PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Slo­mind – Thro­ne of Volt

Kalt hier heuteWie hät­ten die NSU-Mor­de ver­hin­dert wer­den kön­nen? Viel­leicht, indem man dem „Ver­fas­sungs­schutz“ die­ses armen SPD-gebeu­tel­ten Lan­des ein biss­chen unter­sagt hät­te, Söld­ner anzu­wer­ben und mit ihnen mor­dend durch eben­die­ses Land zu zie­hen; viel­leicht auch, indem man die­sen „Ver­fas­sungs­schutz“ von vorn­her­ein als Relikt einer Zeit behan­delt hät­te, die wir über­wun­den zu haben hof­fen; viel­leicht aber auch, indem man ein­fach noch ein biss­chen mehr anlass­lo­sen Gene­ral­ver­dacht prak­ti­ziert, fin­det der Vor­sit­zen­de der ehe­ma­li­gen Volks- und heu­ti­gen Lob­by­isten­par­tei SPD:

SPD-Chef und Vize­kanz­ler Sig­mar Gabri­el hat das Vor­ha­ben der Gro­ßen Koali­ti­on bekräf­tigt, die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung gesetz­lich zu regeln. (…) „Hät­ten wir das bereits zum Zeit­punkt der ersten NSU-Mor­de gehabt, hät­ten wir wei­te­re ver­mut­lich ver­hin­dern kön­nen“, beton­te der SPD-Chef.

Das aller­dings hät­ten „wir“ ver­mut­lich nicht, in Frank­reich hat jeden­falls die dor­ti­ge Vor­rats­da­ten­spei­che­rung sich im Janu­ar die­ses Jah­res nicht gera­de als ein Erfolg hin­sicht­lich der Prä­ven­ti­on grö­ße­rer Atten­ta­te her­aus­ge­stellt. Mit ein biss­chen mehr Über­wa­chung des Bun­des­tags aller­dings hät­ten wir 2013 viel­leicht Sig­mar Gabri­el ver­hin­dern kön­nen. Wie­der ein­mal eine gro­ße Chan­ce ver­tan.

Was soll’s. Es ist Oster­mon­tag, die Scho­ko­la­de vom Wochen­en­de ver­klebt den Ver­stand. Der Iran ist nur noch zwei Jah­re vom Bau einer Atom­bom­be ent­fernt – seit Jahr­zehn­ten. Schrei­en? Ach, nein. Rocken.

Slo­mind – Thro­ne of Volt (offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

PersönlichesMusik
Vinyl 3 (2): Wir haben ver­lo­ren.

Zur Ein­stim­mung auf den dies­jäh­ri­gen Record Store Day – ischa bald – schlen­der­te ich heu­te durch eine Filia­le eines gro­ßen Medi­en­ver­triebs­kon­zerns und nahm erfreut war, dass selbst die Vinyl­ab­tei­lung in einem doch eher für Lauf­kund­schaft attrak­tiv gemach­ten Ladens in den letz­ten Jah­ren zumin­dest quan­ti­ta­tiv um ein Viel­fa­ches ange­wach­sen war. Ein genaue­rer Blick aber ließ mich erah­nen, dass die Ver­mu­tung, dass man selbst bei denen, die Musik allein nach den damit erziel­ten Umsät­zen bewer­ten, erkannt habe, dass wir Musik­lieb­ha­ber ein bedeut­sa­mes Kli­en­tel sind, viel­leicht etwas vor­schnell getrof­fen wor­den war.

Eine Plat­ten­fir­ma „Edel“ – laut Wiki­pe­dia ein „Inde­pen­dent-Label“ – zu nen­nen und dann aus­schließ­lich schlim­me Schau­der­mu­si­ker unter Ver­trag zu neh­men ist ja auch irgend­wie gehäs­sig. Tat­säch­lich aber scheint man dort eine Men­ge Geld dafür aus­zu­ge­ben, den lang­wei­li­gen Quatsch, den man gern als „Hits“ dekla­riert sehen wür­de, auch den­je­ni­gen unter­zu­ju­beln zu ver­su­chen, die um „den Main­stream“ bewusst und aktiv einen Bogen zu machen ver­su­chen. Dass kein Vinyl­re­gal in gro­ßen Ket­ten ohne John­ny Cash und irgend­wel­che hip­pen Indie-Rock-Bands aus­kommt, kann ich aus wirt­schaft­li­cher Sicht noch ver­ste­hen, dies wird oft zumin­dest aus­ge­gli­chen von Can- und Gong-Plat­ten; aber was sol­len die weit von jedem Dasein als absicht­li­cher Musik­hö­rer ent­fern­ten Indi­vi­du­en in der Ziel­grup­pe der Plat­ten­fir­ma „Edel“ mit einer Vinyl­ver­si­on eines Albums einer die­ser Uff-Tscha-Com­bos anfan­gen? Einen Plat­ten­spie­ler haben die wohl nicht, die Vor­tei­le einer 180-Gramm-Vinyl­pres­sung las­sen die sich wohl kaum bei­brin­gen. Passt ja nicht mal in das iPho­ne rein, so’ne Plat­te.

Oder kann es sein, dass man hier sei­tens der Plat­ten­fir­ma die drol­li­ge Sit­te, Vinyl-LPs Down­load­codes für eine kaputt­kom­pri­mier­te MP3-Ver­si­on des Albums bei­zu­fü­gen, krea­tiv aus­nutzt? „Seht her, für nur knapp 30 Pie­pen kriegt ihr das Album, das ihr euch sonst für ’nen Euro gemie­tet hät­tet, als MP3 und zum Inden­schrank­stel­len.“ Die näch­ste Hip­ster­ge­ne­ra­ti­on wird ihren älte­ren Geschwi­stern sehr pein­lich sein. Frü­her, als man noch ein Instru­ment spie­len oder wenig­stens eini­ger­ma­ßen erträg­lich sin­gen kön­nen muss­te, um als Musi­ker wenig­stens leid­lich erfolg­reich sein zu kön­nen, war eine „Gene­ra­ti­on“ ja noch als „eini­ge Jahr­zehn­te“ defi­niert, aber da wur­de auch noch nicht so früh so viel geschnack­selt.

Can. Gong. John­ny Cash. Madon­na. Emi­nem. Die Web­site des gro­ßen Medi­en­ver­triebs­kon­zerns führt „Vinyl“ als eigen­stän­di­ge Kate­go­rie neben „Pop“ und „Son­sti­ge“ auf, weil’s eben völ­lig egal ist. Pop. Rock. Jazz. Vinyl. Stream. iPods. Papas Gruft­i­mu­sik. CDs. Haupt­sa­che, es ist ein Poster dabei.

Im Janu­ar 2014 freu­te ich mich:

Die­ter Boh­lens „Super­stars“ wer­den es ver­mut­lich nie auf eine Schall­plat­te schaf­fen.

Ich fürch­te, wir haben ver­lo­ren.

PolitikIn den Nachrichten
„… oder Essens­wün­schen“

End­lich tut mal einer was gegen den inter­na­tio­na­len Flug­zeug­ter­ro­ris­mus:

Die „Euro­pean Digi­tal Rights“-Initiative (EDRi) warnt davor, dass fran­zö­si­schen P2P-Nut­zern mit dem geplan­ten EU-Sam­mel­sy­stem für Flug­pas­sa­gier­da­ten Schwie­rig­kei­ten dro­hen, wenn sie flie­gen wol­len. (…) Dem­nach könn­ten auch fran­zö­si­sche Nut­zer, die ille­gal per File­sha­ring geschütz­te Inhal­te aus dem Inter­net gesaugt haben, künf­tig von Flü­gen aus­ge­schlos­sen oder zumin­dest am Flug­ha­fen ver­schärft kon­trol­liert wer­den.

Ob man noch von „geschütz­ten Inhal­ten“ reden soll­te, wenn sie offen im Netz her­um­lie­gen, wage ich nicht juri­stisch zu beur­tei­len. Viel zu groß ist mei­ne Erleich­te­rung dar­über, zu wis­sen, dass an Flug­hä­fen künf­tig kei­ne gefähr­li­chen eMu­le-Nut­zer mehr unbe­hel­ligt her­um­lau­fen dür­fen. Wie genau eine „ver­schärf­te Kon­trol­le“ sich gegen­über den ent­wür­di­gen­den Abta­stun­gen regu­lä­rer Flug­gä­ste aus­wirkt, konn­te ich lei­der noch nicht her­aus­fin­den. Viel­leicht bekom­men sie zusätz­lich eine Anal­son­de ein­ge­führt, die nach geschmug­gel­ten Daten­trä­gern mit MP3-Datei­en sucht; aber wenn’s der Ter­ror­ab­wehr dient, bit­te­schön.

Wie eben auch (Her­vor­he­bung von mir):

Nach dem Richt­li­ni­en­vor­schlag der EU-Kom­mis­si­on sol­len Pas­sen­ger Name Records (PNR) wie Namen, E‑Mail-Adres­sen, Telefon‑, Kon­ten- und Kre­dit­kar­ten­num­mern oder Essens­wün­schen fünf Jah­re auf­be­wahrt wer­den.

Wenn einer, der heu­te im Flug­zeug einen Salat isst, in fünf Jah­ren jeman­den inner­halb der EU ermor­det, wird die­se Auf­zeich­nung bei der Iden­ti­fi­ka­ti­on des Mör­ders hel­fen, neh­me ich an. War­um soll­te die EU-Kom­mis­si­on denn sonst so einen Beschluss fas­sen wol­len?

„Big Data“ hat­te ich mir ja immer etwas anders vor­ge­stellt.


Apro­pos Big Data: Jetzt wol­len sie auch noch unse­ren Whis­key über­wa­chen! :aufsmaul:

PolitikIn den Nachrichten
Drei­mal kurz ver­linkt: Knall­köp­fe!

Eine gute Nach­richt: Die Bun­des­wehr tötet immer weni­ger wahr­schein­lich irgend­wen. War­um? Nein, nicht aus ethi­schen Grün­den, die, seit der deut­sche Kriegs­mi­ni­ster von der „christ­li­chen“ CDU/CSU gestellt wird, sowie­so allen­falls ein Trep­pen­witz sind; viel­mehr aus tech­ni­schen Grün­den:

Seit Mona­ten gibt es Zwei­fel am Stan­dard­ge­wehr der Bun­des­wehr. Jetzt haben tech­ni­sche Prü­fun­gen nach­ge­wie­sen, dass das G36 unge­nau wird, wenn es heiß geschos­sen ist.

Der Her­stel­ler zeigt sich bestürzt:

Das Stan­dard­ge­wehr G36 habe bei „sach­ge­rech­tem Gebrauch kei­ne maß­geb­li­chen Ein­schrän­kun­gen der Ein­satz­taug­lich­keit“, erklär­te das Unter­neh­men.

Zu „sach­ge­rech­tem Gebrauch“, wenn ich das jetzt rich­tig ver­ste­he, gehört es also nicht, ein Dau­er­feu­er auf den Feind (i.e. den Iwan) zu eröff­nen – geziel­te, ein­zel­ne Schüs­se auf für das Über­le­ben wich­ti­ge Kör­per­tei­le müs­sen genü­gen. Die Wirt­schaft zumin­dest wür­de der spar­sa­me Umgang mit Muni­ti­on freu­en, der deut­sche Waf­fen­ex­port ist ja, wie es heißt, im Rück­gang. Wahr­schein­lich wer­den die übri­gen Tötungs­ma­schi­nen vom eige­nen Land für die Befrie­dung so genann­ter Schur­ken­staa­ten gebraucht. Frie­den­s­pan­zer, wis­sen­schon.


Macht die CDU denn alles falsch? Nicht ganz:

Das Netz­werk Digi­ta­li­sie­rung der CDU Deutsch­lands hat sich unter der Lei­tung von Gene­ral­se­kre­tär Peter Tau­ber kon­sti­tu­iert. (…) Dazu erklär­te Nadi­ne Schön: „Digi­ta­li­sie­rung ist der Erfolgs­schlüs­sel der Zukunft. Die­se Chan­ce wol­len wir nut­zen. Unser Ziel ist es, digi­ta­les Ent­wick­lungs­land Wachs­tums­land Nr. 1 zu wer­den. (…) Unser Ziel ist es Vor­rei­ter zu sein. Unser Anlie­gen als CDU ist es, die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen, um Unter­neh­men, Start-ups, For­schung, Gesell­schaft und jedem Ein­zel­nen die Chan­ce zu geben, erfolg­reich an der Digi­ta­li­sie­rung teil­zu­neh­men. (…)“

Die Ein­zel­nen, die zum Teil seit über zwan­zig Jah­ren an der Digi­ta­li­sie­rung teil­neh­men, freut das sicher­lich, denn die „rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen“ der CDU – wir erin­nern uns an Zen­sur­su­la, ACTA, Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, den Umgang mit der NSA- und BND-Über­wa­chung und nicht zuletzt Femen – sind genau das, was die­sem gequäl­ten Inter­net noch gefehlt hat.


Aber zum Glück gibt es ja noch das ande­re poli­ti­sche Ufer, die Lin­ken. End­lich ist wenig­stens in Thü­rin­gen wie­der alles wie frü­her. Alles? Lei­der nicht:

Ein Beam­ter aus Thü­rin­gen woll­te sich in den Ruhe­stand ver­set­zen las­sen, bei vol­len Bezü­gen. Grund: Er moch­te unter dem neu­en lin­ken Lan­des­va­ter Bodo Rame­low nicht Dienst tun.

Man bekommt ein­fach kein anstän­di­ges Per­so­nal mehr.

In den NachrichtenMontagsmusik
Peli­can – Deny the Abso­lu­te

Guten Morgen, SonneEs ist Mon­tag, eine Stun­de frü­her als sowie­so befürch­tet. Uhren­um­stel­lung nachts um drei, wenn allen­falls ein Käuz­chen zuguckt. Das machen Uhren auto­ma­tisch? Eure viel­leicht! – Und fröh­li­cher wird man auch nicht, wenn man die Nach­rich­ten liest: Lui­se F. Pusch fin­det, das Pro­blem, dass Copi­lo­ten depres­siv sein könn­ten, lie­ße sich umge­hen, indem man ein­fach mehr Frau­en ins Cock­pit – hihi, cock – lässt. Dass Frau­en von Depres­sio­nen weit­aus häu­fi­ger betrof­fen sind als Män­ner, ist für die femi­ni­sti­sche Fak­ten­fin­dung offen­bar zweit­ran­gig.

Ach, Flug­zeug­ab­stür­ze sind ja auch schon wie­der old news. Die Welt dreht sich wei­ter. Man muss zum Bei­spiel gar nicht bei einem Mann ins Flug­zeug stei­gen, um zu ster­ben; Zeu­ge im NSU-Unter­su­chungs­aus­schuss zu sein genügt. Und was tut die Regie­rung? Von der ehe­ma­li­gen Volks­par­tei SPD – das ist die, die min­de­stens seit den 1990er Jah­ren die Über­wa­chungs­ver­trä­ge mit den USA maß­geb­lich geför­dert hat­te und sich auch jetzt für bes­se­re Bezie­hun­gen zum Seni­or­part­ner (i.e. USA) ein­setzt – sind sogar die Lin­ken ent­täuscht.

Auf nichts ist mehr Ver­lass, unse­re Wer­te ste­hen Kopf wie ein Flug­zeug in Kata­stro­phen­fil­men. McDonald’s möch­te Tisch­be­die­nung ein­füh­ren. Viel­leicht gibt es dort dann auch bald etwas zu essen. Wenn einem nicht vor­her aus ande­ren Grün­den schlecht wird: Kin­der­por­no­gra­fie vom US-Mili­tär. Das will doch kei­ner sehen.

Weg­rocken. Ein­fach weg­rocken.

Peli­can – Deny the Abso­lu­te OFFICIAL VIDEO

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
God­speed You! Black Emper­or – Asun­der, Sweet and Other Distress

Godspeed You! Black Emperor - Asunder, Sweet and Other Distress„Nur auf Vinyl“ („eclip­sed“) bezie­hungs­wei­se als Vinyl-LP und Audio-CD (Amazon.de) erscheint mor­gen „Asun­der, Sweet and Other Distress“, das neue Album des Postrock­kol­lek­tivs God­speed You! Black Emper­or aus Mon­tré­al. 2014 haben eini­ge der Mit­glie­der mit ihrem Pro­jekt „Sil­ver Mt. Zion“ wie­der ein­mal beein­druckend gute Musik ver­öf­fent­licht, jetzt legen sie schon wie­der mit einem neu­en Werk ihrer Haupt­band nach. Kana­da scheint vol­ler knut­schen­der Musen zu sein; ganz schön anstren­gend eigent­lich.

Auf „Asun­der, Sweet and Other Distress“ sind vier Stücke – fast möch­te ich sie Kapi­tel nen­nen, gehen sie doch naht­los inein­an­der über – zwi­schen sechs und vier­zehn Minu­ten zu fin­den, laut Pres­se­infor­ma­tio­nen (also Eigen­wer­bung) bil­den sie „die fokus­sier­te­ste und best­klin­gen­de Auf­nah­me der Band­kar­rie­re“. Als gin­ge es im Post­rock um den Fokus und nicht um den Genuss an der Aus­schwei­fung!

God­speed You! Black Emper­or – Asun­der, Sweet And Other Distress (live) // East Hastings

Aber tat­säch­lich klingt das, was hier prä­sen­tiert wird, selbst im Stream trotz des arg neo­p­rog­gi­gen Titels wirk­lich best: Mit den flir­ren­den Gitar­ren, der kraft­vol­len Vio­li­ne und der bei­na­he deka­den­ten Rhyth­mus­sek­ti­on von „Peas­an­try Or ‚Light! Insi­de Of Light!‘ “ beginnt es fast wie ein zor­ni­ges under­state­ment, um dann mit den dro­ne­schwan­ge­ren „Lambs‘ Breath“ und „Asun­der, Sweet“ gleich­sam zu wach­sen, bis es in dem ele­gi­schen „Piss Crowns Are Treb­led“ („Piss­kro­nen wer­den ver­drei­facht“, ach so) schließ­lich explo­diert. Gesun­gen wird, wie üblich, in die­sem Pro­jekt der Kana­di­er nicht, trotz­dem ver­mis­se ich auch als Text­freund nichts.

Das Titel­bild des Albums zeigt eine Schaf­her­de. Sind wir alle nur Scha­fe? Ver­mut­lich ist das hier Gehör­te tat­säch­lich nichts wirk­lich Neu­es, jemand hat schon mal Gitar­ren benutzt und sogar Dro­nes damit erzeugt; trotz­dem ver­mö­gen God­speed You! Black Emper­or ihre sowie­so unan­ge­foch­te­ne Stel­lung als Schöp­fer gro­ßer Wer­ke für das hei­mi­sche Kopf­ki­no. 2015 wäre ohne sie um ein wich­ti­ges, far­ben­fro­hes Album ärmer.

„Asun­der, Sweet and Other Distress“: Ein Album wie das Gegen­teil von James Last („ver­ton­ter Flo­ka­ti“, ZEIT ONLINE). Stark.

PolitikIn den NachrichtenNerdkrams
Wenn ein Admi­ni­stra­tor im Bas­ket­ball ver­sagt

Ich wed­le femi­ni­stisch mit den Hän­den vor mei­nem Gesicht her­um, denn Simon Hurtz – hurz! – tri­um­phiert auf Golem.de:

Weil ein auto­ma­ti­sches Win­dows-Update län­ger dau­ert als gedacht, beginnt ein Heim­spiel der Pader­bor­ner Bas­ket­bal­ler mit Ver­spä­tung. Die Liga reagiert mit Punkt­ab­zug – der ver­mut­lich den Abstieg der Pader­bor­ner besie­gelt.

Groß ist die Häme in den ein­schlä­gi­gen Vor­schul­fo­ren: Haha­ha, Win­doof! Macht ein­fach Updates! Mit Linux/Mac OS X/Stift und Papier wär‘ das und so wei­ter. – Nun könn­te man aller­dings auch davon aus­ge­hen, dass so ein wich­ti­ges System wie das betrof­fe­ne gele­gent­lich auch ein­mal gewar­tet und nicht nur den Din­gen frei­er Lauf gelas­sen wird. Ver­sagt hat hier nicht, haha­ha, Win­doof, son­dern der­je­ni­ge, der für die Auf­recht­erhal­tung der Infra­struk­tur zustän­dig ist. Ein Admi­ni­stra­tor, der ein Win­dows­sy­stem so ein­rich­tet, dass so etwas über­haupt pas­siert, ist nicht nur ein Ver­sa­ger in sei­nem Beruf, son­dern offen­sicht­lich auch ein Feig­ling, wenn er den Spe­ku­la­tio­nen dar­um, dass, haha­ha, Win­doof schuld an den Fol­gen sei­nes Tuns sei, kein Ein­ge­ständ­nis ent­ge­gen­stellt.

Ande­rer­seits: Wer wür­de sonst über Pader­bor­ner Bas­ket­ball berich­ten? Linux­freund­li­che deut­sche Medi­en sind dank­ba­re Büh­nen­bild­ner.


Zu die­sen linux­freund­li­chen Medi­en gehört bekannt­lich auch „SPIEGEL ONLINE“, wo, wenn nicht gera­de ein kläg­li­cher Ver­such pas­siert, über Tech­nik berich­ten zu wol­len, zumin­dest manch­mal Lesens­wer­tes über Poli­tik publi­ziert wird, dar­un­ter aktu­ell die­se Mel­dung:

Im Juli 2013 hat­te das euro­päi­sche Par­la­ment ein­heit­li­che Stra­fen für kri­mi­nel­le Hacker beschlos­sen. Nun ist die Bun­des­re­gie­rung dabei, die EU-Richt­li­nie in natio­na­les Recht zu über­füh­ren. Am Don­ners­tag wird der Ent­wurf für das Gesetz zur Bekämp­fung der Kor­rup­ti­on in zwei­ter Lesung im Bun­des­tag ver­han­delt. Dar­in ent­hal­ten: Für unter Para­graf 202c fal­len­de kri­mi­nel­le Hacker­ak­ti­vi­tä­ten soll bald eine Frei­heits­stra­fe von bis zu zwei Jah­ren ver­hängt wer­den kön­nen.

§ 202c StGB („Para­graf 202c“, genau­er will es ein SPIE­GEL-ONLINE-Leser wahr­schein­lich sel­ten wis­sen) bezieht sich hier­bei ins­be­son­de­re auf § 202b StGB, in dem es heißt:

Wer unbe­fugt sich oder einem ande­ren unter Anwen­dung von tech­ni­schen Mit­teln nicht für ihn bestimm­te Daten (…) ver­schafft, wird mit Frei­heits­stra­fe bis zu zwei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe bestraft, wenn die Tat nicht in ande­ren Vor­schrif­ten mit schwe­re­rer Stra­fe bedroht ist.

Der „Para­graf 202c“ bestimmt, dass jemand, der „Com­pu­ter­pro­gram­me, deren Zweck die Bege­hung einer sol­chen Tat ist, her­stellt, sich oder einem ande­ren ver­schafft, ver­kauft, einem ande­ren über­lässt, ver­brei­tet oder sonst zugäng­lich macht, (…) mit Frei­heits­stra­fe bis zu einem Jahr oder mit Geld­stra­fe bestraft“ wird; was eben zum Bei­spiel auch für die mei­sten aktu­el­len Linux­dis­tri­bu­tio­nen gilt, die das 1337-h4xX0r-Werk­zeug nmap zur Instal­la­ti­on anbie­ten, was bereits 2009 The­ma beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt war. Wenn ich das dama­li­ge Urteil rich­tig ver­ste­he, so gilt ein Betriebs­sy­stem, auf dem nmap instal­liert ist, nur dann nicht als Hacker­soft­ware gemäß § 202c StGB, wenn es aus­drück­lich der Sicher­heit des eige­nen Systems dient. Wer – wie ich – zum Bei­spiel ein bestimm­tes Betriebs­sy­stem die­ser Art nur des­halb ein­setzt, weil es bes­ser funk­tio­niert als ande­re Syste­me, der könn­te sich, je nach Wohl­wol­len des Gerichts, mög­li­cher­wei­se straf­bar machen. Inso­fern sind die Pader­bor­ner Bas­ket­bal­ler ver­mut­lich mit Win­dows, auf dem nmap sel­ten instal­liert oder direkt instal­la­ti­ons­be­reit ist, nicht schlecht bera­ten.

Ich bin etwas skep­tisch, was die Zuver­sicht betrifft, dass eine Ver­län­ge­rung der Haft­stra­fe auf zwei Jah­re für die mei­sten Men­schen, die Linux instal­lie­ren (obwohl das eini­ge ande­re Pro­ble­me lösen wür­de), dazu geeig­net ist, die NSA davon abzu­hal­ten, unse­re pri­va­te Kom­mu­ni­ka­ti­on zu ana­ly­sie­ren, aber ich bin viel­leicht ein­fach nicht sozi­al­de­mo­kra­tisch genug, um die­ses Gesetz zu ver­ste­hen. Snow­den ist schon wie­der zu lan­ge her, es inter­es­siert den Michel nicht mehr. So lan­ge es gegen den Iwan (Putin, Wla­di­mir) hilft, sind unse­re ärg­sten Geg­ner noch unse­re Freun­de. Das Recht auf Infor­ma­ti­ons­frei­heit mag viel­leicht nicht so wich­tig sein, wenn man nicht weiß, wie man mor­gen sei­ne Mie­te bezah­len kann, aber es ohne einen Mehr­wert für Volk oder Demo­kra­tie bestän­dig zu unter­mi­nie­ren ist nicht unbe­dingt eine logi­sche Kon­se­quenz.

Ich hab‘ die nicht gewählt!


Wer übri­gens auch etwas für die Demo­kra­tie tut: Ehe­ma­li­ge Mit­glie­der der Pira­ten­par­tei. End­lich müs­sen Schwim­mer ihr Becken nicht mehr mit Men­schen ohne ein­deu­ti­ges Geschlecht tei­len!

SonstigesIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Deut­sche Über­lei­chen

In Frank­reich ist ein Flug­zeug abge­stürzt; aber kei­ne Sor­ge, die Hin­ter­blie­be­nen wer­den nicht im Stich gelas­sen: Die betrof­fe­nen Unter­neh­men setz­ten die Titel­bil­der ihrer Twit­ter- und Face­book-Accounts auf schwarz­weiß. Betrof­fen­heit stil­voll zu zele­brie­ren ist eine Kern­kom­pe­tenz des moder­nen Deut­schen, so lan­ge es sei­nes­glei­chen (Nicht­mus­li­me meist, bei Kata­stro­phen wenig­stens Deut­sche) trifft: „Kei­ne Über­le­ben­den, vie­le deut­sche Opfer“ beklagt SPIEGEL ONLINE, auch ZEIT.de betrau­ert „vie­le Deut­sche“. Aus­län­di­sche Medi­en wie 20min.ch sche­ren sich der­zeit nicht um die Natio­na­li­tät der Pas­sa­gie­re, wie’s auch SPIEGEL ONLINE nicht inter­es­siert, woher Pas­sa­gie­re stam­men, wenn sie nicht aus Deutsch­land kom­men: An Bord des Air­bus befin­den sich 162 Men­schen, na bit­te, das ist jour­na­li­sti­sche Bericht­erstat­tung ohne Betrof­fen­heits­ge­sül­ze (sieht man ein­mal von dem Breit­bild­auf­ma­cher mit der wei­nen­den Frau ab), aber das ver­kauft sich schlecht und hat wohl auch nicht so vie­le Leu­te inter­es­siert.

Ein aus­län­di­sches Flug­zeug stürzt im Aus­land ab und kein ein­zi­ger Deut­scher kommt zu Scha­den? Wie scha­de; denn dann muss Mit­mensch „Jour­na­list“ ja das eigent­li­che Gesche­hen (Flug­zeug­ab­sturz, mate­ri­el­ler und mensch­li­cher Scha­den) zur Mel­dung machen. Ein beruf­li­cher Glücks­fall aber für jeden die­ser See­len­ver­käu­fer, wenn ein deut­sches Flug­zeug mit deut­schen Pas­sa­gie­ren in eine deut­sche Wohn­sied­lung fie­le!

Ich befürch­te, ich habe die Auf­ga­be eines Jour­na­li­sten bis­her völ­lig falsch ver­stan­den.

Nach­trag vom 28. März 2015: Wer es lesen will, erfährt also, was das Pilo­ten­schwein geträumt hat, war­um der schon immer eine Sau war und man nur den gesun­den Volks­kör­per hät­te fra­gen müs­sen, wie man sol­che aus­merzt.


Schlech­te Nach­rich­ten: Jugend­li­che kom­men vor lau­ter Inter­net gar nicht mehr zum Dro­gen­neh­men. Wie soll aus denen nur was wer­den?

MontagsmusikIn den Nachrichten
Jimi Hen­drix – All Along The Watch­tower

Kaffee!Es ist Mon­tag. Mastur­bie­ren­de Auti­sten hän­gen am Kron­leuch­ter. Von wem Hele­ne Hege­mann die­se For­mu­lie­rung nun wie­der geklaut hat, ist ja dann doch uner­heb­lich, ’s ist halt die FAZ, die hat noch Rest­ruf vom guten alten Frank Schirr­ma­cher zu ver­schen­ken. Im hei­se-Ver­lag ist man zumin­dest the­ma­tisch schon wei­ter: Mit­le­sen des Daten­ver­kehrs sei nur gege­be­nen­falls ein Grund­rechts­ein­griff, gege­be­nen­falls könn­te man auch ein­fach auf­hö­ren, die Nach­rich­ten zu lesen, es wird ja doch nicht bes­ser. Statt­des­sen irgend­was spren­gen oder so.

Zumin­dest, aller­dings, ist Früh­ling. Nutzt die glei­chen Hash­tags wie euer Schwarm, dumm fickt gut. Es ist depri­mie­rend.

Viel­leicht hilft Rock­mu­sik.

Na bit­te, schon bes­ser.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Hirn­fin­ster­nis

Dass Kat­rin Göring-Eckardt („Die Grü­nen“) es „stark“ fin­det, wenn Men­schen kör­per­li­che Schä­den gewünscht wer­den, über­rascht uns Kriegs­be­ob­ach­ter ja ohne­hin, sofern über­haupt, nur noch mäßig; zur heu­ti­gen Son­nen­fin­ster­nis („SoFi“) und dem Umgang damit viel­leicht also nur so viel:

In der Trick­se­rie „South Park“ trat vor eini­gen Jah­ren zwi­schen vie­len wei­te­ren Mas­kott­chen „Wil­li, der Schau-nicht-direkt-in-die-Son­ne-Wurm“ auf. Lei­der hat die­se Serie bis heu­te – anders als vie­le die­ser die Intel­li­genz der Zuschau­er belei­di­gen­den Casting­sen­dun­gen – unter Eltern einen zwei­fel­haf­ten Ruf, und so spricht es sich in vie­len Fami­li­en nicht her­um, dass die Son­ne eher nicht ange­starrt wer­den soll­te. Das größ­te Pro­blem von Kin­dern, die man weg­sper­ren muss, damit sie nicht aus Blöd­heit erblin­den, dürf­te aller­dings wohl kaum sein, dass ihre Schu­le nicht genü­gend auf sie auf­passt.

Auch heu­te gab es, traut man ein­schlä­gi­gen Medi­en, wie­der meh­re­re Fäl­le von Netz­haut­ver­bren­nun­gen durch unsach­ge­mä­ßen Umgang mit Son­nen­licht. Das hät­te die Regie­rung doch sagen müs­sen, dass die Son­ne auch hell ist, wenn man sie nur ein biss­chen sieht! Die näch­ste Son­nen­fin­ster­nis wird hier­zu­lan­de vor­aus­sicht­lich am 10. Juni 2021 zu sehen sein. Auch dann, dies als War­nung, wird die Son­ne noch sehr, sehr hell sein.

Da nich‘ für.


Aus­re­de des bis­he­ri­gen Monats: Die SPD lässt Edward Snow­den nicht ins Land, weil sie sonst kei­ne Ter­ror­hy­ste­rie mehr erfährt.

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Kapi­ta­lis­mus­kri­ti­ker ent­eig­nen!

Jetzt mit Schlumpfine!Gele­gent­lich frag­te ich an die­ser Stel­le bereits:

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

Ich muss­te ja so doof fra­gen. In Frank­furt tobt sich jeden­falls der Anar­chis­mus heu­te aus; Arbeits­lo­se mit Mar­ken­klei­dung und iPho­nes zün­den, um den Kapi­ta­lis­mus zu über­win­den, von Steu­ern bezahl­te Bus­hal­te­stel­len und Poli­zei­au­tos (bemannt und unbe­mannt) an. Nie­der mit den Bus­hal­te­stel­len!

Die­se Kapi­ta­li­sten von der Feu­er­wehr, die ver­su­chen zu ver­hin­dern, dass Men­schen zu Scha­den kom­men, gehö­ren ver­mut­lich auch ange­zün­det, aber Stei­ne tun’s bis auf Wei­te­res auch. Anti­ka­pi­ta­li­stisch die Leu­te vom Ret­tungs­dienst ver­dre­schen. Jedes bren­nen­de Poli­zei­au­to bezahlt einem grie­chi­schen Kind das Abend­essen, jede abge­fackel­te Bus­hal­te­stel­le hilft einem Flücht­ling dabei, in Deutsch­land zu über­le­ben. Es ist ja nun auch nicht so, dass man sich, wenn man vor einem Bür­ger­krieg aus sei­nem Land flüch­tet, in sei­nem Zufluchts­land viel­leicht weni­ger von bewaff­ne­ten Irren umge­ben wäh­nen möch­te – oder doch?

Im Frank­reich des 18. Jahr­hun­derts hat man Ver­tre­ter der Gegen­sei­te noch aus Fen­stern in Kloa­ke („Latri­nen­pro­dukt“, engl. Wiki­pe­dia, „Schei­ße“ ist eben vor­der­grün­dig uname­ri­ka­nisch) gewor­fen und ihnen gege­be­nen­falls den Kopf abge­hackt. Das war effi­zi­ent, das hat funk­tio­niert. Hier und heu­te möch­te man von so etwas nichts mehr wis­sen, man zieht sich statt­des­sen schwarz an und demo­liert öffent­li­che Ein­rich­tun­gen, ver­mut­lich Pop­mu­sik hörend. Pro­prié­té obli­ge.

Die wei­hen da eine Bank ein, der Kapi­ta­lis­mus darf nicht sie­gen. Mario Draghi wird sicher­lich sofort jedem Kapi­tal ent­sa­gen, wenn sei­ne Bus­hal­te­stel­le abge­brannt wird und er nicht mehr nach Hau­se kommt. Dann siegt end­lich das Gute, näm­lich eine ande­re Staats­form. War­um nicht mal wie­der Kom­mu­nis­mus? Nun ja, viel­leicht des­we­gen:

Wir kön­nen nicht vor­aus­sa­gen, wann der chi­ne­si­sche Kom­mu­nis­mus zusam­men­bre­chen wird; aber es ist schwer, nicht zu dem Schluss zu gelan­gen, dass wir Zeu­gen sei­ner End­pha­se sind.

Wor­an in Chi­na der Kom­mu­nis­mus geschei­tert ist, stört die Bun­des­re­gie­rung Deutsch­lands kaum: „Das Wirt­schafts­wachs­tum hat sich deut­lich ver­lang­samt, als Ziel für die­ses Jahr nennt die Regie­rung ‚rund sie­ben Pro­zent‘ “, was ein kla­res Anzei­chen für den siche­ren Unter­gang sei, denn wenn eine aus­ge­reiz­te Wirt­schaft mit stei­gen­den Gewin­nen jedes Jahr weni­ger Gewinn­zu­wachs zu ver­bu­chen ver­mö­ge, steue­re sie damit auf – schluck! – eine Sta­gna­ti­on zu, in der sie zwar immer noch jedes Jahr viel Gewinn mache, aber eben nicht mehr drei, son­dern nur noch zwei Smart­phones für jedes chi­ne­si­sche Ohr pro­du­zie­re. „Wachs­tum“, das wächst uns allen über den Kopf, aber der Markt, der sich in Han­no­ver gemein­sam mit dem Part­ner­land 2015natür­lich Chi­na – gegen­wär­tig selbst fei­ert, hat Hun­ger. Han­no­ver anzu­zün­den wür­de die Stadt ver­mut­lich zwar städ­te­bau­lich ver­schö­nern, hät­te aber so man­che unfei­ne Fol­ge für Teil­neh­mer und Anwoh­ner. Die Infan­ti­li­sie­rung der Kapi­ta­lis­mus­kri­tik schrei­tet vor­an.


Apro­pos Infan­ti­li­sie­rung: Schreib‘ dein schön­stes Feri­en­er­leb­nis auf, wenn du Anhän­ger von War­ren Buf­fett bist und in sei­nem Eltern­haus über­nach­ten möch­test. Ob es dazu auch einen kosten­lo­sen Kin­der­tel­ler (viel­leicht Cur­ry­wurst mit Pom­mes) gibt, ist lei­der nicht ver­merkt.

WirtschaftMontagsmusik
Gong – Occu­py

Es ist zum EulenEs macht eigent­lich kei­nen Spaß mehr, die Tele­kom so rich­tig blöd zu fin­den, ist sie doch auf der dies­jäh­ri­gen CeBIT mit einem Stand unter dem Mot­to „Wirt­schafts­wun­der“ zu fin­den, wäh­rend zumin­dest der Zugang zum kabel­lo­sen Inter­net preis­wer­ter gewor­den ist. Sig­mar Gabri­el durf­te gleich am Eröff­nungs­tag für die Tech­nik­ver­hin­de­rungs­par­tei SPD wer­ben, was über den Stand­ort Deutsch­land mehr aus­sagt als man eigent­lich wis­sen woll­te.

Eigent­lich auch schon zu viel: Am Frei­tag starb Daevid Allen, eines der frü­hen Mit­glie­der von Soft Machi­ne und Grün­der der Spa­ce­rock-Legen­de Gong, an den Fol­gen sei­ner Krebs­er­kran­kung. „Nur die Besten ster­ben jung“, heißt es und stimmt nicht. Ter­ry Prat­chett, eben­falls erst vor weni­gen Tagen ver­stor­ben (was ist nur los mit die­sem März?), wur­de auf Twit­ter über­wie­gend sei­nes „zu frü­hen“ Todes bedau­ert, als hät­ten die Bedau­ern­den ein ande­res Ster­be­da­tum vor­ge­se­hen; wie halt auch sonst immer alles nur zu früh ist. Der frü­he Kauz bricht den Ast. Es ist Mon­tag und man will es lie­ber nicht so genau wis­sen.

Bären­ge­dan­ken. Es ist ja doch immer alles nur schwarz und weiß und pel­zig; und, jeden­falls, Musik. Es ist zum Eulen.

Gong „Occu­py“ music video

Guten Abend.

In den NachrichtenWirtschaft
Unse­grie­ös!

Die Mehr­heit der Deut­schen hält laut einer neu­en Umfra­ge die grie­chi­sche Regie­rung für unse­ri­ös, berich­tet „SPIEGEL ONLINE“, und abge­stimmt wur­de natür­lich von der glei­chen Mehr­heit, die sonst den dicken Sig­gi und/oder unse­re Kanz­le­rin wählt, denn unse­ri­ös hau­en die einen nicht über’s Ohr, son­dern wenig­stens in fei­ner Klei­dung. Bei uns kann man ja nix machen gegen die da oben, aber die Grie­chen. die sol­len gefäl­ligst was Anstän­di­ges (i.e. Mer­kel, Ange­la) wäh­len, sonst wol­len wir die hier nicht. Geht doch zurück nach Grie­chen­land.

Über­haupt wird hier­zu­lan­de viel zu wenig ver­kof­fer­wor­tet. Grexit. Last Exit Hirn­schwund. Dem Gren­ter folgt der Grab­schwung (wo nicht gar die Euro­g­rie­se). Kein Grund zu grie­nen. Viel­leicht betet er (V. Putin, A.d.V.), denn die Situa­ti­on ist furcht­bar. Gegen einen anstän­di­gen Reli­giö­sen hat man nichts im Hau­se WELT, da ist man alters­mil­de. Die Mehr­heit der Deut­schen stimmt, fürch­te ich, schwei­gend zu.


Wor­über deut­sche Lokal­po­li­ti­ker so dis­ku­tie­ren müs­sen: Bekämp­fung des Dir­nen­un­we­sens.

In den NachrichtenPolitik
Schnell ver­ges­sen, schnel­ler töten

Das Inter­net steht Kopf; irgend­wel­cher Gen­der­krem­pel mit Tilo Jung und Julia­ne „Jule“ Leo­pold beschäf­tigt seit Tagen das Netz, weil man dort lie­ber Säue irgend­wo hin- und/oder durch­treibt, die kei­nen Scha­den anrich­ten, weil die gro­ße Welt­po­li­tik dann doch zu schmerz­haft ist.

Nicht überwacht

Die CIA hackt Din­ge. Was aller­dings aus der Über­wa­chung durch die NSA gewor­den ist? Wer weiß? Spielt das noch eine Rol­le? Bun­des­tro­ja­ner, schreck­lich, aber auch schon wie­der schreck­lich lan­ge her. Es ist nicht mehr neu genug, die Zei­tung von gestern ist so was von Diens­tag.

Um nicht sehen zu müs­sen, wie schlecht es uns eigent­lich geht, gucken wir lie­ber etwas wei­ter weg: Spen­det jetzt, damit noch mehr Leu­te noch mehr Leu­te töten kön­nen.

‚Ira­ki­sche Armee mel­det Erfol­ge‘ (…) ‚Hur­ra! Wir haben jeman­den umge­bracht!‘
@arschhaarzopf

Wenn du Frie­den willst, halt‘ bloß die Fres­se. Höf­lich­keit ist Fir­le­fanz. Apple ver­kauft Uhren für bis zu 18.000 US-Dol­lar, deren beson­de­re Funk­ti­on es ist, dass sie nach weni­ger als einem Tag wie­der an die Steck­do­se müs­sen. Viel­leicht kön­nen sie auch die Zeit anzei­gen, so recht einig sind sich die Nach­rich­ten da nicht. Es ist aber auch schwer, die Men­schen noch für ein Mit­ein­an­der gewin­nen zu wol­len.


Hur­ra, aber­mals:

Am 18. August star­tet der Stutt­gar­ter Pani­ni Ver­lag, bis­lang in erster Linie für sei­ne Kin­der- und Jugend­zeit­schrif­ten bekannt, den Titel „Mein Papst“.

Hof­fent­lich mit lebens­gro­ßem Star­schnitt und einem Gim­mick. Wie wär’s mit Urzeit­kreb­sen? Pas­send zum Katho­li­zis­mus sind die ja auch noch klein.