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„n‑tv“ erzählt:
Soldatinnen und Soldaten müssen eine Corona-Schutzimpfung dulden.
Mein Problem mit coronamaskierten Soldaten in voller Montur, die mir in zu großer Zahl am Bahnhof begegnen, weil ich ihnen von meinen Steuern!!11! das Rumfahren bezahle, ist von besagter Coronamaskierung allerdings ebenso unabhängig wie von ihrem Impfstatus, und ich möchte auch in Zweifel ziehen, dass die wesentlichen Bedenken gegen Kampfeinsätze im Ausland darin liegen, dass man nicht durch das Eindringen fremder Munition hervorgerufene Atemprobleme bekommen könnte; aber man will den Iwan – oder wen auch immer man derzeit zum Feind erklärt hat – ja auch nicht anstecken, nicht wahr?
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.
Der MDR bekommt Anfang Dezember 2021 einen neuen Rundfunkrat, in dem zum Wohlgefallen vieler Berichterstatter die AfD nicht vertreten sein wird, stattdessen die „gesellschaftlich bedeutsame Organisation“ ADAC Sachsen. Ich möchte diesen Umstand in Erwartung künftiger MDR-Schlagzeilen wie „Junge beim Überqueren der Straße in Nordhausen von Auto erfasst“, „Kleinkind in Erfurt von Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt“ und „Frau steigt nach Unfall auf A71 aus und wird von Auto erfasst“ – hoffentlich sperrt bald jemand diese gemeingefährlichen Autos ein – einfach mal ansonsten unkommentiert herausstellen.
Hitler soll ein ziemlicher Frauenschwarm gewesen sein. Ich weiß nicht, wieso ich beim Lesen der Titelseite der aktuellen Ausgabe der „Cosmopolitan“ (12/2021) darauf komme.

Irritierende Nachricht des Tages: Bei Spotify, einer populären Möglichkeit, Musik nicht zu besitzen, werden Musikalben jetzt nicht mehr automatisch in zufälliger Reihenfolge abgespielt. In sozialen Medien zeigen sich „Kunden“ des Unternehmens entsetzt: Man lasse sich doch von einem Buchautoren nicht vorschreiben, wann man welche Seite zu lesen hat!
Es ist Montag. REWE sucht Geringverdiener. Ich habe schon von schlimmeren Castings gehört.
Wen ruft man eigentlich in Sigmaringen, wenn man Opfer von Gewalt geworden ist? Mega Man? Vor der Gewalt im Elektroauto zu fliehen geht jedenfalls auch nicht mehr: Bei Serverproblemen kann man es ja nicht mal aufschließen. – Die Linke, die in Berlin die totale Enteignung gefordert hat und sie jetzt umsetzen soll, hält das Volksvotum inzwischen für einen unverbindlichen Vorschlag, der die Politik zu nichts verpflichtet. Muss ja auch nicht. Ist ja jetzt erst mal wieder ein paar Jahre lang gewählt. Vorwärts immer.
Apropos: Auf Twitter wurde spekuliert, die Angewohnheit, dass Deutsche sich den Intimbereich rasieren, sei eine Folge daraus, dass Pornos zumeist rasierte Intimbereiche zur Schau stellen. Ich glaube, ich nehme beizeiten mal einen Porno auf, in dem die Darsteller irgendwas von Phil Collins angewidert ausmachen. Vielleicht klappt es ja. – Fast noch schlimmer als, aber wenigstens nicht so schmerzhaft wie Phil Collins ist Fußball. In dieser Blase brodelt es schon wieder auf Niedrigflamme: Eintracht Braunschweig hat gegen irgendeine andere egale Mannschaft gespielt und irgendwelche Fans haben ein Spruchbanner kreiert, auf dem sie die Gäste darum baten, doch lieber wegzubleiben. Das wäre ein fürchterlich langweiliges Vorkommnis, aber weil besagte Fans einer unfeinen politischen Richtung angehören und die Gäste wahrscheinlich nicht, hat Eintracht Braunschweig beschlossen, aus dem furchtbar langweiligen Vorkommnis ein furchtbar langweiliges Politikum zu machen. Die aktivste Sparte zeitgenössischer Sportvereine scheint die Bundesliga im Distanzieren zu sein.
Nach ABBA, „Wetten, dass…?“ und „TV Total“ kommt bald ein weiterer Wiedergänger: Betatester für Winamp werden gesucht. Damit haben wir zu meiner Zeit Musik gehört. Heute gibt es ja Streams und so was.
Zum Beispiel den folgenden.
Guten Morgen.
Vorgestern war Internationaler Männertag, also der Tag der Männergesundheit oder, wie die Vereinten Nationen auf Twitter gratulierten, der Tag der „männlichen Verbündeten auf der ganzen Welt, die Frauen unterstützen“ und so weiter und so fort. Ich weiß nicht, was das wieder soll. Weil Lachen aber gesund ist, sprang für die an dieser Stelle versagenden Vereinten Nationen „TV-Kommentatorin Claudia Neumann“ ein:
TV-Kommentatorin Claudia Neumann hat die Einführung einer Frauenquote im Profi-Fußball der Männer gefordert.
(Hervorhebungen von mir.)
Nun gibt es außer seinen Fans nichts, was mir noch egaler wäre als Fußball, aber semantisch finde ich diesen Satz sehr gelungen. Ich persönlich fordere die Einführung einer Moslemquote unter den Rabbinern, eine Fleischquote in veganen Restaurants, eine Windowsquote auf Linuxkonferenzen und eine Männerquote in der Dusche beim Frauenfußball. Herrje.
Apropos Corona.
„Mark Zimmermann darf nicht sterben“ überschriftet angemessen reißerisch das „TWASBO-Magazin“ mit dem seltsamen Leerzeichen („TWASBO Magazin“), denn den „Maschinisten“ rafft es vielleicht dahin. Das passiert halt, wenn man sich nicht dreimal täglich die Hände dampfreinigt im Home Office keine Maske trägt in Berlin wohnt. Berlin macht krank, jetzt auch pandemisch. Gleicht das vom Karma her eigentlich die gleichartige Infektion Alice Weidels aus, über die Twitter sich seit Tagen freut?
Seinen körperlichen Verfall gedenkt der bis dato vorwiegend coronabelustigte Erkrankte wie bisher, jetzt aber aus anderem Grund, wie Wolfgang Herrndorf zu dokumentieren, aber das Sterbetagebuch „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf hat mich sehr gelangweilt, insofern hoffe ich, dass die Analogie von einer angemessenen Unüberlegtheit geprägt war.
Vor ungefähr elf Jahren schrieb ich, das gegenseitige Verlinken von „A‑Bloggern“ stehe in kaum einer Relation zur inhaltlichen Bedeutung des Verlinkten. Ich mache das bis heute anders, ich halte mich bis heute aus diesem Quasi-Verlinkenmüssen heraus. Die persönlichen Befindlichkeiten irgendwelcher Leute aus dem Internet sind aus ähnlichem Grund meine Sache nicht, gleichwohl stelle ich fest, dass ich viele großartige Texte von verschiedensten Autoren aus nur wenigen Kanälen kenne. Dass wir, Kleinstpoeten im Haifischbecken „so Blogs halt“, einander auch immer wieder in denselben Blogs verlinkt sehen, liegt möglicherweise auch daran, dass die Großpoeten unsereines überdrüssig sind. Mich anschließen möchte ich mich insofern den Genesungswünschen. Es wäre doch bedauerlich, wenn das Schicksal immer nur diejenigen verschont, die zu meinem seelischen Wohlbefinden nur Kontraproduktives beizutragen haben.
Der „TWASBO“-Macher mag anscheinend keinen Whisky (Nachtrag nach Kommentar: mehr). Selber schuld. Sláinte mhaith.
„I can’t stand it anymore more / but if Shelly would just come back, it would be alright.“
– The Velvet Underground: I Can’t Stand It
… Es war weit nach Mitternacht, als er aus seiner Trance erwachte. „Wie schnell“, dachte er, „man doch fällt, wenn man sich in Sicherheit wähnt.“ Er sah, spürte sie noch in seinen Armen, als sei ihr letztes Zusammensein noch jung und mehr als eine Erinnerung, die sich ihm, wie er hoffte, niemals entziehen möge.
Ihretwegen hatte er endlich verstanden, was der Volksmund meint, wenn er Leben und Lieben als gleichberechtigte Errungenschaften ansieht. So verliebt war er schon manchmal gewesen, aber daraus so viel Leben zu ziehen sog er in sich auf und genoss jeden einzelnen Moment. Das Leben, das sie mit ihrer Liebe gebracht hatte, ließ das seine endlich vollständig sein. Ihm fehlte es an nichts und das war ein Risiko.
So weniges hätte jemals geschehen dürfen. Er hatte länger um sie gekämpft als um vieles, das eigentlich wichtiger gewesen wäre, aber das Nomadenleben blieb . Der Weg ist nur ein Etappenziel, der Hürdenlauf stand erst noch bevor. Vielleicht wollte sie ihm beweisen, dass er sich geirrt hatte, aber sie wusste nicht, dass es mehr die Hoffnung als eine Überzeugung war, die aus ihm sprach, weil ihm kaum mehr geblieben war. Sollte es so enden?
Wenn es doch nur endete! Den Gefallen tat sie ihm nicht: Sie ging nicht, sie blieb ihm als Echo erhalten, als Stimme der Vernunft auch. Hätte er diese Stimme damals schon gehört, so hätte vieles ein anderes Ende genommen. Die Ironie ließ ihn schmunzeln. Dass all das jetzt Monate zurücklag und er es zumindest geschafft hatte, die Erinnerung an das Streben nach einer Zukunft mit einer Fata Morgana zu betäuben, war diese doch nur ein unsteter Rausch ohne Halt geblieben und hatte sich schon verflüchtigt, kaum hatte er sich an es gewöhnt. Die selbst gegrabene Grube, an deren Rand er längst balancierte, war mit Nägeln gefüllt worden. Der Schalk in seinem Nacken zog am Teppich. Wem konnte er etwas vormachen, wenn nicht einmal sich selbst?
Das Schlimmste war die Gewissheit, dass er sich selbst nicht mehr vertrauen konnte. Nein, sein Vertrauen hatte er selbst diesmal missbraucht und das konnte er sich zum ersten Mal in seinem Leben nicht mehr verzeihen.
Er öffnete seine Hand. Etwas fiel zu Boden. Er hatte verloren. …
„I’m still standing after all this time / picking up the pieces of my life without you on my mind.“
– Elton John: I’m Still Standing
Neuer Eintrag in der Liste der Dinge, die Apple mit seinen iPhones besser macht als der deutlich größte Teil der Konkurrenz mit dem Betriebssystem des weltweit größten Anbieters von Onlinereklame: Selbstreparatur erlauben.
Auf Twitter bekommen Menschen neuerdings über 3.000 Däumchenraufs für die Ankündigung, beizeiten mal zum Arzt zu gehen. Ich war vorgestern erst bei einem. Hätte ich mir hierzu vielleicht ein T‑Shirt bedrucken lassen sollen?
Die SPD, die Dinge, die gar keine Impfung sind, ebenso wie die „tagesschau“ irritierenderweise „Corona-Maßnahmen“ nennt, freut sich: Es werden sowohl „Homeoffice-Pflicht“ als auch „3G bei Arbeit“ – dieser Satz keinen Artikel – eingeführt. Die Pointe zu entdecken dauert möglicherweise ein bisschen, ist dann aber ganz amüsant. Ich kann heute nicht ins Bett, ich bin ungetestet. Die Bundeswehr will 12.000 potenziell rechtsextreme Waffennarren („Soldaten“) entsenden, um dem Virus Herr zu werden. Keime einfach abknallen.
Apropos „einfach abknallen“: An der EU-Außengrenze sei es zu „Zusammenstößen“ zwischen mit Steinen und Bäumen werfenden „Schutzsuchenden“ (Amnesty International) und/oder „Migranten“ (Barzan Sadiq) und dem Grenzschutz gekommen, schreibt der „Tagesspiegel“ in einer Meldung von „dpa, AFP“ und will dafür zumindest kein Geld von mir haben. Einer der beiden direkt beteiligten „Machthaber“, wie der Qualitätsjournalismus die Staatsoberhäupter von Ländern nennt, die er nicht mag, habe ein Nachtlager einrichten lassen, damit „Frauen und Kinder“ auch mal die Gelegenheit zu einem Schläfchen bekommen. Männer müssen ja nicht. Die haben zu tun. Die müssen mit Steinen und Bäumen werfen.
Unerwartete Werbung für „Filmpiraterie“, wie unangenehme Zeitgenossen den freien Tausch von lizenzierbaren Bewegtbildern nennen: Kommende Episoden von „Star Trek Discovery“ werden ebenso wie die bisherigen vorerst nicht lizenziert in Deutschland zu sehen sein, weil der Rechteverwalter hier erst seinen eigenen „Streamingdienst“, wie unangenehme Zeitgenossen über das Internet betriebene Leihvideo- und ‑audiotheken nennen, aufbauen möchte. Ich bin gewillt anzunehmen, dass die Anzahl dieser Leihvideo- und ‑audiotheken, für die es natürlich keinen gemeinsamen Tarif gibt, so dass ein Normalverdiener inzwischen durchaus einen nennenswerten Teil seines Gehalts dafür ausgeben müsste, wollte er alle Serien, Filme und durchaus auch Musikalben konsumieren, die dort angeboten werden, ein erträgliches Maß längst überschritten hat, zumal es an „Exklusivtiteln“, für die man unbedingt einen ganz bestimmten Vertrag abschließen müsste, auch nicht mangelt.
Man spart so vieles, wenn man sich der „Piraterie“ hingibt; und das Geld ist nicht einmal das Wesentliche in dieser Beobachtung.
Zur Migration gab es am Abend ein erstes Ergebnis: Statt 7000 Menschen will die Koalition künftig 20.000 pro Jahr einbürgern. Das ist vor allem gut für den Länderfinanzausgleich.
Ab wie viel Euro pro Person entwickelt das linke – aber mal so richtig link – „soziale Gewissen“ jetzt eigentlich ein soziales Gewissen?
(via @neythomas)
Beim Thema Sicherheit auf dem #Weihnachtsmarkt in #Hannover müssen sich die Veranstalter nicht nur Gedanken um Corona machen – auch eine terroristische Gefahr ist weiter präsent. Darum sollen Polozisten (sic! A.d.V.) mit Maschinenpistolen die Veranstaltung sichern.
Narr, wer jetzt fragt, ob die Hannoveraner Polozisten inzwischen gelernt haben, nicht mehr mit diesen Maschinenpistolen auf diesem Markt herumzuschießen. Das verdirbt doch die ganze Überraschung.
Plattenspieler? Ha! Wer braucht schon so was? Ist doch jetzt alles in der Cloud, ist doch immer alles überall verfügbar kaputt:
Am Dienstagabend war das für Nutzerinnen und Nutzer des Streamingdienstanbieters Spotify nicht möglich. Denn die App war für zahlreiche Menschen nicht zu erreichen.
Was genau war jetzt noch mal der große Vorteil der Cloud Computer anderer Leute – dass man nicht selbst schuld ist?
(Anscheinend: Alle Jahre wieder.)
Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.
§ 2 (Fn 5) SchulG NRW
Dass mich das Komma mal am wenigsten stören würde!
Es ist Montag. Die Grünen wollen erst mal die Ministerposten verteilen und dann vielleicht noch mal über Inhalte reden. Prioritäten sind eben wichtig. – Wer wird eigentlich Pandaminister?
Apropos Schwachköpfe: Die Bundeswehr, die einzig dem vermeintlich geregelten Krieg von Nutzen ist, hat am gestrigen Volkstrauertag „der Toten aus Krieg“ gedacht und versteht wahrscheinlich die Pointe selbst nicht. Frank-Walter Steinmeier, als damaliger Chef des Kanzleramts verantwortlich für die Entführung eines Unschuldigen in ein Foltergefängnis der Vereinigten Staaten, faselte im selben Kontext, man sollte Fackelmärsche des deutschen Militärs nicht immer so negativ sehen. Die riskierten ja immerhin ihr Leben „für das Land“. Meine Empfehlung an dieser Stelle ist die übliche: Bundeswehr zumachen, die Ressourcen dem THW überlassen und die Angehörigen des Militärs ebenso wie Frank-Walter Steinmeier einer anständigen sozialen Arbeit zuführen. Strafe muss sein.
Gute Nachrichten aus der Medizin: Langzeitsymptome von Corona? War vielleicht kein Corona. Glück gehabt, würde ich sagen. – Auch Glück, leider vorerst nur in den Vereinigten Staaten: Der dortige Präsident hat endlich etwas dagegen getan, dass „autonome“ Fahrzeuge Radfahrer und Fußgänger umnieten; diese müssen bloß einen Transponder mit sich herumtragen und schon werden sie wieder bemerkt. Zum Glück haben Menschen Vorrang in der Gesetzgebung und zum Glück ist es undenkbar, dass Deutschland auch auf solche kreativen Ideen kommt. Das wäre doch schade sonst.
Tatsächlich schade ist: In Hessen gibt’s wieder Weihnachtsmärkte. Die Besucher werden beim Komasaufen mit Billigfusel um Abstandhalten gebeten. Ich bin diesbezüglich guter Dinge, ich halte von Weihnachtsmärkten schon seit vielen Jahren jede Menge Abstand.
Nähe suche ich hingegen zu: Musik.
Guten Morgen.
Seit Mittwoch gibt es im Landtag des Saarlandes zwei Fraktionen der für die Partei DIE LINKE ins Parlament gewählten Abgeordneten:
• Die Fraktion DIE LINKE und
• die Fraktion Saar-LINKE
Ob sich wohl ein fraktionsloser Dritter findet?
Endlich ist Hassrede so gut wie besiegt: Bei YouTube, einem Angebot des Weltmarktführers in Onlinereklame, werden künftig die Runterdäumchenzahlen nicht mehr angezeigt.
Die Intention dahinter ist den Berichten zufolge, dass „respektvolles Miteinander“ gefördert werden solle, während Hassmobs – also wohl Menschen, die ganz dolle böse auf „find ich ein nur mäßig gelungenes Video“ drücken – es künftig nicht mehr so leicht haben sollen, die zerbrechlichen Seelen der creators aus dem Gleichgewicht zu bringen, indem sie ganz dolle böse auf „find ich ein nur mäßig gelungenes Video“ drücken.
Bei den Bundesjugendspielen bekamen schon zu meiner Zeit selbst die Körpernieten zumindest eine Teilnahmeurkunde, denn die Teilnahme an diesen „Spielen“ ist Pflicht wie einst die im alten Rom und für die meisten Teilnehmer auch fast genau so unterhaltsam, nur die Zuschauer winken müde ab und starren stattdessen auf ihr blödes Kommunikationsgerät, statt den Imperator um ein Däumchen rauf oder – damals ging das noch, ohne dass der Gemeinte sofortigen psychologischen und kolumnistischen Beistand gebraucht hätte – runter zu bitten. So Videos produziert man aber freiwillig und wenn man gut ist, bekommt man Geld dafür, das (unter anderem) meist von der Anzahl der Angucks abhängt, von der Zahl der Gefälltmirnichts hingegen nicht, und schreibt dann auf Websites, die niemand jemals unironisch liest, man mache was mit Medien. Wenn man aber nicht gut ist und/oder kein Geld dafür bekommt, dann entspricht das Tun derer, die so Videos produzieren, im Wesen dem von Straßenmusikern, die in zu vielen deutschen Innenstädten zum Beispiel mit einem Lama oder einem Stoffaffen oder einem Dosenbier herumstehen und zum Beispiel Panflöte oder Drehorgel oder Akustikgitarre (meist „Wonderwall“) spielen. Wenn man denen als Passant, der erst interessiert, bald aber abgeneigt ist, dann aber im Gehen sagt, sie seien nicht gut, dann kommt nicht die Polizei und macht diese persönliche Ansicht zu der vermeintlichen Kunst weg, sondern die Panflöter oder Drehorgler oder Akustikgitarristen panflöten oder drehorgeln oder akustikgitarren meist ungerührt weiter, weil fast immer irgendjemand da sein wird, der aus Mitleid einen Hosenknopf in die Spendenbüchse schmeißt, weil er hofft, dass das infernalische Gedudel aufhört, wenn die verdammte Büchse nur endlich voll ist.
Viele tief sitzende Probleme der digitalisierten Gesellschaft wären leicht zu lösen, lernte sie nur endlich etwas von den Panflötern und Drehorglern und Akustikgitarristen. Inzwischen befürchte ich aber, dass diese Anregung nicht etwa dazu führen würde, dass Menschen, die dummes Zeug ins Internet reinmachen, sich ein dickes Fell zulegen, sondern zum Gegenteil. Wer nie gelernt hat, dass Beifall von Mutti und sonstigen emotional Involvierten nicht immer die Mehrheitsmeinung abbildet, sondern, dass Versuch auch zum Scheitern führen kann, dessen Welt bricht schneller zusammen, je später man das ändert; und dessen Versuche werden eben – zum Nachteil des Verursachers wie gleichermaßen auch des Publikums – nicht besser.
Das hätte noch gefehlt: Eine Fußgängerzone voller untalentierter Künstler, denen man überdies ausschließlich Applaus spenden soll! Das fände ich nur mäßig gelun- oh, Moment. Es klopft.