Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euer sudo!
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euer sudo!
Ankündigung:
Der Hersteller des Mechanismus, der die Haustür öffnet, meldet Insolvenz an.
Folge (jahrhundertelang):
Die Tür geht trotzdem noch auf und zu.
Neulich:
Um keinen Funktionsverlust zu erleiden, muss die Türklingel umgebaut werden.
Demnächst:
Um keinen Funktionsverlust zu erleiden, muss die Hand ausgetauscht werden.
Sogar die Zukunft war früher interessanter.
Es ist Montag. Kann man sich das eigentlich als höhere Gewalt anrechnen lassen? Hoffentlich ist bald wieder Wochenende. Die Zeit bis dahin könnte man sich zum Beispiel mit einer Pandaliveübertragung vertreiben.
SpongeBob sei ein rassistischer Kolonialist, schäumte ein an der University of Washington Lehrbefugter. Ich bin schon sehr gespannt, wann das in deutschen Hochschulen drankommt; andererseits ist es dasselbe Land, in dem Schüler nach Hilfe rufen, weil eine Dreizehnjährige eine Fingerpistolengeste vorführt. Home of the brave. In Sheffield dürfen Weiße nicht mehr an antirassistischen Veranstaltungen teilnehmen. Das Geräusch eben gerade? Das war mein Kopf auf einer Tischplatte. Geht gleich wieder.
Gucken wir lieber mal nach Deutschland: Am vergangenen Sonnabend hielten die, nun, Junggebliebenen von „Extinction Rebellion“ eine Kinderversammlung ab. Sie trafen sich an einem Truck – zu wenige wollten daraufhin wissen, ob der Truck wohl mit Diesel fahre. Der Zweck und die Mittel bilden nicht immer ein kluges Gespann. – Apropos „nicht klug“: Während es auf Allerheiligen zugeht, entdeckt Olaf Scholz den Jecken in sich: Die größere der beiden Parteien mit der Agenda 2010 und dem Angriffskrieg im Kosovo sei „immer die Kraft, die für sozialen Aufstieg, die Würde der Arbeit und die Demokratie gekämpft hat“, gewesen. Das Wahrste an diesem Scherz ist vermutlich die gewählte Zeitform.
Eine nicht mehr so neue Meldung aus der Musik: 2019 haben sich die bis dahin bemerkenswert guten Her Name is Calla getrennt, wie ich zu spät erfahren habe. Ich finde das schade und läute die Woche mit ihnen ein, und sei’s nur als Dank.
Guten Morgen.
Auf Twitter ist dieser Tage wieder Radau, denn auf Twitter ist der Wunsch nach Gewalt nicht gern gesehen. Folgerichtig unternimmt Twitter Anstrengungen, Blödsinn wie „Faschos aufs Maul“ aus dem eigenen Netzwerk fernzuhalten. Trotzig geben die Sanktionierten bekannt, sich von so etwas nicht aufhalten zu lassen, obwohl Twitter ein „nazifreundlicher Scheißhaufen“ (ebd.) sei. Warum man unbedingt weiterhin einem „nazifreundlichen Scheißhaufen“ ein Kunde sein will, bleibt freilich unerklärt. Denjenigen, denen jede weiße Wand nur Recht ist, um ihre Schnappatmung draufzusprühen, sind solche Details vermutlich aber auch egal. Dort hört ihnen wenigstens mal jemand zu.
Dass die Sperren zumindest bedeuten, dass Twitter das Recht des Einzelnen darauf, nicht von einem aufgebrachten Pöbel vermöbelt zu werden, in Ehren hält, kommt in der Welt der Guten nicht als Bewertungskriterium vor. Auge um Auge. Der Verrückte mit den meisten Fähnchen entscheidet über Gut und Böse, fleißig befeuert von grundsätzlich an „Haltung“ interessierten Medienschaffern. Nun ist ein gebeugter Rücken nun mal auch eine Haltung, was zu Ausfällen wie dem führt, was die „Braunschweiger Zeitung“ gestern verzapfte: Anlässlich einer Demonstration gegen Rechtspopulismus, an der trotzdem die rechtspopulistische SPD teilnehmen durfte, hatten sich in Braunschweig „über tausend Menschen“ versammelt. Die Stadt Braunschweig, Umland nicht eingerechnet, hat zurzeit etwa eine Viertelmillion Einwohner, aber das steht da nicht.
Da nun auf beiden Seiten des politisch rechten Spektrums, bei den Grünen und der CSU nämlich, wieder einmal die Killerspiele – mithin also: die Gamingszene – als Ursache aller Übel von Weltkrieg über die Architektur Hannovers bis hin zu Fußpilz und Zahnbelag ausgemacht worden sind, der Attentäter von Halle das Schießen aber bei der Bundeswehr und nicht etwa in Transport Tycoon gelernt hat: Wäre es dann nicht an der Zeit, nochmals darüber nachzudenken, ob der vermeintliche Mehrwert der Bundeswehr ihre Nachteile wirklich übersteigt?
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
Vor Wahlen, las ich, gelte in Polen ein Verbot der politischen Meinungsäußerung. Ich würde mir so was auch für deutsche Politiker wünschen.
Ich war bereits in Sorge, dass Pawlow widerlegt worden ist, aber endlich erlöste mich das Fernsehen:
Horst Seehofer will nach Halle den Sicherheitsbehörden mehr Kompetenzen einräumen:
„Deshalb brauchen wir dringend die Befugnisse, dass wir auch das Internet überwachen“[.]
Und das Schlimmste daran ist, dass jetzt schon feststeht, dass, wer immer Horst Seehofer im Innenministerium nachfolgen wird, uns Horst Seehofer noch schmerzlich vermissen lassen wird.
Apropos gestern.
Während die halbe Medienwelt die langweilige Stadt Halle aufsuchte, befassten sich EDV-Kundige damit, dass ein uraltes Passwort von Ken Thompson, Initiator des Unix-Projekts, dekodiert worden war. Hinreichend viel Rechenaufwand habe genügt, so ist zu lesen. Das durchaus bemerkenswerte Passwort, hier absichtlich nicht referenziert, fand schnell eine weite Verbreitung in Blogs und Fachpresse.
Als sei es eine Nachricht, welches Passwort ein zweifelsohne talentierter Hacker um 1980 herum verwendet hat!
Entsprechend wäre zu wünschen, statt dieser vermeintlichen Neuigkeit verbreite sich vielmehr die Reaktion Rob Pikes auf die Veröffentlichung:
Das [Passwort] hätte ich euch auch sagen können. Man neigt dazu, (versehentlich) Passwörter zu lernen, wenn sie kurz sind und nebenan oft genug eingegeben werden. (…) So interessant es aber auch ist, so finde ich dieses Hacken doch widerlich. Es war damals widerlich und es ist es immer noch. (…) Heutzutage scheint die Position zu sein, dass, wenn die bösen Jungs es tun, die guten Jungs dafür belohnt werden sollten, es zuerst zu tun. Das ist bestenfalls unaufrichtig und schlimmstenfalls gefährlich.
(Miese Übersetzung von mir.)
Sie verstehen es nicht. Sie werden es nicht verstehen. Sie werden nicht dafür bezahlt, es zu verstehen.
Und deswegen wird es niemals besser werden.
Ab 2001, 56 Jahre nach der Räumung der bisher letzten gesamtdeutschen Folterlager und immerhin elf Jahre nach dem vorläufigen Aus des Staates mit dem unerwarteten Nahschuss, beging der Kanzleramtschef einige legendäre Fehler:
Kurnaz war Ende 2001 in Pakistan verschleppt und von Januar 2002 bis August 2006 ohne Anklage im US-Folterlager Guantánamo festgehalten worden. Kurnaz und sein Anwalt werfen Steinmeier vor, sich als damaliger Kanzleramtschef einer Auslieferung des Inhaftierten in den Weg gestellt zu haben (…). Zudem ließ Steinmeier Kurnaz in dem Folterlager in einer Geheimaktion verhören, setzte sich offenbar aber – anders als sein Amtsvorgänger Joseph „Joschka“ Fischer – nicht für Kurnaz’ Freilassung ein.
Wie man es von einem Staat mit historischer Verantwortung erwarten kann, verlor Frank-Walter Steinmeier nach dieser Remineszenz an die gute alte Zeit seinen Posten im Kanzleramt und wurde bereits 2005 zum Außenminister degradiert. Wie zum Trotz ließ er erst im November 2016 hinsichtlich der ollen Kamellen ausrichten:
„Die Geschehnisse um Herrn Kurnaz liegen viele Jahre zurück“, sagte Schäfer am Mittwoch in Berlin.
Nach drei bis vier Jahren ist es dann auch mal gut mit den lästigen Vorwürfen; und nach fünfzehn doch erst recht! Man kann von einem deutschen Politiker doch nicht erwarten, dass er sich länger als nötig für eine solche Lappalie schämt! – Es sei denn, den Fehler hat nicht man selbst begangen, denn dann ist die Geschichte als Lehrmeister gesetzt. Gestern etwa wurden in Halle eine Frau vor dem jüdischen Friedhof und einen Mann in einem Döner-Imbiss erschossen, nachdem der Schütze es nicht geschafft hatte, eine Synagoge zu betreten. Folgerichtig quatschte Frank-Walter Steinmeier, als Bundespräsident (SPD) inzwischen ganz unten angekommen, zeitgenössisch umjubelt und stilkonsequent in die erstbeste (ZDF) Kamera rein:
Die Geschichte mahnt uns, die Gegenwart fordert uns.
Deutsche, die sich erdreisten, darüber zu urteilen, was für ein Staatsoberhaupt sich andere Staaten erlauben, regen mich zusehends enormer auf.
Gute Nachrichten: Der Klimawandel ist so gut wie besiegt!
Eben wurden die ersten festgeklebten Aktivisten vom Konrad-Adenauer-Haus gelöst. Sie hatten sich mit Sekundenkleber an den Händen an die Fensterfront geklebt.
Die tun wenigstens was!
Aktuell knapp vor Deutschland, was die Digitalisierung betrifft: Ruanda.
Neues von der Demokratie: Die rumänische Regierung wird unter anderem wegen Inkompetenz abgesetzt.
Saufen ist gut fürs Klima: Hunderte Oktoberfestbesucher sind wegen E‑Scooter-Missbrauchs entführerscheint worden.
„Politische“ Protestbewegung des Tages: Menschen, die ihren geldorientierten Spieleanbieter verlassen und stattdessen zu einem anderen geldorientierten Spieleanbieter wechseln, um für Hong Kong zu demonstrieren.
Von Befürwortern von Unisex-Toiletten wird auch angeführt, dass auch indirekt über die „Toiletten-Apartheid“ ein Zwei-Klassen-System erzeugt werden würde, indem Frauen von wichtigen Networking-Prozessen auf Männertoiletten ausgeschlossen werden.
Anscheinend habe ich Männertoiletten bisher immer falsch benutzt.
Wir schreiben, erst mal nur gedanklich, das Jahr 1929. Zusammen mit Salvador Dalí entwirft und dreht der spanisch-mexikanische Regisseur Luis Buñuel den Film „Un chien andalou“, der ihre surrealen Träume in Bewegtbilder fasst. In der heute berühmtesten Szene aus diesem Film – die Pixies nahmen ein Lied darüber auf – ist in Nahaufnahme zu sehen, wie ein Herr das linke Auge einer Dame durchtrennt.
Für Menschen mit schwachem Magen vergleichbar unangenehm ist der Genuss des Films „Braindead“ (1992), den Peter Jackson entstehen ließ, bevor er langweiligen Fantasyscheißdreck verfilmen zu müssen meinte. Es handelt sich um eine Splatterpersiflage, in der meine Lieblingsszene diejenige ist, in der die Figur des Lionel etliche Zombies zermahlt, indem sie sich einen laufenden Rasenmäher vor den Bauch hält.
Einige Zeit später, ab 2004, fand die Filmreihe „Saw“ ein regelmäßiges Publikum. Bereits im ersten Teil sind diverse sehr unschöne Todesarten in Szene gesetzt worden, in Gang gesetzt von einem psychopathischen Mörder. Die nachfolgenden Teile änderten dieses Konzept nur unwesentlich.
Irgendwas muss seitdem passiert sein, denn weltweit brechen Journalisten in Keuchkreischen aus:
„Joker“ hat hierzulande eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten, in Amerika verließen manche Zuschauer geradezu in Panik das Kino. „Bild“ hat einige Tweets von erschrockenen Kinogängern gesammelt. „Bin aus dem Film gegangen. Ich konnte es nicht durchhalten“, schreibt einer auf Twitter, „ich bin sprachlos und zittere“, ein anderer. (…) Gerade jüngere Zuschauer seien überfordert: „Ich sah, wie eine ganze Familie den Saal verließ, als der Joker die erste Person ermordete.“
„Folgerichtig“ verunfallt der „Tagesspiegel“ die nicht sofort erkennbare Frage:
Der „Joker“ legt einen Rekordstart an den US-Kinokassen hin und entfacht in Amerika eine Debatte: Wie nah an der Realität dürfen Gewaltbilder sein.
Ich möchte annehmen wollen, das hier implizierte Problem hat weniger mit der auf der Leinwand dargestellten Gewalt als mit den Waffeneskalationen der US-Amerikaner zu tun. Eine besonders neue Art der Filmgewalt ist jedenfalls nicht auszumachen. Ein Problem scheint zu sein, dass der Film mit dem Klischee des Guten, das immer siege, bricht:
Die brisante Frage: Bringt der Film zu viel Empathie für das Böse auf?
Ein Wunder, dass die olle Pokémon-Zeichentrickserie noch immer nicht zensiert ist: Wer könnte kein Mitleid mit Jessie und James, den traurigen Verlierern, empfinden? Auch sonst ist die Implikation, dass jemand, der einen Film sieht und den Bösewicht nicht umfassend verabscheut, direkt nach abgeschlossenem Filmkonsum eine Waffe erwirbt und irgendwen meuchelt, außerhalb der republikanisch wertvollen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten doch recht weit hergeholt. Man kann fast froh sein, dass auf dem Film noch kein groß beworbenes Computerspiel basiert, denn die Debatte über Killerspiele ist gerade auf einem angenehm niedrigen Geräuschniveau angelangt.
Worauf ich hinaus wollte: Wenn 90 Jahre nach „Un chien andalou“ tagelang mediale Besorgnis herrscht, sobald ein erfolgreicher Film
„My Little Pony“ tut den Menschen echt nicht gut.
Bis zu 450 Euro pro Woche zahlt Extinction Rebellion (…) den „Freiwilligen“, denen der Klimaschutz so wichtig ist, dass sie alles stehen und liegen lassen, um sich in Berlin auf die Straße zu setzen.
Leistung muss sich wieder lohnen. Vorwärts immer.
Fürs Klima.
Frisch aus dem Postfach habe ich dieses Meisterwerk an Poesie gefischt:
Klein, weich? Reib dieses Gel ein und verzaubere deine Partnerin!
Das ist tatsächlich anfangs der vollständige Reintext – darunter befindet sich eine Grafik mit noch mehr Text, anschließend nochmals etwas Reintext. Ich werde im Folgenden etwas im Text springen.
‘Es wird größer: du kannst mit dem Zaubergel um mehrere cm vergrößern’ weiterlesen »
Ein Gerät, das aus nicht viel mehr als einem trivialen Alltagsgegenstand – etwa einer Türklingel – besteht, als Zusatzfunktionen jedoch sowohl, dass das etablierte Sicherheitskonzept „Türschloss“ zweinull aufgecybert wird, als auch, dass es eine ständige Verbindung mit einem an unbekanntem Ort stehenden Computer anderer Leute („Cloud“) voraussetzt, um überhaupt irgendwas anderes zu tun als ein Dingdong-Geräusch zu erzeugen, aufweist, mithin nicht viel mehr als eine teure und große Wanze, ist in meinem Verständnis das genaue Gegenteil eines Geräts, das irgendjemand in seinem persönlichen Lebensbereich eingeschaltet haben wollen sollte.
Es ist Montag. Unlängst fand Ginger Baker in hohem Alter sein Ende, was ein bisschen schade, aber es mitzuteilen diesem Tag sicherlich angemessen ist.
Boris Johnson beharrt darauf, dass Großbritannien sich schleunigst aus der Europäischen Union verdrückt. Ich finde das gut und beneide die Briten auch weiterhin. In Tunesien, ein paar Länder daneben, hat währenddessen eine wissenschaftsfeindliche Partei, also eine, die Religion als Politik missversteht, die Parlamentswahl gewonnen. Verrückt: Das ist ja fast wie in Deutschland!
Greta Thunberg zu unterstützen sei rassistisch, weil sie ein weißes Mädchen sei, so lässt sich ein gegenwärtiger #aufschrei lesen. Ich mag es, wenn Nervensägen an ihrem Duktus zerbrechen. Schwarz sein für’s Klima! Ihre extremistisch-dümmlichen Fahrwasserbegleiter von Extinction Rebellion haben vor Monaten schon alles Nötige mitgeteilt: „Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant.“ Jetzt kann uns nur noch ein starker Klimaführer retten.
Oder vielleicht doch lieber Musik. Musik hilft eigentlich immer.
Guten Morgen.
Seit gestern weiß ich, was ein Stockbrunzer ist: Ein (älterer) Herr, der mit aufgeklappter Lederhose an seinem Wanderstock entlang im Festzelt unter den Tisch seicht, damit er seinen Sitzplatz nicht aufgeben muss.
@JuleStinkesocke