In den Nachrichten
Lob der Mör­der­meu­ch­el­frei­heit

Nicht Waf­fen, satirt es durch’s Web, son­dern Men­schen töten Men­schen; und tat­säch­lich wird nach eigent­lich jedem der längst gewohn­ten waf­fen­be­zo­ge­nen Zwi­schen­fäl­le in den USA neben aller­lei Gebe­ten – den Gott, der gan­ze Städ­te aus­ra­dier­te, weil dort zu vie­le Ungläu­bi­ge her­um­sa­ßen, und der zuletzt von der dra­ma­ti­schen Figur des Geor­ge W. Bush gegen den Ter­ror in den Krieg geführt wur­de, wer­den die­se Gebe­te sicher­lich zu mehr Fried­fer­tig­keit anre­gen – auch ein Ein­däm­men der Ver­brei­tung von Gerä­ten, die gebaut wur­den, um damit Lebe­we­sen einen Scha­den zuzu­fü­gen, nicht bloß vor­ge­schla­gen, son­dern gefor­dert.

Der unge­wöhn­lich dum­me „Titanic“-Redakteur Moritz Hürt­gen twit­ter­te unge­wöhn­lich dumm:

Wer die „Waf­fen-Nar­ren aus den USA“ ein­fach nicht ver­ste­hen kann, der befas­se sich 5 Minu­ten mit der deut­schen Anti-Tem­po­li­mit-Beses­sen­heit.

Denn wie auch in den USA die dor­ti­ge Waf­fen­lob­by sich dafür ein­setzt, dass jeder US-Ame­ri­ka­ner das Recht hat, sich mit einer Waf­fe gegen ande­re Kanail­len zu weh­ren, die eben­falls eine Waf­fe tra­gen, set­zen sich die Deut­schen dafür ein, dass jeder Deut­sche ein Auto besit­zen darf, um sich damit gegen ande­re Auto­fah­rer zu weh­ren. Anson­sten wür­de der Ver­gleich ja kei­ner­lei Sinn erge­ben, nicht wahr?

Dabei wird über­se­hen, dass all die Waf­fen­nar­re­tei auch ihr Gutes hat, berich­tet etwa die „Neue Zür­cher Zei­tung“, deren all­ge­mei­nes Welt­ver­ständ­nis sich mit der dor­ti­gen „Leser­de­bat­te“, wann Netz­sper­ren gerecht­fer­tigt sei­en, ganz gut zusam­men­fas­sen lässt:

Nach ersten Erkennt­nis­sen der Behör­den hör­te ein Anwoh­ner die Schüs­se aus der Kir­che, und schnapp­te sich sei­ne eige­ne Waf­fe. Als der Täter die Kir­che ver­liess, nahm er die Ver­fol­gungs­jagd auf. Der Ver­däch­ti­ge wur­de wenig spä­ter tot in sei­nem Auto gefun­den.

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

In einem fried­li­chen Land wie Deutsch­land, in dem man nur dann eine Waf­fe mit sich her­um­tra­gen darf, wenn man nach­weis­lich ein Arsch­loch ist, wäre das undenk­bar. Wenn hier­zu­lan­de jemand Schüs­se in einer Kir­che hör­te, wäre die Wahr­schein­lich­keit groß, dass sei­ne Mög­lich­kei­ten, dem Trei­ben ein Ende zu set­zen und sei­ner­seits irgend­wen stan­te pede abzu­knal­len, eher begrenzt sind.

Not­wehr ist, was man dar­aus macht.

In den NachrichtenMontagsmusik
Kett­le­spi­der – Evo­lu­ti­on

Ein Eulchen sitzt im Händchen, ganz still und stummEs ist Mon­tag, aber das zählt wahr­schein­lich nur, wenn man nicht frei hat. Ist das Leben so blass oder wird es nur Win­ter? Bald ist Weih­nach­ten, man kann nicht früh genug die Nase voll davon haben. Zwei Tage nach dem Voll­mond ist man immer noch ganz mit­ge­nom­men, aber viel­leicht ist man auch immer so. Man weiß genau, was fehlt.

Apro­pos Bläs­se: Es scheint ins­be­son­de­re in den USA eine Art homöo­pa­thi­sche Glau­bens­ge­mein­schaft zu geben, die Kin­dern Chlor­blei­che gegen Krank­hei­ten ver­ab­reicht. Dabei ist das gar nicht so lächer­lich, wie es klingt: Nach ein paar Litern Chlor­blei­che sind irgend­wel­che Krank­hei­ten vor­aus­sicht­lich das gering­ste Pro­blem der Delin­quen­ten. Wer sei­ne Kin­der wirk­sam schüt­zen will, der über­lässt sie dem Sata­ni­schen Tem­pel.

Hier­zu­lan­de sind die Sor­gen um den Nach­wuchs gerin­ger, so lan­ge er nicht gera­de Kil­ler­spie­le spielt. Es soll nur nie­mand anneh­men, das Gewe­se um Kil­ler­spie­le sei über­zo­gen: Wie sich her­aus­stell­te, gehör­te zu den Kil­ler­spie­lern auch Osa­ma bin Laden. – Neben Coun­ter-Strike befan­den sich in sei­ner Spie­le­samm­lung unter ande­rem auch Super Mario Bros. und Dra­gon Ball Z. Wahr­schein­lich hat er heim­lich geübt, wie man auf Schild­krö­ten springt.

Zu nie­man­des Über­ra­schung wur­de kürz­lich eine Aktua­li­sie­rung des Tor-Brow­sers ver­öf­fent­licht, die nur für Linux und macOS exi­stiert, weil die Win­dows-Ver­si­on nicht so kaputt ist wie die ande­ren bei­den. Zu jeden­falls mei­ner Über­ra­schung hat der­weil Mar­tin Schulz (SPD, muss man nicht ken­nen) ange­merkt, dass die Par­tei­spit­ze künf­tig regu­lär von allen Mit­glie­dern statt, wie bis­her, von weni­gen Aus­ge­such­ten ernannt wer­den könn­te; es scheint, als wäre eine ver­lo­re­ne Wahl ein Geschenk für die Moti­va­ti­on der SPD. Es ist also offen­sicht­lich emp­feh­lens­wert, ihr bei mög­lichst vie­len Wah­len kei­ne Stim­me zu geben.

Offen­sicht­lich emp­feh­lens­wert ist dar­über hin­aus: Musik.

Kett­le­spi­der – „Evo­lu­ti­on“. Live at Black Pearl.

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeWirtschaft
Medi­en­kri­tik CIX: Lob­by­kampf in SPIE­GELs Klas­sen­zim­mer

Ende Okto­ber SPON­te die vom kra­wal­li­gen „Ham­bur­ger Abend­blatt“ abge­stie­ge­ne Redak­teu­rin Vere­na Töp­per („belie­ves in gen­der equa­li­ty“, V. Töp­per über V. Töp­per), die bei ihrem inzwi­schen auch nicht mehr ganz neu­en Arbeit­ge­ber unter „Leben und Ler­nen“ anson­sten zum Bei­spiel über Men­strua­ti­ons­pro­ble­me „schreibt“, sicht­lich besorgt über das Enga­ge­ment von EDV-Unter­neh­men in Schu­len, die es doch tat­säch­lich wagen, ihre eige­nen Pro­duk­te als Unter­richts­ma­te­ria­li­en vor­zu­schla­gen:

Die wol­len doch nur hel­fen – oder?

So sieht eine jour­na­li­sti­sche Über­schrift aus – oder?

Ich erspa­re ver­se­hent­li­chen Lesern ein­mal den ersten Teil des Arti­kels und ver­wei­se statt­des­sen auf den Kom­men­tar von Spree­blick zum glei­chen Ursprungs­text. Bemer­kens­wert fin­de ich aber, was wei­ter unten noch steht:

„Wir beob­ach­ten eine mas­si­ve Zunah­me von Lob­by­is­mus an Schu­len“, sagt René Schepp­ler von der Leh­rer­ge­werk­schaft GEW. „Vor allem IT-Fir­men nut­zen die Unter­fi­nan­zie­rung des Bil­dungs­sy­stems für Mar­ke­ting­zwecke. (…) Wird das eine Apple- oder eine Micro­soft-Schu­le?“ (…) Mit Macht drängt vor allem Goog­le welt­weit in Klas­sen­zim­mer.

Und zwar so:

Fast sie­ben Mil­lio­nen Euro hat Goog­le nach eige­nen Anga­ben seit 2011 in Leh­rer- und Schü­ler-Work­shops, den für den Infor­ma­tik­un­ter­richt ent­wickel­ten Kleinst­com­pu­ter Cal­lio­pe und in die Pro­gram­mier­platt­form Open Rober­ta gesteckt.

Der Span­nung wegen möch­te ich hier einen kur­zen Exkurs ein­schie­ben: Als ich noch ein klei­ner, fröh­li­cher Jun­ge war, besuch­te ich selbst­ver­ständ­lich auch man­che Schu­le, gele­gent­lich sogar als Schü­ler. Wäh­rend ich – wie jeder gute Aka­de­mi­ker – sämt­li­che Lehr­in­hal­te bis heu­te wie­der ver­ges­sen habe, kann ich mir die Namen der mei­sten Schul­buch­ver­la­ge, die mir in die­ser Zeit bezüg­lich einer unbe­ding­ten Kauf­emp­feh­lung über den Weg lie­fen, noch bis heu­te mer­ken, denn es waren nicht beson­ders vie­le.

Als beson­ders pene­trant habe ich den Cor­nel­sen-Ver­lag („Cor­nel­sen Ver­lag“, von denen lässt man sich doch gern was bei­brin­gen) in Erin­ne­rung, der im Wech­sel mit Klett und Wester­mann die Zeit vor dem Stu­di­um prak­tisch im Allein­gang bestritt und dabei kaum Platz neben sich ließ. Das ist durch­aus auch wört­lich gemeint, denn Schul­ta­schen soll­ten ja vor eigent­li­chem Gebrauch auch erst ein­mal gepackt wer­den. Die­ser Ver­lag hat sei­ne Bekannt­heit in Schu­len, die ihm dafür jahr­zehn­te­lang Ein­nah­men garan­tie­ren, ver­mut­lich eher nicht durch irgend­ei­nen Zufall erhal­ten, son­dern durch etwas, was Vere­na Töp­per sich wahr­schein­lich von irgend­wem als Lob­by­is­mus bezeich­nen las­sen wür­de, wenn sie nicht so sehr auf Tech­nik­kon­zer­ne – sie benutzt laut Twit­ters Meta­da­ten übri­gens ein iPho­ne, aber es wäre höchst unsach­lich von mir, dar­aus eine bestimm­te Hal­tung gegen­über Tech­nik abzu­lei­ten – fixiert wäre: Der „Com­pu­ter­wett­be­werb“ (Quel­le: Inter­net) zum The­ma Fran­ko­pho­nie etwa, aus­ge­rich­tet vom Cor­nel­sen-Ver­lag („Cor­nel­sen Ver­lag“, kreisch!) und unter­stützt von Fern­seh­sen­dern und Kul­tus­mi­ni­ste­ri­en, ist mal in Hameln, mal in Hes­sen, mal selbst in Olden­burg zu fin­den.

Da hilft man ein­an­der doch gern und schaut auch ein­mal dar­über hin­weg, dass der Cor­nel­sen-Ver­lag kein wohl­tä­ti­ges, son­dern ein kom­mer­zi­ell inter­es­sier­tes Unter­neh­men ist, das sich in den Klas­sen­kampf zwi­schen Goog­le, Apple und Micro­soft nur all­zu gern ein­mischt: „Der deut­sche Schul­buch­ver­lag Cor­nel­sen setzt auf die Cloud-Lösung Office 365 für Bil­dungs­ein­rich­tun­gen des Soft­ware-Kon­zerns Micro­soft. Auf der Online-Platt­form scook kön­nen Leh­rer und Schü­ler Lehr­ma­te­ria­len bezie­hen und sich digi­tal ver­net­zen.“ (Kommune21) – das sind dann wohl alle­samt Micro­soft-Schu­len. Dies soll frei­lich nicht hei­ßen, dass Cor­nel­sen irgend­wie par­tei­isch wäre: Neben Kon­kur­renz­un­ter­neh­men wie Goog­le und SAP – bei­de von Vere­na Töp­per als schreck­li­che Lob­by­isten iden­ti­fi­ziert, vor deren Ein­fluss sich ein um die Bil­dung besorg­ter Bür­ger fürch­ten soll­te, ist an der Ent­wick­lung des „Kleinst­com­pu­ters Cal­lio­pe“ (V. Töp­per, der Exkurs ist über­ra­schend vor­über) auch der Cor­nel­sen-Ver­lag („Cor­nel­sen Ver­lag“, ich krie­ge hier noch einen Hasch­mich) betei­ligt.

Oben hat­te ich geschrie­ben, der Cor­nel­sen-Ver­lag arbei­te mit ver­schie­de­nen Kul­tus­mi­ni­ste­ri­en und Fern­seh­sen­dern zusam­men. Gibt es an die­ser Stel­le schon Ver­mu­tun­gen, mit wel­chen Unter­neh­men der Cor­nel­sen-Ver­lag sonst noch so zusam­men­ar­bei­tet? Rich­tig:

In Koope­ra­ti­on mit dem Spie­gel-Ver­lag ist die erste Unter­richts­ein­heit mit Inhal­ten aus Dein Spie­gel im Lehr­kräf­te-Por­tal von Cor­nel­sen erschie­nen.

Ver­damm­ter mas­si­ver Lob­by­is­mus immer.

Vere­na Töp­per been­det ihren Arti­kel mit einem der übli­chen „jour­na­li­sti­schen“ Knif­fe von Redak­tio­nen wie der ihren, näm­lich mit einer Sor­ge um unse­re Zukunft:

Und wie sub­til sich das Spon­so­ring in die Köp­fe der Kin­der schleicht, zeigt eine Sze­ne am Rand der Eröff­nung von Goo­gles neu­er Zukunfts­werk­statt in Mün­chen: Als ein klei­ner Jun­ge die Musik­no­te G in einem Pro­gramm aus­wählt, sagt er ganz selbst­ver­ständ­lich: „Ich neh­me jetzt das G wie Goog­le.“

Unfass­bar: Ein Kind auf einer Goog­le-Ver­an­stal­tung, das weiß, dass „Goog­le“ mit einem „G“ anfängt, und, ver­mut­lich umge­ben von aller­lei Goo­gle­wer­bung, bei „G“ auch zuerst an „Goog­le“ denkt – und die Regie­rung guckt nur zu!

Vere­na Töp­per will doch nur hel­fen – oder?

WirtschaftIn den Nachrichten
Gehalts­mä­ßig völ­lig abge­ho­ben.

„FINANCE Maga­zin“, 5. Mai 2017:

Air Ber­lins Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen gegen­über dem CEO kön­nen sich bis Ende Janu­ar 2021 auf maxi­mal 4,5 Mil­lio­nen Euro sum­mie­ren. (…) Teu­er war für Air Ber­lin auch der Abschied von Ex-CEO Ste­fan Pich­ler, wie sich jetzt zeigt: Ihm zahl­te Air Ber­lin eine Gesamt­ab­fin­dung von 1,45 Mil­lio­nen Euro.

„ZEIT ONLINE“, 2. Novem­ber 2017:

Die Flug­ge­sell­schaft Air Ber­lin hat nach Aus­sa­ge des Insol­venz­ver­wal­ters wahr­schein­lich zu wenig Geld, um den Über­brückungs­kre­dit der Bun­des­re­gie­rung zurück­zu­zah­len.

Mög­li­cher­wei­se ist es an der Zeit, statt einer Ver­gü­tung über eine Auf­wands­ent­schä­di­gung für Geschäfts­füh­rer und Mar­ken­chefs von Groß­un­ter­neh­men nach­zu­den­ken; mit Ben­zin­geld und einem Stun­den­lohn im Rah­men jeweils bran­chen­üb­li­cher Tari­fe soll­ten bei einem ver­nünf­ti­gen Umgang mit dem Gehalt alle anfal­len­den Rech­nun­gen gezahlt wer­den kön­nen.

In den NachrichtenNerdkrams
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt dar­in um.

Aus der belieb­ten Rei­he „wer nutzt denn bit­te 2017 noch Desk­top­an­wen­dun­gen für sei­ne Doku­men­te?“: Bei „Goog­le Docs“, der bescheu­er­ten Google-„Webanwendung“ zur Erstel­lung und Ver­wal­tung von so Office­kram in „der Cloud“, also auf den Com­pu­tern ande­rer Leu­te, wur­den aus Ver­se­hen Benut­zern ihre Doku­men­te weg­ge­nom­men, weil ein Fil­ter, also eine vor­sätz­lich ein­ge­bau­te Ana­ly­se­funk­ti­on, der Mei­nung war, das Geschrie­be­ne sei unge­eig­net für Goog­le.

Wel­che Art von Tex­ten die­se Ana­ly­se­funk­ti­on, sobald sie end­lich wie gewünscht funk­tio­niert, denn über­haupt zulas­sen oder nicht zulas­sen wird, bleibt ange­nehm undo­ku­men­tiert. Es wäre ja auch lang­wei­lig, wür­de ein so genann­ter „Dienst“ eines „Dienst­lei­sters“ wie Goog­le ein­fach mal sei­nen Dienst ver­rich­ten. Zuver­läs­sig­keit ist sooo 90er.

In den Nachrichten
Kurz notiert zur Arbeits­wei­se deut­scher Medi­en nach Anschlä­gen

Wenn irgend­wo auf der Welt am Gedenk­tag des Arsch­lochs Mar­tin Luther – laut Ange­la Mer­kel von Frei­heits­ge­dan­ken beseelt – ein Ein­zel­tä­ter mit einem mit­tel­gro­ßen Auto, wie üblich angeb­lich irgend­was über sei­nen ein­ge­bil­de­ten, schrump­fen­den Freund („Allah“) rufend, weil Anschlä­ge, deren Ver­ur­sa­cher beim Anschla­gen ein­fach mal das Maul hält, aus Pres­se­sicht viel zu lang­wei­lig wären, irgend­wo rein­fährt und dabei anschei­nend absicht­lich elf Men­schen ver­letzt und acht tötet, dann ist es abseh­bar, dass deut­sche Medi­en wie etwa ZEIT ONLINE nicht etwa „acht Tote bei Angriff mit Klein­la­ster“ schrei­ben, son­dern unter der Über­schrift „Eine Deut­sche bei Anschlag in New York ver­letzt“ – eine Deut­sche! Ver­letzt! Unfass­bar! – Sät­ze wie „Ein Klein­la­ster ist in Man­hat­tan in Fuß­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer gefah­ren.“ publi­zie­ren, denn Angst, die medi­al immer gern gese­hen wird, weil sie staat­li­che Maß­nah­men gegen zu vie­le Bür­ger­rech­te recht­fer­tigt, über die man dann eben­falls für aus­rei­chend vie­le Judas­gro­schen schrei­ben kann, soll­te man nicht etwa vor reli­giö­sem Fana­tis­mus haben (zumal gera­de nicht an einem sonst­wie hei­li­gungs­wür­di­gen Tag der reli­giö­sen Idio­tie), son­dern vor Klein­la­stern, die sich hin­sicht­lich der Eig­nung fürs Tot­fah­ren von Pas­san­ten nicht zum ersten Mal bewie­sen haben.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Was macht Redak­ti­on?

Die aktu­el­le Aus­ga­be der „c’t“ wur­de, ver­mu­te ich, von Kopf­schmerz­mit­tel­her­stel­lern geför­dert, anders ist die­ser Auf­ma­cher nicht zu erklä­ren:

Das macht Blockchain

Lesen bil­de, behaup­tet der Volks­mund. Der Volks­mund kennt das Zeit­schrif­ten­an­ge­bot nicht so gut.

NetzfundstückeMontagsmusik
Ham­mock – Things of Beau­ty Burn

Brückentag (Symboleule)Es ist Mon­tag, ein „Brücken­tag“, was unge­fähr bedeu­tet, dass vie­le behaup­ten, es sei ein frei­er Tag, aber bei­na­he kei­ner frei zu haben scheint. Klar: Mor­gen ist Gedenk­tag Mar­tin Luthers, da gibt es nichts mehr ein­zu­kau­fen und ohne täg­li­ches Ein­kau­fen dre­hen die Leu­te schier durch, was vom Wet­ter bedau­er­lich begün­stigt wird. Wir lie­ben die Stür­me, aber doch bit­te nur in der Musik und nicht auf der Bahn­strecke! – Ama­zon kommt bald zur Tür rein, was kann da schon pas­sie­ren?

Brand­stif­ter hat Angst vor Feu­er: „Tele­kom-Chef“, schreibt „hei­se online“, macht sich Sor­gen dar­um, ob mög­li­che Käu­fer der Staats­an­tei­le der Tele­kom „Inter­es­se an der Infra­struk­tur­si­cher­heit“ hät­ten. Infra­struk­tur, die Älte­ren erin­nern sich, ist das, was die Tele­kom nur ungern bereit­stellt. Ohne die­se Infra­struk­tur sind man­che Geschäfts­mo­del­le aber nur schwer umzu­set­zen: Mini­job­ber sol­len Kin­der­por­nos sich­ten, aller­dings für Geld. Ganz schön unbe­dacht von der Poli­zei, es gibt doch wahr­lich genug Men­schen, die das völ­lig gra­tis täten, eine Rang­li­ste mit Stern­chen gäbe es sozu­sa­gen frei Haus dazu.

Gibt es auch frei Haus, hört sich aber bes­ser an: Musik.

Ham­mock – Things of Beau­ty Burn (Myste­ri­um)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: The Nar­co­tic Daf­fo­dils – Sum­mer Love

The Nar­co­tic Daf­fo­dils ist eine fünf­köp­fi­ge Rock­band aus Bel­gi­en, deren drit­tes Album „Sum­mer Love“ (Amazon.de, TIDAL) erst im Mai 2017 ver­öf­fent­licht wur­de. Obwohl „Sum­mer Love“ genau so klingt, wie es heißt, ist es jedoch auch Ende Okto­ber kei­ne schlech­te Wahl.

Zu hören gibt es Hip­pie­rock, der, um wie­der ein­mal das Phra­sen­schwein zu erleich­tern, den Geist der 60er atmet, mit Sitar („Ato­mic 56“) und Ham­mond­or­gel („You Can’t Get“) dabei jedoch nicht dar­auf ver­zich­tet, mehr als bloß Abzieh­bild zu sein. Über dem nicht bloß soli­den Instru­men­tal­fun­da­ment schwebt hal­lend vor­ran­gig die Stim­me von Sän­ge­rin „Luna“ (heißt aller­dings ver­mut­lich wirk­lich so), die nicht nur gele­gent­lich an Gongs bedau­er­li­cher­wei­se mitt­ler­wei­le ver­stor­be­ne Gil­li Smyth erin­nert, was sti­li­stisch dann auch wie­der ganz gut passt.

The Nar­co­tic Daf­fo­dils „Sum­mer Love“

Ein ande­rer Rezen­sent befand die­ses Album für „groo­vy“. Ich stim­me freu­dig zu.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 27. Okto­ber 2017

Poli­ti­scher Dis­kurs (2017): Poli­ti­ker wird aus Pro­test mit Flag­gen bewor­fen.


Schlech­te Nach­rich­ten für t3n: Auch und gera­de für geschäft­li­che Mas­sen­mails ist Rein­text effi­zi­en­ter als unnö­tig kom­pli­ziert for­ma­tier­te HTML-Vor­la­gen.


Auf „ZEIT ONLINE“ wird der bescheu­er­ten Behaup­tung, Gen­der­ge­döns soll­te All­ge­mein­bil­dung sein, wider­spro­chen: „Genau­so gut könn­te man es pein­lich nen­nen, wenn jemand nichts über Neu­ro­wis­sen­schaf­ten weiß.“


Apro­pos Dis­kri­mi­nie­rung, apro­pos „ZEIT ONLINE“:

Je sexua­li­sier­ter die Lebens­welt wird, je por­no­gra­fi­scher die Wer­bung, je exhi­bi­tio­ni­sti­scher die Selbst­prä­sen­ta­ti­on des Erfolgs, desto ver­bohr­ter, klein­gei­sti­ger und prü­der wird die Moral, die all die Schwei­ne­stäl­le angeb­lich zusam­men­hält.


Das CERN hat her­aus­ge­fun­den, dass das Uni­ver­sum eigent­lich gar nicht exi­stie­ren kann. Scha­de.


„flat­ter“ benennt Freund und Feind im media­len Dis­kurs:

Zuletzt gab es eine „gemä­ßig­te Oppo­si­ti­on“ von „Rebel­len“ in Syri­en, die sich kurz nach die­ser medi­en­wei­ten Ein­heits­be­zeich­nung dabei haben erwi­schen las­sen, wie sie einem Teen­ager gemä­ßigt den Kopf abge­schnit­ten haben.

Zum Glück kei­ne Extre­mi­sten.

NerdkramsPiratenpartei
Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung dank Lese­zei­chenigno­ranz

Als ich noch ein wenig jün­ger und das Web noch inter­es­sant war, galt bei Gestal­tern die­ses Webs, zu denen zeit­wei­se auch ich gehö­ren woll­te, allen FRAMEs zum Trotz die von Tim Ber­ners-Lee höchst­per­sön­lich tra­dier­te Regel, dass es kei­nen ersicht­li­chen Grund gebe, war­um coo­le URIs über­haupt geän­dert wer­den soll­ten, jedoch eini­ge gute Grün­de, die dage­gen spre­chen.

Zu die­sen Grün­den zählt, dass es durch­aus denk­bar ist, dass es Men­schen geben könn­te, die einen URI zwecks spä­te­rer Wie­der­ver­wen­dung in ihren Brow­ser­le­se­zei­chen hin­ter­legt haben. Ändert sich die­ser URI und gibt es kei­ne ser­ver­sei­ti­ge Umlei­tung der alten auf die neu­en URIs, so lau­fen die Lese­zei­chen ins Lee­re, was nicht nur unprak­tisch, son­dern zudem oft höchst uner­freu­lich ist. Mit Xan­a­du wäre das nicht pas­siert.

Nun mag man es digi­ta­len Lai­en noch ver­zei­hen, wenn sie über die Fol­gen ihres Han­delns nicht nach­den­ken, weil sie zum Bei­spiel statt Lese­zei­chen ein­fach eine Such­ma­schi­ne benut­zen und alles ab Sei­te 2 der Ergeb­nis­se – als sei­en die­se unver­än­der­lich – sie ohne­hin nicht inter­es­siert, aber sol­che Lai­en wer­den auch eini­ger­ma­ßen sel­ten als Web­ent­wick­ler ein­ge­stellt. Schwe­rer wie­gen Ver­stö­ße bei denen, die dar­um bit­ten, sich auf das Neu­land zu freu­en, und sich so als die­je­ni­gen dar­stel­len, die ver­stan­den haben wol­len, wie das Netz funk­tio­niert: Seit der letz­ten Erneue­rung der Web­site der Pira­ten­par­tei Deutsch­land sind wie­der ein­mal man­che alte Ver­wei­se auf Besu­cher­sei­te aus SEO-Grün­den kaputt. Muss man ja ver­ste­hen: Wenn man sei­ne Sei­ten­struk­tur aus Kos­me­tik­grün­den über den Hau­fen wirft, dann ist es wich­tig, dass zuerst ein­mal die gro­ßen Such­ma­schi­nen dar­über in Kennt­nis gesetzt wer­den, denn eine poli­ti­sche Par­tei, die sich der Trans­pa­renz ver­schrie­ben zu haben behaup­tet, soll­te zwar jeder­zeit ihre bis­he­ri­gen Aktio­nen publi­ziert haben, aber doch nicht immer an der glei­chen Stel­le. Bür­ger lang­wei­len sich, wenn sie nicht dau­ernd suchen müs­sen.

„Coo­le“ URIs wer­den nicht geän­dert? Einer der Web­site­tech­ni­ker sieht das so:

Ach, die alte Dis­kus­si­on wie­der. „Cool URLs dont chan­ge“. Jaja klar. Damals.
Wir leben aber heu­te und machen Web­sei­ten für Men­schen.

Denn anders als Com­pu­ter wol­len Men­schen gar nicht, dass ihre Lese­zei­chen mor­gen noch funk­tio­nie­ren. Bemer­kens­wert ist aller­dings, dass ähn­lich alte Ver­wei­se auf das berüch­tig­te Pira­ten­par­tei-Wiki sich, Dis­kus­si­ons­al­ter hin oder her, bis heu­te einer bemer­kens­wer­ten Leben­dig­keit erfreu­en.

Wer war noch mal die Ziel­grup­pe der Pira­ten­par­tei?

Netzfundstücke
Hen­g­ameh Yag­hoo­bi­fa­rah abschaf­fen!

Unter dem Namen „NO HATE SPEECH“ betreibt eine inter­na­tio­na­le „Bewe­gung“ in Deutsch­land eine gera­de­zu schmerz­haft bun­te (gibt es eigent­lich „visu­el­le Hass­re­de“?) Web­site, auf der „für gegen“ (ebd.) unfreund­li­che sozia­le Inter­ak­ti­on im Netz kam­pa­gniert wird. Es gibt zudem einen zuge­hö­ri­gen Twit­ter­ac­count, der unter ande­rem mit sol­chen Weis­hei­ten Bytes ver­schwen­det und so (mit­tels der Neben­wir­kun­gen des EDV-„Zeitalters“) Bäu­me tötet:

Wir den­ken, dass #Hate­Speech sich vor allem gegen bereits gesell­schaft­lich Benach­tei­lig­te rich­tet.

„Wir“, das tap­fer anony­me Häuf­lein, zu des­sen „Unter­stüt­zern“ laut Web­site auch die SPD-Noch-Mini­ste­rin Kata­ri­na Bar­ley gehört, brach­ten damit zum Aus­druck, dass eine „Hass­re­de“ nur gegen die­je­ni­gen eine „Hass­re­de“ sein kann, die vom System schlech­ter behan­delt wer­den als ande­re Men­schen. Der zitier­te Tweet war eine Ant­wort auf die Anfra­ge eines ande­ren Twit­ter-Teil­neh­mers, ob eine Kolum­ne auf „taz.de“, der Hass­web­site, auf der 2011 auch Deniz Yücel (zur­zeit in etwas Bes­se­rem als Deutsch­land wohn­haft) die bemer­kens­wer­te Ver­mu­tung, etwas Bes­se­res als Deutsch­land fin­de sich alle­mal, auf­ge­stellt hat, nicht womög­lich die not­wen­di­gen Kri­te­ri­en für „Hass­re­de“ erfül­le.

Die inkri­mi­nier­te Kolum­ne unter dem bescheu­er­ten Namen „Habi­bi­tus“ – frü­her hat­te ein „habi­bi“ ja noch etwas mit Freun­den und nicht viel mit Men­schen­hass zu tun – stammt von der in Kiel gebo­re­nen und natür­lich in Ber­lin leben­den, somit ziem­lich deut­schen und laut gän­gi­ger Defi­ni­ti­on gesell­schaft­lich bevor­teil­ten frei­en Autorin Hen­g­ameh Yag­hoo­bi­fa­rah, die ihren gera­de­zu ein­la­dend selbst­ver­leug­nend als „Deut­sche, schafft Euch ab!“ über­schrie­be­nen Text mit einem Absatz ein­lei­tet, der zum Glück weit davon ent­fernt ist, irgend­ei­ne „Hass­re­de“ dar­zu­stel­len, und in dem sie einen kon­kur­rie­ren­den Tex­te­schrei­ber erst mal so rich­tig durch­be­lei­digt:

Dass Sar­ra­zin ein rech­ter Lauch ist, der ger­ne viel Schei­ße labert, wenn der Tag lang genug ist, wis­sen wir bereits.

Mit Gemü­se scheint es Frau Yag­hoo­bi­fa­rah all­ge­mein sehr libe­ral zu hal­ten, denn in ihrer kottrie­fen­den Schmäh­schrift nennt sie ihre Lands­leu­te fast durch­ge­hend inkon­se­quent „Kar­tof­feln“, ein Gemü­se, das ursprüng­lich aus der Gegend um Peru stammt. Wer damit rech­net, dass sich das Niveau noch ein­mal ver­bes­sern wür­de, der unter­schätzt den ras­si­schen Hass, den das urdeut­sche Fall­obst mit dem däm­li­chen Namen („Hen­g­ameh“) in sich trägt:

Der deut­sche Hass auf Muslim_innen und die Para­noia vor einer (…) Isla­mi­sie­rung der deut­schen (wort­wört­lich) Drecks­kul­tur hält Kar­tof­feln davon ab, ein schö­ne­res Leben zu füh­ren.

Nun kann man es sich natür­lich leicht machen und „den Deut­schen“ vor­wer­fen, „die Mos­lems“ mit­samt ihrer „(wort­wört­lich) Drecks­kul­tur“ (ebd.) alle­samt und ohne jede Nuan­cie­rung „zu has­sen“, um sich hin­ter­her dar­über zu ärgern, dass man für die­ses niveau­lo­se Gerot­ze kei­nen Zuspruch sei­tens der Berotz­ten („ran­dom Almans“) bekommt, aber schlau ist man dann natür­lich nicht unbe­dingt. Ich zum Bei­spiel war bis zum Lesen die­ses faschi­sto­iden Mülls nicht ein­mal auf die Idee gekom­men, dass ich die Autorin viel­leicht „has­sen“ könn­te, jetzt hin­ge­gen habe ich das drin­gen­de Bedürf­nis, irgend­wann ein­mal ihr Grab, wo immer es der­einst lie­gen wird, zu besu­chen und ihm mit gera­de­zu ent­wei­hen­dem Gesichts­aus­druck bei­de Mit­tel­fin­ger zuzu­wen­den, wofür ihre Reli­gi­on, sofern sie mit „Muslim_innen“ auch sich selbst meint, nicht ein­mal irgend­et­was kann. Schei­ße sein kann man auch und gera­de kon­fes­si­ons­über­grei­fend.

Wor­auf die geschmack­lo­se Kolum­ni­stin eigent­lich hin­aus will, lässt sie zwi­schen diver­sen Kom­ma­feh­lern und Eigen­to­ren („[w]eder aus den Feh­lern ande­rer, noch aus ihren eige­nen kön­nen und wol­len sie ler­nen“, sic!) zumin­dest schwach durch­schei­nen: Die Deut­schen wol­len nicht, dass jede Reli­gi­on ihre eige­nen Fei­er­ta­ge bekommt, sonst wäre der Kalen­der ziem­lich grau.

Lie­ber einen Tag mehr arbei­ten als ein mus­li­mi­scher Fei­er­tag im Kalen­der.

Ich als jemand, der auch noch nie außer­halb eines Urlaubs anders­wo als in Deutsch­land gewohnt hat, ver­ste­he das Pro­blem nicht: Ich möch­te gar kei­ne reli­giö­sen Fei­er­ta­ge in mei­nem Kalen­der haben, Reli­gi­on zeich­net sich näm­lich in jedem mir bekann­ten Fall durch einen Schwund an Ratio aus und neigt histo­risch eher nicht zu unter­stüt­zens­wer­ten Errun­gen­schaf­ten. Wahr­schein­lich ist die­ser Fall in der Kar­tof­fellogik im Quatsch­kopf von Frau Yag­hoo­bi­fa­rah aber schlicht nicht vor­ge­se­hen: Wer aus Deutsch­land kommt, der muss Weih­nach­ten und den ande­ren pseu­do­re­li­giö­sen Kalen­der­stuss für wich­tig hal­ten, weil Chri­sten­tum und so wei­ter und so fort. Im Umkehr­schluss bedeu­te­te das frei­lich, dass sie selbst als aus Deutsch­land Kom­men­de das Chri­sten­tum als die ein­zig rich­ti­ge Reli­gi­on aner­ken­nen soll­te, was aller­dings kei­nes­wegs erfolgt zu sein scheint. Merk­wür­dig!

Der erbärm­li­che Schwach­sinn streift dabei immer­hin noch die rhe­to­ri­sche Fra­ge, was denn eigent­lich „deutsch“ sei:

In ihren lieb­sten grie­chi­schen Restau­rants oder Döner-Buden modi­fi­zie­ren die Köch_innen ihre ori­gi­na­len Gewürz­pa­let­ten auf die deut­schen Geschmäcker hin, damit es den Kar­tof­feln schmeckt. Aber wehe, jemand wagt es, deut­sche Gewohn­hei­ten und Tra­di­tio­nen in Fra­ge zu stel­len.

Auf die Idee, dass „die Deut­schen“, wenn sie „grie­chisch“ oder „tür­kisch“ essen möch­ten, womög­lich zu einem bedeu­ten­den Teil gar kein Inter­es­se dar­an haben, dort ohne geson­der­te Kenn­zeich­nung etwas vor­ge­setzt zu bekom­men, was „auf die deut­schen Geschmäcker hin“ ange­passt wur­de, was auch immer ein „deut­scher Geschmack“ jetzt genau sein soll, kommt sie natür­lich nicht, denn ras­si­sti­sche Vor­ur­tei­le sind ohne Ver­stand viel leich­ter zu hal­ten.

Aus fal­schen Annah­men kann man sicher­lich auch irgend­wel­che Schlüs­se zie­hen, die Autorin jeden­falls die­sen:

Sar­ra­zin hat auf 464 Sei­ten Ver­ant­wort­li­che für die Abschaf­fung Deutsch­lands gesucht, aber die größ­te Pro­blem­kin­der­grup­pe ver­ges­sen: die Deut­schen selbst. Sie schaf­fen sich sel­ber ab. Ich hof­fe, sie beei­len sich.

Wo bleibt das ver­damm­te Ver­lags­ster­ben?

In den Nachrichten
Das Kapi­tal des Über­wa­chungs­staats ist die kur­ze Auf­merk­sam­keits­span­ne sei­ner Bewoh­ner.

„hei­se online“ berich­tet:

Über­wa­chungs­ka­me­ras, die Gesich­ter erken­nen – das sorg­te bei Daten­schüt­zern für Sor­gen­fal­ten. Nun sind knapp drei Mona­te ver­stri­chen. Von Wider­stand ist nicht mehr viel zu bemer­ken.

Denn wich­tig ist nur, was Schlag­zei­le ist. Nach drei Mona­ten ist eine anhal­ten­de Ver­dich­tung der Pas­san­ten­pro­fi­lie­rung kei­ne Neu­ig­keit mehr, jeder hat sich auf­ge­regt, nun ist Ach­sel­zucken dran. Pah, Über­wa­chung – wen inter­es­siert das noch? Ist doch eh zu spät. Nichts zu ver­ber­gen, nichts zu befürch­ten.

Die Maschi­ne läuft noch.

Netzfundstücke
„Scha­de.“

Es bedau­ert Chan-jo Jun, „Rechts­an­walt“, auf Twit­ter bei zumin­dest man­chem Zuspruch:

Der CCC ist gemein­sam mit der AfD gegen das #Netzdg. Scha­de.

Denn ein auf­rech­ter anti­fa­schi­sti­scher Demo­krat weiß: nur, was der AfD zuwi­der ist, kann gut sein. Die­sem rüpel­haf­ten Com­pu­ter­club muss Ein­halt gebo­ten wer­den. Anfän­ge. Weh­ren. Wis­sen­schon.

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
White Moth Black But­ter­fly – Tem­pest

Ich bin zu Eul für den Quatsch.Es ist Mon­tag und genau so fühlt man sich auch. Zu alt für den Quatsch ist man jedes Jahr ein biss­chen frü­her (bzw. spä­ter) und kann es, dem Hedo­nis­mus geschul­det, dann doch nicht las­sen. Leben ist, wo Men­schen und Pan­da­bä­ren sind, viel­leicht ist Leben auch des­halb so uner­freu­lich. Das alles war schon mal ein­fa­cher.

Ein­fa­cher hat­te es auch der Femi­nis­mus schon ein­mal (All­er­gi­ker­war­nung: kon­ser­va­ti­ve Quel­le): „Wir sind eine emp­find­li­che Gesell­schaft gewor­den, in der jeder sei­ne per­sön­li­chen Befind­lich­kei­ten als Anlass für die Not­wen­dig­keit gro­ßer gesell­schaft­li­cher Debat­ten nimmt.“ Ich zum Bei­spiel habe gera­de Hun­ger und die Regie­rung tut nichts dage­gen. Sie ist frei­lich auch aus­rei­chend beschäf­tigt, sie muss das Dark­net miss­ver­ste­hen: Ist es das neue Inter­net oder hat der Autor nur ein­fach das Inter­net kon­zep­tio­nell nicht ver­stan­den? Fra­gen über Fra­gen.

Das Inter­net ist ohne­hin ein gefähr­li­cher Ort. Über eine über­schätz­te Lücke im WPA2-Stan­dard wur­de so viel geschrie­ben, aber so wenig ver­stan­den; als wäre WLAN jemals die groß­ar­tig­ste Ver­bin­dungs­art bei der Fern­kon­to­füh­rung gewe­sen! „Irgend­was an mei­nem Inter­net ist kaputt“ ist ande­rer­seits genau die­je­ni­ge Schlag­zei­le, mit der fach­frem­de „Jour­na­li­sten“ dank fach­frem­den Publi­kums ihr Gehalt ver­bes­sern kön­nen. „Rus­si­sche Hacker“, im Zwei­fels­fall. Dass eine Sicher­heits­lücke heut­zu­ta­ge immer Logo und Web­site haben muss, um ernst genom­men zu wer­den, kommt die­sem Spiel natür­lich gele­gen. Viel­leicht wäre es im All­ge­mei­nen gut, wür­den sol­che Sicher­heits­the­men künf­tig wie­der nur noch in lang­wei­li­gen tech­ni­schen Tex­ten behan­delt, denn dann wür­den die­je­ni­gen, denen für so was ohne­hin Inter­es­se und Ahnung abkömm­lich sind und die belo­go­te Web­sei­ten wie jene nur aus Sen­sa­ti­ons­lust über­haupt besu­chen, uns in Ruhe arbei­ten las­sen.

Apro­pos Arbeit: Arbeit bei Face­book gefun­den? Kün­di­gen! Die freie Zeit kann man ja dann anders fül­len – zum Bei­spiel mit Musik.

White Moth Black But­ter­fly – Tem­pest (from Ato­ne)

Guten Mor­gen.