Sich montags zu fragen, warum man sich das überhaupt noch antut, ist ja auch so eine beliebte Angewohnheit.
Tja, manchmal sind’s die kleinen Dinge (zum Beispiel ein “(ne)”).
Guten Morgen.
Sich montags zu fragen, warum man sich das überhaupt noch antut, ist ja auch so eine beliebte Angewohnheit.
Tja, manchmal sind’s die kleinen Dinge (zum Beispiel ein “(ne)”).
Guten Morgen.
Ganz schön was los draußen: Momentan stehen und liegen Putins Stuhl, Raketen, (immerhin) ein veritabler Aufschwung, die Fed-Sitzung, eine Hungersnot, russisches Gas, der homophobe Russe und natürlich jeder andere Russe auch vor der Tür. Klingeln möchten sie alle nicht.
Letztes Mal, als der Russe vor der Tür stand, war Russland noch ein Teil der Sowjetunion; Deutschland als Puffer zwischen West- und Ostmächten, die gelegentlich auch mal im eigenen Land (zum Beispiel mitten in Berlin) patrouillierten, hätte bei tatsächlichem Kriegsausbruch ein großes Problem gehabt, obwohl klar war, wer der Feind war: “Der Russe” (im Westen) und “der Westen” (im Osten). Nun hat “der Russe” am 15. März 1991, dem Tag des Inkrafttretens des Zwei-plus-Vier-Vertrags, darauf verzichtet, für Deutschland eine potenzielle Bedrohung darstellen zu wollen, was die Wahrnehmung natürlich verschoben hat (und die Annexion der DDR durch den Westen, der nur wenige Jahre zuvor — “Operation Urgent Fury” — schon einmal versucht hatte, einen Staat widerrechtlich zu “befreien”, dann eben auch wie eine Erlösung aussehen ließ).
Ein paar Jahre Abstand schärfen das Feindbild: Die alleinige Schuld trägt der Russe, das hat Tradition; der Russe will mehr Macht und hat sie mit seinem Erdgas jedenfalls über uns, womit wir ihm, dem “Iwan” (“WELT am SONNTAG”, 4. August 2013), so hilflos ausgeliefert sind wie die Ukraine, deren demokratisch gewählter schlimme Präsident erst unter unserem Beifall vertrieben wurde und jetzt zu unserem Entsetzen durch einen demokratisch gewählten noch schlimmeren Präsidenten ersetzt werden soll. Demokratisch gewählter schrecklicher Präsident Obama, übernehmen Sie! — Aber die Kontrolle mag man in den USA schon längst nicht mehr haben, als Führer eignet sich traditionell ein aus einem von Deutschland übernommenen Land stammender Politiker besser: “USA geben Führungsrolle in Krim-Krise an Merkel ab” (SPIEGEL ONLINE) bzw. “Angela Merkel ist die wichtigste Anführerin in Europa” (ebenfalls), weil sich CDU/CSU eben auskennen mit dem Willen des Volkes, wenn’s schon nicht das eigene ist.
So hat’s der Russe halt auch verdient, dass man seinem Wunsch, die bislang unabhängige Republik Krim, deren Bewohner zu einem Großteil ohnehin Russen sind, russisch sprechen und die mit der Ukraine auch sonst nur wenig verbindet (was ich allerdings verstehen kann), auch offiziell unter die eigenen Fittiche zu nehmen, mit Kriegsandrohungen begegnet: Merkel lehnt schärfere Sanktionen gegen Russland ab(, aber) US-Präsident Obama (…) fordert von den Europäern höhere Militärausgaben, denn so als US-Amerikaner hat man’s nicht so mit Diplomatie. Wahrscheinlich lässt Obama auch zu laut brummende Fliegen im Schlafzimmer militärisch beseitigen.
Jedenfalls: Russland will die russischen Einwohner der Krim befreien, nicht unterdrücken (cf. Stefan Gärtner, “Gegen Rußland”, in: “Titanic”, April 2014), und während Grenada, Kosovo, Afghanistan und (wird beliebig fortgesetzt) wenigstens anständig mit ordentlich Gemetzel vom untragbaren Zustand, nicht besetzt zu sein, befreit wurden, fragt Russland einfach das Volk, das überwiegend überraschenderweise (wie bereits 1992, 1994, davor und danach) lieber unabhängig oder russisch als weiterhin zwangsukrainisch sein möchte; illegal und undemokratisch wie sonst nur Volksabstimmungen in der Schweiz, versteht sich. Ein demokratischer Staatspräsident fragt nicht, was das potenziell böswillige, gar “kommunistische” (Lyndon B. Johnson) Volk gern hätte, das ihn wohl kaum gewählt hätte, wären sie mit ihm nicht einverstanden. (Weshalb im Übrigen Christian Wulff, vorübergehend Oberhaupt einer beinahe lupenreinen Demokratie, auch so beliebt war; bis er halt irgendwo eingeladen wurde. Das kann so ein ungeselliger Deutscher nicht leiden.)
Eigentlich ist ja doch schon alles wie früher, nur, dass der Russe nicht mehr mit Panzern in bombardierten deutschen Großstädten rumsteht, sondern in einem fernen Land eine Umfrage durchgeführt hat. Man würd’ ihn schon gern dafür bestrafen, aber die Drohung, ihm für den Winter einfach keine Wärme mehr abzukaufen, überzeugt nur wenig: Russisches Erdgas ist “praktisch” alternativlos, wie praktisch. Jetzt steht der Russe nicht mehr nur vor der Tür, er zwingt uns außerdem dazu, ihn seine Lieferverträge einhalten zu lassen. Putin, der Wirtschaftsdiktator.
Und diesmal kann uns nicht mal der Reagan helfen.
Und dann war da noch der Verein Campact, der sich für Angebotsvielfalt im Internet jenseits der großen Konzerne einsetzt und dafür einen Appell formuliert und darum gebeten hat, ihn zahlreich weiterzuverbreiten. Bevorzugt über die Dienste großer Konzerne, versteht sich:
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Wer formuliert nun eigentlich einen Appell an Campact?
Oh, “Facebook” (mit Anführungszeichen) schreibt mir, sogar mal von einer “echten” Facebook-Mailadresse und mit echten Facebooklinks in der Mail. Ich habe, behauptet “Facebook”, ein Foto erhalten:
“Facebook” testet augenscheinlich einen neuen Übersetzungsdienst.
Der Mail “angebracht” — also beigefügt — ist eine eher unangebrachte .rar-Datei mit enthaltener .scr-Datei, also einer ausführbaren Datei für Windows-Systeme. Ich habe bis auf Weiteres davon abgesehen, sie auszuführen. Der Verweis für all diejenigen, die Mailanhängen von “Facebook” nicht trauen, führt übrigens auf offenbar die gleiche .rar-Datei auf Dropbox.com, denn “Facebook” kann sich keinen eigenen Server leisten.
Auf Dropbox.com wird die Datei aber wenigstens schön bunt angezeigt:
Solche Bildschirmschoner mag ich. Gern mehr davon.
Wer ist eigentlich gerade die übelste Diktatur, die euch in den Sinn kommt? Russland? Weit gefehlt! Wladimir Putin ist bekanntlich ein lupenreiner Demokrat und lässt auch die russischen Zeitungen zu einem beachtlichen Teil einfach ihre Arbeit machen. Deutschland? Bescheuert, aber keine Diktatur. Nein: Großbritannien natürlich.
Erinnert sich noch jemand an Hans-Peter Uhl? Hans-Peter Uhl hatte 2013 für De-Mail geworben. De-Mail war das hier:
Sie können mit De-Mail Ihre Nachrichten und Dokumente, die Sie aufgrund vertraulichen und rechtsverbindlichen Inhalts bisher per Briefpost versendet und empfangen haben (zum Beispiel Verträge und Bescheide), nun auch auf elektronischem Weg rechtssicher und nachweisbar versenden und empfangen.
De-Mail, der feuchte Traum jedes Verfechters des “papierlosen Büros”, hat sich bis heute so wenig durchgesetzt, dass offenbar viele Leute fragen, wie man diesen Datenballast wieder loswird. Tja, ganz einfach auf dem rechtssicheren Weg:
Um Ihren De-Mail-Vertrag zu beenden, senden Sie uns bitte eine unterschriebene Kündigung per Brief oder Fax zu[.]
(Nachtrag: Rechtliche Hintergründe beleuchtet Didi in den Kommentaren hier untendrunter.)
Und dann war da noch die Free Software Foundation, die über Freiheit und Unfreiheit von Softwarelizenzen wacht. Heutzutage hat anscheinend beinahe jedes Programm eine bestimmte Lizenz, an die die Benutzer gebunden sind. Und wie wenig es braucht, um eine Lizenz “unfrei” zu machen!
The JSON License: (…) This license uses the Expat license as a base, but adds a clause mandating: “The Software shall be used for Good, not Evil.” This is a restriction on usage and thus conflicts with freedom 0.
Nutzern freier Software muss es erlaubt bleiben, Böses mit der Software zu tun. (Außer gegen die Lizenzbedingungen zu verstoßen, versteht sich; das ist selbst der Free Software Foundation zu böse.)
Das Böse ist immer und überall!
Erste Allgemeine Verunsicherung: Ba-Ba-Banküberfall
(via @horse_mans)
Papst Franz gibt den Aufklärer:
Papst Franziskus (sic! A.d.V.) hat vor Werteverfall und Qualitätsverlust in den Medien gewarnt. Desinformation, Verleumdung und Rufmord seien ihre «drei größten Sünden», sagte er am Samstag im Vatikan vor katholischen Medienvertretern aus Italien. Die größte Gefahr gehe hierbei von der Desinformation aus.
Das Oberhaupt einer Glaubensgemeinschaft, die Homosexualität verurteilt, über 350 Jahre brauchte, um die Sonne als Zentrum zu akzeptieren, und auch sonst allgemein keine nennenswerten Einwände hegt, wenn einer der Ihren einen “Sünder” verleumdet (wobei der Vorwurf der Pädophilie seitens katholischer Würdenträger ein recht amüsanter ist), beschwert sich über “Desinformation, Verleumdung und Rufmord” in “den Medien”. Das ist ja, als wenn ein Facebook-Verantwortlicher die Wahrung der Privatsphäre… schon gut.
Aber so ein Papst belässt es nicht bei einem Jux, es muss schon ein Doppeljux sein:
In dem vom Vatikan veröffentlichten schriftlichen Text beklagte Papst eine sensationslüsterne und entwürdigende Berichterstattung. (…) Katholische Medien müssten dieser Tendenz durch eine ethisch verantwortete Berichterstattung entgegenwirken. In ihren Sendungen müsse deutlich werden, dass menschliche Schicksale nicht instrumentalisiert würden.
Genau! Menschliche Schicksale (zum Beispiel Folter bis hin zur Kreuzigung) sollten nicht instrumentalisiert werden, zum Beispiel für Pilgerfahrten oder gar Religionsgründungen. Das wäre doch unmenschlich, nicht?
Die ethische Verantwortung wird allerdings wohl vergebens warten müssen.
(via Elias Schwerdtfeger)
Die NSA-Sache ist vom Tisch: Ex-NSA-Chef entschuldigt sich bei Deutschen. Was für Unmenschen müssen wir sein, um ihm nun nicht endlich zu verzeihen? (Müssen wir ja auch nicht, so ein echter Ex-NSA-Chef bittet nicht um Entschuldigung, er entschuldigt sich ganz einfach selbst.)
Verrückt, allesamt.
Apropos verrückt:
Guten Morgen!
(mit Dank an L.!)
Nach so viel schlimmer Politik wird es Zeit, sich wieder auf die ätherische Kraft Kundalini im Körper zu konzentrieren, um vom Zustand der völligen Bestürzung in den der absoluten Glückseligkeit überzugehen. Dabei hilft bekanntlich Musik.
James Huggetts Musikprojekt Combat Astronomy (“bekämpfe Astronomie!”) macht ebensolche. 2013 erschien mit “Kundalini Apocalypse” das sechste Studioalbum von Combat Astronomy, die momentan als Duo aktive “Band” wird hier unter Anderem von Elaine di Falco, seit 2008 Sängerin von Thinking Plague (von mir bereits 2012 ausführlich gewürdigt), unterstützt. Was gibt’s zu hören?
James Huggetts mächtiger Bass dominiert diese Musik so deutlich, dass man erst einmal wenig von dem mitbekommt, was hier sonst noch passiert.
Dabei ist das so manches. Nehmen wir als Beispiel Stück 2, “Path Finders”: Vereinzelt erklingt ein schräges Saxophon über einem anhaltenden Chorteppich, plötzlich zerreißt’s die Stille: Bass, Schlagzeug, Gitarre, dazu weiterhin das gelegentliche Saxophon. Frau di Falco steuert Gesang bei, der gar keinen Text hat. Verrückt. Zwischendurch allerlei Elektronik, Keyboardgeklimper, schon wieder der Chor. Bratz, bratz-bratz. Freiformjazz auf Metaluntergrund. Abrupt endet jedenfalls letzterer, während ersterer anhält. Keine Sorge, das Pfeifen seid nicht ihr, das ist Teil des Stücks. Assoziation: broken.heart.collector (ohne die Holzinstrumente).
So ähnlich funktioniert die komplette “Kundalini Apocalypse”. Zwar scheint mein Chakra nach dem Hören noch immer unverändert zu sein, aber schön war’s halt doch. Hopefully some of you wind up checking this thing out and find out about a cool band though, if you’re interested in jazz and metal fusions. Das klingt nach mir.
Außer bei Amazon gibt’s “Kundalini Apocalypse” übrigens auch via Bandcamp zum Kauf, an letzterem Ort auch als Komplettstream. Kost’ ja nichts.
An dieser Stelle übrigens meinen verbindlichsten Dank an den Feminismus, der mich nun endlich dazu bewegt hat, dem CCC beizutreten.
Gut: Es spricht sich langsam herum, dass “die Piraten” keinen Richtungsstreit ausfechten.
Die Auseinandersetzung in der Piratenpartei findet nicht zwischen “links” und “rechts” statt, sondern zwischen lauten, politischen Hooligans und Leuten, die eine Politik jenseits der vorhandenen Denkschablonen machen wollen.
Schlecht: Die Karrieristen in der Partei gehen trotzdem nicht weg. Vielleicht haben sie den Text nicht gelesen.
(Bonuspointe aus aktuellem Anlass: Wisst ihr übrigens, mit wem einige Mitglieder der Piratenpartei — angetreten auch mit dem Anspruch, Lobbyismus zu bekämpfen — morgen gemeinsam “für den Bürger” gegen Atomenergie demonstrieren wollen? Richtig: Mit der Windwärts Energie GmbH. — Manchmal glaube ich ja, die machen das mit Absicht.)
Der EU-Gipfel hat Donnerstagabend das endgültige Aus für das Bankgeheimnis für Ausländer beschlossen.
Endlich ist Schluss mit der lästigen Rechtsauffassung, das Vermögen von Ausländern sei Privatsache. Die sind ja selbst schuld, wenn sie ihr Gold leichtfertig unserem Volk anvertrauen.
Das hat sich ja bewährt.
(…) man (…) nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold, und lege es beiseite zum Verwahren.
Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen
Übrigens, Johannes Strate (c/o “Revolverheld”),
die heutigen Gazetten informieren über Ihr Vaterglück, das Sie wie folgt bejubelten:
Revolverheld-Sänger Johannes Strate freut sich, dass sein einjähriger Sohn Emil Papas Stimme im Radio erkennt. “Wenn er unsere Songs hört, dann guckt er schon genau hin und reagiert darauf anders, als wenn er andere Lieder im Radio hört.”
Ihr Thronfolger, Herr Strate, ist somit bereits kein kleines Kind mehr, sondern hat seine Tauglichkeit zu einem vollwertigen Mitglied einer denkenden Gesellschaft unter Beweis gestellt; denn wir alle, die wir uns für zu denken imstande wähnen, reagieren anders, wenn wir Ihren ewigen Teenager-Empörungspop ertragen müssen, als zum Beispiel auf gute Musik, etwa so:
Sie sollten eigentlich viel öfter Ihre Musik hören.
Bitte meld’ dich nicht,
mach’ dich nicht lächerlich!
Revolverheld: An dich
(Das war jetzt etwas unsachlich.)
“We can’t afford the time to sit and cry or to wonder why.
We’ve got so many things started to say, we have to get through.”
– Tindersticks: Rented Rooms
… Sie waren zu weit gegangen.
Es spielte keine Rolle mehr, wer sie waren oder was sie einander bedeuteten. Es hatte sich viel getan, seit sie damals in den Wirren der neuen Zeit aufeinandertrafen, fest verwurzelt in ihrem eigenen Geflecht, das sie niemals aufgegeben hätten.
Die Zeit aber blieb nicht stehen. Während ihr Wurzelwerk sich immer feiner verflocht, löste er sich aus seinen Ketten und schwebte davon, ob er wollte oder nicht; und manchmal blieb er auf seinem Flug hängen an den aufsteigenden Ballons, verfing sich in den Lianen seiner Unzulänglichkeit. Sie hatte ihn durch die Wirren begleitet, nie als sein Schatten, jedoch, wenn er wie so oft strauchelte, als jemand, der ihm das Messer lieh, das ihn befreite. Trotz allem, was sie trennte: Nie hätte er das missen wollen.
Eine unachtsame Berührung war es, die ihn aus seinen Tagträumen hochschrecken ließ, versunken im Gedanken an eine Zeit ohne Sorgen, an den letzten Tag, an dem er glücklich gewesen war, an dem Ort, an dem er sich lebendig fühlte. Ob es der seltsam vertraute Ort war, der Alkohol oder die Melancholie, die ihn vom Horizont aus umwehte? Er wusste es nicht und er weigerte sich, darüber nachzudenken.
Er musste fliehen.
Als sie darüber sprachen, schien es ihm noch unwirklicher als je zuvor. War sie immer noch die, die er zu kennen glaubte? Je mehr er über sie erfuhr, desto unsicherer wurde er. Bis dahin war es wie selbstverständlich erschienen, ihr zu begegnen. Je öfter sie sich fortan begegneten, desto verrückter wurde es für sie, die gebotene Distanz zu wahren, da ein Schritt zurück täglich schwerer erschien und ein Schritt nach vorn immer auch ein Schritt näher zur Zerstörung gewesen wäre. Sie wollten einander nicht verletzen und scheiterten an sich selbst.
Nun, da sie einander atemlos gegenüber saßen, berauscht voneinander und doch betrübt von der Gewissheit, dass sie einander zum Greifen nah, aber letztlich unerreichbar waren, sann er sich zurück an den Ort, an dem er sich geborgen fühlte. “Was”, dachte er, “ist Liebe eigentlich?”, während er in ihren Armen lag und wusste, dass nichts mehr von dem, was er jetzt sagen oder tun würde, von Bedeutung sein würde.
Der Mond schwieg, als die Erinnerung seinen Sinn trübte. Wie schön sie doch war; wie schön es doch gewesen war. Er fühlte sich frei und war sich gewiss, dass diese Freiheit ihren Tribut fordern würde. Er ahnte nicht, wie hoch der Preis sein würde. …
“We’re alone and I’m listening;
I’m listening so hard that it hurts.”
– Leonard Cohen: Amen
Dass ich das Betriebssystem FreeBSD sehr schätze, ist für regelmäßige Leser meiner Texte ja kein Geheimnis mehr. Ein Blick über den Tellerrand bleibt dennoch erhellend.
Vor einer Weile erstand ich ein günstiges ThinkPad T60. Meine anderswo kurz geschilderte Leidensgeschichte beim Versuch, verschiedene BSDs darauf zu testen, möchte ich hier gar nicht en detail reproduzieren, sondern das Augenmerk auf eine ganz andere Frage lenken: Wie lässt sich ein “uralter” 32-Bit-Laptop optimal nutzen?
‘OpenBSD als schlanke Alternative auf betagten ThinkPads’ weiterlesen »
Der Westen so:
Nach dem Umsturz in Kiew (…) hatten russische Soldaten die Krim faktisch besetzt und die moskautreue Regionalregierung in Simferopol ein Referendum abhalten lassen: 96,8 Prozent sprachen sich dabei am vergangenen Sonntag für einen Anschluss an Russland aus.
Der Westen betrachtet dieses Votum jedoch als völkerrechtswidrig und hat inzwischen eine Reihe von Sanktionen beschlossen.
Die grüne “taz” so:
Wagenknecht meint zum Beispiel fälschlicherweise, der Westen habe kein Recht, die Verletzung des Völkerrechts durch Russland zu kritisieren. Denn: Der Westen habe ja, von Irakkrieg bis Kosovo, selbst das Völkerrecht verletzt. In dieser Logik dürfen sich künftig nur noch San Marino und Liechtenstein auf das Völkerrecht berufen. Das Völkerrecht, das die Linkspartei gern wie eine Monstranz vor sich herträgt, ist dann nur noch ein Haufen Papier.
Aber… aber DAS VÖLKERRECHT!!1
Unter dem Betreff “Sporting shirts” erreichte mich heute eine Mail, deren Absender mir sicherlich lediglich Informationen zukommen lassen wollte; Informationen, deren schiere Wichtigkeit eine Übermittlung in Textform natürlich von vornherein lächerlich erschienen ließ:
This message is not SPAM. The content is informative.
Fühlt ihr euch auch so gut informiert wie ich?
(Und dieser Montag schlägt ja immer auch in jeder nur erdenklichen Härte zu, weil man dann eben doch zu viel investiert in das mit der Einsamkeit oder ihre Überwindung, und während Russland sich die Krim einverleibt, sich aber partout weigert, auch Ostdeutschland mitzunehmen, und während in Berlin irgendwelche SEO-Arschlöcher, die nie etwas Anständiges gelernt haben, völlig von der Erkenntnis überrascht werden, dass Internetnutzer sich gelegentlich auch mal für den Inhalt einer Website und nicht nur für ihre Metatags interessieren, und während beinahe der halbe Bundesvorstand der Piratenpartei die schwelende Diskussion über den Umgang mit ideologisch verblendeten Spinnern nicht mehr aussitzen will und sich in den dortigen Kommentaren wohl jede nur denkbare Schreibweise von “Rückgrat” findet, fällt es mir schwer, das alles in mehr als kurze Nebensätze zu pressen, weil dann ja doch wieder alles überlagert wird von der Schwermut.)
(Können wir Berlin nicht einfach gegen die Schweiz eintauschen?)
Guten Morgen.
Erinnert sich noch jemand an Anke Domscheit-Berg?
Anke Domscheit-Berg (Frau von Daniel Domscheit-Berg, dessen Umtriebe normalerweise wesentlich interessanter sein sollten) ist nicht nur gelegentliche Kandidatin für alles Mögliche (momentan für die “Europaliste”) in der Piratenpartei Deutschland, sondern obendrein Feministin und Buchautorin, die nicht nur ihr Blog (Vorsicht: Verweis auf Anke Domscheit-Bergs Blog!), sondern auch von der Basis — also unter anderem von mir — bezahlten webspace der Piratenpartei für Eigenwerbung nutzt (siehe zum Beispiel hier, hier und hier).
Und wie putzig sie die Vollbeschallung auf allen Kanälen zu begründen versucht!
Das ist natürlich Werbung in eigener Sache, aber hätte ich nicht gewollt, dass Menschen mein Buch lesen, dann hätte ich auch keines geschrieben[.]
So weit die Rahmenhandlung.
Anke Domscheit-Berg ist obendrein allerdings nicht nur Mitgliedsbeitrags‑, sondern auch GEZ-Zahlerin (hat sie das Memo nicht gelesen?), und als solche findet sie es natürlich total blöde, wenn andere Autoren, die sie nicht mag (zum Beispiel Thilo Sarrazin), von ihren Gebühren was sagen dürfen:
Ich zahle GEZ, um rassismus u menschenfeindlichkeit bei buchmesse eine plattform zu bieten?! WTF.
@ard messestand: pic.twitter.com/2Ay3AjMhfb
Nun kann man von Thilo Sarrazin halten, was man will (strafbare Äußerungen hat er offenbar bislang nicht getan), aber mir erschließt sich der direkte Zusammenhang nicht. Darauf ist Anke Domscheit-Berg später noch einmal eingegangen: Es widerspreche dem Bildungsauftrag, “finanziert von öffentlichen Geldern”, Herrn Sarrazin eine Plattform zur Vermarktung seines Buches zu bieten; es fordere auch niemand ein Verbot, ihn reden zu lassen, nur eben nicht werbend in der ARD.
Ich stimme ihr insofern zu, als öffentlich-rechtlicher Rundfunk meines Erachtens nicht der Selbstdarstellung Einzelner dienen sollte (obwohl ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob nicht schon das Abspielen von Musik nicht mehr als bloße kommerzielle Werbung für die jeweiligen Interpreten ist).
Anke Domscheit-Bergs Buch trägt übrigens den Titel “Mauern einreißen!”. Das “Kulturgespräch” über die Überwindung von Mauern — Ende Januar 2014 im SWR, einem Sender der ARD — hatte damit sicherlich nichts zu tun.
Nachtrag: Soeben erfahre ich, dass das, was ich oben “ihr Blog” nannte, trotz der Adresse ankedomscheitberg.de und des Impressums gar kein Teil ihrer Website ist, denn auf ihrer Website — anders als auf besagtem Blog — stehe “nix von piratenpartei”. Da hat mich doch das Piratensignet in der Adresszeile fast in die Irre geführt!
Nachtrag (2): Anke Domscheit-Berg ist wieder eingefallen, dass sie gar nicht Landesgeschäftsstelle heißt; ein eigenes Signet hat sie sich aber immer noch nicht zugelegt. P wie Panke.