In den NachrichtenNerdkrams
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Kur­ze Durch­sa­ge von der „tages­schau“ (bekannt für den „Fak­ten­fin­der“):

Es ist qua­si das Grün­dungs­do­ku­ment des World Wide Web: 9550 Zei­len Pro­gram­mier­code, die den Start des Inter­nets ermög­lich­ten.

Ach so, des Inter­nets – da hat das Inter­net also zwölf Jah­re nach der Stan­dar­di­sie­rung von fin­ger, acht Jah­re nach FTP und SMTP, sechs Jah­re nach der Umstel­lung des ARPA­NETs auf TCP/IP, drei Jah­re nach dem heu­ti­gen Use­net (NNTP) und ein Jahr nach POP3 und dem IRC end­lich zu exi­stie­ren begon­nen. Na, vie­len Dank.

Bemer­kens­wert an der Mel­dung ist aber nicht die Ver­wechs­lung von „Web“ mit „Inter­net“, auch die im URL noch zu sehen­de Schreib­wei­se „Sou­the­bys“ für das Auk­ti­ons­haus Sotheby’s ist noch nicht all­zu furcht­bar. Ist ja bloß gebüh­ren­fi­nan­ziert, ein Lek­to­rat ist immer­hin teu­er.

Voll­endet wird der „Arti­kel“ aller­dings mit dem Screen­shot des „Quell­codes“:

Sotheby's-Internetquellcode

&&. >. <. Soso. Das Web wur­de also in HTML pro­gram­miert.

Einen um 86 Cent erhöh­ten Rund­funk­bei­trag hät­te die ARD ger­ne. Kann ich die als zweck­ge­bun­de­ne Spen­de zah­len, damit sie mal jeman­den über ihre Tex­te drü­ber­gucken las­sen, der sich aus­kennt?

Sonstiges
Loki®

Rag­na­r­ök, das „Schick­sal der Göt­ter“, ist eine – gemes­sen an ver­gleich­ba­ren zeit­ge­nös­si­schen Ver­su­chen – wenig­stens mäßig gelun­ge­ne Serie, die die nor­di­sche Mytho­lo­gie ins 21. Jahr­hun­dert zu tra­gen ver­sucht. Die­se Serie, deren größ­tes Ärger­nis es ist, dass jöt­nar kon­se­quent als „Rie­sen“ (es gibt kei­ne Rie­sen im ger­ma­ni­schen Pan­the­on) fehl­über­setzt wer­den, the­ma­ti­siert die gleich­na­mi­ge letz­te Schlacht der mythi­schen Wesen, an deren Ende der Neu­be­ginn der Welt steht. Da der Ablauf die­ser Schlacht im Wesent­li­chen aus der Völuspá, einer Art Zukunfts­vi­si­on, anstel­le von Erleb­nis­be­rich­ten über­mit­telt ist, ist sie als nor­di­sche Apo­ka­lyp­se zu ver­ste­hen.

Die real­welt­li­che Deu­tung des Rag­na­r­öks vari­iert, gele­gent­lich wird etwa ein Zusam­men­hang mit den wäh­rend der Chri­stia­ni­sie­rung (man soll­te mei­nen, gute Ideen bräuch­ten kein Schwert) Islands erfolg­ten Eldgjá-Erup­tio­nen ver­mu­tet. Gläu­bi­ge und For­scher waren sich jedoch bis vor weni­gen Tagen nicht voll­ends sicher, ob Rag­na­r­ök ein ver­gan­ge­nes oder ein zukünf­ti­ges Ereig­nis ist; man­che ver­stan­den die Chri­stia­ni­sie­rung Nord­eu­ro­pas, wohl auch beein­flusst von christ­li­chen Über­lie­fe­run­gen der ger­ma­ni­schen Mytho­lo­gie, als des­sen fak­ti­schen Beginn, ande­re ver­wie­sen dar­auf, dass bei­spiels­wei­se das Erlö­schen der Son­ne bis­lang nicht pas­siert sein kann.

Einen mög­li­chen Beweis dafür, dass Rag­na­r­ök bereits gesche­hen sein muss, hat nun aus­ge­rech­net die Walt Dis­ney Com­pa­ny zu erbrin­gen ver­sucht. In ihrem Bestre­ben, mit dem Raub­bau an Jahr­hun­der­te alten Tra­di­tio­nen und Spra­chen mög­lichst viel Geld zu erwirt­schaf­ten, hat ihr Toch­ter­un­ter­neh­men Mar­vel Stu­di­os seit 2011 auch die nor­di­sche Mytho­lo­gie für sich ent­deckt und stellt etwa die Asen Thor und Loki als Super­hel­den dar. Ich bin schon gespannt, die Geschich­te wel­cher reli­giö­sen Figur die Mar­ve­li­sten wohl danach falsch nach­er­zäh­len wer­den; war­um nicht mal die des lie­bens­wer­ten Anti­hel­den Moham­med?

Begrün­det mit ihrer eige­nen Figur „Loki“, die mit dem nor­di­schen Loki kaum Über­ein­stim­mun­gen auf­weist, scheint die Walt Dis­ney Com­pa­ny jeden­falls der­zeit Pri­vat­per­so­nen, die irgend­was mit Loki machen, aus urhe­ber­recht­li­chen Grün­den dar­an hin­dern zu wol­len, aller­dings wird anders­wo ver­mu­tet, die ent­spre­chen­den Hin­wei­se sei­en auto­ma­ti­siert von den jewei­li­gen Platt­for­men erstellt wor­den, die (wahr­schein­lich wegen Dis­neys Rufs der Kla­ge­freu­dig­keit) per over­blocking – zum Glück ist so etwas bei Upload­fil­tern, wie CDU/CSU und SPD sie beschlos­sen haben, undenk­bar – grö­ße­re juri­sti­sche Pro­ble­me ihrer­seits von vorn­her­ein ver­mei­den wol­len.

Nun hat die­sel­be Walt Dis­ney Com­pa­ny viel Geld dafür aus­ge­ge­ben, dass das Urhe­ber­recht eines Wer­kes zumin­dest in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka bis zu 95 Jah­re lang bestehen kann. Loki aller­dings, zwei­fel­los eine nord­eu­ro­päi­sche Figur, die von Sied­lern auch im heu­ti­gen Deutsch­land ver­ehrt wor­den ist, dürf­te unter ande­rem unter § 64 UrhG fal­len:

Das Urhe­ber­recht erlischt sieb­zig Jah­re nach dem Tode des Urhe­bers.

Da die Urhe­ber von Loki sei­ne Eltern Fár­bau­ti (ver­mut­lich ein Heiti von Borr) und Lau­fey sind und unter der Annah­me, dass Göt­ter urhe­ber­recht­lich als Wer­ke statt als Per­so­nen zu begrei­fen sind, was die Exi­stenz der Mar­vel­pro­duk­te zumin­dest juri­stisch dees­ka­lie­ren wür­de, Mar­vel aber der Ansicht zu sein scheint, dass die ihrer­seits urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Comics auf Public-Domain-Wer­ken basie­ren, gibt es zwei offen­sicht­lich mög­li­che Deu­tun­gen der zeit­li­chen Abfol­ge:

1. Mar­vel hat Recht.

Somit müss­ten Lokis Eltern seit min­de­stens sieb­zig Jah­ren tot sein. Da der Sage nach kei­ner der bei­den die Schlacht, sofern nicht schon vor­her ver­stor­ben, über­lebt hat, muss Rag­na­r­ök spä­te­stens im frü­hen 20. Jahr­hun­dert pas­siert sein. Das aber wür­de bedeu­ten, dass seit­dem auch der auf­er­stan­de­ne Bal­dr anstel­le der vom Fen­ris­wolf ver­schlun­ge­nen Son­ne blö­de vor sich hin­leuch­tet, was wie­der­um vor über vier Mil­li­ar­den Jah­ren gesche­hen sein muss. Gut – das ist ja auch min­de­stens sieb­zig Jah­re her.

2. Mar­vel irrt.

In die­sem Fall ist es Mar­vel zu wün­schen, dass die sich neu­er cinea­sti­scher Beliebt­heit erfreu­en­den Göt­ter der­zeit nicht aus­ge­rech­net als US-Ame­ri­ka­ner unter den Men­schen leben. Ich sah in Medi­en­be­rich­ten bereits wirk­lich gro­ße Geld­sum­men, die US-ame­ri­ka­ni­sche Gerich­te Klä­gern zuge­spro­chen haben – und wer weiß schon so genau, wie teu­er das Leben als Gott gera­de ist?

In den NachrichtenPolitik
Freie Wahl, aber als Affront.

Das ZDF teilt mit:

Bei dem Lan­des­par­tei­tag in Saar­brücken am Sonn­tag war die Kan­di­da­tin für den ersten Platz der Liste, die bis dato Lan­des­chefin Tina Schöp­fer, in drei Wahl­gän­gen durch­ge­fal­len. Gewählt wur­de statt­des­sen Ex-Lan­des­chef Hubert Ulrich, nach­dem der Par­tei­tag beschlos­sen hat­te, dass auch ein Mann für den Posten kan­die­ren kön­ne.

Ulrich hat­te sich dabei in einer Kampf­ab­stim­mung gegen die Lan­des­chefin der Grü­nen Jugend, Jean­ne Dill­schnei­der, durch­ge­setzt. Dies sei „ein Affront gegen­über dem gesam­ten Bun­des­vor­stand und brüs­kiert die­sen zutiefst“, teil­te das Bünd­nis wei­ter mit.

Das ist aber auch eine Frech­heit von die­sem Lan­des­ver­band: Nicht nur will sei­ne Par­tei­ba­sis die Frau ganz aus­drück­lich nicht haben (die war wohl nicht so gut in ihrem Amt), son­dern er ent­schei­det sich sogar mehr­heit­lich für einen Mann nicht etwa als Chauf­feur, son­dern sogar an hoher Posi­ti­on. Das ist ja ekel­haft, das muss gefäl­ligst rück­gän­gig gemacht wer­den.

Zum Jah­res­en­de 2019 hat­ten die Grü­nen unge­fähr 57.000 männ­li­che Mit­glie­der, die dafür „in der Regel“ ein Pro­zent ihres Net­to­ein­kom­mens aus­zu­ge­ben haben, was unge­fähr den Kosten für eine pro­fes­sio­nel­le Ver­skla­vung in einer deut­schen Groß­stadt ent­spricht. Es ist ja nun nicht so, dass ich nicht ver­su­chen wür­de, Ver­ständ­nis für jed­wel­che sexu­el­le Nei­gung zu haben, aber die Ent­schei­dung die­ser 57.000 Her­ren erschließt sich mir noch nicht ganz.

In den Nachrichten
Gra­tis­mut

Was für ein Zei­chen soll es eigent­lich set­zen, wenn man in einem Land, in dem man kei­ne staat­li­che Gewalt zu befürch­ten hat, wenn man lie­ber mit Gleich- als mit Anders­ge­schlecht­li­chen den Bei­schlaf voll­zieht und das auch öffent­lich zugibt, die Flag­ge, unter der sich (unter ande­rem) Homo­se­xu­el­le zusam­men­fin­den, an Fuß­ball­sta­di­en pro­ji­ziert (und nicht etwa an die unga­ri­sche Bot­schaft oder, sagen wir, an eine Moschee) und sie vor­über­ge­hend für die Sen­der­lo­gos ega­ler Pri­vat­sen­der nutzt; und ist Ungarn davon beein­druckt?

Musik
Ich mag die Beat­les nicht.

Im Novem­ber 2021 soll – wer­be­freund­lich von einem auf drei Fil­me gestreckt, was die Absicht dahin­ter bereits vor­weg­nimmt – eine „neue“ Doku­men­ta­ti­on von Peter Jack­son („Bra­in­dead“) erschei­nen, die sich mit den Beat­les beschäf­tigt. Ver­trei­ben soll’s Dis­ney, was eine pas­sen­de Kom­bi­na­ti­on ist, denn mit Ver­trei­ben kennt Dis­ney sich eben­so aus wie damit, dass dau­ernd irgend­wer singt und dem Publi­kum das ganz fürch­ter­lich auf den Wecker fällt.

Als wei­te­re Gemein­sam­keit hat­te ich aus­ge­macht, dass Dis­ney­pro­duk­tio­nen wie auch die Beat­les eigent­lich vor allem für gefäl­li­ge Bespaßung einer genüg­sa­men Mas­se geeig­net sind. Ich habe aller­dings den ver­meint­li­chen Feh­ler began­gen, die­se Beob­ach­tung öffent­lich kund­zu­tun. ‘Ich mag die Beat­les nicht.’ wei­ter­le­sen »

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Van der Graaf Gene­ra­tor – La Ros­sa // End­lich fast super­reich!

Gelbe Eule auf gelbem GrundEs ist Mon­tag. Die Kir­che tut end­lich was für die Frau­en­för­de­rung: Komisch spre­chen. Muss ja auch rei­chen. Wohl dem, der die Göt­zen- und/oder Hei­li­gen­bil­der schon längst durch Pan­da­bä­ren­bil­der ersetzt hat.

Fra­ge des Tages: Wenn Häu­ser – das for­dern „Akti­vi­sten“ – denen gehö­ren sol­len, „die drin woh­nen“, gehö­ren dann auch Autos, Fahr­rä­der und Brief­ta­schen denen, die sie benut­zen?

Apro­pos Besitz: Lars Kling­beil, Gene­ral­se­kre­tär der auto­ag­gres­si­ven Klein­par­tei SPD, hat wahl­kämp­fe­risch von sich gege­ben, dass das CDU-Wahl­pro­gramm „die Hand­schrift von Lin­ne­mann, Amt­hor und Merz“ tra­ge, denn in ihm wer­de „bei­spiels­wei­se“ gefor­dert, den Soli­da­ri­täts­zu­schlag „auch für die Super­rei­chen“ abzu­schaf­fen. Betrach­tet man nun, wie eini­ge Frech­dach­se es auf Twit­ter wag­ten, den Umstand, dass der Soli­da­ri­täts­zu­schlag ab einem Net­to­ein­kom­men von 61.717 € p.a. gezahlt wer­den muss, so wird die Fest­stel­lung, dass jeden­falls ich mir „Super­reich­tum“ immer irgend­wie anders vor­ge­stellt habe, lei­der kaum ver­meid­bar. Gut, schon ver­stan­den: Wer Geld hat für die Alters­vor­sor­ge, der ist für eine Par­tei, die sich für eine Armen­par­tei hält, vor allem eine Gefahr.

Kei­nes­falls gefähr­lich: Musik.

Van Der Graaf Gene­ra­tor – La Ros­sa

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Sony ent­eig­nen! (2)

„hei­se online“:

Sony will per einst­wei­li­ger Ver­fü­gung die DNS-Auf­lö­sung von Domains ver­bie­ten.

Es scheint mir im Sin­ne der Mensch­heit zu sein, das skru­pel­lo­se Unter­neh­men Sony, den bekann­ten Her­stel­ler und Ver­tei­ler von Schad­soft­ware, mit­tels bewuss­ter Nut­zung der eige­nen Kauf­kraft immer und immer wie­der dar­an zu erin­nern, dass ihm ein biss­chen Demut gut zu Gesicht stün­de.

(Teil 1.)

In den NachrichtenNerdkrams
Schei�-Variablennamen immer

Was für eine Ver­schwen­dung: Rust 1.53 unter­stüt­ze es, dass man Varia­blen, Kon­stan­ten, Struk­tu­ren und so wei­ter mit einem Groß­teil des Uni­code­zei­chen­sat­zes anstel­le – wie bis­her – nur der 26 Zei­chen des west­li­chen Alpha­bets und ein paar Son­der­zei­chen beschrif­ten kann, lässt mich „hei­se online“ wis­sen, und dann gehen nicht mal Emo­jis. Ich erwar­te sekünd­lich einen Auf­kreisch, immer­hin geht das mal wie­der zula­sten einer Frau, die sich sehr viel Mühe mit Emo­jis gibt. :motz:

Aber immer­hin:

Nen­nens­wert ist zudem, dass die Paket-Regi­stry Car­go neu­er­dings als Stan­dard-HEAD für Git-Repo­si­to­ries nicht mehr master als Stan­dard erwar­tet. Damit ent­fällt für die Repo­si­to­ries, die bereits im Zuge der Umstel­lung auf nicht­ras­si­sti­sche Spra­che main statt master für den Haupt­zweig ver­wen­den, die expli­zi­te Anga­be von branch = "main".

(Her­vor­he­bung von mir, im Ori­gi­nal ist’s ein Ver­weis auf eine „Nach­richt“ aus dem März 2021.)

Man sieht mich sel­ten hef­tig nicken, wenn ich was bei „hei­se online“ gele­sen habe, aber hier passt’s: Das ist tat­säch­lich nen­nens­wert; es erklärt den der­zei­ti­gen Zustand der Pro­fes­si­on des Soft­ware­ent­wick­lers bes­ser als es jede sozio­lo­gi­sche Stu­die ver­mag.

Haupt­sa­che, kein Ser­ver wird mehr unter­drückt. (Huch: „Ser­ver“ – ist das nicht auch wie­der kolo­nia­li­stisch? Zu Hülf‘!)

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 17. Juni 2021

In einem Ber­li­ner „Kiez“ – das Wort ent­stammt der dor­ti­gen Umgangs­spra­che und heißt wohl so viel wie „häss­li­ches Wohn­ge­biet“ – soll der Brand­schutz geprüft wer­den. Die Bewoh­ner des häss­li­chen Wohn­ge­biets kom­men die­sem Wunsch ent­ge­gen und zün­den Sperr­müll an, um zu bele­gen, dass der Brand­schutz ganz gut funk­tio­niert. Aber was soll das mit den Stei­nen?


Nazi­ver­an­stal­tung der Woche: Die Docu­men­ta.


Boris Pisto­ri­us (SPD) fin­det, eine anony­me Betei­li­gung am Inter­net sol­le zwar wei­ter­hin mög­lich sein, aber wenn man da auch was rein­schrei­ben wol­le, habe man gefäl­ligst sei­nen Real­na­men anzu­ge­ben. Das wir­ke sich posi­tiv auf die Mög­lich­keit aus, „Hass, Het­ze und Gewalt­auf­ru­fe im Inter­net bes­ser ver­fol­gen zu kön­nen“. Ich fin­de die­sen Vor­stoß befremd­lich, denn auch bis­her stell­te es für Behör­den eigent­lich kein bemer­kens­wert gro­ßes Pro­blem dar, die Ver­ant­wort­li­chen für Ver­laut­ba­run­gen im vir­tu­el­len Raum aus­fin­dig zu machen.

Auch unter mei­nem ein­ge­tra­ge­nen Namen jeden­falls emp­fin­de ich außer­or­dent­lich gro­ßes Miss­fal­len gegen­über Herrn Pisto­ri­us, käme aber nie­mals auf die Idee, ihm Übles zu wün­schen. Der Mann ist bei der SPD, da wer­fen Fla­schen­samm­ler ab und zu mal aus Mit­leid einen Bon in den Hut. Einen Ver­däch­ti­gen für Hass und Het­ze gegen das freie Inter­net könn­te ich an die­ser Stel­le – guter Bür­ger, der ich bin – zwar auch nen­nen, aber ich mag nicht.


Schö­ner Satz von aus­ge­rech­net Jan Fleisch­hau­er („FOCUS“, will aber nicht ver­linkt wer­den; LSR): „Das Pro­blem der Lin­ken ist, dass sie Wäh­ler­stim­men mit Likes ver­wech­seln.“


In einem grö­ße­ren deut­schen Forum zum The­ma Hei­den­tum wur­de anläss­lich die­ses Vide­os die Fra­ge gestellt, wie die Göt­ter rie­chen. Offen­sicht­lich gibt es zumin­dest bei der Herr­sche­rin von Hel­heim einen dies­be­züg­li­chen Kon­sens. Ein Teil davon irri­tiert mich.


Kor­rek­te Beob­ach­tung:

Mit Aus­nah­me irgend­wel­cher Klein­staa­ten-Mann­schaf­ten viel­leicht ist an den Kicker-Kol­lek­ti­ven die­ses Tur­niers irgend­wo in Euro­pa (ich weiß ehr­lich erst­mals nicht, wo) tat­säch­lich gar nichts „natio­nal“: die Ein­stel­lung nicht, die Her­kunft und Histo­rie nicht, ihre unter­jäh­ri­gen Arbeit­ge­ber nicht, oft auch die Spra­chen nicht, nicht ein­mal mehr der Mythos, der sich dann auch irgend­wann abge­nutzt hat.

Narr, wer Fähn­chen schwingt.


Beun­ru­hi­gen­de Beob­ach­tung ande­rer­seits:

Die Geschäf­te sind wie­der auf. Für vie­le Men­schen war der Lock­down wie Ent­zug, denn Shop­pen kann Glücks­ge­füh­le aus­lö­sen wie Dro­gen.

Erst mal eine Line Unter­ho­sen zie­hen. Dann geht’s wie­der.

Netzfundstücke
Lusti­ge Beru­fe (6)

Heu­te: Lei­te­rin des Emo­ji-Sub­ko­mi­tees des Uni­code-Kon­sor­ti­ums.

Das Seil ist ein gutes Bei­spiel. Es wur­de bei man­chen zu einem Lynch-Emo­ji. (…) Wir haben daher schließ­lich ein Kno­ten-Emo­ji gemacht. Es hat die glei­che Bedeu­tung, aber das Design ist anders. Sol­che Din­ge sind mei­ne Haupt­prio­ri­tät.

:confused:

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Lotus Titan – Héroï­ne // Ablass­brie­fe: 6,99 Euro.

#montagslaechelnEs ist Mon­tag. Da guckt ihr, ne? Man rei­che mir ein Früh­stück und einen Pan­da­bä­ren, ich möch­te die Woche begin­nen!

Die ver­gan­ge­ne Woche ver­lief eher mäßig gut, sowohl beruf­lich als auch pri­vat (man ist ja doch öfter einem nor­ma­len Men­schen nicht ganz unähn­lich als man’s erhofft); aber genug von mir, gucken wir in die Nach­rich­ten rein: In Ham­burg kann man neu­er­dings beim Bier­trin­ken aus der Knei­pe her­aus zugucken, wie drau­ßen trin­ken­de Jugend­li­che weg­ge­räumt wer­den. Hät­te Ham­burg eine Pro­test­kul­tur, wäre das jetzt inter­es­sant, aber es ist ja Pan­de­mie, da pas­siert nicht viel. Ham­burg ist in sehr vie­ler Hin­sicht das Anti­ber­lin, auch ästhe­tisch, ver­steht sich. – Nicht weit von Ham­burg, an der Nord­see, neh­men Wind­rä­der jetzt ein­an­der den Wind weg. Ich möch­te ja wirk­lich nicht stän­dig wie­der mit dem lei­di­gen The­ma Kern­ener­gie anfan­gen, aber Kern­ener­gie macht so was nicht.

Gute Fra­ge vom „Postil­lon“: Ist der Staats­tro­ja­ner eigent­lich DSGVO-kon­form? Die cloud ist es jeden­falls meist nicht, aller­dings hat sich auch völ­lig über­ra­schend her­aus­ge­stellt, dass man, ver­zich­tet man völ­lig auf Last­ver­tei­lungs­e­so­te­rik, mit­un­ter deut­lich zuver­läs­si­ge­re Inter­net­dien­ste erhält. Was war noch mal die Auf­ga­be von CDNs – die Nicht­ver­füg­bar­keit sicher­zu­stel­len? – Apro­pos tech­ni­sche Lösun­gen für nicht auf­ge­tre­te­ne Pro­ble­me: Eine Kom­po­nen­te von systemd, die unter „moder­nen“ (lies: unbrauch­ba­ren) Linux­dis­tri­bu­tio­nen dafür sor­gen soll, dass nicht jeder ein­fach alles mit dem System anstel­len kann, hat­te sie­ben Jah­re lang einen Feh­ler, der zur Fol­ge hat­te, dass jeder ein­fach alles mit dem System anstel­len konn­te. Als Vor­teil von open source wird mir gele­gent­lich genannt, dass Sicher­heits­lücken schnell gefun­den und beho­ben wer­den kön­nen. Ich hege lei­se Zwei­fel.

Wir blei­ben beim The­ma Reli­gi­on: Ein frü­he­rer Prä­si­dent des Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Katho­li­ken (der Zen­tral­rat der Flie­sen­tisch­be­sit­zer ist empört!) hat fest­ge­stellt, dass für Kin­der schän­den­de Amts­trä­ger in der katho­li­schen Kir­che zwei­fel­los alle Mit­glie­der der Kir­che ver­ant­wort­lich sei­en. Ich begrü­ße die­sen Vor­stoß, er eröff­net ganz neue Mög­lich­kei­ten für die tak­ti­sche Kri­tik an Men­schen, die auch 2021 immer noch frei­wil­lig Kir­chen­steu­ern zah­len. 2021 zah­len Bun­des­bür­ger – Mit­glied oder nicht – übri­gens im Schnitt als Stra­fe dafür, Bun­des­bür­ger zu sein, 6,99 Euro pro Kopf an die „christ­li­chen“ Kir­chen, weil § 140 GG von kei­ner hin­rei­chend star­ken Par­tei für umset­zungs­wert befun­den wird. (Falls hier eine hin­rei­chend star­ke Par­tei mit­le­sen soll­te, bit­te ich um Befas­sung mit die­sem Pro­blem, ver­ste­he aber nicht, war­um hier über­haupt noch jemand mit­liest. So unter­halt­sam ist das The­ma doch nun wirk­lich nicht.) – Ande­re Reli­gio­nen, ande­re Sit­ten: Am kom­men­den Wochen­en­de ist Som­mer­son­nen­wen­de, und wäh­rend reli­giö­ses Schäch­ten in Deutsch­land tole­riert wird, so lan­ge man das Tier hin­ter­her auf­isst, sind Tier- und Men­schen­op­fer ohne anschlie­ßen­des Ver­spei­sen der­zeit nicht gern gese­hen. Das Ver­ständ­nis von Reli­gi­ons­frei­heit sei­tens des Gesetz­ge­bers fin­det in erschreckend engem Rah­men statt. Ich pran­ge­re das an.

Erfreu­lich: Laut dem „Ruhr-Nachrichten“-Verleger ist Gedruck­tes im Zei­tungs­we­sen bald Geschich­te. Erst noch in der Zukunft hin­ge­gen ist das Album „Odys­sées“ von Lotus Titan (Fran­zo­sen, natür­lich) zu fin­den, das zwar auf Bandcamp.com bereits her­um­liegt, in phy­si­ka­li­scher Form aber erst im Dezem­ber 2021 erschei­nen soll.

Lotus Titan – Héroï­ne

Ich freue mich schon dar­auf.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
#OpT­in­foil: Das Gegen­teil von Hacken

Was „t‑online“ behaup­tet, was Hacker sind:

Die Hacker suchen nach Schwach­stel­len in der Struk­tur von Inter­net­auf­trit­ten, um Rech­te und Zugrif­fe zu bekom­men. (…) Anony­mous berei­tet die Ent­deckun­gen dabei in eige­nen Tex­ten auf.

Was Hacker aller­dings auch sind:

Hacker spü­ren Sicher­heits­lücken auf, ohne die­se für ihren Vor­teil zu nut­zen oder Scha­den anzu­rich­ten.

Was „Anon­Leaks“ – den Behaup­tun­gen von „t‑online“ zum Trotz – ange­stellt hat:

Das schrie förm­lich nach Defa­ce­ment – natür­lich nach­dem man die Daten gesi­chert hat­te. Denn im Fal­le Ken­FM muss­te es ein Wipe & Full­de­face sein. Es blieb nur noch das, was Anony­mous hin­ter­ließ.

Was die Ver­ant­wort­li­chen für den Blöd­sinn also nicht sind:

Hacker

Krea­ti­ve Beschimp­fungs­vor­schlä­ge, die man für das amü­san­te Häuf­lein statt­des­sen künf­tig ver­wen­den soll­te, neh­me ich gern ent­ge­gen. Es ist Sonn­tag, da bin ich selbst tra­di­tio­nell faul unkrea­tiv. Der­zeit ten­die­re ich noch zu „kri­mi­nel­le Spin­ner“, was mir selbst etwas lang­wei­lig erscheint.

In den NachrichtenNerdkrams
Nicht­nach­rich­ten über Apple

Genug von der Bericht­erstat­tung dar­über, was Apple anläss­lich der WWDC vor­ge­stellt hat? „9to5mac“ nennt sechs Din­ge, die Apple anläss­lich der WWDC nicht vor­ge­stellt hat und die des­halb kei­ne Neu­ig­kei­ten sind, flan­kiert von Qua­li­täts­me­di­en wie „Mac Life“ und dem gewohnt beknack­ten „t3n“, das sie­ben Absät­ze, drei Über­schrif­ten und zu vie­le Bil­der dafür nutzt, bekannt­zu­ge­ben, dass es der­zeit nichts bekannt­zu­ge­ben gibt.

Wel­che Stu­fe des End­zeit­ka­pi­ta­lis­mus ist das nun eigent­lich wie­der?

Musik
Kurz ange­merkt: Kei­ne Wut dank kei­nes Pro­tests

Eine Gene­ra­ti­on, deren musi­ka­li­scher Pro­test sich nicht mehr in mit alten Nor­men bre­chen­den Instru­men­ten und/oder Tex­ten („My Gene­ra­ti­on“, „Kei­ne Macht für Nie­mand“, „Anar­chy in the U.K.“, aus Deutsch­land kam da jedoch auch schon län­ge­re Zeit kaum noch etwas von Belang), son­dern in „radi­kal kom­ple­xen Rhyth­men“ zwecks Mit­tan­zens („NZZ“ u.a.) aus­drückt, wes­halb sie selbst im wohl gefühls­reich­sten Teil der oft gemein­sa­men Frei­zeit­ge­stal­tung zum „tönen­den Bie­der­mei­er“ („Tele­po­lis“) grei­fen, der ihnen die Lust an der Auf­leh­nung zuver­läs­sig aus­treibt, ist eine Gene­ra­ti­on, deren Annah­me, aus­ge­rech­net die Wahl einer Oppo­si­ti­ons­par­tei wer­de es dem System mal so rich­tig zei­gen und das genü­ge dann auch schon als Aus­druck der wüten­den Jugend, zwar nach wie vor schreck­lich falsch, aber doch zumin­dest ver­ständ­lich ist.

Wirtschaft
Steu­ern zah­len ja nur die ande­ren.

Die Zahl der Pri­vat­in­sol­ven­zen – nicht aber die der Unter­neh­mens­plei­ten – stei­ge, quatsch­te neu­lich die „tages­schau“ nur weni­ge Wochen, nach­dem „vie­le Deut­sche“ („t‑online“) ver­kün­det hat­ten, sie wür­den den Pan­de­mie­fol­gen gern bei­kom­men, indem mehr Steu­ern erho­ben wer­den.

Der offen­sicht­li­che Wider­spruch ist damit zu erklä­ren, dass die Befür­wor­ter höhe­rer Steu­ern davon aus­ge­hen, dass die zusätz­li­chen Aus­ga­ben nur die­je­ni­gen trä­fen, die reich sei­en; die Lin­ke etwa wirbt offen­siv mit einer „Umver­tei­lung“ von Noch­reich zu Noch­arm.

Jetzt könn­te ich ein­ge­hend dar­auf ein­ge­hen, dass wah­rer Reich­tum ja nichts mit dem Kon­to­stand zu tun hat und ein Abend mit guter Musik, gutem Whis­ky und (im Best­fall) dem guten Lebens­part­ner bereits ein Aus­druck von Luxus sei, aber ich mache ja hier nichts mit hyg­ge und Baum­schmu­sen, son­dern hier zäh­len Fak­ten, Fak­ten, Fak­ten:

Paa­re ohne im Haus­halt leben­de Kin­der, die mehr als 5.294 Euro net­to monat­lich zur Ver­fü­gung haben, zäh­len in Deutsch­land zu den reich­sten zehn Pro­zent. Bei Sin­gles liegt die Gren­ze bei 3.529 Euro.

Ich las neu­lich etwas von einer zusätz­li­chen Steu­er ab einem fünf­stel­li­gen Betrag. War­um so hoch?

Ande­rer­seits: So schlecht scheint die Baum­schmu­ser­de­fi­ni­ti­on von Reich­tum im Ver­gleich dazu dann doch nicht zu sein.


Neben­bei: War­um schlie­ßen die Piss­nel­ken von der SPD eigent­lich, wenn sie das Haus ver­las­sen, die Tür hin­ter sich, aber for­dern dann von allen ande­ren Bür­gern, Hin­ter­tür­chen im Com­pu­ter offen zu las­sen?