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Kurz ver­linkt CIII: Kei­ne Erwar­tun­gen!

Die gute Nach­richt: Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck reist nach Isra­el. Die schlech­te Nach­richt: Vor­aus­sicht­lich wird er auch wie­der zurück­kom­men.

In der Zwi­schen­zeit wird er so man­cher­lei Gele­gen­heit haben, sich über die Lage in der Welt – natür­lich nicht die in Isra­el mit dem fröh­li­chen Palä­sti­nen­ser­schlach­ten vor der Tür, das wäre doch anti­se­mi­tisch und unan­ge­mes­sen – aus­zu­tau­schen. Denn war­um reist ein deut­scher Bun­des­prä­si­dent nach Isra­el? Natür­lich, um Gün­ter Grass nicht gut zu fin­den:

Die Grass-Debat­te wer­de auch wäh­rend der Isra­el-Rei­se Gaucks kom­men­de Woche eine Rol­le spie­len, erwar­tet Hadas-Han­dels­man. „Selbst­ver­ständ­lich wird über die­ses The­ma auch wäh­rend des Besuchs gespro­chen“, sag­te der Bot­schaf­ter. Er wol­le dazu aber kei­ne Erwar­tun­gen an das deut­sche Staats­ober­haupt for­mu­lie­ren.

Das ist schön: Man wird „dar­über spre­chen“, aber „kei­ne Erwar­tun­gen for­mu­lie­ren“. Wie muss man sich die­sen Dia­log vor­stel­len?

„Das, was Gün­ter Grass da in so Ver­se rein­ge­macht hat, fin­de ich nicht gut.“
„Oh.“

Näch­stes The­ma.

Wahr­schein­lich näm­lich ver­steht man sich nicht nur auf staats­män­ni­scher, son­dern auch auf pri­va­ter Ebe­ne her­vor­ra­gend:

Dass Gauck aus der ehe­ma­li­gen DDR stam­me und selbst Ver­fol­gung und Unter­drückung erlebt habe, sei „ein zusätz­li­cher Grund, war­um die­ser Besuch wich­tig ist“, sag­te Hadas-Han­dels­man mit Blick auf die bei­de Län­der eng mit­ein­an­der ver­bin­den­de Geschich­te.

Die DDR und Isra­el haben so viel gemein­sam: Bei­de sind mit mili­tä­ri­schen Mit­teln ent­stan­den, in bei­den waren bzw. sind Ver­fol­gung und Unter­drückung von Staats­fein­den – Demo­kra­ten hier, Palä­sti­nen­sern dort – die übli­che Vor­ge­hens­wei­se, um den Staat sau­ber­zu­hal­ten. Nun hat die DDR Deutsch­land noch nie ein U‑Boot abge­kauft, wes­halb die Bezie­hun­gen doch zeit­wei­se etwas fro­stig waren. Aber einen guten Han­dels­part­ner (Hus­sein, al-Gad­da­fi, Isra­el) ver­schreckt man als Export­na­ti­on eben nur ungern.

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(via L.)