MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Onsé­gen Ensem­ble – Awalaï

Onségen Ensemble - AwalaïLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

In der Zeuhl­welt gibt es außer den unver­min­dert groß­ar­ti­gen Mag­ma ja eine ver­gleichs­wei­se klei­ne Aus­wahl an Musik­grup­pen, die sich dar­an ver­su­chen, die­sem doch recht ein­ma­li­gen Stil eine eige­ne Note hin­zu­zu­fü­gen. Oft stam­men die­se weni­gen Grup­pen aus Frank­reich oder Japan. Auch, aber nicht nur des­halb, ist das Onsé­gen Ensem­ble erwäh­nens­wert, denn es ist in Finn­land zu Hau­se.

Dort nahm es nach lan­ger Zeit des War­tens sein Voll­zeit-Debüt­al­bum „Awalaï“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) auf, das Anfang Janu­ar 2016 schließ­lich ver­öf­fent­licht wur­de und schon nament­lich ahnen lässt, wohin es ehen soll. Wie vie­le Musi­ker betei­ligt waren, ließ sich nicht ein­fach her­aus­fin­den, aber die­ses Ensem­ble ist auch in unkla­rer Grö­ße erfreu­lich.

Die eige­ne Note ist hier aber domi­nant, was man nicht nur an den fin­ni­schen Titeln der ersten bei­den Stücken, son­dern auch in der Dar­bie­tung erken­nen kann. „Awalaï“ ist ein Album mit jazz­ge­tränk­tem Spa­ce­rock, der von einem zeuh­les­quen Frau­en­chor beglei­tet wird. Gele­gent­lich („Sol­ei“) schafft der Zeuhl es zu etwas mehr Stär­ke, in ande­ren Momen­ten („Hot­toizzoH“) klin­gen aber auch mal Rush – eine die­ser Grup­pen, um die es scha­de ist – an.

Kann man hören.

MusikIn den Nachrichten
Vinyl 3 (6): 31 Sekun­den gegen Ent­eig­nung

In mei­nen wie­der­keh­ren­den Musik­rück­schau­en wei­se ich regel­mä­ßig dar­auf hin, dass die von mir vor­ge­stell­ten Musikal­ben zumeist auch auf Amazon.de test­zu­hö­ren sind, wo die Län­ge der Hör­pro­ben – ich nen­ne sie gele­gent­lich begründ­bar „Schnip­sel“ – auf etwa 30 Sekun­den begrenzt ist. Dass die­se 30 Sekun­den für einen ver­nünf­ti­gen Ein­druck kaum rei­chen, sofern das Stück nicht gera­de selbst nur weni­ge Sekun­den lang ist, hal­te ich sel­ten für aus­rei­chend erwäh­nens­wert. Letzt­end­lich ver­bin­de ich mit mei­nen Emp­feh­lun­gen ja nai­ver­wei­se auch immer die Ver­mu­tung, dass, wer Musik mag, sich ohne­hin den rich­ti­gen Ton­trä­ger zule­gen wird.

Zu Unrecht?

Pop­mu­sik war schon immer ein eige­ner Kos­mos im ste­ti­gen Wan­del. Wel­chen Ein­fluss hat die fort­schrei­ten­de Digi­ta­li­sie­rung dar­auf? Nicht nur die Wei­se, wie wir Pop hören, son­dern auch die Art, ihn zu pro­du­zie­ren, ändert sich. (…) Ein Song muss sofort ins Ohr gehen, damit er nicht weg­ge­klickt, son­dern län­ger gestreamt wird. So braucht es 31 Sekun­den Ver­weil­dau­er bei einem Track auf Spo­ti­fy, damit über­haupt Geld an den Künst­ler fließt.

Dass Strea­ming fak­tisch wegen der gerin­gen Umsatz­be­tei­li­gung pro „Stream“ den Musi­kern, wegen sei­nes Kon­zepts als jeder­zeit abschalt­ba­re Leih­au­dio­thek auch den Musik­hö­rern scha­det, ist ein von mir inzwi­schen ermü­dend oft wie­der­hol­ter Umstand. Ich habe den­noch den Ein­druck, dass nur eine fort­wäh­ren­de Wie­der­ho­lung die­ses Ein­wands irgend­wann ein­mal zu etwas mehr Beden­ken füh­ren wird. Der Mensch neigt zur Träg­heit.

Schlim­mer noch: Nicht nur wer­den Künst­ler arm und Kon­su­men­ten besitz­los gehal­ten, auch der ideel­le Wert der Musik wird wei­ter­hin aus der Betriebs­wirt­schaft her­aus­ge­hal­ten.

Micha­el Krau­se, Mana­ging Direc­tor bei Spo­ti­fy für Zen­tral­eu­ro­pa, (…) befür­wor­tet jedoch Play­li­sten mit „funk­tio­na­ler Musik, kura­tiert von unse­rer Redak­ti­on“.

Wenn die­se blut­leer gewor­de­ne Welt eines nicht unbe­dingt braucht, dann ist es eine Gene­ra­ti­on von Men­schen, für die Lei­den­schaft und Musik in zwei völ­lig ver­schie­de­ne Kate­go­rien gehö­ren, die mit­ein­an­der allen­falls Berüh­rungs­punk­te haben. Wie trau­rig wäre es, wäre die Musik der Zukunft von nicht mehr als Algo­rith­men geschrie­ben und auf­ge­führt! Wie arm wäre eine Gesell­schaft, in der der letz­te Wert der Musik ihr Preis­schild ist! – Ich ver­schan­ze mich hin­ter einer Bar­ri­ka­de aus Schall­plat­ten und CDs. Die letz­te Schlacht gewin­nen wir.

Wer macht mit?

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Gewalt hat eine Kul­tur: Der Euro­pa­rat leb­te lie­ber män­ner­arm.

2013 initi­ier­te der Euro­pa­rat, eine inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on aus offen­sicht­lich zu vie­len Staa­ten, das „No Hate Speech Move­ment Deutsch­land“. Dies ist eine in der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia vol­ler blö­der Stern­chen und mit einem Über­maß an Leer­zei­chen als „Jugend­be­we­gung“ beschimpf­te Orga­ni­sa­ti­on, deren Ziel es sei, von „Hass­re­de“ Betrof­fe­ne zu empowern. Tsch­ak­ka!

Anläss­lich des Zuto­de­kom­mens eines Acht­jäh­ri­gen in Frank­furt, den ein, wie man liest, gut inte­grier­ter Schwei­zer Eri­tre­er mit­hil­fe eines Zuges gemeu­chelt hat, haben die Empowe­rer ver­ständ­li­cher­wei­se viel damit zu tun, jeden, der es unbe­dingt lesen müs­se, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das gar kein Pro­blem der Her­kunft sei.

So weit, so rich­tig.

Nur der Fol­ge­schluss ist ein tran­tü­ti­ger: Nicht näm­lich sei Gewalt einer Natio­na­li­tät geschul­det, son­dern schlicht der Bio­lo­gie:

Aber Gewalt hat kei­ne Natio­na­li­tät, son­dern ein Geschlecht. #toxi­c­Mas­cu­li­ni­ty

Schä­del­ver­mes­sung war gestern, heu­te wer­den Chro­mo­so­men gezählt. Sieht man von die­ser histo­ri­schen Par­al­le­le, dass näm­lich unge­zähl­te über­le­ge­ne und eine unter­le­ge­ne Men­schen­art exi­stier­ten, nach dem Abklin­gen der plötz­lich ein­set­zen­den star­ken Kopf­schmer­zen ein­mal ab, dann muss man sich gege­be­nen­falls wie ich sehr zügeln, um nicht die offen­sicht­li­che Fra­ge zu stel­len:

Wenn Gewalt also ein Pro­blem von Män­nern und nicht ein Pro­blem von Natio­na­li­tä­ten ist, ist es dann nicht eine ziem­lich blö­de Idee, in See­not gera­te­ne Män­ner an Land zu brin­gen?

PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 31. Juli 2019

Die Fri­days-for-Future-Demon­stra­tio­nen, ange­führt von Kin­dern rei­cher Eltern, haben das mit der Sym­pa­thie­ge­win­nung beim Pöbel echt raus: Bis zu 100.000 Euro soll­te das kosten, letzt­lich zahl­te Schestag rund 77 000 Euro. Fünf Wochen spä­ter hat Jan­nik Schestag noch kei­nen Cent sei­nes Gel­des zurück­erhalten. Da spen­det man doch gern.


Dem­nächst gibt es Tro­ja­ner an jeder Milch­kan­ne: Gegen­über dem Bun­des­tag hat sich die Bun­des­re­gie­rung etwas in die Kar­ten blicken las­sen, wie 5G-Mobil­funk über­wacht wer­den soll. „Gar nicht“ steht übri­gens nicht zur Dis­kus­si­on.


Auf Twit­ter sind jetzt fast alle „Anti­fa“, berich­tet die „Deut­sche Wel­le“. Ich bin davon über­zeugt, Hit­ler schlot­tern bereits die Knie – unklar bleibt aller­dings wie gewohnt, auf wel­cher Sei­te die Twit­ter­maul­hel­den gekämpft hät­ten, wenn ihr Leben und nicht bloß ihre Herz­chen­sta­ti­stik davon betrof­fen wäre. Ich befürch­te wei­ter­hin das Schlimm­ste für den näch­sten Ver­such.


Bernd Lucke, Grün­der der damals euro- und nicht bloß migra­ti­ons­kri­ti­schen AfD und heu­te anders­wo aktiv, gedenkt sei­ne frü­he­re Stel­le als Pro­fes­sor in Ham­burg wie­der auf­zu­neh­men. Stu­den­ten („Stu­die­ren­de“) fin­den, das sei eine schlech­te Idee, denn sei­ne „bür­ger­li­che Fas­sa­de“ habe der AfD „den Weg geeb­net“. Unklar ist, wie eine Fas­sa­de zum Ebnen eines Weges bei­tra­gen kann; unklar ist über­dies, seit wann und war­um Bür­ger­lich­keit als abzu­leh­nen ange­se­hen wird und wel­che Art des Umgangs mit Bür­ger­li­chen von Ham­bur­ger Stu­den­ten („Stu­die­ren­den“) bevor­zugt wird.


In Frank­furt hat ein Schwei­zer mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund einen Acht­jäh­ri­gen mit einem Zug getö­tet. Wäh­rend der deut­sche Innen­mi­ni­ster mehr Video­über­wa­chung ver­spricht, als sei­en Kame­ras inzwi­schen in der Lage, Kin­der von Glei­sen zu zie­hen, ist das grü­ne Haus­blatt „taz“ schon ganz woan­ders: Das wesent­li­che Pro­blem sei­en „rech­te Straf­ta­ten“, wird dort fabu­liert. Da freut sich die geret­te­te Mut­ter aber: Wenig­stens hat ihren Sohn aus­nahms­wei­se kein Neo­na­zi umge­bracht!


Bei der­sel­ben „taz“ regt sich immer­hin ein Schwu­ler dar­über auf, dass ihn und sei­ne Mit­schwu­len die inzwi­schen schlag­kräf­ti­gen „Que­ers“ immer wei­ter unsicht­bar wer­den las­sen. In den „sozia­len“ Medi­en lau­tet der der­zei­ti­ge Kon­sens, er sol­le sich als alter wei­ßer Mann nicht so anstel­len, es sei halt 2019 und damit sol­le er klar­kom­men. Das muss die­ses „bunt“ sein.


Die säch­si­sche Pira­ten­par­tei hat ihr Wahl­pro­gramm für die näch­ste Land­tags­wahl ver­öf­fent­licht. Soll­te sich jemand über die Wahl­er­geb­nis­se der AfD wun­dern, so emp­feh­le ich ein­fach mal die Lek­tü­re des­sen, was ein poli­ti­sches „Gegen­an­ge­bot“ sein soll­te. Hier­für bes­ser kei­ne Geträn­ke im Mund auf­be­wah­ren.

In den Nachrichten
Frei­bad ist Krieg!

Da es anschei­nend gewalt­be­rei­te Men­schen davon abhal­ten kann, gewalt­be­reit zu sein, wenn man sie zu Beginn einer Ver­an­stal­tung, an der sie teil­zu­neh­men vor­ha­ben, nach ihrem Aus­weis fragt: Gehör­ten nicht alle Krie­ge augen­blick­lich der Ver­gan­gen­heit an, wür­den Sol­da­ten, die vor­ha­ben, die Gren­ze zu über­que­ren, eben­falls vor Beginn des Schuss­wech­sels nach ihrem Aus­weis gefragt?

In den NachrichtenMontagsmusik
Alarm Will Sound – Revo­lu­ti­on 9 (live) // Digi­ta­le Ter­ri­to­ri­en

#montagslaechelnEs ist Mon­tag. Drau­ßen ist es sehr warm, wes­halb die Bar­mer-Kran­ken­kas­se mir emp­fiehlt, mir zum Schla­fen­ge­hen ordent­lich einen von der Pal­me zu wedeln. Ich fra­ge mich gera­de, ob Pri­vat­pa­ti­en­ten da eine Hilfs­kraft gestellt krie­gen.

Auf­grund des gran­dio­sen Erfolgs der letz­ten Tage sei mir noch­mals ein kur­zer Blick in den Jour­na­lis­mus gestat­tet: Arne Sems­rott ist Schrö­din­gers Jour­na­list, ich fin­de das wit­zig. Irgend­wel­che ande­ren „Jour­na­li­sten“ haben wäh­rend­des­sen kon­zer­tier­te Spam­mails erhal­ten, und weil sie vor­her irgend­was über den rus­si­schen Geheim­dienst geschrie­ben hat­ten, war das nicht bloß Müll, son­dern ein „Hacker­an­griff“ vom „Rus­sen“. Bonus­gum­mi­punk­te gibt es dafür, dass eines der Opfer mit­teil­te, der Umstand, dass .ch-Mail­adres­sen betei­ligt waren, mache den „Hacker­an­griff“ zu einem „Ver­bre­chen auf dem digi­ta­len Ter­ri­to­ri­um der Schweiz“. Hät­te ich gewusst, dass die Staats­an­ge­hö­rig­keit so ein­fach zu wech­seln wäre, hät­te ich mei­nen E‑Mail-Adres­sen-Fun­dus längst auf­ge­stockt.

Die NATO, deren Fort­be­stehen ein gro­ßes Ärger­nis für den Welt­frie­den bedeu­tet, züch­tet bewaff­ne­te Neo­na­zi­ka­der her­an. War­um man da jetzt unbe­dingt drin sein muss, weiß ich nicht. Wahr­schein­lich hat es aber was mit dem Rus­sen zu tun. Aus des­sen ehe­ma­li­gen Ver­bün­de­ten, den SED-Grö­ßen und ‑Spit­zeln, ist ja auch was gewor­den, wenn auch nichts, was man jetzt unbe­dingt haben wol­len wür­de.

Eine Durch­sa­ge von Fefe: Wer es zulässt, dass die eige­ne Soft­ware reich an feh­ler­haf­tem Code ande­rer Leu­te ist, der trägt frag­los auch einen Teil der Schuld an ent­ste­hen­den Sicher­heits­pro­ble­men. Natür­lich hat 2019 fast jeder Desk­top­rech­ner genug RAM, um ein hal­bes Dut­zend Instan­zen irgend­wel­cher Zwei-Giga­byte-Soft­ware zu star­ten, die das abbil­den, was frü­her auf eine Dis­ket­te gepasst hät­te, nur mit mehr Far­ben. Wohl dem, der die­ser Ver­su­chung nicht ver­fällt.

Etwas Musik? Etwas Musik.

Revo­lu­ti­on 9 live by Alarm Will Sound

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Jour­na­lis­mus tötet.

Spuck­ei­mer­schrei­be­rei beim „SPIEGEL“:

Die 31-Jäh­ri­ge erzähl­te mir von ihrer Kind­heit in Ost­deutsch­land, ihren Stu­di­en in Ber­lin, Lyon, Los Ange­les und Dub­lin sowie ihrer Lie­be zur Lite­ra­tur – ins­be­son­de­re den lite­ra­ri­schen Mei­ster Hein­rich von Kleist. Und sie erklär­te, wie in der Woche zuvor das neue Zuhau­se, das sie in Irland gefun­den hat­te, von einem Arti­kel im deut­schen Maga­zin „Der Spie­gel“ auf den Kopf gestellt wor­den war.

Und:

Sie beschrieb das Gefühl, vom „Spie­gel“ in eine Ecke gedrängt wor­den zu sein[.] (…) Letz­te Woche, im Urlaub an der deut­schen Ost­see­kü­ste, rief mich Cor­ne­lia an, um mir zu sagen, dass die Poli­zei sich bei ihr gemel­det habe. Ihre Toch­ter wur­de am Vor­tag tot in ihrem Bett in Dub­lin gefun­den.

(Alle Über­set­zun­gen von mir.)

Bei all der sonst­wie begründ­ba­ren Kri­tik an einer mit Prei­sen über­schüt­te­ten, jedoch unauf­rich­tig schrei­ben­den Blog­ge­rin: Ein Dumm­kopf, wer jetzt noch nicht wütend ist.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Nip­pel gegen Rechts!

Lithi­um­ak­kus gegen Rechts waren gestern, heu­te ist man BH-los gegen Rechts:

Am kom­men­den Sams­tag sol­len Frau­en in ganz Ita­li­en einen Tag lang auf das Tra­gen eines Büsten­hal­ters ver­zich­ten. (…) Die bei­den Thea­ter-Stu­den­tin­nen wol­len nicht zulas­sen, dass die «Auf­merk­sam­keit ver­la­gert» wird, wie es in «eini­gen rechts­ge­rich­te­ten Medi­en» gesche­he. (…) Ihre Ein­la­dung an alle Frau­en, einen Tag lang kei­nen BH «bei der Arbeit, im Unter­richt oder beim Ein­kau­fen in der Stadt» zu tra­gen, sei ein «fried­li­cher Ver­such», auf den Hass hin­zu­wei­sen, den Frau­en oft im All­tag erle­ben.

Gute Nach­richt, der Rechts­po­pu­lis­mus ist so gut wie besiegt! :ja:

Und als guter Femi­nist im 21. Jahr­hun­dert steht mei­ne Auf­ga­be schon fest:

Auch ein paar Män­ner wol­len mit­ma­chen: Statt aber einen BH aus­zu­zie­hen, wol­len die männ­li­chen Teil­neh­mer einen tra­gen.

Es muss das Wet­ter sein. Es kann nur das Wet­ter sein.

Netzfundstücke
Lithi­um­ak­kus gegen Rechts!

Der Beauf­trag­te der Lan­des­re­gie­rung Baden-Würt­tem­berg gegen Anti­se­mi­tis­mus „infor­miert“:

Wenn wir den Anti­se­mi­tis­mus glo­bal und glaub­wür­dig bekämp­fen, für Demo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit ein­ste­hen wol­len, dann muss dies auch stär­ke­re Anstren­gun­gen für die Wen­de zu erneu­er­ba­ren Ener­gien und die Dekar­bo­ni­sie­rung bedeu­ten.

Wenn man nichts als einen Ham­mer hat, dann ist die Welt plötz­lich vol­ler Nägel.

In den NachrichtenWirtschaft
Das Bent­ley­pro­blem

In wel­cher Art von Gesell­schaft leben wir eigent­lich, wenn Karl Lau­ter­bach, Herr der Flie­gen und SPD-Ober­kas­per­kan­di­dat, als Reak­ti­on auf die Vor­stel­lung einer neu­en Elek­tro­au­to­stu­die von Bent­ley (im Besitz von Volks­wa­gen, das wie­der­um zu 20 Pro­zent dem Land Nie­der­sach­sen gehört, des­sen Mini­ster­prä­si­dent Ste­phan Weil, SPD, ist – dies nur zur unge­fäh­ren Rela­ti­on) zunächst ein­mal die per­sön­li­che Mei­nung aus­ge­rech­net auf Twit­ter kund­tut, dass man „als Ver­brau­cher“ die Her­stel­ler sol­cher Autos aus Kli­ma­grün­den nicht nur boy­kot­tie­ren soll­te, was der ver­blei­ben­den SPD-Wäh­ler­schaft sicher­lich ein gro­ßes Opfer abver­langt, son­dern dass über­dies „gera­de Luxus“ in Zukunft kli­ma­neu­tral zu sein habe, als stamm­ten die mensch­li­chen Ein­flüs­se auf die der­zei­ti­ge Wet­ter­ent­wick­lung vor allem von einem Über­maß an sehr teu­ren Elek­tro­au­tos?

NetzfundstückePiratenpartei
Kat­zen­po­li­zei

Mir ist nach einer klei­nen Auf­mun­te­rung zumu­te. Was macht die Pira­ten­par­tei?

wir machen schon seit Mona­ten kei­nen unüber­leg­ten Scheiß. Das macht lang­sam ein biss­chen nach­denk­lich.

Ach, hm. Dann gucken wir mal, was der Rest der Welt so macht:

Die kana­di­sche Poli­zei lässt wäh­rend einer live über­tra­ge­nen Pres­se­kon­fe­renz zu Mor­den auf der Auto­bahn den Kat­zen­fil­ter ein­ge­schal­tet.

(Blö­de über­setzt von mir.)

Wie nied­lich! :)

Ich habe nichts­de­sto­we­ni­ger ein wenig Respekt vor der Zukunft, in der die Zustän­di­gen nie­mals eine Welt ohne Insta­gram, Snap­chat und Sät­ze, in denen Emo­jis Satz­zei­chen erset­zen, ken­nen­ge­lernt haben. Dann wird es Absicht sein.

MontagsmusikIn den Nachrichten
65daysofstatic – Prisms // Schwul ist zu wenig.

Ugh!Es ist Mon­tag. Das Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um fin­det offen­bar, Men­schen­rech­te sei­en Arbeit­neh­mern eher nicht von gro­ßem Nut­zen. Ein Wochen­be­ginn berei­tet, wenn man gut infor­miert ist, doch gleich dop­pelt so viel Freu­de. Frü­her beschrieb ich an die­ser Stel­le gern eine Stim­mung mit einem Mond und einem Käuz­chen. Ich soll­te dazu zurück­keh­ren.

Da all­som­mer­lich nahe­zu über­all irgend­wel­che „CSD-Para­den“ statt­fin­den, geneh­mi­ge ich mir aus­nahms­wei­se mal wie­der einen Ver­weis auf Had­mut Danisch, der sach­dien­lich dar­auf hin­weist, dass die Unter­drückung der Schwu­len zur­zeit auch und gera­de von quee­ren „Akti­vi­sten“ aus­zu­ge­hen scheint, die ihre Sexua­li­tät zu ihrem wesent­li­chen Lebens­in­halt erklärt haben. Es ist wenig erstaun­lich, dass man davon wenig liest: Schwul zu sein und so nur auf ein ein­zi­ges – und dann noch das eige­ne! – Geschlecht zu ste­hen ist immer­hin nicht bunt. Es bie­tet sich an, die Para­den aus die­sem Blick­win­kel zu betrach­ten zu ver­su­chen und weni­ger Tole­ranz der Into­le­ranz zu gewäh­ren.

Apro­pos Into­le­ranz: Zwar flie­gen Anhän­ger und Mit­glie­der der Grü­nen mehr als ande­re Deut­sche, jedoch tut ihnen das dann auch am mei­sten leid. Am Wochen­en­de wur­de über­dies ein Jubi­lä­um began­gen: Am 20. Juli 1944 sind rechts­ra­di­ka­le Ter­ro­ri­sten bei dem Ver­such geschei­tert, den damals amtie­ren­den faschi­sti­schen Dik­ta­tor des Deut­schen Rei­ches mit­tels Zer­bom­bung durch einen faschi­sti­schen Dik­ta­tor aus den eige­nen Krei­sen zu erset­zen. In der heu­ti­gen anti­fa­schi­sti­schen Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wird die­ses Ansin­nen natür­lich anders bewer­tet als sie es erhofft hät­ten: Dabei wür­dig­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) den her­aus­ra­gen­den Mut der Wider­stands­kämp­fer, das wünscht man nie­man­dem!

Falsch gehör­te Lied­tex­te, las ich auf einer selt­sa­men Web­site, sei­en bes­ser als die tat­säch­li­chen Tex­te. Ich bin wenig über­rascht, höre aber trotz­dem heu­te aus aktu­el­lem Anlass lie­ber was ohne blö­den Text.

65DAYSOFSTATIC – Prisms (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Dar­win hört Musik

In Wien ist der Rechts­staat noch in Ord­nung:

Gegen 9.30 Uhr war eine 30-Jäh­ri­ge in der Ilse-Arlt-Stra­ße unter­wegs, als ein selbst­fah­ren­der Bus der Wie­ner Lini­en gera­de auf Höhe der Haus­num­mer 22 fuhr. Die Frau hat­te Kopf­hö­rer in den Ohren und schau­te auf ihr Han­dy. Als sie die Stra­ße betrat, wur­de sie seit­lich von dem Fahr­zeug erfasst.

Ande­re öster­rei­chi­sche Medi­en spre­chen übri­gens von einer 29-Jäh­ri­gen, bekannt­lich wer­den Frau­en aller­dings auch nie­mals 30 Jah­re alt. Es hand­le sich, teilt eine Anwoh­ne­rin mit, nicht um den ersten Unfall mit einem mensch­li­chen Ver­kehrs­hin­der­nis:

„Damals ist ein Bur­sche mit Kopf­hö­rern in den Ohren vor dem Bus gewe­sen. Der Bus hat wie wild gebim­melt, der Bur­sche hat aber kei­ner­lei Anstal­ten gemacht, weg­zu­ge­hen. Im End­ef­fekt hat der Bus eine Voll­brem­sung hin­ge­legt.“

Selbst­ver­ständ­lich wur­den auch in die­sem Fall die rich­ti­gen Maß­nah­men ergrif­fen, um die rück­sichts­lo­se Fuß­gän­ge­rin nach­drück­lich an wei­te­rer Gefähr­dung von Men­schen­le­ben zu hin­dern: Natür­lich wur­de eine har­te Stra­fe ver­hängt. Über sie etwa? – Nein, wie­so auch?

Als Reak­ti­on auf den Unfall müs­sen die Wie­ner Bus­se erst ein­mal in der Gara­ge blei­ben.

Wie lan­ge es wohl dau­ern wird, bis ein Ver­kehrs­schild zur Kenn­zeich­nung von Smart­phone­stra­ßen ein­ge­führt wird?