In den NachrichtenMontagsmusik
Archi­tects – Dis­cour­se Is Dead // W�rdPress

Grrrrrrrrr!Es ist Mon­tag. Mit etwas Glück stirbt zum Jah­res­wech­sel eine Scheiß­bran­che. Jump, you fuckers, und nehmt die Bit­co­in­pfei­fen mit. Oder schult um. Pan­da­bä­ren­züch­ter wer­den zum Bei­spiel drin­gend gesucht, zum Bei­spiel von mir.

Ster­be­hil­fe gibt es künf­tig nur noch für Geimpf­te und Gene­se­ne. Nicht, dass man stirbt und dann fällt plötz­lich das Atmen schwer. Sarah Boset­ti – finan­ziert von mei­nen Gebühren!!11! – befand, das ZDF-Logo stolz tra­gend, Unge­impf­te sei­en rechts unten und letzt­end­lich einem Blind­darm gleich. Zu der neu­er­dings vor­herr­schen­den Spra­che in der „Come­dy“, wie dum­me Men­schen das Kaba­rett nen­nen, könn­te ich sicher­lich man­cher­lei sagen und schrei­ben, aber Brand­re­de lässt sich mit einem Gegen­feu­er sel­ten löschen. Statt­des­sen scheint mir der Hin­weis gebo­ten, dass Pri­va­ti­sie­rung und damit ver­bun­de­ne Über­füh­rung in den frei­en Markt, der sich qua­li­ta­tiv bewei­sen muss, nicht immer schlecht sein muss. In Ber­lin darf man noch in Tanz­clubs gehen, aber nur sit­zend. Das kommt mei­ner Art zu tan­zen durch­aus ent­ge­gen.

Ein Blick in den Maschi­nen­raum: Die­ses Word­Press, das wei­ter­hin ein­zu­set­zen ich Grün­de habe, kann seit gestern Abend auch Emo­jis in den Kom­men­ta­ren anzei­gen. Das ist wahr­schein­lich scha­de, weil es den Aus­drucks­wil­len mei­ner geschätz­ten Kom­men­ta­to­ren mög­li­cher­wei­se min­dert, aber tat­säch­lich auch in mei­nem Sin­ne. Trotz­dem habe ich gegen ein wenig Pro­sa nichts ein­zu­wen­den. Dass Word­Press zwar häu­fi­ger mal in der Daten­bank her­um­fuhr­werkt, kei­nes­falls jedoch utf8mb4 als kor­rek­ten Zei­chen­satz ver­steht und dann nicht mal eine War­nung anzeigt, wenn man einen ande­ren Zei­chen­satz ein­setzt, gleich­zei­tig aber dar­auf beharrt, dass man gefäl­ligst den beklopp­ten Scheiß-„Gutenberg“-„Editor“ ein­set­zen möge, der zum Gestal­ten gut geeig­net sein mag, zum ein­fa­chen Ins­in­ter­net­rein­schrei­ben jedoch nicht, spricht im Übri­gen für sich.

Apro­pos: Hacker hacken Bon­drucker. Ein schö­nes Gegen­ge­wicht zum fürch­ter­li­chen rC3, also der jähr­li­chen Sozi­al­ar­bei­ter­kon­fe­renz, die eine CCC-nahe Fir­ma die­ses Jahr schon wie­der online aus­rich­tet. Die haben ja Zeit, die müs­sen ja nichts arbei­ten. Anders­wo wird sich über ande­re Hacker empört: Die Hard­ware von Staats­be­dien­ste­te der USA wird zurück­ge­hackt. Hihi. Ich hat­te schon fast an der Exi­stenz des Kar­mas gezwei­felt. Irgend­wel­che Rekla­me­kas­per pro­pa­gie­ren der­weil ein „Web3“, also den Nach­fol­ger von Webzweinull. War­um die­ser Ter­mi­nus als fal­sche Dicho­to­mie so Quatsch ist wie sein ver­meint­li­cher Inhalt, möge ein Klü­ge­rer (zum Bei­spiel Ste­phen Diehl) erläu­tern. Man muss ihn sich nicht mer­ken und schon gar nicht repro­du­zie­ren.

Medi­al scheint anson­sten Ebbe zu herr­schen: Es wird schon wie­der eine Mel­dung her­um­ge­reicht, die über ein Jahr alt ist. Zum Glück ist’s mit den Medi­en ohne­hin bald vor­bei: Deutsch­land – viel bes­ser als Chi­na – setzt die Schaf­fung eines eige­nen Inter­nets, in dem nicht mehr alles jeder­zeit ver­füg­bar ist, kon­se­quent fort. Da muss man sich ja beei­len, wenn man noch lizenz­be­haf­te­te Musik strea­men möch­te.

Zum Bei­spiel die­se.

Archi­tects – „Dis­cour­se Is Dead“ (Full Album Stream)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zum Weih­nachts­mann

Weih­nach­ten ist, wenn ich die sozia­len Medi­en, in denen unter ande­rem dar­über dis­ku­tiert wird, ob es mora­lisch rich­tig sei, das lang­wei­li­ge Fest mit mög­li­cher­wei­se unge­impf­ten Kin­dern und älte­ren Ver­wand­ten zusam­men zu ver­brin­gen, wobei über­wie­gend Trotz­re­ak­tio­nen die Mei­nung bestim­men, der­zeit rich­tig ver­ste­he, die eine Zeit im Jahr, in der Eltern ihre Kin­der hin­sicht­lich der Bestim­mung des für die Geschen­ke Zustän­di­gen inten­si­ver belü­gen als die SPD ihre Wäh­ler hin­sicht­lich nahe­zu jeder poli­ti­schen For­de­rung, als wäre ein Kind, das von vorn­her­ein mit dem Wis­sen auf­wächst, dass sei­ne Ver­wand­ten ihm jähr­lich teu­ren Kram kau­fen und nicht etwa ein toter Bischof („Niko­laus“), ein Klein­kind („Christ­kind“) oder eine Coca-Cola-Wer­be­fi­gur („Weih­nachts­mann“) in merk­wür­di­gen Kla­mot­ten, der, die oder das anschei­nend zu viel Geld und unge­zähl­te Zwil­lings­brü­der hat, in sei­ner See­le unheil­bar ver­letzt, wenn man es nicht anlügt, und als lern­te das­sel­be Kind nicht erst durch sol­cher­lei, dass Lügen mit wirk­li­chem Vor­teil für weder Lüg­ner noch Belo­ge­nen das ist, was Erwach­se­ne eben so machen, und als wür­de es dar­aus nicht mit für mich als zu hoch erschei­nen­der Wahr­schein­lich­keit die­ses Gelern­te spä­ter selbst anwen­den.

Politik
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Kei­ne Preu­ßen für Jana Hen­sel

Jana Hen­sel („ZEIT ONLINE“ sowie „DIE ZEIT“; Haupt­sa­che, Groß­buch­sta­ben) ist empört: Über 30 Jah­re nach dem Ende Ost­deutsch­lands als eigen­stän­di­ges poli­ti­sches Gebil­de „sind die Namen von 20 Par­la­men­ta­ri­schen [Staats­se­kre­tä­ren] (…) bekannt: eine Frau mit Migra­ti­ons­ge­schich­te ist dar­un­ter, ein Ossi“. „Die­ses Signal“ sei „ernüch­ternd“. (Zita­te, sofern nicht anders gekenn­zeich­net, wur­den unver­än­dert über­nom­men.)

Kei­nes­falls erwähnt Jana Hen­sel jedoch, wie vie­le die­ser Staats­se­kre­tä­re eine preu­ßi­sche Geschich­te haben, obwohl Preu­ßen auch erst vor fünf sozio­lo­gi­schen Gene­ra­tio­nen zu exi­stie­ren auf­ge­hört hat, was nicht deut­lich vor den drei Gene­ra­tio­nen, die die DDR dem­nächst nicht mehr erlebt haben wer­den, liegt. Ab wie vie­len Gene­ra­tio­nen ist eines ehe­ma­li­gen Staa­tes Volk nicht mehr als rele­van­te gesell­schaft­li­che Grup­pe zu ver­ste­hen?

KaufbefehleMusikkritik
Kür­zest­kri­tik: Kim Gor­don – Grass Jeans

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Kim Gor­don (Sonic Youth, Body/Head usw.) hat eine neue „Sin­gle“ (Quel­len: Ste­reo­gum, Gui­tar World, Apple Music, FLOOD u.v.m.) raus­ge­bracht, die aber gar kei­ne Sin­gle ist, weil es kei­nen ent­spre­chen­den Ton­trä­ger gibt, son­dern nur ein Lied.

Und es gefällt mir.

Grass Jeans

Wenn man das Lied kauft, wird das Geld dem Ver­neh­men nach ins­ge­samt an die Initia­ti­ve Fund Texas Choice gespen­det, die zum Ziel hat, dass Frau­en in Texas ihren Nach­wuchs abtrei­ben dür­fen. Weil ich als Vinyl- und Musik­mö­ger aber kei­nes­falls dazu rate, ver­gäng­li­chen Tand wie irgend­wel­che Datei­en zu kau­fen, emp­feh­le ich statt­des­sen den vor­über­ge­hen­den Kon­sum über einen der offi­zi­el­len Ver­triebs­ka­nä­le – etwa You­Tube -, bis das Lied eines Tages auf einem rich­ti­gen Ton­trä­ger zu fin­den ist, den ich dann auf­grund mei­ner bis­he­ri­gen Erfah­run­gen mit der Musik Kim Gordons bereits jetzt zu kau­fen wärm­stens emp­feh­le. Man spa­re auf die­se Wei­se ein biss­chen Geld und spen­de die­se Erspar­nis für einen wohl­tä­ti­gen Zweck sei­ner Wahl.

Not­falls eben auch an die Initia­ti­ve Fund Texas Choice.

Politik
Schön­wet­ter­an­ar­chi­sten

Über Sozia­lis­mus ken­ne ich ein paar Volks­weis­hei­ten, eine davon geht so: Die glück­lich­sten Sozia­li­sten leben alle­samt in kapi­ta­li­sti­schen Län­dern. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber es erscheint mir nicht ganz welt­fern, hat doch zum Bei­spiel das nicht beson­ders sozia­li­sti­sche Deutsch­land immer­hin ein halb­wegs funk­tio­nie­ren­des Sozi­al­sy­stem.

Heu­te hat die bis­her lang­wei­lig­ste kom­mis­sa­ri­sche Bun­des­re­gie­rung beschlos­sen, dass am kom­men­den Sil­ve­ster so wenig Feu­er­werk wie mög­lich statt­fin­den soll­te. Man könn­te sich ja was weg­spren­gen und damit die Kran­ken­häu­ser unnö­tig bela­sten. Wei­ter­hin erlaubt blei­ben lei­der die poten­zi­ell lebens­ge­fähr­li­chen Akti­vi­tä­ten Auto­fah­ren, Berg­stei­gen und die Nut­zung einer Bade­wan­ne.

Ich fand Feu­er­werk schon immer däm­lich und bin von dem Ver­bot inso­fern nicht betrof­fen. Inter­es­sant ist aber ange­sichts vol­ler Fuß­ball­sta­di­en und geöff­ne­ter Schu­len (wür­de es inso­fern nicht auch rei­chen, beim Feu­er­werk­ab­bren­nen eine Mas­ke zu tra­gen?) die Kon­no­ta­ti­on, man wol­le zu gro­ße Men­schen­an­samm­lun­gen ver­mei­den. Völ­lig fol­ge­rich­tig inkon­se­quent ist daher auch die Absicht, den Kon­sum von Alko­hol in der Öffent­lich­keit ein­zu­schrän­ken, kei­nes­wegs aber das Weg­qual­men von Ziga­ret­ten und ähn­li­chem eke­li­gem Kram, denn wäh­rend Trin­ker nicht unbe­dingt eine Trau­be bil­den müs­sen, sind Rau­cher gehal­ten, die weni­gen Aschen­be­cher zu nut­zen, denen sie unter­wegs begeg­nen. Der fort­ge­setz­te Ein­fluss der Tabak­lob­by auf die Ent­schei­dun­gen der Legis­la­ti­ve beun­ru­higt mich.

Ohne­hin kom­me ich in ein Alter, in dem der mir inne­woh­nen­de Min­ar­chis­mus gemäch­lich einem Anar­chis­mus weicht. Von der eini­gen­den Fähig­keit einer Mehr­heits­re­gie­rung mit wenig poli­ti­scher Gewalt bin ich nicht mehr unbe­dingt über­zeugt. In die­sem Zusam­men­hang amü­siert mich, dass die­sel­ben, die beim all­jähr­li­chen Schrei in den Mai („Erster-Mai-Demos“) die Abschaf­fung staat­li­cher Gewalt her­bei­zu­kra­kee­len ver­su­chen, sich die­ser Tage dar­in gefal­len, den Staat dazu bewe­gen zu wol­len, ihnen und allen ande­ren mög­lichst viel zu ver­bie­ten. Was ist das denn für ein Ver­ständ­nis von einer „Herr­schaft von unten“, wenn man dann doch wie­der die Ver­tei­lung der Macht nach „mora­lisch gut“ und „mora­lisch schlecht“ sor­tiert? Wie viel ist ein Anar­chis­mus wert, der um sei­ne Ablö­sung bit­tet, wenn in der Gemein­schaft (i.e.: dem Volk) ver­meint­lich zu vie­le ande­re Men­schen ande­rer Mei­nung sind?

Kann Anar­chis­mus ohne Gewalt von oben funk­tio­nie­ren?

NetzfundstückeNerdkrams
Smart­phon­e­pflicht in Baden-Würt­tem­berg

Ich möch­te ja nicht unken, aber dass man in den Bus­sen und Bah­nen im Raum Stutt­gart neu­er­dings anschei­nend raus­ge­schmis­sen wird, wenn man sei­nen Impf­nach­weis nur auf Papier und nicht in digi­ta­ler Form mit­führt, kommt ver­mut­lich nicht gera­de den Schwäch­sten der Gesell­schaft – den Armen, Alten und Daten­schüt­zern – zugu­te; son­dern mehr so im Gegen­teil.

In den Nachrichten
Jes­sas, Maria und Juliko!

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat­te die­ser Tage den Vor­schlag unter­brei­tet, in der inter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on möge man nicht mehr so tun, als ob die ori­en­ta­li­sche Reli­gi­on „Chri­sten­tum“, die bis vor etwa 1.000 Jah­ren in oft krie­ge­risch geführ­ten „Mis­sio­nen“ die euro­pä­isch-heid­ni­sche Kul­tur weit­ge­hend ver­trie­ben und ihre Anhän­ger gemeu­chelt hat, die Stan­dard­re­li­gi­on jedes Ein­woh­ners der Euro­päi­schen Uni­on wäre. Man möge nicht als gesetzt anneh­men, dass jeder Weih­nach­ten feie­re, und nicht ein­mal, dass Weih­nach­ten von denen, die es fei­ern, am sel­ben Tag gefei­ert wer­de; sofern im Übri­gen Bei­spiel­na­men (hier­zu­lan­de hat man mit Max Muster­mann das Pro­blem ja gelöst) irgend­wo ver­wen­det wer­den, soll­ten die­se nicht aus­schließ­lich bibli­schen Ursprungs sein, son­dern auch mal ein Juliko oder eine Mali­ka Pate sein dür­fen.

Das klingt erst mal eini­ger­ma­ßen ver­nünf­tig, aber weil in die­sem Vor­schlag „Weih­nach­ten“ und „Maria“ in einem um Welt­of­fen­heit bit­ten­den Kon­text vor­kom­men, hat­te es das Übli­che zur Fol­ge. Neben den gewohnt kurzlun­ti­gen Ver­spreng­ten, die die Tren­nung von Staat und Kir­che bis heu­te nicht akzep­tie­ren wol­len – dar­un­ter natür­lich wie­der viel zu vie­le Twit­ter­nut­zer aus den sowie­so schon unap­pe­tit­li­chen Rei­hen der AfD und der CDU/CSU -, war auch die katho­li­sche Kir­che däm­lich genug, sich dar­über zu empö­ren: „Natür­lich“, quatsch­te Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin in die Pres­se sein, sei es selbst im Vati­kan bekannt, dass „Euro­pa“ (gemeint ist wohl nicht der Kon­ti­nent) „sei­ne Exi­stenz und sei­ne Iden­ti­tät vie­len Bei­trä­gen“ ver­dan­ke, deren viel­leicht wich­tig­ster jedoch „das Chri­sten­tum selbst“ gewe­sen sei.

Die inter­es­san­te Vor­stel­lung, „Euro­pa“ „ver­dan­ke“ sei­ne Jahr­tau­sen­de alte „Iden­ti­tät“ einer vor­der­asia­ti­schen Glau­bens­ge­mein­schaft, die Kul­tur und Wer­te sei­ner Urein­woh­ner, eben der indi­ge­nen Völ­ker, bin­nen weni­ger Jahr­hun­der­te mit psy­chi­scher und zu oft auch phy­si­scher Gewalt durch die eige­nen ersetzt hat, klingt für mich jetzt eher unge­sund, aber ich bin auch kein Arzt. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat die Ver­laut­ba­rung jeden­falls vor­erst zur spä­te­ren Über­ar­bei­tung zurück­ge­zo­gen. Ich bin nun nicht gera­de als Freund der momen­ta­nen Euro­päi­schen Uni­on und ihrer Orga­ne bekannt, aber ich wünsch­te, die Wut­bür­ger aus dem ver­meint­lich tra­di­tio­nel­len gesell­schaft­li­chen Lager wür­den das auch tun.

In den NachrichtenNerdkrams
War­um zahlt die Tele­kom nicht für mei­ne Schreib­tisch­kan­te?

Das Inter­net hat wie­der eine Mei­nung: Eine Wer­be­fa­mi­lie, die aus Möh­ren besteht, dis­kri­mi­nie­re Schwu­le, weil Mama Möh­re augen­schein­lich eine Frau sei und kein Mohr­rü­ben­mann. Wis­sen­schaft­ler haben her­aus­ge­fun­den, dass es da drau­ßen womög­lich meh­re­re Mil­li­ar­den außer­ir­di­scher Zivi­li­sa­tio­nen gibt, die nur lei­der alle­samt inzwi­schen von Gam­ma­strah­len dahin­ge­rafft wor­den sind. Die Mensch­heit hin­ge­gen lebt noch. Scha­de eigent­lich.

Die ein­schlä­gi­gen Medi­en berich­te­ten die­ser sowie­so schon gebeu­tel­ten Mensch­heit (die neue­ste über­ra­schend wahr gewor­de­ne „Ver­schwö­rungs­theo­rie“ ist die abseh­ba­re Ein­füh­rung einer Impf­pflicht, aber der Yeti wur­de immer noch nicht gefun­den; scha­de) gestern über eine gemein­sa­me Stel­lung­nah­me – „Joint (hihi) CEO State­ment“ – von den Vor­stands­vor­sit­zen­den meh­re­rer euro­päi­scher Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zer­ne, in der sie in drei Punk­ten mehr Geld, mehr Geld sowie mehr Geld for­dern. Das ist an sich wenig über­ra­schend, bemer­kens­wert ist aber, dass zu denen, die zah­len sol­len, auch „glo­ba­le Tech­nik­rie­sen“ gehö­ren. Damit meint die Tele­kom natür­lich nicht sich selbst, son­dern zum Bei­spiel Ama­zon und ande­re „Anbie­ter“ von so Strea­ming. Die Argu­men­ta­ti­on dahin­ter ist: Gäbe es kei­ne ver­kehrs­in­ten­si­ven Dien­ste, müss­te man auch das Netz nicht dau­ernd für viel Geld aus­bau­en, wes­halb besag­te Dien­ste sich gefäl­ligst betei­li­gen sol­len. Die hal­ten die Netz­be­trei­ber sonst nur unnö­tig vom Geld­zäh­len ab.

Das ist eine nur kon­se­quen­te For­de­rung, immer­hin zahlt auch Volks­wa­gen für den Aus­bau der Auto­bah­nen, Nest­lé für den Aus­bau von Super­märk­ten und Sony für den Aus­bau von Plat­ten­lä­den, denn sie alle sind wesent­li­che Nut­zer die­ser dann bes­se­ren Ver­triebs­in­fra­struk­tur. Oder ist das womög­lich gar nicht der Fall?

Ohne die­se For­de­rungs­li­ste der Tele­kom et al. hät­te mei­ne Schreib­tisch­kan­te jetzt jeden­falls eine Biss­spur weni­ger. Ich erwar­te, dass sich „Timo­theus Hött­ges, CEO, Deut­sche Tele­kom“ (ebd.) ange­mes­sen an mei­nen hier­durch gestie­ge­nen Möbel­ko­sten betei­ligt. Sonst petz‘ ich das den ein­schlä­gi­gen Medi­en.

PolitikIn den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (21)

Coro­na ein­fach abknal­len:

Den ange­kün­dig­ten Coro­na-Kri­sen­stab der zukünf­ti­gen Bun­des­re­gie­rung soll ein Bun­des­wehr­ge­ne­ral lei­ten. (…) Der 56-Jäh­ri­ge ist Kom­man­deur des Kom­man­dos Ter­ri­to­ria­le Auf­ga­ben der Bun­des­wehr, das für Ein­sät­ze der Streit­kräf­te im Inland zustän­dig ist.

Nichts an und in die­sen bei­den Sät­zen beun­ru­higt mich in irgend­ei­ner Wei­se nicht.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMontagsmusik
Nát­túra – Out of the Dark­ness // Die Hoff­nung gegen Weih­nachts­märk­te

Eule mit Weihnachtsmütze. Gewöhnt euch dran. (Ich mag nicht mehr.)Es ist Mon­tag. Der Sinn des Lebens wur­de ermit­telt: Grup­pen­be­zo­ge­ne Men­schen­feind­lich­keit. Schön, dass die Wis­sen­schaft das geklärt hat. Da möch­te ich natür­lich nicht den Wider­stand mimen. Weni­ger Men­schen, mehr Pan­da­bä­ren. Das wär’s.

Apro­pos „weni­ger Men­schen“: Der SPAR-Markt – lie­be Grü­ße an die Ilse an die­ser Stel­le – in Ess­lin­gen trei­be zwei­er­lei erstaun­li­che Din­ge, teilt man im Inter­net mit, näm­lich sowohl immer noch exi­stie­ren als auch eine „stil­le Stun­de“ haben, anläss­lich derer „Auti­st/-innen und alle“ (also sowohl alle als auch man­che Indi­vi­du­en, die dann also dop­pelt) ohne blö­des Gedu­del, Flut­licht und Rekla­me­durch­sa­gen ein­kau­fen kön­nen. Mich stört dar­an zwei­er­lei: dass die­se „stil­le Stun­de“ näm­lich zwi­schen 90 und 120 Minu­ten lang ist und „Auti­st/-innen und alle“ außer­halb die­ser „Stun­de“ auch wei­ter­hin mit Kram belä­stigt wer­den sol­len, von denen der SPAR-Markt offen­sicht­lich weiß, dass Kun­den trotz­dem und nicht des­halb dort sind.

Vie­le Men­schen tum­meln sich inzwi­schen außer beim Fuß­ball (50.000 geneh­mig­te Zuschau­er auf engem Raum, aber eine Knei­pen­tour in Bay­ern ist gera­de nicht drin, ver­ste­he) auch auf den lästi­gen Weih­nachts­märk­ten. Bis­her konn­te ich mich in die­sem Jahr ganz gut davor schüt­zen, zwi­schen generv­ten Fami­li­en mit krei­schen­dem Nach­wuchs neben häss­li­chen Bret­ter­bu­den mit unnüt­zem Plun­der bil­lig­sten Alko­hol für zu viel Geld in mich rein­zu­schüt­ten, man­che Städ­te fin­den das gut. Gleich­wohl: Eine mög­li­che Schlie­ßung der momen­tan geöff­ne­ten häss­li­chen Bret­ter­bu­den wäre „der finan­zi­el­le Todes­stoß der Bran­che“, lässt der „NDR“ die Bran­che mit­tei­len. Da ist er, das ist der Moment: Ich möch­te einen lock­down haben. Ein sol­cher wäre ein ver­gleichs­wei­se klei­nes Opfer dafür, dass die­se ver­damm­ten Weih­nachts­märk­te mit ihrem kit­schi­gen Geblin­ke und fürch­ter­li­chen Lärm end­lich alle plei­te sind. Aller­dings besteht eine gerin­ge Wahr­schein­lich­keit, dass das Virus sich gera­de selbst ver­drängt. Die Ent­schei­der soll­ten sich also ein biss­chen beei­len.

Da wir gera­de bei häss­li­chen Bret­ter­bu­den sind: Han­no­ver ist anschei­nend nur die zweit­lang­wei­lig­ste Haupt­stadt Deutsch­lands. Ich bin ent­setzt. Kann jemand nach den Ein­woh­nern von Saar­brücken sehen? Geht es ihnen gut? – Der ande­re öde Land­strich des Tages: In Kasach­stan bau­en sie jetzt wie­der ein Atom­kraft­werk hin, damit Spiel­geld­ir­re in Ruhe spie­len kön­nen. Ich wünsch­te, mei­ne spon­ta­ne Reak­ti­on wäre „immer­hin etwas Gutes von denen“ gewe­sen.

So, Musik.

Nat­tu­ra-Out Of The Darkness.wmv

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Leih­mu­mi­en-Anal­sex hat sei­nen Mei­ster gefun­den

Max Goldt („Intak­tes Abdo­men dank coo­lem Ver­hal­ten“):

Gibt es noch gar­sti­ge­re Vor­stel­lun­gen, noch gar­sti­ge­re Wör­ter als See­pocken­sper­ma und Spin­nen­ab­do­men­sa­lat? Aber ja! Leih­mu­mi­en-Anal­sex.

„Kie­ler Nach­rich­ten“:

Von Weih­nachts­markt zu Weih­nachts­markt – und das mit dem Schiff: In Kiel hat am Frei­tag die „Ama­dea“ ange­legt, um Pas­sa­gie­ren ein Weih­nachts­markt-Hop­ping in Deutsch­land und Däne­mark zu ermög­li­chen.

(Her­vor­he­bung von mir.)

Kann ich die­ses Aus­ster­ben der Mensch­heit infol­ge einer Kata­stro­phe noch mal sehen?

PolitikIn den Nachrichten
102 Jah­re Frei­heits­ent­zug (und Schluss)?

Apro­pos Schutz­geld­zah­lung.

Ich muss soll­te der SPD mei­nen Dank aus­spre­chen. Sel­ten ist mir ein poli­ti­scher Satz schwe­rer gefal­len.

Im August 2018 beklag­te ich, dass auch die 24. Nach­kriegs­bun­des­re­gie­rung, die erst jetzt in Auf­lö­sung befind­lich ist, kei­nen Anreiz sieht, die 1919 beschlos­se­ne und seit­dem nicht auf­ge­kün­dig­te Ablö­sung der Staats­lei­stun­gen – dass also die mei­sten Ein­woh­ner Deutsch­lands als Stra­fe dafür, hier zu woh­nen, unab­hän­gig von ihrer Kon­fes­si­on oder ‑slo­sig­keit einen Teil ihrer Ein­nah­men per Steu­ern an die bei­den rele­van­ten christ­li­chen Kir­chen abtre­ten müs­sen – von gedul­di­gem Papier in tat­säch­li­che Taten zu über­tra­gen und die mehr­heit­lich nicht christ­li­che Gesell­schaft so frei­zu­kau­fen.

Times, a‑changin’ und so wei­ter:

Noch in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode müs­se die Ablö­sung der Staats­lei­stun­gen an die Kir­chen ein­ge­lei­tet wer­den, meint SPD-Reli­gi­ons­exper­te Lars Castel­luc­ci.

Auch im auch sonst – dafür, dass SPD und Grü­ne mit­schrei­ben durf­ten – erstaun­lich wie erfreu­lich hoff­nungs­voll stim­men­den Koali­ti­ons­ver­trag hat die geplan­te Ablö­sung Erwäh­nung gefun­den, was gewiss zwar eine Absichts­er­klä­rung, jedoch nicht bin­dend ist. Da’s aber die CDU war, die seit ihrer Grün­dung vehe­ment die Kir­che als Mini­ste­ri­um miss­ver­steht und (wie frei­lich auch die SPD) wenig dazu bei­trägt, dass die wirt­schaft­li­che Tren­nung zwi­schen Staat und anti­kem Toten­kult vor­an­ge­trie­ben wird, scheint das regie­rungs­be­zo­ge­ne Erset­zen der CDU durch die wenig­stens reli­gi­ons­li­be­ra­le FDP trotz hoch­ran­gi­ger Kir­chen­zög­lin­ge in der Koali­ti­on den ent­schei­den­den Fun­ken gezün­det zu haben.

Erstaun­lich scheint mir die Annah­me zu sein, es gehe um eine „Ablö­se­sum­me von meh­re­ren Mil­li­ar­den Euro“, wie es im ver­link­ten Arti­kel heißt, denn seit 1919 dürf­ten die bis­her gezahl­ten Staats­lei­stun­gen längst ein Viel­fa­ches von dem betra­gen, was damals für ange­mes­sen gehal­ten wor­den ist. Wahr­schein­lich schul­den uns die Kir­chen sogar noch Geld. (Wie vie­len Obdach­lo­sen könn­te man damit eigent­lich Kost und Logis bezah­len, wie vie­le Fami­li­en in Armut aus der Armut heben?)

Der Gott­lo­se bor­get und bezah­let nicht[.]
Psal­men 37:21

Aber es geht auf das Jah­res­en­de zu; da ste­hen in der Käl­te die kirch­li­chen Ver­ei­ne und sam­meln Spen­den für die Hun­ger­lei­den­den, denn bekannt­lich haben Men­schen am Jah­res­en­de im Weih­nachts­tru­bel am aller­mei­sten Lust auf und freie Finan­zen für der­lei Tun. Im Som­mer lei­det offen­sicht­lich nie­mand Hun­ger, nir­gend­wo. Wie ich jedoch von die­ser Beob­ach­tung den Bogen zurück zu mei­nem Dank an die SPD zie­hen soll, weiß ich nicht.

Netzfundstücke
„… von MEINEN Gebüh­ren!“ (8)

Der öffent­lich-recht­li­che Deutsch­land­funk, zugun­sten jour­na­li­sti­scher Qua­li­tät finan­zi­ell bis zum Zäpf­chen ali­men­tiert, berich­tet:

Gut vier Mona­te nach der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe im Westen Deutsch­lands kann die Bevöl­ke­rung vor Gefah­ren künf­tig auch per Anruf gewarnt wer­den. Der Bun­des­rat stimm­te einer Regie­rungs­ver­ord­nung zum soge­nann­ten Cell Broad­cast zu.

Ach nein, ver­le­sen. Rich­tig ist natür­lich:

Gut vier Mona­te nach der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe im Westen Deutsch­lands kann die Bevöl­ke­rung vor Gefah­ren künf­tig auch per Tele­fax gewarnt wer­den. Der Bun­des­rat stimm­te einer Regie­rungs­ver­ord­nung zum soge­nann­ten Cell Broad­cast zu.

Quatsch:

Gut vier Mona­te nach der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe im Westen Deutsch­lands kann die Bevöl­ke­rung vor Gefah­ren künf­tig auch per SMS gewarnt wer­den. Der Bun­des­rat stimm­te einer Regie­rungs­ver­ord­nung zum soge­nann­ten Cell Broad­cast zu.

Das steht da wirk­lich, ist aber falsch. Egal – ist ja alles Tele­fon.

Gut ange­leg­te 86 Cent ins­ge­samt; aller­dings tei­le ich die Auf­fas­sung, die ich auf Twit­ter gele­gent­lich lese: Der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk gehört in Grund und Boden pri­va­ti­siert. Viel­leicht geben sie sich dann mehr Mühe.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Elec­tric Oran­ge – psi-hybrid

electic orange - psi-hybridLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Elec­tric Oran­ge aus Aachen oder so sind regel­mä­ßi­gen Lesern mei­ner Rück­schau­en nicht unbe­kannt, geben sich aber auch nicht viel Mühe, unbe­kannt zu blei­ben; seit ihrer Grün­dung im Jahr 1992 haben sie unge­fähr zwei Dut­zend Ton­trä­ger ver­öf­fent­licht, die alle­samt inzwi­schen weit­ge­hend stimm­freie Musik ent­hal­ten, die in bester orgeldo­mi­nier­ter 70er-Tra­di­ti­on steht und die sti­li­stisch irgend­wo im Psy­che­de­lic-Kraut­rock-Regal zu fin­den ist. Bedien­te man sich anfangs natür­lich noch bei Pink Floyd, so ist Eigen­stän­dig­keit längst gege­ben.

Dro­gen­mu­sik halt, dem Koali­ti­ons­ver­trag sei’s ange­dient.

Auf ihrem dies­jäh­ri­gen, unter Pan­de­mie­be­din­gun­gen (also nicht aus­schließ­lich gemein­sam im Stu­dio) ent­stan­de­nen Album „psi-hybrid“ (Bandcamp.com) bleibt’s dabei, stark ver­zerr­te Spra­che („Shingle Robe“) inklu­si­ve; neu sind Saxo­phon und Bass­flö­te (bei­de gespielt von Gast­mu­si­ker Harald Königs), die ins­be­son­de­re in der zwei­ten Hälf­te des Albums sanft bro­deln­den Jazz unter­men­gen.

Elec­tric Oran­ge – Psi-Hybrid (Full Album 2021)

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