Es ist selbst schuld, wer mit der Bahn zufrieden ist, denn das wird nun teuer: Höhere Preise für zufriedene Bahnkunden — für unzufriedene bleibt’s wahrscheinlich unverändert zu teuer — stehen an. Das allerdings nicht überraschend:
Alle Jahre wieder zu Beginn des Winterfahrplans erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise. Darauf können sich die Kunden auch in diesem Jahr verlassen[.]
Bekanntlich ist nämlich Zuverlässigkeit eine der prägnantesten Eigenschaften der Deutschen Bahn. Dem Kunden kommt’s zugute:
Die Kundenzufriedenheit ist Grube (Cheffe vonner Bahn, A.d.V.) bekanntermaßen viel wert.
Das Drängen auf Kundenzufriedenheit seitens der Bahn hat ja bereits in den letzten Monaten so einige Schlagzeilen gemacht: Da werden schon mal Kleinkinder aus Zügen geworfen, sofern die mal fahren. Das tun sie bekanntlich nicht, sobald im November plötzlich und unerwartet der Sommer endet: Die Deutsche Bahn erwartet im Winter wieder Verspätungen und Zugausfälle. Immerhin sagen sie das vorher an.
Aber zahlende Kunden kriegen ja auch was für ihr Geld:
Die Stammkunden der Bahn reisen vom 1. April nächsten Jahres an im Fernverkehr umweltbewusster, weil komplett kohlendioxidfrei. Die Energiemenge für die Fernfahrten aller Bahncard- und Zeitkarteninhaber wird als Ökostrom ins Netz eingespeist.
Und die Energie für alle anderen kommt nach wie vor vom Atomdings. Züge beherrschen dabei dank diverser Umbauten eine intelligente Erkennung ihrer Insassen und schalten pro Sitzplatz die Energiequelle um.
Man treibt also einigen Aufwand, um sein Ziel (nicht unbedingt das Fahrtziel, wenn man das Pech hat, in Wolfsburg aussteigen zu wollen) zu erreichen:
Deshalb werden jetzt die Bonuszahlungen der Bahnmanager auch daran geknüpft — und nicht nur an den Gewinn. Zu diesem Zweck wird die Zufriedenheit der Fahrgäste regelmäßig gemessen.
Richtig gelesen: Nicht etwa erfragt oder anderswie erkundigt, sondern gemessen. Bekommt man künftig als Fahrgast coole Elektroden an den Kopf geschnallt oder werden nur Blutdruckmesser verteilt? Beides wäre ziemlich lustig.
Wenn’s bei der Bahn eben sonst nicht viel zu lachen gibt.
(Mit Dank an Monti_Jones für die Idee zur Überschrift.)
