KaufbefehleMusikkritik
tesa - G H O S T

tesa-g-h-o-s-tIn einem unbe­kann­ten Land - Riga? Wo ist das noch mal? - nahm das Trio tesa (wie das Klebeband), bestehend aus Davis und Janis Burmeisters sowie Karlis Tones, vor eini­ger Zeit sein drit­tes Album „G H O S T“ auf, das im Januar 2015 und erneut im August 2016 - auch auf Vinyl - ver­öf­fent­licht wur­de. So gru­se­lig, wie es heißt, ist es aber gar nicht.

Obwohl natür­lich der Anfang mit sei­nem dump­fen Dröhnen etwas ande­res ahnen lässt, an Doom und Noise mag man etwa den­ken; tat­säch­lich haben wir es hier aber mit veri­ta­blem, gera­de­zu groß­ar­tig groo­ven­dem Postrock zu tun, der sich jedes Filigrane selbst in ruhi­ge­ren Momenten wohl zu ver­knei­fen weiß.

Die drei Letten agie­ren in einem mäch­ti­gen Kraftfeld aus Bands wie Oceansize, Neurosis und vor allem Maserati, erspa­ren dem Hörer aber den blo­ßen Abklatsch. Die fünf Titel hei­ßen „G“, „H“, „O“, „S“ sowie „T“ (bestimmt hat das irgend­was zu bedeu­ten) und gehen erfreu­li­cher­wei­se teil­wei­se der­art naht­los inein­an­der über, dass man sie als zusam­men­hän­gen­des Stück zu betrach­ten gewillt ist, in des­sen Zentrum das mal maje­stä­tisch brül­len­de, mal ener­gisch nach vorn pre­schen­de „O“ mit bei­na­he 12 Minuten Laufzeit steht, ohne dass dies beim Hören auf­fal­len wür­de. Es pas­siert so viel, Stilwechsel (das kur­ze „S“ könn­te mit sei­ner drecki­gen Spielweise sogar alten Punks gefal­len) eingeschlossen.

Gesang wäre nur stö­rend. Sicher, gele­gent­lich schreit, dezent im Hintergrundrauschen ver­steckt, eine Stimme Texte wie „the greed has burnt a fire, they will never sleep again“ („T“), aber wer, der nicht mit­liest, wür­de das über­haupt bemer­ken? Nein, nein: Freunde der geho­be­nen Sangeskunst sind hier sicher­lich nicht so leicht zu begei­stern, Langeweile will trotz­dem nicht auf­kom­men. Wer hat da gesagt, der Postrock hät­te alles erzählt, was es zu erzäh­len gab?

Keine Kompromisse.

Senfecke:

  1. Gesang wäre nur stö­rend. Sicher, gele­gent­lich schreit, dezent im Hintergrundrauschen ver­steckt, eine Stimme…aber wer, der nicht mit­liest, wür­de das über­haupt bemer­ken? Nein, nein: Freunde der geho­be­nen Sangeskunst sind hier sicher­lich nicht so leicht zu begeistern.

    Gut, dass Du Dich von vor­ne her­ein ent­schul­digst. Das soll­te künf­tig Standard sein.

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