Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. (…) Gauck erregte nun mit seiner Relativierung der Wulffschen Sichtweise den Ärger muslimischer Verbände und der Türkischen Gemeinde. “Das europäische Abendland steht ganz klar auch auf muslimisch-morgenländischen Beinen. Wer das leugnet, betreibt Geschichtsfälschung”, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mayzek, der “Passauer Neuen Presse”.
Das “europäische Abendland” musste sich seit dem Untergang des Byzantinischen Reiches im 15. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein gegen “muslimisch-morgenländische” Besatzer wehren, eine der bekanntesten Begebenheiten aus dieser Zeit ist vielleicht die mehrfache vergebliche Belagerung von Wien.
Das “europäische Abendland” war jahrhundertelang im Visier des Osmanischen Reiches, das versucht hatte, seinen Machtbereich auch auf Europa auszudehnen, was Herr Erdoğan, gegenwärtig amtierender Ministerpräsident der Türkei, noch immer gelegentlich in Erwägung zieht. Das “muslimische Morgenland” hat Europa mitnichten auf Beine gestellt, es hat versucht, es zu erlegen und auszuweiden. Wer das leugnet, betreibt Geschichtsfälschung.
Der Islam “gehört zu Deutschland” wie Coca-Cola und Justin Bieber: Kommt hier alles vor, stammt aber alles nicht von hier.
Der Unterschied ist nur, dass Coca-Cola und Justin Bieber noch nie versucht haben, Europa mit militärischen Mitteln eine fremde Religion aufzuzwingen.
Obwohl ich das gern erleben würde.

