Netzfundstücke
Hengameh Yaghoobifarah abschaffen!

Unter dem Namen „NO HATE SPEECH“ betreibt eine inter­na­tio­na­le „Bewegung“ in Deutschland eine gera­de­zu schmerz­haft bun­te (gibt es eigent­lich „visu­el­le Hassrede“?) Website, auf der „für gegen“ (ebd.) unfreund­li­che sozia­le Interaktion im Netz kam­pa­gniert wird. Es gibt zudem einen zuge­hö­ri­gen Twitteraccount, der unter ande­rem mit sol­chen Weisheiten Bytes ver­schwen­det und so (mit­tels der Nebenwirkungen des EDV-„Zeitalters“) Bäume tötet:

Wir den­ken, dass #HateSpeech sich vor allem gegen bereits gesell­schaft­lich Benachteiligte richtet.

„Wir“, das tap­fer anony­me Häuflein, zu des­sen „Unterstützern“ laut Website auch die SPD-Noch-Ministerin Katarina Barley gehört, brach­ten damit zum Ausdruck, dass eine „Hassrede“ nur gegen die­je­ni­gen eine „Hassrede“ sein kann, die vom System schlech­ter behan­delt wer­den als ande­re Menschen. Der zitier­te Tweet war eine Antwort auf die Anfrage eines ande­ren Twitter-Teilnehmers, ob eine Kolumne auf „taz.de“, der Hasswebsite, auf der 2011 auch Deniz Yücel (zur­zeit in etwas Besserem als Deutschland wohn­haft) die bemer­kens­wer­te Vermutung, etwas Besseres als Deutschland fin­de sich alle­mal, auf­ge­stellt hat, nicht womög­lich die not­wen­di­gen Kriterien für „Hassrede“ erfülle.

Die inkri­mi­nier­te Kolumne unter dem bescheu­er­ten Namen „Habibitus“ - frü­her hat­te ein „habi­bi“ ja noch etwas mit Freunden und nicht viel mit Menschenhass zu tun - stammt von der in Kiel gebo­re­nen und natür­lich in Berlin leben­den, somit ziem­lich deut­schen und laut gän­gi­ger Definition gesell­schaft­lich bevor­teil­ten frei­en Autorin Hengameh Yaghoobifarah, die ihren gera­de­zu ein­la­dend selbst­ver­leug­nend als „Deutsche, schafft Euch ab!“ über­schrie­be­nen Text mit einem Absatz ein­lei­tet, der zum Glück weit davon ent­fernt ist, irgend­ei­ne „Hassrede“ dar­zu­stel­len, und in dem sie einen kon­kur­rie­ren­den Texteschreiber erst mal so rich­tig durchbeleidigt:

Dass Sarrazin ein rech­ter Lauch ist, der ger­ne viel Scheiße labert, wenn der Tag lang genug ist, wis­sen wir bereits.

Mit Gemüse scheint es Frau Yaghoobifarah all­ge­mein sehr libe­ral zu hal­ten, denn in ihrer kott­rie­fen­den Schmähschrift nennt sie ihre Landsleute fast durch­ge­hend inkon­se­quent „Kartoffeln“, ein Gemüse, das ursprüng­lich aus der Gegend um Peru stammt. Wer damit rech­net, dass sich das Niveau noch ein­mal ver­bes­sern wür­de, der unter­schätzt den ras­si­schen Hass, den das urdeut­sche Fallobst mit dem däm­li­chen Namen („Hengameh“) in sich trägt:

Der deut­sche Hass auf Muslim_innen und die Paranoia vor einer (…) Islamisierung der deut­schen (wort­wört­lich) Dreckskultur hält Kartoffeln davon ab, ein schö­ne­res Leben zu führen.

Nun kann man es sich natür­lich leicht machen und „den Deutschen“ vor­wer­fen, „die Moslems“ mit­samt ihrer „(wort­wört­lich) Dreckskultur“ (ebd.) alle­samt und ohne jede Nuancierung „zu has­sen“, um sich hin­ter­her dar­über zu ärgern, dass man für die­ses niveau­lo­se Gerotze kei­nen Zuspruch sei­tens der Berotzten („ran­dom Almans“) bekommt, aber schlau ist man dann natür­lich nicht unbe­dingt. Ich zum Beispiel war bis zum Lesen die­ses faschi­sto­iden Mülls nicht ein­mal auf die Idee gekom­men, dass ich die Autorin viel­leicht „has­sen“ könn­te, jetzt hin­ge­gen habe ich das drin­gen­de Bedürfnis, irgend­wann ein­mal ihr Grab, wo immer es der­einst lie­gen wird, zu besu­chen und ihm mit gera­de­zu ent­wei­hen­dem Gesichtsausdruck bei­de Mittelfinger zuzu­wen­den, wofür ihre Religion, sofern sie mit „Muslim_innen“ auch sich selbst meint, nicht ein­mal irgend­et­was kann. Scheiße sein kann man auch und gera­de konfessionsübergreifend.

Worauf die geschmack­lo­se Kolumnistin eigent­lich hin­aus will, lässt sie zwi­schen diver­sen Kommafehlern und Eigentoren („[w]eder aus den Fehlern ande­rer, noch aus ihren eige­nen kön­nen und wol­len sie ler­nen“, sic!) zumin­dest schwach durch­schei­nen: Die Deutschen wol­len nicht, dass jede Religion ihre eige­nen Feiertage bekommt, sonst wäre der Kalender ziem­lich grau.

Lieber einen Tag mehr arbei­ten als ein mus­li­mi­scher Feiertag im Kalender.

Ich als jemand, der auch noch nie außer­halb eines Urlaubs anders­wo als in Deutschland gewohnt hat, ver­ste­he das Problem nicht: Ich möch­te gar kei­ne reli­giö­sen Feiertage in mei­nem Kalender haben, Religion zeich­net sich näm­lich in jedem mir bekann­ten Fall durch einen Schwund an Ratio aus und neigt histo­risch eher nicht zu unter­stüt­zens­wer­ten Errungenschaften. Wahrscheinlich ist die­ser Fall in der Kartoffellogik im Quatschkopf von Frau Yaghoobifarah aber schlicht nicht vor­ge­se­hen: Wer aus Deutschland kommt, der muss Weihnachten und den ande­ren pseu­do­re­li­giö­sen Kalenderstuss für wich­tig hal­ten, weil Christentum und so wei­ter und so fort. Im Umkehrschluss bedeu­te­te das frei­lich, dass sie selbst als aus Deutschland Kommende das Christentum als die ein­zig rich­ti­ge Religion aner­ken­nen soll­te, was aller­dings kei­nes­wegs erfolgt zu sein scheint. Merkwürdig!

Der erbärm­li­che Schwachsinn streift dabei immer­hin noch die rhe­to­ri­sche Frage, was denn eigent­lich „deutsch“ sei:

In ihren lieb­sten grie­chi­schen Restaurants oder Döner-Buden modi­fi­zie­ren die Köch_innen ihre ori­gi­na­len Gewürzpaletten auf die deut­schen Geschmäcker hin, damit es den Kartoffeln schmeckt. Aber wehe, jemand wagt es, deut­sche Gewohnheiten und Traditionen in Frage zu stellen.

Auf die Idee, dass „die Deutschen“, wenn sie „grie­chisch“ oder „tür­kisch“ essen möch­ten, womög­lich zu einem bedeu­ten­den Teil gar kein Interesse dar­an haben, dort ohne geson­der­te Kennzeichnung etwas vor­ge­setzt zu bekom­men, was „auf die deut­schen Geschmäcker hin“ ange­passt wur­de, was auch immer ein „deut­scher Geschmack“ jetzt genau sein soll, kommt sie natür­lich nicht, denn ras­si­sti­sche Vorurteile sind ohne Verstand viel leich­ter zu halten.

Aus fal­schen Annahmen kann man sicher­lich auch irgend­wel­che Schlüsse zie­hen, die Autorin jeden­falls diesen:

Sarrazin hat auf 464 Seiten Verantwortliche für die Abschaffung Deutschlands gesucht, aber die größ­te Problemkindergruppe ver­ges­sen: die Deutschen selbst. Sie schaf­fen sich sel­ber ab. Ich hof­fe, sie beei­len sich.

Wo bleibt das ver­damm­te Verlagssterben?

Senfecke:

  1. Ach ja, die komi­sche H(atnenblödennamen) … die hat sich ja auch schon zum Thema Fat Acceptance nicht mit Ruhm bekleckert - also immer­hin kon­se­quent (merk­wür­dig). #auf­schrei

  2. Ich hab mal aus rei­nem Gruselinteresse über die schmerz­haft bun­te Seite gescrollt. Beim Drüberfliegen traf ich in kür­ze­ster Scrollstrecke (in die­ser Reihenfolge) auf: Katharina Barley,
    Renate Künast, Manuela Schwesig. Kurz drauf noch­was mit „Innocence in Danger“, was Erinnerungen an die von der Leyen und den ersten Anlauf zur Internetzensur (Stoppschilder) wach­ruft. Danke, das genügt. An die­sem Punkt ist das Maß voll, die Seite und Initiative dis­qua­li­fi­ziert und die inter­es­sier­te Seitenbegehung been­det. Merken die sowas nicht? Daß sol­che Gestalten schon allei­ne auf­grund ihres bis­he­ri­gen poli­ti­schen Oeuvres das Gegenteil einer Reputation dar­stel­len? Eine selbst­re­fe­ren­ti­el­le Gruppe sich selbst für wich­tig, kom­pe­tent und ange­se­hen erach­ten­de Blender. Wen wol­len die damit posi­tiv beein­drucken? Deren Selbsteinschätzung ist echt surreal.

    • Nachtrag: Im wei­te­ren Verlauf trifft man bei den „Unterstützern“ noch auf Chan-jo Jun, den man kurz zuvor auch schon ken­nen­ler­nen durfte:

      https://tuxproject.de/blog/2017/10/schade/

      Alles klar, da war die Assoziation mit der von der Leyen und ihrer ersten Internetzensur genau rich­tig. Paßt alles wie Arsch auf Eimer. Eine Pressure-Group für Zensur.

      • Wirklich erstaun­lich, dass die SPD so viel Zuspruch ver­liert. Und mei­nen Respekt: so lan­ge habe ich es auf der Website gar nicht ausgehalten.

  3. Auf die Idee, dass „die Deutschen“, wenn sie „grie­chisch“ oder „tür­kisch“ essen möch­ten, womög­lich zu einem bedeu­ten­den Teil gar kein Interesse dar­an haben, dort ohne geson­der­te Kennzeichnung etwas vor­ge­setzt zu bekom­men, was „auf die deut­schen Geschmäcker hin“ ange­passt wurde […]

    Da hast du Recht. Als jemand, der schon in China, Malaysia, den Philippinen und Vietnam war emp­fin­de ich es häu­fig als Frechheit was man beim hie­si­gen Asiaten vor­ge­setzt bekommt… Die soll­ten sich dann eher Asia-Fritz nen­nen, mit Authentizität hat das nichts mehr zu tun.

    • „Fritz á la Asia“ wäre eigent­lich noch authen­ti­scher. Das ist ja so eine klas­si­sche Formulierung für „weit weg vom Original“.

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