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Kurzkritik: Convulsif - Extinct

Convulsif - ExtinctLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Bock auf Jazz? Natürlich habt ihr Bock auf Jazz! Dass ich dem Schweizer Quartett Convulsif, das sich unter ande­rem auf Merzbow beruft und behaup­tet, es wür­de Doom-Metal spie­len, die­ses Etikett anhef­te, ist viel­leicht zum Teil der Instrumentierung (Geige, Klarinette, Schlagzeug, Bass) geschul­det, teil­wei­se aber sicher­lich auch dem, was die vier Herren musi­ka­lisch her­vor­brin­gen. Ihr fünf­tes Album „Extinct“ (Amazon.de, nur unphy­sisch auch Bandcamp) eröff­nen sie jeden­falls mit „Buried Between one“, einem zwei­fel­los tief im Free Jazz ver­wur­zel­ten Instrumentalstück. Das gan­ze Album kommt ohne Gesang aus. Genau so muss es bei die­ser Art von Musik auch sein.

Schon das näch­ste Stück, das fast zwölf­ein­halb­mi­nü­ti­ge „Five Days of Open Bones“, spricht aber eine etwas ande­re Sprache, indem es eben doch gemüt­lich ein aus­gie­bi­ges Instrumentenbrummen ertö­nen lässt, bevor es, wie ein schie­fes Sprachbild es nennt, ans Eingemachte geht. Blackjazzmetal? Doompostjazz? Ich neh­me mei­ne erste Einschätzung wenig­stens teil­wei­se zurück; gar nicht übel, die­se Mischung. In ande­ren Stücken (etwa „Surround the arms of revo­lu­ti­on“) kom­men auch unbe­nann­te Elektronika zum Einsatz, deren Klang mich an Atari Teenage Riot den­ken lässt, was ande­rer­seits hane­bü­chen scheint und wäre. Ein biss­chen Morphine ist aber frag­los dabei.

Convulsif - Five days of open bones (offi­cial audio)

Das läng­ste und letz­te Stück auf der regu­lä­ren Version von „Extinct“, „The Axe Will Break“, hier bereits gestern die Woche ein­ge­läu­tet habend, baut sich um ein sich wie­der­ho­len­des rol­len­des Bassmotiv her­um auf und über­rascht schon wie­der musi­ka­lisch, denn obwohl die Musiker es sich nicht neh­men las­sen, in der zwei­ten Hälfte wie­der die Freiform über die­sem Bassmotiv erklin­gen zu las­sen, höre ich hier vor allem Postrock (den guten mit den vie­len Gitarren), aber auch ein wenig Psychedelisches (zudem nicht ganz so zäh wabernd wie Pink Floyd) her­aus. Hat was!

Ich war mir schon vor Monaten ziem­lich sicher, dass 2020 ein sehr gutes Jahr für die Musik sei. Inzwischen kann ich das „ziem­lich“ guten Gewissens streichen.

Senfecke:

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