Überwachungskameras, die Gesichter erkennen – das sorgte bei Datenschützern für Sorgenfalten. Nun sind knapp drei Monate verstrichen. Von Widerstand ist nicht mehr viel zu bemerken.
Denn wichtig ist nur, was Schlagzeile ist. Nach drei Monaten ist eine anhaltende Verdichtung der Passantenprofilierung keine Neuigkeit mehr, jeder hat sich aufgeregt, nun ist Achselzucken dran. Pah, Überwachung — wen interessiert das noch? Ist doch eh zu spät. Nichts zu verbergen, nichts zu befürchten.
Die Maschine läuft noch.

“Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter — Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
-Jean-Claude Juncker