NetzfundstückeNerdkrams
Chrom­e­fox jetzt noch öfter

„hei­se online“:

Ab 2020 erscheint alle 4 Wochen ein Major-Update für den Fire­fox-Brow­ser. Nut­zer bekom­men dadurch schnel­ler neu­er (sic! A.d.V.) Funk­tio­nen.

„Schwerdt­fe­gr (beta)“:

Und gene­rell ist es doch eine tol­le idee, eine neue soft­wä­jhr-vers­jon nicht etwa zu ver­öf­fent­li­chen, weil sie fer­tig ist, son­dern weil ein datum auf dem kalen­der steht. Dar­über freu­en sich alle.

Jemand soll­te mal einen Web­brow­ser raus­brin­gen, des­sen wesent­li­che neue Funk­ti­on es ist, HTML-Doku­men­te zuver­läs­sig anzei­gen zu kön­nen. Scheint mir eine Markt­lücke zu sein.

NerdkramsMir wird geschlechtIn den Nachrichten
Weg­schnapp­ge­at­met.

Stell­ver­tre­tend für Jef­frey Epstein, des­sen Tod eine wei­te­re Bestra­fung zum Leid sei­ner inhalt­li­chen Geg­ner ver­kom­pli­ziert hat, fiel am MIT nun ein Bau­ern­op­fer: Richard Stall­man, der bekann­te Musi­ker sowie Grün­der des GNU-Pro­jekts und der Free Soft­ware Foun­da­ti­on, wur­de zurück­ge­tre­ten. Der Grund dafür sei, dass er der Ansicht sei, dass ein­ver­nehm­li­cher Geschlechts­ver­kehr mit einer Sieb­zehn­jäh­ri­gen seman­tisch nicht auto­ma­tisch als sexu­el­ler Über­griff auf eine Min­der­jäh­ri­ge zu wer­ten sei – im Jahr 2019 eine Ansicht, die nie­der­ge­brüllt zu wer­den durch­aus abseh­bar ist. Dass er offen­sicht­lich etwas völ­lig ande­res mit­ge­teilt hat, sei zu ver­nach­läs­si­gen; es geht ja um die gute Sache und da sind tat­säch­lich getrof­fe­ne Aus­sa­gen als Ent­dring­li­chung der Weg­mü­ssung einer fokus­sier­ten Per­son grund­sätz­lich zu ver­nach­läs­si­gen. Fak­ten sind frau­en­feind­lich!

Wenn nun also Richard Stall­man „pro­ble­ma­tisch“ sei und „weg“ müs­se: Wäre es dann nicht nur kon­se­quent, hät­ten die Rit­ter der sozia­len Gerech­tig­keit die Güte, das Öko­sy­stem von GNU (ein­schließ­lich – aber nicht beschränkt auf – Linux) künf­tig zu mei­den und sich einen ande­ren Spiel­platz zu suchen?

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Boris with Merz­bow – Vomitself

Der Blick in den Spiegel - na, entsetzt?Es ist Mon­tag. Alles bleibt anders. Fast ver­ges­sen zu haben, wie Glück­lich­sein geht, ver­viel­facht das Erle­ben. Ich emp­feh­le eine weit­ge­hend fata­li­sti­sche Grund­stim­mung zur anlass­be­zo­ge­nen Emo­ti­ons­ver­meh­rung. Alles riecht nach einem Abend vol­ler Ach­du­lie­be­gü­tes. Es gilt tief ein­zu­tau­chen. Hossa.

Laut einer Stu­die zei­gen Lei­chen nach dem Tod noch Bewe­gung. Ein Schelm blogg­te, das sei ja wie bei der SPD, aber die SPD bewegt sich gar nicht – die fällt nur um. Das wie­der­um ist für Lei­chen nicht unge­wöhn­lich. Apro­pos Sozi­al­de­mo­kra­tie: In Groß­bri­tan­ni­en ist ein gol­de­nes Klo ent­wen­det wor­den. Die Wirt­schaft auf der Insel scheint noch übler dran zu sein als ange­nom­men. – Von Gott sol­le man sich kein Bild­nis machen, heißt es in der Bibel. Was das damit zu tun hat, dass Wer­bung mit dem legal erwor­be­nen Bild Gre­ta Thun­bergs aktiv bekämpft wird, weiß ich aber nicht.

Vor ein paar Mona­ten hat das Debi­an­pro­jekt ein Pro­gramm aus sei­nem Soft­ware­an­ge­bot ent­fernt, weil es „boob“ im Namen trägt, was, wie ent­schie­den wur­de, respekt­los sei. Die­se Form des Respekts ist eine, die ich nicht tei­le.

Respekt habe ich aber durch­aus auch vor Musik. Lärm? Das Leben ist Lärm.

BORIS WITH MERZBOW – „Vomitself“ (Offi­ci­al Live Video)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Kurz ver­linkt: „Kin­der haben ein Recht auf Pri­vat­sphä­re“.

Heu­te ist Frei­tag, der 13. Sep­tem­ber. Und – ist schon Schau­ri­ges abseits des iPho­nes gesche­hen?

Bevor die letz­ten Opfer des Tages zu bekla­gen sind, möch­te ich das hier kei­nes­falls unver­linkt las­sen:

Es ist hier­zu­lan­de auch ziem­lich nor­mal, den Brow­ser­ver­lauf regel­mä­ßig zu checken oder selbst­ver­ständ­lich pri­va­te Nach­rich­ten auf Mes­sen­ger-Dien­sten zu lesen. (…) Mich macht die­ses über­grif­fi­ge Ver­hal­ten von Eltern wütend. Wie sol­len Kin­der ler­nen was Pri­vat­sphä­re ist, wenn man ihnen selbst kei­ne gestat­tet?

Die Zukunft, von der Grü­ne und ihre ver­meint­lich unpar­tei­li­chen Schütz­lin­ge auf allen Kanä­len dau­er­feu­ernd wind­beu­teln, hat das Kli­ma für sich ent­deckt und lässt zu vie­les ande­res lie­gen. Die Über­wa­chungs­ge­set­ze des näch­sten Jahr­zehnts wer­den eine Fol­ge aus die­ser Nach­läs­sig­keit sein.

Manch­mal möch­te ich gar nicht so alt wer­den.

In den NachrichtenNerdkramsPiratenparteiPolitik
Schmal­ban­d­eu­ro­pa

Vor ein paar Wochen, „zuletzt aktua­li­siert am 20. August 2019“, ver­öf­fent­lich­te der VPN-Anbie­ter Surfs­hark einen Index der digi­ta­len Lebens­qua­li­tät. In die­sen Index flos­sen die E‑Go­vern­ment- und die Daten­schutz­si­tua­ti­on eben­so ein wie Qua­li­tät und Geschwin­dig­keit des mobi­len und sta­tio­nä­ren Breit­band­in­ter­nets.

Es wur­den 65 Staa­ten bewer­tet. Unter den zehn best­be­wer­te­ten Staa­ten befin­den sich mit Frank­reich (Platz 2), Nor­we­gen (Platz 4), Däne­mark (Platz 7), Ita­li­en (Platz 9) und Schwe­den (Platz 10) fünf euro­päi­sche Ver­tre­ter, die mei­sten von ihnen in der Euro­päi­schen Uni­on. Deutsch­land liegt auf Platz 19.

2005, zu Beginn der Kanz­ler­schaft Ange­la Mer­kels, ver­sprach die Ach­se des Bösen, die Koali­ti­on aus CDU/CSU und SPD:

Die Koali­ti­ons­par­tei­en wer­den zur Siche­rung der Zukunft des Indu­strie- und For­schungs­stand­orts Deutsch­land Anrei­ze für den Auf­bau bzw. Aus­bau moder­ner und breit­ban­di­ger Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze schaf­fen.

Die­ses Vor­ha­ben war nur mäßig erfolg­reich, wie sich her­aus­ge­stellt hat. Und wie das eben immer so ist, wenn füh­ren­de Poli­ti­ker mit dem Bruch ihrer Wahl­ver­spre­chen kon­fron­tiert wer­den, fin­det sich schon jemand, der schuld sein soll, wie es gestern aus dem Regie­rungs­spre­cher her­aus­s­ei­ber­te:

Euro­pa muss tech­no­lo­gisch in allen Berei­chen wie­der auf die Höhe der Zeit kom­men[.]

Eine „Auf­ga­be der Euro­päi­schen Uni­on“, die tech­nisch an Deutsch­land längst vor­bei­zieht, sei es, dass end­lich mal jemand sich um die „Digi­ta­li­sie­rung im Gei­ste der sozia­len Markt­wirt­schaft“ (Mer­kel, Ange­la, ebd.) küm­me­re. Hof­fent­lich wählt 2021 aus­nahms­wei­se mal jemand CDU/CSU und SPD. Die schei­nen ja rich­tig kon­struk­ti­ve Ideen ein­brin­gen zu kön­nen – wenn sie nur end­lich jemand lie­ße! :ja:


Bei einer ande­ren Par­tei könn­te man über Tech­nik noch was ler­nen: Die baden-würt­tem­ber­gi­sche Pira­ten­par­tei – das Lesen setzt ein Abon­ne­ment vor­aus, loka­le Kopie hier – kann seit etli­chen Mona­ten ihre diver­sen längst sicher­heits­pro­ble­ma­ti­schen Word­Press-Blogs nicht mehr aktua­li­sie­ren, weil der zustän­di­ge Admi­ni­stra­tor seit noch mehr Mona­ten dem­nächst die ver­wen­de­ten Ser­ver einer ande­ren Glie­de­rung unter­ord­nen wird. Jemand soll­te mal eine Par­tei grün­den, in der sich EDV-Affi­ne mit­ein­an­der ver­net­zen kön­nen. Dort wäre so etwas undenk­bar.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: The Ken­tish Spi­res – The Last Har­vest

The Kentish Spires - The Last HarvestLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Der Can­ter­bu­ry Style (kurz: Can­ter­bu­ry), eine locke­re, humor­vol­le Spiel­art des Jazz­rocks, hat in den letz­ten vier­zig Jah­ren eini­ge Federn (hier: Markt­an­teil) las­sen müs­sen. Dank der Ver­triebs­mög­lich­kei­ten des Inter­nets, das den Schritt, erst eine Plat­ten­fir­ma von sich über­zeu­gen zu müs­sen, bevor man ein grö­ße­res Publi­kum für sich gewin­nen kann, erblü­hen all­mäh­lich aber wie­der erste Musi­ker, die dem Trend zuwi­der­ar­bei­ten, zu musi­ka­li­scher Blü­te. In der Ver­gan­gen­heit nann­te ich bereits die deut­sche Grup­pe Argos als gutes Bei­spiel, aber auch in Groß­bri­tan­ni­en, dem Mut­ter­land des Can­ter­bu­rys, ist mit­un­ter wie­der eine ange­neh­me stil­na­he Neu­grün­dung zu sehen.

Zu die­sen Neu­grün­dun­gen gehö­ren The Ken­tish Spi­res, ein eng­li­sches Quin­tett, des­sen Debüt­al­bum „The Last Har­vest“ (Bandcamp.com) 2018 erschien. Die Band ver­bin­det gekonnt Folk­mu­sik mit Can­ter­bu­ry und mit­tel­al­ter­li­chen The­men. Das muss man heut­zu­ta­ge ja dran­schrei­ben. Unge­konnt gibt’s an jeder Stra­ßen­ecke.

The Ken­tish Spi­res in rehear­sal INTROCEPTION

Beson­de­res Kenn­zei­chen des Gehör­ten ist sicher­lich der Gesang von Lucie „V“ Vow­les, deren bemer­kens­wert kraft­vol­le Stim­me hier deut­li­che Akzen­te setzt. Wer gele­gent­lich an Nico denkt: Will­kom­men im (sehr klei­nen, eigent­lich schon vol­len) Club! Es gibt sel­ten Beat­les­ques, auch mal Van-der-Graaf-Refe­ren­zen („Intro­cep­ti­on“) und ein eigent­lich zu lan­ges, weil behä­bi­ges Titel­stück als Zier­de zu ver­mel­den.

Der Grup­pe zwei­tes Album – „Sprez­za­tu­ra“ – erschien bereits im August die­ses Jah­res. Viel­leicht kom­me ich dar­auf spä­ter noch mal zurück.

PolitikNetzfundstücke
Schrö­din­gers Mei­nungs­frei­heit

Was Hei­ko Maas sagt, wenn ein Deut­scher im Inter­net lügt:

Ein­hal­tung von Recht & Gesetz ist kein Angriff, son­dern die Garan­tie für Mei­nungs­frei­heit. Das Netz ist kein rechts­frei­er Raum.

Was Hei­ko Maas sagt, wenn ein Hong­kon­ger einen Staat umstür­zen will:

Das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung ist ein fun­da­men­ta­les Prin­zip. Es darf kei­nen Ein­schrän­kun­gen unter­lie­gen.

Mei­ne Ein­schät­zung hier­zu wür­de ich gern mit­tei­len, aber dann twit­tert er bestimmt was über mich.


Geschäfts­idee des Tages: Mono­po­ly, aber wenn man über Los geht, bekommt man weni­ger Spiel­geld, wenn man einen Penis trägt. Für Has­bro ist die­ses Ein­kom­mens­ge­fäl­le ein „zusätz­li­cher Spaß­fak­tor“ – das glau­be ich auch.

PolitikIn den Nachrichten
Der Krieg gegen US-ame­ri­ka­ni­sche Spreng­mei­ster hat begon­nen.

„Wir müs­sen die Wahr­heit über den Ter­ror aus­spre­chen. Lasst uns nie­mals fre­vel­haf­te Ver­schwö­rungs­theo­rien im Zusam­men­hang mit den Anschlä­gen des 11. Sep­tem­ber tole­rie­ren, bos­haf­te Lügen, die bezwecken, die Schuld von den Ter­ro­ri­sten abzu­len­ken.“
– Geor­ge W. Bush, 2001


Es ist aber auch ärger­lich: Da wird seit 18 Jah­ren abzüg­lich eines Tages die Grund­rechts­ent­ker­nung von Bür­gern dies- und jen­seits des Atlan­tiks unter stän­di­ger Beteue­rung, ein ein­ge­zäun­ter, durch­leuch­te­ter und maxi­mal­über­wach­ter Bür­ger kön­ne wenig­stens nicht Opfer eines hin­ter­häl­ti­gen Anschlags wer­den, vor­an­ge­trie­ben, Hun­dert­tau­sen­de wer­den im Kampf gegen den Ter­ror zum vor­geb­li­chen Schutz der „west­li­chen Wer­te“ gemeu­chelt; und dann stellt sich her­aus, dass Tei­le der staat­lich geneh­mig­ten Kriegs­er­klä­rung auf fal­schen Ursa­chen beruh­ten:

9/11: Stu­die deu­tet auf Spren­gung des drit­ten Turms
For­scher der Uni­ver­si­tät Alas­ka Fair­banks haben den Zusam­men­bruch von World Trade Cen­ter 7 unter­sucht und schlie­ßen Feu­er als Ein­sturz­ur­sa­che aus[.]

Zum Glück hat das noch recht­zei­tig jemand unter­sucht. Nicht aus­zu­den­ken, was pas­siert wäre, wenn der Tod der dort Ansäs­si­gen einem Außen­ste­hen­den zur Last gelegt wor­den wäre!

NetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
Affor­mance – Open Mind // Die Akti­vi­sten sind empört.

Kein Metatext. Hallo!Es ist Mon­tag. Es gibt anschei­nend miet­ba­re Insta­g­ram­part­ner, die Fotos vom Mie­ten­den anfer­ti­gen und irgend­wo hoch­la­den. Die­ses Inter­net regt mich maß­los auf.

Bei der Ein­heits­par­tei um die SPD her­um haben sie einen NPD-Herrn zum Orts­vor­ste­her gewählt, weil er E‑Mails lesen und schrei­ben kann. Jetzt regt man an, die Wahl zu revi­die­ren. Genau so habe ich mir Demo­kra­tie ja immer vor­ge­stellt. Die nord­rhein-west­fä­li­sche Pira­ten­par­tei wird unter­des­sen dem­nächst dar­über befin­den, ob statt Min­dest­lohn nicht eine staat­li­che Brot­aus­ga­be­stel­le aus­rei­chend wäre. Man kann den Ost­deut­schen vie­les vor­wer­fen, wenn­gleich nicht unbe­dingt die weit­ge­hend fried­li­che Gesell­schaft, von der wir heut­zu­ta­ge vie­les ler­nen könn­ten, aber die­se Form des Andenkens haben sie wirk­lich nicht ver­dient.

„Die voll­kom­men Fru­strier­ten wäh­len seit Neue­stem sogar rechts, weil das offen­bar das ist, mit dem man euch am aller­mei­sten ärgern kann“, schrieb ein gran­dio­ser Blog­ger gestern ins Inter­net hin­ein und hat­te damit natür­lich völ­lig Recht. Mora­li­sche Über­le­gen­heit ist nichts wert, wenn man sie als Pro­jek­ti­on benutzt, um ande­ren Men­schen das Leben zu ver­gäl­len. Dar­auf einen Smoothie!

Ver­le­ger distan­zie­ren sich vom Lei­stungs­schutz­recht. Find ich gut. Dar­auf erst mal ein fröh­li­ches Lied­lein, bevor die Depres­si­on über­hand nimmt.

Affor­mance Open Mind

Guten Mor­gen.

PolitikNetzfundstückeMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 7. Sep­tem­ber 2019: Bru­tal frau­en­feind­li­cher Kon­to­stand

Immer weni­ger Frau­en hei­ra­ten und die Män­ner sind schuld: „Die mei­sten [US-] ame­ri­ka­ni­schen Frau­en hof­fen zu hei­ra­ten, aber der der­zei­ti­ge Man­gel an hei­ratba­ren Män­nern – sol­che mit einem festen Arbeits­platz und einem guten Ein­kom­men – machen das zuse­hends schwie­ri­ger.“ Sel­ten hat mich Roman­tik so sehr begei­stert.


Die­ser Blog­post ist bru­tal frau­en­feind­lich.


In Tei­len Sach­sens gab es eine Wahl­be­tei­li­gung von über 100 Pro­zent. Mich wun­dert nicht, dass die CDU dort stärk­ste Par­tei gewor­den ist.


„[Olaf Scholz] kann nicht mal vor­ge­ben, ein füh­len­der Mensch zu sein. Als Arsch aller­dings macht er bel­la figu­ra.“


Abschlie­ßen­de Nach­richt von der „Grund­ver­sor­gung“: „Erst­mals liegt bei den 14- bis 29-Jäh­ri­gen der Bewegt­bild-Kon­sum im Inter­net klar vor dem im Fern­se­hen.“ Da hel­fen nur noch höhe­re Rund­funk­ge­büh­ren!

PolitikIn den Nachrichten
Hoff­nung Dexit (2): Ter­ro­ri­sten! Kri­mi­nel­le! Wer­ber!

Im Juni 2017 schrieb ich:

Ein Poli­ti­ker, der sich als libe­ral und als Men­schen­freund ver­steht, soll­te aus genau die­sen Grün­den und in Erfül­lung sei­ner Ver­ant­wor­tung gegen­über denen, deren Inter­es­sen er zu ver­tre­ten ver­pflich­tet ist, alles dar­an set­zen, ein bal­di­ges Ende der Euro­päi­schen Uni­on her­bei­zu­füh­ren.

Soll­te die­ser Text plötz­lich eben­so ver­schwin­den wie ich, dann könn­te es an den Plä­nen der Euro­päi­schen Uni­on lie­gen, die Gren­zen der Mei­nungs­frei­heit gera­de­zu­zie­hen:

Die EU-Kom­mis­si­on will Online-Platt­for­men künf­tig auch in ande­ren Fäl­len als Urhe­ber­rechts­ver­stö­ßen all­ge­mein zum Ein­satz von Upload-Fil­tern zwin­gen. Mit sol­chen „pro­ak­ti­ven Maß­nah­men“ soll die Ver­brei­tung ille­ga­ler und auch lega­ler, angeb­lich „schäd­li­cher Inhal­te“ ver­hin­dert wer­den. Außer­dem könn­ten uner­wünsch­te Ver­öf­fent­li­chun­gen mit der Sper­rung von Online-Kon­ten bestraft wer­den.

Wört­lich ist auf Sei­te 94 des Doku­ments (loka­le Kopie hier), die sich unter ande­rem damit befasst, dass auch „Ter­ro­ri­sten und Kri­mi­nel­le“ ein­fach so ohne Auf­sicht ins Inter­net dür­fen, als sei das bereits eine unzu­mut­ba­re Gefahr, außer vom Fei­gen­blatt der „child por­no­gra­phy“ von fake news und dis­in­for­ma­ti­on die Rede, was ich einer­seits gut fin­de, weil es wohl jede Wahl- und son­sti­ge Wer­bung unter Stra­fe stellt, ande­rer­seits aber auf­grund sei­ner sehr frei­en For­mu­lie­rung gewis­se Fall­stricke birgt. Ab wann ist ein Aus­druck des Miss­fal­lens eine „hat­red speech“ (ebd.)? Wie weit lässt sich „harmful con­tent“ (aber­mals ebd.) fas­sen? Ich hal­te zum Bei­spiel „SPIEGEL ONLINE“ für einen sol­chen. Dreht die EU dem „SPIEGEL“ nach Beschluss das Inter­net ab oder gibt es da einen gewis­sen Ermes­sens­spiel­raum?

So oder so – ich wie­der­ho­le mich: Es ist nicht alles schlecht in Groß­bri­tan­ni­en.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: gli­stening leo­tard – six but­ter­flies slight­ly moving an ele­phant in a theat­re

glistening leotard - six butterflies slightly moving an elephant in a theatreLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

gli­stening leo­tard – „glit­zern­der Gym­na­stik­an­zug“ – ist ein seit 2007 bestehen­des Quin­tett aus Duis­burg, das gele­gent­lich mal einen Ton­trä­ger in phy­si­ka­li­scher oder vir­tu­el­ler Form ver­öf­fent­licht. Album/EP/Veröffentlichung Num­mer 6, zur­zeit aktu­ell, erreich­te die Öffent­lich­keit im Novem­ber 2018 und heißt nach dem Vor­gän­ger „GL5“ erneut durch­num­me­riert, näm­lich „six but­ter­flies slight­ly moving an ele­phant in a theat­re“ (Bandcamp.com).

Die natür­lich sechs Stücke hei­ßen „but­ter­flies“, „slight­ly“, „six“, „in a theat­re“, „an ele­phant“ und „moving“ und wer­den kei­nes­wegs in der zu erwar­ten­den Rei­hen­fol­ge gespielt, denn das wäre ja lang­wei­lig. Bezüg­lich „six but­ter­flies slight­ly moving an ele­phant in a theat­re“ soll­te aller­dings jeder Anflug von Lan­ge­wei­le bereits beim Hören ver­ge­hen. Ich höre Post- („moving“) und Math­rock („but­ter­flies“) eben­so wie die­je­ni­ge Form der Pop­mu­sik, die bestimmt irgend­ei­nen blö­den Gen­re­na­men bekommt, wenn ein Jour­na­list sich an ihr ver­se­hent­lich den Hori­zont stößt. „Lounge Metal“ nennt die Band das. Was für Metal hört man in so einer Lounge?

Die Kir­sche auf dem Alben­pud­ding ist der herr­lich melo­di­sche Gesang Jes­si­ca Näsers. Gehört eine Kir­sche eigent­lich auf einen Pud­ding? Gehört irgend­was auf irgend­was?

moving

Main­stream, befand das Inter­net zu die­sem Album, „sei anders“. Mögen gli­stening leo­tard nie­mals den Weg des Anders­seins gehen. Wir haben doch sonst nichts.

Netzfundstücke
Soy­lent Green for Future

Am 21. August 2019 ver­mel­de­te „Deutsch­land­funk Nova“:

In unse­ren Flüs­sen schwim­men ein­ge­wan­der­te Krab­ben und Fische, die hei­mi­sche Arten bedro­hen. Bis­her wer­den sie ver­nich­tet. Wir könn­ten sie aber essen. Soll­ten wir sogar. Es sind näm­lich rich­ti­ge Deli­ka­tes­sen.

Einen Scherz­bold – näm­lich mich – ver­lei­te­te das dazu, aus­ge­rech­net auf Twit­ter zu fra­gen, war­um der Mensch bei Tie­ren auf die ein­fach­ste Lösung kom­me, wäh­rend ihm der rich­ti­ge Umgang mit von ande­ren Men­schen ver­ur­sach­te Pro­ble­me viel schwe­rer fällt. Nach den Flücht­lin­gen kam das Kli­ma, und da kommt man mit „ein­fach alle auf­es­sen“ nicht wei­ter.

Oder doch?

Ein schwe­di­scher Ver­hal­tens­for­scher hat vor­ge­schla­gen, dass es not­wen­dig sein könn­te, sich dem Kan­ni­ba­lis­mus zuzu­wen­den und anzu­fan­gen, Men­schen zu essen, um den Pla­ne­ten zu ret­ten.

(Blö­de Über­set­zung von mir.)

Alber­nes Land da oben. So dick sind Schwe­den doch oft gar nicht.

Wohl bekomm’s.