Nachdem jetzt die Brandenburger Grünen, noch übermäßig verschnupft davon, dass ausgerechnet AfD und NPD die Verfassung gegen sie schützen mussten (obwohl auch andere Parteien dagegen geklagt haben), in verschiedenen Medien zu verstehen gegeben haben, dass man das Urteil zwar akzeptiere, aber trotzdem die offensichtlich verfassungswidrigen Forderungen aufrecht erhalten wolle, und die sozialen Medien abermals die Parole zur Maxime erheben, die „Hälfte der Macht“ „gehöre“ „den Frauen“ (die Partei gleichen Namens erreicht seit ihrem Bestehen übrigens selten viele Stimmen bei Wahlen, somit ist ein Geschlecht allein anscheinend kein hinreichend interessantes Wahlprogramm), bleibt als Konsequenz aus dem Beobachteten nur der Schluss, dass einzig noch peinlichere Parolen die kommende Wahl noch wenden können; also: Die Hälfte der Macht den Menschen mit einem guten Musikgeschmack – denn nur, wer einen schlechten Musikgeschmack hat, könnte etwas dagegen haben.
Liegengebliebenes vom 22. Oktober 2020
Schritt 1: Eine gute Software schreiben, die für Privatanwender ebenso nützlich ist wie für Unternehmen.
Schritt 2: Diese Software unter eine permissive Lizenz stellen, weil man das ethisch total super findet.
Schritt 3: Nicht Twitter unter großem Beifall – über 3.000 Gefälltmirs – bejammern, dass ein größeres Unternehmen sich an die permissive Lizenz hält und man selbst dann gar nichts davon hat.
Da ich selbst meist die MIT-0-Lizenz oder vergleichbare Nichtlizenzen einsetze, weil es mir vollkommen egal ist, ob jemand meinen Code teuer verscherbelt, bin ich vermutlich ein ungeeigneter Ratgeber in dieser Angelegenheit, aber es gäbe durchaus Alternativen. Die sind dann nur schlecht für die Ethik.
Aus dem Recht auf Vergessen wird demnächst die Pflicht zu vergessen: Google, aus mir unbekanntem Grund die weiterhin meistgenutzte Suchmaschine, wirft ohne technische Notwendigkeit voraussichtlich kommenden März die Desktopversionen von Websites aus dem Index, falls diese auch in einer mobilen Variante mit – warum auch immer – anderem Inhalt vorliegen. Ich bin ja mit einem Web aufgewachsen, dessen Produzenten darauf hinwiesen, dass ihre jeweilige Website am besten mit einem bestimmten Browser besucht werden solle. Da bekommt man direkt nostalgische Gefühle.
Hoffentlich bringt bald jemand eine Suchmaschine ohne Googlebasis raus.
Nachtrag: Man wies mich per Kommentar auf ein inhaltliches Missverständnis hin, oben stehender Kommentar wurde insofern geändert.
Ein ungewöhnlicher Neuzugang in der sowieso schon prall gefüllten Reihe der linksliberalen Parteien: Die F.D.P.
Aber wen wählt man jetzt eigentlich als kernliberal eingestellter Wähler?
Ein Mitgründer der Wikipedia stellt fest, dass das Neutralitätsgebot in der ehemaligen Enzyklopädie nicht mehr gilt, was sich in der englischsprachigen Wikipedia unter anderem in Artikeln über US-Präsidenten zeige. Als jemand, dessen frühere Arbeit zugunsten des Neutralitätsgebots in der deutschsprachigen Wikipedia schon mal die „EMMA“ zu einer Kampagne verleitet hat, enthalte ich mich eines weiteren Kommentars.
In wenigen Tagen wird die Dichte an irgendwie christlichen Vereinen an belebten Einkaufsstraßen wieder zunehmen, denn noch immer scheint irrtümlich davon ausgegangen zu werden, dass Menschen während ihrer Weihnachtseinkäufe mehr Geld haben als sonst. Ich finde es seltsam, dass Arme anscheinend nur im Winter Solidarität auslösen; sind die im Sommer nicht arm?
Das besagte Geld jedenfalls empfehle ich sinnvoller anzulegen: Italienisches Erzbistum verzockt 616.000 Euro.
Ich wiederhole mich ungern: Ich habe jetzt einen Punkt erreicht, an dem ich mich von jedem SPD-Wähler durch seine Wahlentscheidung persönlich beleidigt fühle.
Berlin venezuelern! (3)
Habe mich geirrt:
Demnächst hat Klein-Venezuela (…) immer noch teure Wohnungen und kein Geld[.]
Wohnungen hat Berlin jetzt auch nicht mehr.
Allerdings ist das Gesamtangebot der zur Verfügung stehenden Mietwohnungen um 41,5 Prozent zurückgegangen.
Überraschend stellt sich heraus, dass Verkaufen in Berlin inzwischen viel weniger nachteilig ist als Vermieten, weil Berlin Vermieter gern dafür bestraft, eine Wohnung anzubieten. Dieses Rot-Rot-Grün auf Bundesebene, von dem alle reden: Wo genau zieht man danach eigentlich hin?
Na, noch Freunde? „ZEIT ONLINE“ hilft gern!
Haltet das Opfer!
Radfahrerin mit Kind (2) in Hellersdorf von Lkw erfasst – schwer verletzt!
In Karlshorst hat ein Lastwagen eine Radfahrerin erfasst. Das 30 Jahre alte Unfallopfer wurde schwer verletzt.
LKW überrollt Radfahrerin in Bernöwe bei Oranienburg
Der Fahrer des Jeeps erfasste den Radfahrer, der in derselben Richtung unterwegs war, nach einem Überholmanöver beim Wiedereinscheren.
… in Berlin und Brandenburg …
Beim Abbiegen überrollt ein Lkw-Fahrer an der Alexanderstraße eine 37-jährige Radlerin.
Angesichts einer hohen Zahl von Unfällen und auch Fahrerfluchten denkt Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik über eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder nach.
Si vis pacem, para bellum. (12)
Gute Nachrichten, Krieg bringt bald weniger Menschen um!
Werden Kriege etwa endlich enden? Nein, nur digitalisiert:
Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD, A.d.V.) ist zwar noch keine fünf Monate im Amt, hat sich aber im Grunde vom ersten Tag an mit der hochumstrittenen Frage befassen müssen, ob Deutschland eine bewaffnete Drohne braucht. (…) „Ich bin nach intensiver Beratung, Information und Diskussion zu dem Ergebnis gekommen, dass die Einsätze sicherer werden für die Soldaten, weil die Drohnen flexiblere Möglichkeiten bieten, auf Bedrohungen zu antworten.“
Wenn man zum Umbringen selbstgemachter Feinde künftig also nur noch einen Knopfdruck braucht, womit man das Leben von Arschlöchern, die freiwillig für den Krieg bezahlt werden, sicherer macht: Wofür genau bezahlt man dann noch so viele Arschlöcher?
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
Kurzkritik: B R I Q U E V I L L E – Quelle
Lange nichts mehr über Musik geschrieben. Wie ist die Aktenlage?
Nun, ungefähr so: Seit das belgische Quintett B R I Q U E V I L L E – die Leerzeichen gehören zum Namen – mit ihrem zweiten Album „II“ (2017) angefangen hat, ihren bis dahin durchnummerierten Stücken das Wort „Akte“ voranzustellen, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch ein Stück namens „Akte X“ erscheinen würde. B R I Q U E V I L L E – die Leerzeichen gehören zum Namen – haben das auf ihrem dritten Album „Quelle“ (Amazon.de, Bandcamp) endlich geschafft, die Zahlen gehen von „Akte VIII“ bis „Akte XV“.
Der Name ist trotz des Zufalls – Akte X (die Serie) heißt auf Belgisch gar nicht Akte X – gut gewählt, denn das 14:32 Minuten lange Stück, das deutlich längste auf „Quelle“, wird von einer düsteren Atmosphäre getragen. B R I Q U E V I L L E – die Leerzeichen gehören zum Namen – können hier so ausschweifend wie an keiner anderen Stelle auf „Quelle“ einen Kontrast zwischen brachialen Metalriffs und bedrohlich brodelndem Doom-Irgendwas aufbauen, der schon in „Akte XI“ wieder gänzlich den Gitarren weicht. „Akte XII“ spinnt diese Metalriffs um eine Art orientalische Grundmelodie. Das Internet versucht dieses Album als Post-Metal zu kategorisieren, aber das wäre zu einfach, das haben Genres nun mal so an sich.
B R I Q U E V I L L E – die Leerzeichen gehören zum Namen – haben in dem an interessanten Alben nicht armen Jahr 2020 (so eine Pandemie scheint doch Vorteile zu haben) ihrem Anspruch, ein „instrumentales Mantra“ aus „gruseligen Gitarren“ (Quelle: B R I Q U E V I L L E – die Leerzeichen gehören zum Namen) zu erzeugen, so viel sei gesagt, mehr als bloß Genüge getan.
Wieder so eine Gruppe, die ich im Auge behalten sollte. So langsam wird es voll in meinen Augen.
Kurz angemerkt zur Köpfung eines Lehrers
Der Meldung, dass sich Franzosen zum Gedenken an den neulich umgebrachten Pädagogen versammelt haben, entnehmen zu viele Menschen das schöne Zeichen, dass die Gesellschaft sich mehrheitlich – wenn auch nicht in Gänze – gegen die Auffassung stellt, dass religiöse Gefühle eines Idioten körperliche Gewalt gegen den vermeintlichen Aggressor rechtfertigen, und zu wenige die Meldung, dass es in Paris bereits einen „zentralen Ort der Anteilnahme nach Terroranschlägen“ gibt, als sei diese Anteilnahme längst Teil der französischen Kultur geworden und keiner besonderen Rede mehr wert.
Boston Manor – Monolith // Heh heh, „bone“!
Es ist Montag. In Frankreich wurde jemand in einem Angriff mit einem Messer entrübt, weil er Karikaturen herumgezeigt hat, die einem nun toten Idioten missfallen haben. Eigentlich würde ich an dieser Stelle anmerken, dass eine Welt ohne Religion eine friedlichere wäre, aber Frankreich ist nun nicht für seine Nähe zu einer Kirche bekannt und trotzdem nicht gerade ein friedliches Land. Gibt es eigentlich eine Pandabärenkirche? Ich frage für einen Beitritt.
In den Vereinigten Staaten werden Journalisten inzwischen dafür bestraft, Unschönes über einen Herausforderer des amtierenden Präsidenten veröffentlicht zu haben. Gleichzeitig wird die Wiederwahlkampagne desselben Präsidenten medial als die größte Bedrohung für die Demokratie seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Die abwertende Bewertung der dortigen Presse seitens besagten Präsidenten mag etwas zu verallgemeinernd gehalten sein, aber sie in Gänze als fake news zu beurteilen erscheint mir nicht angebracht. – Wenigstens die Techniknachrichten von drüben sind noch lesenswert: Ein Teslabesitzer hat aus Versehen über viertausend US-Dollar mit seinem Po ausgegeben. Dieses autonome Fahren ist, wenngleich gefährlich für den Straßenverkehr, zumindest eine reichhaltige Quelle für Amusement.
Kennt ihr eigentlich Beavis und Butt-Head? In diesem Fall könnte diese Nachricht noch eine Bonuspointe erhalten: Vulgaritätswächter lässt Paläontologen nicht „bone“ schreiben. Man füge hier angemessene Lachgeräusche ein. Von solchen Besonderheiten in den Tücken der Technik abgesehen gilt (nach Blick in die Techniknachrichten) mehr denn je die Regel: Wer immer noch Electronanwendungen einsetzt, ist selbst schuld.
Neues aus der Wirtschaft: Das grün regierte Hannover schließt pünktlich zum Wetterwechsel eine Obdachlosenunterkunft. Draußen können sie auch viel besser Abstand halten. Das habe, heißt es, vor allem finanzielle Gründe, denn zum Weiterbetrieb seien keine Mittel mehr übrig. Ich vermute, das Geld wird für die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 gebraucht.
Wer es sich leisten kann, der kommt jedenfalls gut über den Winter mit: Musik.
Guten Morgen.
Aus Tradition Wohlstandskind
Im zweiten Jahrhundert vor Beginn der hierzulande zurzeit gültigen Zeitrechnung lebten und wirkten Gaius und Tiberius Gracchus, Söhne römischen Adels, die vergeblich versuchten, das einfachere Volk – die damalige Arbeiterklasse – an den öffentlichen Gütern teilhaben zu lassen. An dem üblichen setting des mildtätigen Reichen, der die Armen beglückt, hat sich seitdem eigentlich nur geändert, dass dieser Reiche nicht nur nicht irgendwann erschlagen wird, sondern auch nach seinem Tod noch als moralische Instanz gelten darf.
Der heute bekannteste Vertreter dieser Gruppe scheint der Anwaltssohn Karl Marx zu sein, über dessen (in linken Kreisen ohnehin nicht ungewöhnlichen) Antisemitismus mancher gern hinwegsieht, denn er führte nicht den Krieg, sondern die Verteilung von Finanzen im Mund. Wer hat schon etwas dagegen, nicht mehr zu den Armen zu gehören? Krieg war den Seinen andererseits in der Realpolitik auch selten gänzlich zuwider, stimmte doch sogar die sich noch vierzig Jahre später vorgeblich weitgehend an den Lehren Karl Marx‘ orientierende SPD aus heimatverbundenen Gründen mehrfach mit großer Mehrheit für eine Finanzierung der deutschen Teilnahme am Ersten Weltkrieg, was sie trotz der Beliebtheit der sich abspaltenden USPD (später: KPD) um Hugo Haase nicht grundlegend überdenken wollte.
Welche Arbeiterklasse davon profitieren sollte, scheint unklar, aber für mögliche soziale Reformen nahm man schon damals notfalls auch Tod und Elend in Kauf, was sich bis zur Wahl der sozialen Reformer um Gerhard Schröder kaum negativ auf die Wahlergebnisse der SPD ausgewirkt hat. Ob die Installation von Hartz IV unter Führung der ehemaligen Marxisten ihren Angriff auf den Kosovo wieder gutmachen konnte, ist indes fast ebenso umstritten wie die Frage, ob der letzten Endes verlorene Erste Weltkrieg es wirklich wert war, anschließend in einer zerrissenen Gesellschaft auf dem Weg in den Zweiten zu leben.
Dass auf Marx und Haase in der Politik gerade mal 102 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs die Neogracchisten der Grünen Jugend folgen sollten, die mit hohen BAföG-Schulden – muss man ja erst später zurückzahlen und zählt deswegen nicht – ironisch teure Hardware kaufen, um sich unter Zuhilfenahme derselben über den verdammten Kapitalismus aufzuregen, belegt, dass die Warnung vor der sich wiederholenden Geschichte keine politische Richtung kennt. Leider spiegelt die Kombination aus niedrigem Alter, finanziellen Reserven unklaren Ursprungs und teurem Besitz die gewünschte und/oder tatsächliche Lebenswirklichkeit vieler Jungwähler aus der Mittelschicht wider, so dass man von ihnen dafür nicht ausgebuht, sondern gewählt wird. Ich ahne, warum man das Wahlalter senken möchte.
Entsprechend wird mit Luisa Neubauer (zwei Stipendien, kaum Geldsorgen), die die bekannteste deutsche Sprecherin von „Fridays for Future“ ist, auch in umweltpolitischen Themen ein Mitglied der Grünen für eine geeignete Vertreterin der Jugend gehalten, als bestünde die größte Sorge der Jugend darin, ihren künftigen Wohlstand auf der Erde genießen zu können. Arbeits- oder gar Obdachlose kommen in dieser Welt offiziell gar nicht mehr vor. Sie leiden mit den Armen, leihen ihnen aber nicht ihre Brieftasche, sondern ihren geölten Sprachapparat; was sie moralisch im Übrigen mit der Kirche vergleichbar macht, die sich seit 1933 ihre gedroschenen Phrasen endlich auch steuerlich vergüten lassen kann. Die Heimatliebe war es den Herrschenden allemal wert, ihren Untergebenen eine finanzstarke Religion aufzudrücken. Daran, zugegeben, war die SPD ausnahmsweise mal unschuldig.
In derselben Lebenswirklichkeit der vermeintlichen typischen Jugend treibt sich schließlich auch der Westdeutsche Rundfunk herum, der heute dumm twitterte:
Wächst eine „Generation Corona“ heran? Das befürchten Experten. Sie sehen langfristige Folgen für eine Generation mit verpassten Gelegenheiten: Keine ausgiebigen Reisen, kein Auslandsjahr, kein Nachtleben und ein schwieriger Studien- oder Berufseinstieg.
Zu meiner Zeit und in der Lebenswirklichkeit meiner Generation, womöglich auch bedingt durch die Herkunft (reiche Eltern waren damals noch nicht üblich), war nichts davon bemerkenswert: Für Reisen abseits von Ost- und Nordsee oder gar Auslandsjahre haben die Geldreserven kaum gereicht, ein Nachtleben fand im weiteren Umkreis des Wohnorts schlicht nicht statt und der Studien- oder Berufseinstieg bedeutete Opfer, denn Arbeiterfamilien zählten auch damals noch nicht zur Gruppe derer, denen dank guter Vernetzung und hohen Kontostandes alle Türen offenstanden. Anscheinend blühen ähnliche Schwierigkeiten jetzt wegen Corona auch der Zeit- und Geldelite.
Ganz schön unfair von Corona.
Deutschland (Symbolbrief)
Wer hat uns gefiltert?
Uploadfilter müssen verhindert werden.
Bis Sommer 2021 muss Deutschland die Richtlinie umsetzen, jetzt veröffentlichte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) ihren Referentenentwurf, der noch nicht in der Bundesregierung abgestimmt ist. Darin sind Uploadfilter vorgesehen.
Dass ich persönlich den in sozialen Medien geäußerten Gewaltfantasien gegen manche Gruppen nichts abgewinnen kann, habe ich schon mal angedeutet; aber warum SPD-Wähler nicht viel öfter vermöbelt werden und/oder Hausverbot bekommen, ist mir auch weiterhin nicht klar.
„Sicherer als Windows“ des Tages (22)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön euren Kernel!
Die neuen Leekwords sind da! (2020-Edition)
Der Pons-Verlag hat am Donnerstag in Stuttgart das Jugendwort des Jahres bekanntgeben: «Lost». Das englische Wort werde heutzutage in der deutschen Jugendsprache in verschiedenen Situationen genutzt, schreibt der Verlag. Eine Person, die «lost» sei, sei «ahnungslos, verloren oder hat einfach keinen Plan, was eigentlich gerade abgeht».
Die eigentliche Meldung dahinter scheint zu sein, dass Jugendliche englische Begriffe endlich so benutzen, wie sie gemeint sind, statt zwei Sprachen gleichzeitig zu misshandeln; aber wenn sie einen davon besonders gern benutzen, warum nicht? Verloren aber hat ausgerechnet „cringe“ („etwas Peinliches (…), das man bei sich oder anderen beobachtet“), obwohl das auf der Metaebene auch ganz passend gewesen wäre:
Wie der Pons-Verlag schreibt, passt das diesjährige Jugendwort ganz gut in die aktuelle Situation mit dem Coronavirus. «Womöglich sind wir durch Corona so ‹lost›, wie noch nie zuvor.»
Womöglich ist die Wahl des Jugendworts in diesem Jahr so „cringe“ wie sonst nur wenig.
Unklar ist mir aber diese Nuance:
Jugendliche sagen «Wyld» oder «Wild», wenn sie etwas Krasses und Besonderes umschreiben wollen.
Wann benutzen sie beim Sprechen welche Schreibweise und wie unterscheidet man die phonetisch?
Einen positiven Aspekt kann ich dem voting trotzdem noch abgewinnen: Nachdem 2018 manch türkischer Begriff zur Auswahl stand und in diesem Jahr wieder das Englische dominierte, werden die kommenden Jahre vielleicht doch noch interessant.
Warum nicht mal Japanisch?
Geständnis eines Coronaleugners
Na gut, ich gebe es zu: Ich gehöre zu denen, die einige vermeintliche Schutzmaßnahmen gegen so Viren für irrational halten und das nicht etwa schweigend verarbeiten, sondern das auch im Gespräch mit anderen Menschen kundtun. ‘Geständnis eines Coronaleugners’ weiterlesen »
Statistisch bin ich super.
WDR, autoerotisch erfahren, über den WDR:
Nur noch ein Drittel der Deutschen glaubt den Nachrichten kein Wort.
Ach nein, falsch:
Insgesamt halten zwei Drittel die Informationen in deutschen Medien für glaubwürdig – so viele wie noch nie. (…) Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von Infratest dimap im Auftrag des WDR.
Eine repräsentative Studie von mir im Auftrag von mir bescheinigt mir selbst eine Glaubwürdigkeit von annähernd achtzig Prozent. Dem Zweitplatzierten insofern meinen mitleidigen Glückwunsch.
(Welche Nachricht der letzten fünf Jahre war eigentlich wirklich kennenswert?)











