In den NachrichtenPolitik
Vor­wärts­ver­tei­di­gung

Die Bun­des­re­gie­rung tut end­lich was gegen die­se ver­damm­ten Geheim­dien­ste, schreibt SPIEGEL ONLINE:

Die Bun­des­re­gie­rung will Geheim­dien­ste künf­tig ver­schärft beob­ach­ten – auch die west­li­cher Part­ner­län­der. Laut SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen exi­stie­ren bereits Plä­ne, die Spio­na­ge­ab­wehr des Bun­des­amts für Ver­fas­sungs­schutz mas­siv aus­zu­bau­en. (…) Auch der Mili­tä­ri­sche Abschirm­dienst (MAD) der Bun­des­wehr prüft der­zeit, ob er bei der Spio­na­ge­ab­wehr stär­ker in Rich­tung befreun­de­ter Nach­rich­ten­dien­ste blicken soll­te.

(Die Abkür­zung „MAD“ gefällt mir ja im inter­na­tio­na­len Kon­text sehr.)

Unheil­sah­ner wie Blog­ger „Fefe“ postu­lie­ren, hier wol­le man qua­si Feu­er mit Feu­er bekämp­fen, also der viel­fa­chen Über­wa­chung noch mehr Über­wa­chung ent­ge­gen­set­zen. Das ist natür­lich Unsinn. Wie einst in der DDR, die die Ber­li­ner Mau­er allein zur Abwehr (antifaschi­sti­scher Schutz­wall) errich­ten ließ, und in den USA, die in Afgha­ni­stan nicht wegen des Erd­öls, son­dern allein zur exter­nen Ver­tei­di­gung der eige­nen Gren­zen ein­mar­schier­ten, geht es hier nicht um einen Gegen­an­griff, son­dern um eine Ver­tei­di­gung der Bür­ger­rech­te.

Es geht um die Spio­na­ge­ab­wehr, nicht um die Spio­na­ge. Dass zur Spio­na­ge­ab­wehr zunächst Spio­na­ge bezüg­lich der Spio­na­ge des Geg­ners („befreun­de­te Staa­ten“, Ste­phan May­er, c/o CSU, Teil der „drei“ [„SPIEGEL ONLINE“] Regie­rungs­frak­tio­nen) nötig ist, ist ein ärger­li­cher Neben­ef­fekt, aber unab­ding­bar. Es geht immer­hin um die „inne­re Sicher­heit“ (Hans-Peter Fried­rich, CSU), das müsst ihr doch ver­ste­hen.

Ein Krieg, bei dem man sei­ne Sie­ge bloß zum Abweh­ren benut­zen, gar nicht wider­sto­ßen woll­te, wäre eben­so wider­sin­nig als eine Schlacht, in der die abso­lu­te­ste Ver­tei­di­gung (Pas­si­vi­tät) in allen Maß­re­geln herr­schen soll­te.
Carl von Clau­se­witz, „Vom Krie­ge“

MusikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in aller Kür­ze: Die Flut des Bana­len

Nach­rich­ten an.

Die deut­sche Pop-Sän­ge­rin Annett Loui­san (36) beklagt die all­täg­li­che Über­flu­tung mit Belang­lo­sig­kei­ten.

Und dies, wohl­ge­merkt, in einem Inter­view, das einem von fast jedem leid­lich unse­riö­sen Nach­rich­ten­por­tal ent­ge­gen­grinst.

„Man fin­det über­all Din­ge, die man nicht sehen, nicht wis­sen will“, sag­te die 36-Jäh­ri­ge der „Fran­ken­post“ aus Hof.

Ja, zum Bei­spiel in den Nach­rich­ten, wo Annett Loui­san ihre pri­va­ten Befind­lich­kei­ten erläu­tert. Nun gut, wenig­stens singt sie sie dem Leser nicht vor.

(Hat schon jemand erwähnt, wie alt sie ist? 36, übri­gens.)

Das gel­te fürs Inter­net eben­so wie für Rea­li­ty-Shows im Fern­se­hen, aber auch für das eige­ne Pri­vat­le­ben. Sozia­le Netz­wer­ke nutzt die Künst­le­rin nur, um einen schnel­len Draht zu ihrem Publi­kum zu haben, pri­vat dage­gen über­haupt nicht.

Und manch­mal ist sie bestimmt sogar ein biss­chen müde!

Das sech­ste Album der Wahl-Ham­bur­ge­rin Loui­san erscheint an die­sem Frei­tag und heißt „Zu viel Infor­ma­ti­on“.

„Man fin­det über­all Din­ge, die man nicht sehen, nicht wis­sen will.“

Nach­rich­ten aus.

PolitikIn den Nachrichten
Die Fried­rich-Theo­rie

Ich habe eine Theo­rie.

Hans-Peter Fried­rich, der sich als Innen­mi­ni­ster dadurch einen Namen gemacht hat, dass er mehr Inter­net­über­wa­chung und Vor­rats­da­ten­spei­che­rung für klein­ste Ver­ge­hen for­der­te, mit der flä­chen­decken­den Über­wa­chung der Bür­ger kein Pro­blem hat­te und sie, wenn’s ande­re taten, auch für nicht so wich­tig hielt, ist nun, wie allent­hal­ben zu lesen ist, von sei­nem Amt als Rüben­mi­ni­ster zurück­ge­tre­ten.

Die Netz­ge­mein­de jubelt, dass einer ihrer ärg­sten Geg­ner nun – nach Ende sei­ner Amts­zeit – doch noch gestrau­chelt ist; aller­dings über ein ganz ande­res The­ma. Nein, so ein Innen­mi­ni­ster tritt nicht zurück, wenn er die Inter­es­sen sei­ner Wäh­ler kon­se­quent miss­ach­tet. Das ist ihm doch schnurz­piep­egal. Herr Fried­rich hat sei­ne Amts­zeit als Innen­mi­ni­ster bis zum Ende völ­lig unbe­scha­det über­stan­den. Nein, im Hau­se CDU/CSU ist Voll­ver­sa­gen kein Rücktritts‑, son­dern Auf­stiegs­grund.

Nun wur­de aber bekannt, dass er in sei­ner Amts­zeit als Innen­mi­ni­ster nicht nur poli­tisch ver­sagt, son­dern auch noch mit der Oppo­si­ti­on geklün­gelt haben soll. „Ver­dacht auf Geheim­nis­ver­rat“ heißt das wohl auf Juri­sten­deutsch. In der CDU/CSU kann man sich eben eine Men­ge kri­mi­nel­ler Taten (Schwarz­geld­kon­ten, Waf­fen­han­del, Tro­ja­ner­ver­brei­tung) erlau­ben, ohne irgend­wel­che Kon­se­quen­zen fürch­ten zu müs­sen; aber sich mit dem Feind ein­zu­las­sen ist eines wah­ren Christ­de­mo­kra­ten nicht wür­dig. Rübe run­ter!

Ich habe eine Theo­rie.

Hans-Peter Fried­rich ist nicht „auf poli­ti­schen Druck“ zurück­ge­tre­ten oder weil ihm sein Feh­ler bewusst gewor­den wäre. Der merkt nichts mehr. Der poli­ti­sche Druck wäh­rend sei­ner Amts­zeit als Innen­mi­ni­ster war ihm ja auch eini­ger­ma­ßen egal.

Hans-Peter Fried­rich hat ledig­lich sein unge­lieb­tes Amt auf ele­gan­te Wei­se abge­legt.

Als Innen­mi­ni­ster hat man Macht, wird eini­ger­ma­ßen gut bezahlt und kann einem Hau­fen Men­schen das Leben zur Höl­le machen. Als Rüben­mi­ni­ster ist man nicht mehr indi­vi­du­ell, son­dern qua Amt eine Witz­fi­gur.

Hans-Peter Fried­rich, als kri­mi­nel­ler Innen­mi­ni­ster – ich wie­der­ho­le mich – voll­kom­men unbe­scha­det geblie­ben, wird nun im Netz dafür aus­ge­lacht, dass er statt des Amtes, das er zum Zeit­punkt sei­ner kri­mi­nel­len Akti­vi­tä­ten inne­hat­te, ein Amt ver­las­sen „muss­te“, in dem er unge­fähr so gefähr­lich war wie eine Schach­tel Bio­erd­bee­ren; und so teu­er und blass noch dazu. Er wird wei­ter­hin auf Kosten der Steu­er­zah­ler Kuh­len in Bun­des­tags­stüh­le sit­zen und dumm gucken; von sei­nen Pen­si­ons­an­sprü­chen reden wir lie­ber nicht, sonst regen wir uns wie­der nur auf.

Juch­hei, er ist zurück­ge­tre­ten! Das Netz hat gesiegt! Ja, das hat das Netz gut hin­be­kom­men, dass sei­ne Amts­zeit als Innen­mi­ni­ster pünkt­lich mit der Neu­wahl ende­te.

Ich habe eine Theo­rie.

Es ging denen, die Herrn Fried­richs Rück­tritt for­der­ten, nicht um sei­ne Mis­se­ta­ten, denn den Rück­tritt des eben­falls betei­lig­ten Vize­kanz­lers Sig­mar Gabri­el, der sich als bis­lang schwei­gen­der Emp­fän­ger des ver­ra­te­nen Geheim­nis­ses durch­aus nicht von jeder Schuld rein­wa­schen kann, for­dert aus den Rei­hen der vox popu­li kaum jemand. Es ging um blo­ße spä­te Rache für ver­schie­den­ste Ver­feh­lun­gen, von denen ich ja oben eini­ge genannt habe. „Aber der hat doch damals…“

Frü­her wäre es nie so weit gekom­men. Frü­her hat­te so ein Volk ja noch etwas weni­ger Geduld mit kri­mi­nel­len Mini­stern.

(Bonu­s­poin­te: Zum The­ma „Rück­tritt eines Ver­sa­ger­mi­ni­sters“ möch­te sich mor­gen im DLF Kat­rin Göring-Eckardt äußern. Kat­rin Göring-Eckardt hat den miss­lun­ge­nen Wahl­kampf der „Grü­nen“ zu ver­ant­wor­ten und ist trotz­dem im Amt geblie­ben. Es spricht also eine Fach­frau. Schön!)

In den NachrichtenNerdkrams
Groß­ka­pi­ta­list Mozil­la?

Vor dem Hin­ter­grund, dass Mozil­la kon­ti­nu­ier­lich an einem frei­en Web zu arbei­ten behaup­tet, klingt die­se Mel­dung ver­mut­lich etwas wun­der­lich:

Mozil­la zeigt beim Öff­nen eines neu­en lee­ren Tabs stan­dard­mä­ßig eine Sei­te mit Vor­schau­bil­dern der am mei­sten genutz­ten Sei­ten an. (…) Mozil­la plant, die­se Sei­te mit teil­wei­se gespon­ser­ten Kacheln vor­zu­be­le­gen.

Skan­dal! Mozil­la – ein gewinn­ori­en­tier­tes Unter­neh­men, das viel Geld in die Ent­wickung eines kosten­lo­sen Brow­sers steckt – wür­de gern auch wel­ches ver­die­nen. Auf Kosten der ehr­li­chen nicht zah­len­den Kun­den! Die erste Panik­re­ak­ti­on in den ein­schlä­gi­gen Foren: „Fire­fox fliegt run­ter! Ich instal­lie­re jetzt Chro­me!“

Goog­le Chro­me ist übri­gens ein unfrei­er Brow­ser, des­sen Ent­wick­lung eben­falls Geld kostet. Nun könn­te man argu­men­tie­ren, dass Goog­le nicht unbe­dingt zu den Unter­neh­men gehört, denen man knap­pe finan­zi­el­le Mit­tel unter­stel­len soll­te; aber wo kommt das Geld her?

Chro­me ent­hält zum Bei­spiel die RLZ-Biblio­thek. Die­se Biblio­thek erlaubt es, den Erfolg von Ver­mark­tungs­kam­pa­gnen (etwa eine Part­ner­schaft mit Inter­net­por­ta­len, von denen man einen „ange­pass­ten“ Chro­me her­un­ter­la­den kann) zu mes­sen. Chro­me dient also als Ver­mark­tungs­ve­hi­kel für Goo­gles eige­ne Dien­ste, die ihnen jede Men­ge Wer­be­ein­nah­men besche­ren; zu Lasten des Benut­zers, ver­steht sich. Dass die Ent­wick­ler­schar von Goog­le Chro­me – anders als Mozil­la – auf Wahl­frei­heit sei­tens der Benut­zer kei­nen Wert legt, ist aller­dings nichts Neu­es.

Mozil­la ist aber – anders als Goog­le – nicht im Besitz meh­re­rer Wer­be­fir­men, sie müs­sen also anders an Geld kom­men. Die Part­ner­schaft mit Goog­le (die Goog­le-Suche ist nicht unbe­dingt aus Qua­li­täts­grün­den Teil von Fire­fox) hat von Anfang an nur die wenig­sten Nut­zer gestört, Funk­tio­nen wie das Social API, das Por­ta­le wie Face­book auf aus­drück­li­chen Wunsch des Benut­zers direkt in den Brow­ser inte­grie­ren kann, brin­gen Mozil­la trotz der wer­ben­den Funk­ti­on kein Geld ein.

Wür­de Mozil­la also dar­auf ver­zich­ten, ver­schie­de­ne Wer­be­for­men aus­zu­pro­bie­ren, wür­de das Schick­sal des Erfolgs­mo­dells Thun­der­bird – des­sen Ent­wick­lung ja seit Jah­ren aus ähn­li­chen Grün­den weit­ge­hend been­det ist; es fehlt schlicht an per­so­nel­len und finan­zi­el­len Res­sour­cen – wohl bald auch Fire­fox und davon abge­lei­te­te Brow­ser wie Sea­M­on­key erei­len.

Bestehen­de Fire­fox­pro­fi­le rührt die geplan­te Ände­rung übri­gens sowie­so nicht an; zumal Fire­fox als frei­er Brow­ser gewis­se Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten offen lässt: Wer vor jeg­li­chen gespon­ser­ten Kacheln auf der Neu­er-Tab-Sei­te, auf der sich beim durch­schnitt­li­chen Inter­net­nut­zer oft Sei­ten wie Face­book, Twit­ter und Goog­le – alle­samt natür­lich völ­lig frei von dem Ver­dacht, irgend­was mit Finan­zie­rung zu tun zu haben – tum­meln, auch in Zukunft sicher sein möch­te, der schal­tet die­se Sei­te eben ein­fach ab.

Das klingt wohl ein­fach nicht so schön rei­ße­risch.

NetzfundstückeIn den NachrichtenWirtschaft
Gib dem vega­nen Affen Xucker!

Ach, was haben wir nicht alle über den herr­li­chen Vega­ner­witz gelacht: „Ganz schön anstren­gend, vegan zu kochen. Es gibt Holz.“

Irgend­ein Ver­mark­ter hat da wohl die Poin­te nicht ver­stan­den und prä­sen­tiert uns „Xucker“, Zucker­er­satz aus Xylit:

1 kg grob­kör­ni­ger Xucker (Xylit / Xyli­tol / Bir­ken­zucker) aus Finn­land in einer prak­ti­schen Dose. Die­ses Xylit wur­de aus dem Ursprungs­ma­te­ri­al Holz (FSC) her­ge­stellt. Die Kör­nung ist etwas grö­ber als die von Haus­halts­zucker. Vegan.

„Was? Die­se Vega­ner schüt­ten Bir­ken in ihren Tee?!“ Nein, nein, das ist selbst­ver­ständ­lich ein Miss­ver­ständ­nis:

Die Bezeich­nung Bir­ken­zucker wird aus werb­li­chen Grün­den oft benutzt, ist aber irre­füh­rend: Es wird in Finn­land ent­ge­gen aller Behaup­tun­gen weder aus Bir­ken­rin­de noch ‑holz her­ge­stellt, son­dern zu 95 % aus Buchen­holz.

Bir­ken wären ja auch wirk­lich lächer­lich.


Apro­pos lächer­lich: Die USA (das waren die mit der vor­über­ge­hen­den Staats­plei­te neu­lich) haben auch ein paar Wer­be­fach­leu­te ran­ge­las­sen. Die­se Wer­be­fach­leu­te haben auch gleich Maß­nah­men ergrif­fen:

Als pro­mi­nen­tes Bei­spiel kann hier das US-Außen­mi­ni­ste­ri­um genannt wer­den, das ins­ge­samt 630.000 US-Dol­lar in Face­book-Wer­bung inve­stiert hat, um mehr „Likes“ zu gene­rie­ren.

Über­setzt: „Die Ame­ri­ka­ner“ haben 463.644 deut­sche Stun­den­löh­ne ein paar Leu­ten zur Ver­fü­gung gestellt, die auf die­ses alber­ne „Gefällt mir“-Symbol klicken, sobald einer von ihnen auf Face­book irgend­ei­ne Grüt­ze von sich gege­ben hat. Geschäfts­mo­dell Din­ge­an­klicken. Ich wäre ein her­vor­ra­gen­der Öko­nom. Inter­es­sant an die­sem Vor­gang ist aber vor allem die Fra­ge nach dem Nut­zen. Klar: Das in „Gefällt­mirs“ inve­stier­te Geld wird als Wer­be­ko­sten dekla­riert. Was auf die­se Art bewor­ben wer­den soll, weiß ich nicht, viel­leicht die US-ame­ri­ka­ni­sche Außen­po­li­tik.

Denn wer sich eine neue Poli­tik kau­fen möch­te, ent­schei­det sich immer für die mit den mei­sten Face­book­klicks. :irre:

PolitikIn den Nachrichten
Schmal­hans des Tages: Elmar Brok, CDU.

Die­ser Arti­kel ist Teil 9 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Ihr habt’s sicher alle mit­be­kom­men: Die Bür­ger der Schweiz haben sich demo­kra­tisch gegen Mas­sen­ein­wan­de­rung ent­schie­den.

Natür­lich ist das Geschrei jetzt groß, demo­kra­tisch getrof­fe­ne Ent­schei­dun­gen will man als auf­rech­ter Bür­ger der EU natür­lich nicht ein­fach hin­neh­men, wenn sie der eige­nen Welt­an­schau­ung zuwi­der­lau­fen. Nein, da muss bestraft wer­den und geschol­ten!

Zum Bei­spiel von Elmar Brok. Elmar Brok ist Aus­schuss­wa­re Vor­sit­zen­der des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses im Euro­päi­schen Par­la­ment, Mit­glied der CDU (was auch sonst?) und däm­lich genug für fol­gen­den Hirn­fick:

„Das ist schon ein Schlag“, sag­te Brok. Die Schweiz genie­ße gro­ße Vor­tei­le, „weil sie ein Stück­chen in die Euro­päi­sche Uni­on inte­griert ist“, und brau­che „qua­li­fi­zier­te Arbeits­kräf­te“. Daher, so Brok, sei der Aus­gang der Abstim­mung „nicht ver­ständ­lich“.

Wir hal­ten fest: Elmar Brok hält gebür­ti­ge Schwei­zer nicht für qua­li­fi­zier­te Arbeits­kräf­te, son­dern für Leu­te, die drin­gend auf aus­län­di­sche Bil­lig­löh­ner ange­wie­sen sind, weil sie „ein Stück­chen“ in die Euro­päi­sche Uni­on inte­griert sei­en und daher irgend­wel­che „Vor­tei­le“ (viel­leicht die kosten­lo­sen guten Rat­schlä­ge aus dem Hau­se CDU) genös­sen; wie auch immer, so ohne Euro und mili­tä­ri­sche Alli­anz.

’s sind eh schon so vie­le:

Der Anteil der Aus­län­der in der Schweiz wird mit 23,5 Pro­zent (fast 1,9 Mil­lio­nen) ange­ge­ben.

Schä­men soll­te sich die Schweiz! Die soll­ten sich ein Bei­spiel an uns in der EU neh­men!

Gut 34 Mil­lio­nen Migran­ten leben in der EU (ohne Kroa­ti­en) – die Quo­te liegt bei 6,8 Pro­zent. (…) Mit einem Aus­län­der­an­teil von rund 9 Pro­zent (7,2 Mil­lio­nen) liegt Deutsch­land EU-weit im obe­ren Mit­tel­feld.

Schämen!!1!1eins

Die­ser Herr Brok ist schon ein drol­li­ges Kerl­chen.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Trom­bo­ne Shor­ty & Orleans Ave­nue – Fire and Brims­tone

Die erste E‑Mail wur­de vor fast 30 Jah­ren, im August 1984, ver­schickt. Der Umgang mit die­ser brand­neu­en Tech­nik will gelernt sein; das Jour­na­li­sten­ge­wer­be, schon im anti­ken Römi­schen Reich nicht unbe­kannt, hat jeden­falls die älte­ren Rech­te und muss das des­we­gen auch gar nicht kön­nen:

Jour­na­li­sten kön­nen ein­fach nicht nicht ihren Senf zu irgend­was geben.

Gegen gesell­schaft­li­che Miss­stän­de hilft ohne­hin kein Jour­na­lis­mus, der die vox popu­li ohne­hin stets nach Gut­dün­ken zu ver­dre­hen ver­mag. Das beginnt in gro­ßer Welt­po­li­tik und endet in den per­sön­lich­sten Lebens­be­rei­chen. Divi­de er (sic) impe­ra – es wer­den nicht nur die Nicht­rau­cher gegen die Rau­cher gehetzt, son­dern ganz all­ge­mein die Men­schen immer mehr sepa­riert, ver­einsamt oder in die Kör­per­lo­sig­keit des Inter­nets getrie­ben, wo sie nichts groß anstel­len kön­nen. (…) Kau­fen Sie Schuss­waf­fen. Zie­hen Sie Kon­se­quen­zen! Schwe­fel und Feu­er (1. Mose 19,24), Feu­er und Schwe­fel.

Und dazu Jazz.

Guten Mor­gen!

KaufbefehleMusikkritik
Spe­cial Pro­vi­dence – Soul Alert

Special Providence - Soul AlertUnbe­dingt beach­tens­wert ist übri­gens auch „Soul Alert“, das drit­te und bis­lang letz­te Stu­dio­al­bum von Spe­cial Pro­vi­dence. Spe­cial Pro­vi­dence ist ein unga­ri­sches Jazz­rock­quar­tett, das sti­li­sti­sche Abwechs­lung eben­so zu schät­zen weiß wie ich. Sehr schön!

Auf Gesang wird bei den vier Her­ren mit den ulki­gen Umlau­ten in ihren Namen tra­di­tio­nell ver­zich­tet, für das zehn­te Stück „Fen­ces of Rea­li­ty“ haben sie sich aller­dings den unga­ri­schen Sän­ger Balázs Tanka von der mir unbe­kann­ten Musik­grup­pe Tur­bo an Bord geholt; der aller­dings, was ich bedau­re, sei­nem Idi­om eben­falls das Eng­li­sche vor­zieht. Irgend­was ist ja immer.

Das Album ist exakt 1 Stun­de lang, kei­ne Sekun­de mehr oder weni­ger. Die­se Zeit wis­sen die Musi­ker durch­aus gut zu nut­zen. Das Eröff­nungs­stück „Babel Con­fu­si­on“ beginnt (wie soll­te es bei die­sem Titel auch anders sein?) mit Stim­men­ge­wirr, nach einem kur­zen Pro­gres­si­ve-Metal-Inter­mez­zo geht es aber jaz­zig wei­ter. Bas­sist Atti­la Fehérvá­ri beherrscht sein Instru­ment und wagt sich damit auch mal in den Vor­der­grund; sel­ten, wenn „Babel Con­fu­si­on“ wie­der in Metal­ge­fil­de abdrif­tet und Gitar­rist Már­ton Ker­té­sz bril­lie­ren darf, fügt er sich in die Rhyth­mus­sek­ti­on ein. Der Pro­gres­si­ve Rock mit­samt sei­nen Spiel­ar­ten zieht sich nicht nur durch die­ses Stück, son­dern durch das gan­ze Album.

Apro­pos „sti­li­sti­sche Abwechs­lung“: „Lazy Boy“, das zwei­te Stück, wird durch­zo­gen von einem merk­wür­di­gen New-Wave-beat mit einer eben­sol­chen Melo­die, die den Jazz­rock nur unzu­rei­chend zu ver­decken ver­sucht. Zum Glück! Nach drei­ein­halb Minu­ten plötz­lich: Tech­no. Tech­no? Noch bevor man fer­tig ist, sich dar­über zu wun­dern, bläst wie­der der Pro­gres­si­ve Metal aus dem Kopf­hö­rer, dazu gibt’s Rave vom Key­board. Dann: Sym­pho­nic Pro­gres­si­ve Rock. Dann wie­der: Pro­gres­si­ve Metal. Lang­wei­lig ist „Soul Alert“ jetzt schon nicht. Dass Key­boar­der Zol­tan Csé­ry gele­gent­lich, etwa zu Beginn von „Aspa­ra­gus“ („Spar­gel“, ahja), Easy Listening zu simu­lie­ren ver­sucht, soll davon nicht ablen­ken.

An Ideen man­gelt es den Musi­kern von Spe­cial Pro­vi­dence nicht, „K2“ ent­wickelt sich bin­nen weni­ger Sekun­den von einem mini­ma­li­sti­schen Elek­tronik­stück über Jazz zum Sym­pho­nic Rock und wie­der zurück. Auf­merk­sam­keit wird emp­foh­len, auch für das nur 3:49 Minu­ten lan­ge „Stan­ding Still“, das trotz sei­nes Namens noch ein­mal der etwas lau­te­ren Gang­art der Rock­mu­sik hul­digt, bevor es mit dem Titel­stück „Soul Alert“ wie­der jazz­rockig zugeht.

Sonst so? „Fen­ces of Rea­li­ty“. Bass, Schlag­zeug, Key­board­tep­pich. Die Melo­die kenn‘ ich doch irgend­wo­her? Ah, „Lazy Boy“ wird hier zweit­ver­wer­tet, und zwar bes­ser. Balázs Tanka singt, nein, ruft einen Text, den ich gera­de nicht feh­ler­frei zusam­men­be­kom­me, auf hörens­wer­te Wei­se ins Mikro­fon hin­ein, und dann ist das Album auch schon vor­bei.

Auf ihrer Web­site beschrei­ben Spe­cial Pro­vi­dence ihre Musik als „Prog­jazz­rock­me­tal­tur­bo­chill“. Selt­sam ist sie zwei­fels­oh­ne, und mir per­sön­lich geht das Key­board gele­gent­lich ein wenig auf die Ner­ven; aber – ich wie­der­ho­le mich – irgend­was ist ja immer. Einen Stream von „Soul Alert“ gibt es jeden­falls auf Bandcamp.com zu hören. Mög­li­cher­wei­se soll­tet ihr das tun.

PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Medi­en­kri­tik extern (in Kür­ze): Fack se Oi!

Vic­to­ria Nuland:

Weißt du, fuck the EU!

Ange­la Mer­kel (indi­rekt):

Die Belei­di­gung der EU durch die US-Diplo­ma­tin Vic­to­ria Nuland sei „abso­lut inak­zep­ta­bel“, sag­te Chri­stia­ne Wirtz, stell­ver­tre­ten­de Regie­rungs­spre­che­rin von Ange­la Mer­kel, in Ber­lin.

Blog­ger „Muri­el“:

(…) Und ich wür­de mir so sehr wün­schen, Frau Mer­kel wäre ein­mal nicht über die­ses Stöck­chen gesprun­gen, son­dern hät­te den Jour­na­li­sten wenig­stens ein­mal so etwas geant­wor­tet wie “Na und? War­um denn auch nicht? Wis­sen Sie, was ich manch­mal in ver­trau­li­chen Gesprä­chen sage? Klar wis­sen Sie das. Unge­fähr sowas, wie Sie auch manch­mal in ver­trau­li­chen Gesprä­chen sagen, und jeder ande­re auch, und wir bei­de wis­sen, dass ‘Fuck the EU’ im Ver­gleich noch rela­tiv zahm ist, oder? Wol­len Sie mich nicht lie­ber was Inter­es­san­tes fra­gen wie zum Bei­spiel, was wir mit unse­ren hoff­nungs­los kaput­ten und miss­ge­stal­te­ten Sozi­al­sy­ste­men machen, oder was die EU tun kann, um ärme­ren Län­dern die Chan­ce zu geben, zu ver­nünf­ti­gen Bedin­gun­gen mit unse­ren Bür­gern han­deln zu trei­ben und so all­mäh­lich erträg­li­che Lebens­be­din­gun­gen und sowas wie Wohl­stand für die ihren zu schaf­fen? Hier, pas­sen Sie auf, ich sags gleich auch selbst für Sie: Fuck the EU. Haben Sies, oder soll ich noch mal?”

Aber ’s ist eben die Phra­sen­kanz­le­rin; was soll’s.


Der­weil die Pira­ten­par­tei Nie­der­sach­sen mit­tels vir­tu­el­len Mit­glie­der­ent­scheids so:

Initia­ti­ve i574: Pira­ten wäh­len

Die Pira­ten Nie­der­sach­sen rufen dazu auf zur Euro­pa­wahl die Pira­ten zu wäh­len.

Was pas­siert, wenn die­ser Vor­schlag nicht ange­nom­men wird, steht dort nicht. Wahr­schein­lich implo­diert dann irgend­was.

(via @glueckundgeld)

Piratenpartei
Pira­ten: Nichts gesagt? Viel Quatsch!

(Vor­be­mer­kung: Ja, ich tu‘ mir den Pira­ten­quatsch immer noch an.)

Was hat­ten wir denn lan­ge nicht? Ach, rich­tig: Erklä­run­gen, wie­so die Pira­ten­par­tei Deutsch­land „geschei­tert“ sei.

Die NSA und ande­re staat­li­che Stel­len über­wa­chen uns auf Schritt und Tritt, und die Pira­ten schwei­gen dazu. Schließ­lich ist die Neu­aus­rich­tung als poli­ti­scher Arm der Anti­fa und Gen­der Bewe­gung im vol­len Gan­ge, da kann man sich nicht mit so Neben­säch­lich­kei­ten wie Bür­ger­rech­te auf­hal­ten.

„Die Pira­ten schwei­gen“, und zwar ziem­lich laut; Chri­sti­an Tret­bar – hihi – vom merk­wür­di­gen „Tages­spie­gel“ nann­te sie laut­hals still beim The­ma Über­wa­chung. Man muss schon absicht­lich weg­hö­ren, um von „den Pira­ten“ beim The­ma nichts zu hören (und selbst dann immer noch mehr als von ande­ren so genann­ten Bür­ger­rechts­par­tei­en wie den unsäg­li­chen „Grü­nen“). Fol­ge­rich­tig lesen man­che Twit­ter­nut­zer schon ab die­sem Satz gar nicht mehr wei­ter.

Dabei sind die fol­gen­den Sät­ze auch nicht weni­ger beach­tens- und fazi­al­pal­mie­rens­wert. Zur „Neu­aus­rich­tung als poli­ti­scher Arm der Anti­fa“ äußert sich „Kopf­zu­Tisch“ selbst weni­ge Sät­ze spä­ter noch ein­mal:

Es tre­ten Pira­ten aus, weil man (sic! A.d.V.) sich loka­le Ver­bän­de auch gegen lin­ke Gewalt posi­tio­nie­ren[.]

Der poli­ti­sche Arm der Anti­fa ver­lie­re auf­grund der Reak­tio­nen auf die Sache mit der anar­cho­syn­di­ka­li­sti­schen Flag­ge Mit­glie­der, weil er sich gegen die­se Kate­go­ri­sie­rung weh­re, und das sei schlecht und ein Zei­chen dafür, dass („Kopf­zu­Tisch“ wie­der­um spä­ter) die Pira­ten „links vom Tel­ler­rand in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit“ fal­len. Hui! Mei­ne plötz­lich auf­tre­ten­den Kopf­schmer­zen sind sicher nur wet­ter­be­dingt und kei­ne Fol­ge die­ser Argu­men­ta­ti­ons­ket­te. – Dass die von der „Mut­ter­par­tei“ weit­ge­hend unab­hän­gig agie­ren­de Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on „der Pira­ten“ – die „jun­gen Pira­ten“, die eng mit der „Piran­ti­fa“, die kein offi­zi­el­ler Ver­band der Pira­ten­par­tei ist, ver­floch­ten sind – tat­säch­lich eher zu den Grü­nen pas­sen wür­de und mit den „Grund­wer­ten“ der Pira­ten­par­tei nicht viel zu tun hat, sei mal ver­zie­hen. Wir waren ja alle mal jung, dumm und poli­tisch, von grif­fi­gen Paro­len abge­se­hen, weit­ge­hend des­in­ter­es­siert, und die Grü­nen sind Jut­ta Dit­furth und Kon­sor­ten letzt­lich auch los­ge­wor­den (Micha­el Ebner).

Man kann den Pira­ten vie­les – zum Bei­spiel den immer noch nicht par­tei­weit umge­setz­ten stän­di­gen Mit­glie­der­ent­scheid, den Nicht­aus­schluss von Oli­ver Höfing­hoff, den Ver­lust ein­sti­ger cool­ness mit­tels rück­läu­fi­ger Ver­wen­dung nau­ti­scher Meta­phern – vor­wer­fen und soll­te das auch tun; „Kopf­zu­Tisch“ hat auch ein paar Bei­spie­le gefun­den, nur sind’s eben die Fal­schen.

Wir fas­sen zusam­men:

Die Pira­ten sind tot.

Oder eben auch nicht.

Die­ser ver­fluch­te, unto­te Pirat ver­steht kei­nen Spaß.
Pro­dukt­be­schrei­bung eines Pira­ten­ko­stüms

PolitikNetzfundstücke
Klatsch­vieh, Qua­keN­et, Über­wa­chung

Lesens­wert (1): Ste­fan Nig­ge­mei­er hat sich für ein paar Stun­den zwi­schen das Publi­kum diver­ser Fern­seh­sen­dun­gen gesetzt und ist etwas irri­tiert.

René, der Warm-Upper, ver­sucht sein Bestes, das Publi­kum bei Lau­ne zu hal­ten. Bald wer­den sei­ne Ansa­gen in den Umbau­pau­sen zu Durch­hal­te­pa­ro­len: Nach Spiel neun, ver­spricht er, wer­de Was­ser ver­teilt wer­den, und kei­ne Sor­ge: Es sei genug für jeden da. Die ersten Wor­te der Mit­ar­bei­te­rin, die end­lich mit einem Gebin­de von Pla­stik­fla­schen die Trep­pe her­un­ter­kommt, als Spiel vier, fünf, sechs, sie­ben, acht und neun vor­bei sind, lau­ten dann: »Könnt ihr es euch bit­te ein­tei­len, wir haben nicht genug für alle.«

Wenig­stens wer­den „leer­ge­klatsch­te“ (ebd.) Zuschau­er gele­gent­lich unauf­fäl­lig durch fri­sche, noch über Rest­was­ser ver­fü­gen­de Per­so­nen ersetzt; sonst wäre das ja unmensch­lich.


Lesens­wert (2): Die Betrei­ber des IRC-Net­zes Qua­keN­et fin­den die Angrif­fe auf IRC-Infra­struk­tur im Auf­trag der bri­ti­schen Regie­rung nicht zum Lachen.

We urge the Bri­tish govern­ment to initia­te an imme­dia­te and tho­rough public inve­sti­ga­ti­on into the actions of GCHQ and to assu­re users, com­pa­nies and com­mu­ni­ties who rely on the inter­net that they are safe from being acci­den­tal­ly tar­ge­ted by the broad, oppres­si­ve and legal­ly grey ham­mer of agen­ci­es under their con­trol.

Da bin ich mal gespannt.


Lesens­wert (3): Das US-ame­ri­ka­ni­sche Außen­mi­ni­ste­ri­um fin­det, in Russ­land wird zu viel über­wacht.

Besu­cher der Win­ter­spie­le im rus­si­schen Sot­schi sol­len davon aus­ge­hen, dass ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on vom Staat und Kri­mi­nel­len aus­spio­niert wird, warnt die US-Regie­rung.

So viel Ein­sicht hät­te ich ihnen gar nicht zuge­traut.

MusikNetzfundstücke
„Dan­ke“, HTC!

Besten „Dank“ für die­sen Mehr­wert:

Schlan­kes Design. Bom­ba­sti­scher Sound. Dua­le Ste­reo-Front­laut­spre­cher las­sen im Zusam­men­spiel mit kräf­ti­gen Ver­stär­kern alle um Dich her­um Dei­nen Sound hören. Tei­le Dei­ne Musik, tei­le Dei­ne Vide­os, tei­le Dei­ne Spie­le – in der rich­ti­gen Laut­stär­ke.

:wallbash:

(Das ist eben der immer­glei­che Appell an den mensch­lich-kind­li­chen Instinkt: Ratio­na­li­tät ist der zu besie­gen­de Geg­ner derer, die etwas ver­kau­fen wol­len; weil man eben mit zwei, drei, vier, fünf und sechs oder zwei­hun­dert Klin­gen Gesichts‑, Bein- und sonst­wel­che Haa­re noch abber als ab bekommt. Kauf, du Arsch! Mit Höf­lich­keit, sei’s juve­ni­les Du oder distan­zier­tes Sie, wo doch das Er meist ehr­li­cher wär‘, ver­kauft sich ein schlech­tes Pro­dukt nicht, es muss schon „wit­zig“ (Max Goldt, „Was man nicht sagt“) oder wenig­stens pfif­fig sein. Wenn’s dazu nicht reicht, dann genügt’s jeden­falls zur Sta­tus­auf­bes­se­rung: „Seht her, mein mobi­les Tele­fon dröhnt mei­ne Lieb­lings­funk­ti­ons­mu­sik noch auf­dring­li­cher durch den Bus als das eure! Labet euch an sei­ner Güte!“ Dem letz­ten fran­zö­si­schen König wur­de für der­ar­tig pom­pö­se Zur­schau­stel­lung des Reich­tums sei­ner Vor­gän­ger die „Rübe“ (Hol­ger Roeh­lig) run­ter­ge­schla­gen, aber in die­se schreck­lich engen öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel passt die mobi­le Taschen­guil­lo­ti­ne eben auch nicht mehr. Ein Hoch auf die Spar­sam­keit und Klam­mer zu.)

KaufbefehlePiratenparteiNetzfundstücke
Sexy, sexy Karp­fen (2): Frau­en, die auf Sär­ge star­ren.

Den Welt­erfolg „Frau­en mit ero­ti­schen Karp­fen“ habt ihr sicher schon alle zu Hau­se und freut euch über jeden neu­en Monat.

Aber ihr wollt sicher nicht immer nur die glei­chen Moti­ve im Schlaf­zim­mer hän­gen haben. Abwechs­lung gefäl­lig? Nack­te Frau­en auf ero­ti­schen Sär­gen! Ich bin schon ganz steif.

(Gut, so einen Sarg benutzt man meist nur ein­mal im Leben, da ist eine anspre­chen­de Prä­sen­ta­ti­on der ver­schie­de­nen Ange­bo­te natür­lich stets will­kom­men.)


Apro­pos „will kom­men“: Der nord­rhein-west­fä­li­sche Lan­des­ver­band der Pira­ten­par­tei sucht einen Pene­tra­ti­ons­te­ster. Gefor­dert sind min­de­stens drei Jah­re Erfah­rung im Bereich Pene­tra­ti­ontest­ing (die Pra­xis­er­fah­rung ist nach­zu­wei­sen!), freund­li­ches, aber ver­bind­li­ches Auf­tre­ten, Belast­bar­keit, Ver­schwie­gen­heit und Erfah­rung mit Exploit Deve­lo­p­ment.

Die­se Fer­kel.

(via L.)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Rio Rei­ser – Alles Lüge

Gute Nach­rich­ten: Wir brau­chen die Pira­ten­par­tei nicht mehr. Wir haben jetzt die SPD!

Die alte Tan­te SPD setzt aufs Inter­net: In den kom­men­den Jah­ren wol­len die Genos­sen zur neu­en Netz­par­tei wer­den und so jun­ge Wäh­ler zurück­ge­win­nen.

Gibt es schon kon­kre­te Plä­ne? Aber natür­lich!

Jeder Mit­tel­ständ­ler muss in den näch­sten Jah­ren in die Cloud um wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. (…) Daten­schutz im natio­na­len Maß­stab reicht nicht aus, wenn wir gegen­über den USA oder Asi­en in der digi­ta­len Wirt­schaft kon­kur­renz­fä­hig wer­den wol­len.

Genau – die der­zei­ti­ge Gesetz­ge­bung, die es unnö­tig erschwert, per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten auf Ser­vern in (zum Bei­spiel) den USA zu spei­chern, ist rück­stän­dig. Das muss auf­hö­ren! Zum Glück haben wir die SPD, die sich dafür ein­setzt, dass deut­sche Daten­schutz­richt­li­ni­en bald der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren, hip­pe Jugend­par­tei, die sie nun mal ist.

Auf die­sen Schreck erst mal ein wenig Musik.

Rio Rei­ser & Band – Alles Lüge 1986

(Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt auf die­ses Lied kom­me.)

Guten Mor­gen.