Kanzlerkönnen war gestern, heute ist …

… Bayernkönnen!
(Quelle: FAZ.net – will nicht verlinkt werden [Leistungsschutzrecht].)
Kanzlerkönnen war gestern, heute ist …

… Bayernkönnen!
(Quelle: FAZ.net – will nicht verlinkt werden [Leistungsschutzrecht].)
Heute vor 35 Jahren, berichtet unter anderem die „tagesschau“, …
Der GAU in Tschernobyl vor 35 Jahren bleibt als Katastrophe im Gedächtnis.
… hat im Kernkraftwerk Tschernobyl ein Idiot seine Position missbraucht, was nicht gut ausging:
Der Schichtleiter Akimow lehnte die Durchführung des letztlich zum Unglück von Tschernobyl führenden Tests aufgrund des Zustands des Reaktors ab, wurde von Djatlow als Vorgesetzten mit der Drohung einer Kündigung aber zur Fortsetzung des Tests angehalten.
Was ich daran nicht verstehe: Zwar ist schon seit Jahren vielerorts zu lesen, man habe aus dem „Unglück von Tschernobyl“ gelernt und der Vorfall sei „Mahnung und Verpflichtung zugleich“, aber nach wie vor scheint es weder politischen noch gesellschaftlichen Druck zu geben, verantwortungsvolle Positionen keinem Idioten zu übertragen.
Es ist Montag. Das zufällige Fundstück des Wochenendes ist Intimpflegecreme gegen so Gerüche fürs Büro. Ich weiß nicht, in was für einem Büro diejenigen arbeiten, die sich die Werbegrafiken ausgedacht haben, aber ich hoffe, es ist weit weg von hier.
Das Zitat des Wochenendes wiederum las ich auf Twitter, da ich aber die Tweetkopierhistorie nicht kenne, verlinke ich es hier nicht; es ging jedenfalls so: Birgit Schmid stellte in der „NZZ“ fest, dass die Forderung, homosexuelle Figuren nur noch von homosexuellen Schauspielern spielen zu lassen, die Frage nach sich ziehe, von wem dann Massenmörder und Pädosexuelle gespielt werden sollten, woraufhin jemand antwortete, Hamlet dürfe nie wieder aufgeführt werden, denn der Prinz von Dänemark stehe als Darsteller „voraussichtlich längere Zeit“ ja auch nicht zur Verfügung. Das war zwar fürchterlich platt, aber es rang selbst mir – bekannt für fehlenden Humor – einen debilen Gesichtsausdruck („Schmunzeln“) ab. – Weniger witzig: CDU/CSU, SPD und AfD, also Schwarz-Rot-Blau, beschlossen am vergangenen Donnerstag, dass Saisonarbeiter noch länger als sowieso ohne gültige Sozialversicherung beschäftigt werden dürfen. Wen wählt man eigentlich, wenn man Arbeitnehmerrechte für habenswert hält? (Der erste Kommentar, der die Grünen vorschlägt, wird von mir höchstpersönlich mit einem Augenrollen bedacht.)
Gestern war zwar ausnahmsweise – der Zentralrat der Pandabären ist hoffentlich nicht allzu empört – nichts mit Pandabären, jedoch Weltpinguintag (langjährige Leser haben schon mal davon gehört). Das hätte ich fast vergessen.
Guten Morgen.
Am Donnerstag hat die CDU-Grenzschutzorganisation Frontex ungefähr 130 Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen. Die jetzigen (SPD) und künftigen (Grüne, siehe auch) Bündnispartner zeigten sich in ersten Stellungnahmen empört: Deutschland sei zwar durchaus daran interessiert, mit Waffenlieferungen und Soldatensendungen den Tod von Syrern zu verursachen, aber im Mittelmeer sei das zweifellos Umweltverschmutzung und darum eine Frechheit.
Apropos: Markus Söder wolle mehr Minister aus den „neuen Ländern“, berichten die Medien. Welche Länder meint er eigentlich?
Erstaunte Erkenntnis des Tages (zufällig): Die Deutsche Telekom stellt ihren Privatkunden bestenfalls den Zugang zu einem Internet, das nicht nur bloß zum Teil zugänglich ist, sondern überdies – offenbar schon seit vielen Jahren – ohne technische Notwendigkeit nicht mehr jede Nacht, sondern alle paar Wochen kurz aussetzt und leider neu gestartet werden muss, bereit.
Früher nannte man so was eine Demoversion.
(Dass das zur Beschreibung des Vorhabens, den Menschen das Rausgehen zu verleiden, derzeit am häufigsten genutzte Adjektiv auch sonst die hier gezeigten Beziehungen ganz gut beschreibt, ist ein zumindest bemerkenswerter Einfall des Weltgeists; weitere Wortspiele verbieten sich dem Beziehungsweisen freilich an dieser Stelle schon rein ethisch.)
In ihrem umstrittenen Buch „Die Selbstgerechten“ verwendete Sahra Wagenknecht, als überzeugte Kommunistin offenkundig politische Gegnerin der Partei „Die Linke“, einen Satz, der nicht folgenlos blieb:
Die Identitätspolitik läuft darauf hinaus, das Augenmerk auf immer kleinere und immer skurrilere Minderheiten zu richten, die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden.
Sofort, sogar noch vor Erscheinen des Buches, bewiesen sich in den Medien Kommentatoren in der Disziplin, eine Feststellung zu belegen, indem man sich über sie empört, denn das Augenmerk wurde vielfach auf Vertreter skurriler Minderheiten gelegt, die dann auch brav zu verstehen gaben, dass sie als Minderheit es nicht gut finden, wenn eine Mehrheit sie überstimmt. ‘Plädoyer für eine neue Stärke: Sahra Wagenknecht hat Recht.’ weiterlesen »
„n‑tv“, 17. April 2021:
Immer wieder hört man von schrecklichen Unfällen, die durch mutmaßliche Autorennen in Innenstädten verursacht werden. Häufig werden dabei Unbeteiligte geschädigt. Doch das hält viele Raser offenbar nicht davon ab, auf öffentlichen Straßen weiter Gas zu geben.
Am besten natürlich dort, wo keine Verkehrskontrollen stattfinden. Und wo ist das?
Keine Sorge, „n‑tv“ hilft:
Seit 2013 wird am Tag X nahezu flächendeckend Jagd auf Temposünder gemacht. Heute ist dieser Tag. Wir sagen Ihnen, wo und wann geblitzt wird.
In dem „Artikel“ kommt insgesamt dreimal die Annahme vor, man habe es mit „Temposündern“ zu tun. Wäre stattdessen nicht „Todsünder“ theologisch korrekt?
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Von Faust (der Gruppe, nicht dem Gelehrten) hatte ich hier in der Vergangenheit schon gelegentlich ein paar Werke beworben, jedoch habe selbst ich festgestellt, dass nicht jedes ihrer Alben wirklich gelungen war. Inzwischen weiß ich, woran es liegt: Die noch aktiven Gründer von Faust teilten und – wer weiß? – teilen sich in zwei mittlerweile offenbar zerstrittene Fraktionen auf, wovon eine von Hans-Joachim Irmler (Tasteninstrumente) und die andere von Jean-Hervé Péron (Bass und Gesang) faktisch geleitet wurde. Die oft albernen Gesangsstücke des Letzteren waren und sind es, die mein Unverständnis auf sich zogen.
Dass, während Jean-Hervé Péron sich mit dem dritten Ur-Faust Werner „Zappi“ Diermaier (Schlagzeug) zumindest vor der Pandemie noch ab und zu mal tourend blicken ließ, Hans-Joachim Irmler den Projektnamen Faust aufgegeben zu haben scheint, ist daher etwas bedauerlich, denn während erstere Faust dem Freund der ersten paar Faust-Platten auch weiterhin Gewohntes bieten, besaßen die Alben unter Federführung des Letzteren den Pioniergeist und den Mut, den man bei bloßen Nachlassverwaltern oft vermisst.
Das vermutlich radikalste „Irmler-Faust“-Album – noch mit Werner Diermaier am Schlagzeug, der später das Lager wechselte – ist und bleibt bis heute „Ravvivando“ (Amazon.de, TIDAL) von 1999. Faust haben in ihrer Karriere unter anderem – gerade bei Liveauftritten – Bohrmaschinen, Betonmischer und Tonnen als Instrumente verwendet, nicht unähnlich den Einstürzenden Neubauten. Wie klingt es, wenn der liedorientierte Bandflügel dem fernbleibt?
Nun, ungefähr so:
Oder so:
Wenn dereinst jemand über mein Leben referieren wird, möge er zuvor bedenken, dass ich dieses Album mag. Ich weiß nicht, was das über mich aussagt, aber ich weiß, was es über dieses Album aussagt. Avantgarde kann auch abgehen.
Warum man unbedingt einen in der Pandemie oder schon früher mehrfach gescheiterten Selbstdarsteller (CDU/CSU, SPD) oder eine regierungsunerfahrene Frau, die Kobalt und Kobold ebenso verwechselt wie Steuerzahlerinnen und Steuerinnenzahler (Grüne), zum Kandidaten, den der Wähler nicht wählen kann, für eine Koalition, die der Wähler nicht wählen kann, ernennen muss, bleibt übrigens auch nach Wochen des Hickhacks noch unklar; wäre ein Sack Reis nicht völlig ausreichend, um alle nötigen Regierungsgeschäfte (überwiegend schweigen, manchmal umfallen) zu leiten?
Es ist Montag. Mit einem nur wenig anderen Fokus hätte es endlich wieder Nachrichten über Pandabären geben können, aber stattdessen haben Forscher Affen und Menschen miteinander verchimärt. Gerüchte, dass es dabei um die Erforschung typischer Bahninsassen ging, entbehren wahrscheinlich jeder Grundlage.
Ich fürchte, diese Woche beginnt wieder mit etwas Politik, aber wir sind ja hier nicht auf Twitter: Das Kultusministerium Hessen, schreibt die „WELT am Sonntag“, habe Lehrer des Landes darauf hingewiesen, die Verwendung von Mohammed-Karikaturen im Unterricht könne gefährlich sein. Das ist eine ziemlich komplizierte Formulierung dafür, dass das hessische Innenministerium seine Arbeit nicht anständig macht. Wer regiert da? Schwarz-Grün? Ah, keine weiteren Fragen, vielen Dank. – Verrückter Zufall auf der anderen Seite der „ehemaligen“ Grenze: Nur vier Tage, nachdem die thüringische Landesregierung sich darüber gefreut hat, dass an den natürlich wieder offenen Schulen flächendeckend Coronatests verfügbar seien, werden die ersten Coronapatienten aus Platzgründen nach Hamburg geflogen. Keine Ahnung, wie das jetzt wieder passieren konnte.
Sehr gute Frage aus der EDV: Warum gibt es Websites und Programme, die einen händischen Umschalter für dunkle Farbschemata haben, statt sich nach den Einstellungen des Betriebssystems zu richten? Den bisher einzigen wenigstens amüsanten Nachtmodus habe ich auf tonsky.me entdeckt. Ich erwäge diese Idee irgendwann mal zu klauen.
Was ich bis dahin aber fleißig zu klau testhören gewillt bin: Musik.
Guten Morgen.
Neulich las ich in einem zu einer Partei gehörenden Forum die Frage, was die Partei tun könne, um in sozialen Medien (etwa auf Twitter) um mehr Aufmerksamkeit für sich zu werben. Diese Frage hat mich erschüttert, denn bereits der Fragesteller geht von falschen Annahmen aus. ‘Schmunzeltwitter entpolitisiert’ weiterlesen »
Alle Witze über aufgrund des Zeichenabstandes misslungene Aufschriften wurden wahrscheinlich schon gemacht und uns könnte das niemals passieren? Schlechte Nachrichten aus der Kategorie „interessante Trivia“: Das Wort „Zenit“ sollte eigentlich „Zemt“ heißen, aber irgendein Mönch hatte beim Abschreiben eine fürchterliche Handschrift.
Auch richtig: Klar kann man einen Platz „Bürger[Gendermittelfinger]innenplatz“ nennen, aber damit sind eben nicht alle Menschen gemeint.
Warum werden in großen Städten eigentlich abseits der Wege zeltende Obdachlose weggeräumt, aber im Weg stehende Autos nicht?
Es gab einen herben Rückschlag beim Versuch, den letzten verbliebenen Vermietern in Berlin das Interesse daran zu verleiden, überhaupt noch Mietwohnungen anzubieten:
Klare Niederlage für Rot-Rot-Grün: Das Bundesverfassungsgericht hat den Mietendeckel für „insgesamt nichtig“ erklärt.
Das bedeutet nicht, dass es verfassungswidrig wäre; es ist sogar dermaßen missraten, dass es niemals Bestand hatte. Das Verfassungsgericht zeigte immerhin die Milde, der Berliner Legislative die relevante Grundlage des Jurastudiums gratis zusammenzufassen:
Die Entscheidung des Zweiten Senats fiel klar aus, wie die Begründung zeigt. Sie kommt wie ein Repetitorium im Staatsorganisationsrecht daher.
Berliner Vermieter dürften nun Mietnachzahlungen fordern, einige haben aber bereits versprochen, davon abzusehen. Verdammter Raubtierkapitalismus!
Die Schuldfrage immerhin war in sozialen Medien schnell geklärt: Journalisten sowie Vertreter von Grünen und SPD befanden, das Gesetz sei völlig in Ordnung gewesen, hätten CDU und F.D.P. bloß nicht geklagt. Das ist ähnlich wie bei Corona. Das hat man auch nicht, wenn man sich nicht testen lässt.
Die SPD hat bereits darauf hingewiesen, dass man das Gesetz, das nur auf Bundesebene eingebracht werden dürfe, dann eben auf Bundesebene einbringen müsse. Mensch, diese SPD sollte man echt mal wählen. Die würde ja alles anders machen, wenn sie nur mal regieren dürfte.
Kurt Tucholsky, heißt es, habe einmal gesagt, in Deutschland gelte der, der auf den Schmutz hinweise, als gefährlicher als der, der den Schmutz verursacht habe. Meinte er das damit?