Ich habe es hier schon mehrmals angedeutet: Um für den SPIEGEL zu schreiben, muss man nicht unbedingt wissen, wovon man eigentlich spricht.
Dass man sich im Internet nicht sonderlich gut auskennt, ist den dortigen Journalisten, zugegeben, nicht allzu nachteilig auszulegen, immerhin ist der SPIEGEL vorgeblich ein vorrangig politisches Nachrichtenmagazin, wenn er nicht gerade, wie etwa in der dieswöchigen Printausgabe, das Privatleben von Politikern zum Titelthema kürt (und das dann aber auch immerhin als “unappetitlich” erkennt, so etwa ausgerechnet SPIEGEL Online am Montag dieser Woche). Dann nämlich besticht er durch fundiertes Hintergrundwissen und treffende Analysen zur aktuellen politischen Lage.
Zum Beispiel hat das Umfrageinstitut Forsa jüngst mal wieder herumgefragt, was die Leute denn gerade so wählen würden, wenn sie wählen würden. Das Ergebnis ist nur wenig überraschend: Die altbekannte Koalition aus SPD und Grünen — sofern sich diese ergäbe — würde die absolute Mehrheit erreichen, CDU/CSU 31 Prozent, die F.D.P. mit vier Prozent ließe man gar nicht erst mitspielen, womit der CDU/CSU der, laut SPIEGEL, offenbar einzig mögliche Koalitionspartner fehlt, denn eine längst nicht mehr undenkbare Koalition aus CDU/CSU und den Grünen würde die lächerlichen 47 Prozent von “Rot/Grün” locker übertrumpfen. (Man sieht sehr schön, wie suggestiv man im Politikressort des SPIEGEL an manche Fragen herangeht.)
Wir fassen also zusammen:
Die Union sinkt im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 31 Prozent, die FDP gibt einen Punkt ab und liegt mit vier Prozent wieder unter der Fünfprozenthürde für den Einzug in den Bundestag. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu und kommt auf 24 Prozent. Sie liegt den Angaben zufolge erstmals seit Anfang April wieder vor den Grünen, die bei 23 Prozent verharren. Die Linke klettert um einen Punkt auf zehn Prozent.
(Hervorhebung, wie meist, von mir.)
Nun gilt es zu überprüfen, ob die Leser diese Zahlen auch verstanden haben. SPD und Grüne: 24 + 23 Prozent, das ergibt 47 Prozent. SPD und Linke: 24 + 10 Prozent, das ergibt 34 Prozent und ist somit eher unwahrscheinlich. CDU/CSU (31 Prozent) und F.D.P. (nimmt nicht teil) ergibt…?
Union und FDP kommen zusammen nur noch auf 35 Prozent
Schade — durchgefallen.
Es wird täglich schwieriger, den SPIEGEL noch zu verteidigen.


und am Ende wird Merkel dennoch die Mehrheit haben, also was solls?
Die Aktienmehrheit an Italien?
mindestens, apropos
Man stelle sich vor jemand baut einen Schirm, der so groß ist, dass Dieser über den großen Teich reicht…und dann zusammenbricht aufgrund seines Eigengewichtes
Da gibt’s nur eins: Mehr Panzer!