SonstigesNetzfundstücke
Umzugsfetischisten

Der Zufall wollte es, dass ich heute mit meinem Mobil­brows­er verse­hentlich auf ein­er dieser neu­modis­chen “Erotik”-Webseiten gelandet war, als ich in ein Fun­kloch geri­et.

Somit bot sich mir für kurze Zeit die Gele­gen­heit, den ganz realen mind­fuck von vorge­blich “ero­tis­chen” clips in Textform zu genießen. Und was da manche Leute für Fetis­che haben!

“Tschüss, Blondie!”

Mein Favorit ist allerd­ings das hier:

Ist das so etwas wie auf cybervally.com gezeigt?

Da geht mir ja schon richtig die Düse; Frauen, die auf Web­cams star­ren.
Und damit kann man Leute anlock­en?

Montagsmusik
Urlaub in Polen — Inkin Ark

Die Oster­feiertage sind nun fast vorüber, die Oster­fe­rien, sofern zutr­e­f­fend, neigen sich auch dem Ende. Nun kon­nte man diese Zeit nutzen, um Musik zu hören, oder man ver­brachte sie anders, etwa mit einem Urlaub in Polen.

Oder bei­des. Den Abschluss der öster­lichen Musik­serie bildet mit der heuti­gen Mon­tagsmusik die lei­der vor eini­gen Monat­en aufgelöste deutsche Musik­gruppe Urlaub in Polen, die trotz englis­chsprachiger Texte ein pos­i­tiv beein­druck­endes Beispiel dafür ist, dass Kraftwerk noch bis heute ihre Spuren hin­ter­lassen und elek­tro­n­is­che Musik auch unscheiße sein kann, wenn man sich nur Mühe gibt.

Urlaub in Polen // Inkin Ark (Live)

(Auf so einen Namen muss man natür­lich auch erst mal kom­men.)

Guten Mor­gen!

In den Nachrichten
Kurz verlinkt XCV: Liter/arisch anerkannt

Zum The­ma Gün­ter Grass’ Israelkri­tik sei nun­mehr alles gesagt, sollte man meinen; nur eben noch nicht von jedem, und es wird fleißig nachgelegt. Das ist natür­lich auch irgend­wie amüsant:

Die israelis­che Regierung legt nach: Gün­ter Grass sei ein “anti­semi­tis­ch­er Men­sch”, schimpfte Innen­min­is­ter Jis­chai, man müsste ihm den Lit­er­aturnobel­preis aberken­nen.

Wir ler­nen zweier­lei:

Erstens: Kri­tisiert man die Außen­poli­tik eines Lan­des, ist das ein Zeichen von Ver­ach­tung für die Staat­sre­li­gion. Kabaret­tis­ten wie Volk­er Pis­pers etwa sind fol­glich Antichris­ten, und man sollte ihnen jed­welche Ausze­ich­nung nach ihrer Ent­tar­nung wieder weg­nehmen, um schlim­meres zu ver­mei­den.

Zweit­ens: Ein Lit­er­aturnobel­preis ste­ht in unmit­tel­barem Zusam­men­hang zu jeglichen späteren poli­tis­chen Äußerun­gen des Preisträgers, denn es ist undenkbar, dass jemand, der sich kri­tisch über die Außen­poli­tik ander­er Län­der äußert, gle­ichzeit­ig ein anerkan­nter Schrift­steller sein kann.

Eine mögliche Kon­se­quenz lautet: Verkehrs­de­lik­te soll­ten kün­ftig mit lebenslangem Hausver­bot bei ALDI geah­n­det wer­den, denn jemand, der sich nicht an die Verkehrsregeln hal­ten kann oder will, sollte keinen Einkauf­swa­gen mehr benutzen dür­fen.

(Mit Dank an L.!)

MusikkritikKaufbefehle
Talk Talk — Spirit of Eden

Und schon ist wieder Ostern, die Zeit der Super­son­der­spezialak­tio­nen im Inter­net. Vor lauter Eiern find­et man zurzeit nur wenig ver­w­ert­bare Infor­ma­tio­nen. Das finde ich gut und richtig, denn immer nur Poli­tik ist auf Dauer doch ein wenig ein­tönig.

Wie Wei­h­nacht­en ist Ostern im west­lich-christlichen Kul­turkreis vor allem eine “besinnliche” Zeit. Zeit, um in sich zu gehen; und dazu passt Musik. Aber was für Musik sollte man wählen? Ein “Last East­er” haben Wham! ja lei­der nie aufgenom­men, und so muss man sich anders behelfen. Da trifft es sich gut, dass, wie aus­nahms- und lobenswert­er­weise SPIEGEL Online berichtet, das 24 Jahre alte Album “Spir­it of Eden” — “der Geist des Paradieses”, ein ger­adezu bib­lis­ch­er und somit für die öster­liche Beschal­lung geeigneter Titel — der New-Wave-For­ma­tion Talk Talk jüngst sich ein­er Neuau­flage erfreuen durfte, sofern ein Musikalbum das über­haupt zu tun ver­mag.

Talk Talk war eine britis­che Musik­gruppe, die Anfang der 1980er Jahre grässlichen Kau­gum­mipop (“It’s My Life”, “Such a Shame”) für schaf­fenswert hielt und auf dem let­zten Album (“Laugh­ing Stock”, 1991), etwa zur gle­ichen Zeit wie Slint (“Spi­der­land”), das miter­fand, was heute von etiket­tier­wüti­gen Rezensen­ten “Postrock” genan­nt wird. Dazwis­chen liegt das ein­ma­lige “Spir­it of Eden”.

Die Ein­ma­ligkeit gilt nicht nur inner­halb des Schaf­fens von Talk Talk, die nie zuvor und auch danach nie wieder ein der­art per­fek­tes Album aufgenom­men haben, sie gilt für das ganze Genre des New Wave. Aber ist das über­haupt noch New Wave? Das Inter­net verneint das.

Leise begin­nt es mit Stre­ich­ern und Trompete, nach etwa zweiein­halb Minuten set­zen Gitarre, verz­er­rt-ver­stärk­te Mund­har­moni­ka, Bass und Schlagzeug ein. Die Reise nimmt ihren Anfang, schon das 23-minütige und dre­it­eilige “The Rain­bow / Eden / Desire” lässt den Hör­er eine andere Gefühlsebene erleben. Die Stim­mung ist floy­dig, Mark Hol­lis singt ein wenig undeut­lich, dazu ein wenig Klavier. Nach viere­in­halb Minuten ist man sich zum ersten Mal seit Langem dem emo­tionalen Poten­zial von Musik bewusst, und während der Ver­stand den sur­realen Rufen wie aus weit­er Ferne fol­gt, drückt irgen­det­was ganz tief drin auf Gefüh­le, die man längst vergessen (oder ver­drängt?) hat­te.

Well, how can that be fair at all?
Repent­ed, changed,
aware where I have wronged.

Tief dur­chat­men, weit­er geht es. Die Melan­cholie weicht behut­samer Hoff­nung, “Eden” begin­nt. Every­body needs some­one to live by, ja, und dann plöt­zlich, so kurz wie kaum greif­bar, The Vel­vet Under­ground; krächz, jaul, näch­ste Stro­phe. Mark Hol­lis klagt jet­zt nicht mehr, er ruft, die Stimme fast noch sehn­süchtiger als der Text, den er spricht. Die Kli­max? “Desire”. Kam­merk­länge, spär­lich instru­men­tiert.

Desire, whis­pered, spo­ken, in time, rivers, oceans.

Der Moment, in dem man am lieb­sten schreien würde, ist schon längst über­schrit­ten. Aber man kann dann doch nicht von der Stim­mung lassen und lässt sich weit­er treiben; und plöt­zlich bricht das instru­men­tale Infer­no — gemessen immer am Gewe­se­nen — los. Den Sänger hält es jet­zt auch nicht mehr zurück: That ain’t me, babe, I’m just con­tent to relax than drown with­in myself, und hätte man ger­ade ein Textbuch zur Hand, man würde den Refrain mit­brüllen, aber so bleibt nur das Brüllen ganz tief drin. Irgen­det­was dort tief drin fle­ht um Gnade, und man würde es gern ohrfeigen, um den Schmerz zu spüren.

Das mit merk­würdi­gen elek­tro­n­is­chen Effek­ten verzierte “I Believe In You” hat es aus irgendwelchen Grün­den (zwei Jahre nach “I Don’t Believe In You”, wer erken­nt das Muster?) geschafft, als Einzel­stück aus­gekop­pelt zu wer­den. Gegen Ende der 1980er Jahre war solcher­lei dur­chaus beliebt. Ähn­lich wie “Inher­i­tance” und “Wealth” ori­en­tiert sich dieses Lied eher am Art-Pop, ersteres lässt den Rezensen­ten sich mitunter gar an die weni­gen guten Momente der späten Gen­e­sis erin­nern, ohne jemals deren Ober­fläch­lichkeit zu erre­ichen.

“Wealth” ist, wie son­st nur sel­ten, ein passender Abschluss des Albums: Fast nur von der Orgel begleit­et fle­ht Mark Hol­lis ein let­ztes Mal nach dem “Reich­tum der Liebe”, dem wealth of love, und ver­spricht dafür seine Frei­heit zu geben.

Cre­ate upon my flesh,
cre­ate a home with­in my head,
Take my free­dom for giv­ing me a sacred love.

Während die Musik langsam verklingt, sinkt der Hör­er in seinen Ses­sel, noch immer weit ent­fer­nt von sich selb­st. Das Album ist längst zu Ende, die Reise noch lange nicht vor­bei.

Es gibt nur wenige Musikalben, die es schaf­fen, gle­ichzeit­ig Herz und Hirn zu ent­führen, also psy­che­delisch und melan­cholisch zugle­ich zu sein. Dear John Let­ter ver­ste­hen sich auf diese Kun­st, Talk Talk haben sie schon 1988 per­fek­tion­iert.

Ganz groß.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt XCIV: Offene Briefe für jedermann

Offene Briefe sind ja zurzeit ein recht beliebtes Mit­tel, sich öffentlich zu äußern. Wom­öglich wer­den dem­nächst die ersten Tageszeitun­gen dazu überge­hen, ihre Leser­brief­seit­en “Seite für offene Briefe” zu nen­nen.

Wem hierzu partout nichts ein­fall­en will, dem hil­ft nun­mehr der Offen­er-Brief-Gen­er­a­tor für jeden nur erden­klichen tage­spoli­tis­chen Anlass, auf Wun­sch auch in “Gedicht”-Form:

Liebe FDP.

Mit Ver­wirrung
habe ich Ihr Wahl­pro­gramm über­flo­gen
und sehe mich daher genötigt,
sofort ein Gedicht zu schreiben.

Hihi!

(via Mario Six­tus)

In den NachrichtenPiratenpartei
Medienkritik LXVI: Diebe und Piraten

Ach, das ist ja aller­lieb­st: 100 “Promi­nente” haben sich zusam­menge­tan, um gegen die Piraten­partei zu demon­stri­eren. Unter ihnen sind auch Frau Leutheuss­er-Schnar­ren­berg­er, die wohl ihre F.D.P. gegen ver­meintliche Fress­feinde zu vertei­di­gen beab­sichtigt, und, was mich ganz beson­ders amüsiert, Hans-Her­mann Tied­je, ehe­mals Chefredak­teur des Schmierblattes “Bild”.

Dieser Hans-Her­mann Tied­je kam sich, wohl erfahrungs­be­d­ingt, offen­bar nicht zu blöd vor, als er dieses Bon­mot beis­teuerte:

Wer im Inter­net klaut, der stiehlt! So ein­fach ist das. Die Pirat­en kön­nten ihr bish­er ziem­lich nut­zlos­es Dasein sin­nvoll entwick­eln, wenn sie ihren Anhängern einen belast­baren Eigen­tums­be­griff ver­mit­teln wür­den. Andern­falls wer­den sie sehr schnell einen neuen Namen bekom­men: Partei der Diebe.

Wer klaut, der klaut — so eine bril­lante Hirn­wichse hätte ich Her­rn Tied­je beina­he nicht zuge­traut. Blöd nur, dass man im Inter­net nicht klauen kann.

Wenn ich etwas stehle bzw. “klaue”, wech­selt es den Besitzer. (Den Unter­schied zwis­chen “Besitz” und “Eigen­tum” ist, hoffe ich, all­ge­mein bekan­nt.) Wenn ich aber im Inter­net zum Beispiel ein Lied uner­laubt herun­ter­lade, das vorher jemand hochge­laden hat, dann bemerkt der Ini­tia­tor das nicht, er ist auch weit­er­hin im Besitz des hochge­lade­nen Stück­es und kann sich sog­ar weit­er­hin Kopi­en davon anfer­ti­gen.

Das “Stehlen” von Ergeb­nis­sen kreativ­er Tätigkeit mit­tels dig­i­taler Repro­duk­tion ist also kein “Stehlen”, son­dern “Kopieren”. Wenn alle Diebe dieser Welt aber kopierten statt klaut­en, wäre ich als Pirat sog­ar ziem­lich stolz auf diesen neuen Unter­ti­tel. Na ja; “Bild” eben.

Von einem ehe­ma­li­gen “Bild”-Chefredakteur — die “Bild” ist das Medi­um, das gern mal Bilder von Tätern und/oder Opfern im Inter­net find­et und vervielfältigt — ein­mal die Forderung nach einem “belast­baren Eigen­tums­be­griff” — Zitat H.-H. Tied­je — zu lesen ist übri­gens ein ziem­lich sur­reales Gefühl. Wie aber muss ein Eigen­tums­be­griff ausse­hen, damit er dem Anspruch auf “Belast­barkeit” genügt? Viel scheint nicht dazuzuge­hören, über den Ter­mi­nus des “geisti­gen Eigen­tums” echauffieren sich die 100 “Promi­nen­ten” näm­lich anscheinend nicht. (Warum anstelle wirk­lich Kreativ­er zahlre­iche Schaus­piel­er, Poli­tik­er und der­gle­ichen zu Wort kom­men, frage ich mich schon nicht mehr; ich ver­mute jedoch, es hat damit zu tun, dass viele von ihnen mit der Piraten­partei sym­pa­thisieren und das nicht den gewün­scht­en Tenor her­vorge­bracht hätte.)

Wenn ich einen Vorschlag unter­bre­it­en dürfte: Wie wäre es mit geisti­gen Monopol­recht­en? Dass dies etwas anderes bedeutet als “geistiges Eigen­tum”, ist gut und richtig, denn eine bloße Umetiket­tierung wäre nicht zielführend:

Aber es ist ein Fehler, „geistiges Eigen­tum“ durch irgen­deinen anderen Begriff zu erset­zen. Ein ander­er Name kön­nte die Vor­ein­genom­men­heit beseit­i­gen, würde aber nicht das tiefer[gehende] Prob­lem des Begriffes beseit­i­gen: Überver­all­ge­meinerung. Ein der­art ein­heitlich­es Ding wie „geistiges Eigen­tum“ existiert nicht. Es ist eine Illu­sion, die nur deswe­gen eine kohärente Exis­tenz zu haben scheint, weil der Begriff selb­st dies nahelegt.

“Geistiges Eigen­tum” sug­geriert eine Anwend­barkeit des materiellen Eigen­tums­be­griffs auf imma­terielle Güter. (Kann man Eigen­tümer ein­er Idee sein?) Gegen geistige Monopol­rechte aber hat nie­mand etwas, auch nie­mand aus dem bösen Inter­net, das voller Diebe steckt. Aber wenn man anfin­ge, darüber ern­sthaft nachzu­denken, statt alles zu tun, um mal wieder in ein­er Zeitung zu ste­hen, erkän­nte man wom­öglich, dass die mit dem nut­zlosen Dasein in den ver­gan­genen Jahren pro­duk­tiv­er waren als man selb­st in einem Jahrzehnt.

Natür­lich stellt jede Partei Forderun­gen, die ein­er bes­timmten Men­schen­gruppe jew­eils nicht passen; natür­lich gibt es viele Gründe, die Piraten­partei zu kri­tisieren, wie es sich­er auch viele Gründe gibt, zum Beispiel die CDU zu wählen (und sei es nur die große Wahrschein­lichkeit auf den Wahler­folg). Es aber der­art laien­haft zu tun erre­icht das Gegen­teil des Gewün­scht­en. Es mag ger­ade en vogue sein, die Piraten­partei blöd zu find­en, aber nicht jede Chance sollte man ergreifen.

Zöge Natal­ie Port­man sich für den “Play­boy” aus, bekäme sie ver­mut­lich viel Geld und Anerken­nung, täte ich es, würde dies wohl eher ungern gese­hen. Ihr ver­ste­ht, worauf ich hin­aus will?

Das wun­dert mich nicht.

(Auf den Rest des “Handelsblatt”-Kuriosums geht, etwas aus­führlich­er, auch Thomas Knüw­er ein; ich empfehle, dort weit­erzule­sen.)

LyrikSonstigesWie die Anderen
Wie die Anderen (extra): Amazon roman-tisch?

(Vorbe­merkung: Dies ist ein Son­derteil mein­er losen Rei­he “Wie die Anderen”, dies­mal inspiri­ert von Gün­ter Grass; “Son­derteil” deshalb, weil Herr Grass nicht blog­gt.)

Warum schweige ich, ver­schweige zu lange,
was offen­sichtlich ist und in Plan­spie­len
geübt wurde, an deren Ende als Kun­den
wir allen­falls rat­los sind.

Es ist die behauptete Intel­li­genz,
die kün­stliche, von Men­schen gemacht,
die uns aller­lei Weisheit beschert
oder es ver­sucht.

Das all­ge­meine Ver­schweigen dieses Tatbe­standes,
dem sich mein Schweigen unter­ge­ord­net hat,
empfinde ich als belas­tende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aus­sicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt “Klugscheißerei” ist geläu­fig.

Doch staune ich nicht schlecht
über des Ama­zons wun­der­same Algo­rith­men,
die da einen Roman nicht ein­mal erken­nen wür­den,
wenn er die Ver­ant­wortlichen daselb­st
in den Hin­tern träte.

(Nachbe­merkung: Sollte ich eine der Marot­ten der in dieser Rei­he par­o­dierten Autoren verse­hentlich nicht einge­baut haben, so seid ihr natür­lich her­zlich ein­ge­laden, es bess­er zu machen – gern mit Track­back und/oder Kom­men­tar hier unten drunter.)

Musikkritik
Esperanza Spalding — Radio Music Society

Esper­an­za wer?

Nun, Esper­an­za Spald­ing ist eine von Barack Oba­ma sehr geschätzte Musik­erin und trotz­dem gar nicht mal übel. Sie hat­te 2009 die Ehre, anlässlich Her­rn Oba­mas Nobel­preisemp­fang aufzutreten, und wurde 2010 anstelle von Justin Bieber mit dem Neulings-“Grammy” aus­geze­ich­net, was ver­wirrend scheint, denn mit Pop­scheiße hat sie es nicht so.

Auf ihrem vierten Album “Radio Music Soci­ety” ist Jazz zu hören, was nicht erstaunt, denn immer­hin ist Frau Spald­ing “Jazz-Bassistin” (news.ch). Dass aber mit Gästen wie Jack DeJohnette illus­tre Namen auf der Liste der Mit­musikan­ten erscheinen, bedeutet lei­der weniger als der Titel des Albums, denn trotz der Lounge-Atmo­sphäre ist vor allem das Radiop­ub­likum als Klien­tel gesucht; wie’s eben auch auf news.ch ste­ht:

Natür­lich ori­en­tierte sie sich bei ihren Songs an den klas­sis­chen Radiomusik­the­men. In den Liedern geht es um Liebe in sämtlichen Ton­la­gen.

Natür­lich, selb­stver­ständlich, es gibt noch nicht genug Schnulzen im Radio, dass da nicht noch Platz wäre für ein paar andere Schnulzen. Zum Glück kann sich Frau Spald­ing minuten­lange Wieder­hol­un­gen von “I love you, I love you, baby” ger­ade noch so verkneifen und wird stattdessen gele­gentlich so lyrisch, dass es einen alten, grum­meli­gen Sack wie mich dann doch schon ein wenig rührt. Cin­na­mon tree, grace falling free…

Aber — und jet­zt kommt das erwartete Aber — das ist nicht alles, was zählt. Zugegeben, das Darge­botene ist sehr solide, der Rhyth­mus ein­ladend und der Gesang ein­wand­frei, aber das kann man von vie­len Musikalben behaupten. Pos­i­tiv her­vor stechen die Lieder “Cin­na­mon Tree”, ein bedächtiges Stück über Fre­und­schaft und Vergänglichkeit, und “Endan­gered Species”, eine betex­tete Neuin­ter­pre­ta­tion eines Stück­es von Wayne Short­er, die lei­der nur etwa sech­sein­halb Minuten lang ist. “Lei­der” aus einem sim­plen Grund: Das Stück hat Groove. Der Bass durch­springt, getra­gen von Schlagzeug und so manchem anderen Instru­ment, grazil Melodiebö­gen, während seine Meis­terin Stim­m­ex­per­i­mente wagt, die schon wieder die Gedanken des Hör­ers zur “himm­lis­chen Musik” Zeuhl (Mag­ma! Mag­ma!) abschweifen lassen; war aber “Don­daï” auf Mag­mas “Attahk” noch ein Aus­fall nach unten, so ist “Endan­gered Species” hier ein solch­er nach oben.

Dass Jazz vielfältiger Natur sein kann und ein Ken­ner ob obi­gen Ver­gle­ichs ver­mut­lich besten­falls mit dem Kopf zu schüt­teln ver­mag, ist mir dabei wohl bewusst. Tat­säch­lich fehlt mir hier eigentlich nur etwas mehr Span­nung. Die bei­den genan­nten Lieder, so unter­schiedlich sie auch sein mögen, stellen die bei­den Pole des Albums dar, aber die anderen enthal­te­nen Stücke plätsch­ern eben etwas lust­los dahin. Mag sein, dass es für einen Gram­my reicht — einen solchen hat aber Lady Gaga auch schon bekom­men.

“Radio Music Soci­ety” hätte ein richtig gutes Jaz­zal­bum wer­den kön­nen, aber Frau Spald­ing riskiert zu wenig. So reicht es trotz “Endan­gered Species” eben nur zur “Ehren­ret­tung der Radiomusik” (focus.de) und lei­der nicht für die Besten­liste 2012.

Wer es gern etwas gemütlich­er mag und es nicht so mit Avant­garde hat, der möge den­noch ein­mal rein­hören und mir her­nach für den guten Tipp danken.

Musikkritik
Das scheußliche Cover: Magma — Attahk

(Vorbe­merkung: Auf Schallgrenzen.de gibt es die lose Rei­he “Das schöne Cov­er”, in der neu inter­pretierte Lieder älteren Ursprungs vorgestellt wer­den. Meine Rep­lik “Das scheußliche Cov­er” hinge­gen ist beina­he rein visuell und befasst sich mit eher wenig sehenswerten Schallplat­ten- und CD-Auf­druck­en eigentlich ziem­lich guter Musik­grup­pen. Dies nur als Erläuterung, damit es nicht zu Ver­wirrun­gen kommt.)

Der franzö­sis­chen Musik­gruppe Mag­ma, von mir an ander­er Stelle bere­its aus­führlich gewürdigt, stand um das Jahr 1977 herum nach ziem­lich großar­ti­gen, Weg weisenden Alben wie Mekanïk Destruk­tïw Kom­mandöh und Wur­dah Ïtah der Sinn nach weniger schrul­lig-sphärisch­er Eso­terik und mehr Pop.

So sieht das Titel­bild des in der Folge erschiene­nen Albums “Attahk” auch aus.

Von der eige­nar­ti­gen, rät­sel­haften Bild­sprache der Vorgänger­al­ben ist nichts mehr geblieben, stattdessen posieren zwei Avatare, die nord­ko­re­anis­chen Dik­ta­toren einiger­maßen ähn­lich sehen und mit “Gor­go” und “Our­gon” auch ziem­lich däm­liche Namen tra­gen, vor den alber­nen Schriftzü­gen “Mag­ma” und “Attahk”.

So reißerisch-anbiedernd das Titel­bild damals gewe­sen sein mag, so ein­fall­s­los ist der gebotene Zeuhl, denn was bis dahin majestätisch wirk­te, ist auf “Attahk” zu ein­er bloßen Par­o­die auf sich selb­st verkom­men. Der pein­liche Höhep­unkt — wenn man das so nen­nen darf, ohne von seinen Lesern der Irreführung bezichtigt zu wer­den — ist das Liebeslied (Liebeslied!; nicht unbe­d­ingt vorstell­bar im Rah­men der von Mag­ma erdacht­en mythis­chen Welt von Kobaïa) “Don­daï”:

Mag­ma “Dondai (To the eter­nal love)”

Dass dieser Weg Mag­ma in eine Sack­gasse führen würde, war wohl bald auch den Musik­ern selb­st bewusst. Das fol­gende Stu­dioal­bum “Mer­ci” erschien 1984 und war als Soloal­bum von Schlagzeuger Chris­t­ian Van­der und eini­gen Mit­musik­ern etiket­tiert, erst 2001 fol­gte dann das näch­ste reg­uläre Mag­ma-Stu­dioal­bum “K.A.” und mit ihm eine Rückbesin­nung auf ein­stige Stärken.

Nun kön­nte man argu­men­tieren, dass so ein Titel­bild eigentlich nicht viel über die Musik aus­sagt, von ver­meintlich weni­gen Aus­nah­men abge­se­hen. Das Titel­bild von “Attahk” aber ist eben­so wie die auf dem Album enthal­tene “Musik” allen­falls eine Zer­störung erwor­ben­er Meriten. Zum Glück hat man daraus gel­ernt — lei­der aber nicht auf die Neuau­flage von “Attahk” anlässlich der Sam­mel­box “Stu­dio Zünd” verzichtet.

Aber CDs hängt man sich ja auch nicht an die Wand.

PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Kurz verlinkt XCIII: Netzvereinsmeierei

Nach der “Dig­i­tal­en Gesellschaft” und dem SPD-nahen Vere­in “D64” hat es jet­zt auch die CDU geschafft, einen eige­nen Inter­netvere­in zu grün­den. Er heißt “CNetz”, aber was schert sich so ein CDU’ler schon um etablierte Marken­na­men?

SPIEGEL Online so:

Die Net­zpoli­tik­er der Union organ­isieren sich. Unter dem Namen CNetz haben sich Abge­ord­nete und Sym­pa­thisan­ten zu einem Vere­in zusam­mengeschlossen, um “bürg­er­liche und ver­ant­wor­tungsvolle” Net­zpoli­tik zu machen. Es ist auch eine Reak­tion auf den Erfolg der Piraten­partei.

Es ist merk­würdig, dass die NPD noch nicht die gle­iche Idee hat­te. Immer­hin ist ein Ziel der Piraten­partei erfüllt: Net­zpoli­tik für die Bürg­er ist in der Poli­tik angekom­men und kein Nis­chen­the­ma mehr. Was aber unter­schei­det das “CNetz” nun von den anderen Net­zvere­inen?

Nun:

Das christliche Men­schen­bild, eine der Grund­la­gen der im Grundge­setz niedergelegten Werte, stellt den zur Frei­heit berufen Men­schen in den Mit­telpunkt. Wir wollen einen Beitrag dazu leis­ten, die Men­schen dazu zu befähi­gen, dieser Frei­heit mit Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den – ger­ade in der dig­i­tal­en Gesellschaft.

Das christliche Men­schen­bild hat unter anderem einen Papst her­vorge­bracht, der jedem römisch-katholis­chen Chris­ten sein Sex­u­alleben vorzuschreiben pflegt; Frei­heit, die ich meine.

“Ver­ant­wor­tungsvolle” Net­zpoli­tik bedeutet ander­er­seits dann eben auch keine völ­lige Frei­heit ohne großes Aber. Was “CNetz” genau fordert? Das geht daraus nicht her­vor. Mir schwant jedoch Bös­es.


Nach­trag von 22:33 Uhr:

Twit­ter­er “Guenter Hack” schrieb:

Eine wirk­lich kon­ser­v­a­tive Net­zpoli­tik müsste dafür sor­gen, dass alles so bleibt, wie es in der guten alten Zeit gewe­sen ist. Also: Net­zneu­tral­ität sich­er­stellen, Spitzel und Abmah­n­er raus, Net­zsper­ren verun­möglichen, Spam­mer ein­tüten. Schon bin ich kon­ser­v­a­tiv.

So oder so: Die CDU kann sich hier nur ver­heben. Entwed­er gibt sie ihr Pro­fil auf und wird pro­gres­siv und zer­stört so das Inter­net, oder sie bleibt ihrer Lin­ie treu, bleibt kon­ser­v­a­tiv und zer­stört trotz­dem das Inter­net. Ich darf mich wieder­holen: Mir schwant Bös­es.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt XCII: Die F.D.P. wird gebraucht, die Grünen sind grün.

Ach, heute ist ja wieder der Tag der Scherzbolde, an dem jedes alberne Por­tal ver­sucht, krampfhaft lustig zu sein. Auf dem Blog “Pin­guinzube­hör” etwa wird wieder mal die alte “Ubun­tu wird kostenpflichtig”-Schiene befahren, und dass der dort genan­nte “Trick”, das Hin­ter­grund­bild fest einzukom­pilieren, dafür gar nicht nötig wäre, weil die GPL, unter der Lin­uxdis­tri­b­u­tio­nen gezwun­gener­maßen ste­hen, das Erheben von Lizen­zge­bühren aus­drück­lich erlaubt, ver­ste­ht sich von selb­st. Wenn Aprilscherze nur nicht immer so offen­sichtlich wären…!

Trotz­dem schreibe ich mal etwas, und weil es heute allzu offen­sichtlich wäre, gezielt ach-so-lustige Unwahrheit­en zu ver­bre­it­en (reimt sich!), ver­linke ich dafür nur mal kurz ein wenig Poli­tik.

Obwohl das hier natür­lich einen guten Aprilscherz abgäbe. Renate Künast — zum Lei­d­we­sen der Grü­nen weniger nervig als Clau­dia Roth — hat näm­lich gesagt:

Wir Grü­nen haben ein inhaltlich­es Pro­fil, da scheue ich die Debat­te nicht.

Dieses inhaltliche Pro­fil konkretisiert sie ein­drucksvoll:

Welt am Son­ntag: Erin­nern Sie die Pirat­en an die Anfänge der Grü­nen?

Künast: Es gibt Par­al­le­len, aber in eini­gen Punk­ten unter­schei­den wir uns deut­lich. Die Pirat­en sind nun die Neuen. Wir sind die Grü­nen.

Aber nicht nur die Grü­nen sind ein wichtiger Bestandteil des deutschen Parteien­sys­tems, auch die F.D.P. ist rel­e­vant:

FDP-Lan­deschef Daniel Bahr sagte, die FDP müsse bei der Land­tagswahl am 13. Mai dafür sor­gen, dass die Lib­eralen in Deutsch­land eine starke Stimme bleiben. „Die FDP wird gebraucht.“

Eine “starke Stimme” also; Haupt­sache, laut kra­kee­len, wenn man schon mit leisen Worten nie­man­den mehr beein­druckt. Beein­druck­end ist es aber, dass man in Nor­drhein-West­falen tat­säch­lich noch 395 stimm­berechtigte F.D.P.-Mitglieder auftreiben kon­nte:

Lind­ner, der keinen Gegenkan­di­dat­en hat­te, erhielt fast 100 Prozent der Stim­men – näm­lich 394 von 395 gülti­gen Stim­men.

“Fast 100 Prozent” ohne einen Gegenkan­di­dat­en ist natür­lich auch eher ein “leck mich” als ein “ich ste­he voll hin­ter dir” seit­ens der Basis; aber sei’s drum.

Musik
Musikmasochisten

Auf ein­er mit voran­schre­i­t­en­der Uhrzeit zuse­hends anstren­gen­deren Reise drängte sich mir heute wieder die Frage auf, was eigentlich einen Jung­men­schen dazu ver­an­lasst, “Musik” — und sei es nur blödes Com­put­erge­stampfe — über den inter­nen Laut­sprech­er eines Mobil­tele­fons oder eines ähn­lich ungeeigneten Gerätes abzus­pie­len statt einen Kopf- oder wenig­stens Ohrhör­er zu ver­wen­den. Ich mein­er­seits betra­chte es als Folter und nicht als gute Unter­hal­tung, wenn man mir per MP3-Codec kaput­tkom­prim­ierte Dance-Klänge über einen quäki­gen Audioaus­gang vor­spielt, und käme niemals auf die Idee, dies aus eigen­em Antrieb her­aus selb­st zu tun; ganz davon abge­se­hen, dass Dance meine präferierte Musikrich­tung nun wahrlich nicht ist.

Das bis dahin let­zte Musikalbum, das ich hörte, war wenige Stun­den zuvor das Album “Plumb” von den ziem­lich guten Indie-Pop-Musik­ern Field Music, und von jenen ist der Schritt ein nicht geringer.

Was also gibt den Anlass für die weit­flächige Ver­bre­itung furcht­bar verz­er­rter Tanz­musik in öffentlichen Verkehrsmit­teln? Mit­teilungs­drang kann es nicht sin, denn man teilt ja seinen Mitreisenden so abge­se­hen von dem Umstand, dass die eigene musikalis­che Sozial­isierung erst noch stat­tfind­en muss, nicht viel mit. Auch der Hedo­nis­mus schei­det aus, denn spaßig ist diese Ohren­folter wohl nur für diejeni­gen, die, selb­st mit Kopfhör­ern und Schaden­freude aus­ges­tat­tet, das Mienen­spiel der Gequäl­ten beobacht­en kön­nen.

Dabei ist aus­nahm­sweise nicht ein­mal die Audiokom­pres­sion der — im Wortsinne — Auss­chlag gebende Aspekt, das Aus­gabegerät ist es. Selb­st eine hochau­flösende Ver­sion von Gen­tle Giants “Fun­ny Ways” gerät, durch diesen Fil­ter gejagt, zu quäkigem Klang­brei; und wenn dann noch der übliche Fick­beat darunter gelegt würde (was den Darun­ter­leger zu einem mein­er ärg­sten Feinde machte, weshalb ich davon abrate), kön­nte nie­mand mehr mit Bes­timmtheit sagen, ob er da ger­ade mit Gen­tle Giant, den Bea­t­les, Madon­na oder Skrillex (im Musik­lexikon unter “S” wie “scheußlich” zu find­en) belästigt wird. Es mag Kon­sum sein, Genuss aber keineswegs; zumin­d­est bin ich möglicher­weise wil­lens, nicht aber fähig dazu, gegen­teilige Behaup­tun­gen als uneingeschränkt zutr­e­f­fend zu begreifen.

Als Kon­trast zu uns Musik­faschis­ten bin ich geneigt, die Pro­tag­o­nis­ten solchen Tuns als Musik­masochis­ten zu beze­ich­nen; die eben “Musik” auch und ger­ade dann und dergestalt hören, wenn und dass es das größt­mögliche Miss­fall­en erzeugt. (In US-amerikanis­chen Folterge­fäng­nis­sen wen­det man bekan­ntlich eine ähn­liche Strate­gie an.)

Ich empfehle Her­stellern min­der­w­er­tiger Klan­gaus­gabegeräte, jegliche Musik­wieder­gabe allein über die Klinken­buchse auszuführen, um weit­eres Leid zu reduzieren, und bedanke mich her­zlichst im Voraus.

PolitikNetzfundstücke
Norbert Röttgen: Politik auf Kindisch

Nur mal so gefragt:

  1. Ist es nicht ein wenig gewagt, nach den diversen Geschicht­en über CDU-Poli­tik­er und min­der­jährige Gespielin­nen mit einem solchen Plakat aufzuwarten?
  2. Wo hat der Onkel Nor­bert da eigentlich seine Hände? (Ist das Kind echt, oder ist es eine Bauchred­ner­puppe? Und wie lautete in diesem Fall die Antwort auf die Frage?)
  3. Wenn die CDU Poli­tik “aus den Augen eines Kindes” macht, was bedeutet das eigentlich?

Na ja; CDU eben. Wenig­stens das kön­nen sie: Sich stil­voll selb­st in die Pfanne hauen.

(via Twit­ter, unter anderem @fraeulein_tessa)

Netzfundstücke
Kurz verlinkt XCI: Haarig: Hitlershampoo nur für Männer.

Max Goldt hat ein­mal geschrieben, es gebe keinen schlecht­en türkischen Frisör, was man daran sehe, dass es keine schlecht frisierten türkischen Män­ner gebe.

Nun kön­nte man daraus fol­gern, dass die Beobach­tung, türkische Män­ner hät­ten Ein­heits­frisuren, nicht ganz falsch ist, und dass das an die Diszi­plin in ein­er Armee erin­nert, schweift vielle­icht ein biss­chen zu weit ab.

Tat­säch­lich aber brechen in der Türkei jet­zt haarte Zeit­en für die Anhänger der Dämoni- und Tabuisierung Haar­dolf Adolf Hitlers und schlechter Frisuren an, denn:

“Warum benutzt Du ein Frauen­sham­poo, wenn Du keine Frau bist?”, don­nert Adolf Hitler in einem neuen türkischen Wer(b)espot. “Bist Du ein Mann, benutzt Du Bio­men!” Im Off bran­det tosender Applaus der Volks­massen auf.

(…)

Hitler wird im Spot freilich nicht aus­drück­lich als Juden­mörder gepriesen, son­dern soll als Sym­bol für Viril­ität her­hal­ten, oder was man in der Türkei darunter ver­ste­ht. Als betont männlich gilt auch Erdo­gan, beson­ders wenn er gegen Israel zu Felde zieht.

Der türkische Mann: Vir­il wie Hitler und garantiert kein Frauen­sham­poo in den gegel­ten Haaren.

(Mit Dank an M.!)