NetzfundstückeNerdkrams
Foren sind das neue Dark­net

Anläss­lich der zahl­rei­chen Pro­te­ste gegen diver­se EU-Geset­ze lie­ßen es sich auch ein paar Betrei­ber von Web­fo­ren (für die Jün­ge­ren: das hat­ten die Älte­ren frü­her vor Face­book; für die Älte­ren: das hat­ten die Jün­ge­ren nach dem Use­net) nicht neh­men, ihrem Unmut nicht nur Aus­druck, son­dern auch eine eige­ne Web­site zu ver­lei­hen, die „Foren gegen Upload-Fil­ter“ heißt und also schon von einer ganz fal­schen Prä­mis­se aus­geht.

In einem „offe­nen Brief“ – wäre Ver­sen­den nicht sinn­vol­ler? – tei­len 27 Foren­ad­mins, auch im Namen ihrer „mehr als 15 Mil­lio­nen“ Mit­glie­der, unter ande­rem mit, war­um sie der Ansicht sind, die Not­wen­dig­keit der Ein­füh­rung von Upload­fil­tern sei ein mas­si­ves Pro­blem für sie und ihre Mit­glie­der. Selbst mir fal­len meh­re­re Grün­de ein, war­um besag­te Upload­fil­ter auch für sich an geset­zes­treue Men­schen rich­ten­de Foren schnell ein gro­ßes Pro­blem wer­den könn­ten. Den 27 Foren­ad­mins aber fiel über­dies einer ein, den sie ver­mut­lich noch bereu­en wer­den:

Foren fal­len unter die zen­tra­le Defi­ni­ti­on in Arti­kel 2 (5): der Haupt­zweck ist das Hoch­la­den, Orga­ni­sie­ren und Dar­stel­len geschütz­ter Wer­ke[.]

Die­ser Ein­wand, der sich dar­auf bezieht, dass ja auch etwas, was zum Bei­spiel ich in ein Forum rein­schrei­be, mein „gei­sti­ges Eigen­tum“ ist, ver­kennt, dass die Nut­zungs­be­din­gun­gen der mei­sten Foren dort ein Nut­zungs­recht vor­se­hen: Ein Bei­trag, den ich ver­fas­se, ist damit auto­ma­tisch an den Betrei­ber lizen­ziert wor­den. Dar­um geht es also nicht.

Web­fo­ren die­nen außer­halb des dark­nets und eini­ger lang­le­bi­ger Tausch­bör­sen eben nicht dem „Hoch­la­den, Orga­ni­sie­ren und Dar­stel­len“ geschütz­ter Wer­ke wie zum Bei­spiel pro­fes­sio­nell gemach­ter Fotos oder gan­zer Kino­fil­me. Täten sie das, wäre ich ver­mut­lich viel häu­fi­ger in ihnen zuge­gen. Sie die­nen dem Aus­tausch von Neu­ig­kei­ten, Mei­nun­gen, gele­gent­lich eige­ner Wer­ke mit aus­rei­chen­der Schöp­fungs­hö­he. Man kann sich im Web pri­ma aus­tau­schen, ohne dabei jeman­des Rech­te zu ver­let­zen. Das kann ich auch nur wei­ter­emp­feh­len.

Wäre ich Axel Voss, wenn auch nicht ganz so dumm und kurz­sich­tig, emp­fäh­le ich den „offe­nen Brief“ jedoch als ein wei­te­res Argu­ment für „mei­nen“ Geset­zes­ent­wurf. Ich befürch­te, das wird uns allen noch sehr viel Ärger berei­ten.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
„Ekla­tan­ter Man­gel“ des Tages

Was pas­siert eigent­lich, wenn die urdeut­sche Lust auf Listen mit der twit­ter­fe­mi­ni­sti­schen Gier nach Geschlechts­un­ter­schie­den kor­re­liert? – Falls noch jemand Fra­gen zur deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia hat­te: Das Auf­tre­ten von The­re­sa Han­nig erklärt vie­les.

Wenn man nach Autoren sucht, bekommt man zu 80% männ­li­che Autoren auf­ge­li­stet – egal in wel­chem Gen­re. Es gibt aber lei­der kei­ne Mög­lich­keit, nach Geschlecht zu fil­tern. Die­sen ekla­tan­ten Man­gel woll­te ich also end­lich ändern.

Enzy­klo­pä­disch undenk­bar, einen Autoren nach sei­nem Werk, nicht aber nach sei­ner Fort­pflan­zungs­art zu kate­go­ri­sie­ren! Selbst­ver­ständ­lich wur­de der umge­hend ent­stan­de­ne Lösch­an­trag von einem „wahr­schein­lich männ­li­chen“ (Lorenz Mey­er, „BILD­blog“) Mit­wi­ki­pe­dia­ner dank der erprob­ten Schüt­zen­hil­fe der eige­nen Twit­ter­ar­mee in den Rück­zug getrie­ben. Für die gute Sache darf auch mal hart gefoch­ten wer­den.

Viel­leicht lege ich nach­her eine Liste aller mir bekann­ten inter­se­xu­el­len Fah­rer eines gel­ben Mit­tel­klas­se­wa­gens an.

Weni­ger Öffent­lich­keit kann eine Kon­flikt­lö­sung manch­mal erleich­tern.
Wiki­quet­te

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: The Clay­po­ol Len­non Deli­ri­um – South of Rea­li­ty

The Claypool Lennon Delirium - South of RealityLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Der musi­ka­li­sche Nach­lass von John Len­non wird zu vie­ler Men­schen Bedau­ern weit­ge­hend von Yoko Ono wei­ter­ge­führt. Davon unbe­rührt sei die Fest­stel­lung, dass ihr gemein­sa­mer Sohn Sean – Wit­ze über Namen sind unge­hö­rig – seit 2015 gemein­sam mit Les Clay­po­ol, dem Sän­ger und Bas­si­sten der bemer­kens­wer­ten Rock­band Pri­mus, unter dem Band­na­men The Clay­po­ol Len­non Deli­ri­um weit­aus bes­se­re Musik her­vor­bringt. Ihr dies­jäh­ri­ges Album „South of Rea­li­ty“ (Amazon.de, TIDAL) sei hier daher nicht nur zu doku­men­ta­to­ri­schen Zwecken erwähnt.

An die Auf­nah­men sei­nes, Sean Len­nons, Vaters erin­nert gele­gent­lich eine Hälf­te des Gesangs – die Stim­me scheint erb­lich zu sein. Dar­über hin­aus höre ich hier aber sti­li­stisch viel­fäl­ti­ge Rock­mu­sik.

Toa­dy Man’s Hour

Klar ist, dass die Expe­ri­men­tier­freu­de der spä­te­ren Beat­les es schwie­rig macht, nicht auch mal Refe­ren­zen an die­se aus­zu­ma­chen zu mei­nen, etwa, wenn Sitar­ge­räu­sche ertö­nen. Dar­über hin­aus wer­den vie­ler­lei Sti­le, von Funk bis Ska („Toa­dy Man’s Hour“), ein­ge­bun­den in ein gele­gent­lich in witz­be­rühr­te Tex­te getauch­tes Psy­che­de­lic-Gewand, das scheint, als hät­ten die 60er Jah­re nie ein Ende genom­men, son­dern sei­en bis heu­te schlicht fort­ge­schrie­ben wor­den („Litt­le Fishes“). Das Duo ver­zich­tet dabei auf blo­ße Imi­ta­ti­on, son­dern über­zeugt jeden­falls mich durch eine inspi­rier­te Erneue­rung und Erwei­te­rung mit der eige­nen musi­ka­li­schen Erfah­rung. Pri­mus gibt es seit 1984 und das hört man auch.

Wärm­stens emp­foh­len.


Völ­lig ande­re Fra­ge: Kann die Bahn jetzt ab einer Stun­de Ver­spä­tung eigent­lich Geld von den Fahr­gä­sten zurück­for­dern?

In den NachrichtenWirtschaft
Bur­ger King: McDonald’s soll den Big King nicht benach­tei­li­gen!

Ein Rück­blick: Im Jahr 2006 grün­de­ten Dani­el Ek und Mar­tin Lorent­zon in Schwe­den den Musik­strea­ming­dienst Spo­ti­fy, der inzwi­schen die der­zeit unan­ge­foch­te­ne Füh­rung hin­sicht­lich der Abon­nen­ten­zahl über­nom­men hat. In den Nach­rich­ten ist Spo­ti­fy gele­gent­lich zu fin­den, weil das mil­li­ar­den­schwe­re Unter­neh­men zuse­hends weni­ger Geld an die Künst­ler abführt, die ihm über­haupt erst sein Geschäft ermög­li­chen. Inklu macht gie­rig.

Spo­ti­fy, grund­sätz­lich auch wer­be­fi­nan­ziert ver­füg­bar, hät­te natür­lich gern Geld aus Abon­ne­ments. Die­se kann man über meh­re­re Wege abschlie­ßen, sowohl über Spo­ti­f­ys eige­ne Infra­struk­tur als auch über die Infra­struk­tu­ren ande­rer Unter­neh­men, etwa über den App Store von Apple. In die­sem Bei­spiel hät­te Apple gern Geld für die Ver­mitt­lung die­ser Dienst­lei­stung von Spo­ti­fy, Infra­struk­tur kostet nun mal Geld.

Unter die­sem Ein­druck machen wir einen Sprung in die heu­ti­ge Bericht­erstat­tung. Zur­zeit berich­ten Medi­en über­ein­stim­mend dar­über, dass Spo­ti­fy bei der EU-Kom­mis­si­on gepetzt hat, dass Apple die Chuz­pe besit­ze, bei Ver­trags­ab­schluss über App­les Infra­struk­tur einen Anteil an Geld von Mit­be­wer­bern zu ver­lan­gen:

Als Platt­form­be­trei­ber und gleich­zei­ti­ger Kon­kur­rent im Musik-Strea­ming-Markt ver­schaf­fe sich Apple „an jeder Ecke unfai­re Vor­tei­le“, schreibt Spo­ti­fy-Grün­der Dani­el Ek.

Dass also Apple selbst auf von Apple pro­du­zier­ten Gerä­ten mit Soft­ware von Apple über die Infra­struk­tur von Apple Dien­ste von Apple gegen­über Wett­be­wer­bern bevor­zu­ge, sei zu unter­bin­den, denn Spo­ti­fy selbst ver­fü­ge nicht über eine eige­ne Smart­phon­e­pro­duk­ti­on und das sei unfair. Als hät­te Apple Spo­ti­fy ver­bo­ten, selbst ein Smart­phone zu bau­en – und als wäre Spo­ti­fy ver­pflich­tet, App­les Dien­ste in Anspruch zu neh­men!

Gibt es ein Recht dar­auf, kosten­los beim Kon­kur­ren­ten wer­ben zu dür­fen?

In den Nachrichten
Por­nos zu dre­hen ist auch Erzie­hung!

Die „Sun“ erzählt:

Fünf Müt­ter haben als Teil einer neu­en Show auf Chan­nel 4 einen Por­no­film gedreht, von dem sie glück­lich wären, sähen ihre Kin­der ihn an. „Mums Make Porn“ beglei­tet die Frau­en, die Kin­der im Teen­ager­al­ter haben, dabei, ihr eige­nes Sex­vi­deo her­zu­stel­len, nach­dem sie von den Hard­core­por­nos erschüt­tert waren, die online gra­tis zu haben sind.

„Unse­re Puber­tät war eine anstren­gen­de Zeit, aber unse­re Eltern stan­den uns bei und brach­ten unse­re Sexua­li­tät mit ihrem für uns gedreh­ten Por­no auf die rich­ti­ge Bahn!“

(Poin­te via @retronic_sxe)

MontagsmusikPolitikIn den Nachrichten
Self Defen­se Fami­ly – Britta­ny Mur­phy in 8 Mile

Heute ist WAS?Es ist Mon­tag. Die Pres­se­ver­la­ge wah­ren ihre Tra­di­tio­nen, ich hin­ge­gen wür­de das wirk­lich lie­ber nicht tun. Die Mon­tag­s­tra­di­ti­on des Miss­muts ist eine, die in der Fami­lie wei­ter­zu­ge­ben ich nicht unbe­dingt emp­feh­le. Annet­te Scha­van hat gesagt, die Bibel sei wich­tig für unser täg­li­ches Zusam­men­le­ben, aber ich bin mir noch unsi­cher, ob ich mich dazu eig­ne, Homo­se­xu­el­le zu meu­cheln.

Ein Exkurs ins Aus­land: Phil­adel­phia (die Stadt, nicht der Frisch­kä­se) wird künf­tig vor­schrei­ben, dass Läden gefäl­ligst Bar­geld anzu­neh­men haben. Scha­de, dass in Euro­pa noch nicht so weit gedacht wird – uns droht noch die Abschaf­fung von Bar­zah­lung. Möge jemand bis dahin aus­fall­si­che­re Bezahl­sy­ste­me erfin­den! Nicht all­zu weit davon ent­fernt beschwer­te sich ein Hip­ster dar­über, dass ein Arti­kel dar­über, dass Hip­ster alle gleich aus­se­hen, mit sei­nem Foto bebil­dert wur­de – aber es zeig­te gar nicht ihn. Das wäre wit­zi­ger, wenn das Gesche­hen nur auf ande­ren Kon­ti­nen­ten und nicht eben­so in Ber­lin denk­bar wäre.

Apro­pos Ber­lin: Mög­li­cher­wei­se muss die Eröff­nung des dor­ti­gen neu­en Flug­ha­fens aber­mals ver­scho­ben wer­den. Von die­sem Fehl­schlag unbe­ein­druckt bril­liert die SPD auch auf Bun­des­ebe­ne wie­der mit diplo­ma­ti­schem Geschick. Es muss Wahl­kampf sein, die SPD probt für den gro­ßen Mara­thon des Sich-in-den-Fuß-Schie­ßens.

Gute Nach­rich­ten zum Schluss: Die Bahn ist ab heu­te weni­ger unpünkt­lich, denn 15 Minu­ten Ver­spä­tung sol­len fort­an nicht mehr als eine sol­che gel­ten. Nach alten Regeln pünkt­lich bleibt hier aber Musik.

Britta­ny Mur­phy in 8 Mile

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Abschlie­ßend ange­merkt zu #Fri­days­For­Fu­ture

Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er (SPD, ver­steht sich) sah sich gestern gezwun­gen, mit dem Flug­zeug von Ber­lin nach Neu­mün­ster zu rei­sen. Dort sprach er vor demon­strie­ren­den Schü­lern dar­über, wie wich­tig die Ret­tung des Kli­mas ist. Er hät­te natür­lich statt­des­sen auch in der Bun­des­haupt­stadt spre­chen kön­nen, jedoch ist der Frau­en­tag dort ein Fei­er­tag, die Schü­ler hat­ten also schul­frei; und so weit, dass sie sich ohne den Vor­teil eines Schul­aus­falls für das Kli­ma ein­set­zen wür­den, geht ihr „Akti­vis­mus“ dann auch nicht: Es war recht leer (All­er­gi­ker­war­nung: Mat­thi­as Matussek/Facebook!) in Ber­lin.

Wenn das die poli­ti­sche Zukunft des Lan­des sein soll, dann soll­ten wir viel­leicht doch Gre­ta Thun­bergs Rat befol­gen: Wir soll­ten in Panik gera­ten.

In den NachrichtenWirtschaftMir wird geschlecht
Unde­mo­kra­tisch, unso­zi­al und unpro­duk­tiv

Zum heu­ti­gen Welt­frau­en­tag, an dem tra­di­tio­nell auch „lin­ken“ Par­tei­en plötz­lich wie­der ein­fällt, dass zwei Geschlech­ter eigent­lich auch rei­chen, lässt Hei­ko Maas (SPD, irrele­vant) Twit­ter­le­ser wis­sen:

[E]ine Poli­tik, die die Bedürf­nis­se und die Fähig­kei­ten der Hälf­te der Men­schen nicht berück­sich­tigt, ist nicht nur unde­mo­kra­tisch, sie ist auch unso­zi­al und unpro­duk­tiv.

Tref­fen­der hät­te ich die SPD, die Bedürf­nis­se und Fähig­kei­ten der Men­schen seit vie­len Jah­ren nicht berück­sich­tigt, gar nicht beschrei­ben kön­nen.

MusikIn den Nachrichten
Demo­kra­tie dank Päd­era­stie

Auf­grund der nicht zum ersten Mal öffent­lich geführ­ten Dis­kus­si­on um Micha­el Jack­sons Nei­gung zu Kin­dern lässt Anten­ne Nie­der­sach­sen mit­tei­len:

„Soll­ten sich die Vor­wür­fe gegen­über Micha­el Jack­son erhär­ten oder neue Details bekannt wer­den, so wer­den wir hier intern sicher­lich über unser Vor­ge­hen bera­ten.“ Denk­bar sei dann, die Hörer ent­schei­den zu las­sen, ob Micha­el Jack­son wei­ter gespielt wer­den sol­le.

Es ist bedau­er­lich, dass erst see­li­scher Scha­den durch sexu­el­le Über­grif­fe ent­ste­hen müss­te, bevor Radio­sen­der in Erwä­gung zie­hen, see­li­schen Scha­den durch scheuß­li­che Musik von ihren Hörern abzu­wen­den. Man könn­te mei­nen, ihnen sei an der För­de­rung von Viel­falt und Qua­li­tät gar nichts gele­gen. Aus­nahms­wei­se hof­fe ich aber, dass es dazu nicht kommt. Die Kau­sa­li­tät, dass Hörern zuge­hört wird, weil jemand einem Kind bei­schlief, ist zwar humo­ri­stisch wert­voll, scheint aber als Prä­ze­denz­fall eher unge­eig­net.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitikNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 6. März 2019

Gestern hat der Ber­li­ner Senat das meh­re­re Mil­lio­nen Euro teu­re „Hou­se of One“, eine Art kon­fes­si­ons­über­grei­fen­de Kir­che, für einen Euro an eine Stif­tung ver­schenkt. Man sehe mir nach, dass ich daher von den in sozia­len Medi­en erschal­len­den Rufen nach „#nie­mehr­CDU“ wei­ter­hin Abstand neh­men wer­de: Län­der, in denen die Alles-Mit­mach-Par­tei­en regie­ren, wer­den offen­bar nicht mit Bedacht geführt.


Nicht, dass die CDU unbe­dingt die bes­se­ren Poli­ti­ker in ihren Rei­hen hät­te: In Nord­rhein-West­fa­len soll anschei­nend künf­tig die Nut­zung von Daten­schutz­me­cha­nis­men weit­ge­hend ver­bo­ten wer­den.


In weni­gen Wochen wird Seit inzwi­schen einem Jahr soll es nur noch neu zuge­las­se­ne Autos in der EU geben, in denen es einen „Steck­platz“ für eSIMs gibt. Abge­se­hen von der sich mal wie­der zum Gestellt­wer­den anbie­ten­den Fra­ge, war­um Deutsch­land sich auch wei­ter­hin mehr­heit­lich gegen erheb­li­che Kri­tik an der EU wehrt, sind wir zumin­dest fein raus, weil wir hier­zu­lan­de eine ein­fa­che Mög­lich­keit haben, zu ver­hin­dern, dass die­ser Steck­platz zur Über­wa­chung genutzt wird: Ein­fach eine Mobil­funk­kar­te von O2 hin­ein­stecken und schon ist es nur noch mit gro­ßem Auf­wand mög­lich, dar­über eine Inter­net­ver­bin­dung her­zu­stel­len. (Quel­le: Eige­ne Erfah­rung.)


Goog­le hat sich des Pro­blems des „Gen­der Pay Gaps“ ange­nom­men und in den eige­nen Gehalts­li­sten mal nach­ge­guckt, ob nicht viel­leicht eine unfai­re Behand­lung auf­grund des Geschlechts vor­liegt, die eines Aus­gleichs bedürf­te. Gut, dass sie es gemacht haben: Män­ner wer­den dort jetzt bes­ser bezahlt als vor­her. Viel­leicht wer­de ich ja doch noch Femi­nist.


Über­ra­schung: „Bei rund 40 Pro­zent aller ‚KI-Start­ups‘ in Euro­pa gibt es kei­nen Hin­weis dar­auf, dass Künst­li­che Intel­li­genz in irgend­ei­ner Wei­se Teil des Geschäfts oder Ange­bots ist.“

MusikIn den Nachrichten
Zum Tode Keith Flints

Wäh­rend Deutsch­land, gera­de erst über die gera­de­zu klas­sisch ger­ma­ni­sche Poin­te hin­weg, man möge einen ande­ren Men­schen doch bit­te wie eine Kanal­rat­te ersäu­fen, sich noch über alber­ne Kar­ne­vals­wit­ze auf­regt, dreht sich die Musik­welt wei­ter: Keith Flint, die Figur hin­ter bekann­ten Lie­dern wie dem fol­gen­den, ist jetzt auf eige­nen Wunsch auch dahin.

The Pro­di­gy – Fire­star­ter (Offi­ci­al Video)

Nun kann man von sol­cher­lei Musik hal­ten, was man möch­te, und auch ich sprä­che unwahr, behaup­te­te ich, Plat­ten des Herrn sei­en in mei­nem Besitz; aus gesell­schaft­li­cher Sicht ist sein Tod aber sicher ein grö­ße­rer Ver­lust als viel­leicht ange­nom­men wird. Bei „spik­ed“ wird Keith Flint als der „letz­te Punk“ bezeich­net, was zwar nicht nett gegen­über leben­den Punks, aber doch begrün­det ist: So pro­vo­kant eini­ge sei­ner Tex­te auch gewe­sen sein mögen und so absicht­lich er Men­schen mit einem umgangs­sprach­li­chen Stock im Arsch auch auf die Pal­me gebracht hat – er und sei­ne Band waren kei­nes­wegs das Vor­bild für Gewalt und Hass, als das „lin­ke Spie­ßer“ (Slime, ande­res Lied, ähn­li­cher Kon­text) sie dar­zu­stel­len ver­such­ten.

Wie absurd auto­ri­tär es ist, die Wor­te „Smack My Bitch Up“ nicht aus­spre­chen zu wol­len, damit kein nai­ver Pop-Rock-Fan sie als Anlei­tung begreift und die erste Frau ver­drischt, der er begeg­net!

(Schlim­me Über­set­zung von mir.)

Die gemein­hin aner­kann­ten Vor­bil­der, die mit den guten Rat­schlä­gen, gin­gen schon zur Nei­ge, bevor The Pro­di­gy am erfolg­reich­sten waren. Sie eig­ne­ten sich als Rebel­len aber auch nur, wenn man ihre Mit­tei­lun­gen aus dem Kon­text riss und sich sei­nen eige­nen Göt­zen aus ihnen schuf. Ihre Bot­schaft war lang­wei­lig: Bleibt im Bett! Lasst euer Haar wach­sen! Besorgt euch Per­so­nal!

John, Yoko und das System

Ob Keith Flints Ver­mächt­nis, wenn ich es ein­mal jour­na­li­stisch aus­drücken darf, Früch­te tra­gen wird, wage ich kaum abzu­war­ten. Bob Dylans aus­ge­streck­ter Mit­tel­fin­ger wirft zuse­hends klei­ne­re Schat­ten. Wenn Schla­ger jetzt das blei­ben, was kom­men­de Gene­ra­tio­nen bewe­gen wird, dann wird die­ser Tod viel­leicht ein Ende gewe­sen sein, das kei­nen Neu­an­fang bedeu­te­te. Was für eine Ver­schwen­dung!

They did­n’t start the fire. Sie wüss­ten auch gar nicht, was sie damit anstel­len soll­ten.


Apro­pos Quatsch: Ihr seid inter­es­siert an homöo­pa­thi­scher „Medi­zin“? Dann fresst doch Gren­ze!

In den NachrichtenMontagsmusik
Mono­pho­nist – Kern­schmel­ze / Kla­ge // Mei­ne Kame­ra klin­gelt.

Ein Kaffee vs. kein KaffeeEs ist Mon­tag. Heu­te sind Nar­ren weni­ger gut getarnt als sonst, aber es sind vie­le, viel zu vie­le. In natür­lich Ber­lin schei­nen sie an Tank­stel­len schon Lack statt Bier aus­zu­schen­ken. Viel­leicht könn­ten wir die Stadt ja Russ­land zurück­ge­ben?

Die Gegen­sei­te des kal­ten Krie­ges hält tap­fer dage­gen: Wäh­rend in Deutsch­land noch frei dre­hen­de Sta­si­funk­tio­nä­re die Rede­frei­heit sub­jek­ti­vie­ren, ver­pflich­tet der böse Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten es Uni­ver­si­tä­ten, die Rede­frei­heit ein­zu­schrän­ken. Böser Donald Trump, pfui!

Einen schlim­men Ver­dacht äußer­te kürz­lich Robert Habeck, Twit­ter­flücht­ling der Grü­nen: Sind die Grü­nen und die CDU etwa gar nicht die­sel­be Par­tei? Nicht, dass sich das noch her­um­spricht und sich bei­de Par­tei­en viel­leicht eine unter­schied­li­che Poli­tik aus­den­ken müs­sen! – Was sich hin­ge­gen unbe­dingt her­um­spre­chen soll­te: Aktu­el­le Smart­phones von jeden­falls Hua­wei haben vorn höher auf­lö­sen­de Kame­ras als hin­ten. Als wären die Ergeb­nis­se inter­es­sant! Bes­ser macht es aus­nahms­wei­se One­Plus, wo man zwar nach wie vor kei­nen Kopf­hö­rer­an­schluss mehr bekommt, aber die blö­de Vor­ne­ka­me­ra künf­tig erst aus­klap­pen muss, was hof­fent­lich eini­ger­ma­ßen abschreckend wirkt. Ein Smart­phone ohne sel­fie-Funk­ti­on wür­de ich übri­gens viel­leicht kau­fen.

Was ich so lan­ge statt­des­sen kau­fe: Musik.

MONOPHONIST – Kern­schmel­ze / Kla­ge

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Alte­na, Stadt der Rekor­de.

Von 1990 bis 2005 hat­te die Stadt einen 15-pro­zen­ti­gen Bevöl­ke­rungs­rück­gang zu ver­zeich­nen. Alte­na besitzt damit eine Son­der­stel­lung in Nord­rhein-West­fa­len als Kom­mu­ne mit dem schnell­sten Bevöl­ke­rungs­rück­gang und wur­de von der Ber­tels­mann Stif­tung als Pilot­kom­mu­ne für das Pro­jekt Neu­es Altern in der Stadt („NAIS“) aus­ge­wählt.

Lei­stung muss sich wie­der loh­nen. :ja:

(aus: Wiki­pe­dia)

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Ein Nach­trag zu True Fruits

Der Obst­pü­rist True Fruits steht seit Wochen in der Kri­tik, weil sei­ne pro­vo­kan­te Wer­bung nicht jedem gefällt. Johan­nes Richardt fasst gut zusam­men:

True Fruits hat Recht, es geht in sol­chen Dis­kus­sio­nen auch um Macht[.] Gera­de des­halb ist heu­te so wich­tig, Humor zu ver­tei­di­gen, der pro­vo­ziert, aneckt und es gera­de nicht jedem Recht machen will.

Mitt­ler­wei­le wird gegen das Unter­neh­men peti­tio­niert, was bekannt­lich die schärf­ste Form des deut­schen Pro­tests ist. Das wird ihnen eine Leh­re sein.


Kur­ze Durch­sa­ge vom Papst: Um rich­tig beten zu kön­nen, darf man kei­nes­falls gei­stig erwach­sen sein.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Kurz ange­merkt zu Twit­ter als Lebens­grund­la­ge

Ich kann der Ver­mu­tung kaum etwas ent­ge­gen­set­zen, dass jemand, der sei­ne „Exi­stenz bedroht“ sieht (zitiert aus: „Neue Zür­cher Zei­tung“, gestern), weil er in einem Online­an­ge­bot eines wirt­schaft­lich han­deln­den Unter­neh­mens nie mehr gra­tis höch­stens 280 Zei­chen lan­gen Non­sens spei­chern dür­fe, in sei­nem Leben eine Men­ge fal­scher Ent­schei­dun­gen getrof­fen hat und von Medi­en jed­wel­cher Art – und das schließt selbst die­sen Text hier ein – zu sei­nem eige­nen Wohl nicht unbe­dingt auch noch nament­lich in die wei­te­re (hier über­dies aus­län­di­sche) Öffent­lich­keit gezo­gen wer­den soll­te, aber ich gehö­re auch zu den sicht­lich schwin­den­den Men­schen, in deren Augen resp. Ver­stand der Beruf eines „Wri­ters“ (zitiert aus: eng­lisch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia, Arti­kel zur Per­son) nicht unbe­dingt auf aus­ge­rech­net Twit­ter aus­ge­übt wer­den müs­sen soll­te.