In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „Quel­le: Inter­net“

Zu den Ver­la­gen, die das Lei­stungs­schutz­recht (wer zitiert und damit Geld ver­die­nen möch­te, muss zah­len) gut fin­den, gehört auch der Braun­schwei­ger Zei­tungs­ver­lag. Natür­lich: Eine der­ma­ßen bedeu­tungs­lo­se und über­dies mei­nes Erach­tens (ich berich­te­te hier mehr­fach dar­über) qua­li­ta­tiv miss­lun­ge­ne Regio­nal­zei­tung muss ja irgend­wie ver­su­chen, die paar küm­mer­li­chen Leser, die sie noch hat, mit aller ver­blie­be­nen Kraft an sich zu bin­den. Die­ses Inter­net macht alles kaputt, einself.

Die heu­ti­ge Aus­ga­be der Braun­schwei­ger Zei­tung ent­hält kon­se­quent auch einen Arti­kel über shits­torms, also „Empö­rungs­wel­len im Inter­net“ (ebd., ver­klagt mich doch!), in dem es dar­um geht, dass immer mehr Pro­mi­nen­te sich Häme von Inter­net­nut­zern aus­ge­setzt sehen, wenn sie wie­der mal Unsinn anstel­len. Als Bei­spie­le wer­den Sascha Lobo, Eri­ka Stein­bach und ähn­li­che Opfer ange­führt. Dabei hat man kei­ne Kosten und Mühen gescheut, um die­se shits­torms anhand tat­säch­lich erfolg­ter Schmä­hun­gen zu bele­gen.

Selbst­ver­ständ­lich haben die ver­ant­wort­li­chen Recher­cheu­re sich dabei auf ihr gefor­der­tes Lei­stungs­schutz­recht beson­nen und nicht ein­fach unge­fragt drauf­l­os­zi­tiert, son­dern sogar die Quel­le benannt: „Foren, Face­book und Twit­ter“.

Ich neh­me an, der Braun­schwei­ger Zei­tungs­ver­lag hat „Foren, Face­book und Twit­ter“ an dem Gewinn des Ver­kaufs der heu­ti­gen Aus­ga­be ange­mes­sen betei­ligt. Ein ande­res Vor­ge­hen wür­de ja auch schä­bi­ger­wei­se den Krea­ti­ven, den Urhe­bern scha­den, nicht wahr?

KaufbefehleMusikkritik
Bel­le­ru­che – Rol­ler­chain

Bei Bel­le­ru­che han­delt es sich um eine drei­köp­fi­ge bri­ti­sche Trip-Hop-/Elec­tro­nic-/Soul-Musik­grup­pe, die 2005 gegrün­det wur­de. Das dies­jäh­ri­ge Stu­dio­al­bum „Rol­ler­chain“ ist bereits ihr vier­tes, und es gefällt mir.

Auf das Trio wur­de ich auf­merk­sam, als einer Auf­zeich­nung von Poet­ry Slam auf dem merk­wür­di­gen Sen­der zdf.kultur, den ich offen­bar im Auge behal­ten soll­te, ein Musik­vi­deo des hier ent­hal­te­nen Lie­des „Storm­bird“, in dem die Front­frau Kath­rin deBoer im Wesent­li­chen her­um­steht, singt und dabei selt­sam guckt, vor­aus­ging, das mich mit sei­ner Kom­bi­na­ti­on aus Mini­ma­lis­mus, Ein­gän­gig­keit und unschei­ßem weib­li­chem Gesang, dem „Der digi­ta­le Fla­neur“ ver­ständ­li­cher­wei­se eine sub­ti­le Ero­tik beschei­nigt, beein­druck­te. Eine mir neue, jedoch sehr schö­ne eng­li­sche Voka­bel (hal­cy­on) emp­fiehlt es sich aus besag­tem Lied alle­mal ein­zu­prä­gen. Man weiß nie, wofür man sie mal brau­chen könn­te. Manch­mal ist Fern­se­hen eben doch lehr­reich.

„Bel­le­ru­che“ heißt auf Deutsch so viel wie „Schö­n­er­bi­e­nen­stock“. Gesto­chen wird man auf „Rol­ler­chain“ aber nicht, statt­des­sen läuft es gele­gent­lich zäh wie Honig aus den Laut­spre­chern. Kath­rin deBoer betreibt ihr Tun weit­ge­hend von sphä­ri­schen Elek­tronik­klän­gen unter­malt. Vom Trip-Hop stam­men vor allem die mar­kan­ten drum loops, die auf ande­ren Musikal­ben gele­gent­lich schreck­lich ner­ven, auf „Rol­ler­chain“ aber ganz gut ins Gesamt­ge­fü­ge pas­sen. Das Online­ma­ga­zin „hhv.de mag“ spricht von „Nu Jazz“, und das muss ein wirk­lich sehr „nuer“ Jazz sein, denn so recht jaz­zig mutet das dann doch nicht an, womit wie­der ein­mal belegt wäre, dass Gen­res eigent­lich gar nicht exi­stie­ren.

An Ver­glei­chen hät­te ich spon­tan The Ting Tings und Regi­na Spek­tor (von der ich aller­dings nicht viel ken­ne) im Ohr, obwohl Bel­le­ru­che weni­ger auf­dring­lich sind als erst­ge­nann­te, aber lau­ter als letzt­ge­nann­te. Als eine unge­fäh­re Rich­tungs­an­ga­be taugt dies jedoch mei­nes Erach­tens alle­mal.

89 von 100 Punk­ten ver­gibt das wei­se benann­te Blog gutes­hoe­re­nist­wich­tig, und ich schlie­ße mich ein­fach mal an. Dass Amazon.de zwar Hör­pro­ben, aber bis­lang kei­ne Kun­den­re­zen­sio­nen für das Album vor­zu­wei­sen hat, wer­te ich erfah­rungs­ge­mäß als zusätz­li­ches Qua­li­täts­merk­mal.

Ich wün­sche ange­neh­mes Hören.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz­ana­ly­se der Prä­si­dent­schafts­wahl 2012 in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka

„Ver­se­hent­lich“ eigen­ar­tig funk­tio­nie­ren­de Wahl­com­pu­ter hin oder her, Prä­si­dent Plan­los ist’s doch wie­der gewor­den. Wie vie­le Stim­men die Kan­di­da­ten der klei­ne­ren Par­tei­en erhal­ten haben, geht aus der Bericht­erstat­tung der objek­ti­ven Pres­se natür­lich nicht her­vor.

Bedenkt man jedoch, dass jede ver­schis­se­ne Tages­zei­tung hier­zu­lan­de, von der Braun­schwei­ger Zei­tung bis zur Frank­fur­ter Rund­schau, die Wie­der­wahl des Kriegs­trei­bers Barack Oba­ma – inklu­si­ve live­ticker auf den jewei­li­gen Web­sei­ten und Klick­strecken mit Fotos begei­ster­ter Wäh­ler – eupho­ri­scher beju­belt als jede von mir mit­er­leb­te Bun­des­prä­si­den­ten­wahl, soll­te es nie­man­den mehr erstau­nen, dass mein Ver­hält­nis zur Pres­se mit „kühl-distan­ziert“ noch viel zu freund­lich beschrie­ben wird.

Deut­sche Oba­ma-Fans im Sie­ges­tau­mel. Wech­sel­geld, an das wir glau­ben kön­nen.

„Einen guten Jour­na­li­sten erkennt man dar­an, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er über­all dabei ist, aber nir­gend­wo dazu gehört.“
– Hanns Joa­chim Fried­richs

An guten Jour­na­li­sten fehlt’s dann eben doch.

MusikNetzfundstückeIn den NachrichtenWirtschaft
Kurz ver­linkt CXXVII: Unab­hän­gig / Männ­lich / Zah­nig

Spa­ni­en ist inzwi­schen der­art plei­te, dass selbst die spa­ni­schen Natio­na­li­sten die Nase voll haben:

Kata­lo­ni­en for­dert die Unab­hän­gig­keit. Es will nicht mehr Zahl­mei­ster Spa­ni­ens sein. (…) So sehr die Kata­la­nen „Natio­na­li­sten“ sind, so sehr beto­nen sie zugleich ihre Euro­pa-Ori­en­tie­rung. Ihr neu­er Staat kann nur in der EU funk­tio­nie­ren. „Die Haupt­sa­che ist, wir blei­ben in der EU und im Bin­nen­markt“, sagt Regio­nal­prä­si­dent Mas.

Spa­ni­sche Natio­na­li­sten: EU-ori­en­tiert und bin­nen­markt­freund­lich. The times they are a‑changin‘.


Jemand tipp­te einen älte­ren, sehr guten Text des älte­ren, sehr guten Autors Max Goldt ins Inter­net hin­ein, näm­lich die­sen hier, und ich bin dem Unbe­kann­ten sehr dank­bar, denn es gibt Momen­te in des Herrn Goldt Schaf­fen, die unbe­dingt einem brei­te­ren Publi­kum als nur den Lesern sei­ner Bücher bekannt wer­den soll­ten. Das ist einer davon.


Jemand ver­mut­lich ande­res, näm­lich die groß­ar­ti­ge Musik­grup­pe Wive, stell­te, wie ich heu­te her­aus­fand, das groß­ar­ti­ge Stück „teethy“ vom groß­ar­ti­gen Album „PVLL“ aus dem groß­ar­ti­gen Jahr 2010 wie­der­um ins Inter­net hin­ein und ret­te­te mir damit den an sich recht trü­ben Tag, denn es ist sehr schön. Let’s calm the tem­pest. Guter Plan.

Spaß mit Spam
Off­line-Spam: Ist ja upge­fah­ren!

Dum­mer­wei­se ließ es sich heu­te nicht ver­mei­den, fol­gen­des viral ver­teil­tes Flug­blatt einer Inter­es­sens­ge­mein­schaft von vier Jugend­li­chen zur Kennt­nis zu neh­men:

Wofür genau da gewor­ben wird, ist nicht sofort ersicht­lich; sofern ich den Text rich­tig ver­ste­he, geht es schlicht um Auf­merk­sam­keit. Die kann man aller­dings auch leich­ter haben, zum Bei­spiel, indem man eine hüb­sche nack­te Freun­din hat.

Eini­ge hüb­sche For­mu­lie­run­gen sei­en am Bei­spiel des ersten Sat­zes doch nicht uner­wähnt gelas­sen:

Auf Face­book (nur vom Com­pu­ter) kön­nen Sie/kannst du bis zum 11.11. jeden Tag 1x für uns voten.

Hüb­sche For­mu­lie­rung 1: „nur vom Com­pu­ter“.
Anders gesagt: Per Fax, E‑Mail, Anruf und Fla­schen­post ist lei­der kei­ne Stimm­ab­ga­be bei Face­book mög­lich. Wie ärger­lich.

Hüb­sche For­mu­lie­rung 2: „kön­nen Sie/kannst du“.
Die­se Unsi­cher­heit in der for­mel­len und infor­mel­len Anre­de haben sich die Macher des Flug­blat­tes offen­bar aus E‑Mail-Spam abge­schaut, wo ja auch gern bei­des nach dem Zufalls­prin­zip wild durch­ein­an­der ver­wen­det wird (etwa so). Wenn’s schon nicht für anstän­di­ges Gen­dern reicht, weil kein „er/sie“ ver­wen­det wird, muss man eben ander­wei­tig auf eine kor­rek­te Anre­de ach­ten, bevor noch jemand meckert. Noch schö­ner wäre frei­lich „vot/-innen“ gewe­sen, aber das wird viel­leicht in der näch­sten Auf­la­ge berück­sich­tigt.

Bemer­kens­wert sind übri­gens auch die Ver­wei­se auf den VW up!. Das endet dum­mer­wei­se nicht bei dem total wit­zi­gen Spruch „Up zu Freun­den“, über den die Macher sicher­lich total lan­ge grü­beln muss­ten. Im Zen­trum des Flug­blat­tes ist eben­je­nes Auto­mo­bil zu sehen (passt auch her­vor­ra­gend zur Über­schrift „Mehr Frei­raum für Jugend­li­che und Kin­der!“, denn in einem klei­nen Auto kön­nen sicher­lich sehr vie­le Jugend­li­che und Kin­der mit­fah­ren). Beschrif­tet ist es mit „Litt­le thing – big fun – get up!“. Für Frau­en ist die­ses Auto also ver­mut­lich eher nicht gedacht.

Ob es das wert war, weiß ich nicht. Viel­leicht liest ja einer der Ver­ant­wort­li­chen hier mit und kann dazu Erkennt­nis­se bei­steu­ern.
Für das Flug­blatt der­weil gilt, was für jede uner­wünsch­te Wer­bung gilt:

Up in den Upf­all!

MusikIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt CXXVI: Schutz frisst.

Wie reagiert man als pro­gres­si­ve Regie­rung eigent­lich so auf die Mel­dung, dass fie­se Raub­mord­ko­pie­rer län­der­über­grei­fend die besten Kun­den der Musik­in­du­strie sind? Womög­lich, indem sie file­sha­ring urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Mate­ri­als lega­li­siert oder schnel­les Inter­net sub­ven­tio­niert.

Blö­der­wei­se lebe ich in Deutsch­land und habe also kei­ne pro­gres­si­ve Regie­rung am Ende mei­ner poli­ti­schen Nah­rungs­ket­te ste­hen, son­dern die rück­stän­di­gen Grütz­köp­fe von der CDU. Und was macht so eine CDU, wenn sie was von Datei­tausch per Inter­net hört? Kor­rekt: Kurz Ver­wün­schun­gen mur­meln, dann Gegen­maß­nah­men ergrei­fen.

Das Bun­des­ka­bi­nett hat am Mitt­woch einen Gesetz­ent­wurf beschlos­sen, der die soge­nann­te Schutz­dau­er für die Rech­te an Musik­auf­nah­men von 50 auf 70 Jah­re ver­län­gern soll.

Das ist sicher nur Zufall, nach­dem zum Bei­spiel die ersten Ver­öf­fent­li­chun­gen der Beat­les (bekannt­lich vor eini­gen Jah­ren mit gro­ßem Tamm­tamm neu auf­ge­legt) gera­de 50 Jah­re alt gewor­den sind. Eine Schutz­frist von 70 Jah­ren hät­te da einen inter­es­san­ten Neben­ef­fekt: Man könn­te sich bei­na­he sicher sein, dass auch der letz­te der betei­lig­ten Musi­ker nicht mehr lan­ge lebt, wenn die­se zusätz­li­che Zeit­span­ne eben­falls abge­lau­fen ist.

Aber war­um macht man das dann über­haupt? Klar: Damit die Hun­ger lei­den­den Künst­ler nicht von der küm­mer­li­chen Alters­ver­sor­gung ihres Hei­mat­lan­des leben müs­sen.

„Mit der Ver­län­ge­rung der Schutz­dau­er lei­sten wir einen wich­ti­gen Bei­trag zur finan­zi­el­len Absi­che­rung aus­üben­der Künst­le­rin­nen und Künst­ler im Alter. Künf­tig ste­hen ihnen die Ein­nah­men aus ihrer Arbeit wäh­rend des gesam­ten Lebens zur Ver­fü­gung.“

Ein Künst­ler, des­sen Wer­ke noch nach einem hal­ben Jahr­hun­dert von Schwarz­ko­pie­rern für inter­es­sant befun­den wer­den, soll­te eigent­lich kein finan­zi­el­les Pro­blem im Alter haben, soll­te man mei­nen. (Soll hei­ßen: Was man zu errei­chen ver­sucht, ist tat­säch­lich eine Schutz­frist bis zum Abnip­peln des Musi­kers. Das wäre eben eher kon­tra­pro­duk­tiv, man­che schaffen’s eben nur bis 27.)

Und wer nun sagt, das Geld kas­sier­ten sowie­so die Plat­ten­fir­men: Stimmt. Aber das wird abgeschafft!!1

Denn liest man den Gesetz­ent­wurf, steht dort zwar, dass die Künst­ler nun zusätz­lich 20 Pro­zent der Gewin­ne bekom­men sol­len, die Plat­ten­fir­men mit einem Song machen. Aber das erst, wenn 50 Jah­re ver­gan­gen sind.

Damit dürf­te der Anteil, der letzt­end­lich auf dem Kon­to der Künst­ler lan­det, immens stei­gen; eben auf ein Fünf­tel der Ein­nah­men. Plat­ten­fir­men wol­len ja auch von irgend­was leben. Sonst müss­ten ihre Vor­stands­mit­glie­der ja noch was Ordent­li­ches ler­nen.

Kotz­würg.

In den Nachrichten
Meer­jung­frau Leia. / „Shirt nicht essen“

In den Nach­rich­ten: Dis­ney kauft Lucas­film und plant Star Wars 7.

Die Hand­lung dürf­te über­schau­bar sein: Ein jun­ges Mäd­chen (gespielt von Sele­na Gomez) aus einer armen Fami­lie, die von einem schau­ri­gen Böse­wicht (selbst­ver­ständ­lich weib­lich und kein biss­chen bedroh­lich) pene­triert wird, ver­liebt sich in einen rei­chen, schö­nen Jedi­prin­zen, dann sin­gen alle und am Ende rei­ten sie auf Jar-Jar Binks Händ­chen hal­tend in den Son­nen­un­ter­gang von Tatooi­ne.

Ich glau­be, das wird ein rie­si­ger Erfolg in der wer­be­re­le­van­ten Ziel­grup­pe.


Sonst so: Heu­te erreich­te mich ein vor eini­gen Wochen bestell­tes Kapu­zen­shirt (wenn’s drau­ßen kühlt, sehe ich von mei­nem prä­fe­rier­ten Klei­dungs­stil gele­gent­lich ab). Ich bin sehr dank­bar für die bei­lie­gen­den Wasch­an­wei­sun­gen, fast hät­te ich einen furcht­ba­ren Feh­ler began­gen.

Montagsmusik
Por­cupi­ne Tree – Even Less

Moti­vie­ren­der Gedan­ke: Eigent­lich gehört man ja zu den Men­schen, denen es bes­ser geht als ande­ren.
Aber war­um muss es schon wie­der Mon­tag sein?

Bezie­hungs­wei­se eben: Ande­re machen’s dann doch noch fal­scher als man selbst. (Sagt man sich und hört dann doch nicht zu.)

Even Less – Por­cupi­ne Tree

And I may just waste away from doing not­hing,
but I’m a mar­tyr to even less, to even less, to even less.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenFotografiePiratenpartei
#lptnds124

Im Ver­lauf der Fort­set­zung des Lan­des­par­tei­tags in Del­men­horst gab’s die­ses Wochen­en­de was zu tun; es gab noch Anträ­ge zu bespre­chen, und mit einem unvoll­stän­di­gen Wahl­pro­gramm wol­len wir doch nicht antre­ten, nicht wahr?

Bil­der und Vide­os bit­te ich in den näch­sten Tagen der Pres­se zu ent­neh­men, ich möch­te nur aus­drück­lich auf die Rede von @kattascha hin­wei­sen, die den Zustand der Par­tei sicher­lich bes­ser reflek­tiert als so man­cher Arti­kel in CDU- oder SPD-nahen Tages- oder Wochen­zei­tun­gen.

Als Ergän­zung habe ich eini­ge von mir beim Vor­über­ge­hen für amü­sant befun­de­ne Sze­nen foto­gra­fiert, die mit dem Par­tei­tag fast bis gar nichts zu tun haben, um die ab spä­te­stens mor­gen unver­meid­li­che Red­un­danz zu min­dern.

So bit­tet zum Bei­spiel eine McDonald’s‑Filiale dar­um, sich unter Umstän­den an den Restau­rant­ma­na­ge­rin zu wen­den:

In der Kon­gress­hal­le selbst war es offen­bar unbe­dingt nötig zu erwäh­nen, dass Frau­en­toi­let­ten „ohne Steh­plät­ze“ daher­kom­men, was mich an so man­chem (inklu­si­ve mei­nes Bio­lo­gie­un­ter­richts) zwei­feln lässt:

Das obli­ga­to­ri­sche Bäl­le­bad – dem Ver­neh­men nach viel­leicht zum letz­ten Mal vor­han­den – fehl­te natür­lich auch nicht. Für die Bäl­le­bad­an­fän­ger waren hilf­rei­che Kom­men­ta­re ange­bracht:

Ach, Poli­tik war auch. Aber dazu vor­aus­sicht­lich mor­gen mehr in den Nach­rich­ten Ihrer Wahl.

Nerdkrams
Fort­fah­ren abzu­bre­chen

Und da wir gera­de bei reich­lich däm­li­cher Wort­wahl waren, hier eine Preis­fra­ge für alle Benut­zer des Betriebs­sy­stems Android:

Was pas­siert bei Druck auf „Yes“? Wird der Down­load oder das Abbre­chen fort­ge­setzt? Und wenn ja, war­um nicht?

In den NachrichtenMontagsmusik
Ton Stei­ne Scher­ben – Ver­bo­ten

Die schlech­te Nach­richt:

Laut Lan­des­kri­mi­nal­amt haben die Fäl­le der Inter­net-Kri­mi­na­li­tät in Nie­der­sach­sen von 2007 bis 2011 um 300 Pro­zent zuge­nom­men.

Die gute Nach­richt: Das Inter­net kann nichts dafür.

Die Cel­ler sind seit einem Jahr nie­der­sach­sen­weit Ansprech­part­ner für Fahn­der, die gegen Betrü­ger im Inter­net, Hacker- und Pädo­phi­len-Netz­wer­ke vor­ge­hen.

Pädo­phi­lie ist nun also Inter­net­kri­mi­na­li­tät. Aha. Was tun wir dage­gen? Klar: Mehr Vor­rats­da­ten­spei­che­rung! Das Inter­net ist eben an allem schuld. Soll­te man am besten ganz ver­bie­ten.

Ton Stei­ne Scher­ben – Ver­bo­ten (Live 1983)

Es ist ver­bo­ten,
was wir da machen, ist ver­bo­ten, (…)
aber’s is‘ wun­der­bar.

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Kurz ver­linkt CXXV: Kämp­fen wie ein schwu­ler Mann

Die schier unfass­ba­re Top­mel­dung des Tages steht natür­lich mal wie­der auf SPIEGEL ONLINE:

Als erster akti­ver Boxer bekann­te sich Orlan­do Cruz zu sei­ner Homo­se­xua­li­tät. In Flo­ri­da gewann der Puer­to­ri­ca­ner jetzt den ersten Kampf nach sei­nem Coming-Out gegen Jor­ge Pazos (…). Durch sei­nen 19. Sieg im 22. Kampf ist der Feder­ge­wicht­ler sei­nem gro­ßen Ziel, einem Kampf um den Welt­mei­ster­gür­tel, einen Schritt näher gekom­men.

Da hat ein Boxer 21 Kämp­fe hin­ter sich, bekennt sich dann zu sei­ner Homo­se­xua­li­tät, und plötz­lich ist es total über­ra­schend, dass er trotz­dem boxen kann.

„Die Leu­de woll’n, dass was pas­siert.“
– Fünf Ster­ne Delu­xe: Die Leu­de


In eige­ner Sache: Im Com­pu­ter­Ba­se-Forum ver­fass­te ich unlängst einen län­ge­ren Bei­trag, in dem ich mei­ne Beweg­grün­de dar­leg­te, aus denen her­aus ich Anfang der Woche das mehr oder weni­ger freie Mozil­la Thun­der­bird unter Win­dows gegen das kom­mer­zi­el­le The Bat! aus­ge­tauscht habe. Bei Inter­es­se am The­ma Mail­pro­gram­me emp­feh­le ich ihn zu lesen und gege­be­nen­falls zu kom­men­tie­ren.