PolitikIn den Nachrichten
“Amerika is’ wunderba.”

Mehr Chan­cen als Risiken: Außen­min­is­ter Stein­meier sieht für die Zeit nach den Präsi­dentschaftswahlen in den USA pos­i­tive Entwick­lun­gen. Sowohl unter einem Präsi­den­ten Oba­ma als auch unter einem Präsi­den­ten McCain erwartet er neue Impulse.

(SPON)

Soso, Impulse also? Wom­öglich in eine pos­i­tive Rich­tung?

Zur Ken­nt­nis­nahme und Infor­ma­tion:
Zwar geben bei­de Kan­di­dat­en vor, grundle­gende Änderun­gen durch­führen zu wollen, aber ich fürchte, das hat der Herr Stein­meier falsch ver­standen.

Eine mil­itärische Lösung des wie auch immer geart­eten Iran-Prob­lems hal­ten sich bei­de Parteien näm­lich aus­drück­lich offen. Natür­lich nur, sofern die Diplo­matie, zwinker, zwinker, weit­er­hin ver­sagt.

“Ich glaube, es steck­en mehr Chan­cen darin als Risiken.”

Wohl dem, der nichts zu ver­lieren hat.

PolitikIn den NachrichtenFotografie
Lebensqualität für Afrika!

Eine schnelle Ver­sorgung der Bevölkerung in Afri­ka mit Com­put­ern und Inter­ne­tan­schlüssen hat die iranis­che Frieden­sno­bel­preisträgerin Schirin Eba­di gefordert. Die dig­i­tale Kluft zwis­chen Nord und Süd müsse rasch geschlossen wer­den, sagte Eba­di am Mon­tag zum Auf­takt des “Glob­al Media Forum” der Deutschen Welle in Bonn.

(Quelle)

Es ist natür­lich über­aus bedauer­lich, dass noch nie­mand zuvor auf diese Idee gekom­men ist.
Wir Naiv­en haben doch tat­säch­lich geglaubt, den Afrikan­ern fehlt es im Wesentlichen an Lebens­mit­teln und medi­zinis­ch­er Ver­sorgung; nein, was ihnen fehlt, ist das Inter­net!
Das löst zwar wahrschein­lich das Hunger- und Krankheit­sprob­lem nicht, aber immer­hin kön­nen sie darüber bloggen. Wird sich­er ein Erfolg.

Aber ver­mut­lich bedarf es mit min­destens dem Frieden­sno­bel­preis aus­geze­ich­neter, fol­glich gesellschaftlich hochrangiger Per­sön­lichkeit­en, um solche Lösun­gen her­vorzubrin­gen, zumal auf einem solch wichti­gen Kongress:

Anlass für den Kongress ist nach den Worten des Inten­dan­ten der Deutschen Welle, Erik Bet­ter­mann, die Erken­nt­nis, dass die Auseinan­der­set­zung über Kon­flik­t­präven­tion und Friedenss­tiftung inter­na­tion­al geführt wer­den muss. Über Län­der­gren­zen, Kul­tur- und Sprachräume hin­weg müssten alle Seit­en und ver­schiede­nen Per­spek­tiv­en ein­be­zo­gen wer­den.

Das heißt, weniger kom­plex, jedoch mehr gewagt for­muliert, dass das Ende aller Kriege nur mith­il­fe glob­aler Diskus­sio­nen erre­icht wer­den kann und eine Grund­ver­sorgung mit Inter­ne­tan­schlüssen der erste Schritt zum Frieden ist.
Was ja für die afrikanis­chen Völk­er höch­ste Pri­or­ität haben dürfte.

Wie viele Inter­ne­tan­schlüsse es zurzeit in den USA gibt, ist mir übri­gens nicht bekan­nt.

In den Nachrichten
Angriff der Clownkrieger

Genetik­er der nieder­ländis­chen Uni­ver­sität Lei­den haben nach eige­nen Angaben erst­mals das Erbgut ein­er Frau entz­if­fert.

(Quelle, Her­vorhe­bun­gen fast rein zufäl­lig gewählt)

Ein Hoch auf die mod­erne Wis­senschaft!

Was man nun mit dem Wis­sen um das Erbgut der Frau anz­u­fan­gen gedenkt, ist meines Wis­sens noch nicht pub­lik gemacht wor­den, jedoch zwei­fle ich nicht daran, dass es dem Ziel, einen Men­schen jeglichen Geschlechts nach Maß anzufer­ti­gen, wohl dienen mag.

Wobei bei­der­lei Geschlechter gewisse Urtriebe mit sich herum­tra­gen, deren Ursprung es zum Zwecke der Wis­senschaft dur­chaus zu ergrün­den sich lohnte. Nur ist zu befürcht­en, dass es nicht bei der Ergrün­dung bleiben wird.

Mit etwas Glück erleben wir das Ergeb­nis nicht mehr.

In den Nachrichten
Medienkritik IV: Die Sache mit den Menschenrechten

Ein Eltern­paar aus dem bay­erischen Krum­bach hat in der ver­gan­genen Woche seinen sieben Monate alten Sohn im Inter­net-Auk­tion­shaus eBay zum Verkauf ange­boten. Nach­dem Inter­net­nutzer das Ange­bot der Polizei gemeldet hat­ten, ermit­tel­ten Polizei-Beamte einem dpa-Bericht zufolge die Anschrift der Eltern. Das Baby, das die Eltern nach eigen­er Aus­sage nur zum Scherz für ein Min­des­ge­bot von einem Euro ange­boten hat­ten, befind­et sich zurzeit in der Obhut des Jugen­damts. Gegen die Eltern wird nun wegen des Ver­dachts auf Kinde­shan­del ermit­telt.

(Quelle)

Haben die keinen Gefrier­schrank?”, fragt da ein Kom­men­ta­tor und ist den­noch für weit weniger mis­an­throp als die Sit­ten­wächter, deren Galle dieser Scherz offen­bar am Siedepunkt kochen ließ, zu hal­ten.

Natür­lich bietet jemand, der Kinder­han­del betreibt, seine Ware heutzu­tage bei eBay an. Man ist ja ver­net­zt und denkt glob­al. Am besten lebenslang ins Zuchthaus mit dem Ver­brecher­pack.

Stellt man dage­gen sein Kind aber z. B. in der Berlin­er Char­ité ab, so ist dies, laut Medi­ene­cho, dur­chaus akzept­abel, ja sog­ar wün­schenswert; übri­gens etwa eben­so akzept­abel wie die Ent­las­sung von Arbeit­ern über 40, weil sie an den Gren­zen ihrer Leis­tungs­fähigkeit angekom­men sind. So ist das eben in Deutsch­land, nicht wahr?

Doch im Boule­vard (u. a. BILD, Bunte, Spiegel und offen­bar nun auch heise.de) ist’s Kon­sens, dass der Wert eines Men­schen sich nach Alter und Geschlecht richtet.

Hier­bei gilt als Formel:
wert = niedlichkeit * (1/alter)

Also wenn das nicht min­destens in die Sozi­olo­gie-Enzyk­lopä­di­en einge­ht, dann bin ich schw­er ent­täuscht!

Politik
Si vis pacem, para bellum.

Selb­st schon zum Brüllen, daher ohne Worte:

Die USA haben ihren Wider­stand gegen ein inter­na­tionales Ver­bot von Streubomben bekräftigt. Ein solch­es Abkom­men gefährde die weltweite Sicher­heit und ver­hin­dere human­itäre Hil­f­sein­sätze der US-Stre­itkräfte, sagte ein rang­ho­her Vertreter des US-Außen­min­is­teri­ums am Mittwoch in Wash­ing­ton.

(Gele­sen bei Yahoo!, Her­vorhe­bun­gen von mir.)

NetzfundstückeMusikkritik
Radius System

Nein, kein Inter­punk­tions- oder ähn­lich­er Fehler, liebe Leser; vielmehr ein Musik­tipp mein­er- bzw. eben sein­erseits.
Ich zitiere mal dreist:

Mächtige Gitar­ren­wände wer­den hochge­zo­gen, hin und wieder wieder ein­geris­sen und von neuem tür­men sich Sounds auf Sounds. Große Vor­bilder der Fran­zosen dürfte Ocean­size sein. Eben­so kom­pro­mis­los (sic!) wie die Briten wer­den die üblichen Struk­turen über Bord gewor­fen und mit Gitarre, ambi­en­ten Elek­tron­iksounds, Sam­ples und wuchtigem Rhyt­mus­fun­da­ment (sic!) Songs fürs Leben gemeißelt.

Und das Schön­ste ist:
All diese wun­der­baren Klang­wel­ten wer­den gratis zum Herun­ter­laden ange­boten.

Unbe­d­ingt anhören, vielle­icht gefällt’s?

In den Nachrichten
Neue Busen braucht das Land!

Ein Hoch, liebe Leser, auf die Emanzi­pa­tion.

Ein Mann filmte im Schwimm­bad heim­lich die nack­te Brust eines Bade­gastes — und wurde ein­er Sex­u­al­straftat für schuldig befun­den. Dann wurde das Urteil rev­i­diert: Da es sich um eine männliche Brust han­delte, sei die Aktion rechtlich unbe­den­klich.

(Quelle)

Die männliche Brust genießt also nicht den Sta­tus eines Geschlecht­steils; so weit akzept­abel.

Warum aber genießt sie weniger geset­zlichen Schutz als die weib­liche Brust?
(Bzw., da wir ger­ade davon reden, warum heißt es “Brüste”? Wie viel Brust muss man haben, damit man sie im Plur­al nen­nt?)

Umgekehrt bedeutet dieses Gericht­surteil aber auch, dass homo- oder zumin­d­est bisex­uelle Schwimm­bad­voyeure vom Staat geschützt wer­den. Ist das nun der neue Weg zur Tol­er­anz? Brrrrrr.

SonstigesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Ein neuer Tag, ein neuer Hitler.

Nicht nur Nach­bil­dung und Dieb­stahl von Pin­guinen sind derzeit, ger­ade bei som­mer­lichen Tem­per­a­turen, eine willkommene Ablenkung von den täglichen Per­ver­sio­nen in diesem Land, auch der vielerorts ungeliebte Hitler ist wieder im Kom­men.
Und damit wir all der Pin­guine nicht allzu schnell über­drüs­sig wer­den, gibt es nun eine Heim­seite (ttt vom 4. Mai) mit anderen possier­lichen Krea­turen, unseren täglichen Hitler gib uns heute sozusagen.
Viel Spaß damit!


Nach­trag, von wegen “Spaß”:
Papst Benedikt XVI. hat die Rauschwirkung von Sex­u­al­ität angeprangert.

Denn wer wüsste dies bess­er zu beurteilen?

PolitikSonstigesIn den Nachrichten
60 Jahre Israel bzw. Medienkritik III

Aze ist Atze, Aldah!Hal­lo, liebe Leser,

60 Jahre Israel ste­hen uns bevor.
Das bedeutet voraus­sichtlich, aber auch bere­its aktuell unter anderem Dauer­berieselung mit der gräus­lichen Juden­ver­fol­gung seit min­destens dem Mit­te­lal­ter in allen Medi­en, stun­den­lange Sol­i­dar­itäts­bekun­dun­gen all der­er, die den mis­er­ablen Zus­tand der deutschen Innen­poli­tik mit welt­män­nis­chen Phrasen im und zum Aus­land zu verdeck­en ver­suchen, und natür­lich die üblichen Inter­views mit israelis­chen Was-zu-sagen-Habern, die jegliche Schuld an den dort all­ge­gen­wär­ti­gen Kriegen weit von sich weisen; und die andere Seite kommt ja auch gar nicht erst zu Wort. Man möchte kann darf ja nicht kri­tisieren, was let­z­tendlich nurmehr eine Folge aus der Juden­ver­fol­gung längst ver­gan­gener Epochen zu sein scheint.

Mit guter Laune und Musik verüben wir Sys­temkri­tik.
— Andreas Rebers

Oder so.

Wo wir doch son­st so rück­sicht­s­los gegenüber allem sind, was anders ist als wir. In manch­er Hin­sicht bedarf der deutsche Geist, wie es scheint, tat­säch­lich noch weit­er­er Erforschung seit­ens kundi­ger Psy­cho­an­a­lytik­er oder zumin­d­est Sozi­olo­gen.
Denn das hat zumin­d­est die kurze Ära des Bären Bruno gezeigt: Nur Dinge, denen wir einen Namen geben, kön­nen wir aus tief­ster Seele ver­ab­scheuen bzw. bin ich davon überzeugt, dass nie­mand JJ1 zu töten beab­sichtigt hätte. Ster­iles tut nie­man­dem weh.

Das kann sein.Weh tut’s schon eher, Ursu­la Wit­twer-Back­ofen zu heißen, die wiederum im SPIEGEL 19/08 erwäh­nt wird, weil sie als Anthro­polo­gin an Schillers diversen Schädeln herum­forschte oder gar noch immer herum­forsche, wie dort zu lesen ist; und nur wenige Seit­en zuvor ist ein Artikel zu find­en, der die eigentlich grund­ver­schiede­nen Ansicht­en der furcht­baren Frau Klum und der wun­der­lichen Frau Roche auf einen Nen­ner zu brin­gen ver­sucht:

Und war nicht auch der Bedarf an solchen Extrem-Rol­len­bildern immer da — vom nah­baren Dok­tor­spiel-Nach­barsmäd­chen bis zur unberührbaren Beau­ty-Dom­i­na?

Indes, um eine all­ge­mein akzept­able Aus­sage zu ergeben, sollte hier immer durch sagen­wirmal seit der Ein­führung von Medi­enkrawall in Mag­a­zine wie den SPIEGEL erset­zt wer­den; denn immer gab’s keine Beau­ty-Dom­i­nas — anzunehmen, es gäbe über­haupt die Kom­bi­na­tion aus beau­ty und Sado­masochis­mus auch für Men­schen mit einiger­maßen ger­adlin­iger sex­ueller Aus­rich­tung, ist fast ein Inter­view auf arte, zumin­d­est aber mit Frau Roche wert -, und Extrem-Rol­len­bilder eben­falls nicht.

Wegen Roche wäscht sich sich­er keine aufgek­lärte Mit­teleu­ropäerin nun unten­rum weniger. Und wegen Klum wird keine zum Opfer der glob­alen Kos­metik­mafia.

Tja, nun, Herr Thomas Tuma c/o SPIEGEL, die jew­eili­gen Ziel­grup­pen wis­sen Fik­tion (Romane) und Real­ität (wie so genan­nte “Top­mod­els” so leben und so) eben doch gut zu unter­schei­den.
Kaum jemand iden­ti­fiziert sich mit erfun­de­nen Fig­uren wie Micky Maus oder Roches Helen; Hei­di Klum allerd­ings ist lei­der nur allzu real. Und das haben wir nun davon.

Aber dieser Ver­gle­ich kann natür­lich auch über­spitzt oder gar völ­lig kon­stru­iert sein. Es ist schließlich nur schw­er vorstell­bar, dass sich junge Men­schen in Depres­sio­nen fall­en lassen und/oder ein völ­lig unge­sun­des Leben anfan­gen, nur um später, kurz vor ihrem frühen Tod, stolz behaupten zu kön­nen, sie hät­ten wenig­stens etwas aus sich gemacht.

Wäre ja auch albern.

P. S. und apro­pos albern:
Ich bin kür­zlich auf einen tollen Zweizeil­er gestoßen, der in Krakelschrift eben­falls an oben abge­bilde­ter rot­er Met­all­wand zu lesen war:

Grün wie Gras, weiß wie Schnee,
das ist der SV Werder Bre­men.

Ist natür­lich auch nicht schlecht.

Sonstiges
Frühlingsparadoxien

Erst gehen einem die Men­schen wochen­lang mit ihrer schlechtwet­terbe­d­ingten Trüb­sal und dem ewigen “wann wird’s endlich wieder warm?” auf den Sack Weck­er, und dann ist es endlich wieder warm, und statt sich wün­schenswert­er­weise endlich still und unauf­fäl­lig zu ver­hal­ten, drän­geln sie sich in riesi­gen Trauben bzw. fast schon Mel­o­nen in den gle­ich­wie kleinen Schat­ten­plätzen und bekla­gen sich ob der ger­adezu uner­wartet einge­trete­nen Schweine­hitze (ein Begriff, der angesichts manch­er Indi­viduen dur­chaus wohl gewählt scheint).

Ich hoffe, solche Vorkomm­nisse erk­lären meine Mis­an­thropie zumin­d­est im Ansatz.

In den Nachrichten
Das wird ein Vorspiel haben!

Oh Graus, es ist gar furcht­bares geschehen!

Nein, dies­mal hat es nichts mit Eis­bären oder ähn­lich sinnlosem Geti­er zu tun:

In Mainz wurde nach SPIEGEL-Infor­ma­tio­nen 1992 ein [Pädophilie-]Verdächtiger zum Priester gewei­ht. Kinder­schützer sind empört.

(Quelle)

Das ist doch mal eine Mel­dung, die ein wahrlich schau­riges Bild unser­er Gesellschaft zeich­net und die wahren Missstände unser­er Zeit aufdeckt!

Außen- und vor allem innen­poli­tisch läuft bei uns doch alles bestens, und das Wort Hitler ist auch irgend­wann abgenudelt und aus­ge­lutscht, da wird es mal wieder Zeit, die Pädophilie-Keule aus ihrem ver­staubten Spind zu holen und auf uralte Felle bzw. eben Fälle einzu­dreschen, wenn die son­st all­ge­gen­wär­tige BILD dies schon derzeit nicht tut; sie hat ver­mut­lich besseres zu tun angesichts all der ekli­gen Fel­lviech­er.

Vielle­icht sollte indes der ver­ant­wortliche SPIEGEL-Beauf­tragte ein­mal einen Blick in die Wikipedia wer­fen, die ihm erk­lärt, warum der Vor­wurf der Pädophilie, wenn doch im Artikel lediglich von Gymnasial‑, also eigentlich schon zu alten Schülern (und außer­dem, wo wir ger­ade beim Zerpflück­en sind, nur von Ver­dacht) die Rede ist, recht ein­sam im leeren Raum bzw. Redak­teurskopf ste­ht. Aber sex sells sich offen­bar fan­tastisch. Schade um die Qual­ität.

Ist das Hirn zu kurz gekom­men, wird sehr gern Moral genom­men.
— Wiglaf Droste

Recht pass­abel bewiesen wird dies ständig in den Medi­en, und zwar nicht auss­chließlich im Boule­vard, son­dern dur­chaus auch im verse­hentlich oft mit ser­iös­er Unter­hal­tung ver­wech­sel­ten Fernsehk­abarett.

Und eigentlich ist es schade, dass aus­gerech­net heute die üblichen Verdächti­gen, allen voran der inzwis­chen unerträgliche Scheiben­wis­ch­er, nicht auf Sendung sind, denn selb­st mir fall­en der­maßen zotige Kalauer ein:

Wie passend, das Schul­mas­sak­er von Lit­tle­ton und Ingo Appelt, haha! Haha­ha!
Und dann noch, haha­ha­ha, der Hitler! Apro­pos Hitler, ken­nen Sie den schon?

Ander­er­seits bin ich überzeugt, damit keinen allzu großen Erfolg im Fernse­hen zu haben. Wer Jeho­va Hitler sagt, ver­liert. Schade eigentlich.

:)

In diesem Sinne:
Alles Gute, Frau Elec­tra und Herr Port­noy!

Sonstiges
Das alljährliche Sommerproblem

Es wird Früh­ling. Schon zum zweit­en Mal in diesem Jahr.

Dies führt mit sich neben dem Drang, oft Hin­aus­posauntes wie Früh­lings­ge­füh­le sind out und ähn­liche anfangs erheit­ernde, nach ein­er Weile aber nun eben doch arg abgeschmack­te Witzeleien fast immer und über­all wie bzw. eben doch im Wortsinne auswendig gel­ernt her­abzuras­seln und sich von der ver­hal­te­nen Reak­tion der Zuhör­er- oder zumin­d­est Leser­schaft unbeein­druckt zu zeigen, auch die alljährliche Selb­st­darstel­lung jen­er Mit­men­schen, zu deren bevorzugten Tätigkeit­en das Aus­gle­ichen von Kör­per­form und Klei­dungsstil nicht zu gehören scheint.

Über­schmink­te Mäd­chen in ger­ade paarungs­fähigem Alter, die das erfol­gre­iche Erre­ichen des Ide­al­gewichts — augen­schein­lich meist irgend­wo zwis­chen 40 und 50 Kilo­gramm liegend — ästhetisch geprägten Men­schen wie mir nicht höflich ver­schweigen, son­dern mit­tels debil­er­weise um die Taille gelegter Gür­tel auch noch beto­nen, gehören nicht zu den schö­nen Seit­en dieses Wet­ters.
(Vielle­icht sollte jemand den benan­nten Indi­viduen beizeit­en ein­mal erk­lären, dass ein drei Num­mern größer­er Gür­tel sich auch zum Fix­ieren der ohne­hin viel zu knap­pen Hosen eignete; dann wäre zumin­d­est ein anderes optis­ches Ärg­er­nis beseit­igt.)

Küh­les Lächeln ist out. (Memo: Warmes Grin­sen üben!)

In den Nachrichten
Kennen Sie den? Trifft ein Papst einen Präsidenten…

… und redet gar wun­der­liche Dinge, worin ihn allen­falls sein Gast­ge­ber zu übertr­e­f­fen weiß:

“Wir sind eine Nation, die den Glauben öffentlich lebt”, sagt er. Die Vere­inigten Staat­en seien “ful­ly mod­ern”, vol­lkom­men mod­ern, und zugle­ich geleit­et von “altherge­brachter und ewiger Wahrheit”.

Und das, wenn nicht sog­ar auss­chließlich das, verbindet sie, die Amerikan­er, mit ihr, der Achse des Bösen:
Öffentlich gelebter Glaube, basierend auf “altherge­brachter und ewiger Wahrheit”, und alles, was man braucht, um als mod­ern­er Staat durchzuge­hen; und sei es nur Fernse­hen, McDonald’s und ein durchgek­nall­ter Führer Führer.

Aber immer­hin:

in sein­er Rede vor dem Weißen Haus hat Papst Benedikt XVI. dem US-Präsi­den­ten trotz­dem deut­lich ins Gewis­sen gesprochen

Denn wer wüsste bess­er, wie man pub­likum­swirk­sam Massen­morde durch das Abspulen immer­gle­ich­er Phrasen unter auf­bran­den­dem Jubel (wie immer der ausse­hen mag) und ohne jegliche Ironie zerre­den kann, als aus­gerech­net das katholis­che Ober­haupt?

Darauf erst mal einen kalten Kaf­fee.

MusikPolitikIn den NachrichtenKaufbefehle
Bären, Bill und Medienkritik II

Hol­la, welch ereignis­re­iche Tage liegen hin­ter uns und krüm­men sich vor Schmerzen.

Fan­gen wir mit dem an, was die Men­schen wohl zurzeit am meis­ten bewegt, von dem ich jedoch auf­grund meines nahezu inak­tiv­en Medi­enkon­sums nur verse­hentlich in Ken­nt­nis geset­zt wurde. Nein, nicht so irrel­e­van­ter Käse wie der sys­tem­a­tis­che Massen­mord in der Gegend um (T)Chi­na (dazu später mehr), son­dern weit boule­vardeskeres, das jedes Leid der Welt müh­e­los, so scheint es, in den Schat­ten zu stellen weiß:

BILD-Deutsch­land hat einen neuen Bärenskan­dal.

Es ist schon ein Und­ing, dass ein Bär, der in einem mit­teleu­ropäis­chen Zoo der­art umsorgt wird, dass er seine natür­liche Umge­bung längst ver­drängt zu haben schien, sich plöt­zlich sein­er ani­malis­chen Instink­te besin­nt und die sein Gehege säu­bern­den Tiere, mithin also seine Raum­reini­gungs­fachkräfte f.k.a. Putz­fis­che, ver­speist.
Da es sich m. W. immer­hin um inländis­che Fis­che han­delt, kön­nte man, hätte man die notwendi­ge Chuzpe, gar behaupten, der ein­st­mals niedliche süße Knut sei eine Gefahr für jeden deutschen Fisch, und von dort ist’s bekan­ntlich nicht weit zu ein­er Gefahr für die öffentliche Sicher­heit.

Indes bin ich der töricht­en Ansicht, der Abschuss eines weit­eren Bären erzeugte in diesem Land kein allzu großes Medi­ene­cho mehr, zumal sich Bären mit alber­nen Namen in diesem Land ja nahezu infla­tionär ver­mehren. “Bruno, Knut und Flocke”; sollte ich einst durch eine wie auch immer geart­ete Fügung des Schick­sals mich Roma­nau­tor nen­nen dür­fen und die Nach­fol­ger der Drei ??? oder auch nur TKKG kreieren wollen, so sind dies schon jet­zt ein­prägsame und kinder­buchgerechte Namen für die Pro­tag­o­nis­ten. Fein, fein, keine Frage.

Eine hinge­gen über­aus berechtigte Frage ist’s, wer oder was den Bären an sich nun der­art ins Zen­trum des öffentlichen Inter­ess­es zu rück­en weiß. Die oft als Argu­ment miss­braucht­en Knopf- bzw. lei­der eben nur knopfähn­lichen Augen der Jungtiere sind schon seit min­destens 24 Jahren nicht mehr über­raschend, und in jun­gen Jahren ist, mit Aus­nahme des Men­schen, eigentlich jedes Tier einiger­maßen süß; vor allem Pin­guine, deren inter­es­santes Äußeres, den Kinofil­men ver­gan­gener Jahre zufolge, das öffentliche Bewusst­sein allem Anschein nach bere­its erre­icht zu haben schien.


Wo Deutsch­land sich ja zur Ablenkung von den ständi­gen schlecht­en Nachricht­en (Steuer­erhöhun­gen, Krieg et.al.) ohne­hin gern mit Sym­bol­fig­uren um- bzw. ein­gibt, und sei es nur der so genan­nte Sänger der Mäd­chen­rockträgergruppe Tokio Hotel, bei dessen Vokald­ishar­monien ich per­sön­lich mitunter den Wohlk­lang des dur­chaus umstrit­te­nen Gesangs von Dag­mar Krause erst so richtig zu schätzen beginne; über Musikgeschmack (siehe auch weit­er unten) lässt sich bekan­ntlich mitunter tre­f­flich stre­it­en.

Und dieser Bill ist doch nun wirk­lich zum Knud­deln. Hil­f­los wie ein Eis­bär liegt er da und lässt sich seine Stimme ent­fehlern, total süß umringt von seinen lieben­den Ven­ti­la­toren, und damit er die sprachlose Zeit min­destens so gut zu über­ste­hen weiß wie bspw. ich, gibt er zuvor diversen anderen Klatsch- und Tratschhei­nis mündliche und im Anschluss der renom­mierten Fachzeitschrift Van­i­ty Fair ein schriftlich­es Inter­view, in dem er der Welt all das mit­teilt, was BILD und BRAVO ihm bis­lang nicht zu ent­lock­en wussten, unter anderem eben, dass er von Groupies nicht viel hält (“Groupie-Sex ekelt mich an” und ver­mut­lich vice ver­sa); und ich kom­men­tiere einige Auszüge des­sel­ben nun­mehr wie fol­gt:

Ich war nicht jemand, der sich meldet und dann leise erzählt. Ich war immer am Rum­schreien.

Einige schlechte Eigen­schaften aus früher Kind­heit legt ein Men­sch zeit seines Lebens nicht mehr ab, heißt es.

Ich wusste immer, dass ich die Schule nicht brauche, weil ich Sänger werde.

Frei über­set­zt scheint dies eine wertvolle, bere­its dutzend­fach erfol­gre­ich erprobte Regel für jeden ange­hen­den Promi­nen­ten zu sein:
Haupt­sache reich und berühmt, Bil­dung wäre dem Erfolg nur hin­der­lich.

Ich hat­te im Sin­gen immer schlechte Noten, weil ich irgendwelche Volk­slieder sin­gen musste.

Richtiges Eingeständ­nis, aber falsch­er Schluss. Schade!

Manch­mal guck­en wir uns an und müssen lachen, weil wir uns nicht vorstellen kön­nen, dass jemand ein Poster von einem von uns im Zim­mer hat.

Das geht mir übri­gens ähn­lich.

Indes, mit 1½ Sätzen schaffte es der Befragte in meinem Anse­hen wider Erwarten deut­lich zu steigen, weshalb ich diesen Teil des heuti­gen Ein­trags auch mit ihnen beende:

VF: Haben Sie schon mal zu einem Mäd­chen gesagt: “Ich liebe dich”?
B.K.: Ja. Habe ich aber nicht so gemeint.


Es wird also, wie man sieht, in der Tat Zeit, dass Deutsch­land sich nach neuen süßen Sym­bol­fig­uren umschaut; ana­log zu Eis­bär “Flocke” würde sich der Boule­vard sich­er auch für Haar­reh “Krischna”* bren­nend inter­essieren, allein schon wegen des bescheuerten Namens.
Sollte sich nun­mehr aber eine Forsch­erseele daran machen, ein eben­solch­es Haar­reh (Nack­tre­he sind ver­mut­lich nicht allzu foto­gen) tat­säch­lich zu zücht­en, so erbitte ich zumin­d­est, dass es mehr kann als nur däm­lich im Gehege kauern und Flaschen­milch saufen.

Wie wäre es zum Beispiel mit ein­er Änderung der Gan­gart? Nicht immer dieses dröge Rehge­hopse; ein etwas unbe­holfen­er Wackel­lauf sieht doch viel süßer aus. So ein richtig schön hil­fs­bedürftiges, leicht debiles Säugeti­er wie auch eben­jen­er Bill — ein Traum.

Zumal in dem von jed­er anständi­gen Welt­polizei glob­al­isierten Demokratie min­destens ver­has­sten Chi­na der diesjährige Wackel‑, äh, Fackel­lauf große glob­ale Kreise zu ziehen ver­mag.

Dabei sein ist alles, heißt es in Bezug auf die mit Olympia eigentlich nur noch namentlich ver­wandten mod­er­nen Olymp­is­chen Spiele auch heutzu­tage, in ein­er Zeit der Gewin­ner, mit Blick auf das offen­bar all­ge­gen­wär­tige dop­ing in fast per­vers­er Weise leit­spruchar­tig. Wen küm­mert da schon Tibet? Das Wenige, was uns an Tibet fasziniert, ist ohne­hin in ein­er fast lebenslan­gen Wan­der­ausstel­lung ständig auch hierzu­lande zu sehen. Oder?

Wie tön­ten schon einst Die Gold­e­nen Zitro­nen so tre­f­fend?
“Hier wurde nie­mand aus­ge­gren­zt im Wet­tbe­werb der Leucht­en.”


Übri­gens und apro­pos “tönen” wird es, trotz oder aber auch wegen all des obi­gen Wortschwalls betr­e­ffs unsäglich­er pop­u­lar music, tat­säch­lich mal wieder Zeit für eine Musikempfehlung. Doch welche?
Nun, aufmerk­samen Lesern kön­nte meine neuer­liche Affinität zu der lei­der wei­thin unbekan­nten deutschen bayrischen Pro­gres­sive-Met­al-Gruppe High Wheel bere­its aufge­fall­en sein.

Tat­säch­lich lautet meine dies­monatige Empfehlung wie fol­gt:
Kauft das Album Back from the void dieser unglaublich faszinieren­den Musik­gruppe, sobald ihr es irgend­wo find­et!

Fre­unde aktueller Por­cu­pine-Tree-Veröf­fentlichun­gen, aber auch der frühen Van-der-Graaf-Gen­er­a­tor- und Yes-Werke, die oben­drein von Gesangschören ähn­lich Gen­tle Giant ange­tan sind (ins­beson­dere das Lied Void hat sel­bige zu bieten), soll­ten einen Blind­kauf wagen; diejeni­gen unter euch, liebe Leser, denen das mal so abso­lut nichts sagt und die dies auch nicht zu ändern gedenken, wer­den nach dem unverbindlichen Rein­hören noch immer ihre vorschnelle Entschei­dung gegebe­nen­falls zu rev­i­dieren fähig sein.

Ich mein­er­seits, während der ver­gan­genen Tage stets von anspruchsvoller Musik umgeben, benötige nun erst ein­mal ein wenig seicht­en Pop­scheiß, um wieder auf­nah­me­bere­it zu sein. Take on me!