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Musik 06/2018 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 20 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Kaum ist es mal schier uner­träg­lich warm gewor­den, schon ist wie­der ein hal­bes Jahr vor­bei. Das kann nur eines bedeu­ten: Es ist wie­der Zeit für die besten Musikal­ben des ersten Halb­jah­res 2018. Dass seit der letz­ten Rück­schau sowohl Mark E. Smith und mit ihm wohl auch The Fall als auch Den­nis Edwards (The Temp­t­ati­ons) und Jon Hise­man (Colos­se­um, Colos­se­um II, JCM) sich für immer aus der Musik und vor­aus­sicht­lich auch aus der Welt der Leben­den ver­ab­schie­det haben, mahnt zur Eile. Wer weiß, wie vie­le Künst­ler ster­ben, wäh­rend ich dies hier schrei­be?

Sicher­heits­hal­ber griff ich der Liste bereits vor: Die aktu­el­len Stu­dio­al­ben von awa­ke­but­stil­lin­bed, Mes­sa und den bei­den Davids Cross und Jack­son blei­ben Teil der dies­jäh­ri­gen Emp­feh­lun­gen, auch das Debüt­al­bum „Dan­ger Dance“ von Nose­holes, deren titel­lo­se EP mich Anfang Janu­ar zu einer Rezen­si­on ver­an­lass­te, ist erwar­tungs­ge­mäß gut gewor­den.

Was sonst noch los war, folgt sofort.

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Annah­men zum Links­sein (4): Wohl­stand ist links­extrem.

Manch­mal ist es magen­scho­nend, nicht alle Nach­rich­ten zeit­nah, wie man auf Neu­deutsch sagt, zu ver­fol­gen. Zu mei­ner nach­träg­li­chen Freu­de hat­te ich bis gestern völ­lig ver­passt, dass Yanis Varou­fa­kis, ehe­ma­li­ger grie­chi­scher Finanz­mi­ni­ster, bereits 2016 eine „lin­ke pan­eu­ro­päi­sche poli­ti­sche Bewe­gung“ (Wiki­pe­dia) unter dem bemer­kens­wer­ten Titel „Demo­cra­cy in Euro­pe Move­ment 2025“, kurz: „DiEM25“, gegrün­det hat­te.

Es geht den Orga­ni­sa­to­ren dar­um, mit­tels der För­de­rung des star­ken Über­staa­tes „Euro­pa“, also dem alt­be­kann­ten Supra­na­tio­na­lis­mus, die tota­le Demo­kra­tie zu errei­chen. Natür­lich exi­stiert ein „Mani­fest“, das den Auf­ruf ent­hält, Euro­pa sei bis spä­te­stens 2025 zu „demo­kra­ti­sie­ren“, und viel zu lang ist. Wenn ich einen Auf­ruf zur Demo­kra­ti­sie­rung irgend­wel­cher Staa­ten – und ein sol­cher ist Euro­pa in den Augen der Supra­na­tio­na­li­sten – lese, habe ich immer ein biss­chen Angst um sei­ne Ein­woh­ner. Afgha­ni­stan steckt tief.

Für den Fall, dass jemand, etwa ich, kei­ne Lust haben soll­te, den gan­zen Senf bis zum Ende durch­zu­le­sen, haben die Ver­fas­ser in „Kür­ze“ in ihr Mani­fest hin­ein­ge­schrie­ben, was sie eigent­lich wol­len:

Unse­re vier Grund­sät­ze lau­ten:

Kein Land kann frei sein, wenn die Demo­kra­tie eines ande­ren ver­letzt wird.
Kein Land kann in Wür­de leben, wenn einem ande­ren die Wür­de vor­ent­hal­ten wird.
Kein Land kann auf Wohl­stand hof­fen, wenn ein ande­res in per­ma­nen­te Zah­lungs­un­fä­hig­keit und wirt­schaft­li­che Depres­si­on gedrängt wird.
Kein Land kann wach­sen, ohne dass sei­ne schwäch­sten Bür­ger Zugang zu grund­le­gen­den Gütern haben, ohne das Ziel mensch­li­cher Ent­wick­lung, öko­lo­gi­schen Gleich­ge­wichts und der Über­win­dung der Ära der fos­si­len Brenn­stof­fe.

(Unter­strei­chun­gen von mir.)

Frei­heit, Wür­de, Wohl­stand, Wachs­tum und Wind­kraft für Euro­pa. Fedidw­gugl. Wenn das links ist, fär­be ich mir gleich mor­gen die Haa­re rot und ram­me mir eine Sicher­heits­na­del ins Gemächt. Zum Glück schei­nen die Noch-nicht-Macher sich selbst noch nicht ganz sicher zu sein, was sie eigent­lich sind: „Wir wol­len (…) ein rea­li­sti­sches Euro­pa, das sich radi­ka­le, aber erreich­ba­re demo­kra­ti­sche Refor­men vor­nimmt“ (ebd.), also radi­kal erreich­ba­re Demo­kra­tie für die rea­li­sti­sche Über­na­ti­on. Ich habe mir Radi­ka­lis­mus immer irgend­wie anders vor­ge­stellt.

Wer steckt denn nun dahin­ter? Natür­lich ein „Kol­lek­tiv“:

DiEM25 ist eine euro­pa­wei­te, grenz­über­schrei­ten­de Bewe­gung von Demo­kra­ten.

Und die Demo­kra­ten stecken vol­ler Furcht, denn sie sehen Natio­na­lis­mus und fin­den die­sen nur gut, wenn es der eige­ne ist, und sonst eher nicht:

Zur glei­chen Zeit wie das Ver­trau­en in die EU schwin­det, sehen wir einen Anstieg von Men­schen­ver­ach­tung, Frem­den­feind­lich­keit und Natio­na­lis­mus. Wenn die­se Ent­wick­lung nicht been­det wird, befürch­ten wir eine Rück­kehr zu den 1930er Jah­ren.

Wie schon in „den 1930er Jah­ren“ hilft es bei der Wahr­heits­fin­dung, die bei­den Jahr­zehn­te davor nicht gänz­lich zu igno­rie­ren: In der „Wei­ma­rer Repu­blik“ genann­ten Pha­se der deut­schen Geschich­te, die 1933 ende­te, war die SPD, ob nun mehr­heit­lich oder unab­hän­gig, trotz (oder wegen?) der Zustim­mung zu den Kre­di­ten für den Ersten Welt­krieg und des anschlie­ßen­den Meu­chelns von Karl Lieb­knecht und Rosa Luxem­burg eine ähn­lich ein­fluss­rei­che Par­tei wie sie es heu­te seit inzwi­schen fast zwan­zig viel zu lan­gen Jah­ren ist. Wie aber (außer, indem man nicht die SPD wählt) kann man die Zeit­rei­se denn ver­hin­dern?

Na, indem man Pro­fis fragt!

Des­halb sind wir (…) zusam­men gekom­men, – Grü­ne, radi­ka­le und libe­ra­le Lin­ke, – um die EU zu repa­rie­ren. Die EU muss wie­der eine Gemein­schaft für gemein­sa­men Wohl­stand, Frie­den und Soli­da­ri­tät für alle Euro­pä­er wer­den.

So geht die neue demo­kra­ti­sche Revo­lu­ti­on: Gemein­sam mit Grü­nen und Links­ra­di­ka­len für gemein­sa­men Wohl­stand in einem neu­en, noch bes­se­ren, weil grö­ße­ren und damit soli­da­ri­sche­ren Natio­nal­staat.

Ich wün­sche mir manch­mal, es wären noch mehr Leu­te poli­tik­ver­dros­sen. Zum Bei­spiel jetzt gera­de.

Jeder war ein­mal Sozi­al­de­mo­krat.
Adolf Hit­ler, 1922


Nach­trag: Anders­wo wer­de ich kor­rekt als libe­ral, die­ser Bei­trag jedoch als spöt­tisch wahr­ge­nom­men. Dann habe ich ja alles rich­tig gemacht.

MontagsmusikMir wird geschlechtIn den Nachrichten
Pond – Eye Pat­tern Blind­ness

Hellwach (Vorher-Bild)Es ist Mon­tag. Den­noch ist eine aus­ge­las­se­ne Stim­mung zu spü­ren, als wären alle schlim­men Din­ge, die auf der Welt pas­sie­ren, über Nacht ein­fach ver­schwun­den. Ein Blick in die Medi­en bestä­tigt: Hun­ger und Elend sind ver­ges­sen, denn in Russ­land wird Fuß­ball gespielt. Dann fehlt ja nicht mehr viel für eine per­fek­te Welt, allen­falls ein Pan­da­bär.

Mit dem Recht auf freie Rede ist es in den USA, glaubt man Fefe, bald auch außer­halb von Uni­ver­si­tä­ten vor­bei. Klar: Mei­nungs­frei­heit, die Befind­lich­kei­ten im Weg steht, muss aus sel­bi­gem geräumt wer­den. Wir leben in einer moder­nen, auf­ge­klär­ten Gesell­schaft und sind nicht mehr wie frü­her. Sogar unser Krieg hat kei­ne Loot­bo­xen mehr. Sobald ich her­aus­ge­fun­den habe, was eine Loot­box ist, kann ich mich viel­leicht sogar qua­li­fi­ziert dazu äußern. – Apro­pos Qua­li­fi­ka­ti­on: Was macht man eigent­lich als Frau, wenn man einen der begehr­ten, weil bes­ser bezahl­ten Füh­rungs­po­si­tio­nen in einer Behör­de oder einem Unter­neh­men zuge­wie­sen bekom­men möch­te? Här­ter dafür arbei­ten? Haha, nein, natür­lich nicht: Man schreibt sei­nem Vor­ge­setz­ten einen Brief, in dem steht, dass man wegen sei­nes Geschlechts doch bit­te eine Füh­rungs­po­si­ti­on ver­dient habe. Sich die erar­bei­ten zu müs­sen ist sexi­stisch und frau­en­feind­lich, dar­un­ter machen sie’s nicht.

Vie­len Arbeits­lo­sen fehlt das Geld für eine war­me Mahl­zeit. Tooo­or!; bezie­hungs­wei­se: Mahl­zeit.

Wohl bekommt dann doch eher Musik.

Pond – Eye Pat­tern Blind­ness (Live on KEXP)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Sach­sen auf Ita­lie­nisch

Es spe­ku­liert weni­ge Wochen nach dem Zustan­de­kom­men des Bünd­nis­ses aus „Links­po­pu­li­sten“ und „Rechts­po­pu­li­sten“ das Qua­li­täts­me­di­um „ZEIT ONLINE“ auf­grund der aktu­el­len Umfra­ge­wer­te der säch­si­schen AfD:

Die Rede ist von einem Bünd­nis der CDU mit der Lin­ken. Was heu­te fast jedes Mit­glied der bei­den Par­tei­en als Absur­di­tät weg­st­rei­ten wür­de, wäre im Lich­te so eines Wahl­er­geb­nis­ses die wah­re Ver­nunft­ent­schei­dung.

Was könn­te da schon schief­ge­hen? :ja:

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt zum EU-Lei­stungs­schutz­recht

Ob die­je­ni­gen, die laut­stark bekla­gen, dass Groß­bri­tan­ni­ens Aus­tritt aus der EU den wei­te­ren Zusam­men­halt „Euro­pas“ (hier: der in der Euro­päi­schen Uni­on zusam­men­ge­schlos­se­nen Staa­ten) gefähr­de, und wei­ter­hin behaup­ten, dass, wer an der EU zwei­felt, unbe­dingt in die Grup­pe der „Rechts­extre­mi­sten und Links­ra­di­ka­le, Popu­li­sten aller Cou­leur, Putin-Ver­tei­di­ger, Sta­lin-Nost­al­gi­ker, Erz­kon­ser­va­ti­ve und Abend­land-Kle­ri­ka­le, Anti­ka­pi­ta­li­sten und Befrei­ungs­schwär­mer“ gehö­ren müs­se, wohl die glei­chen sind wie die­je­ni­gen, die jetzt laut­stark bekla­gen, dass ein maro­die­ren­der Ein­zel­tä­ter aus der rechts­po­pu­li­sti­schen CDU das in Deutsch­land geschei­ter­te „Lei­stungs­schutz­recht“ – ohne Anfüh­rungs­zei­chen täte das Wort noch mehr im Kopf weh als sowie­so schon – jetzt in ver­schärf­ter Form auf gesamt­eu­ro­päi­scher Ebe­ne ein­füh­ren zu las­sen beab­sich­tigt und dar­an kaum mehr gehin­dert wer­den kann, weil die Bür­ger­be­we­gung, die noch vor weni­gen Jah­ren schlag­kräf­tig genug schien, um das Inter­net fast im Allein­gang vor Polit­pflau­men zu ret­ten, näm­lich die Pira­ten­par­tei, auf­ge­ge­ben hat, mehr als die sonst­wie­viel­te Kopie sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Jugend­be­we­gun­gen sein zu wol­len, und die Bereit­schaft und/oder Fähig­keit der Bür­ger auch und gera­de wäh­rend der lästi­gen Fuß­ball­zeit, über das Schick­sal des Inter­nets noch selbst ent­schei­den zu wol­len, nach der unsäg­li­chen „Hatespeech“-Kampagne der dama­li­gen Bun­des­re­gie­rung, ange­spielt über Ban­de von bizarr­fe­mi­ni­sti­schen Zir­keln, in Ver­bin­dung mit immer nied­ri­ge­ren gei­sti­gen Hür­den zur Benut­zung von EDV-Hard­ware, was nicht sel­ten mit der wie­der­hol­ten Ver­brei­tung von Schad­soft­ware auf­grund schie­rer Nai­vi­tät einen wei­te­ren Höhe­punkt erklimmt, eine schwä­cher wer­den­de Erin­ne­rung ist?

PolitikIn den Nachrichten
Wochen­tags­bronx Ber­lin

Wie geht es eigent­lich der rot-rot-grü­nen Modell­stadt Ber­lin? Nun, unge­fähr so:

Für das kom­men­de Wochen­en­de hat die Ber­li­ner Bun­des­po­li­zei ein Ver­bot zum Mit­füh­ren von gefähr­li­chen Werk­zeu­gen (…) an ver­schie­de­nen Bahn­hö­fen erlas­sen (…). Auf Grund der Zunah­me der Gewalt­in­ten­si­tät hat die Bun­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Ber­lin eine Ord­nungs­ver­fü­gung erlas­sen und weist in die­sem Zusam­men­hang auf das Ver­bot des Mit­füh­rens von gefähr­li­chen Werk­zeu­gen (Mes­ser jeg­li­cher Art, Reiz­gas, Schlag­ge­gen­stän­de usw.) hin.

Unklar ist, ob ein Schrau­ben­zie­her nun als Schlag­ge­gen­stand oder all­ge­mein als gefähr­li­ches Werk­zeug gilt. Dau­ert aber auch nicht lan­ge: Ab Mon­tag dür­fen an Ber­li­ner Bahn­hö­fen wie­der nach Her­zens­lust Klapp­mes­ser und Base­ball­schlä­ger benutzt wer­den. Das ist ja noch kein Zei­chen von Gewalt­ge­neigt­heit, viel­leicht ist man ja auch ein­fach nur ein Hob­by­sport­ler, der sich unter­wegs gern mal ein Bröt­chen schmiert.

PolitikIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Was Deutsch­land bewegt

Es des­in­for­miert noch heu­te Abend der gebüh­ren­fi­nan­zier­te Sen­der „Das Erste“ sei­ne Zuschau­er wie folgt:

War da was mit Özil? Wo ist Sané? Ist Putin böse? Und natür­lich: Wer­den wir wie­der Welt­mei­ster? Fra­gen, die jetzt Deutsch­land bewe­gen.

Böser Putin! Aus!

In den NachrichtenMontagsmusik
Aes­the­sys – Deci­pi­mur Spe­cie Rec­ti // Sport­nicht­nach­rich­ten.

Fußball (Symboleule)Es ist Mon­tag. Kame­le sind kei­ne Haus­tie­re. So trau­rig beginnt eine Woche nur sel­ten. Was wol­len die da oben wohl noch alles ver­bie­ten – etwa Hauspan­das?

Wenig­stens führ­te das viel­leicht zu ange­mes­se­ner Auf­merk­sam­keit. Die­sel­be wird, wirft man einen Blick in die Medi­en, momen­tan nur irgend­wel­chem Sport­kram zuteil, als pas­sier­te auf der Welt sonst gera­de nichts von Belang, als wür­de in kei­nem Krieg gemor­det, als sei die Bun­des­re­gie­rung im Urlaub und die der EU sowie­so. Dabei ist es offen­sicht­lich völ­lig egal, wie gut gespielt wird; ein 0:1 gegen irgend­ei­ne Quatsch­mann­schaft wird da schon mal als „histo­ri­sche Nie­der­la­ge“ (Aylin Güler) bezeich­net. Dabei lädt doch der Umstand, dass Deutsch­land in Russ­land ver­liert, zu viel lusti­ge­ren Ver­glei­chen ein! Aber das ist Sport-„Journalismus“, da wird nicht viel gescherzt. „Tho­mas Mül­ler fand offen­siv nicht wie gewohnt statt“ bild­un­ter­schrieb ein Unmensch auf „WELT ONLINE“ ein Foto von einem Was­ser trin­ken­den Fuß­bal­ler, auf „FAZ.net“, einer ehe­ma­li­gen Nach­rich­ten­sei­te, die 2018 für die von ihr „kura­tier­ten Tweets“ über den­sel­ben Quatsch wirbt, heißt es gleich­zei­tig, hin­ter dem Tor­wart „stan­den eini­ge Fra­ge­zei­chen“. Man emp­fin­det an die­ser Stel­le gro­ßes Unbe­ha­gen und wür­de auch lie­ber nicht statt­fin­den, bis der Unsinn vor­bei ist. Ein­zig Chri­sti­an Spil­ler von „ZEIT ONLINE“ fand die rich­ti­gen Wor­te („Selbst­ge­fäl­lig, behä­big und fast ein wenig dumm“), mein­te damit aber augen­schein­lich lei­der irgend­wel­che über­be­zahl­ten Sport­kas­per und nicht etwa die Jour­nail­le. In Mexi­ko-Stadt gab es zum Tor ein Erd­be­ben. Ich hät­te lie­ber Erd­bee­ren gehabt.

Von der Frak­ti­on aus CDU und CSU ist aller­dings zumin­dest kurz­fri­stig nicht viel Unheil zu erwar­ten, denn ein „erbit­ter­ter Streit“ („WELT ONLINE“) über die Dub­lin-III-Ver­ord­nung und ihre Fol­gen ist, glaubt man den Medi­en, der­zeit ihre größ­te Sor­ge und damit im Fokus der Medi­en. Wer braucht Poli­tik, wenn er statt­des­sen auch sol­chen Fir­le­fanz haben kann?

Was ein Mon­tag auf jeden Fall braucht, ist zumin­dest kei­ne Poli­tik, son­dern Musik. Zum Bei­spiel die­se:

Aes­the­sys – Deci­pi­mur Spe­cie Rec­ti (Live)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 16. Juni 2018

Twit­ter­vor­stand soll sich ent­schul­di­gen, weil er im Monat des Schwu­len­stol­zes im fal­schen Lokal geges­sen hat. :wallbash:


Wis­sen­schaft­ler haben her­aus­ge­fun­den, dass bereits 100 Atom­bom­ben sehr töd­lich sein kön­nen, und raten daher von dem Besitz der­art vie­ler Atom­bom­ben ab.


Als hät­te nicht vor Jahr­zehn­ten ihr bis dato ein­fluss­reich­ster Turn­schuh­trä­ger den Bun­des­tags­prä­si­den­ten ein Arsch­loch genannt und damit den Ruf der Par­tei in ein­schlä­gi­gen Krei­sen sicht­lich gemehrt, weiß die Vize­prä­si­den­tin des aktu­el­len Bun­des­tags, Clau­dia Roth (Grü­ne), was sich gehört und was nicht: Dass ein Rech­ter auf­zeigt, dass ein Teil ihrer Kar­rie­re ver­mut­lich auch von kor­rup­ten Freun­den geför­dert wur­de, möch­te sie nicht hin­neh­men und ver­laut­bart

…, dass hier mit vol­ler Absicht gegen die Geschäfts­ord­nung und die im Bun­des­tag übli­chen Ver­fah­ren ver­sto­ßen wur­de, um (…) die Wür­de des Bun­des­ta­ges zu beschä­di­gen.

So eine Frech­heit von der AfD.


Die „Tages­schau“, deren RSS-Feed kaputt ist, fin­det, viel mehr Leu­te soll­ten einen kaput­ten RSS-Feed­le­ser („Feed­ly“) benut­zen.


Im ehe­ma­li­gen Fach­ma­ga­zin „hei­se online“ wird freu­dig beschrie­ben, auf wel­che Wei­se man anläss­lich der lau­fen­den Welt­mei­ster­schaft im Her­ren­fuß­ball noch schnel­ler jubeln kön­ne, als sei Jubeln bereits ein Lei­stungs­sport und als sei Jubel über­haupt und unbe­dingt anzu­stre­ben. Dass noch wäh­rend der inter­es­san­ten Pha­se die­ser Mei­ster­schaft die elen­de Euro­päi­sche Uni­on, die zu mei­nem völ­li­gen Unver­ständ­nis noch immer nicht ihre fäl­li­ge Auf­lö­sung beschlos­sen hat, schlim­me Fil­ter beschlie­ßen könn­te, lässt der­weil hof­fen: Wenig­stens im Fuß­ball­som­mer kann nie­mand der Poli­tik vor­wer­fen, sie sehe dem Welt­ge­sche­hen nur untä­tig zu. Toren, Toren aller­or­ten.

PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Ram­meln für den Femi­nis­mus.

War­um will die Ber­li­ner SPD eigent­lich femi­ni­sti­sche Por­nos för­dern? Na, dar­um:

Main­stream­porn ist eine extre­me Lei­stungs-Show, bei der alles als per­vers oder Fetisch kate­go­ri­siert wird, was nicht hete­ro­se­xu­ell ist.

Was dar­an lie­gen könn­te, dass die Mehr­heit der Kon­su­men­ten („der Main­stream“) nun mal hete­ro­se­xu­ell ist und Por­no­gra­fie in der Regel dem Ablas­sen auf­ge­stau­ter Ener­gie die­nen soll; aber das ist selbst­ver­ständ­lich allein mei­ne Mei­nung.

Wir leh­nen Nor­men ab, wir wol­len Viel­falt sehen. Ver­schie­de­ne Sexu­al­prak­ti­ken und Kame­ra­ein­stel­lun­gen, die nicht nur geni­tal­fi­xiert sind. Dass man die Ver­än­de­run­gen der Haut mal sieht, auch Gesich­ter von Män­nern. Dass Per­so­nen im Roll­stuhl oder Bewe­gungs­ein­ge­schränk­te ganz selbst­ver­ständ­lich mal dabei sind und nicht als Krüp­pel-Sex son­diert wer­den.

Ich habe ja die Ver­mu­tung, dass Men­schen, die gezielt nach Por­no­gra­fie mit Roll­stuhl­fah­rern suchen, damit durch­aus vor allem einen Fetisch bedie­nen wol­len und nicht etwa von Viel­falt sexu­ell erregt wer­den. Und wo bleibt eigent­lich die Bedie­nung des Mark­tes für Por­nos mit Ein­äu­gi­gen?

Immer mehr Leu­te beschwe­ren sich über das ewig glei­che Geram­mel.

:wallbash:

Gera­de in den Schul­bü­chern ist immer noch von Fort­pflan­zung die Rede, die weib­li­che Sexua­li­tät ist extrem ver­klei­nert und feh­ler­haft dar­ge­stellt.

Denn männ­li­che Sexua­li­tät ist immer und grund­sätz­lich dar­auf aus­ge­rich­tet, dass man als­bald unter­halts­pflich­tig wer­den möge. Wer hat denn bit­te bloß Sex zum Spaß? Die von der Ber­li­ner SPD jeden­falls nicht!

Was mich, ande­rer­seits, ein biss­chen beru­higt.