Börsenexperte Jens Rabe sagte, der Höhenflug der Gamestop-Aktien schade dem Ansehen der Börse, da der Vorgang als „Zockerei“ wahrgenommen werde.
Aber inwiefern das Wetten auf fallende Kurse, dem die zahlreichen GameStop-Käufer gerade mittels aktiven Wertpapierhandels einen Riegel vorschieben wollen, bisher nicht als „Zockerei“ wahrgenommen worden sein soll, erschließt sich mir nicht – ist das nicht der Sinn dieser Wetten?
Die Datenstrategie der Bundesregierung ist da. Zur Freude der Einwohner ländlicher Gebiete sowie der Schulen sind auch Infrastrukturmaßnahmen ein wesentlicher Teil derselben.
Wie? Nein, keine Glasfaserleitungen in den weißen Flecken. Viel zu teuer. Stattdessen:
Hierzu gehören Vorhaben zu Quanten- und Hochleistungsrechnern, aber auch das Projekt Gaia‑X.
Und auch der Umgang mit Daten soll verbessert werden:
Hier geht es darum, die Rahmenbedingungen dafür zu setzen, dass mehr Daten verantwortungsvoll und nachhaltig genutzt und geteilt werden können[.]
Denn wenn eins zu wenig geteilt wird, dann ja wohl mehr Daten!
Angst um das Fernsehen? Keine Sorge, das Wesentliche ist gesichert:
Der MDR kürzt keine Gehälter, aber Innovationen.
Die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung (CSU) wird morgen die Datenstrategie der Bundesregierung öffentlich zur Diskussion stellen – und zwar exklusiv in einem US-amerikanischen sozialen Netzwerk, das nur für iPhone-Nutzer zugänglich ist. Passt irgendwie.
„funk“, ein „Angebot“ aus der Grundversorgung, hat einen – vorrangig auf Facebook zu sehenden und daher hier nicht direkt verlinkten – Beitrag über Schimpfwörter verfasst, die diskriminierend und daher verletzend sein könnten (als wäre das nicht genau der Zweck hinter den meisten Schimpfwörtern). Netterweise wurden auch diskriminierungsfreie Alternativen genannt. Eine dieser Alternativen, nämlich „Warmduscher“, wurde nun aber wiederum aus der Liste der Alternativen gestrichen, weil irgendwelche Brauseköpfe der Ansicht sind, mit diesem Wort diskriminiere man Homosexuelle. Als würden Heterosexuelle nur kalt duschen!
Noch ein Link zu Twitter: Eine „Klimaaktivistin“ klagt offenbar nach einer Überdosis US-Boulevardblätter, im Bundestag gebe es „kaum BIPoC“, wobei die Abkürzung für „Schwarze, Indigene und Farbige“ steht. In Deutschland gibt es aber gar keine indigenen Völker – sind ihre Mitglieder damit nicht eigentlich bereits ab dem ersten Abgeordneten deutlich überrepräsentiert?
Tolle Idee von Verena Friederike Hasel („ZEIT ONLINE“): Neuseeland, komplett von Wasser umgeben und mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als einem Zehntel Deutschlands befüllt, hat die Coronapandemie mit einem effizienten lockdown halbwegs unter Kontrolle bekommen. Warum macht Deutschland das – Wassergraben drumrum und Einwohner verringern – nicht auch?
Wer und/oder was profitiert anteilsmäßig eigentlich am meisten vom WhatsApp-Exodus? Na klar: ICQ!
Es ist Montag. Bei Herstellern von „smarten“ Heimkameras, die fortwährend Innenaufnahmen der intimsten Lebensbereiche ins Internet zu funken vermögen, arbeiten nachweislich und wenig überraschend Menschen, die es eigentlich ganz interessant finden, wenn jemand, den er für attraktiv hält, beim Bumsen zu beobachten ist. Mein Verständnis hält sich in Grenzen: Warum filmen die nicht stattdessen flauschige Pandabären?
Das geht gut los: Eine Rede von Joe Biden wurde beim Übersetzen fehlgegendert. Andererseits: So interessant war der Inhalt nun auch nicht, dass er nicht hätte verfälscht werden dürfen. Anderswo hat man inzwischen einen Kopf mit Glubschaugen ausgebuddelt und mutmaßt nun, es handle sich um ein Abbild eines Gottes. Sollte das stimmen, so kann ich gut verstehen, warum sich manche Gottheit ein Bild(nis) von sich verbittet.
Apropos hässlich: Die Partei, die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umgebracht hat, prüfe, „berichtet“ die „taz“, ein Verbot der Antifa. Seltsam daran ist aber eigentlich nur, dass immer noch irgendjemand die SPD für links hält. Was muss sie denn noch alles anstellen? – Neu und viel witziger in der Schweiz: Gebt euren Kindern einen bekloppten Namen, dafür gibt es Gratiskatzenvideos für die Eltern; und ich Naivling hielt „Urs“ schon für eine wunderliche Kindesbenennung. „Twifius“ hingegen ist ein Name, mit dem man höchstens noch Musiker werden kann. Musiker mögen ja skurrile Namen.
Zum Beispiel „We Butter The Bread With Butter“.
WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER – Ich Mach Was Mit Medien // Official Lyric Video // AFM Records
Dass Teeren und Federn und den Geteerten und Gefederten mit Schimpf und Schande des Landes zu verweisen aus der Mode gekommen sind, ist zurzeit insbesondere deshalb bedauerlich, weil in der Filmreihe zum Schwerpunkt Corona unter dem Jubel Fachfremder, die auch mal wieder in der Presse auftauchen wollen (etwa Schauspielerinnen), nach dem großen Erfolg von „Jubel ist Lohn genug“ anstelle einer schnellen und effizienten Durchimpfung, wie es etwa in Israel passiert, die Fortsetzung „Lüften, teure Masken von fragwürdigem Mehrwert oktroyieren und für die, die es nicht geschafft haben, Kerzen anmachen“ gedreht wird.
Nicht auszudenken, wie angestrengt viele meiner Mitmenschen den Tag beginnen müssen, weil auf Twitter wieder irgendein Unsinn herumgereicht wurde, den sie – noch müde – versehentlich aufgerufen haben und dann nicht so daran erinnert wurden, dass sie sich wenigstens 2021 ja von Boulevardblättern fernhalten wollen.
Palo Alto aus Frankreich, dem Land der Was-zur-Hölle-ist-das?-Musik, somit bereits fast ungehört empfehlenswert, ist derzeit ein Quartett und hat für ein – weitgehend instrumentales – Konzeptalbum (noch bis Ende Januar vorbestellbar über u.a. Amazon.de) über Leben und Werk von Gilles Deleuze, dessen Hervorbringungen mir bislang tatsächlich völlig unbekannt sind, namhafte Gäste wie Rhys Chatham und Thierry Zaboïtzeff ins Studio eingeladen.
Sonst ist Palo Alto vor allem als Unternehmenssitz von so Technikfirmen bekannt, diese Palo Alto hier jedoch sind dem Irdischen vergleichsweise fremd, sie spielen stattdessen entrückten Avant-Prog mit einer hinreichend großen Dosis Elektronik. Das Ergebnis: Waberzisch! Aber auch: Bummtschack („Rhizome“)! Das Internet fabuliert davon, dass der Aufbau des hier vorliegenden Albums an „Third“ von Soft Machine orientiert sei. Solche Vergleiche sind in beide Richtungen unfair, denn Soft Machine waren und sind, vor allem später, sehr oft sehr langweilig, gleichzeitig erreicht „Difference and Repetition“ (ich kürze das jetzt mal ab) aber nicht den Stellenwert von „Third“, weil ihm das wirklich Neue fehlt.
Aber ich bewerte Musik ja nicht ausschließlich danach, dass sie wirklich neu ist, sonst hätte ich plötzlich eine Menge ungenutzte Freizeit. Festzuhalten ist formell: Es gibt vier Stücke auf dem Album, wobei das von französischer Prosa begleitete „Triptych“, sprachlich korrekt, selbst aus drei Teilen besteht. Ich halte die französische Sprache für fürchterlich und finde dieses Album trotzdem großartig – so gut ist es.
Die Masken, die künftig – jedenfalls so lange, bis auch sie als nicht sinnvoll aussortiert wurden – im Bus getragen (und dann weggeworfen und nachgekauft, die Wirtschaft, wissenschon) werden müssen, sind auch weiterhin nicht schalldicht.
Überraschend wenig gut finden nicht nur die Rechten die Forderung danach, jemanden trotz erwiesener Inkompetenz zur Quotenminderheit zu befördern, sondern auch Sahra Wagenknecht, bekannt für ihre Ernährung.
Dieselbe nämlich, eigentlich selbst zu den Privilegierten zählend, gab dem Schweizer Nachrichtenportal „watson“ neulich ein heute veröffentlichtes Interview, in dem sie nicht nur der üblichen Annahme widersprach, dass man AfD-Wähler anziehen wolle, wenn die AfD sage, dass es schneie, und man da zustimme, bloß weil es stimme, sondern auch wenig überraschend feststellte, dass es – die DKP vielleicht ausgenommen – kaum noch eine linke Partei gibt, die nicht bloß Kindern reicher Eltern zu mehr Einfluss verhelfen will:
Wir sind mehr und mehr zu einer Akademikerpartei geworden, wie viele andere linke Parteien in Europa auch. (…) Unsere Parteiführung hat eine Themensetzung und Sprache, die sich vor allem an Studierende und akademisch Gebildete in den Großstädten richtet.
Vollends explodieren – und darauf freue ich mich – wird das Internet allerdings vermutlich noch heute aufgrund einer anderen Feststellung:
Und bei dem identitätspolitischen Rummel um Quoten und Diversity geht es immer nur um bessere Chancen für bereits Privilegierte. Ärmere Frauen oder Einwandererkinder haben heute viel weniger Perspektiven als vor 30 Jahren, die ganze Identitätspolitik nützt ihnen nichts. (…) Wo reden wir denn über Diversity oder über Frauenquoten? Nicht bei Pizzaauslieferern oder Reinigungskräften, da ist das alles sowieso übererfüllt, sondern bei Vorstandsposten in Unternehmen, bei gehobenen Stellen in der Verwaltung oder in den Medien. Um diese Posten konkurrieren Leute aus der gehobenen Mittelschicht.
Sahra Wagenknecht, das muss man ihr zugestehen, hat Recht: Parteipolitisch links zu sein muss man sich heutzutage erst mal leisten können.
Whatsapp ist der Messenger-King, trotz seiner mittlerweile zwei Milliarden Nutzer ist er aber nicht unumstritten. (…) Der Messenger steht immer wieder in der Kritik – zuletzt mit der Änderung seiner AGB, nach der viele Daten mit dem Mutterkonzern Facebook geteilt werden sollen.
Clubhouse ist ein Paradebeispiel dafür, wie man im digitalen Zeitalter einen waschechten Hype kreiert. Ein genauerer Blick auf die Social-Media-App zeigt aber, dass es durchaus Gründe für die Aufregung gibt, denn das Konzept ist vielversprechend. (…) Übrigens: Auch t3n ist jetzt bei Clubhouse.
Leute, ernsthaft: 7 Clubhouse-Einladungen auf meine private Mobilnummer allein in den letzten 2 Stunden? Ladet Ihr überall Euer – ohne Rücksprache mit den Betroffenen – Euer komplettes Telefon-Adressbuch auf einen fremden Server, nur weil ein Social Network das von Euch möchte?
Signal hatte dieser Tage Serverprobleme (und hat sie unorthodox gelöst), weil sich überraschend herausgestellt hat, dass WhatsApp gar keine besonders datenschutzfreundliche Software ist. Immerhin hat die Wachsamkeit der Menschen diesmal ganze vier Tage lang angehalten. Das klappt längst nicht immer.
Es ist Montag. Ein wütender Erstürmer des US-Kapitols wolle sich nur bio ernähren, heißt es. Ich weiß noch nicht, warum mich das amüsiert, aber die Grünen kümmern sich sicherheitshalber schon mal um das Problem: Es sei genug der Freiwilligkeit in der Ernährung. Pandabär müsste man sein. Da gibt es den ganzen Tag Biobambus. Freiwillig.
Zitat der Woche: „Ich fühle mich so toll, ich könnte mich glatt bei Twitter registrieren. Nur um jemanden zu melden.“ Dort, bei Twitter, geht der Vorwahlkampf schon mal in die Hauptrunde; so teilt etwa Carola „Caro“ Rackete, bekannt aus der Schifffahrt, energisch mit, dass man, sofern man die „Menschenrechte“ erhalten wolle, sich im September in „irgendeiner Kombi[nation]“ – so viele gibt es ja nun nicht – für eine Regierung aus SPD, Grünen und Linken einsetzen sollte. Schade, dass Murat Kurnaz meines Wissens nicht auf Twitter aktiv ist. Seine Einschätzung zur Einhaltung der Menschenrechte unter einer Regierung mit SPD und Grünen trüge sicherlich zu meinem Amusement bei; dasselbe Twitter allerdings, von dem SPD-Außenminister Heiko Maas gegenüber einem Blatt, das nicht verlinkt werden möchte (LSR), für die gestrige Ausgabe in die Aufnahme sprach, dass es gar keine so gute Idee sei, dass Technikkonzerne („Tech-Riesen“, ebd.) autark entscheiden dürfen, wessen Stimme auf ihren Plattformen gehört werden soll und wessen Stimme nicht, obwohl das doch genau das ist, wofür sich Justizminister Heiko Maas (SPD) vor drei Jahren eingesetzt hat. Ich finde Opposition gegen die Politik von Heiko Maas ja oft gut, aber muss der Opponent sich ausgerechnet als Heiko Maas herausstellen?
Gute Nachricht für diejenigen, die den Einheitslook von Deutschen in ihren frühen Zwanzigern längst nicht mehr sehen mögen: Das ZDF lässt einen Vollbartlosen von meinen Gebühren!dahinsagen, Vollbartträger sollten dort, wo FFP2-Masken verpflichtend zu tragen sind, gefälligst ihren Bart abrasieren. Alter Neidhammel. Aber noch mal zurück zu dem Blatt, das nicht verlinkt werden möchte: Ein anderes Blatt (LSR) vom selben Verlag berichtet, das Wirtschaftsministerium (CDU) erwäge künftige Zwangspausen beim Laden von Elektroautos. Die Biester fressen einfach zu viel. Ja, ist wirklich viel besser als Diesel. Man lasse sich da nichts einreden.
Apropos CDU: Neben dem Parteigroßwesir, für den im Internet schon putzige Kosenamen gesucht werden, wurde neulich auch ein neues Parteipräsidium gewählt, und dort sprudelt man nur so vor Ideen. „Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff kündigte an, seinen bei der Wahl erworbenen Präsidiumsposten zu nutzen, um die Vollendung der deutschen Einheit voranzutreiben“ („Deutschlandfunk“) – kam das mit dem Mauerfall noch nicht im Ostfernsehen?
Der Nationaltag der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens findet in den USA am 17. Januar 2021 statt. Der Tag wurde von verschiedenen US-Präsidenten ausgerufen, die sich gegen Abtreibungen einsetzen.
Die noch immer für jedenfalls mich am merkwürdigsten scheinende Diskussion rund um den ab morgen zweifelsohne(Nachtrag vom 16. Januar: doch nicht) in Kraft getretenen CDU-Vorsitz Friedrich Merz’ ist diejenige, die Hashtags namens „#FrauengegenMerz“, „#Merzverhindern“ sowie leider noch nicht „#MerzhatdoofeOhren“ umfasst und im Wesentlichen darin besteht, dass Menschen, die stattdessen Wähler und/oder Mitglieder von Parteien sind, die bisher selbst nicht unbedingt mit einem besonders glücklichen Händchen bei der Auswahl ihrer Galionsfiguren aufgefallen wären (apropos: heute vor 102 Jahren, weist das Internet freundlicherweise hin, wurden im Auftrag der SPD Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet; alles Gute von mir an dieser Stelle), und die noch vor nicht allzu langer Zeit ohnehin anders hashtaggend darauf hingewiesen haben, dass sie entweder #niemehr- oder sowieso #niemalsCDU wählen und/oder weiterempfehlen würden, laut wehklagend ihren Unmut darüber kundtun, dass die konservativ-wirtschaftsliberale CDU möglicherweise bald von einem konservativ-wirtschaftsliberalen Herrn, der bereits vor Jahrzehnten Fraktionsvorsitzender der von ihnen geschmähten Partei sein durfte, zu der er doch aber, sagen die Leute, überhaupt nicht passe, und nicht von einem vor neun Jahren Gescheiterten oder gar von einem noch aktiven Landesparlamentarier, dessen politische Entscheidungen („Schulen auf!“) sie letzte Woche noch ein menschenunfreundliches Teufelswerk gescholten haben, geleitet werden wird, weshalb sie, die Leute, die CDU bald noch viel weniger als gar nicht wählen werden, dann werde sie schon sehen, was sie davon habe (nämlich: einen neuen Vorsitzenden).