In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mit dem Geschlecht in Amt und Wür­de

Letz­te Woche frag­te ich hin­sicht­lich vager Andeu­tun­gen aus der post­de­mo­kra­ti­schen F.D.P., ob auch sie jetzt die­je­ni­ge Stu­fe der Dege­ne­ra­ti­on erreicht hat, auf der Her­kunft und Geschlecht bereits als Qua­li­fi­ka­ti­on gel­ten.

Tja, scheint so:

Auf dem FDP-Bun­des­par­tei­tag in Ber­lin haben die Dele­gier­ten kon­tro­vers über Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit dis­ku­tiert. (…) [V]orgesehen sind Ziel­vor­ga­ben für eine Min­dest­an­zahl von Frau­en in den Gre­mi­en auf allen Ebe­nen der Par­tei.

Das Vor­ha­ben zeig­te Erfolg: Eine Mehr­heit der Stimm­be­rech­tig­ten nahm den Vor­schlag an. Die­se Auf­ga­be eines wei­te­ren ehe­ma­li­gen Par­tei­ide­als – Lei­stung wird belohnt – zugun­sten eines schrä­gen Zeit­gei­stes, dem­zu­fol­ge man für ange­bo­re­ne Merk­ma­le, die nicht der Kon­to­stand der Eltern sind, bes­ser oder schlech­ter behan­delt wird als ande­re Men­schen, über­rascht kaum, fiel doch in der zuvor geführ­ten Debat­te („Aus­spra­che“) von einer Dele­gier­ten, die anschei­nend außer ihrem Geschlecht kei­ne wei­te­ren Vor­tei­le auf­zu­bie­ten weiß, der Satz:

Viel­leicht müs­sen wir Frau­en in der F.D.P. ein­fach zwin­gen, zu kan­di­die­ren und Füh­rungs­auf­ga­ben zu über­neh­men.

Wenig wird die­se elen­de Unter­drückung der Frau­en, die sich zur­zeit noch lästig hoch­ar­bei­ten müs­sen, schnel­ler been­den als sie zu einer Kan­di­da­tur für das Amt als Frau zu zwin­gen. Wenn das Libe­ra­lis­mus, „freie Demo­kra­tie“ gar, ist, dann steht es um sel­bi­gen noch schlech­ter als befürch­tet.

Man sol­le jetzt, beschied Dr. Tina Pan­nes, „Idea­lis­mus­ver­tei­di­gungs­mäd­chen“ (Twit­ter), „die Wut“ wie­der in „Poli­tik­lie­be“ ver­wan­deln. Wenn das Kar­ten­haus des Idea­lis­mus kra­chend zu Boden fällt, hilft viel­leicht ein Bie­ne-Maja-Pfla­ster.

Es ist Wahl­kampf, die „Idea­lis­mus­ver­tei­di­gungs­mäd­chen“ (Twit­ter) flie­gen tief.

Piratenpartei
Medi­en­kri­tik CXV: Frei­heit. Wür­de. Kata­stro­phen.

Im Sep­tem­ber 2017 ver­üb­te die Pira­ten­par­tei Deutsch­land einen alber­nen Image­film, der sie zu alter Beliebt­heit zurück­füh­ren soll­te. Bekannt­lich hat das nicht beson­ders gut funk­tio­niert, die Pira­ten­par­tei blieb bis 2018 erst weit­ge­hend unsicht­bar und lan­de­te dann qua­si gleich­zei­tig einen uner­war­te­ten Erfolg und einen erwart­ba­ren Miss­erfolg, indem sie gegen die EU-Poli­tik von CDU, CSU, SPD und Grü­nen pro­te­stier­te und Que­re­len mit ihrer Kan­di­da­ten­li­ste ange­tra­gen bekam.

Aus den drei Dar­stel­lern des Vide­os ist trotz­dem etwas gewor­den: Seba­sti­an Alscher ist inzwi­schen Bun­des­vor­sit­zen­der der Par­tei, Anja Hir­schel ist zum bekann­ten Pla­kat­mo­tiv avan­ciert und René Pick­hardt ist René Pick­hardt. Lei­der steht aber schon wie­der eine Wahl an, wes­halb ein wenig Öffent­lich­keits­ar­beit gera­ten schien. Um die zahl­rei­chen Feh­ler vom letz­ten Mal – vom erschos­se­nen Dro­gen­vo­gel bis hin zur Mas­sa­ge-mit-Hap­py-End-Musik – nicht zu wie­der­ho­len, hat man vie­les anders gemacht.

‘Medi­en­kri­tik CXV: Frei­heit. Wür­de. Kata­stro­phen.’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 25. April 2019

Künst­li­che Intel­li­genz ist echt eine fei­ne Sache zur Ter­ror­ab­wehr: In drei Pro­mil­le der Fäl­le tippt sie nicht dane­ben.


Beim ZDF gibt es auch eng­li­sche Unter­ti­tel. Hof­fent­lich ist das Unter­ti­telungs­team bes­ser qua­li­fi­ziert als das Twit­ter­team.


Unge­wöhn­li­che mora­li­sche Unter­stüt­zung für Edward Snow­den, der sich seit sechs Jah­ren vor der NSA ver­steckt: Eigent­lich habe er ja Recht gehabt, befin­det die NSA.


Die Grü­nen, deren Leit­bild, das Frau­en qua Geschlecht in Vor­stän­de rein­drücken möch­te, gegen Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG ver­stößt, fin­den, dass einer ihrer erfolg­reich­sten Poli­ti­ker, der tref­fend fest­ge­stellt hat, dass ein Groß­teil der tat­säch­li­chen Bahn­pas­sa­gie­re eben aus alten wei­ßen Men­schen und nicht aus Inte­grier­ten besteht, gefäl­ligst aus der Par­tei gewor­fen wer­den müs­se, weil das gegen „das grü­ne Leit­bild“ und das Grund­ge­setz ver­sto­ße. Ich habe gar nicht genug Stir­ne für mei­ne Hän­de.


Eine kuwai­ti­sche Ärz­tin hat ein Mit­tel gegen Homo­se­xua­li­tät gefun­den: Ein­fach etwas in den Hin­tern schie­ben und dabei Zwie­beln essen.


Fefe fasst das Trei­ben von Mozil­la gut zusam­men: „Was die immer alle mit ihrem Python haben!“

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik extern: Ein Foto ist kein Foto.

Auch:

Das Bild des schwar­zen Lochs von M87 ging um die Welt. Aber es ist kein Foto. (…) Mathe­ma­tisch kann gezeigt wer­den, dass es eine unend­lich gro­ße Anzahl mög­li­cher Bil­der gibt. Schlim­mer noch: Wenn nur ein Teil der Fou­rier­trans­for­ma­ti­on vor­liegt, gibt es immer auch fal­sche Bil­der, die sogar bes­ser zu den vor­lie­gen­den Daten pas­sen als das ech­te Bild!

Aber das empowert eben nicht so schön.

Netzfundstücke
Du bist, was du isst

In den Kolum­nen bei SPARGEL „SPIEGEL ONLINE“ wur­de die­ser Tage nicht nur fest­ge­stellt, dass Spar­gel men­schen­ver­ach­tend sei, son­dern auch unter Zuhil­fe­nah­me eines Dep­pen­kom­mas rich­tig erkannt:

„Zigeu­ner­schnit­zel“ zu essen, ist kein Men­schen­recht.

So viel Weis­heit hät­te ich Fer­da Ata­man („lebt in Ber­lin“, aber als Dia­gno­se) auf­grund des publi­zie­ren­den Medi­ums gar nicht zuge­traut: Es gibt kein Men­schen­recht dar­auf, einem Fleisch­ge­richt nicht nur einen bestimm­ten Namen zu geben, son­dern es über­dies zu ver­spei­sen!

Und wei­ter:

Poli­tisch kor­rekt zu sein, steht für die grund­sätz­li­che Hal­tung, respekt­voll mit­ein­an­der umzu­ge­hen.

Und mit sei­nem Mit­tag­essen, ver­steht sich.


Inzwi­schen bei der SPD: Kata­ri­na Bar­ley, Spit­zen­kan­di­da­tin ihrer „Par­tei“ für die kom­men­de Euro­pa­wahl und somit viel­leicht knapp im näch­sten euro­päi­schen Par­la­ment, erklärt Phy­sik.

Ich fin­de es gut, dass auch für E‑Books bald der ver­min­der­te Mehr­wert­steu­er­satz gilt. Mei­ne Lieb­lings­bü­cher (…) las­sen sich so auch leich­ter auf Rei­sen mit­neh­men.

Man kennt das ja: Fru­strier­te Gesich­ter beim Auf­ge­ben von Kof­fern – die Mehr­wert­steu­er ist zu schwer und kann lei­der nicht mit­kom­men. End­lich gehört die­ses Pro­blem bald der Ver­gan­gen­heit an!

Mir wird geschlechtIn den NachrichtenMontagsmusik
Циолковская – Про Господа и Будду (live)

D̲̬̲̹̹ͥ͌ͯͩ̉̈͡ḭ̠̗̞͕̜̯̓ͭe̛̠̓͋ ̵̖̹̦̹S͙͐ͧọ̗͊͐ͪ̅͟n͖͖̺͔̙̑͡n̫̗͖̠̰͓̩e̴ͥͧ̀̓ͫ̑ ̻̼̮̹̎ͅs͒̄͆̆̏ͧc̹̙͉̥͉͍ͭ̓ͤͩ͜h͈̹̟̝̫̳̝ͨ͂̔̌̓e͔͉̥͞ͅǐ̫͉̮̥͊͒ͧ̂̐nͫ̒ͧ̿t͎̹̗͇̐ͤ..̷̮͓̟͎ͯ̈́ͦ̓ͮ̏.̬̬̗̘͚̒̾̿̾̎͠Es ist Mon­tag. Es ist doch Mon­tag, oder? Hun­de sind sau­be­rer als Men­schen mit Bart, über Pan­da­bä­ren fällt bei „ze.tt“ natür­lich wie­der kein Wort.

Die AfD, wuss­te am Sonn­abend „Emnid“ zu ver­mer­ken, sei in Neu­fünf­land der­zeit – ein Schock! – die umfra­gen­stärk­ste Par­tei. Ich bin davon über­zeugt, dass das mit der bis­he­ri­gen Poli­tik in den betref­fen­den Regio­nen über­haupt nichts zu tun hat. In Ber­lin ver­sucht man es trotz­dem auf bekannt plum­pe Wei­se: Den rich­ti­gen Sozia­lis­mus habe es bis­her ja auch noch gar nicht gege­ben. Sozia­lis­mus ohne eine demo­kra­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on der Gesell­schaft gebe es nicht, hei­ße es dort, berich­tet Johan­nes C. Bocken­hei­mer. Eine demo­kra­tisch orga­ni­sier­te Gesell­schaft, die im rich­ti­gen Sozia­lis­mus leb­te, wähl­te die­sen aber wahr­schein­lich schnellst­mög­lich ab. In Sri Lan­ka nimmt die Regie­rung den Bür­gern Twit­ter und Face­book weg, weil dort – in Sri Lan­ka, nicht auf Twit­ter und Face­book – Bom­ben deto­nier­ten. Das haben sie jetzt davon. Die katho­li­sche Kir­che för­dert wäh­rend­des­sen den Wie­der­auf­bau der abge­brann­ten Tei­le der Not­re Dame. Finan­zi­ell? Haha, natür­lich nicht!

Apro­pos Finan­zen: Bei Micro­soft wer­den alte wei­ße Män­ner offen dis­kri­mi­niert. Mich über­rascht nicht, dass das Pres­se­echo nebst femi­ni­sti­schem Geplär­re auf allen Kanä­len dies­mal eher lei­se aus­fällt. – Ärger­lich ist es, sich nicht ent­schei­den zu kön­nen, ob man eher „Upload­fil­ter“ oder das Han­dels­ab­kom­men mit Kana­da ablehnt. Drei Jah­re nach der Dau­er­be­schal­lung mit Demon­stra­tio­nen „gegen CETA“ stellt sich jetzt her­aus, dass die­ses CETA uns noch mal nütz­lich wer­den könn­te: Upload­fil­ter kol­li­die­ren mit CETA. Es gibt kei­ne Über­le­ben­den.

Zu phi­lo­so­phi­schen The­men etwa bei „SPIEGEL ONLINE“ lesen zu wol­len berei­tet Kopf­pein. Gegen Kopf­pein hilft aller­dings auch heu­te garan­tiert: Musik.

Ciol­kows­ka – Про Господа и Будду (udU­b­ren­je cover) // 18.11.2018 live @ Сердце

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Merz­bow, Kei­ji Hai­no, Balázs Pán­di – An Untrou­ble­so­me Defen­ce­l­ess­ness

Merzbow, Keiji Haino, Balazs Pandi - An Untroublesome DefencelessnessLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Zu den hier wie­der­keh­ren­den Musi­kern der letz­ten Zeit zählt der Gitar­rist Kei­ji Hai­no, von dem ich inzwi­schen bei­na­he anneh­men möch­te, dass es phy­si­ka­lisch unmög­lich ist, ihn auf einem schlech­ten Musik­al­bum spie­len zu las­sen. Seit 2016 kann man ihn auch auf „An Untrou­ble­so­me Defen­ce­l­ess­ness“ (Amazon.de, TIDAL) hören, auf dem er an der Sei­te des her­vor­ra­gen­den Noi­se­mu­si­kers Merz­bow sowie des Schlag­zeu­gers Balá­sz Pán­di musi­ziert.

Das Album besteht aus zwei Stücken, die in drei bezie­hungs­wei­se vier parts auf­ge­teilt sind. Ein Gen­re ist zu mei­ner Freu­de nicht aus­zu­ma­chen. Das erste der bei­den Stücke, „Why Is the Cour­te­sy of the Prey Always Con­fu­sed with the Cour­te­sy of the Hun­ters…“, klingt unge­fähr so: Wuschhhhh PIU wrrrrrrrrrrrrrr NIUNIU! Da kann man mit­sin­gen. – Merz­bow erzeugt einen wal­len­den Klang­tep­pich, dazu spielt Balá­sz Pán­di eine Viel­zahl an Rhyth­men, immer wie­der lässt Kei­ji Hai­no sei­ne Gitar­re und/oder Syn­the­si­zer hoch­tö­nig dazwi­schen­ru­fen. Als Schul­klas­se müss­ten sie alle nach­sit­zen, als Musik­grup­pe ist es ein Gedicht. Ver­glei­che? Pff!

Das fast genau so grif­fig hei­ßen­de zwei­te Stück, „How Dif­fer the Ins­truc­tions of the Left from the Ins­truc­tions of the Right?“ (gute Fra­ge auch), nimmt, viel­leicht etwas deut­li­cher von einer unge­dul­di­gen Gitar­re getrie­ben, die­ses Muster auf und spinnt es wei­ter. Immer wie­der glau­be ich in den Ein­wür­fen der Gitar­re Wör­ter zu erken­nen: sie rifft nicht, sie erzählt eine Geschich­te.

Der drit­te part die­ses Stücks beginnt mit akzent­hal­ti­gen eng­li­schen vocals, die Kei­ji Hai­no, einem enga­gier­ten Poli­ti­ker ähn­lich, wie von einem Podest her­un­ter­schreit. Es geht unter ande­rem um das Buch der Ewig­keit, aber wer gute Tex­te hören möch­te, der hört ver­mut­lich schon seit min­de­stens zwei Absät­zen lie­ber etwas ande­res als die­ses Album. Wäh­rend einer Rede­pau­se inten­si­viert sich ein Fabrik­hal­len-indu­stri­al, wie ich ihn unter ande­rem bei Plu­rals schon zu hören das Ver­gnü­gen hat­te.

Dass ich melo­die­frei­en Lärm mag, hat­te ich hier in der Ver­gan­gen­heit ja bereits durch­schei­nen las­sen. „An Untrou­ble­so­me Defen­ce­l­ess­ness“ ist inso­fern eines die­ser Alben, die lang­jäh­ri­gen Lesern viel­leicht ein ähn­li­ches Ver­gnü­gen berei­ten wie bereits die vor­he­ri­gen. Wie dem auch sei: Mir gefällt’s.

In den NachrichtenComputer
„Ale­xa, siche­re mein Kraft­werk!“

Rich­ti­ges Pro­blem, fal­sche Lösung:

Es ist der Beginn einer ganz neu­en Qua­li­tät von Cyber­an­grif­fen. So zumin­dest schät­zen Exper­ten einen Hacker­an­griff in Sau­di-Ara­bi­en ein. Eine Grup­pe hat dabei einen Com­pu­ter­vi­rus in das System eines Kraft­werks ein­ge­schleust und hät­te es damit zer­stö­ren kön­nen[.] (…) [I]n der glo­ba­li­sier­ten Welt, in der immer mehr Din­ge mit dem Inter­net ver­netzt sind, gibt es kein „weit weg“ mehr[.]

Kraft­wer­ke sind also ver­gleichs­wei­se leicht angreif­bar, weil irgend­ein Hip­sterd­ödel sie „mit dem Inter­net ver­net­zen“ muss. Macht man halt so. Das Pro­blem wäre, meint Eva Wol­fan­gel von „ZEIT ONLINE“, daher ein­fach aus der Welt zu schaf­fen: Man möge ein­fach die­se Total­ver­net­zung sein las­sen ein TÜV-Sie­gel dran­kle­ben:

Ros­sow ist über­zeugt, dass es in Zukunft mög­lich sei, einen völ­lig feh­ler­frei­en Code zu garan­tie­ren und eine ent­spre­chen­de Zer­ti­fi­zie­rung für kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren ein­zu­füh­ren.

Bis dahin dürf­te es genü­gen, ein­fach mehr Code auf das Pro­blem zu schmei­ßen, bis man es nicht mehr sieht:

Bis dahin müs­sen Unter­neh­men ande­re Sicher­heits­me­cha­nis­men ein­bau­en, um Angrif­fe zumin­dest zu erschwe­ren.

Ob es schon eine „Ale­xa“ mit Tür­ste­her­funk­ti­on gibt?

ProjekteNerdkrams
In eige­ner Sache: Unping ALL the links!

Anfang April 2019 ver­brei­te­te sich die Mel­dung, dass es in Chro­me, Safa­ri und code­ver­wand­ten Brow­sern künf­tig nicht mehr mög­lich sein soll, die Link­ver­fol­gung mit­tels des ping-Attri­buts zu deak­ti­vie­ren. Das Pro­blem wäre mit einem Benut­zer­skript ein­fach gelöst:

window.addEventListener("load", function() {
    let links = document.getElementsByTagName("a");
    for (let i = 0; i < links.length; i++) { links[i].removeAttribute("ping"); }
}, false);

Weil die Ein­rich­tung eines sol­chen Skripts aber nicht unbe­dingt ein­steig­er­freund­lich ist, Ein­stei­ger aber gera­de die­je­ni­gen sind, die vor all­zu viel Über­wa­chung geschützt wer­den müs­sen, bot es sich an, eine Chro­meer­wei­te­rung zu pro­gram­mie­ren, die das auto­ma­ti­siert. Über­ra­schen­der­wei­se hat Goog­le die­se Erwei­te­rung sogar frei­ge­schal­tet: Nut­zer kom­pa­ti­bler Brow­ser – Fire­fox benö­tigt zur­zeit kei­ne zusätz­li­che Erwei­te­rung, dort ist das Deak­ti­vie­ren von „Pings“ noch die Stan­dard­ein­stel­lung – fin­den sie im Chro­me Web Store.

Sie möge euch gute Dien­ste lei­sten.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Noch schnel­ler noch schö­ner! Drei Titel­sei­ten.

Schön zu wir­ken reicht nicht mehr, schnell sein muss man auf dem Weg dahin auch. Das hat die Titel­re­dak­ti­on der Zeit­schrift „mys­elf“ rich­tig erkannt und ver­spricht neben einem Foto von einer über­haupt nicht schön, son­dern eher gru­se­lig geschmink­ten Frau:

Schön in 5 Minu­ten

Die aktu­el­le Aus­ga­be der „Jolie“ geht noch etwas wei­ter ins Detail:

Wow-Haa­re in 3 Minu­ten!

Blei­ben nach Bear­bei­tung der Wow-Haa­re also zwei für den Rest der Per­son – das muss rei­chen. In einem so groß­zü­gi­gen Zeit­rah­men blei­be sogar etwas Puf­fer übrig, fin­det die Redak­ti­on der „JOY“:

Schön in 60 Sekun­den – 20 genia­le Tur­bo-Tricks für Haa­re, Haut & Kör­per

Papier­tü­ten sol­len ja auch gut für die Umwelt sein.

PolitikIn den Nachrichten
Vom „Brexit“ für die EU ler­nen (2)

März 2019:

Dem Vor­sit­zen­den zufol­ge habe man nun eine Mehr­heit von 60 Pro­zent bei­sam­men, die einen Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der Euro­päi­schen Uni­on ableh­ne.

April 2019:

In einer neu­en You­Gov-Umfra­ge zur Euro­pa­wahl­ab­sich­ten im Ver­ei­nig­ten König­reich ist Nigel Fara­ges Brexit Par­ty (…) mit einem Zuwachs von 15 Punk­ten neue stärk­ste Par­tei vor der von 24 auf 22 Pro­zent abge­sack­ten Labour Par­ty.

In die Rufe nach einem wei­te­ren Refe­ren­dum erwä­ge ich inzwi­schen ein­zu­stim­men. So bil­lig kriegt man so gro­ße Komö­di­en sonst sel­ten zu sehen.

PolitikNetzfundstücke
Mit Copy & Paste in Amt und Wür­de

Dass die Pira­ten­par­tei ihren Wahl­kampf zur Euro­pa­wahl 2019 unter dem Mot­to „Frei­heit. Wür­de. Teil­ha­be.“ antritt, fin­de ich wenig­stens tra­gi­ko­misch, gibt es doch auf euro­päi­scher Ebe­ne kein ein­zi­ges Gesetz, das die Wür­de von EU-Bür­gern ver­bes­sern könn­te. Wäh­rend ich also noch dar­über nach­den­ke, ob die Mot­to­ver­ant­wort­li­chen der Pira­ten­par­tei nur das Par­la­ment, in das die Par­tei zum zwei­ten Mal hin­ein­ge­lan­gen möch­te, über­haupt nicht ken­nen, über­brücke ich die Zeit sinn­voll und gucke mir mal an, was die F.D.P. so treibt.

‘Mit Copy & Paste in Amt und Wür­de’ wei­ter­le­sen »

ComputerPolitikIn den Nachrichten
Fern­ge­steu­er­te Intel­li­genz

Ist es nicht beru­hi­gend zu wis­sen, dass die Zukunft des Stra­ßen­ver­kehrs ganz von künst­li­cher Intel­li­genz beherrscht wer­den wird?

Die kali­for­ni­sche Gesetz­ge­bung schreibt vor, dass Fahr­zeu­ge ohne einen Fah­rer Fern­steue­rung zulas­sen müs­sen. Flo­ri­da, Ari­zo­na, Ore­gon und Washing­ton erwä­gen ver­gleich­ba­re Regeln.

(Über­set­zung von mir.)

Aber kei­ne Sor­ge – Autos kön­nen nur von geneh­mig­ter Stel­le fern­ge­steu­ert wer­den. Undenk­bar, dass ein Hacker auf die Idee käme, ein Auto in vol­ler Fahrt wider­recht­lich fern­zu­steu­ern!


Aus der belieb­ten Rei­he „ohne die EU gin­ge es uns allen viel schlech­ter“: EU arbei­tet an neu­er Vor­rats­da­ten­spei­che­rung. Haha, die­se Bri­ten. Die wis­sen ja gar nicht, was ihnen ent­geht.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Aluk Todo­lo – To Keep Silent

Ausgewogene Ernährung ist wichtigEs ist Mon­tag. Im 21. Jahr­hun­dert basie­ren nur qua­li­ta­tiv nied­ri­ge Platt­for­men, Syste­me und Struk­tu­ren auf Wachs­tum. Ich wach­se nicht, mei­ne nied­ri­ge Qua­li­tät hat also ande­re Grün­de. Immer­hin! Man rei­che mir den Qua­li­täts­pan­da.

Macht wie­der kei­ner, statt­des­sen wird mir ein supra­na­tio­na­li­sti­scher Grie­che gereicht: Yanis Varou­fa­kis möch­te, weil es in Grie­chen­land gera­de nicht so gut aus­sieht, jetzt deut­scher Abge­ord­ne­ter im näch­sten euro­päi­schen Par­la­ment wer­den. Mit Geld – und dar­um geht es dort – kennt er sich ja aus.

Vor der Wahl dre­hen ohne­hin alle durch: Ulrich Schul­te von der grü­nen Haus­po­stil­le „taz“ mel­det Zwei­fel an Robert Habeck an; Julia Reda, hier­zu­lan­de in viel zu vie­len viel zu dum­men Zei­tungs­ar­ti­keln mit den Wor­ten zitiert, man sol­le bit­te nicht die Pira­ten­par­tei wäh­len, wünsch­te den fran­zö­si­schen Pira­ten viel Erfolg; nur die SPD bleibt sich treu und quas­selt wie­der unüber­leg­tes Zeug in die Medi­en rein: „Daten von gro­ßen Digi­tal­kon­zer­nen soll­ten in einer euro­päi­schen Cloud gesam­melt wer­den, for­dert die Justiz­mi­ni­ste­rin“, denn wenn Deutsch­land eines über­zeu­gend hin­be­kommt, dann ja wohl EDV-Infra­struk­tur­pro­jek­te! Ob die euro­päi­sche Cloud wohl auch DE-Mail unter­stützt?

In Eng­land ent­ging eine betrun­ke­ne Auto­fah­re­rin auf­grund ihres Geschlechts dem Gefäng­nis. Das muss die­ses Patri­ar­chat sein. Bestimmt hät­ten die Medi­en auch dar­über berich­tet, aber sie hat­ten lei­der zu tun: Ein Ser­ver war aus­ge­fal­len, ist aber wie­der da. Die­ses Lei­stungs­schutz­recht macht mich fer­tig.

Und wenn ich fer­tig bin, höre ich mei­stens Musik.

Aluk Todo­lo – To Keep Silent

Guten Mor­gen.