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Godspeed You! Black Emperor – Asunder, Sweet and Other Distress

Godspeed You! Black Emperor - Asunder, Sweet and Other Distress„Nur auf Vinyl“ („eclipsed“) beziehungsweise als Vinyl-LP und Audio-CD (Amazon.de) erscheint morgen „Asunder, Sweet and Other Distress“, das neue Album des Postrockkollektivs Godspeed You! Black Emperor aus Montréal. 2014 haben einige der Mitglieder mit ihrem Projekt „Silver Mt. Zion“ wieder einmal beeindruckend gute Musik veröffentlicht, jetzt legen sie schon wieder mit einem neuen Werk ihrer Hauptband nach. Kanada scheint voller knutschender Musen zu sein; ganz schön anstrengend eigentlich.

Auf „Asunder, Sweet and Other Distress“ sind vier Stücke – fast möchte ich sie Kapitel nennen, gehen sie doch nahtlos ineinander über – zwischen sechs und vierzehn Minuten zu finden, laut Presseinformationen (also Eigenwerbung) bilden sie „die fokussierteste und bestklingende Aufnahme der Bandkarriere“. Als ginge es im Postrock um den Fokus und nicht um den Genuss an der Ausschweifung!

Godspeed You! Black Emperor - Asunder, Sweet And Other Distress (live) // East Hastings

Aber tatsächlich klingt das, was hier präsentiert wird, selbst im Stream trotz des arg neoproggigen Titels wirklich best: Mit den flirrenden Gitarren, der kraftvollen Violine und der beinahe dekadenten Rhythmussektion von „Peasantry Or ‚Light! Inside Of Light!'“ beginnt es fast wie ein zorniges understatement, um dann mit den droneschwangeren „Lambs‘ Breath“ und „Asunder, Sweet“ gleichsam zu wachsen, bis es in dem elegischen „Piss Crowns Are Trebled“ („Pisskronen werden verdreifacht“, ach so) schließlich explodiert. Gesungen wird, wie üblich, in diesem Projekt der Kanadier nicht, trotzdem vermisse ich auch als Textfreund nichts.

Das Titelbild des Albums zeigt eine Schafherde. Sind wir alle nur Schafe? Vermutlich ist das hier Gehörte tatsächlich nichts wirklich Neues, jemand hat schon mal Gitarren benutzt und sogar Drones damit erzeugt; trotzdem vermögen Godspeed You! Black Emperor ihre sowieso unangefochtene Stellung als Schöpfer großer Werke für das heimische Kopfkino. 2015 wäre ohne sie um ein wichtiges, farbenfrohes Album ärmer.

„Asunder, Sweet and Other Distress“: Ein Album wie das Gegenteil von James Last („vertonter Flokati“, ZEIT ONLINE). Stark.

Senfecke:

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