KaufbefehleMusikkritik
Belleruche – Rollerchain

Bei Belleruche handelt es sich um eine dreiköpfige britische Trip-Hop-/Electronic-/Soul-Musikgruppe, die 2005 gegründet wurde. Das diesjährige Studioalbum „Rollerchain“ ist bereits ihr viertes, und es gefällt mir.

Auf das Trio wurde ich aufmerksam, als einer Aufzeichnung von Poetry Slam auf dem merkwürdigen Sender zdf.kultur, den ich offenbar im Auge behalten sollte, ein Musikvideo des hier enthaltenen Liedes „Stormbird“, in dem die Frontfrau Kathrin deBoer im Wesentlichen herumsteht, singt und dabei seltsam guckt, vorausging, das mich mit seiner Kombination aus Minimalismus, Eingängigkeit und unscheißem weiblichem Gesang, dem „Der digitale Flaneur“ verständlicherweise eine subtile Erotik bescheinigt, beeindruckte. Eine mir neue, jedoch sehr schöne englische Vokabel (halcyon) empfiehlt es sich aus besagtem Lied allemal einzuprägen. Man weiß nie, wofür man sie mal brauchen könnte. Manchmal ist Fernsehen eben doch lehrreich.

„Belleruche“ heißt auf Deutsch so viel wie „Schönerbienenstock“. Gestochen wird man auf „Rollerchain“ aber nicht, stattdessen läuft es gelegentlich zäh wie Honig aus den Lautsprechern. Kathrin deBoer betreibt ihr Tun weitgehend von sphärischen Elektronikklängen untermalt. Vom Trip-Hop stammen vor allem die markanten drum loops, die auf anderen Musikalben gelegentlich schrecklich nerven, auf „Rollerchain“ aber ganz gut ins Gesamtgefüge passen. Das Onlinemagazin „hhv.de mag“ spricht von „Nu Jazz“, und das muss ein wirklich sehr „nuer“ Jazz sein, denn so recht jazzig mutet das dann doch nicht an, womit wieder einmal belegt wäre, dass Genres eigentlich gar nicht existieren.

An Vergleichen hätte ich spontan The Ting Tings und Regina Spektor (von der ich allerdings nicht viel kenne) im Ohr, obwohl Belleruche weniger aufdringlich sind als erstgenannte, aber lauter als letztgenannte. Als eine ungefähre Richtungsangabe taugt dies jedoch meines Erachtens allemal.

89 von 100 Punkten vergibt das weise benannte Blog guteshoerenistwichtig, und ich schließe mich einfach mal an. Dass Amazon.de zwar Hörproben, aber bislang keine Kundenrezensionen für das Album vorzuweisen hat, werte ich erfahrungsgemäß als zusätzliches Qualitätsmerkmal.

Ich wünsche angenehmes Hören.

Senfecke:

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