heu­te: So aus­ge­brannt, dass selbst Sit­zen gera­de­zu unmensch­li­chen Kraft­auf­wan­des bedarf. Dan­ke, SPD!

Ent­ge­gen dem Trend in aktu­el­len Dis­kus­sio­nen auf Twit­ter ist in Zügen von irgend­wel­chen Dschun­geln übri­gens nicht die Rede. Der durch­schnitt­li­che Pro­mi­nen­ten­an­teil in Zügen ist aller­dings bedeu­tend höher als in irgend­wel­chen „Camps”, denn in ihnen sehe ich gele­gent­lich Men­schen, die ich nicht nur ken­ne, weil sie einen enorm dum­men und daher ein­präg­sa­men Namen tra­gen. (Trai­ning für wah­re Über­le­bens­künst­ler: Ohne Kopf­hö­rer mit­tags Nah­ver­kehrs­zü­ge benutzen.)

Senfecke:

  1. eine schö­ne Geschich­te mit die­sen fürch­ter­li­chen Jugend­li­chen ist mir vor län­ge­rer Zeit (muss so 2005/06 gewe­sen sein) mal im Ruhr­pott pas­siert. Ich sass auf siche­rem Ter­rain, aller­dings wur­de der Zug immer vol­ler und irnk­wann setz­ten sich 3 so kew­le Base­cap­trä­ger zu mir und schwatz­ten in einem fort dum­mes Zeug. (Da ich die hohe Kunst des Ohren-auf-Durch­zug-stel­len beherr­sche, war das nicht ganz so schlimm)
    Jeden­falls hat­te ich noch nicht bezahlt und irgend­wann kommt der Schaff­ner (ja es gab mal Zei­ten, wo man nach­träg­lich bezah­len konn­te) – ich zieh mein Porte­mon­naie – und einer der Typen holt sein Grup­pen­ticket raus: „vier Mal”.
    Fiel mir nix mehr zu ein.

    Ach ne Geschich­te zu den Weib­chen hät­te ich auch noch: Bin lan­ge Zeit recht oft 500km MFG gefah­ren, und da hab ich noch ne Geschich­te im Kopf, wo ich a: kei­ne Kopf­hö­rer bei hat­te und b: das mit dem Durch­zug nicht so ganz opti­mal lief.
    Die Moral von der Geschich­te: im Opti­mal­fall soll­te man eru­ie­ren ob man es mit BWL-Stu­den­tin­nen zu tun hat.

    • Die brauch­ten viel­leicht ein Opfer­lamm für etwai­ge Mis­se­ta­ten. :D

      Hm, nun, ich mei­de nor­ma­ler­wei­se unnö­ti­gen dahin­ge­hen­den Kon­takt. Aus Gründen.

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