Piratenpartei
Piraten: Nichts gesagt? Viel Quatsch!

(Vorbemerkung: Ja, ich tu‘ mir den Piratenquatsch immer noch an.)

Was hat­ten wir denn lan­ge nicht? Ach, rich­tig: Erklärungen, wie­so die Piratenpartei Deutschland „geschei­tert“ sei.

Die NSA und ande­re staat­li­che Stellen über­wa­chen uns auf Schritt und Tritt, und die Piraten schwei­gen dazu. Schließlich ist die Neuausrichtung als poli­ti­scher Arm der Antifa und Gender Bewegung im vol­len Gange, da kann man sich nicht mit so Nebensächlichkeiten wie Bürgerrechte aufhalten.

„Die Piraten schwei­gen“, und zwar ziem­lich laut; Christian Tretbar - hihi - vom merk­wür­di­gen „Tagesspiegel“ nann­te sie laut­hals still beim Thema Überwachung. Man muss schon absicht­lich weg­hö­ren, um von „den Piraten“ beim Thema nichts zu hören (und selbst dann immer noch mehr als von ande­ren so genann­ten Bürgerrechtsparteien wie den unsäg­li­chen „Grünen“). Folgerichtig lesen man­che Twitternutzer schon ab die­sem Satz gar nicht mehr wei­ter.

Dabei sind die fol­gen­den Sätze auch nicht weni­ger beach­tens- und fazi­al­pal­mie­rens­wert. Zur „Neuausrichtung als poli­ti­scher Arm der Antifa“ äußert sich „KopfzuTisch“ selbst weni­ge Sätze spä­ter noch einmal:

Es tre­ten Piraten aus, weil man (sic! A.d.V.) sich loka­le Verbände auch gegen lin­ke Gewalt positionieren[.]

Der poli­ti­sche Arm der Antifa ver­lie­re auf­grund der Reaktionen auf die Sache mit der anar­cho­syn­di­ka­li­sti­schen Flagge Mitglieder, weil er sich gegen die­se Kategorisierung weh­re, und das sei schlecht und ein Zeichen dafür, dass („KopfzuTisch“ wie­der­um spä­ter) die Piraten „links vom Tellerrand in die Bedeutungslosigkeit“ fal­len. Hui! Meine plötz­lich auf­tre­ten­den Kopfschmerzen sind sicher nur wet­ter­be­dingt und kei­ne Folge die­ser Argumentationskette. - Dass die von der „Mutterpartei“ weit­ge­hend unab­hän­gig agie­ren­de Jugendorganisation „der Piraten“ - die „jun­gen Piraten“, die eng mit der „Pirantifa“, die kein offi­zi­el­ler Verband der Piratenpartei ist, ver­floch­ten sind - tat­säch­lich eher zu den Grünen pas­sen wür­de und mit den „Grundwerten“ der Piratenpartei nicht viel zu tun hat, sei mal ver­zie­hen. Wir waren ja alle mal jung, dumm und poli­tisch, von grif­fi­gen Parolen abge­se­hen, weit­ge­hend des­in­ter­es­siert, und die Grünen sind Jutta Ditfurth und Konsorten letzt­lich auch los­ge­wor­den (Michael Ebner).

Man kann den Piraten vie­les - zum Beispiel den immer noch nicht par­tei­weit umge­setz­ten stän­di­gen Mitgliederentscheid, den Nichtausschluss von Oliver Höfinghoff, den Verlust ein­sti­ger cool­ness mit­tels rück­läu­fi­ger Verwendung nau­ti­scher Metaphern - vor­wer­fen und soll­te das auch tun; „KopfzuTisch“ hat auch ein paar Beispiele gefun­den, nur sind’s eben die Falschen.

Wir fas­sen zusammen:

Die Piraten sind tot.

Oder eben auch nicht.

Dieser ver­fluch­te, unto­te Pirat ver­steht kei­nen Spaß.
Produktbeschreibung eines Piratenkostüms