Der Absender. Der Betreff. Der „Text“.
Nova Meierhenrich.
Das Unternehmen Microsoft ist normalerweise nicht zu doof, Liedtexte zu hören und zu interpretieren. Für die Werbekampagnen zur Markteinführung von Windows 95 wurde damals zum Beispiel „Start Me Up“ von den Rolling Stones (wegen des „Start“-Knopfes, wissenschon) verwendet, das recht gut passte.
If you start me up
If you start me up I’ll never stop
So weit, so naja.
Nun fiel mir heute im lokalen Elektrofachhandel auf irgendsoeinem Album von Alex Clare der Aufkleber auf, der besagte, dies sei das Album mit „dem Lied aus der Internet-Explorer-Werbung“. Verstehe: Wenn man’s schon nicht schafft, Musik zu machen, die irgendwen wirklich bewegt, prahlt man eben stattdessen damit, wie toll sie sich als Hintergrundgedudel eignet.
Bei dem Lied handelt es sich um „Too Close“, es wird in folgendem Microsoft-Werbefilm verwendet:
Textauszug gefällig?
There’s nothing to say, nothing to do,
I’ve nothing to give, I must leave without you.
You know we’re headed separate ways.
Wenn’s halt sonst nichts wird.
Ach, YouTube,
da hast du schon so viele tolle Entschuldigungsbildchen für jede passende und unpassende Gelegenheit für uns schutzbedürftige Schäfchen vorbereitet und achtest mittlerweile sogar darauf, dass wir uns auf dir, YouTube, nicht ekeln.
Aber warum sind dann immer noch sämtliche Mitschnitte der Reden Frau von der Leyens problemlos abrufbar? Dringend Abhilfe schaffen!
Den Kindern zuliebe.
Ich bin liberal. Ich war es immer und ich werde es wohl immer sein.
An Politik haben mich in Kindertagen einzig die Hochrechnungen interessiert. Ich fand die bunten Balken im Fernsehen immer sehr interessant, obwohl ich keine Ahnung hatte, was sie bedeuteten. Die Politik änderte sich ja nicht, Helmut Kohl mit seiner CDU war immer da und ging einfach nicht weg.
Als ich mich zum ersten Mal politisch einstufen musste, wählte ich aus Überzeugung die F.D.P., die damals noch zumindest den Anschein wahrte, freiheitlich-demokratisch zu agieren. Freiheit und Demokratie sind bis heute zwei Stützpfeiler meines politischen Handelns. Während meiner Selbstfindungsphase – kurz nach Eintreten meiner Mündigkeit als Wähler also – wählte ich, abgesehen von der CDU, wohl so ziemlich jede größere und/oder bekanntere Partei. Ich gebe zu: Auch die PDS – oder wie auch immer sie damals gerade hieß – war schon darunter.
Dann kam das Internet.
Das böse Internet, das letztendlich das Mittel zur Erlangung kompromissloser Freiheit und Demokratie, ungeachtet nationaler Einschränkungen derselben, ist, begeisterte mich nicht nur, weil man dort so toll Musik und Filme klauen konnte, sondern eben auch und vor allem als Instrument, seiner Meinung ungefiltert Gehör verschaffen zu können.
Wie viele Menschen kam auch ich im Jahr 2009 während der „Zensursula“-Debatte zur Piratenpartei, die sich damals als einzige Partei klar und vehement gegen die geplanten Internetsperrungen zur Wehr setzte. Die Ideale der Partei überzeugten mich dabei so sehr, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben mehr als nur Wähler einer Partei wurde: Ich wurde Mitglied und brachte mich, so gut es ging, ein. Die Piratenpartei stand damals für Freiheit, Demokratie, Transparenz und digitale Bürgerrechte. Seitdem hat sich viel getan.
Dass sich so ein Parteiprogramm auch mal erweitern lässt, ist ja noch nicht verwerflich. Ich war stets „Kernpirat“, habe die für meine politischen Überzeugungen irrelevanten Inhalte also stets geduldet, aber ignoriert. Sie widersprachen ihnen ja nicht.
Ich habe das Pech, in einem Bereich Deutschlands zu wohnen, dessen lokaler Piraten-Kreisverband nicht unbedingt mit Größe glänzt. So wurde ich irgendwann – wohl auch mangels Bewerbern – zum Beisitzer in dessen Vorstand gewählt. (Ein Vorstand in der Piratenpartei – das muss ich für Außenstehende kurz erklären – hat lediglich verwaltende Funktionen, jedoch kein größeres Stimmgewicht als jedes andere Mitglied.) Wie x‑beliebig die Vorstände in der Piratenpartei eigentlich zusammengesetzt werden, sieht man nicht erst an der Personalie Julia Schramm oder an Bernd Schlömer, der im Vorfeld des letzten Bundesparteitages ungefragt die Piratenpartei als „sozialliberale Partei“ definierte: Eine spätere Neuwahl im Kreisvorstand erhob einen mir unbekannten Jürgen A. (Name bewusst gekürzt) ebenfalls als Beisitzer in selbigen. Dieser Jürgen A. wurde am Tag der Wahl zum ersten Mal gesehen und war fortan nicht mehr aufzufinden; nominell ist er bis heute Mitglied des Kreisvorstandes, weil ihn noch niemand erreichen konnte. Zynische Beobachter könnten zusammenfassen: Es wird Vorstand, wer gerade da ist und nicht schnell genug „Nein!“ schreit. (Fairerweise möchte ich hinzufügen, dass das sicherlich nicht in jeder Gliederung der Partei so ist.)
Apropos „sozialliberal“: Lange Zeit war unklar, wo sich die Piraten politisch eigentlich einordnen. Progressiv wollten wir sein, raus aus dem Schema „links oder rechts oder bürgerliche Mitte“. Das hat anscheinend nicht nur die Medien überfordert. Die alte Weisheit, gehört würden stets die, die am lautesten brüllen, hat sich bewahrheitet; flugs kamen Esoteriker, ehemalige NPD-Mitglieder und Antifa-Sympathisanten in die Partei und versuchten sich gegenseitig zu übertönen. Das führte zu bizarren Ergebnissen wie etwa dem der Umfrage, wie man die Piratenpartei am einfachsten zusammenfassen könnte: Sie sei radikal, links, linksliberal und vor allem gegen Rechts. Dass das mal eben den Grundprinzipien zuwiderläuft, auf denen die Partei aufgebaut ist, scheint niemanden wirklich zu stören. Außenstehenden, die das lesen und Wahlprogramme für Altpapier halten, den Unterschied zwischen der Piraten- und der Linkspartei zu erklären war noch nie so schwierig wie heute.
Das zeigte sich auch wieder auf besagtem Bundesparteitag in Bochum. Ein Antrag, der gesellschaftliche Inklusion befürwortete und somit eigentlich von jedem Linken hätte goutiert werden können (und entsprechend mit über 2/3 der Stimmen – 2/3 der Stimmen waren gemäß der gültigen Wahlordnung notwendig – angenommen wurde), enthielt in einem Nebensatz den Begriff der Wahrung der nationalen Identität. Wahlleiter Stephan Urbach fiel das – nachdem der Antrag angenommen worden war – auf, und er eilte zum Mikrofon, um sich über diese Formulierung (offenbar war er nie in Frankreich) aufzuregen und sich für die Änderung in „kulturelle Identität“ auszusprechen. Auch in einem zweiten Wahlgang wurde der Antrag jedoch bestätigt. Stephan Urbach unterschrieb seine Austrittserklärung. Als der Antrag im dritten Wahlgang mit der Hälfte der Stimmen (siehe nochmals die 2/3‑Regelung, um die Absurdität vollständig begreifen zu können) endlich abgelehnt wurde, bedankte er sich, dass „endlich richtig abgestimmt wurde“ (was sehr viel über sein Demokratieverständnis aussagt), und zerriss seine Austrittserklärung. Wie gesagt: Wer am lautesten brüllt, der wird gehört.
Womit wir auch beim anderen großen Problem der Piratenpartei wären: Dem Personenkult. Für den kann sie nicht einmal etwas.
Die Piratenpartei setzt sich seit ihrer Gründung für Themen statt Köpfe ein. Einem Piraten ist es egal, wer gerade Spitzenkandidat ist, denn so etwas kennt die Piratenpartei nicht.
Das überfordert aber die Presse, die gern konkrete und vor allem wenige Ansprechpartner haben möchte.
Im Landesverband Niedersachsen wurden 30 Mitglieder der Piratenpartei auf die Liste zur Landtagswahl 2013 gewählt. Auf Platz 1 und 2 stehen ein Mann und eine Frau. Wie gut für die Presse, denn so hat sie gleich zwei Leute, die sie „Spitzenkandidaten“ nennen kann – wären es zwei Männer, der auf dem zweiten Platz würde sie nicht die Bohne jucken. Die Presse folgt hier klassischen Mustern, sie behandelt die Piratenpartei wie jede andere Partei auch und ist nicht bereit, sich mit ihren Besonderheiten auseinanderzusetzen. Sie spricht nach wie vor (vereinzelt) von Delegierten, von Spitzenkandidaten und von sonstigem Blödsinn, der in einer basisdemokratischen Partei schlicht keine Rolle spielt.
Wir sind einmal angetreten, um die Welt um uns herum mit progressiver Politik zu ändern. Nun ertappe ich uns immer wieder dabei, wie wir uns der alten, starren Welt anpassen. Unsere „Spitzenkandidaten“ haben mit diesem Wort kein Problem, sie widersprechen höchstens noch halbherzig. Den Ansprüchen der Presse wolle man ja genügen, sonst komme sie nicht mehr zu unseren Parteitagen, das wäre ja furchtbar, denn das würde uns total daran hindern, Politik zu machen.
Auf so etwas wie die Verharmlosung von Gewalt durch Mitglieder der Piratenpartei möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, das würde vermutlich zu weit führen. Nur noch so viel: Die Bundespartei steht momentan politisch für nichts, was ich persönlich mit gutem Gewissen mittragen kann. Leute wie Stephan Urbach, der sich ebenfalls in den Bundestag wünscht, kann und werde ich nicht mit meiner Stimme unterstützen. Um es mit Stephan Urbach zu sagen: Das ist nicht mehr meine Partei.
Warum ich – wie auch er – trotzdem noch Pirat bin?
Erstens: Weil zumindest auf Landesebene – der Landesverband Niedersachsen leistet immer noch eine wirklich beachtliche Arbeit – noch nicht alles verloren ist und ich die Piratenpartei hier vorerst auch weiterhin wählen und nach Möglichkeit unterstützen werde. 2013 werden wir wissen, ob das ein Fehler war.
Zweitens: Weil, Mitgliedsausweis hin oder her, das, was die Piratenpartei einst ausmachte, nach wie vor das ist, wofür ich mich politisch einsetzen möchte und werde. Ob mit hübschen Bändchen am Arm, wenn mal wieder abgestimmt werden soll, oder ohne sie. So bedauerlich, weil hinderlich das manchmal auch ist: Es gibt momentan keine ernst zu nehmende politische Alternative für uns netizens.
Ob ich konsequent sein werde, wird sich zeigen. Damit hätte ich vielen von euch so genannten Piraten da draußen aber etwas voraus.
Und, ja, die Kommentare hier sind absichtlich deaktiviert. Heult euch woanders aus.
(Angeregt von @lev3renz, der allerdings einer ganz anderen Partei angehörte.)
Putzig: Nordkorea hat ein Raketenprogramm. Das Kontrollzentrum sieht auch fast ein bisschen technisch aus:
Allerdings wirken die acht Wissenschaftler in dem großen Raum an ihren kleinen Schreibtischen doch ein bisschen verloren.
In der Vergrößerung erkennt man, dass sie auf ihren Computern offenbar auch nicht viel mehr als auf der Projektion an der Wand sehen können; wo dann eben auch (oben rechts) eine Gruppe Koreaner beim Klavierspiel zu sehen ist. Musik und Raketenwissenschaft sind in Nordkorea offenbar näher beisammen als manch einer womöglich glauben mag.
Das Gerät vorn rechts im Bild ist auch recht beachtenswert. Ist das ein Geldautomat? Falls nicht: Warum ist es nicht eingeschaltet, sondern der Stecker liegt lose herum? (Und ist das Google Earth auf dem linken Bildschirm hinten rechts?)
Früher haben Regierungen beim Bildermachen ja wenigstens noch versucht, gut zu lügen.
Putzig auch: Der Iran eröffnet ein eigenes Videoportal. Mit Blackjack und Nutten mehr islamischer Kultur, um den Sittenverfall aufzuhalten.
Laut US-Medien soll mehr.ir den Einfluss des Islam und der iranischen Kultur stärken.
Und was läuft dann da so? Nun:
Auf der Startseite ganz groß: Ausschnitte eines Champions-League-Spiels des FC Bayern
Dann haben wir ja nichts zu befürchten.
(… und so ein Wochenende voller Nichts geht ja auch immer fast so schnell vorbei wie ein glücklicher Moment, ganz gleich, wie lang er sein mag; aber man vermisst es nicht, wenn es vorüber ist.)
Beim Begutachten der noch zu sichtenden Musikalben in meinem Archiv stieß ich zufällig auf die instrumentale Postrock-Gruppe Cinekod. Einer der Titel auf dem Album („People Change, Things Change, You’ll Never Gonna Be The Same For Me“) heißt „Cry“ und ist trotz des (kein bisschen) fehlenden Gesangs dem Titel entsprechend reichlich melancholisch; wie’s eben auch Death Metal ist, wenn man nur deprimiert genug ist.
Zurücklehnen, ’n Radler öffnen und sich fragen, warum man sich diesen ganzen Quatsch namens Leben Montag eigentlich immer noch antut.
Guten Morgen.
Heute wird übrigens der Welt-Antikorruptionstag der UNO begangen. Passend dazu wurde Peer Steinbrück heute mit nur etwas mehr als 93 Prozent der Stimmen zum Kanzlerkandidaten der SPD gewählt.
Steinbrück? Ach so, der:
Laut SPIEGEL erhielt Steinbrück zudem Honorare von Firmen, die während seiner Zeit als Bundesfinanzminister von Aufträgen des Ministeriums profitiert hätten, und pflegte eine größere Nähe zu Bankenlobbyisten als bisher bekannt.
Und ich hatte schon gedacht, die Piratenpartei wäre die einzige Partei in Deutschland, die einen Wahlkampf mit Selbstironie führt. Jetzt müssen sich die Piraten offenbar ranhalten.
Es ist selbst schuld, wer mit der Bahn zufrieden ist, denn das wird nun teuer: Höhere Preise für zufriedene Bahnkunden – für unzufriedene bleibt’s wahrscheinlich unverändert zu teuer – stehen an. Das allerdings nicht überraschend:
Alle Jahre wieder zu Beginn des Winterfahrplans erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise. Darauf können sich die Kunden auch in diesem Jahr verlassen[.]
Bekanntlich ist nämlich Zuverlässigkeit eine der prägnantesten Eigenschaften der Deutschen Bahn. Dem Kunden kommt’s zugute:
Die Kundenzufriedenheit ist Grube (Cheffe vonner Bahn, A.d.V.) bekanntermaßen viel wert.
Das Drängen auf Kundenzufriedenheit seitens der Bahn hat ja bereits in den letzten Monaten so einige Schlagzeilen gemacht: Da werden schon mal Kleinkinder aus Zügen geworfen, sofern die mal fahren. Das tun sie bekanntlich nicht, sobald im November plötzlich und unerwartet der Sommer endet: Die Deutsche Bahn erwartet im Winter wieder Verspätungen und Zugausfälle. Immerhin sagen sie das vorher an.
Aber zahlende Kunden kriegen ja auch was für ihr Geld:
Die Stammkunden der Bahn reisen vom 1. April nächsten Jahres an im Fernverkehr umweltbewusster, weil komplett kohlendioxidfrei. Die Energiemenge für die Fernfahrten aller Bahncard- und Zeitkarteninhaber wird als Ökostrom ins Netz eingespeist.
Und die Energie für alle anderen kommt nach wie vor vom Atomdings. Züge beherrschen dabei dank diverser Umbauten eine intelligente Erkennung ihrer Insassen und schalten pro Sitzplatz die Energiequelle um.
Man treibt also einigen Aufwand, um sein Ziel (nicht unbedingt das Fahrtziel, wenn man das Pech hat, in Wolfsburg aussteigen zu wollen) zu erreichen:
Deshalb werden jetzt die Bonuszahlungen der Bahnmanager auch daran geknüpft – und nicht nur an den Gewinn. Zu diesem Zweck wird die Zufriedenheit der Fahrgäste regelmäßig gemessen.
Richtig gelesen: Nicht etwa erfragt oder anderswie erkundigt, sondern gemessen. Bekommt man künftig als Fahrgast coole Elektroden an den Kopf geschnallt oder werden nur Blutdruckmesser verteilt? Beides wäre ziemlich lustig.
Wenn’s bei der Bahn eben sonst nicht viel zu lachen gibt.
(Mit Dank an Monti_Jones für die Idee zur Überschrift.)
(Vorbemerkung 1: Es folgt mal wieder ein vollkommen unlustiger Text über irgendwas mit Computern.
Vorbemerkung 2: Ich bin seit Jahren Android-Nutzer, der Kauf eines Konkurrenzproduktes ist vorerst nicht geplant.)
‘Das Imperium trollt zurück’ weiterlesen »
Mit dem Emotion-System kann jeder seiner aktuellen Gefühlslage Ausdruck verleihen. Zuneigung, Ärger, Freude, Verbundenheit. Und das jeweils zu einem Preis, der im Zehntel- oder gar Hundertstel-Credit-Bereich liegt.
Klingt nach Dystopie, ist aber das soziale Netzwerk Jappy.
(Zum Glück gibt’s Beispiele für Emotionen unten drunter, sonst könnte sich eventuell jemand nichts darunter vorstellen.)
Jetzt verstehe ich das Konzept.
Kaufe Liebe für drei Credits. Gibt es Rabatt?
„Nina“ – Absender „sandra@(Domain)“ – sandte mir unter obigem Betreff folgende beschauliche Mail (natürlich im HTML-Format, geschrieben mit Windows Mail):
Hallo
Ich mochte ein interessanter Mann zu finden
Zeilenumbrüche sind das neue Ausrufezeichen.
Ich hoffe, ich bin richtig schriftlich
Na, aber so richtig schriftlich!
Ich schicke Ihnen mein Foto
Nein, Sie schickten mir ein photo.zip, in dem sich ein photo.scr, also ein „Bildschirmschoner“ (der unter Windows ausführbaren Code enthalten kann und wird), befindet.
Ich schone meinen Bildschirm und guck’s mir besser nicht an.
magst du mich?
Nein.
kussen
kissen
so richtig ins Gesicht
dolle drücken
Immer wieder gern:
– ich
Am 12. Dezember wird irgendwo Schnee liegen!
Das ist nicht interessant? Hm, wie wäre es damit?: Am 12. Dezember werden Kinder geboren!
Auch nicht? Dann sicher auch nicht dies: Am 12. Dezember wird der Papst seinen zweiten Tweet absetzen!
Aus mir unerfindlichem Grund ist zumindest letzteres aber so unfassbar bemerkenswert, dass das die Medien von Frankfurter Neuer Presse über den Kölner Stadtanzeiger bis zu SPIEGEL Online so sehr bewegt, dass sie dieser Nullnachricht prominenten Platz einräumten. Selbst ich tu‘ das gerade, und ihr verschwendet ernsthaft eure Zeit damit, das zu lesen. Ich bin stolz auf euch.
Vermutlich soll die Welt bewegende Neuigkeit signalisieren, dass die katholische Kirche den Mief der mittelalterlichen, mafiös organisierten Institution ablegen möchte. Das ist zwar verständlich, aber auch verständliche unerwünschte Werbung bleibt unerwünschte Werbung.
Und dann aber andererseits: Ja, der Papst twittert – die katholische Kirche ist endlich in der Neuzeit angekommen! Vorbei ist’s mit der Rückständigkeit, zum Beispiel der Haltung zur Homosexualität, zu Sexualität, zur evangelischen Kirche, zu Scheidungen, zu Pädophilie, zu -
Schon gut, hab‘ nichts gesagt.
Der belgisch-australische Musiker Gotye ist der gegenwärtigen Generation womöglich vor allem für das Lied „Somebody That Used To Know“ bekannt, das, zugegeben, einen nicht üblen Text besitzt (ich zitierte bereits daraus). Zu diesem Lied gibt es ein ziemlich lustiges Video, in dem sich Gotye von einer nackten Frau anschreien lässt, was mich amüsiert.
Weniger bekannt ist es, dass Gotye außer MTV-Pop auch wirklich bemerkenswerte Lieder im Repertoire hat.
Ich schätze ja Lieder, die textlich den kulturellen Verfall der Musikindustrie dokumentieren, etwa „Four Chords That Made A Million“ von Porcupine Tree. Auch Gotye, ironischerweise ja ein Nutznießer besagter Industrie, hat auf „Making Mirrors“ (dem Album mit dem Lied mit der nackten Frau im Video) ein solches Lied aufgenommen. „State of the Art“ nimmt die neuen Möglichkeiten auf’s Korn, dass eben Computer heutzutage quasi jedes Instrument ersetzen und der Musik somit das Herzblut fehlt.
Now we can’t tell them apart,
but these amazing simulations end up sounding even better than the real thing
Wahr, so wahr.
Guten Morgen.
Ein aufschlussreiches Gespräch mit Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU, was auch sonst?) hat Tilman Steffen „ZEIT ONLINE“ kürzlich geführt. Holger Stahlknecht – wer ihn nicht kennt – ist derjenige, der sich gern zusammen mit anderen CDU-hardlinern wie Uwe Schünemann und Hans-Peter Friedrich ablichten lässt, um auch mal in der Zeitung zu sein. Schon im Kindergarten gab es ja immer Leute, die lieber mit den coolen kids – also den Rowdys – ihre Zeit verbrachten.
Interessant fand ich die Einleitung des Gesprächs: Ein Scheitern des nächsten NPD-Verbots würde den Rechtsstaat stärken, teilte Holger Stahlknecht ihrzufolge mit. Diese Aussage, für sich allein stehend, erschien mir so grandios grotesk, dass ich mich tatsächlich mit dem kompletten Interview befasste. Und es wurde nicht besser!
Er – Holger Stahlknecht – fände ein NPD-Verbot an sich ziemlich prima. Ob er dafür die nötigen Beweise habe? Neien! Müsse er ja auch nicht:
Aus meiner Sicht reicht die Erkenntnis, dass die Partei zur Umsetzung ihrer politischen Ziele Gewalt zumindest billigend in Kauf nimmt. Ob dies dann programmatisch verankert sein muss, sei dahingestellt.
Entscheidend für die Beurteilung der Aggressivität ist, was in den Köpfen der Parteiführer vorgeht. Für mich ist klar, dass die NPD physische und psychische Gewalt nutzt, um ihre politischen Ziele umzusetzen. (…)
Es sind uns Telefongespräche bekannt, in denen NPD-Mitglieder Gewaltakte bei Demonstration gutheißen. Das belegt: Gewalt ist für die NPD ein probates Mittel.
Zur Erinnerung: Der Mann ist in der CDU. Das reicht nicht? Nun:
Und so weiter und so fort. Wie beurteilen wir nun die Aggressivität der CDU? Holger Stahlknechts Wortwahl war offenbar nicht die klügste. Blöderweise merkt er das nicht mal, wenn man nachfragt:
ZEIT ONLINE: Muss aber nicht die ganze Partei und ihre Führung eine solche Haltung zeigen und nicht nur einzelne Mitglieder oder Gruppen?
Stahlknecht: Ich meine: Wenn es einzelnen Parteigruppen nachweisbar ist, reicht das aus, die aggressiv-kämpferische Grundhaltung zu belegen.
Schön, dass das endlich geklärt ist.
Weiter im Text. Worauf Herr Stahlknecht genau spekuliert, war bis hierhin offen. Erfreulicherweise stellt er anschließend klar, dass ein Verbot der NPD eigentlich gar nicht so wichtig sei, eigentlich wäre es auch ganz gut, bliebe sie erlaubt:
Sollte das Verfassungsgericht die NPD nicht verbieten, sähe ich das nicht als Niederlage. Auch das Scheitern eines NPD-Verbots wäre ein Sieg für den Rechtsstaat. Dann müssen wir uns inhaltlich mit der NPD auseinandersetzen.
(Diese Reihenfolge lasse ich einfach mal so stehen; Hervorhebung von mir.)
Das eigene Tun erscheint oft so viel philanthropischer, wenn man es nur am richtigen Gegenüber misst.
So ein Rechts-Staat braucht andererseits immer eine geeignete Regierung, nicht wahr?
Ich verwende seit einiger Zeit die ziemlich gute app Tasker, um Aufgaben zu planen und damit etwa von kurz nach 1 bis 9 Uhr den Flugmodus zu aktivieren, um ein wenig Strom zu sparen. Das hat lange (von, wenn ich mich recht entsinne, Android 2.3 bis 4.1.x) ziemlich gut funktioniert.
Mit Android 4.2 führten die Entwickler eine neue Beschränkung ein und verbieten es Anwendungen wie Tasker und seiner bekannten Konkurrenz-app Locale nun, direkt auf den Flugmodus zuzugreifen. Eine entsprechende Änderung wurde in Tasker 1.3.3u2 eingebaut:
Android 4.2+: made Airplane Mode, Airplane Radios, Stay On, Wifi Sleep unavailable (Google restriction)
Bestehende Aufgaben behält Tasker zwar bei, informiert den Benutzer jedoch darüber, dass Anweisungen wie „mach um 2 Uhr den Flugmodus an“ fortan schlicht ignoriert würden.
Das Popup, in dem diese Information zu finden ist, wird unmittelbar von Tasker angezeigt und weist obendrein auf die Lösung hin: Man möge doch bitte ein gerootetes Gerät verwenden (das sollte heutzutage ja beinahe der Normalfall sein; Fragen hierzu nehme ich im Kommentarbereich entgegen) und sich das Secure-Settings-Plugin herunterladen.
Tasker besitzt bekanntlich ein umfangreiches Plugin-System, in das sich beliebige Anwendungen einklinken können; so ist es zum Beispiel möglich, auch Anweisungen von anderen apps als Aufgabe zu planen. Eine solche app ist Secure Settings (die kostenlose Version genügt hier vollkommen), das Tasker und Locale laut Beschreibung um Funktionen wie „Bluetooth an/aus“, „Schriftgröße ändern“ und eben eine Feinjustierung des Flugmodus‘ erweitert.
Das klang gut. Also habe ich besagte app installiert, in meiner „Nachtmodus“-Aufgabe die Aktion „Plugin – Secure Settings“ hinzugefügt, drückte dort auf „Bearbeiten“ und fand – nichts. Schriftgröße, Kameraaktionen, SIP-Anrufe, nur kein Flugmodus vorhanden. Das frustrierte mich so sehr, dass ich meine naturgegebene Faulheit überwand und nach einer Lösung für das Problem suchte. Diese fand ich schließlich im XDA-Developers-Forum. Der entscheidende Satz lautet:
Launch Secure Settings, go over to the Helper tab and install the helper.
Hier war das Popup seitens Taskers ein wenig missverständlich – ich hatte somit schlicht nicht daran gedacht, mich vor dem Anlegen der Aufgabe mit der app selbst zu beschäftigen.
In Secure Settings selbst also befindet sich ein Tab namens „Helper“, wo es – root-Rechte vorausgesetzt – genügt, den „Helper“ zu installieren:
Nun ist es möglich, in Tasker über Aktion – Plugin – Secure Settings über die nun hinzugekommenen Einträge entweder den Flugmodus zu aktivieren/deaktivieren („Airplane Mode“) oder zu entscheiden, welche Verbindungen in den Flugmodus gesetzt werden sollen („Airplane Mode Radios“). Ich habe mich für erstere Lösung entschieden:
Sollte noch jemand ein ähnliches Problem haben, kann es gut sein, dass Secure Settings es löst. Die Gründe für die neuerlichen Restriktionen seitens der Android-Entwickler sind mir übrigens unbekannt und regen mich ein bisschen auf.