KaufbefehleMusikkritik
Weltpinguintag

Obwohl der alljährliche Weltpinguintag – traditionell am 22. Februar – von mir dieses Jahr traditionell verschlafen wurde und der nächste – laut Walter Moers am 11. November – noch in quasi weiter Ferne liegt, halte ich es für angemessen, das Debütalbum der Jazz-Metal-Formation Weltpinguintag, deren Keyboarder Jörg Sandner mittlerweile „solo” (in einer sehr freien Auslegung des Begriffs „Soloalbum” ) musiziert und nebenbei den Vertrieb von Tonträgern der inzwischen leider aufgelösten Band mit dem sympathischen Namen übernimmt, hier zu würdigen.

Und ich würdige munter drauflos:

Bereits 1996, acht Jahre vor der Gründung der ungleich bekannteren Musikgruppe „Panzerballett”, kombinierte die Berliner Band „Weltpinguintag” Jazz und Metal mit einer gehörigen Portion Humor. Das erste Stück vom zweiten und letzten Album „Pinguine in der Bronx” heißt zum Beispiel „Die Rückkehr der Stiefschwester des Arbeitskollegen von King Kong”. Noch Fragen?

Fast ist es da schade, dass die fünf Weltpinguintagenden keine Texte zu ihren Liedern ersonnen. Aber auch ohne sie ist es ziemlich erfrischend, was auf dem Debütalbum aus den Lautsprechern erklingt.

21 Stücke zeigt mir der CD-Spieler an, verteilt auf ungefähr 52 Minuten, das sind nicht mal drei Minuten im Durchschnitt, obwohl zwei der Stücke die Vier-Minuten-Marke überschreiten. Man fasst sich kurz. Das ist gut. Kurz und prägnant statt ausufernd episch werden die Kompositionen auf den Punkt gebracht. Saxophon trifft auf Metalgitarre, und kaum glaubt man das Prinzip verstanden zu haben, ist der jeweilige Abschnitt auch schon wieder so schnell vorbei, wie er angefangen hat. Vergleiche? Panzerballett, hin und wieder auch die finnische RIO-Band Höyry-Kone, die allerdings auch mal wieder keiner kennt. Weltpinguintag sind (nun, waren) alles andere als langweilig.

Schade nur, dass Amazon diese prima Band nur im MP3-Format verschleudern will. Wer hingegen die CD kauft, bekommt ein handschriftliches Danke obendrauf:

Reinhören kann man unter anderem auf Last.fm. Man drehe hierfür die Lautstärke etwas höher und genieße die mannigfaltigen Höreindrücke.

Ich wünsche hierbei viel Vergnügen.

Senfecke:

    • Reife? Das war nicht meine Absicht, der Eindruck täuscht obendrein. Vielleicht wirst du – altersbedingt – nur unreifer?

  1. Deine Behauptung, ich sei zu unreif, meine Unreife zu erkennen, beruht auf Deiner nur ansatzweise vorhandenen Reife, die Du obendrein irrtümlich verkennst.

Comments are closed.

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
:cry: 
:evil: 
:twisted: 
mehr...
 

Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre class="" title="" data-url=""> <code class="" title="" data-url=""> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <span style="" class="" title="" data-url=""> <strike>

Datenschutzhinweis: Ihre IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details finden Sie hier.