Montagsmusik
IKI – Qui­san­do­le­le

Ah, end­lich wie­der Mon­tag, der stö­rend­ste aller Wochen­ta­ge.

Was stört noch? Rich­tig: Flie­gen­ge­brum­me. Das muss nicht von Flie­gen kom­men, es ist auch sehr leicht nach­zu­sum­men, zum Bei­spiel von IKI. IKI? IKI sind ein selt­sa­mes skan­di­na­vi­sches Vokal­ensem­ble, das sich auf Expe­ri­men­tal-A-cap­pel­la-Musik spe­zia­li­siert hat. Ich ver­steh‘ kein Wort. Aber:

Das Ergeb­nis sind unge­wöhn­li­che Töne: expe­ri­men­tell, jaz­zig, pop­pig, soulig, opern­haft, uner­war­tet björ­desk und so schwer zu fas­sen wie die Schwe­stern im Gei­ste von Coco Rosie.

Schwer zu fas­sen wie ein Mon­tag. Wie pas­send.

IKI – Qui­s­a­na­do­le­le

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeWie die Anderen
Wie die Ande­ren (3): SEAT jetzt auch mit Raus­guck­funk­ti­on

(Vor­be­mer­kung: Dies ist der drit­te Teil mei­ner losen Rei­he „Wie die Ande­ren“, dies­mal erneut inspi­riert von Fefe.)

Old and busted: Wet­ter-Apps auf Smart­phones.

New hot­ness: Wind­schutz­schei­ben.

Mit dem SEAT Por­ta­ble System und der Wet­ter Live Funk­ti­on im SEAT Ibi­za ITECH habt ihr stets das aktu­el­le Wet­ter im Blick.

Ein­mal mit Pro­fis!

KaufbefehleMusikkritik
Egg – The Civil Sur­face

Egg - The Civil SurfaceMit den Wil­de Flowers (benannt nach Oscar Wil­de), einer Hoch­schul­band aus Can­ter­bu­ry, und Deli­very aus Lon­don nahm Mit­te der 1960-er Jah­re – als die Leu­te bevor­zugt Schla­ger und die Beat­les hör­ten – eine musi­ka­li­sche Ent­wick­lung ihren Lauf, die (wegen der Wil­de Flowers) spä­ter als „Can­ter­bu­ry Sound“ oder „Can­ter­bu­ry Sce­ne“ bekannt wur­de.

Die­se „Sze­ne“, die teil­wei­se noch heu­te akti­ve Bands wie Soft Machi­ne, Gong und Cara­van umfass­te und heu­te auch von von die­sen inspi­rier­ten Grup­pen wie The Tan­gent und Argos am Leben gehal­ten wird, ver­meng­te Rock­mu­sik mit jaz­zi­gen Impro­vi­sa­tio­nen, aus­ufern­den Instru­men­tal­ex­pe­ri­men­ten und oft skur­ri­len (oder gar kei­nen) Tex­ten. Im Gegen­satz zum gewöhn­li­chen Jazz­rock, wie ihn spä­ter etwa King Crims­on popu­lär mach­ten, waren Blas- und Tasten­in­stru­men­te oft domi­nan­te Instru­men­te. Dass zwi­schen den Grup­pen ein reger Aus­tausch an Ideen und Musi­kern statt­fand, sorg­te im ersten Jahr­zehnt für eine rasan­te Ent­wick­lung.

Noch bevor die „Can­ter­bu­ry Sce­ne“ Anfang der 1970-er Jah­re ihren Höhe­punkt erreich­te, benann­te sich die Schü­ler­band Uri­el nach dem Aus­stieg von Ste­ve Hil­la­ge (Gitar­re, spä­ter bei Khan und Gong sowie Grün­der des Tech­no­pro­jekts System 7) in The Egg um und warf das „The“ wenig spä­ter fort; unter dem Namen Arz­a­chel kamen Uri­el 1969 ein letz­tes Mal als Quar­tett zusam­men, um ein jeden­falls inter­es­san­tes Psy­che­de­lic-Rock-Album auf­zu­neh­men.

Egg mach­ten also zu dritt wei­ter, nah­men ein namen­lo­ses Debüt (1970) und „The Poli­te Force“ (1971) auf und zer­streu­ten sich 1972 erst ein­mal in alle Win­de: Key­boar­der und Orga­nist Dave Ste­wart ging vor­über­ge­hend zu Hat­field and the North, Schlag­zeu­ger Cli­ve Brooks ver­such­te sich mit The Ground­hogs als Blues­rocker. Bas­sist und Haupt­kom­po­nist Mont Camp­bell betei­lig­te sich 1975 an der Grün­dung von Natio­nal Health als Able­ger von Hat­field and the North sowie Gil­gamesh. Wäh­rend der Vor­be­rei­tun­gen zu die­ser Grün­dung ergab sich die Gele­gen­heit, bis dahin nur live gespiel­te Stücke aus dem Reper­toire von Egg auf­zu­neh­men. Für die­ses letz­te Egg-Album hol­te sich das Trio im August 1974 Ste­ve Hil­la­ge, die Nor­thet­tes (den Chor von Hat­field and the North), Tim Hodgkin­son (Hen­ry Cow), Lind­say Coo­per (Natio­nal Health) und eini­ge wei­te­re Weg­ge­fähr­ten ins Stu­dio. (Die Canterbury-„Szene“, wie bereits erwähnt, war damals recht eng mit­ein­an­der ver­floch­ten.)

„The Civil Sur­face“ ent­hält außer eini­gen – hehe – Blas­quar­tet­ten mit „Enne­agram“, „Wring Out the Ground (Loo­se­ly Now)“ und „Germ Pat­rol“ auch drei Stücke im typisch ver­track­ten und der Band Egg eige­nen Can­ter­bu­ry-Stil:

Stellt Euch vor, Ihr wärt ein Key­boar­der. Eure rech­te Hand müss­te zusam­men mit dem Drum­mer im 15/8‑Takt spie­len, eure Lin­ke dage­gen eine immer wie­der­keh­ren­de Figur im 10/8‑Takt, die der Bas­sist, als wäre das nicht schon genug, gleich­zei­tig in einer 11/8‑Version spielt. Das geht nicht? „Enne­agram“ hören! Das ergibt kei­nen Sinn? „Enne­agram“ hören!
Nik Brück­ner, Baby­blaue Sei­ten

In „Wring Out the Ground (Loo­se­ly Now)“ ist Mont Camp­bell zum ein­zi­gen Mal auf „The Civil Sur­face“ als Sän­ger zu hören.

Mont Camp­bell ver­ließ Natio­nal Health 1976, nann­te sich ab 1977 Dirk Camp­bell und tauch­te erst unter, dann 1996 mit sei­nem ersten Solo­al­bum „Music from a Round Tower“ wie­der auf. Auch sei­ne Mit­strei­ter sind bis heu­te nicht untä­tig: Dave Ste­wart arbei­tet seit den frü­hen 1980-er Jah­ren mit Bar­ba­ra Gas­kin (The Nor­thet­tes sowie Spi­ro­gy­ra) zusam­men, ver­öf­fent­licht gele­gent­lich Musik und schreibt Bücher, Cli­ve Brooks spiel­te zunächst Schlag­zeug bei Liar und war anschlie­ßend vor­ran­gig als Schlag­zeug­tech­ni­ker für Pink Floyd und ande­re Grup­pen aktiv. Nach­hal­ti­gen Ein­druck hin­ter­lie­ßen alle drei aller­dings bei­na­he nur mit ihrem Früh­werk.

Durch­aus nicht zu Unrecht, wie ich fin­de.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Schön und schlank und viel zu dünn

Apro­pos Ernäh­rung: Kennt ihr noch die BRAVO?

Die BRAVO ist nicht nur ein schlech­tes „Jugend­ma­ga­zin“, es gibt auch ein Online­por­tal zu sel­bi­gem. Auch dort wid­met man sich natür­lich den wirk­lich drin­gen­den Pro­ble­men eines jugend­li­chen Lebens: Trink‘ dich schön und schlank! Mit einer vege­ta­ri­schen Diät las­sen sich nicht nur lästi­ge Pfun­de ver­trei­ben! Wer zu dick ist, um zu flir­ten, soll­te erst mal abneh­men! Schwimm‘ dich schlank! Mei­ne Mut­ter ist zu dick! Schön und schlank mit Was­ser! Schlank wer­den ist kei­ne Hexe­rei! Fin­ger weg von „Smoothies“, die machen fett!

Und was macht die gedruck­te BRAVO der­weil? Rich­tig:

Lena iss etwas

„Lena, du bist zu dünn!“

Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten machen mich gereizt. Will sie über­haupt nicht mehr lesen.
Leo Tol­stoi

Sonstiges
Trend­kost

Trends, Trends, das ist der Trend jetzt! Das tut man neu­er­dings so!
Foy­er des Arts: Trends

Was ist eigent­lich ein Trend?

Die Wiki­pe­dia ahnt:

Ein Trend ist eine neue Auf­fas­sung in Gesell­schaft, Wirt­schaft oder Tech­no­lo­gie, die eine neue Bewe­gung bzw. Marsch­rich­tung aus­löst.

Das Gegen­teil eines Trends, so lehrt’s uns T‑Online, ist übri­gens eine Sün­de. Tja­ja, die Kir­che, der olle Trend­set­ter!

Und wo wird hin­mar­schiert? Zu häss­li­chen Stie­feln, kreisch­bun­ten Kla­mot­ten und Nicht­fri­su­ren, denen gemein ist, dass sie an Reiz ver­lie­ren, sobald sich genug Leu­te fin­den, denen es nicht zu lächer­lich vor­kommt, sich von über­be­zahl­ten jun­kies Tipps für’s Aus­se­hen geben zu las­sen: am anfang als kei­ne sau die mar­ke kann­te, war ich eine der ersten (…) aber JETZT total pein­lich-.- (Schreib­wei­se wie im total pein­li­chen Ori­gi­nal).

Auch sonst hat die Bewe­gung ein paar amü­san­te Angli­zis­men und vor allem idio­ti­sche Ideen im Schlepp­tau. Das däm­li­che Heft „freun­din“ etwa „ziert“ zur­zeit fol­gen­des Titel­blatt:

freundin 06/2014

Ja, wo sind sie denn, die guten Män­ner? Ich weiß es nicht, ich habe den Arti­kel sicher­heits­hal­ber nicht gele­sen. Mei­ne Auf­merk­sam­keit aller­dings zog die­se Behaup­tung auf sich:

Der gro­ße Food-Trend: Vegan genie­ßen

Vega­nes Essen? Es gibt Holz. Mög­li­cher­wei­se schmeckt das tat­säch­lich jedem, pro­biert habe ich es noch nicht. Aber sind Ess­ge­wohn­hei­ten ein Trend? – Zwei­fels­oh­ne steigt die Zahl derer, die sich vegan ernäh­ren, gefühlt ste­tig an, lässt man den Umstand, dass man Vega­ner vor allem dar­an erkennt, dass sie kei­ne zwei Sät­ze am Stück ohne stol­ze Beschrei­bung ihres Lebens­stils mehr zu spre­chen imstan­de schei­nen und so natür­lich ihres­glei­chen her­vor­locken, ein­mal unbe­rück­sich­tigt.

Food-Trend, denn bei Ernäh­rung geht es nicht um Genuss oder wenig­stens Sät­ti­gung, son­dern um Mode. Die mei­nen das ernst!

Näch­sten Monat in „freun­din“: „Täg­lich was trin­ken – was ist dran am neu­en Top­trend?“

Was ist „in“ und was ist „out“? Die Fra­ge ist doch falsch gestellt!
Die Ärz­te: Gabi & Uwe in: Lie­be und Frie­den

Montagsmusik
Die Toten Hosen – Mehr davon

(Und manch­mal gibt es die­se Momen­te, die um jeden Preis zu hal­ten man, wenn schon nicht imstan­de, doch zumin­dest wil­lens ist; und nicht nur die, allen Mon­ta­gen zum Trotz.)

Mehr Davon – Live „Im Auf­trag des Herrn“

Ich bezahl‘ dich gut,
ich geb‘ dir alles, was ich noch hab‘:
Mei­nen Cha­rak­ter, mei­nen Selbstre­spekt,
jedes letz­te Gefühl von Moral.

Atmen.

Guten Mor­gen.

Persönliches
Schlech­te Kar­ten

Es ist ja nicht so, dass ich das Kon­zept der „Kun­den­kar­te“ aus wirt­schaft­li­cher Sicht nicht prin­zi­pi­ell ver­ste­hen könn­te.

Die, die man mit irgend­wel­chen Punk­ten befül­len kann, damit man irgend­wann am Ende eines Jah­res einen häss­li­chen Koch­topf nebst Mes­ser­set (das man den Ver­ant­wort­li­chen dann wenig­stens als feed­back hin­ter­las­sen kann) oder einen Stoff­ted­dy mit Schlüs­sel­ring dran sein eigen nen­nen „darf“, sind hin­läng­lich bekannt und zu Recht Ziel­schei­be diver­sen Spotts (Rache!), aber es gibt auch noch die klei­nen, unschein­ba­ren, die man ein­fach bekommt und dann lie­gen sie halt her­um und lan­den irgend­wann im Nach­lass. Man ist also irgend­wann tot und die Urgroß­nef­fen spie­len mit den Hin­ter­las­sen­schaf­ten und fin­den dar­in Kar­ten, deren Zweck ihnen eben­so wenig bekannt ist wie ihrem nun­mehr ver­bli­che­nen Urgroß­on­kel, und sind ent­we­der stolz auf die augen­schein­li­che Beliebt­heit ihres Vor­fah­rens oder den­ken sich: „Was war das bloß für ein Spin­ner?“. Die Gene­ra­ti­on mei­ner Urgroß­on­kel hin­ter­lässt wenig­stens noch coo­le Sol­da­ten­ab­zei­chen.

Es gibt „Kun­den­kar­ten“, die durch­aus einen nen­nens­wer­ten Zweck erfül­len, etwa Mit­glieds­aus­wei­se irgend­wel­cher Clubs, in die man, „ey“, sonst „nisch rein­kommt“, oder irgend­wel­cher poli­ti­scher Par­tei­en sowie zum Bei­spiel Biblio­theks­aus­wei­se, die jeder Ober­stu­fen­schü­ler heut­zu­ta­ge gefäl­ligst zu bean­tra­gen hat und sich dann damit immer­hin irgend­wie gebil­det fühlt, nur um sie dann spä­ter nie wie­der zu ver­län­gern, weil: Wiki­pe­dia.

Und dann gibt es die, mit denen man vor allem sein Porte­mon­naie, das ja sonst so schreck­lich leer und kom­pakt wäre, dicker machen kann, die aber sonst vor allem etwas beschei­ni­gen, was man gar nicht unbe­dingt beschei­nigt haben möch­te. Das sind aus irgend­ei­nem abson­der­li­chen Zufall her­aus dann auch die­je­ni­gen Kar­ten, deren Begleit­schrei­ben meist anmahnt, dass sie zwar für das Gros ihrer Besit­zer ohne jeden prak­ti­schen Wert sei­en, aber stän­di­ges Bereit­hal­ten unbe­dingt emp­foh­len wer­de, um sich immer und über­all als Mit­glied des jewei­li­gen unfass­bar eli­tä­ren Zir­kels zu erken­nen geben zu kön­nen. Am Paket­schal­ter sei­ne Gold­card zücken und sich so als Mit­glied der Bru­der­schaft der Paket­emp­fän­ger aus­ge­ben – die Frau­en wer­den euch zu Füßen lie­gen!

Vor Lachen.

Die­se Woche tat eine Kar­te das, was Kar­ten eben so tun, und tru­del­te mit der Post ein. Sie stammt vom hei­se-Ver­lag und weist mich – zumin­dest zutref­fen­der­wei­se – als einen Abon­nen­ten der Zeit­schrift c’t aus. (Dass die c’t immer schlech­ter wird, lass‘ ich an die­ser Stel­le mal undis­ku­tiert, dar­über möge der Insol­venz­ver­wal­ter eines Tages urtei­len.) Der Name die­ser Kar­te: „c’t‑Netzwerkkarte“. Ich hät­te bei­na­he ein wenig geschmun­zelt.

Mit die­ser „Netz­werk­kar­te“ – haha, hoho – kommt man zwar nicht ins LAN, aber „exklu­siv“ an „zahl­rei­che wei­te­re Vor­tei­le“, etwa:

  • Ver­sand­ko­sten­frei­er Ein­kauf im hei­se-shop
  • Bis zu 15 % Rabatt auf vie­le Arti­kel im hei­se-Shop

(Fett­druck und wech­seln­de Schreib­wei­sen wie Ori­gi­nal.)

Wie muss man sich das vor­stel­len? Die Kar­te besitzt offen­bar kei­ner­lei digi­ta­len Daten­spei­cher, auf’s „Daten­feld“ auf­ge­druckt sind nur Name, Kun­den­num­mer und Abon­ne­ment­be­ginn. Muss man die Kar­te, um in den Genuss der „exklu­si­ven Vor­tei­le“ zu kom­men, nun ein­scan­nen oder vor­ab posta­lisch ein­schicken? Das „Info­blatt“ schweigt. Auf der Web­site zur „Netz­werk­kar­te“ – das Bei­na­he­schmun­zeln friert mir all­mäh­lich im Gesicht fest – kann man sich aber immer­hin anmel­den. Mit den Kar­ten­da­ten? Aber natür­lich nicht:

Log­gen Sie sich bit­te mit Ihren Abo-Zugangs­da­ten ein.

Wel­cher Art also ist der Dienst, den die „Netz­werk­kar­te“ – holt­mi­ch­hierraus – dem zah­len­den Bestands­kun­den ange­dei­hen lässt? Tja:

mit die­sem Schrei­ben erhal­ten Sie die neue c’t‑Netzwerkkarte, die Sie als Abon­nent (sic! Dekli­na­ti­on kön­nen­se auch nicht, A.d.V.) aus­weist[.]

Ach so.

Ich geh‘ mich dann mal ent­ei­sen.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
War­nung: Erschreckend ech­te Dar­stel­lung von All­tag!

[TW: Fas­sungs- und Ver­ständ­nis­lo­sig­keit, Ratio­na­li­tät, Pole­mik.]

Ich bege­be mich gele­gent­lich auf femi­ni­sti­sches Ter­rain, weil zu den Femi­ni­sten auch eini­ge klu­ge Köp­fe zäh­len, die sich durch eine her­vor­ra­gen­de Welt­sicht und ihre Offen­heit in sach­be­zo­ge­nen Dis­kus­sio­nen wohl­tu­end von den ande­ren Femi­ni­sten abhe­ben. Manch­mal lese ich auf die­sem Ter­rain Tweets, in denen „TW“ vor­kommt. Das hat mich zunächst ein wenig irri­tiert, denn einen The­men­wech­sel gibt es auf Twit­ter nor­ma­ler­wei­se eher sel­ten (schon des­halb, weil es sel­ten um The­men geht). Ich habe das mal nach­ge­schla­gen.

Laut Blog der „Mäd­chen­mann­schaft“ (Vor­sicht: Blog der „Mäd­chen­mann­schaft“) steht das „TW“ für eine „Trig­ger­war­nung“, also eine War­nung davor, dass ver­link­te Tex­te womög­lich frü­her erlit­te­ne Pein wie­der ins Gedächt­nis rufen könn­ten.

Stellt euch zum Bei­spiel vor, ihr geht mit ’nem schö­nen Kri­mi aufs Klo und denkt an nichts Böses.

Und dann blät­tert ihr die Sei­te um und da erwischt es euch plötz­lich eis­kalt; irgend­ein Trig­ger, der euch sofort wie­der ins Hier und Jetzt zurück­holt. Vor­bei ist es mit der Ent­span­nung, vor­bei mit der Aus­zeit, und euch beschleicht ein­mal mehr das Gefühl: Rape Cul­tu­re (Ver­ge­wal­ti­gungs­kul­tur) ist über­all.

Ich fin­de ja auch, Kri­mis soll­te man ver­bie­ten und durch irgend­was Harm­lo­ses (mit Luft­bal­lons) erset­zen. Sie sind vol­ler unnö­ti­ger Gewalt­dar­stel­lun­gen!

Man ver­ste­he mich nicht falsch: Dass Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer ungern detail­lier­te Beschrei­bun­gen von Ver­ge­wal­ti­gun­gen lesen, ist mir durch­aus nicht unbe­kannt. Die­ser gut gemein­te Ansatz lässt sich aller­dings offen­kun­dig her­vor­ra­gend über­trei­ben, und der „Mäd­chen­mann­schaft“ fiel bei ihrer vor­an­ge­stell­ten „Trig­ger­war­nung: Beschrei­bung von Trig­gern“ wohl nicht auf, wo das Pro­blem lie­gen könn­te. Der real exi­stie­ren­de Femi­nis­mus bringt Men­schen her­vor, die Tex­te über Ver­ge­wal­ti­gung, Trig­ger, Ess­stö­run­gen, Ablen­kung und der­glei­chen schon bei­na­he reflex­ar­tig nur noch mit vor­an­ge­stell­ter War­nung publi­zie­ren, ver­mut­lich ins­ge­heim bedau­ernd, dass das mit den Stopp­schil­dern für’s Inter­net nicht geklappt hat, denn dann könn­te man das Trig­ger­pro­blem direkt an der Wur­zel lösen. Über­all nur noch böse Men­schen. Schlimm, schlimm.

Auch vor wirk­lich schlim­men Din­gen wie der Beschrei­bung von Fehl­ge­bur­ten wird gewarnt:

Dan­ke fürs Tei­len! <3 (Ach­tung: Lebens­rea­li­tät)

Da schreibt eine Frau einen (zwei­fels­frei lesens­wer­ten, aber auch recht detail­lier­ten) Text über ihre Fehl­ge­burt und schreibt das sogar extra dran, um Sen­si­bel­chen, die mit zu detail­lier­ter Dar­stel­lung von Fehl­ge­bur­ten ein Tole­ranz­pro­blem haben, davor zu bewah­ren, ver­se­hent­lich etwas dar­über zu lesen, und dann fällt jeman­dem auf, dass da noch eine ganz wich­ti­ge War­nung fehlt. „Ach­tung: Lebens­rea­li­tät“. Kann Spu­ren von Rea­li­tät ent­hal­ten. Der Umkehr­schluss? Aus­drück­lich nicht gewarnt wer­den muss vor flau­schi­gen Kat­zen und Ponys. (Außer, wenn man als klei­nes Kind mal von einem Pony run­ter­ge­fal­len ist, dann ist „TW: Huf­tie­re“ natür­lich Pflicht, wenn man nicht als respekt­lo­ser Macker – oder wie auch immer gera­de das aktu­el­le Flau­schi­wat­ti-Sze­ne­schimpf­wort für nor­ma­le Leu­te lau­tet – erschei­nen möch­te.)

Sofern hier jemand mit­liest, der sich aus­kennt: Hä?


Auch ’n fie­ser Trig­ger natür­lich: Uner­wünsch­te Nackt­heit.

PolitikIn den Nachrichten
Tho­mas de Mai­ziè­re respek­tiert den Tier­schutz nicht

Die inner­par­tei­li­chen Que­re­len, die die Pira­ten­par­tei in jüng­sten Umfra­gen ein hypo­the­ti­sches Wahl­er­geb­nis von etwa einem Pro­zent ein­fah­ren lie­ßen, könn­ten ihr inzwi­schen bei­na­he egal sein: Die Drei­pro­zent­hür­de für die Euro­pa­wahl wur­de – ganz im Sin­ne des von ihr pro­pa­gier­ten Ide­als, dass die Stim­me jedes Bür­gers glei­ches Gewicht haben soll­te – höchst­rich­ter­lich ver­bo­ten.

Wohl­ge­merkt: Es ist kei­nes­falls sicher, dass das ent­spre­chen­de Gesetz bis zum 25. Mai kor­ri­giert wor­den ist, was die Wahl auf ähn­lich töner­ne Füße stell­te wie bereits eine Bun­des­tags­wahl zuvor. Wohl auch aus die­sem Grund bleibt Innen­mi­ni­ster Tho­mas de Mai­ziè­re gleich­mü­tig:

Die Bun­des­re­gie­rung hat zurück­hal­tend auf das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts reagiert, wonach die deut­sche Drei-Pro­zent-Hür­de bei Euro­pa­wah­len ver­fas­sungs­wid­rig ist. Er «neh­me das Urteil zur Kennt­nis», sag­te Innen­mi­ni­ster Tho­mas de Mai­ziè­re in Ber­lin.

Ande­re „Unions“-„Politiker“, etwa Elmar Brok (Schmal­hans des Tages am 10. Febru­ar 2014, bit­te nicht wie­der wäh­len) und Jens Spahn (der die ver­fas­sungs­feind­li­che Drei-Pro­zent-Klau­sel lie­ber direkt in die Ver­fas­sung geschrie­ben hät­te), sind eben­so irri­tiert vom Urteil wie Poli­ti­ker so genann­ter „Bür­ger­rechts­par­tei­en“ wie den Grü­nen (das waren die mit den Kin­dern). Dass ihnen ohne die Drei-Pro­zent-Hür­de womög­lich ein Sitz – oder derer gar zwei – im Euro­pa­par­la­ment abhan­den kom­men wird, hat damit sicher­lich nichts zu tun.

Zumal (wie­der­um CDU/CSU):

Es gebe in allen gro­ßen EU-Län­dern aus guten Grün­den Sperr­klau­seln. „Nun müs­sen wir mit den Urteil leben und auch damit, dass wir Split­ter­par­tei­en und radi­ka­le Kräf­te aus Deutsch­land im EU-Par­la­ment haben wer­den. Das ist kei­ne sehr ange­neh­me Situa­ti­on.“

Ich bin auch der Mei­nung, dass radi­ka­le Kräf­te aus Deutsch­land (CDU/CSU) nicht im „EU-Par­la­ment“ den Geist der Men­schen ver­der­ben soll­ten; aber ich habe da eine prag­ma­ti­sche Lösung ent­wickelt: Ich wäh­le ein­fach eine ande­re Par­tei.

Aber was bedeu­tet die Ent­schei­dung rein rech­ne­risch? Nun:

Ein hal­bes Pro­zent der Stim­men rei­chen für einen Par­la­ments­sitz mit dem dazu­ge­hö­ri­gen Geld, den Mit­ar­bei­tern und dem Appa­rat. 130.000 Stim­men nur, um für die eige­nen Ideen bes­ser denn je im media­len Ram­pen­licht des Euro­pa­par­la­ments wer­ben zu kön­nen.

Ob auf der Basis die­ser Ent­schei­dung auch die Fünf-Pro­zent-Klau­sel für die näch­ste Bun­des­tags­wahl (spä­te­stens 2017) neu ver­han­delt wer­den wird, weiß ich nicht, aber inter­es­sant wäre es durch­aus. Für den Wäh­ler hat das erst mal eine rele­van­te Fol­ge: Es gibt kei­nen Grund mehr, bei der Euro­pa­wahl anhand der Aus­wahl zwi­schen „kommt rein“ und „kommt nicht rein“ zu wäh­len – selbst die Tier­schutz­par­tei kam 2009 auf 1,4 Pro­zent der Stim­men, bei ande­ren Kleinst­par­tei­en wie der F.D.P. sieht es ähn­lich aus. Die DVU, 2009 ein­zi­ge zur Euro­pa­wahl zuge­las­se­ne als rechts­extrem ein­ge­stuf­te deut­sche Par­tei, kam damals auf 0,4 Pro­zent, es ist also eher unwahr­schein­lich, dass nach der Wahl aus Deutsch­land mehr Rechts­extre­me als Tier­schüt­zer ins Euro­päi­sche Par­la­ment abge­scho­ben ent­sen­det wer­den.

Elmar Brok steht auf Platz 2 der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­li­ste der CDU. Das aller­dings macht mir wirk­lich gro­ße Sor­gen.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Wir wol­len kei­ne Demo­kra­tie­fein­de in unse­rem Land! Übri­gens: Unser Land ist schei­ße! Nie wie­der unser Land! :irre:

In den Nachrichten
Kalif anstel­le des Kali­fen: Smart­phones jetzt auch mit Tele­fo­nie­funk­ti­on

Whats­App, dem seit sei­nem Kauf durch Face­book die Benut­zer scha­ren­wei­se (aus unkla­rem Grund wohl meist zu Three­ma) qua­si weg­zu­lau­fen schei­nen, ver­sucht sei­nen Vor­sprung zu hal­ten. Klar ist: Inno­va­tio­nen müs­sen her!

Äh, hm, tja:

Whats­App hat für Mil­lio­nen Nut­zer die SMS ersetzt – nun will die Face­book-Toch­ter noch in die­sem Jahr Tele­fon­dien­ste anbie­ten.

Tele­fo­nie­ren! Auf dem Twit­ter­ge­rät! Incre­di­ble! (Ste­ve Jobs, tot.)

Dass dar­auf noch kei­ner gekom­men ist!

PersönlichesFotografie
Meer.

Mon­tag. Musik? Mit­nich­ten: Meer.

(Weil’s dann ja eigent­lich auch egal ist, wenn man nach lan­ger Zeit wie­der am Meer ist und die Prä­mis­sen eigent­lich ganz ande­re sind und Küs­se nicht mehr Teil des Reper­toires sind, das man abstreift und sich fal­len lässt, um die Leich­tig­keit, die Frei­heit zu spü­ren, die nur das Meer geben kann; und man ver­gisst, wer man ist und wo man ist und wofür man mal gelebt hat, und drin­nen, tief drin­nen spielt das Herz die­ses Lied, die­ses eine, wun­der­ba­re Lied aus bes­se­rer Zeit, und es geht unter im Rau­schen des Mee­res und im Krei­schen der Möwen.

Meer

Meer. So trau­rig. Ihr kennt das.)

Piratenpartei
#lmvnds141

Die „Piran­ti­fa“ gab ver­gan­ge­ne Nacht ihre Auf­lö­sung bekannt.

Mehr Leu­te tre­ten aus den „Jun­gen Pira­ten“, die zu einem Groß­teil ver­ant­wort­lich für die Akti­vi­tät der „Piran­ti­fa“ waren, als aus der Pira­ten­par­tei aus.

Die Fah­ne weht. Will­kom­men zurück, Pira­ten­par­tei. Fet­ze­rei­en par excel­lence.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenKaufbefehleMusikkritikPiratenpartei
Kurz­kri­tik: this­quie­tar­my – Phan­tom Lim­bs

Ich könn­te mich an die­ser Stel­le noch etwas aus­führ­li­cher zum noch immer schwe­len­den #Bom­ber­ga­te und zum ver­meint­li­chen Mit­glie­der­schwund der Pira­ten­par­tei infol­ge einer sau­däm­li­chen Akti­on ein­zel­ner Ver­wirr­ter äußern; tat­säch­lich haben eini­ge lang­jäh­ri­ge enga­gier­te Pira­ten, fru­striert von dem fre­ne­ti­schen Applaus, den die bei­den Prot­ago­ni­stin­nen für ihr Lob­lied auf die Bom­bar­die­rung Dres­dens von ein­schlä­gig bekann­ten Ber­li­ner Pira­ten wie Oli­ver Höfing­hoff („ihr habt den Krieg ver­lo­ren!“, kei­ne Poin­te) beka­men, zu mei­nem per­sön­li­chen Bedau­ern vor­über­ge­hend abge­mu­stert. Eini­ge Lan­des­ver­bän­de der Pira­ten­par­tei – bezeich­nen­der­wei­se ist Höfinghoffs/Helms Ber­lin nicht dar­un­ter – haben sich inzwi­schen einer Erklä­rung ange­schlos­sen, die eine Unver­ein­bar­keit poli­ti­scher Gewalt mit libe­ra­len pira­ti­schen Idea­len zu ver­ste­hen gibt, wofür es prompt Kri­tik aus Ber­lin hagel­te. Ja, die Ber­li­ner. Ein drol­li­ges Land vol­ler bor­nier­ter Schwach­köp­fe; an die­sem Durch­schnitt ändert auch der her­aus­ra­gen­de Chri­sto­pher Lau­er nur wenig.

Aber eigent­lich woll­te ich hier weni­ger über Poli­tik reden und mehr über Musik, schon aus Grün­den der Ent­span­nung. Von Musik wer­de ich nur sel­ten in Rage ver­setzt.

thisquietarmy - Phantom Limbs2012 ver­öf­fent­lich­te Eric Quach („this­quie­tar­my“) nach dem groß­ar­ti­gen „Ves­sels“ mit dem bereits 2009 auf­ge­nom­me­nen „Phan­tom Lim­bs“ („Phan­tom­glied­ma­ßen“) ein wei­te­res beacht­li­ches Werk, des­sen ein­zi­ges Instru­ment wie­der­um die Gitar­re ist. Das Unter­was­ser­mo­tiv wur­de nicht bei­be­hal­ten, auf „Phan­tom Lim­bs“ geht es statt­des­sen ziem­lich gespen­stisch zu.

Das eröff­nen­de „Phan­tom Eye“ beginnt mit dis­so­nan­tem Brum­men. All­mäh­lich kom­men wei­te­re Gitar­ren­klän­ge hin­zu, die ruhi­ge Anfangs­stim­mung wird von ener­gi­schen, sich ver­dich­ten­den Riffs kom­pli­men­tiert, nach sechs­ein­halb Minu­ten implo­diert „Phan­tom Eye“ mit sei­ner Kli­max. Das fol­gen­de „Phan­tom Brain“ wird von ambi­en­ten dro­nes domi­niert, zunächst klar instru­men­tal iden­ti­fi­zier­bar, dann dunk­ler und bedroh­li­cher wer­dend, bis das Klang­ge­bil­de schließ­lich aus­ge­blen­det wird. Ob die­se Aus­blen­dung sinn­voll ist, bleibt unklar; „Phan­tom Pain“, das die dro­nes wie­der in ihre Bestand­tei­le zer­legt, lebt eben­falls von ihren Effek­ten.

„Phan­tom Vol­ta­ge“, das letz­te und mit Abstand läng­ste der vier Stücke, ist zugleich das unge­wöhn­lich­ste: Es beginnt mit Stil­le, lang­sam set­zen ein­zel­ne Klän­ge ein. Talk Talks „Spi­rit of Eden“ als Ver­gleich zu bemü­hen mag etwas über­zo­gen sein, Ähn­lich­kei­ten sind aber durch­aus gege­ben. Wird da ein Rhyth­mus geklopft? Nein, es ebbt wie­der ab. Wie­der ein­mal wird alles dich­ter. Der Geist wird schwer. Zurück­leh­nen und genie­ßen. Wür­de man von die­ser Musik träu­men, man träum­te wohl, man säße auf einer Wol­ke und sähe von dort aus einen die­ser anspruchs­vol­len Hor­ror­fil­me (zum Bei­spiel über das „Bom­ber­ga­te“) in Pastell­far­ben. Schön.

„Phan­tom Lim­bs“ – stream- und kauf­bar hier – ist in all sei­ner Dun­kel- und Schlicht­heit groß­ar­tig und die idea­le Beglei­tung zu einem Glas Whis­key zum Fei­er­abend; oder eben auch ganz ohne Whis­key. Ihr könn­tet das mal aus­pro­bie­ren.

In den NachrichtenPiratenpartei
Meta­me­di­en­kri­tik: Auf der Mau­er, auf der Lau­er …

Wie Anne Helm, Euro­pa­par­la­ments­kan­di­da­tin der Pira­ten­par­tei, und Julia „Schwur­bel“ Schramm, Mit­ar­bei­te­rin des Bun­des­vor­sit­zen­den der­sel­ben, der Bom­ben­ab­wür­fe über Dres­den sei­tens Herrn „Bom­ber Har­ris“ gedach­ten, bit­te ich euch den ein­schlä­gi­gen Medi­en zu ent­neh­men; zumin­dest Frau Schramm lässt ja nur sel­ten eine Woche ver­ge­hen, ohne ihren Ruf als poli­tisch nai­ve mar­xi­sti­sche Femi­ni­stin – oder was auch immer sie die­se Woche sein möch­te – wei­ter zu festi­gen.

Deut­lich erfreu­li­cher ist da schon, wie Sascha Frischmuth von der unsäg­li­chen „tages­zei­tung“ („taz“) beim Ver­such, ein Inter­view mit Chri­sto­pher Lau­er zu füh­ren, gran­di­os ver­sagt. Chri­sto­pher Lau­er („Hir­ni“ – Char­lot­te Thei­le, „Süd­deut­sche Zei­tung“) ist dafür bekannt, nicht über jedes Stöck­chen zu sprin­gen, das man ihm hin­hält, wie nied­rig auch immer es hän­gen mag; inso­fern ist es erstaun­lich, wie bereit­wil­lig sich der Fra­ge­stel­ler von ihm vor­füh­ren („anpö­beln“, Int­ro­text der „taz“) lässt. Ich bin dafür sehr dank­bar, denn das merk­wür­di­ge Poli­tik­ver­ständ­nis deut­scher „Jour­na­li­sten“ haben sie selbst sel­ten deut­li­cher dar­ge­stellt als hier.

„Knapp zehn Minu­ten“ lang hat Sascha Frischmuth ver­ge­bens ver­sucht, aus Herrn Lau­er poli­ti­ker­ty­pi­sche Null­phra­sen her­aus­zu­lei­ern, ist damit aber nicht nur gran­di­os geschei­tert, son­dern oben­drein offen­bar etwas pikiert dar­über, dass sei­ne dum­men Fra­gen auf wenig Ver­ständ­nis stie­ßen:

Okay. Ange­nom­men, es klappt jetzt alles, so wie Sie sich das vor­stel­len. Von mir aus, Euro­pa­wahl geht gut, wie auch immer…

Ja, „wie auch immer“, ist ja eigent­lich auch nicht so inter­es­sant, ist ja nur Poli­tik…

Sofern man dem Inter­net glau­ben darf, war dies Herrn Frischmuths erstes Inter­view. Wenn er Glück hat, gerät er künf­tig nur noch an Poli­ti­ker, die rou­ti­niert Phra­sen auf jede Fra­ge – auch sol­che, die gar nicht gestellt wur­den – abspu­len. Dort wird zwar eben­falls kei­ner­lei neue Erkennt­nis über Poli­tik gewon­nen, aber der Blö­de ist dann wenig­stens der Leser und nicht der „Jour­na­list“. Nicht, dass das noch Mode wird!

KaufbefehleMontagsmusik
Karokh – Flowers Every Day

Früh­ling wird’s nun auch in unse­ren nörd­li­chen Gefil­den. Viel­fach wur­de er besun­gen, sel­ten war das beson­ders schön.

Ganz anders das nor­we­gi­sche Expe­ri­men­tal-Rock-Sep­tett Karokh, das mit „Flowers Every Day“, dem ersten Stück auf sei­nem namen­lo­sen Debüt­al­bum, das Jahr 2014 eben­so wun­der­bar ins Rol­len bringt wie den elen­den Früh­ling, der den Nicht­win­ter wür­de­voll beschlie­ßen möge.

Karokh – Flowers Every Day

Guten Mor­gen!