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Afformance – Open Mind // Die Aktivisten sind empört.

Kein Metatext. Hallo!Es ist Montag. Es gibt anscheinend mietbare Instagrampartner, die Fotos vom Mietenden anfertigen und irgendwo hochladen. Dieses Internet regt mich maßlos auf.

Bei der Einheitspartei um die SPD herum haben sie einen NPD-Herrn zum Ortsvorsteher gewählt, weil er E-Mails lesen und schreiben kann. Jetzt regt man an, die Wahl zu revidieren. Genau so habe ich mir Demokratie ja immer vorgestellt. Die nordrhein-westfälische Piratenpartei wird unterdessen demnächst darüber befinden, ob statt Mindestlohn nicht eine staatliche Brotausgabestelle ausreichend wäre. Man kann den Ostdeutschen vieles vorwerfen, wenngleich nicht unbedingt die weitgehend friedliche Gesellschaft, von der wir heutzutage vieles lernen könnten, aber diese Form des Andenkens haben sie wirklich nicht verdient.

„Die vollkommen Frustrierten wählen seit Neuestem sogar rechts, weil das offenbar das ist, mit dem man euch am allermeisten ärgern kann“, schrieb ein grandioser Blogger gestern ins Internet hinein und hatte damit natürlich völlig Recht. Moralische Überlegenheit ist nichts wert, wenn man sie als Projektion benutzt, um anderen Menschen das Leben zu vergällen. Darauf einen Smoothie!

Verleger distanzieren sich vom Leistungsschutzrecht. Find ich gut. Darauf erst mal ein fröhliches Liedlein, bevor die Depression überhand nimmt.

Guten Morgen.

Senfecke:

  1. > Bei der SPD haben sie einen NPD-Herrn zum Ortsvorsteher gewählt,
    > weil er E-Mails lesen und schreiben kann.

    Räusper. Also GEWÄHLT hat ihn EINSTIMMIG die ganze lokale Politriege aus SPD, CDU und FDP. Was den insinuierten Bezug auf deren mangelnde Digitalkompetenz angeht, stammt die hochpeichliche Selbstdesklassierung vom örtlichen CDU-Vertreter:

    https://www.hessenschau.de/politik/npd-politiker-von-cdu-spd-und-fdp-zum-ortsvorsteher-gewaehlt,npd-ortsvorsteher-jagsch-100.html

    „Wie es zur Wahl des Rechtsextremen in dem Ortsbeirat kommen konnte, dazu gab es am Samstag verschiedene Erklärungen. Auch CDU-Vertreter Norbert Szielasko hatte Jagsch gewählt. […] Warum dann Jagsch? „Da wir keinen anderen haben – vor allem keinen Jüngeren, der sich mit Computer auskennt, der Mails verschicken kann“, sagte Szielasko.“

    Ich bin ganz sicher kein Freund der Kaffekoch- und Verräterpartei – ganz im Gegenteil -, aber sachlich korrekt sollte ein Statement schon sein, auch wenn es nur pointiert hingeworfen wird. Daß jetzt wie zuvor in Irland, Schottland und Griechenland auch hierzulande so lange rumgewählt werden soll, bis das richtige rauskommt, ist indes in der Tat eine Desmaskierung der ganzen Demokratie-Folklore. D’accord.

    Man kann in dem Kontext auch nochmal drüber nachdenken, was es eigentlich bedeutet, wenn folgendes öffentlich geäußert wird:

    „Absprachen vor der Wahl unter den Vertretern der demokratischen Parteien seien nicht rechtzeitig erfolgt, sagte der Erste Beigeordnete der Gemeinde.“ (Quelle wie oben).

    Lies: Hier hat die übliche Vorfeld-Postenkungelei einfach nur versagt, weil keine eigenen Leute zu bedienen waren. Junge, Junge, die machen noch nicht mal einen Hehl aus dieser ganzen Farce. Auch ein hübsches ungewolltes Eingeständnis.

  2. Nachtrag zur Einordnung des Vorgangs: In Hessen ist die Wetterau (zusammen mit ein paar Gemeinden rund um Wetzlar) eine traditionelle Hochburg der Neofaschisten:

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/hessen-npd-bei-kommunalwahl-was-steckt-hinter-dem-erfolg-a-1081073.html
    https://www.fuldaerzeitung.de/regional/hessen/braune-flecken-mitten-in-hessen-in-einigen-kommunen-fuhlt-sich-die-npd-noch-stark-XB4751752

    Da kann es nicht verwundern, daß man gutnachbarschaftlich halt einen bekannten NPD-Mann wählt. Das war natürlich kein Unfall und die ganze Zurückruderei jetzt ist die offiziöse Reaktion auf den Shitstorm. Ebensowenig verwundert es, daß man jetzt in der Region nach dem weitgehenden Rückzug der NPD aus der Lokalpolitik ganz trendy zur AfD wechselt:

    Landtagswahl 2018, Wahlkreis 26 – Wetterau II: Andreas Lichert (AfD) 17,5%
    https://statistik-hessen.de/l_2018/html/wahlkreise/26

    Und das ist nur der Mittelwert. Highlight:

    „In der nach Zweitstimmenanteilen zweitstärksten Gemeinde Hirzenhain (Wetterau) hat die AfD die Wahl gewonnen. In der 2.834-Seelen-Gemeinde kommt die Partei auf 23,3 Prozent und liegt damit deutlich vor CDU (20,2) und SPD (20,1).“

    https://www.hessenschau.de/politik/wahlen/landtagswahl-2018/datenanalyse-so-hat-hessen-gewaehlt—in-10-diagrammen,wahlanalyse-montag-100.html

    Gelebte Kontinuität a la Wetterau. Da fragt man sich, weshalb jetzt alle überraschte Empörung an den Tag legen.

  3. Prima.

    > Bei der Einheitspartei um die SPD herum

    Ja, diese zielgerichtete Spitze hat die selbsterklärte Arbeiterpartei verdient – sie brüstet sich nämlich sehr damit, die NPD aus ihrer ehemaligen Hochburg Wölfersheim vertrieben zu haben. Das ist natürlich oberflächlicher Selbstbelobhudelungs-Quark und wie zum Beweis wählen sie jetzt gleich im Nachbarort die angeblich nicht mehr existente NPD selbst mit. Super Stunt, Genossen!

:) 
:D 
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:o 
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8) 
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