Alter.
Einfach nur: Alter.
(Abb. ähnlich)
Alter.
Einfach nur: Alter.
(Abb. ähnlich)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön eure bash!
Es ist Montag, ein Tag der deutschen Einheit, ob wir wollen oder nicht. Der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, wusste, dass Volksabstimmungen gar nicht so gut sind. Folgerichtig empfehlen Deutschlands Linke für den heutigen Tag in bekannt bigotter Weise einen von lästigen Dingen wie Gemeinschaftssinn oder Menschlichkeit befreiten Aufstand des antikapitalistischen Pöbels gegen dieses verdammte Land. Nur hierbleiben wollen sie schon, weil es hier so einfach ist, halbwegs gut zu überleben. Wenn man niemanden in Dresden kennt, ist die Forderung nach einer Einebnung der Stadt bedeutend einfacher zu stellen. Der Mensch ist dem Menschen ein Dingsbums. Ein unglaublich blöder, manchmal, noch dazu. Wer nicht über seinen Schatten springen kann, der hat einerseits Physik verstanden, ist aber andererseits weniger gut geeignet für das, was zählt (i.e. Geborgenheit und etwas Musik). Was fehlt? I wo: Wer. Eine Woche zurück und ein neuer Versuch, noch mal im Arm statt immer nur im Bett einschlafen, mehr muss es ja gar nicht sein.
Da wir gerade bei Blöden waren: Den „Grünen“ gefällt es gar nicht, wenn ein Unternehmen zu viele Kunden hat, denn dann muss eine „missbrauchsunabhängige Entflechtungsmöglichkeit“ her. Ich würde ja die missbrauchsunabhängige Entflechtung der „Grünen“ befürworten, aber dann muss die ja irgendwer anders nehmen. Allerdings ist „Digitalpolitik“ (allein das Wort schon!) auch nicht für jeden Menschen geeignet; der EU-Digitalkommissar Günther Oettinger etwa hat bisher offenkundig noch nicht mal eine Suchmaschine benutzt, was zumindest die einzige Erklärung für seine Theorie ist, dass kaum ein Nutzer einer solchen Suchmaschine jemals auf ein Suchergebnis klickt. Die lesen alles immer nur in Google, die Leute. Seine Partei, die CDU, hat derweil den Feminismus am Hals: Die Beteiligten hätten (…) vereinbart, das Thema Sexismus „ab sofort (…) in verschiedenen Gremien (…) zu diskutieren“, was mich doch hoffnungsfroh stimmt, dass demnächst Ruhe ist, denn an einer gremienübergreifenden Feministinnengruppe (meinten Sie: Grippe?) haben sich bekanntlich schon ganz andere Parteien verschluckt.
Bitte keine Postkarten aus dem Iran! Stattdessen: Musik aus Amerika. Ist ja auch mal ganz nett.
Guten Morgen.
Das konnte niemand ahnen: Überwachungskameras dienen der Überwachung. Damit müsse man ja rechnen, wenn man im öffentlichen Raum unterwegs ist, mag mancher nun argumentieren; allein: in all der smarten neuen Welt entgeht hierbei das Wesentliche.
Neulich zum Beispiel hat jemand die Website von Brian Krebs mit einem geradezu lächerlichen DDoS-Angriff von ungefähr 620 Gigabit pro Sekunde nachdrücklich aus dem Web geschubst. Das muss ja ein riesiges Botnetz gewesen sein, nehmt ihr jetzt zu Recht an – denn das ist es, und es ist nicht allein wegen seiner Größe beeindruckend: Es besteht aus Haushaltsgeräten und es werden immer mehr. Schon 2013 waren Bügeleisen willkommene Einfallstore für Schadsoftware, seitdem hat sich bedauerlicherweise einiges am Marktanteil solcher klugen Geräte in die falsche Richtung verschoben.
Es werden ja auch immer mehr: Smarte Ampeln. Smarte Plastikpenisse. Die besten Smartlampen des Jahres. Pro Gerät gibt es ungefähr zwei Sicherheitslücken. Prost Mahlzeit.
Der sicherlich irgendwie begründbaren Begeisterung für das total vernetzte Heim tut solches, bedauerlich!, nur wenig Abbruch, denn der Mist lässt immer neue kleine Firmen, immer weiter gehende Heimwanzen den Markt überrennen. Datenschutz funktioniert nur dann richtig, wenn man es (das Datenschutz, A.d.V.) verinnerlicht hat und es lebt. Wer seine heimische Klobürste vom Büro aus fernsteuern kann und nicht begreift, warum er das kann, der macht es falsch.
Es ist nicht schwer für ein seelenloses Gerät, smarter als manche Menschen zu sein.
Aus der beliebten Reihe „Der Feminismus bringt uns Dinge bei“: Wer eine Frau, die eine Straftat begangen hat, einer Straftat bezichtigt, ist ein armseliger, feiger Frauenverächter.
„heise online“, 29. September 2016:
Auf einer Autobahn nahe Hamburg kam es Mittwoch wohl zu dem ersten Unfall in Deutschland, an dem ein Tesla mit eingeschalteten Fahrassistenz-Funktionen beteiligt war: Ein Model S fuhr auf einen Bus auf.
„heise online“, 30. (!) September 2016:
Der Bundestag hat einen Gesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen, mit dem bereits im Verkehr befindliche Auto-Assistenzsysteme rechtssicher eingesetzt werden sollen, solange der Fahrer eingreifen kann.
Irgendwie muss man die Rentenkasse ja vollkriegen.
Das Wesen der parlamentarischen Demokratie ist es, dass sich trotz der im Grunde überzähligen Mittelsmänner zwischen Staatsoberhaupt, Regierung und Volk letztendlich doch dem nominellen Souverän die Möglichkeit bietet, selbst über Nuancen derer, die ihn vertreten, abzustimmen; gesetzt den Fall, es herrscht gerade keine Durchregierungskoalition, versteht sich. Das hebt diese parlamentarische Demokratie wohltuend ab von De-facto-Einparteiensystemen, wie sie gerade in Deutschland nicht völlig unbekannt sind, endete doch eine Wahl in der DDR jahrzehntelang mit dem klaren Sieg der SED, deren Politik letztlich selbst von der dortigen CDU gefördert wurde, während man hier im Westen zumindest die Wahl zwischen der reaktionär-konservativen Politik der CDU/CSU und der reaktionär-konservativen Politik der SPD hat; ferner liefen, versteht sich, die inhaltlich voneinander zumindest mitunter unterscheidbaren Koalitions- und Oppositionspartner.
Nun ist zu viel Auswahl ja bekanntlich nicht gut für die Demokratie, was immerhin das Ausbleiben von Gegenkandidaturen (medial grundsätzlich als „Kampfkandidaturen“ verschrien) in allerlei parteiinternen Gremien erklären mag und wahrscheinlich auch dies:
Unionsfraktionschef Kauder ist alarmiert über die „Anfeindungen gegen die Demokratie“ – und mahnt zur Einigkeit bei der Bundespräsidentenwahl. (…) Der CDU-Politiker plädiert vor diesem Hintergrund dafür, einen Nachfolger für Joachim Gauck zu finden, der „eine breite Zustimmung aller Demokraten erhält“.
Joachim Gauck, selbst als das kleinste gemeinsame Übel ins Amt gestolpert, kennt die Annahme, man könne mit „allen Demokraten“ einen zumindest homogen wirkenden Konsens erreichen, vermutlich noch von früher, als sich dieser Konsens in seinem Heimatland „Blockpartei“ nannte und von allen Demokraten gemeinsam mitgetragen wurde, sofern sie überleben wollten.
In der Demokratie geht die Macht vom Volke aus, doch häufig kehrt sie nicht zu ihm zurück.
Hellmut Walters
Die – mit großem Abstand – Überschrift des gestrigen Tages lautete:
„Justin-Bieber-Videos werden am häufigsten als Hass eingestuft“
Da macht sich doch die neue Diskussionsqualitätsoffensive der Bundesregierung schon bezahlt. Nach dem erfolgreichen Feldtest mit Justin Bieber möchte ich Tonaufnahmen von Phil Collins als Objekt weiterer Löschungen empfehlen. Das würde immens zu meiner Friedfertigkeit beitragen.
Es ist Montag und es ist grau, aber immerhin ein Montag, der mit ihr beginnt, was das Grau in allerlei Farben erhellt; und wenn man es sich hundertmal selbst ausgesucht hat, dann hatte man eben hundertmal, bitteschön, Unrecht.
Google würde gern Twitter kaufen, und wer Google kennt, ahnt, dass das für den Fortbestand Twitters kein gutes Zeichen wäre. Umarmen und zerstören. Sahra Wagenknecht hat derweil der „FAZ“ gegenüber mitgeteilt, die „Linke“ setze sich für einen starken Staat ein. Irgendwo muss man ja anfangen. Die Piratenpartei sei abgetakelt, behauptet derweil der Kiezneurotiker. Nichts mehr zu verlieren zu haben kann aber auch Vergnügen bereiten.
Übrigens: Schon „1984“ gelesen? Es ist nicht nur der Überwachungsstaat, es ist auch die Sprache: Der mögliche Präsidentschaftskandidat einer großen Koalition heißt Ükoka. Das klingt wie ein lustiger Vogel. Ich mag Vögel. Dazu, vielleicht, auch: Luxemburg hat den Religionsunterricht abgeschafft. Luxemburg ist ein feines Land.
Es ist Montag und es wird Herbst.
Guten Morgen.
In einem unbekannten Land – Riga? Wo ist das noch mal? – nahm das Trio tesa (wie das Klebeband), bestehend aus Davis und Janis Burmeisters sowie Karlis Tones, vor einiger Zeit sein drittes Album „G H O S T“ auf, das im Januar 2015 und erneut im August 2016 – auch auf Vinyl – veröffentlicht wurde. So gruselig, wie es heißt, ist es aber gar nicht.
Obwohl natürlich der Anfang mit seinem dumpfen Dröhnen etwas anderes ahnen lässt, an Doom und Noise mag man etwa denken; tatsächlich haben wir es hier aber mit veritablem, geradezu großartig groovendem Postrock zu tun, der sich jedes Filigrane selbst in ruhigeren Momenten wohl zu verkneifen weiß.
Die drei Letten agieren in einem mächtigen Kraftfeld aus Bands wie Oceansize, Neurosis und vor allem Maserati, ersparen dem Hörer aber den bloßen Abklatsch. Die fünf Titel heißen „G“, „H“, „O“, „S“ sowie „T“ (bestimmt hat das irgendwas zu bedeuten) und gehen erfreulicherweise teilweise derart nahtlos ineinander über, dass man sie als zusammenhängendes Stück zu betrachten gewillt ist, in dessen Zentrum das mal majestätisch brüllende, mal energisch nach vorn preschende „O“ mit beinahe 12 Minuten Laufzeit steht, ohne dass dies beim Hören auffallen würde. Es passiert so viel, Stilwechsel (das kurze „S“ könnte mit seiner dreckigen Spielweise sogar alten Punks gefallen) eingeschlossen.
Gesang wäre nur störend. Sicher, gelegentlich schreit, dezent im Hintergrundrauschen versteckt, eine Stimme Texte wie „the greed has burnt a fire, they will never sleep again“ („T“), aber wer, der nicht mitliest, würde das überhaupt bemerken? Nein, nein: Freunde der gehobenen Sangeskunst sind hier sicherlich nicht so leicht zu begeistern, Langeweile will trotzdem nicht aufkommen. Wer hat da gesagt, der Postrock hätte alles erzählt, was es zu erzählen gab?
Keine Kompromisse.
Was ist besser – Ruby oder Python? Das kommt ganz darauf an.
Google hat einen neuen Spionagemessenger veröffentlicht. Wir sind alle recht überrascht und ein Stück weit betroffen.
Ist das vom „Postillon“? Nein, von „SPIEGEL ONLINE“: Die SPD steckt im Umfragetief, Arbeitsministerin Nahles will nun verstärkt auf soziale Gerechtigkeit setzen.
Schönes Fundstück auch: Blitz und Donner dem Kapitalismus, besuchen Sie uns auf Facebook!
Deutsch/Medien, Medien/Deutsch: Der Rücktritt eines Landesparteivorsitzenden nach einer verlorenen Wahl heißt „Erosion“.
Drei Tage vor seinem Übertritt zu den Brandenburger Grünen tönte der ehemalige Vorsitzende der Berliner Piratenpartei, er sehe das Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus als Chance, jetzt außerparlamentarisch noch bessere Piratenpolitik zu machen. Meinen herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an die Brandenburger Grünen zu ihrem moralisch integren Neuzugang. Selten habe ich einen geeigneteren Grünen gesehen.
Dazu auch und abschließend: Hadmut Danisch berichtet von Julia „Bomber Harris, Feuer frei!“ Schramms Facebookbeitrag, in dem sie die Piratenpartei als gefährlich für das menschliche Miteinander ihrer Mitglieder bezeichnet. Es ist schön, dass auch Julia Schramm – inzwischen, wie auch das Gros der ehemaligen Berliner Linkspiraten, bei der „Linken“ – eine humanistische Seite zu haben scheint, es ist nur etwas schade, dass sie die Transferleistung nicht erbringt.
Perfektion, schreibt die Titelredaktion der diesmonatigen Ausgabe der „Women’s Health“, werde überbewertet. „L♡VE YOUR BODY“!
Nach ein paar kleinen Modifikationen natürlich.
Ihr müsst nur abnehmen („Tschüss, KILOS!“), Sport treiben („NACKT SUPER AUSSEHEN“, „Das ultimative Fettkiller-Workout“), beim Schnackseln auf die Regeln achten, achtsam speisen („Snacks, die nicht dick machen“) und euch die angesagten It-Pieces umhängen und schön könnt ihr ganz natürlich euren Körper lieben. Sich zu verstellen wäre doch auch wirklich unangebracht.
Die mir bis dato weitgehend unbekannte „Neue Post“ erläutert aktuell auf ihrer Titelseite, worin eigentlich der Unterschied zwischen Eheleuten und Liebespaaren besteht:
Was der sich alles traut!
Ähm, ich will’s mal so sagen, Spammer:

Bei der Wahl deiner Überschriften hast du schon mal mehr Sorgfalt gezeigt.
Die Berliner Wahlgewinner (historischer Erdrutschsieg, knapp über 20 Prozent der Stimmen) legen kräftig nach:
Der SPD-Parteikonvent hat sich mehrheitlich grundsätzlich für das Ceta-Abkommen mit Kanada ausgesprochen.
Es wäre freilich verkehrt, davon zu sprechen, dass eine wie auch immer geartete Mehrheit außerhalb der SPD „gegen CETA“ wäre, denn das Problem mit CETA ist und war wie auch bei TTIP noch nie seine Existenz, sondern die Art, wie es ausgehandelt wird, nämlich weitgehend versteckt vor Volk und Regierung. Ein demokratisch abgestimmtes Handelsabkommen, in dessen Wortlaut das Volk als Korrektiv einzugreifen Recht und Gelegenheit hat, wäre vermutlich eines, gegen das Protest seiner Grundlage verlustig ginge. So aber hat der designierte Expolitiker und Supermarktleiter Sigmar Gabriel die ehemalige Arbeiterpartei SPD den magischen 18 Prozent noch ein bisschen näher gebracht. Vom Boden der deutschen Sozialdemokratie darf nie wieder Krieg ausgehen.
Ganz schön kleines Volk, das die Völkchenpartei da hat.
Prima Idee übrigens: Selbst fahrende Autos sollten von Grand Theft Auto lernen. Das ist diese Spielreihe, in der man Punkte für’s Dingekaputtfahren bekommt.
Es ist Montag und das Wetter wagt einen ersten dezenten, aber durchaus nicht missverständlichen Hinweis auf die Jahreszeit. Es ist nicht alles warm, was scheint, auch wenn sie zu wärmen scheint, Entfernung optional.
Leider nicht entfernt allerdings: Berlin hat gewählt und die rechtspopulistische SPD bleibt trotz Christopher Lauer stärkste Kraft. Offenbar mögen Berliner keine Menschen, was einiges erklären könnte. Raus sind die Berliner Piraten, die sich in den fünf Jahren ihrer Beteiligung an der Landespolitik vor allem dadurch hervorgetan haben, die Politik der Grünen zu machen. Aber warum sollte eine Partei, die als Partei des digitalen Wandels ins Abgeordnetenhaus gewählt wurde, auch mal was anderes machen als ihre Wähler zu enttäuschen?
Apropos Digitalwandler: Die Qualität der Tonausgabe vom iPhone ist schlecht. Aber wer, dem Technik wichtiger als Form ist, kauft sich schon ein iPhone? Siri, mach‘ mal die Tür auf. Smart und klug sind eben keine Synonyme. Dazu passt: Smartphonenutzer lesen weniger. Macht ja auch keinen Spaß auf den Winzbildschirmen. – Vielleicht ist die schleichende Vermenschlichung des einst Guten auch vom Schicksal vorbestimmt, vielleicht steht sie in den Sternen. Blöd nur, wer sein Horoskop zu kennen glaubt: Sein Sternzeichen stimmt wahrscheinlich nicht. Hokus pokus.
Magie, sowieso.
Guten Morgen.
Seit ihrem Bestehen hat die Partei „Die PARTEI“, die es mittlerweile bis ins Europäische Parlament geschafft hat, eine treue und noch wachsende Anhängerschar sogar unter vermeintlich Linken, die mich seit ebenso langer Zeit von der Großartigkeit dieser Partei zu überzeugen versucht. Warum ich sie wählen sollte? Nun, sie sei – ich zitiere – „sehr (!) gut“, das eingeklammerte Ausrufezeichen gehört offensichtlich zum Schlachtruf.
Ich nehme mir jetzt die Zeit, einmal darzulegen, warum das eine unfassbar dämliche Idee von mir wäre, und möchte danach nie wieder etwas davon hören.