MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: bensn­b­ur­ner – noclip

bensnburner - noclipLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Weil ein Stück die­ses Albums mir zur Mon­tags­mu­sik taug­te, habe ich mir mal das gan­ze Album ange­se­hen. Es stammt von bensn­b­ur­ner aus Frei­burg, das ein Ein­mann­pro­jekt zu sein scheint (also bensn­b­ur­ner, nicht Frei­burg), und heißt, benannt nach einem Cheat­code aus dem Spiel Doom, „noclip“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL). Den­noch hat Band­chef Ben Krahl sich hier mit fünf ande­ren Musi­kern zusam­men­ge­tan, dar­un­ter Harald Kim­mig an der Vio­li­ne und – wie schon zuvor – Bene Abert an Ham­mond­or­gel, Per­kus­si­on und spe­cial FX, was immer das für ein Instru­ment sein soll. Das ver­spricht Abwechs­lung.

Die ent­hal­te­nen Stücke sind mal der instru­men­ta­len Rock­mu­sik („blush respon­se“), mal den Expe­ri­men­ten der frü­hen Krautrocker („#FFFFFF“, „do we give a damn?“) nahe, aber auch Tanz­mu­sik („ITSTANTRUM“) wird gespielt. Die Rei­he „rou­ting reti­re­ment of a repli­cant“ wird in Teil 3 ambi­ent fort­ge­setzt:

Rou­ti­ne Reti­re­ment of a Repli­cant, Pt. 3

In „SUCKMYROCKET“ hat schließ­lich auch die Vio­li­ne Platz für ein aus­ge­dehn­tes Solo.

In den selbst auf­er­leg­ten Eti­ket­ten zu dem Album ist von Post­rock und Free Jazz die Rede, aber der Rest passt: Elec­tro­nic, expe­ri­men­tal, ambi­ent, doom, Frei­burg. Ja, ver­dammt. Net­tes Album und trotz sei­ner etwas inkon­si­stent wir­ken­den Stil­mi­schung immer­hin beacht­lich für Freun­de der Elek­tro­nik.

In den NachrichtenComputer
Deutsch ver­bie­ten!: Das NetzDG in Babel

Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz („NetzDG“), das die rechts­po­pu­li­sti­sche SPD unter gro­ßem Jubel der sozi­al Kor­rek­ten instal­liert hat, ist ein gro­ßer Erfolg: End­lich wird Hass­re­de kon­se­quent und auto­ma­ti­siert aus dem Inter­net fern­ge­hal­ten. Da Algo­rith­men bekannt­lich auch kei­ne Feh­ler machen, ist die Wahr­schein­lich­keit, damit mehr Scha­den anzu­rich­ten als nötig, schlicht zu ver­nach­läs­si­gen. Wir rei­ni­gen das Netz von allem Schmutz!

Selbst schuld, wer Deutsch spricht:

Weil der deut­sche Arti­kel „die“ von eng­lisch trai­nier­ten Algo­rith­men als „stirb“ gele­sen wird, kann es einem pas­sie­ren, dass Twit­ter einen blockt, wenn man „die Boo­mer“ schreibt.

Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz muss drin­gend um einen Zusatz erwei­tert wer­den, der die Ver­wen­dung von Angli­zis­men unter­sagt. :ja:

The Simpsons – Die Bart Die (Eng­lish)

Und obwohl ich als Sprach­pu­rist einen sol­chen Vor­stoß für einen amü­san­ten hiel­te: Mir ist wirk­lich unklar, war­um jemand etwas dage­gen haben soll­te, dass deut­sche Poli­ti­ker aus stolz uralten Par­tei­en sich in Netz­po­li­tik­fra­gen legis­la­tiv äußern. Man kann doch so etwas nicht dem Pöbel über­las­sen!

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: War­um ist t3n so doof?

Unter der an sich schon beknack­ten Über­schrift „War­um ist das Netz so rechts?“ lässt Jan Voll­mer auf „t3n“ eine „Extre­mis­mus-For­sche­rin“ Unsinn reden:

Die Rech­ten haben sich sehr geschickt als Gegen­kul­tur zum Sta­tus quo insze­niert. (…) Es gibt auch Stu­di­en, die zei­gen, dass selbst das Empö­rungs-Emo­ji schnel­ler viral geht als ande­re Emo­jis.

Da hilft nur mehr Geld für die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung! :ja:

Kann ich die­sen Jour­na­lis­mus noch mal sehen?


Inzwi­schen woan­ders: Golem.de bit­tet dar­um, nicht mehr ver­linkt zu wer­den.

PiratenparteiMontagsmusik
bensn­b­ur­ner – do we give a damn? // #bpt192 (Nach­le­se)

😒Es ist Mon­tag. Das Datum weist im Schrieb gehäuf­te Wie­der­ho­lun­gen auf. In ganz Deutsch­land dre­hen alber­ne Schü­ler heu­te bestimmt wie­der durch. Manch­mal wäre ich auch gern wie­der so, aber eigent­lich bin ich all­ge­mein sehr ungern.

Apro­pos: Am jüngst ver­gan­ge­nen Wochen­en­de hielt die Pira­ten­par­tei Deutsch­land einen ihrer skur­ri­len Par­tei­ta­ge ab. Dort wur­de unter ande­rem einer der selt­sa­men Kli­ma­not­stän­de beschlos­sen, wobei die Antrag­stel­le­rin argu­men­tier­te, dass man das Kli­ma am besten ret­ten könn­te, indem man Rechen­zen­tren run­ter­fährt. Die Digi­ta­li­sie­rung hat es 2019 nicht leicht mit der Poli­tik. Außer­dem wur­de aber ein neu­es Bun­des­vor­stand gewählt, dar­un­ter ein poli­ti­scher Geschäfts­füh­rer, der gar kei­ne Zeit für sei­ne Auf­ga­ben­er­fül­lung hat, und eine unrei­fe Sieb­zehn­jäh­ri­ge, die für den Hin­weis auf ihr Alter bereits hin­rei­chend viel Applaus erhal­ten hat­te, so dass irgend­wel­che stö­ren­den Qua­li­fi­ka­tio­nen gar nicht mehr gefragt waren. Das wäre weni­ger trau­rig, wenn es statt­des­sen eine ande­re netz­po­li­tisch inter­es­sier­te Par­tei gäbe, die nicht pünkt­lich am Wahl­abend ihr Pro­gramm umdreht.

Der „Guar­di­an“ emp­fiehlt, freu­dig allein zu ster­ben. Fin­de ich nicht gut, aber mit Musik ist man ja auch nie allein.

Zum Bei­spiel mit die­ser.

bensn­b­ur­ner – do we give a damn?

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Zwei tol­le Daten­schutz­ideen

Die erste tol­le Idee kommt von der SPD:

Der Gene­ral­se­kre­tär der SPD, Lars Kling­beil, for­dert, Unter­neh­men wie Face­book, Ama­zon oder Goog­le die allei­ni­ge Kon­trol­le über Nut­zer­da­ten zu ent­zie­hen. (…) Kling­beil for­dert vor die­sem Hin­ter­grund eine „Pflicht für markt­be­herr­schen­de Unter­neh­men auf daten­ge­trie­be­nen Märk­ten, ihre Sach­da­ten und anony­mi­sier­ten Daten über Nut­zer­prä­fe­ren­zen zu tei­len“. (…) Der SPD-Poli­ti­ker plä­diert daher für die Errich­tung einer „staat­li­chen Agen­tur“, die defi­nie­ren sol­le, was daten­ge­trie­be­ne Märk­te sei­en, „und den Daten­zu­gang und Daten­aus­tausch orga­ni­sie­ren und über­wa­chen“.

Über­setzt in eine ver­nünf­ti­ge Spra­che bedeu­tet das: Der Gene­ral­se­kre­tär der SPD, Lars Kling­beil, for­dert, dass der Staat jeman­den damit beauf­tragt, Dien­ste wie zum Bei­spiel Mes­sen­ger wie Three­ma und ICQ, deren Fokus im Best­fall dar­auf liegt, dass mög­lichst vie­le Meta­da­ten mög­lichst das Gerät des Nut­zers nicht ver­las­sen, mit wach­sa­men Augen dabei zu beglei­ten, die­se Meta­da­ten pflicht­ge­mäß „anony­mi­siert“ in die Cloud zu kip­pen. Der Zweck dahin­ter sei es, ver­meint­li­che Daten­mo­no­po­le auf­zu­bre­chen, denn pri­va­te Daten gehö­ren gefäl­ligst – wie frü­her – in die öffent­li­che Hand und nicht in die Hand von eben­falls pri­va­ten Unter­neh­men. Die Nut­zer­prä­fe­ren­zen von Face­book­teil­neh­mern muss auch Goog­le bekom­men dür­fen. Wegen der Markt­macht.

Ich wünsch­te, es gäbe eine Poin­te. Zum Glück ist die SPD bald vor­bei.

Die zwei­te tol­le Idee kommt aus Baden-Würt­tem­berg, wo die Daten­schutz­grund­ver­ord­nung Kom­mu­nen – wie über­all sonst – zur Daten­ver­schlüs­se­lung zu über­re­den ver­sucht.

Ver­schlüs­se­lung? Was war das noch mal? Ach ja:

[Die Daten­auf­sichts­be­hör­de] weist dar­auf hin, dass eini­ge Gemein­den die Fra­ge nach der Ver­schlüs­se­lung von Daten­trä­gern offen­sicht­lich nicht ver­stan­den haben. Denn es kam mehr­fach zu Ant­wor­ten wie die­sen: „Alle Daten­trä­ger befin­den sich in mit Schlüs­seln abschließ­ba­ren Räu­men. Zudem wird der Ein­gang des Rat­hau­ses mit einem Zugangs­code gesi­chert.“

Da kommt kein Hacker rein: Die Tür ist zu! :ja:

In den NachrichtenPolitik
Grü­nes Ver­ges­sen

Ich, gestern, zum Ver­bot zu har­ter Hartz-IV-Sank­tio­nen:

Die ver­fas­sungs­feind­li­chen Par­tei­en SPD und Die Grü­nen wur­den heu­te vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aber­mals eines ver­fas­sungs­feind­li­chen Geset­zes über­führt.

Die Grü­nen, auch gestern, zum sel­ben The­ma:

Es ist men­schen­un­wür­dig, mit Druck und Zwang zu erzie­hen. Die Regie­rung muss das Urteil schnellst­mög­lich umset­zen.

Mit den Grü­nen in der Regie­rung wäre so ein Erzie­hen nie­mals pas­siert! :ja:

Netzfundstücke
Maga­zin-Wahl-O-Mat und ande­res

Was für eine groß­ar­ti­ge Idee aus der Redak­ti­on des sowie­so erfri­schen­den Maga­zins „Kata­pult“:

Fin­den Sie her­aus, wel­ches jour­na­li­sti­sche Pro­dukt zu Ihnen passt.

Dass sowohl „Kata­pult“ als auch der es wer­bend unter­stüt­zen­de „Postil­lon“ in der Aus­wahl der zur­zeit fünf­zig gewer­te­ten Maga­zi­ne vor­kom­men, über­rascht kaum, ist aber auch kein Grund zur Kri­tik, denn bei­de emp­feh­le ich zumin­dest zu ken­nen. Dem Stil des Maga­zins ange­mes­sen sind die Fra­gen: Möch­te man am lieb­sten etwas lesen, wor­in halb­nack­te Men­schen vor­kom­men? Ist jour­na­li­sti­scher Ethos wich­tig? Sind Ver­schwö­rungs­theo­rien Hum­bug?

Ob das design, das nicht zufäl­lig an den Wahl-O-Maten erin­nert, als künst­le­ri­sche Adap­ti­on oder als Urhe­ber­rechts­ver­let­zung gilt, mag sich noch her­aus­stel­len. Bis wenig­stens dann ist der „Les-O-Mat“ eine Web­site, auf die hin­ge­wie­sen zu haben ich wenig­stens mal möch­te. Hier­mit getan.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Die ver­fas­sungs­feind­li­chen Par­tei­en SPD und Die Grü­nen wur­den heu­te vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aber­mals eines ver­fas­sungs­feind­li­chen Geset­zes über­führt. Plötz­lich fin­de ich die Idee, Par­tei­en, die sich nicht an das Grund­ge­setz hal­ten möch­ten, schnell zu ver­bie­ten, erstaun­lich char­mant.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
The Comet Is Coming – Sum­mon The Fire

Schon wieder Montag‽Es ist Mon­tag. Die Bahn sol­le ja, heißt es, dem­nächst die Prei­se steu­er­be­dingt sen­ken. Dann ist ja noch Geld für saf­ti­ge Lohn­er­hö­hun­gen übrig! Ich habe den Beruf ver­fehlt. Skru­pel­lo­ser Ver­wal­tungs­po­sten­in­ha­ber hät­te ich wer­den sol­len.

Linus Tor­valds ist inzwi­schen in Bill Gates‘ Sphä­ren vor­ge­rückt, wie das Netz ver­rät, denn er sei der Ansicht, er sei kein Pro­gram­mie­rer mehr. Ich wünsch­te, sei­ne Anhän­ger höben ihn auf die­sel­be Art vom Podest. Wer nur noch E‑Mails bear­bei­tet und kei­nen Code mehr schreibt, der ist den Arbeit­lei­sten­den nur noch wenig mehr als ein Sekre­tär. Die Welt der open source scheint nicht die Welt derer zu sein, die sich noch um Lei­stun­gen sche­ren, was sicher­lich vie­les erklärt.

Auch in den Medi­en: Caro­la Racke­te, pro­mi­nen­tes Mit­glied derer, die zwecks miss­ver­stan­de­ner „See­not­ret­tung“ weder die Sou­ve­rä­ni­tät eines Staa­tes noch inter­na­tio­na­les Recht aner­ken­nen, hat ein Buch namens „Han­deln statt Hof­fen“ schrei­ben las­sen. Es trägt den Unter­ti­tel „Auf­ruf an die letz­te Gene­ra­ti­on“, was das unge­fähr Ein­zi­ge ist, was zum Nicken ver­an­lasst, denn allein das bal­di­ge Aus­ster­ben der Mensch­heit kann den Pla­ne­ten dau­er­haft erhal­ten. Wenn ich jetzt zum The­ma – also zur Buch­kri­tik – auf „Tichys Ein­blick“ ver­lin­ke, krie­ge ich hier bestimmt wie­der blö­de Kom­men­ta­re, die sonst aus­blei­ben, wenn ich nur auf die blö­de „taz“ ver­wei­se. Damit begin­ne ich eine Woche doch herz­lich gern.

Nur gering­fü­gig ger­ner aber begin­ne ich sie mit Musik. Jazz, näm­lich.

The Comet Is Coming – Sum­mon The Fire

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „Was soll der Quatsch?“

Auf Net­flix, der Video­thek für Men­schen, denen lang­fri­sti­ge Inve­sti­tio­nen zuwi­der sind, scheint es eine poli­ti­sche Serie zu geben, deren Prot­ago­ni­sten Dani­el Ger­hardt („ZEIT ONLINE“) schreck­lich miss­fal­len:

Was soll der Quatsch?

Bewor­ben wird die „Kri­tik“ aus­ge­rech­net auf Twit­ter mit einem Unver­ständ­nis über die gewähl­te Aus­drucks­form:

Die Radi­ka­len in der Net­flix-Adap­ti­on von „Die Wel­le“ sind auf ein­mal Glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­ker, Kli­ma­schüt­zer und Ras­sis­mus­geg­ner. Das zeugt von man­geln­dem Fin­ger­spit­zen­ge­fühl.

Denn, ein Sprung zurück in den Arti­kel:

Die Bedro­hung durch Rechts­extre­mis­mus und ‑ter­ro­ris­mus ist akut, die AfD quer durch alle Par­la­men­te prä­sent. Im Osten gibt es No-Go-Are­as für Men­schen mit nicht wei­ßer Haut­far­be. Jugend­li­cher Akti­vis­mus gegen die Kli­ma­po­li­tik der Regie­rung wird vor allem in kon­ser­va­ti­ven Krei­sen zuneh­mend zynisch abge­kan­zelt. (…) Wir sind die Wel­le darf trotz­dem über die ver­meint­li­che Radi­ka­li­tät von fünf Schü­lern aus der Pro­vinz sin­nie­ren, die sich vage im lin­ken Spek­trum ver­or­ten.

In Deutsch­land ist die Real­po­li­tik von gegen­sätz­li­chen Lagern geprägt, von denen ein­deu­tig eine Sei­te die Guten und eine die Bösen stellt, und trotz­dem wer­den die Figu­ren in einer fik­ti­ven Serie als unsym­pa­thi­sche Lin­ke dar­ge­stellt. Wie unrea­li­stisch! Buuuuh!

Zum Glück haben wir muti­ge Jour­na­li­sten, die über unser media­les Wohl wachen. :ja:

PolitikIn den Nachrichten
Neu­es von der Hass­kri­mi­na­li­tät

50 Jah­re Inter­net und sie machen es kaputt.

Dem Wesen des Inter­nets näm­lich inne­woh­nend ist neben sei­ner Gren­zen­lo­sig­keit, die impli­zit bedeu­tet, dass Lan­des­ge­set­ze sei­ne Frei­heit schon tech­nisch nicht beschnei­den kön­nen, auch das Ver­spre­chen, eine Art Apfel­si­nen­ki­ste für jeden zu sein, des­sen Anschluss qua­li­ta­tiv bes­ser ist als die hie­si­gen Anschlüs­se. Dan­ke auch, Tele­kom.

Die bei der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD, aus Schrö­der­grün­den ursäch­lich für vie­ler­lei Miss­mut, behei­ma­te­te Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ste­rin erhebt aber Ein­wän­de:

Wer im Netz hetzt und droht, wird künf­tig här­ter und effek­ti­ver ver­folgt.

Wie es von Mini­ste­ri­en zu erwar­ten ist, deren Vor­ste­hen­de der Ansicht ist, Effek­ti­vi­tät sei kein binä­rer Zustand, son­dern stei­ger­bar, wird das – einen Tag vor Hal­lo­ween – gru­se­lig ver­packt:

Bun­des­re­gie­rung beschließt Maß­nah­men­pa­ket gegen Hass­kri­mi­na­li­tät und Rechts­extre­mis­mus[.]

Ob die­se Ver­paa­rung ande­ren Extre­mis­men nicht einen unver­dien­ten Vor­teil ver­schafft, muss sich noch her­aus­stel­len. Stel­lens­wert ist aber die Fra­ge, was Hass­kri­mi­na­li­tät, ein juri­stisch selt­sa­mer Begriff, umfasst. Ist es Hass­kri­mi­na­li­tät, dass die EVP, der auch die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU ange­hört, im Mit­tel­meer Boo­te ken­tern lässt? Ist es Hass­kri­mi­na­li­tät, dass die SPD Waf­fen in die Tür­kei und nach Isra­el ver­schickt, damit die jewei­li­gen Des­po­ten ihre Nach­barn noch etwas schnel­ler dezi­mie­ren kön­nen? Ist ein völ­ker­rechts­wid­ri­ger Angriffs­krieg wie etwa im Koso­vo ein Bei­spiel für Hass­kri­mi­na­li­tät? Wenn nicht: War­um soll es dann beson­ders hart bestraft wer­den, es in der vir­tu­el­len Welt an Manie­ren man­geln zu las­sen?

Ein SPD-Gesetz reg­le das, schwätzt das Mini­ste­ri­um:

es wer­den Straf­tat­be­stän­de erfasst, wie z.B. öffent­li­che Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten, Volks­ver­het­zung, Belei­di­gung, üble Nach­re­de, Ver­leum­dung, Gewalt­dar­stel­lung, u.a.

Die Straf­tat Gewalt­dar­stel­lung ist im gege­be­nen Kon­text nicht ohne Witz, bedeu­tet sie doch, dass man letzt­end­lich die Ver­bre­chen der Bun­des­re­gie­rung im Aus­land nicht bild­lich oder gar fil­misch doku­men­tie­ren darf. Ist ja Gewalt drauf dann. 4 Twit­ter­nut­zern gefällt das.

Das muss die­ser rechts­freie Raum sein. Kann ich die direk­te Demo­kra­tie noch mal sehen?


Apro­pos gru­se­lig: Das schreckens­reich­ste Hal­lo­ween­ko­stüm ist gefun­den!

In den NachrichtenComputerNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 29. Okto­ber 2019

Heu­te vor 50 Jah­ren gelang die erste Daten­über­tra­gung über das Inter­net. Das mach­te vie­le Leu­te sehr wütend und wur­de allent­hal­ben als Schritt in die fal­sche Rich­tung ange­se­hen. Zur Fei­er des Tages hat Det­lef Bor­chers in der ehe­ma­li­gen Fach­pu­bli­ka­ti­on „hei­se online“ die Geschich­te von Unix falsch erzählt, indem er Mul­ti­cs, ein System für sehr gro­ße, sehr teu­re Com­pu­ter, als Vor­läu­fer von Unix, ein System für unge­eig­ne­te Com­pu­ter, beschimpf­te.


Gute Nach­rich­ten: Viel­leicht wird der BER doch noch vor dem Brexit fer­tig!


In ver­schie­de­nen Sci­ence-Fic­tion-Seri­en, dar­un­ter Doc­tor Who (Cyber­men) und Star Trek (Borg), sind Krea­tu­ren bekannt, die Men­schen mit­tels umfang­rei­cher tech­ni­scher Implan­ta­te in ihr eige­nes Volk auf­zu­neh­men beab­sich­ti­gen. Manch­mal lernt die Gesell­schaft auch etwas dar­aus, etwa die Nut­zung sol­cher Implan­ta­te zu medi­zi­ni­schen Zwecken. Wider­stand ist zweck­los!


Auf You­Tube wur­den vor einer Wei­le in gro­ßer Zahl Vide­os mit Hit­ler­be­tei­li­gung aus Grün­den der Hass­re­de gelöscht. Offen­bar ist Geschich­te nur erhal­tens­wert, wenn sie nie­man­dem Unbe­ha­gen berei­tet.


Donald Trump hielt ich schon län­ger für einen talen­tier­te­ren Sati­ri­ker als die mei­sten, die das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen auf­zu­bie­ten ver­mag, aber dies­mal hat er sich noch selbst über­trof­fen: Guter Hund!

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Eine Min­der­be­mit­tel­ten­re­gie­rung für Thü­rin­gen!

(Vor­be­mer­kung: Mut­ti! Da ist irgend­wo Poli­tik im Inter­net!)

Das Kon­zept der Par­tei­en­de­mo­kra­tie, vom sonst kaum guten Gewis­sens als fort­schritt­lich zu ver­ste­hen­den Björn Höcke – es möge end­lich lega­li­siert wer­den, jeden mit einem Spa­ten zu erschla­gen, des­sen lästi­ger Reflex es jetzt ist, den Vor­na­men kor­ri­gie­ren zu wol­len – eben­so wie von der Pira­ten­par­tei kor­rekt als von der direk­ten Demo­kra­tie zu ergän­zen (wenn nicht gar: abzu­lö­sen) erkannt, und sei es nur aus erzie­he­ri­schen Grün­den, ist eines, das zuse­hends absur­de­re Blü­ten treibt.

Neh­men wir als Bei­spiel die am Sonn­tag statt­ge­fun­den haben­de Land­tags­wahl in Thü­rin­gen, über die sicher­lich noch nie­mand aus­rei­chend viel geschrie­ben hat. Das hät­te ich doch sicher schon bemerkt! ‘Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Eine Min­der­be­mit­tel­ten­re­gie­rung für Thü­rin­gen!’ wei­ter­le­sen »