MusikNetzfundstückeKaufbefehle
Vorsicht, nackte Menschen!

Nach­dem ich bere­its in eini­gen früheren Ein­trä­gen, zulet­zt in diesem, die (übri­gens großar­tige) isländis­che Postrock­gruppe Sig­ur Rós in Form ein­er Randbe­merkung erwäh­nte, möchte ich ihr Schaf­fen heute ein­mal für ein kleines Gedanken­ex­per­i­ment nutzen:

Was wäre, wenn im Volk der VSvA (vul­go USA) etwas mehr Kon­se­quenz resp. Kon­sens bezüglich gesellschaftlich­er Nor­men (im Beson­deren Prüderie ein­er­seits und Waf­fenge­walt ander­er­seits) herrschte?

Ver­mut­lich würde man dann immer noch etliche Mil­liar­den US-Dol­lar aus dem Fen­ster wer­fen bzw. in die Luft schießen, ein­mal bildlich aus­ge­drückt.
Ver­mut­lich wür­den ander­er­seits allerd­ings auch Sig­ur Rós nack­te Leute abbilden dür­fen, ohne zen­siert und von amerikanis­chen Medi­enkonz­er­nen bzw. ‑tochterun­ternehmen als “nicht jugend­tauglich” deklar­i­ert zu wer­den.

“Vor­sicht, nack­te Men­schen! — Sind Sie wirk­lich min­destens 18 Jahre alt?”
(Die Frage liegt nahe, wie es kon­ser­v­a­tive US-Amerikan­er eigentlich mit dem Geschlechtsverkehr hal­ten; ander­er­seits …)

’s ist schon ’n Kreuz mit den Amis; den ganzen Tag Leute totsch­ießen, wen juckt’s?
Öffentlich­es Ärg­er­nis erregt man nur, wenn man nackt ist. -
Oder Mar­i­lyn Man­son hört.

Wer macht denn auch so was?


Dien­stleis­tung für mein jugendlich­es und/oder YouTube-kontofreies Pub­likum:
Eine jugend­freie Ver­sion des Videos gibt’s hier zum Guck­en und das kom­plette Album hier zum Kaufen. Macht reich­lich davon Gebrauch!

PolitikIn den Nachrichten
Alle Jahre wieder?

Schon ’n Zufall:

Kaum passiert was in den USA, dem die Mehrheit des deutschen Volkes einen Großteil ihrer Aufmerk­samkeit wid­met, nutzt diesen kurzen Moment der kollek­tiv­en Unacht­samkeit die noch immer amtierende Bun­desregierung, um hin­ten­rum ein wenig an den Geset­ze­sen­twür­fen zu drehen.

Und meine innere Stimme teilt mir soeben mit, dass dies bei weit­em nicht das let­zte Mal war.

(Ich benei­de das Kätzchen. Jet­zt erst recht.)

Persönliches
Gleicher als die anderen.

Ein­er der inter­es­san­teren Aspek­te des Daseins als Schmarotzer Stu­dent ist die Vielzahl an unter­schiedlichen Insti­tu­tio­nen wun­der­lichen Namens, mit denen man in Berührung zu kom­men zumin­d­est in der Lage ist.

Und das klingt alles so vornehm:

“Zen­trum für Medi­en- und Infor­ma­tions­di­en­stleis­tun­gen” (vul­go Bücherei)!
“Zen­trale Ein­rich­tung für Mul­ti­me­dia, Kom­mu­nika­tion­stech­nik und Infor­ma­tionsver­ar­beitung” (Rechen­zen­trum)!
Und sog­ar ein “Frauen- und Gle­ich­stel­lungs­büro”! -

Nee, Moment, äh, habe ich das nun richtig ver­standen?
Eine geson­derte Insti­tu­tion, die den Titel “Gle­ich­stel­lungs­büro” trägt und in der Selb­st­darstel­lung dies anführt:

Wir unter­stützen die Hochschule bei ihrem geset­zlichen Auf­trag, aktiv zur Gle­ich­stel­lung von Frauen und Män­nern beizu­tra­gen.

- man möge mich mit Schimpf und Schande aus jeglich­er men­schlichen Gesellschaft ausstoßen, wenn ich allzu falsch liege, aber lässt sich in dem sep­a­rat­en Titel “Frauen­büro” nicht ein anderes Ziel erken­nen?

Damit ein­her gehen dann auch die Details; dass näm­lich das Gle­ich­stel­lungs­büro samt und son­ders aus Frauen zu rekru­tieren scheint und die vorge­bliche Chan­cen­gle­ich­heit an der Hochschule dadurch unter- bzw. eben einge­mauert wird, dass ein “Schnup­per­studi­um für Schü­lerin­nen” (ob diese mehrheitlich ket­ten­qual­menden Per­so­n­en über­haupt noch schnup­pern kön­nen?) und ähn­liche unter der Flagge der Gle­ich­heit und/oder Gle­ichgültigkeit ange­bote­nen Vorzüge, für die man allein dadurch qua­si prädes­tiniert ist, weib­lichen Geschlechts zu sein, feil­ge­boten wird, lässt mich erschaud­ern.

(Ein­mal abge­se­hen davon, dass in unser­er aus irgendwelchen his­torischen Zusam­men­hän­gen her­aus so genan­nten christlichen Wertege­mein­schaft die rou­tinemäßige Unter­drück­ung der Frau per se kein The­ma mehr sein sollte, ich aber ander­er­seits auch ohne das per­vertierte Gle­ich­stel­lungs­büro nur sel­ten den inneren Drang ver­spüre, eine Frau zu unter­drück­en und/oder zu quälen, und daher nicht ver­ste­hen kann, wieso es kein “Schnup­per­studi­um für Schüler bei­der­lei Geschlechts” gibt.)

Und ich hoffe, dass sich auch die Mehrzahl der Stu­dentin­nen hierzu­lande — geset­zt den Fall, dass es sich an den meis­ten Hochschulen ähn­lich ver­hält — für die lebenslan­gen Extrawürste wenig­stens ein klein wenig schämt.

MusikPolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Glückliche Kätzchen

http://wordpress.org/extend/plugins/search-unleashed/Richard Wright ist tot.

Kein guter Beginn ein­er neuen Woche, in deren Mitte man sich zwar älter, aber kein biss­chen weis­er fühlt. “Draußen” in der Schweiz kol­li­dieren Teilchen, zwis­chen­durch enden ganz woan­ders die Olymp­is­chen Spiele (hat das eigentlich jemand zur Ken­nt­nis genom­men?), und “drin” in Deutsch­land geht’s bergab. Wie eigentlich immer.

Jed­er Schuss eines deutschen Panz­ers im Irak, heißt es, koste das Land etwa so viel wie ein Platz in der Kindertagesstätte. “Wir ver­ballern unsere Zukun­ft”, for­mulierte dies der Kabaret­tist Hagen Rether kür­zlich.

Indes: Die Finanzierung aller Fer­tigkeit­en, die über Lesen, Rech­nen und Schreiben hin­aus­ge­hen, obliegt ohne­hin mit­tler­weile in der Regel den jew­eili­gen Empfängern. Weshalb daher unnötig die Kriegskasse leeren?

Welch eine Gesellschaft die nach­fol­gen­den Gen­er­a­tio­nen nun vorfind­en wer­den, lässt mich per­sön­lich schon jet­zt ein wenig darüber sin­nieren, ob man, hätte man die Wahl, in diesem Land wiederge­boren wer­den sollte.

(Immer­hin: Die Chance, hin­ter­rücks erschossen zu wer­den, ist in Deutsch­land erfreulich niedrig. Ver­glichen mit den USA übri­gens.)

Aber was soll’s; für acht Dol­lar ist das Kätzchen wieder glück­lich.
Wenn das beim Men­schen nur auch so leicht wäre.

“ég lei­ta af lí­fi um stund / ég stóð í­ stað / með von að vin ég vinn upp smí¡ tí­ma / lei­ta að í¡gí¦tis byr­jun / en verð að von­brigðum”

In Liebe,
— S.


Mit einem Schmun­zeln zur Ken­nt­nis genommene Frage der Woche:
Was haben Bap­tis­ten mit der Wikipedia gemein­sam?


Nach­trag / 18.9.08:

Heutzu­tage wer­den Songs meist von Lin­da Per­ry geschrieben, von Tim­ba­land pro­duziert und dann auf Hor­rors­endern wie Bay­ern 3 von Com­put­ern aus­gerülpst.

(SZ zum Tod Richard Wrights)

Eigentlich schade, dass man das so pauschal for­mulieren kann, ohne im Unrecht zu sein.

Projekte
Tuxis Langeweile-Script, Teil III: Garfield für mIRC

Schon ’ne Weile her seit dem vorigen Langeweile-Script; dafür gibt’s dieses Mal ein aus­gereiftes, fehler­freies Script mit einem recht hohen Spaßpoten­zial:

Daily Garfield (mIRC-Script)

Es ruft den jew­eils aktuellen (das Datum ist jedoch frei wählbar) Garfield-Com­ic ab, kon­vertiert ihn mit­tels des (sehr empfehlenswerten) NCon­vert, das im Scriptverze­ich­nis liegen muss, ins BMP-For­mat und zeigt ihn schließlich an. Die großen “Son­ntagscomics” haben ein eigenes Anzeige­fen­ster.

Zur Instal­la­tion genügt es, das Archiv zu ent­pack­en und in mIRC mit /load ‑rs “[Verzeichnis]garfield.mrc” das Script zu laden; der Garfield-Dia­log ist for­t­an via Kon­textmenü oder /garfield jed­erzeit aufruf­bar.

Das Archiv gibt es hier. Ich wün­sche viel Vergnü­gen!

(Zulet­zt aktu­al­isiert: 28. Mai 2011.)

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Apocalypse now!

Fast wäre es mir ent­gan­gen:
Seit weni­gen Stun­den wer­den die Vor­bere­itun­gen für den zwe­gröBaZ, den zweit­größten Bums aller Zeit­en, getrof­fen.

Soll­ten sich dabei inter­es­sante Erken­nt­nisse bspw. zur Evo­lu­tion­s­the­o­rie gewin­nen lassen, sag ich noch mal Bescheid.
Falls das dann noch möglich ist, natür­lich.


(Mein Lieblingsver­leser heute: Am Liebesleben der Deutschen gibt es begrün­dete Zweifel.)

Sonstiges
Haldet eure Statt sauba!

Mein Dank gilt heute dem poli­tis­chen Engage­ment der jun­gen Leute, die selb­st unter dem offen­baren Ein­fluss schädlich­er Sub­stanzen keine Gele­gen­heit ungenutzt lassen, dieses Land zu ret­ten; so ein Bah­n­warte­häuschen, beschriftet mit den abwech­sel­nden und bebilderten (erstaunlich, in wie viele Rich­tun­gen sich so eine Swasti­ka drehen lässt!) Auf­schriften Gegen Nax­is und Nacis raus zwis­chen der eigentlich kein­er Erwäh­nung werten, aber ungewöhn­lich gut doku­men­tierten Liebes­beziehung zweier Indi­viduen (“Nicole San­dra Nicole ich liebe dich usw.”), erheit­ert dann eben doch jeden Tag aufs Neue das Dasein des Zwei­flers und beweist neben­bei, dass man diese ver­flixte Kam­era immer nur dann mit sich führt, wenn der­lei Motive nicht in Reich­weite sind.

Näch­stes Mal vielle­icht.

NetzfundstückeMusikkritik
Hermelin: Postrock im Pelz

Ich bin beschämt.

Nicht nur wegen der allzu kalauer­haften Über­schrift, son­dern auch und ger­ade, weil Peter wieder ein­mal ein feines Gespür für musikalis­che Geheimtipps bewiesen hat und ich auch nach inzwis­chen ein­er Woche trotz des abspiel­bere­it­en Abspiel­gerätes (das musste mal sein) noch nicht die Muße auf­brin­gen kon­nte, das Album der Han­nover­an­er Her­melin mit der für diese Musikrich­tung angemesse­nen Aufmerk­samkeit zu hören.

Her­melin sind — regelmäßige Leser dieses Weblogs ahnen es ver­mut­lich bere­its — eine Postrock­gruppe, die unter anderem Mog­wai und Isis zum Vor­bild hat, aber auch Grup­pen wie Son­ic Youth verehrt. Nicht ganz so verträumt wie die Augs­burg­er Dear John Let­ter — so viel kon­nte ich dem ersten Anspie­len bere­its ent­nehmen -, so gehen Her­melin doch sehr mitreißend zu Werke. Die Gitar­ren gewit­tern, dass es eine rechte Freude ist.

Peter geht, wie üblich, noch ein wenig ins Detail:

Aber was meine Nach­barn da machen, ist so gut, das sie ein beson­ders schönes Zim­mer zugewiesen bekom­men. Eine hörenswerte Mis­chung aus Indie-Rock, Pro­gres­sive, Exper­i­men­tal und schö­nen Gitar­ren. Wollen wir es Post-Rock nen­nen?

Das Debü­tal­bum, veröf­fentlicht erst in diesem Jahr, enthält neun Stücke und ste­ht unter der Cre­ative-Com­mons-Lizenz, ist daher kosten­los anzuhören und herun­terzu­laden, kom­plett mit Cov­ern und allem, was dazuge­hört. Stream­ing-Fre­unde kom­men hier auf ihre Kosten; wer lieber gle­ich das Gesamt­paket herun­ter­lädt, find­et bei 12rec, wo man das Album für ger­ade ein­mal 7 Euro (inkl. Ver­sand!) auch auf CD erwer­ben kann, und via eMule das Album im .zip-For­mat und in durch­weg hoher Qual­ität.

Ihr werdet es nicht bereuen.

SonstigesNetzfundstücke
Kinder, Kinder! / apropos “Sommerloch”…

Neulich auf BRAVO.de, wo auch son­st? …:

ich, 16 habe seit 2 jahren einen fes­ten fre­und, 16. nun wahr er 3 monate im aus­land.
vor 1 monat nach ein­er par­ty habe ich mit einem anderen geschlafen, war betrunk­en. er hat kein kon­dom benutzt, schlafe son­st nur mit kon­dom mit meinem fre­und.
jet­zt bin ich schwanger. wie soll ich das meinem fre­und sagen? oder soll ich ohne gum­mi mit meinen fre­und schlafen und anschliessend sagen das kind sei von ihm?

Die Frage allein ist schon so richtig schön doof, aber die ohne Berück­sich­ti­gung der zwis­chen­zeitlich erhal­te­nen Antwort­beiträge gefun­dene Antwort übertrifft’s noch:

ich kann nicht anders. der echte vater ist der fre­und mein­er besten fre­undin mar­ti­na.
ich habe meinen fre­und nun erzählt ich nehme die pille, dies wollte er schon lange. ich warte nun noch einige wochen und sage ihm dann ich sei schwanger. wir haben nun bere­its ein­mal ohne gum­mi geschlafen

das ist die beste lösung für alle. wegen krankheit­en muss ich wohl keine angst haben, er war schläft nur mit mar­ti­na

Dazu sage ich: Glück­wun­sch!

(Ach so, ja, Olympia is’ ja auch noch: Deutsch­land ist offen­bar recht erfol­gre­ich bish­er, und die Springre­it­er, die in Hongkong statt in Peking nächti­gen, haben, dies schreibt der SPIEGEL voriger Woche, sog­ar Inter­net und Alko­hol und bemerken, dies füge ich hinzu, von all dem poli­tis­chen Durcheinan­der ver­mut­lich mehr als die weit­ge­hend von der Außen­welt abgeschnit­te­nen Stars, immer­hin! … Dabei­sein ist schließlich alles. Man muss ja nicht drüber reden.)

Wie lange dauert so ein Som­mer­loch eigentlich nor­maler­weise?

PolitikSonstigesNetzfundstücke
Donald Duck hat es gewusst!

Und nun doch noch mal Chi­na, weil es ger­ade so schön passt:

Carl Barks, der alte Philosoph!


Nach­trag, da ich ohne­hin ger­ade alte, has­ser­füllte Dinge hier hineinkopiere:

Sie haben eine Oma abzugeben? In Wilmers­dorf ist bes­timmt noch eine Woh­nung frei irgend­wo. Da stirbt ja ständig wer, beispiel­sweise aus Langeweile.

(via Spree­blick)