Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Palo Alto aus Frankreich, dem Land der Was-zur-Hölle-ist-das?-Musik, somit bereits fast ungehört empfehlenswert, ist derzeit ein Quartett und hat für ein — weitgehend instrumentales — Konzeptalbum (noch bis Ende Januar vorbestellbar über u.a. Amazon.de) über Leben und Werk von Gilles Deleuze, dessen Hervorbringungen mir bislang tatsächlich völlig unbekannt sind, namhafte Gäste wie Rhys Chatham und Thierry Zaboïtzeff ins Studio eingeladen.
Sonst ist Palo Alto vor allem als Unternehmenssitz von so Technikfirmen bekannt, diese Palo Alto hier jedoch sind dem Irdischen vergleichsweise fremd, sie spielen stattdessen entrückten Avant-Prog mit einer hinreichend großen Dosis Elektronik. Das Ergebnis: Waberzisch! Aber auch: Bummtschack (“Rhizome”)! Das Internet fabuliert davon, dass der Aufbau des hier vorliegenden Albums an “Third” von Soft Machine orientiert sei. Solche Vergleiche sind in beide Richtungen unfair, denn Soft Machine waren und sind, vor allem später, sehr oft sehr langweilig, gleichzeitig erreicht “Difference and Repetition” (ich kürze das jetzt mal ab) aber nicht den Stellenwert von “Third”, weil ihm das wirklich Neue fehlt.
Aber ich bewerte Musik ja nicht ausschließlich danach, dass sie wirklich neu ist, sonst hätte ich plötzlich eine Menge ungenutzte Freizeit. Festzuhalten ist formell: Es gibt vier Stücke auf dem Album, wobei das von französischer Prosa begleitete “Triptych”, sprachlich korrekt, selbst aus drei Teilen besteht. Ich halte die französische Sprache für fürchterlich und finde dieses Album trotzdem großartig — so gut ist es.
Waberzisch!


Senfecke:
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