Die gute Nachricht: Bundespräsident Joachim Gauck reist nach Israel. Die schlechte Nachricht: Voraussichtlich wird er auch wieder zurückkommen.
In der Zwischenzeit wird er so mancherlei Gelegenheit haben, sich über die Lage in der Welt — natürlich nicht die in Israel mit dem fröhlichen Palästinenserschlachten vor der Tür, das wäre doch antisemitisch und unangemessen — auszutauschen. Denn warum reist ein deutscher Bundespräsident nach Israel? Natürlich, um Günter Grass nicht gut zu finden:
Die Grass-Debatte werde auch während der Israel-Reise Gaucks kommende Woche eine Rolle spielen, erwartet Hadas-Handelsman. “Selbstverständlich wird über dieses Thema auch während des Besuchs gesprochen”, sagte der Botschafter. Er wolle dazu aber keine Erwartungen an das deutsche Staatsoberhaupt formulieren.
Das ist schön: Man wird “darüber sprechen”, aber “keine Erwartungen formulieren”. Wie muss man sich diesen Dialog vorstellen?
“Das, was Günter Grass da in so Verse reingemacht hat, finde ich nicht gut.”
“Oh.”
Nächstes Thema.
Wahrscheinlich nämlich versteht man sich nicht nur auf staatsmännischer, sondern auch auf privater Ebene hervorragend:
Dass Gauck aus der ehemaligen DDR stamme und selbst Verfolgung und Unterdrückung erlebt habe, sei “ein zusätzlicher Grund, warum dieser Besuch wichtig ist”, sagte Hadas-Handelsman mit Blick auf die beide Länder eng miteinander verbindende Geschichte.
Die DDR und Israel haben so viel gemeinsam: Beide sind mit militärischen Mitteln entstanden, in beiden waren bzw. sind Verfolgung und Unterdrückung von Staatsfeinden — Demokraten hier, Palästinensern dort — die übliche Vorgehensweise, um den Staat sauberzuhalten. Nun hat die DDR Deutschland noch nie ein U‑Boot abgekauft, weshalb die Beziehungen doch zeitweise etwas frostig waren. Aber einen guten Handelspartner (Hussein, al-Gaddafi, Israel) verschreckt man als Exportnation eben nur ungern.
לחיים!
(via L.)

