Etwas am bildschirm abknallen zu können, ist der neue indikator für menschlichkeit.
Hat eigentlich schon mal jemand ausgerechnet, wie viel Rechenleistung jeden Tag dafür aufgewendet wird, visuell beeinträchtigten Menschen das Leben möglichst schwer zu machen?
Wer heute Zweifel am Mehrheitsprinzip äußert, das sind aber weder Linke noch Rechte; in der Regel sind es versprengte Geistesaristokraten und gekränkte Feuilletonisten, die sich Sorgen um die Hochkultur machen, weil der Rang Fischer von Erlachs oder Guillaume Postels keineswegs durch Mehrheitsentscheidungen festgelegt werden könne. Sondern einzig durch Geistesaristokraten und Feuilletonisten (denen auch die massentouristische Bewunderung für Fischer von Erlachs Bauten in Wien und Salzburg Verachtung einflößt).
Das Mehrheitsprinzip nämlich erringe den Sieg der Weisen über die Dummheit (Malene Gürgen, „taz“, 3. September 2018):
Mehr als 50.000 Menschen sind am Montagabend für das Konzert von Kraftklub & Co in Chemnitz. Gegenüber rechten Hetzern sind sie definitiv in der Mehrheit.
Es ist insofern zumindest bemerkenswert, dass Simone Schmollack, „versprengte Geistesaristokratin“, „gekränkte Feuilletonistin“ und/oder „Ressortleiterin taz.de“, in derselben „taz“ gestern schreiben durfte:
Noch tun sich zwei Drittel der Deutschen schwer mit dem Gendern. Früher oder später werden sie sich aber doch damit arrangieren müssen.
Müssen, nämlich!
Ein Feminismus, dessen Überzeugungsarbeit inzwischen mehrheitlich (hu!) auf wütendes Aufstampfen beschränkt ist, ist andererseits immerhin ein Feminismus, den zu belächeln keiner Erklärung bedarf.
Die Linke, die Grünen und die SPD finden, Xavier Naidoo solle lieber nicht mehr auftreten, aber leider nicht aus qualitativen Gründen. Zensur findet nicht statt. Ich finde Corona ja auch sehr existent, aber wenn jemand sagt, er glaube nicht daran: Soll er doch. Andererseits finde ich es prinzipiell ja gut, wenn Scheißmusik ausgeladen wird, aber warum durfte dann dieser Song Contest neulich ungestraft ausgestrahlt werden?
Tutanota muss überwachen. Idiot, wer 2021 noch glaubt, es sei eine wenig dumme Idee, in Deutschland was mit dem Internet machen zu wollen. Auswandern ist eine zusehends weniger unüberlegte Entscheidung für netzaffine Menschen. Die Bundesregierung ist rettungslos verloren, da helfen auch keine Heilsversprechen von der SPD, die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umgebracht und gestern Geburtstag gefeiert hat, mehr. Glückwunsch an dieser Stelle. Geht zurück in eure Höhle und lasst uns in Ruhe digitale Dinge tun, ihr Pfeifen.
Nazis der Woche: Die „Linke“ Osnabrück. Ihr Verbrechen: Sie hat darauf hingewiesen, dass in manchen Kulturen das Judentum einen schwereren Stand hat als in der deutschen. Der Landesverband hat sich distanziert. Geht ja nicht, so was zu schreiben. Ob es stimmt oder nicht: Tabu. Buh! Links heißt Haltung. Dass auch ein gebeugter Rücken eine Haltung ist, bleibe dabei bitte unbeachtet. Knapp geschlagen geben muss sich „Black Lives Matter“, das sich mit den Palästinensern solidarisiert. Gleichzeitig geht auf Twitter die Diskussion darüber weiter, warum in den Top-30-DAX-Vorständen vor allem weiße Männer sitzen. Das sei in Frankreich und den USA doch auch nicht so. Auch ich bedaure es, dass Deutschland nicht viel mehr Kolonialismus und Sklaverei betrieben hat, denn sonst hätte Deutschland ebenfalls so viele schwarze DAX-Vorstände, aber wahrscheinlich ist es zu spät, das noch zu ändern. Schade eigentlich.
Rechts. Alle rechts. Nur die (Pandabären und die) Musik, die (haben und) hat so was nicht nötig. Die sind einfach nur da.
Der 65. Eurovision Song Contest 2021 wird in der Ahoy Arena in Rotterdam ausgetragen. Das Finale findet heute um 21 Uhr statt[.]
Denn leider:
Für Deutschland startet Jendrik mit „I Don’t Feel Hate“ auf Position 15.
Ich habe weder von Jendrik noch von diesem Liedlein bisher gehört oder gelesen und hege auch keineswegs die Vermutung, dass sich dahinter ein Juwel deutscher Musikkultur verbirgt, das meine Aufmerksamkeit verdient hätte (und ich kann mich damit herausreden, dass besagtes Liedlein vermutlich immer noch länger ist als die Zeit, die ich für diesen Beitrag hier aufwende), stelle aber zu meinem Bedauern schon beim Lesen des Titels fest, dass Deutschland in diese Schlacht der Kulturen – der Sinn dieses Wettbewerbs ist es eben keineswegs, dass alle Teilnehmerländer unter Beweis stellen, wie gut sie darin sind, die britische Popkultur zu imitieren – schon wieder völlig unbewaffnet zieht.
Ich bitte insofern um Kenntnisnahme davon, dass für mich, obschon mit „Deutschland“ mitgemeint, kein Jendrik irgendwas mit irgendeinem Popkram startet; schon gar nicht textlich, denn ich tu‘ hate feelen.
Mögliche Zusammenhänge sind nicht ausgeschlossen.
Soeben festgestellt: Ich hatte Yes‘ Kommentar zum Vietnamkrieg („Gates of Delirium“, zu finden auf „Relayer“, 1974) hier noch gar nicht angemessen gewürdigt.
Kill or be killing, faster sins correct the flow.
Unabhängig davon: Vielleicht ist es gar keine so gute Idee, Religion und Staat miteinander zu vermengen; andererseits fände ich es zumindest witzig, forderten die Sachsen als Wiedergutmachung für die Sachsenkriege den Vatikan als neues Siedlungsgebiet.
Wenn CDU/CSU, SPD und AfD – in Thüringen nannte man gleiches Abstimmverhalten mit der AfD noch einen „Dammbruch“, was ist daraus eigentlich geworden? – gemeinsam „mit Bauchschmerzen“ ein Selbstbestimmungsrecht für Transsexuelle verhindern und die SPD-Kovorsitzende, die ursprünglich gewählt worden war, weil sie versprochen hatte, über die Koalition mit der CDU/CSU noch einmal genauestens (allerdings anscheinend folgenlos) nachzudenken, diese Entscheidung damit erklärt, dass der Koalitionspartner sonst nicht zufrieden mit der SPD wäre, was es zu verhindern gelte, denn es sei – *hektisch blätter* – ja gerade Pandemie und da sei politische Überzeugung nicht so wichtig wie eine funktionierende Regierung aus CDU/CSU und ihren Angestellten („SPD“), dann erschließt sich mir noch weniger als bislang, mit welchem Zweck die SPD in den Sonntagsfragen noch über 5 Prozent kommt; man möchte ihr anstelle derjenigen Koalitionspartner, deren Politik man eigentlich ganz akzeptabel findet, noch immer seine Stimme geben, um was genau zu erreichen?
Es ist eine sehr gute Idee, Hashtags (ursprünglich der Kategorisierung von Beiträgen auf Twitter dienend) nicht nur in allen möglichen und unmöglichen Medien zum Textsatz zu missbrauchen, sondern auch – macht man heute so – die Vokale wegzulassen. Dm Fßbll ht s j ch ncht gschdt.
Ich gebe zu: Ich bin jemand, der E‑Mails für ein durchaus nützliches Medium hält, denn sie erfordern in der Regel weder eine sofortige Antwort noch die künstliche Verknappung von Sprache und Inhalt. Dass aber spätestens in den Neunz’gern die Formatierung via HTML, später auch die Einbindung von CSS als Standardfunktion in Mailprogramme Einzug hielt, erachte ich noch heute als einen schrecklichen Fehler.
Dass man für den Empfang und Versand von E‑Mails heutzutage nur noch wenige Sekunden und nicht mehr deutlich länger braucht, sorgt in Verbindung mit den bezahlbaren Ganztagsinternetanschlüssen auch dafür, dass die Teilnehmer sich weniger Gedanken darüber machen, was sie schreiben. Kostet ja nix, hau raus.‘Antifeaturitis: Mailclient gut, weil Mailclient schlecht.’ weiterlesen »
Es ist Montag. In Mexiko haben sich mehrere Herren als Dame identifiziert, um auf die nach Parität vorsortierte Wahlliste ihrer Partei zu kommen. Vor so was hätte ja mal wer warnen können. – Ich wiederhole mich an dieser Stelle bisweilen, aber: Warum kann man nicht stattdessen Pandabären wählen?
Keine Wahl aber hat man oft, wenn es um den Internetanschluss geht, was insbesondere dem Unternehmen gefällt, das für diese Situation mitverantwortlich ist. Trotzdem reicht ihm das noch nicht: „Apples Gewinn übersteigt den der gesamten TK-Branche Europas“, was zwar logisch erscheint, immerhin ist Apple ein international agierendes Unternehmen auf einem zum Glück kaum regulierten Markt, das Geräte zum Anfassen und nicht bloß irgendwelche Dienstleistungen verkauft, aber für den „Telekom-Chef“ (ebd.) bedeutet das nicht etwa, dass die Telekom endlich auch mal Dinge anbieten sollte, die man freiwillig haben will, sondern, dass man anscheinend immer noch zu billig sei: „Tim Höttges will höhere Preise für Telekommunikation in Europa“; richtig so, diese Armen blockieren eh nur die Leitung. Es gibt kein Grundrecht auf einen bezahl- und verfügbaren Telekomvertrag. (Warum eigentlich nicht?)
Neues aus der Medienwelt: Die Macher der „Übermedien“ haben von ihren Beobachtungsobjekten hinreichend viel gelernt, um zu wissen, wie sie persönliche Kontakte zielgerichtet einsetzen können. Mit der Zeit gleichen Hund und Herrchen einander offenkundig immer weiter an.
Die Drogenpolitik hat unerwartet für Wirbel beim Bundesparteitag der FDP gesorgt: Die Delegierten stimmten am Samstag überraschend mit klarer Mehrheit für die Entkriminalisierung aller Drogen – sie machten diesen Beschluss dann aber auf Druck der Parteispitze wieder rückgängig.
Gute Nachrichten für diejenigen, die zwar die Wissenschaft nicht anerkennen und darum JHWH als unsichtbaren Freund gewählt haben, aber auch zu faul sind, um diese Freundschaft angemessen am Leben zu erhalten: Alexa kann jetzt beten.
Neues von den Antifaschisten: Die AfD möchte die NSU-Akten freigeben lassen, die Grünen sind dagegen.
Im Ausland haben dortige Querdenker die Lösung gegen ansteckende Impfungen gefunden: Maske auf und Abstand halten.
Von wegen, Corona geht an den meisten Leuten spurlos vorbei: Gwyneth Paltrow hat sogar Brot gegessen.
Die Kollisionen zwischen Israel und den zusehends kleineren Gebieten im Umland nehmen an Schärfe zu, vielfach wird der „Antisemitismus“ kritisiert, mit dem manche ihre Abneigung gegenüber der israelischen Außenpolitik kundtun, obwohl doch vielmehr Antizionismus gemeint ist, der mit der Ethnie der Bewohner des kritisierten Staates zunächst einmal nichts zu tun hat. Nun gut, es ist bloß Politik im Wahljahr, da ist Präzision nicht so wichtig.
Überraschend ist allenfalls dieses unbedingte Bedürfnis der Deutschen, sich in diesem lächerlichen Hahnenkampf zweier Regionen für einen Hahn entscheiden zu müssen, und zwar nicht anhand tatsächlichen Unrechts, sondern allein anhand historischer Schuld. Der da hat zuerst zurückgeschossen! Kriegen zwischen fremden Völkern empfehle ich als bekennender Gegner jeder militärischen Intervention jedenfalls wie folgt zu begegnen: Sollen sie halt. Der Wirtschaft schadet’s nicht.
Ab kommendem Sonnabend wird WhatsApp abermals etwas datenschutzunfreundlicher gegenüber seinen Nutzern. Schon heute empfiehlt sich jenen, die noch immer WhatsApp einsetzen (warum?), das jetzt aber zu ändern beabsichtigen, daher ein Statustext wie dieser:
Achtung: Ab dem 15. Mai 2021 werde ich nicht mehr auf WhatsApp erreichbar sein. Sofern all jene, die mich bisher per WhatsApp kontaktieren konnten und daher mindestens meine Telefonnummer einsehen können, weder ein Telefon mit oder ohne SMS-Funktion beziehungsweise einen Zugang zu einer Postfiliale noch IRC oder ein Konto bei Threema, Wire, Signal, Telegram, Matrix, ICQ und/oder einem E‑Mail-Anbieter haben, haben sie leider Pech gehabt (aber das glaube ich weniger).
Hoffentlich bringt bald jemand eine alternative Kontaktmöglichkeit raus.
Man habe sich, teilte man mir in unpassendem Kontext mit, mal hier umgesehen und sei „neugierig“, warum ich das hier wohl mache, d.h. welchen Zweck diese Publikation wohl erfülle. Diese Frage hat mich in dem Moment überrascht, denn noch vor wenigen Jahren war es eigentlich selbsterklärend, mit welchem Zweck man Dinge ins Internet reinschreibt („bloggt“). Ich antwortete, manchmal regten mich Geschehnisse in Alltag, Politik und Netzkultur – der derzeitige Untertitel dieses Mitteilungsportals, „Musik, Computer, Politik und so“, ist auch weiterhin Programm, wenngleich der derzeitige Fokus auf Politisches mir selbst nicht immer passt, aber das Leben ist nun mal momentan stark auf die Politik ausgerichtet und was bin ich froh, wenn dieser Pandemiequatsch endlich ein Ende hat; aber weiter mit dem Hauptsatz – auf und das müsse ich ja irgendwo rauslassen, damit war dieses Thema dann auch schon wieder beendet. ‘Warum man das hier macht’ weiterlesen »