Nerdkrams
Undurch­dach­te Instal­la­ti­ons­pro­gram­me, Teil 2

Micro­soft (Fa.)!

Es ist ja nett, dass eure Instal­la­tio­nen in den letz­ten Jah­ren deut­lich aus­sa­ge­freund­li­cher gewor­den sind; aber …

… wenn „alle benö­tig­ten Infor­ma­tio­nen“, wel­che immer dies sein mögen, erfolg­reich vor­lie­gen, ist es für den Anwen­der doch eher unvor­teil­haft, wenn der näch­ste Schritt damit beginnt, dass erst ein­mal „zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen“ gesam­melt wer­den müs­sen, was auch nicht eben eine Sache von weni­gen Sekun­den ist.

Zurück ans Reiß­brett bit­te.

PersönlichesPolitikIn den NachrichtenNerdkrams
Resi­gna­ti­on gro­tesk

Gege­ben sei ein nicht­de­ter­mi­ni­sti­scher end­li­cher Auto­mat:

Hab ich sel­ber mir aus­ge­dacht.
– Max Goldt: Dei­ne Rei­me sind Schwei­ne


Welt.de berich­tet übri­gens bezüg­lich des Nicht­krie­ges in Afgha­ni­stan:

Mer­kel nimmt an Trau­er­fei­er für Gefal­le­ne teil

Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) wird an der Trau­er­fei­er für die drei am Kar­frei­tag in Kun­dus getö­te­ten Sol­da­ten der Bun­des­wehr teil­neh­men.

Kennt eigent­lich, abge­se­hen von Welt.de, irgend­je­mand den Unter­schied zwi­schen „fal­len“ und „ster­ben“?
Bit­te erst selbst über­le­gen, bevor zum Bei­spiel hier die Lösung erforscht wird.

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt XV: Wenn Löschen tech­nisch „nicht mög­lich“ ist.

Web­sei­ten­sper­ren, so heißt es immer wie­der, sol­len „nur dann“ im „Kampf gegen Kin­der­por­no­gra­fie“ ver­wen­det wer­den, wenn ein Löschen nicht ohne grö­ße­ren Auf­wand umzu­set­zen wäre, wie auch immer man die­sen Auf­wand defi­niert.

Nun hat sich ein däni­scher Zugangs­an­bie­ter ein­mal ana­ly­tisch mit der ihm auf­ge­tra­ge­nen Sperr­li­ste befasst und das Ergeb­nis publi­ziert:

Abge­se­hen davon, dass fast die Hälf­te der Web­sites off­line ist, kommt das Zeug zu über 97% aus den USA, West­eu­ro­pa und Kana­da.

Elf Web­sei­ten kom­men aus Deutsch­land. Soll­te auf die­sen tat­säch­lich Dar­stel­lun­gen sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern befin­den, muss man sich schon fra­gen war­um die deut­schen Ermitt­lungs­be­hör­den das dul­den. Denn angeb­lich ste­hen sie ja in der Zwi­schen­zeit in gutem Kon­takt mit den Dänen. Wenn dort ande­re Inhal­te zu fin­den sind, muss man sich fra­gen, war­um die­se auf der Sperr­li­ste ste­hen …

(Weil man sich ja die­ser Tage ohne­hin fragt, wel­ches Süpp­chen uns als näch­stes kre­denzt wird, und dar­ob die Reste vom Vor­tag ver­gisst, und weil man den Vor­tag dann eigent­lich auch lie­ber ver­ges­sen wür­de, aber er sich jedes Mal auf­dring­lich ins Blick­feld schiebt, als wüss­te er nicht genau, dass man satt ist und ihn satt hat. Die Vögel brül­len eine lieb­li­che Ode dazu.)

PersönlichesMusikSonstiges
Die Defi­ni­ti­on der Lie­be aus drei Per­spek­ti­ven

Lie­be bedeu­tet, sich im Ange­sicht des Ande­ren woh­lig, sicher zu füh­len. Lie­be ist das Gemein­sa­me, nicht das Indi­vi­du­el­le. Indi­vi­du­el­le Lie­be ist Selbst­lie­be. Lie­be ist vor allem aber auch blind, taub und naiv. Wer liebt, kann und wird ver­lie­ren, unver­meid­lich und nur unter Selbst­auf­ga­be auf­schieb­bar. Lie­be ist die Bereit­schaft, sich selbst über­zeu­gend zu belü­gen.

(Hier­zu zwei Erleb­nis­se: Unter­hält sich doch heu­te im ÖPNV ein kreisch­stim­mi­ges Frol­l­ein mit einem ande­ren kreisch­stim­mi­gen Frol­l­ein und erzählt eine Bege­ben­heit aus dem offen­bar nähe­ren gemein­sa­men Bekann­ten­kreis; sie­so, einen ihn nach­äf­fend: „ ‚Oah, ja, ich ver­mis­se sie voll und so‘, und weiß­te, wie oft er sie ange­ru­fen hat? Nicht ein­mal, weiß­te? Tol­le Lie­be!“ – Lie­be wird, scheint’s, mit­un­ter in Wor­ten gemes­sen.

Meint doch gestern im IRC ein all­zu selbst­be­wuss­tes gleich­falls Frol­l­ein zu mir, es sei gera­de­zu unmänn­lich, auf den Aus­tausch jed­wel­cher Kör­per­se­kre­te, ratio­nal betrach­tet, ver­zich­ten zu kön­nen; zumal selbst ich, lie­ße sie es dar­auf ankom­men, nur all­zu wil­lig wür­de. Män­ner sei­en nun ein­mal bekannt dafür, von der blo­ßen Gegen­wart beton­ter weib­li­cher Kör­per­for­men in ihrer Ratio­na­li­tät aus­rei­chend ein­ge­schränkt zu wer­den und umge­hend zu lie­ben zu begin­nen; „sich lie­ben“ habe nicht grund­los ver­schie­de­ne Bedeu­tungs­ebe­nen, und wer jeman­den wahr­haft lie­be, suche qua­si unver­meid­lich auch die kör­per­li­che Annä­he­rung. – Das Selbst­ver­ständ­nis man­cher­lei moder­ner Frau lässt mich erschau­dern.)

Was weißt denn du von Lie­be?
Von Lie­be weißt du nichts.

– Fet­tes Brot: Ema­nue­la

NerdkramsNetzfundstücke
Kurz ver­linkt XIV: Das iPad, ein Acces­soire für Kel­ler­be­woh­ner

End­lich mal ein hand­fe­ster Grund auch für iPad-Besit­zer, es für ein schlecht kon­stru­ier­tes, über­flüs­si­ges Gerät zu hal­ten: Ihr teu­er erwor­be­nes Spiel­zeug hält nicht nur kei­ne Schlä­ge aus, es hat sich auch als recht wet­ter­füh­lig erwie­sen.

Apple hat das iPad für Betriebs­tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 0 und 35 Grad Cel­si­us aus­ge­legt – dar­un­ter und dar­über garan­tiert der Her­stel­ler kei­nen ordent­li­chen Betrieb. Als ide­al beschreibt Apple eine Raum­tem­pe­ra­tur von 22 Grad. Glei­ches gilt laut App­les Sup­port­web­sei­ten auch für iPods und iPho­nes. Das iPho­ne schal­tet sich ab dem Modell 3G bei Über­hit­zung eben­falls ab, was aller­dings eher sel­ten zu beob­ach­ten sein dürf­te.

Dass vom iPad schon im Früh­ling von Über­hit­zung zu lesen ist, lässt ver­mu­ten, dass die Abwär­me ins­be­son­de­re der CPU und das Auf­hei­zen des Gehäu­ses schnel­ler als erwar­tet zum Pro­blem wer­den. Apple rät, das iPad mög­lichst vom war­men Son­nen­licht fern­zu­hal­ten und es auch nicht im auf­ge­heiz­ten Auto zu nut­zen – vor allem weil die Akku­lei­stung dar­un­ter nach­hal­tig lei­den kann.

„Wie, du hast noch kein iPad?“ – Selbst schuld, wer die­se Fra­ge stellt.


Sehr schön ist übri­gens auch der heu­ti­ge heu­ti­ge Tita­nic-Start­sei­ten­bild­witz. Da bewaff­ne­ter Kon­flikt ich doch tat­säch­lich einen kurz­zei­tig belu­stig­ten Gesichts­aus­druck, der dann aller­dings aus alten Grün­den auch schnell wie­der ver­flog. Ach, die Mensch­lich­keit.

PolitikNetzfundstücke
Kol­la­te­ral­mord

Pas­send zu Didis Über­le­gun­gen zu Unter­zah­len und Über­zah­len und zur Abwechs­lung von den refle­xiv-grüb­le­ri­schen Selbst­zwei­feln der letz­ten Tage mal wie­der was zum Krieg kriegs­ähn­li­chen Zustand:

Es wur­de ein Video (auch via eMu­le) ver­öf­fent­licht, das zeigt, wie sich die demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Befrei­ungs­trup­pen im Irak benah­men resp. beneh­men und wie egal ihnen „ver­se­hent­lich“ getö­te­te Zivi­li­sten wie Jour­na­li­sten und Kin­der sind. Mit­schrif­ten der Dia­lo­ge gibt’s auch auf Deutsch.

Fefe fasst zusam­men:

… man sieht dar­auf wohl, wie sie Zivi­li­sten platt­ma­chen, obwohl sie wis­sen, dass da eine TV-Crew dabei ist, dann komt ein Van mit Zivi­li­sten, die Men­schen­le­ben ret­ten wol­len, und wo auch noch Kin­der an Bord sind, und den zer­schie­ßen sie auch noch. Am Ende gibt es noch einen herz­haf­ten Lacher, als die Sol­da­ten mer­ken, dass sie über eine Lei­che drü­ber­ge­fah­ren sind.

Kann ja mal pas­sie­ren.

PersönlichesLyrik
Die fal­schen Wor­te.

Es wäre auch zu schön gewe­sen, hät­te die Geschich­te mit der Frosch­lei­che kein Nach­spiel gehabt.

Das Leben mit all sei­nen kom­pli­zier­ten Zusam­men­hän­gen ist nicht immer ein fai­res, und Über­ein­künf­te bedeu­ten nicht immer Einig­keit. Dies vor­aus­ge­setzt erfüllt es, wenn ein gemüt­li­ches Bei­sam­men­sein, for­ciert durch die berau­schen­de Wir­kung des Alko­hols, dazu führt, dass man sich näher kommt, ohne sich im Vor­aus der mög­li­chen Fol­gen bewusst gewe­sen zu sein, und nach einem Tag der Unge­wiss­heit mit Vor­wür­fen kon­fron­tiert wird, gar die Schuld trägt am gemein­sa­men Unge­wis­sen und der fal­schen Zwei­sam­keit zum womög­lich immer­hin rich­ti­gen Zeit­punkt, und über­dies zunächst von einem unver­hoff­ten Drit­ten, der sich als neu­er (fri­scher, unver­brauch­ter) Lebens­ab­schnitts­weg­be­glei­ter der doch eigent­lich zumin­dest und aber immer­hin ver­meint­lich noch gut befreun­de­ten Per­son gemein­sa­men Inter­es­ses zu erken­nen gibt, über die­se Unwäg­bar­kei­ten infor­miert wird, noch bevor die Dimen­si­on des Ver­gan­ge­nen von dann aller­dings doch letz­te­rer schrift­lich ver­deut­licht und sub­jek­tiv (somit unver­meid­lich ein­sei­tig) über­zeich­net erläu­tert und mit Ver­wün­schun­gen und Aus­drücken der Reue für etwas ver­se­hen wird, was dann ja eigent­lich kei­ne Mis­se­tat, viel­mehr ein bei­der­sei­ti­ges Unge­schick war, dann ins­ge­samt auch nicht die Vor­aus­set­zun­gen für den sprich­wört­li­chen Fun­ken Hoff­nung in den gleich­falls sprich­wört­li­chen schlimm­sten Alb­träu­men bzw. dann eben auch nur Befürch­tun­gen glei­cher Beschaf­fen­heit, son­dern bil­det die Kulis­se für die Sym­pho­nie der Zer­stö­rung, die nun bekannt har­mo­ni­schen Men­schen wie dem Schrei­ber die­ses Tex­tes hier wahr­lich nicht zur Erhei­te­rung bei­tra­gen, hin­ge­gen sehr wohl zu dem, was der oft zitier­te Volks­mund mit­un­ter als Depres­si­on bezeich­net, aber sich eher in zeit­wei­ser Nie­der­ge­schla­gen­heit als in dau­er­haf­ten psy­chi­schen Schä­den mani­fe­stiert.

Damit ich irgend­wann sagen kann: Jeder liebt ein Regen­ge­dicht, weil wir oben auf sind und trocken hin­ter den Ohren und wis­sen, was es heißt, zu zweit zu sein, ganz ohne den Schat­ten eines aller­letz­ten Tages, denn wir wis­sen, was es heißt, zu zweit zu sein; und zum Glück fällst du mir nicht mehr ein, wenn ich hier kot­ze vor Scheiß­glück­lich­sein. Und die Fra­ge heißt immer nur leben mit dir im Jetzt oder nie, und ich wer­de der erste sein – bestimmt wer­de ich der erste sein! -, der dich kennt. Mei­ne Angst, dass sich alles jetzt ändert, schlägt mei­nen Tag tot. Gar nichts mehr bleibt. Das, was wir hier suchen, ist viel­leicht das, was wir schon haben und gar nicht wol­len. Das, was wir hier suchen, ist viel­leicht auch gar nicht da.

- The Hirsch Effekt: Epi­stel / Cal­mo

PersönlichesNetzfundstückeFotografie
Erfolg­rei­che Aben­de sehen so aus.

Nach­mit­tags mit einer ver­mu­te­ten Frosch­lei­che im Hals und anson­sten immer­hin leich­tem Unwohl­sein in einem furcht­bar ein­deu­tig rie­chen­den Zim­mer auf­wa­chen und erleich­tert fest­stel­len, dass, eben­falls immer­hin, kei­ne dau­er­haf­ten Gäste zurück­ge­blie­ben sind, die man bewir­ten müss­te und mit denen ein Gespräch über die ver­gan­ge­nen Stun­den, wor­auf in man­cher­lei Situa­ti­on jeg­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­such lei­der bzw. zum Glück hin­aus­zu­lau­fen pflegt, kei­ne unein­ge­schränkt erfreu­li­chen Resul­ta­te zuta­ge för­der­te, ist natür­lich auch etwas, was man ab und zu mal erle­ben soll­te.

Apro­pos erfolg­rei­che Aben­de bzw. so ist das in Han­no­ver:

  • Ich – Sor­ry, aber ich muss weg. Von Euch Gestal­ten bekom­me ich Kopf­schmer­zen. Das ist echt zum Schrei­en.
  • Sie – Wie geil! F_ckst Du mich im Kopf [sic]. Ich lutsch Dir ab [sic]. Schmerz im Kopf vom _ick sind sooo geil [sic]. Ich schreie auch, nur für Dich. Ich rie­che: Spe_ma schmeckst Du gut [sic]. Bist Du lecker im Sack [sic]. Geil! Isst Du gesund?
  • Ich – (Wort­lo­ser Abgang)

Mehr gibt’s, such­ma­schi­nen­freund­lich unzen­siert, bei Front­bum­per­sticker.

MusikKaufbefehlePersönliches
Für dich.

Die Fan­ta­sti­schen Vier: „Ewig“.
Gefäl­ligst käuf­lich zu erwer­ben­des Album: „Viel“.
Dan­ke.

Wie lan­ge ist das jetzt her? War das ein ande­res Leben?
Denn ich weiß nichts mehr von dir außer was wir erleb­ten.
Hab kei­ne Ahnung, was du machst oder wo du jetzt bist,
weiß nicht, wen du ver­misst, und war das jemals ich?
Hab noch irgend­wo ’ne Num­mer, doch was hilft mir die schon?
Das mit uns bei­den war noch lei­der vorm Mobil­te­le­fon;
und selbst, wär’s noch die glei­che, ich glaub, ich würd es nie wagen,
denn wenn ich dich errei­che, was soll ich dir denn sagen?

Dach­te ehr­lich, das mit uns hätt sich schon ewig erle­digt,
doch jetzt denk ich mehr denn je an dich zurück und ver­steh nicht:
War es ein wenig zu viel, oder war’s nur viel zu wenig?
Sag mal, geht das nur mir so oder geht es dir ähn­lich?

Ach.

Nerdkrams
Easter­hacks?

Da man mich nun schon mehr­fach dar­über infor­mier­te und Fefe es noch nicht gebloggt hat, tu ich’s jetzt:

Sowohl grundig.de als auch blaupunkt.de schei­nen gera­de eini­ge klei­ne­re Pro­blem­chen zu haben; letz­te­re immer­hin nur ohne WWW-Prä­fix:

Bei grundig.de sieht’s nach einem etwas ernst­haf­te­ren Hack als nach einem Ver­se­hen aus. Einen Direkt­link zu der Sei­te set­ze ich bewusst nicht, da man nie so genau weiß, ob da Schad­soft­ware lau­ert; jeden­falls: Die­ser Tage steht, wenn ich als Nicht-CCC-Mit­glied rich­tig infor­miert bin, das ritu­el­le Oster­hacken („Easter­hacks“ – ein gran­dio­ses Wort­spiel eigent­lich) an. Es soll­te mich nicht wun­dern, wenn das mit­ein­an­der zu tun hat, vor allem, da es in letz­ter Zeit recht still war, was das Ein­drin­gen in deutsch­spra­chi­ge Netz­prä­sen­zen betrifft.

(Heu­te ist, wie ich gera­de noch recht­zei­tig erfah­ren habe, Kar­frei­tag – will hei­ßen: Heu­te ist für alle gläu­bi­gen Chri­sten Spaß­ver­bot. Das respek­tie­re ich natür­lich und sehe daher davon ab, lusti­ge Din­ge zu for­mu­lie­ren. Nett von mir, nicht wahr?)

Lied zum Wochen­en­de in eige­ner Sache:
Die Toten Hosen – Depres­si­on Delu­xe

Es ist furcht­bar.

PolitikIn den Nachrichten
Zweck­lo­se Enquête

Die CDU/CSU hat bekannt gege­ben, wen sie in die Rei­he der Sach­ver­stän­di­gen auf­ge­nom­men hat, die künf­tig so tun sol­len, als hät­ten sie Ahnung von digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wie üblich lie­ßen die Ankün­di­gun­gen auf eini­ges hof­fen:

Wir sind uns über das Ziel einig, aber bei der Wahl der wir­kungs­voll­sten Instru­men­te wol­len und müs­sen wir das Wis­sen der Netz­ge­mein­de nut­zen. Das gilt auch für ande­re Berei­che wie etwa Medi­en­kom­pe­tenz und Lei­stungs­schutz­rech­te.

Wer aber ernst­haft der Mei­nung war, mit „Netz­ge­mein­de“ mei­ne die Frak­ti­on ihre Kri­ti­ker, die seit Jah­ren dar­auf hin­wei­sen, dass ein wenig Exper­ten­wis­sen der Dis­kus­si­on sicher­lich nicht scha­den wür­de, war schön blöd. Kein Ver­tre­ter der neti­zens (also immer­hin auch kein Sascha Lobo) ist auf­ge­führt, hin­ge­gen Men­schen eines ganz ande­ren Schla­ges:

Pro­fes­sor Die­ter Gor­ny ist Vor­stands­vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands Musik­in­du­strie e. V.

Die­ter Gor­ny, ich erwähn­te es bereits, ist der fröh­lich dahin­plap­pern­de Mann, der die Grau­en, die die deut­sche Hit­pa­ra­de beherr­schen, mit Ange­bot und Nach­fra­ge begrün­det und im Zwei­fels­fall auch kein Pro­blem damit hät­te, Leu­ten, die ihm und sei­nes­glei­chen nicht in den Kram pas­sen, das Inter­net abzu­dre­hen. Und die übri­gen Mit­glie­der der Kom­mis­si­on sind auch nicht bes­ser: Ver­tre­ter von „Jugend­schutz“, BITKOM und ähn­li­chen Inter­es­sens­ver­bän­den, die sogar schon mal einen Com­pu­ter gese­hen haben dürf­ten, dür­fen sich beru­fen füh­len.

Was genau erwar­tet die CDU/CSU eigent­lich von die­ser Enquête-Kom­mis­si­on? Offen­bar jeden­falls kei­ne kri­ti­schen Mei­nun­gen oder gar fun­dier­tes Wis­sen über das, was „die Netz­ge­mein­de“ von ihr erwar­tet.

Und wer dach­te, noch ekli­ger kön­ne es nicht mehr wer­den, hat die­sen Satz noch nicht gele­sen:

Für uns ist der Bür­ger der 18. Sach­ver­stän­di­ge unse­rer Enquete-Kom­mis­si­on.

So ist das, wenn man als 18. Sach­ver­stän­di­ger irgend­wo sitzt und die ande­ren 17 sich einig sind, genau das Gegen­teil sei rich­tig. Aber nett, dass die Exi­stenz von Bür­gern über­haupt noch zur Kennt­nis genom­men wird.

Ich bin gera­de eini­ger­ma­ßen unge­hal­ten.

SonstigesIn den Nachrichten
32. März 2010.

So, 1. April is‘. Den jewei­li­gen April­scherz in den ein­schlä­gi­gen Wochen­zeit­schrif­ten (inkl. der c’t) haben mei­ne geschätz­ten Leser sicher­lich schon zur Kennt­nis genom­men und, je nach Gusto, für amü­sant befun­den. Und im Lau­fe des Tages wer­den auch die übli­chen Web­sei­ten wie­der zu den gewohnt wit­zi­gen Ideen der letz­ten Jah­re grei­fen, dar­un­ter der Dau­er­bren­ner „Wir schal­ten unse­re Dien­ste für immer ab“ und das auch recht belieb­te CSS-Spiel­chen „Will­kom­men zu unse­rem neu­en Ekeldesign“, und die Nach­rich­ten­sei­ten wer­den wie­der über irgend­wel­chen Unsinn berich­ten. Jedes Jahr bin ich wie­der gewillt, selbst – blö­de Wit­ze ken­ne ich wahr­lich in nicht gerin­ger Zahl! – mein Scherf­lein zu der all­ge­mei­nen Blö­de-Wit­ze-Stim­mung bei­zu­tra­gen, allein fehlt’s mir an Moti­va­ti­on; und es wäre ohne­hin alles schon mal da gewe­sen.

Wenn­gleich die­ser Scherz zwar Ner­ven rau­bend, aber mir durch­aus noch neu war:

Pünkt­lich um 01:00 Uhr GMT+1 fing der in den mei­sten Chat­ka­nä­len im Qua­ken­et anwe­sen­de Ver­wal­tungs­bot „Q“ an, will­kür­li­che Nick­na­men aus sei­nem jewei­li­gen Fun­dus zu zie­hen und mit vir­tu­el­len Aus­zeich­nun­gen, dar­un­ter, was zu mei­ner Erhei­te­rung bei­trug, auch Fer­ris Buel­ler, zu über­schüt­ten:

(01:00:09) (@Q) [vader[off]] has ear­ned the achie­ve­ment [Lea­sed Line]!
(01:00:12) (@Q) [k0ks] has ear­ned the achie­ve­ment [Opti­cal Fib­re]!
(01:00:20) (@Q) [Divu­na­tor] has ear­ned the achie­ve­ment [Fer­ris Buel­ler]!
(01:00:38) (@Q) [Tux^verdreifelt] has ear­ned the achie­ve­ment [Lea­sed Line]!

Eini­ge Minu­ten und rat­lo­se Äuße­run­gen im IRC spä­ter folg­te eine Erklä­rung vom Ankün­di­gungs­bot „N“, der erklär­te, dass es sich bei den achie­ve­ments um ein neu­es Punk­te­sy­stem hand­le:

(N) (Broad­cast) As you may have noti­ced, Q is spamming a bit more than usu­al. This is on pur­po­se, you can safe­ly igno­re it. It’s part of our ama­zing new achie­ve­ments system! How many points do you have?

Im wei­te­ren Ver­lauf wur­de offen­bar, dass es zudem eine Rang­li­ste gibt, in der man unter ande­rem durch kon­stan­tes Flu­ten der Netz­bots und Dis­kus­si­ons­ka­nä­le auf­stei­gen kann. Das gefiel. Selbst, wenn es mor­gen wie­der abge­schal­tet wird, so hat­te man doch wenig­stens ein biss­chen Spaß dar­an. :)

Schön, wenn es noch immer eine neue hüb­sche Idee am 1. April gibt. Bevor jeden­falls ich irgend­ei­nen abge­dro­sche­nen Scherz noch­mals auf­wär­me, leh­ne ich mich lie­ber zurück, durch­stö­be­re mei­ne Feed­abon­ne­ments nach all­zu offen­sicht­li­chen Falsch­mel­dun­gen, höre ein wenig Web­ra­dio und freue mich über die vor­le­sungs­frei­en Tage und auf die Umset­zung der vie­len Ideen, sie zu ver­brin­gen. (Da beschwert sich doch gera­de der Didi bei mir, dass ich nicht jeden Tag zwei Bei­trä­ge abson­de­re. Nein, am Ende hält man mich noch für ein Mit­glied der „Blogo­sphä­re“ und erwar­tet von mir qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Ana­ly­sen des gegen­wär­ti­gen Welt­ge­sche­hens und Ein­trä­ge in irgend­wel­chem Web‑2.0‑Firlefanz. Das muss nicht sein, und daher schrei­be ich lie­ber etwas weni­ger Mas­se mit etwas mehr Bedacht.)

MusikMusikkritik
Lady wer?

Als ich heu­te früh den Ener­gie­trank­händ­ler mei­ner Wahl auf­such­te, wur­de ich dort zu mei­nem Erstau­nen nicht mit dem gewohn­ten Easy-Listening-Klang­brei belä­stigt, son­dern es erschall­te mit „Hey Baby“ ein bekann­tes Lied der Musik­grup­pe No Doubt. Erfreut dar­über beschloss ich, die­sen Bei­trag zu schrei­ben.

No Doubt, bekannt gewor­den mit der zwei­ten Sin­gle „Don’t Speak“ im Jahr 1996 und zuletzt 2003 mit „It’s My Life“, einer Cover­ver­si­on des gleich­na­mi­gen Lie­des von Talk Talk, deren Melo­die ich mir aller­dings nicht mer­ken kann, weil die Erin­ne­rung an das wie­der­um gleich­na­mi­ge und bekann­te­re, aber recht unschnaf­te und auch sonst völ­lig ande­re Lied von Bon Jovi sie stets über­deckt, einen hit ver­öf­fent­licht habend, ist eine seit 1986 qua­si gemein­sam auf­tre­ten­de Musik­grup­pe, die meh­re­re Sti­le in ihren Lie­dern ver­eint. Ihr bekann­te­stes Mit­glied ist Sän­ge­rin Gwen Ste­fa­ni, die 2004 ihr Solo­de­büt­al­bum „Love. Angel. Music. Baby.“ in den Hit­pa­ra­den posi­tio­nie­ren ließ und im Video zu der ersten Aus­kopp­lung „What You Wai­ting For?“ (ohne Prä­di­kat, ver­steht sich) mit aller­lei Remi­nes­zen­zen in abson­der­li­chen Kostü­men Lewis Car­rolls Kin­der­buch „Ali­ce im Wun­der­land“ Tri­but zoll­te und, qua­si neben­bei, trotz des 2009 von der wirr benam­ten Dame Ke$ha, vor Krea­ti­vi­tät nur so über­schäu­mend, ver­hunz­ten Int­ro­texts („tick tock tick tock tick tock …“) auch gleich einen der tref­fend­sten Main­stream­pop-Lied­tex­te des Jahr­zehnts dazu dar­bot:

„Take your chan­ce, you stu­pid ho!“

Wer war noch mal Lady Gaga?


Nach­trag vom 31. März 2010:
Wie pas­send – kaum erwäh­ne ich die­se „Ke$ha“, sehe ich ihr Album schon bewor­ben; „beinhal­tet die Hits ‚Tik Tok‘ und ‚Blah Blah Blah‘ “. Dan­ke, reicht schon.

In den NachrichtenKaufbefehlePolitik
Euro­päi­sches Gebrab­bel

Oh, nein, ooohhhh, neeeeeiiii­in:

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on will alle EU-Staa­ten ver­pflich­ten, den Zugang zu kin­der­por­no­gra­fi­schen Web-Sei­ten zu blockie­ren. Die geplan­ten Inter­net­sper­ren sind Teil einer umfas­sen­den Richt­li­nie zum Kin­der­schutz, die „mit den dunk­len Ecken des Inter­nets und den kri­mi­nel­len Bil­dern von Kin­des­miss­brauch auf­räu­men“, wie die EU-Innen­kom­mis­sa­rin Ceci­lia Malm­ström in einem Gast­bei­trag für die Online-Aus­ga­be der „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung“ schreibt. Den Ent­wurf der Richt­li­nie will Mal­ström an die­sem Mon­tag in Brüs­sel vor­stel­len.

Wollen’s die Län­der nicht, will’s halt die EU, dann kön­nen die Län­der nichts dafür.

Gesichtspalme


Lese­tipp zum noch­ma­li­gen The­ma Men­schen mit furcht­ba­ren Stim­men und Kauf­be­fehl für Bücher­freun­de:

Auf Cicero.de zitiert Max Goldt aus sei­ner aktu­el­len Text­samm­lung „Ein Buch namens Zim­bo“, aktu­ell, pas­sen­der­wei­se, einen Text zu den Topoi „Men­schen, die in der Öffent­lich­keit reden, aber es bes­ser blei­ben las­sen soll­ten“ sowie „Men­schen, die nicht unbe­dingt so aus­se­hen, wie man sie gern sehen wür­de“, inklu­si­ve Mit­schrift aus einer Gesprächs­sen­dung, die zwei­te­res betraf, aber auch zu erste­rem passt:

„… Ich bin ein den­ken­der Mensch, und ein den­ken­der Mensch ändert sei­ne Mei­nung, aber ich glau­be, ich bin so ’n Mensch, ich glaub, ich wür­de das, so vie­le Leu­te haben mich mal gefragt, also was wür­dest du machen, wenn ja, so, und ich habe schon immer etwas weni­ger Brust gehabt, hab aber da ein­fach tie­risch wahn­sin­nig doll Angst, daß, wenn ich da was machen wür­de, daß ich Angst hät­te, daß ich das spü­ren könn­te …“

Lesen, amü­siert wie­hern und das ver­damm­te Buch kau­fen, s’il vous plaît!

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik extern: Das Dilem­ma der Bou­le­vard­schrei­ber­lin­ge

Wann immer eine noch unbe­schol­te­ne Per­son das öffent­li­che Inter­es­se gewinnt, wie zum Bei­spiel jüngst Lena Mey­er-Land­rut, dann ist es Usus, dass sich sogleich die Medi­en mit ihr befas­sen, die von sich behaup­ten, das öffent­li­che Inter­es­se an ihr zu befrie­di­gen (und vor Befrie­di­gung man­cher­lei Art trop­fen die­se Schmier­blät­ter dann auch tat­säch­lich oft gera­de­zu); und wenn man nichts fin­det, was von Belang sein könn­te, dann erfin­det man ent­we­der irgend­ei­nen Unsinn oder denkt sich wenig­stens eine hüb­sche Über­schrift aus:

Aus der Über­schrift „Wie heil ist Lenas Welt?“ tropft förm­lich die Hoff­nung auf Fami­li­en­dra­men, Dro­gen, Sex und Schum­meln bei den Vor­abi­klau­su­ren, aber nichts davon hat die Autorin gefun­den. Jetzt muss sie unüber­prüf­ba­re und belang­lo­se Aus­sa­gen wie „Für 7,90 Euro ließ sie sich Spit­zen schnei­den“ als Sen­sa­ti­ons-Mel­dung ver­kau­fen. Wenn man schon sonst nichts gefun­den hat und extra hin­ge­fah­ren ist.

Mehr dazu und über die unschö­ne Bericht­erstat­tung über Jörg Kachelm­ann gibt’s bei Lukas zu lesen.

(Sehr bezeich­nend ist übri­gens auch die­se hüb­sche Bil­der­strecke, die die heu­ti­ge NPD-Demon­stra­ti­on in Duis­burg und die zahl­rei­chen Gegen­de­mon­stran­ten pro­to­kol­liert. Von wem Gewalt und Pro­vo­ka­tio­nen aus­gin­gen, ver­mag sie nicht zu zei­gen, aber gewalt­tä­ti­ge Rech­te kann zumin­dest ich dort nicht erken­nen. Über die Gewalt­be­reit­schaft jeden­falls gibt der zuge­hö­ri­ge Arti­kel beredt Aus­kunft: Laut Poli­zei ver­such­ten zwi­schen­zeit­lich eini­ge, aus der Grup­pe aus­zu­bre­chen und zu den NPD-Ver­tre­tern zu gelan­gen. Es wäre womög­lich auch zu viel ver­langt gewe­sen, den schlim­men Rech­ten mit Gleich­gül­tig­keit oder fried­li­cher Aver­si­on zu begeg­nen. Es ist schön, Pirat zu sein.)