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Musik 12/​2021 – Favo­ri­ten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 24 von 25 der Serie Jah­res­rück­blick

Ah, es ist wie­der ein Jahr vor­bei. Das kriegt man ja der­zeit gar nicht so wirk­lich mit, des­we­gen schrei­be ich es lie­ber dran. Wäh­rend die mei­sten Jah­res­rück­blicke aber schon im Spät­herbst weit­ge­hend fer­tig­ge­schrie­ben wor­den waren, gab ich auch dies­mal wie­der der Musi­ker­welt die Chan­ce, mich noch bis zum letz­ten Tag des Jah­res von ihrem Kön­nen zu über­zeu­gen. Wenig wäre trau­ri­ger als einen Rück­blick auf ein Jahr zu schrei­ben und einen Tag spä­ter geschä­he etwas, das alles ändert. Nein, nein.

Hier also – zur Erbau­ung hof­fent­lich vie­ler – fol­gen eini­ge der bemer­kens­wer­te­sten Musik­al­ben des Jah­res 2021. Es schei­nen eini­ge Über­ra­schun­gen – etwa das neue­ste Album von Limp Bizkit – zu feh­len. Dem ist aber nicht so. Die haben mir nur nicht gefallen.

Bereits zuvor bespro­chen bezie­hungs­wei­se beschrie­ben habe ich die aktu­el­len Wer­ke von Palo Alto, Neu­ro­sen­blü­te, Bossk, God­speed You! Black Emperor, Dry Clea­ning und Elec­tric Oran­ge. Bit­te nicht mehr anru­fen, die sind nicht mehr dabei.

Der Musi­ker Mor­ris­sey schrieb im April 2021, in der moder­nen Musik haben Emo­tio­nen kei­nen Platz mehr. Das wol­len wir doch mal sehen. In einer Stu­die kam vor einer Wei­le her­aus, dass es durch­aus einen Zusam­men­hang zwi­schen dem Cha­rak­ter und dem Musik­ge­schmack eines Men­schen gibt. Men­schen, denen hier­von irgend­et­was gefällt, sind daher gute Men­schen. Wirklich.

Los geht’s.


  1. КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ – ‑270°C

    Die Grup­pe, die tat­säch­lich nicht „Kom­bi­nat Robo­tron“ heißt, weil die kyril­li­schen Buch­sta­ben eigent­lich irgend­wie anders gele­sen wer­den, reicht dem Genie­ßer auf „-270°C“ gewohnt mit­rei­ßen­de (ich mag nicht „gereif­te“ schrei­ben, das hät­te was von Lan­ge­wei­le) Space-/Kraut­kost auf gewohnt hohem Niveau. Wür­de ich tan­zen, tanz­te ich dazu, doch ich tan­ze nicht. Ich höre, nicke unrhyth­misch und freue mich.

    Minus 270 Grad Cel­si­us, wie der Name des Albums viel­leicht aus­ge­spro­chen wer­den soll, sind 3,15 Grad Cel­si­us über dem abso­lu­ten Null­punkt, also immer noch recht kühl. Da es hier kei­nen Gesang gibt (uff!), ist der Kon­text schwer aus­zu­ma­chen. Die vier Stücke hei­ßen wie Tele­sko­pe („Comp­ton“, „Chan­dra“, „Spit­zer“ und „Hub­ble“). Natür­lich ist „Hub­ble“ (21:21 Minu­ten) am läng­sten. Ken­nen die mei­sten, also braucht es auch am mei­sten Platz.

    Die Vinyl­auf­la­ge ist rest­los aus­ver­kauft und gebraucht der­zeit recht teu­er. Ver­damm­ter Mainstream.

    Rein­hö­ren: Band­camp, TIDAL.

  2. Sleaford Mods – Spa­re Ribs

    Das erste Album nach dem „Bre­x­it“ konn­te wegen der Kri­se nicht per Tour bewor­ben wer­den wie frü­her, trotz­dem hat sich kaum etwas geän­dert: Jason Wil­liam­son erzählt wütend, wenn auch zah­mer als bis­her, zu mono­to­nen beats etwas über alles, was ihn auf­regt; das ist, so viel sei vor­weg­ge­nom­men, immer noch eini­ges. Wirk­lich neu sind die bei­den Kol­la­bo­ra­tio­nen mit den Gast­sän­ge­rin­nen Amy Tay­lor und Bil­ly Noma­tes, wobei ins­be­son­de­re letz­te­re – in „Mork n Min­dy“ zu hören – im gesun­ge­nen Refrain einen unge­wöhn­li­chen Sou­lein­druck hin­ter­lässt. Dass die Sleaford Mods trotz­dem weit von den furcht­bar belang­lo­sen Pop­s­tar­al­ben von Emi­nem vor sei­ner Besin­nung auf frü­her ent­fernt blei­ben, beru­higt: Auf das Nötig­ste redu­zier­ter Elek­tro­punk ohne Kom­pro­mis­se. Wor­auf soll­ten sie auch aus sein – auf Ver­kaufs­zah­len?

    Wer bis zum Ende durch­hält, den erwar­tet trotz­dem noch eine Über­ra­schung: Das abschlie­ßen­de „Fish­ca­kes“, das angeb­lich auto­bio­gra­fisch die Kind­heit des Tex­ters nach­er­zählt, ist von einer gera­de­zu trau­ri­gen Stim­mung, wenn auch mit einem hoff­nungs­vol­len Refrain ver­se­hen: „And when it mat­te­red, and it always did, at least we lived.“ Was für ein wun­der­vol­les Ende für ein Album, das jetzt lei­der auch zu Ende ist. Die Sleaford Mods aber sind es wohl noch lan­ge nicht.

    Rein­hö­ren: Es gibt ein Musik­vi­deo zu „Mork n Min­dy“, anson­sten natür­lich Hör­pro­ben auf Amazon.de und alles auf TIDAL.

  3. Syn­do­ne – Kama Sutra

    Wenn man den Pro­gres­si­ve Rock über eine Zeit­lang ver­folgt, erkennt man oft Muster, was Musi­ker und Regio­nen angeht. David Jack­son etwa, frü­her unter ande­rem ver­dien­ter Saxo­pho­nist der inzwi­schen zahn­lo­sen Van der Graaf Gene­ra­tor, spielt gele­gent­lich mit ita­lie­ni­schen Stil­kol­le­gen zusammen.

    Von ita­lie­ni­schen „Prog­bands“ hal­te ich in der Regel wenig, weil mich ita­lie­nisch­spra­chi­ger Gesang ganz furcht­bar nervt und die mei­sten hier rele­van­ten Grup­pen aus Ita­li­en anschei­nend auch vor allem Gene­sis nach­ei­fern, die mich eben­falls ganz furcht­bar ner­ven; nicht aber so Syn­do­ne.

    Syn­do­ne wur­den, sofern das Inter­net nicht irrt, 1988 gegrün­det und haben seit­dem ein paar Alben raus­ge­bracht. Auf dem neue­sten, „Kama Sutra“, gastie­ren neben David Jack­son unter ande­rem ein Sitar­spie­ler, drei Blä­ser und das Buda­pest Sco­ring Sym­pho­nic Orche­ster. Sti­li­stisch ist „Kama Sutra“ zap­paesk, indem es nicht nur durch­aus kom­ple­xe Kom­po­si­tio­nen gibt, son­dern auch über­ra­schen­de Stil­wech­sel. Hier fol­gen auch schon mal Schla­ger („Into the Kama“, ein Stück mit dem Titel­be­stand­teil „Sutra“ hin­ge­gen gibt es übri­gens nicht auf dem Album), ener­gi­scher Jazz­rock („Bit­ches“), Blues und Film­mu­sik („You Still Shi­ne“) direkt auf­ein­an­der. Bloß kei­ne Langeweile!

    Rein­hö­ren: Her­aus­ra­gend scheint mir das Stück Sex Toys R Us zu sein, anson­sten Schnip­sel auf Amazon.de (lei­der kein Vinyl) und Kom­plett­stream auf TIDAL.

  4. Ræd­sel – Menetekel

    Æs ist mir ein Ræd­sel, war­um Ræd­sel sich Ræd­sel nen­nen. An der Spra­che (Hes­sisch?) mag’s nicht lie­gen, die vier gut fri­sier­ten Her­ren (Quel­le: Inter­net) kom­men aus Kas­sel oder so und brin­gen druck­vol­len Post­rock her­vor. Das alte Laut-Lei­se-Spiel wird auf ange­nehm atmo­sphä­ri­sche Wei­se durch­ex­er­ziert, ohne dabei ins Schram­meln zu verfallen.

    Auf das initia­le instru­men­ta­le „My Hands Your Eyes“ folgt mit „Tree­top“ ein Post-Metal-Stück, das schon in der ersten Hälf­te (mehr­stim­mi­gen oder effekt­be­la­de­nen?) Gesang auf­weist; und das klingt dann sogar gut. Im sonst meist nicht mit gut klin­gen­dem Gesang auf­fal­len­den Post­rock muss man das ja auch mal posi­tiv bemer­ken. Sonst machen die das nie wieder.

    Das mit dem Gesang machen Ræd­sel danach aber auch nie wie­der. Auf dem Rest von „Mene­te­kel“ blei­ben sie wie­der instru­men­tal, ohne dabei lang­wei­lig zu wer­den. Postrock­al­ben, von denen man nicht annimmt, man habe sie schon zu oft gehört, sind immer wie­der rei­zend, und seien’s hier nur die klei­nen Gitar­ren­tup­fer, die die Mau­ern aus Schall immer wie­der durch­bre­chen. Hüb­sche Schei­be, so ins­ge­samt, wenn auch mit etwas über 33 Minu­ten Spiel­zeit etwas kurz. Dafür macht es mehr Spaß als manch län­ge­res Album, das die­ses Jahr so raus­ge­kom­men ist. Auch mal schön.

    Rein­hö­ren: Damit es nicht lang­wei­lig wird, mal eine ande­re Rei­hen­fol­ge: TIDAL, Band­camp (dort auch auf CD), Amazon.de (dort ohne Tonträger).

  5. Suf­fo­ca­te for Fuck Sake – Fyra

    Man soll­te sich von dem beschau­li­chen Anfang die­ses Albums wie auch von eini­gen Zwi­schen­tö­nen nicht beir­ren las­sen: Suf­fo­ca­te for Fuck Sake tra­gen ihren Namen zu Recht. „Fyra“, das (wie der Name schon andeu­tet) vier­te Album der Schwe­den, ent­hält schon wie­der Post­rock im wei­te­sten Sin­ne, aller­dings flan­kiert von post hard­core im voka­len wie im geriff­ten Sin­ne. Mit­un­ter, in den ruhi­ge­ren Momen­ten, wird auf Schwe­disch gespro­chen. Scha­de. Ich kann kein Schwedisch.

    In „Hope“ gibt es eine sanft-clean gesun­ge­ne bridge, anson­sten gibt’s in „Fyra“ etwas mehr als eine Stun­de und 21 Minu­ten lang weit­ge­hend auf die Fres­se (A. Nah­les, ande­rer Zusam­men­hang). „Post-Metal mit Screamo-Ein­schlag“, schrieb ein Redak­teur von „metal1.info“, wer­de mit die­ser Dau­er „anstren­gend“. Ich tei­le die­se Auf­fas­sung nicht, denn ich, obwohl mei­ne Auf­merk­sam­keits­span­ne inzwi­schen auch merk­lich nach­lässt (man wird ja nicht jün­ger), emp­fand die Lauf­zeit als genau rich­tig. Muss so ein Men­schen­pro­blem sein.

    „Fyra“ ist sicher­lich kein Album für die Freun­de beschau­li­cher Töne, aber das mir zuerst ein­ge­fal­le­ne Adjek­tiv für die­ses Album war „kurz­wei­lig“. (Eini­ge Men­schen, denen gegen­über ich die­ses Wort ver­wen­det habe, glau­ben, das bedeu­te so was ähn­li­ches wie lang­wei­lig. Ich arbei­te dar­an.) Und dar­um geht es ja letzt­end­lich, oder?

    Rein­hö­ren: Kauf usw. auf Amazon.de, Stream usw. via TIDAL und Band­camp. Ton­trä­ger sind – außer den CDs, aber wer kauft schon noch CDs? – lei­der aus.

  6. Oslo Tapes – ØR

    Oslo Tapes, der Name sagt’s schon, ist ein Trio aus Ita­li­en, aller­dings sind auf Pres­se­fo­tos vier Her­ren zu sehen. Viel­leicht ist es doch ein Quar­tett oder irgend­wel­che Tex­te und/​oder Pres­se­fo­tos müss­ten mal wie­der erneu­ert wer­den. Sei’s drum.

    Gegrün­det wor­den sei es, so will es die Legen­de, nach einer Rei­se durch Nor­we­gen. Das drit­te Album der mir unbe­kann­ten Anzahl an Musi­kem heißt „ØR“, was auf Nor­we­gisch irgend­was heißt, und ent­hält Avant-Rock bezie­hungs­wei­se „einen schwin­del­erre­gen­den Ritt durch eine fieb­ri­ge Traum­land­schaft des ima­gi­nä­ren nor­we­gi­schen Hoch­lands, gemalt in kubi­sti­schen For­men“ (Quel­le: Pres­se­text) oder aber Free Jazz mit Ele­fan­ten­trom­pe­ten („Exo­tic Dreams“; sind ver­mut­lich nor­we­gi­sche Ele­fan­ten), Depe­che Mode und Joy Divi­si­on („Obses­si­on is the Mother of All“) sowie jede Men­ge Spa­ce­rock mit Dance-Ein­schlag.

    Die Stim­mung auf „ØR“ ist tat­säch­lich träu­me­risch, der (nur manch­mal etwas ner­vig) effekt­ge­la­de­ne dream-pop-Gesang, der die nicht rein instru­men­ta­len Tei­le des Albums beglei­tet, klingt wie hin­ter einem Schlei­er ver­bor­gen. Gesun­gen wird im Übri­gen auf Eng­lisch, was ich gut fin­de. Ita­lie­nisch­spra­chi­ger Gesang stört mich sehr; das erwähn­te ich ja aber schon.

    Aaron Kava­nagh von „New Noi­se“ fin­det, Oslo Tapes soll­ten unbe­dingt bekann­ter wer­den. Mei­net­we­gen. Haupt­sa­che, sie blei­ben so.

    Rein­hö­ren: Amazon.de hat aus­nahms­wei­se kei­nen Stream, nur die Ton­trä­ger; Bandcamp.com und TIDAL schaf­fen Abhilfe.

  7. Cara­van – It’s None of Your Business
    „Coun­try life’s not for you“ (Down From London)

    Ein neu­es Album von Cara­van lässt mich meist schnell zum Kopf­hö­rer grei­fen: In den inzwi­schen 53 Jah­ren ihres Bestehens haben die Alt­mei­ster des Can­ter­bu­ry Style sel­ten wirk­lich nach­drück­lich ent­täuscht und man ist ja auch immer froh über alles, was aus die­ser musi­ka­li­schen Ecke über­haupt noch kommt; neben Cara­van, Camel und den zurück­ge­kehr­ten Soft Machi­ne sind die Alten nahe­zu aus­nahms­los in Ren­te gegan­gen, ver­stor­ben oder sonst­wie verstummt.

    „It’s None of Your Busi­ness“, das dies­jäh­ri­ge ins­ge­samt 15. Stu­dio­al­bum, auf dem mit Pye Hastings (Gitar­re, Gesang) immer­hin noch ein Grün­dungs­mit­glied von Cara­van zu hören ist (das wer­den ande­re Grup­pen die­ses Alters, etwa Yes, ver­mut­lich nie wie­der schaf­fen), beginnt mit „Down From Lon­don“ direkt mit einer Ent­täu­schung: Das Stück wird lang­wei­lig aus­ge­blen­det, als sei es eigent­lich viel län­ger, aber zu lang für – kei­ne Ahnung – das Radio oder so. Die­sen Faux­pas wie­der­ho­len Cara­van auf dem Rest des Albums aller­dings nicht oft. Sie woll­ten mit die­sem Album zurück zu ihren Wur­zeln, teil­te Pye Hastings in einem Inter­view mit. Ursän­ger und ‑bas­sist Richard Sin­c­lair, einst des­sen stimm­li­ches und musi­ka­li­sches Gegen­ge­wicht, fehlt aller­dings auch auf „It’s None of Your Business“.

    Im zeit­ge­nös­si­schen Radio wür­de der sanf­te Jazz­rock, der hier zu hören ist, trotz­dem auf­fal­len, denn die Stücke sind ent­we­der zu lang (das Titel­stück schafft fast zehn Minu­ten Lauf­zeit) oder zu musi­ka­lisch anspruchs­voll für die­je­ni­gen, die einen drei Minu­ten lang durch­ge­hal­te­nen 4/​4‑Takt als höch­stes Glück der Berie­se­lung begrei­fen. Dabei sind schon ein paar veri­ta­ble Ohr­wür­mer auf „It’s None of Your Busi­ness“ zu hören, etwa das bemer­kens­wert rhyth­mi­sche „Rea­dy Or Not“ (Abzug in der B‑Note, sozu­sa­gen: auch hier wird wie­der blö­de aus­ge­blen­det), wenn auch sicher kei­ne gro­ßen Über­ra­schun­gen. Cara­van: Da weiß man, was man hat. Biss­chen Flö­te, viel Aku­stik­gi­tar­re und natür­lich der pro­mi­nent nach vorn gemisch­te, ange­neh­me, nie auf­dring­li­che, aber auch – sti­lun­üb­lich – nicht auf­fal­lend schlech­te Gesang Pye Hastings‘.

    Schö­nes Album, auch von der Stim­mung her. Ger­ne wieder.

    Rein­hö­ren: Kom­plett­stream via TIDAL, Schnip­sel und Kauf per Amazon.de.

  8. Whis­pe­ring Sons – Several Others
    „I car­ve silence in my fore­arm /​ there’s no silence in my head.“ (Flood)

    Näch­ster Stil- und Land­sprung: Bei „Several Others“ der bel­gi­schen Band Whis­pe­ring Sons, die ich als – wie eine Stich­pro­be im Bekann­ten­kreis ergab – anschei­nend welt­weit letz­ter Mensch noch nicht kann­te, nicht bin­nen kür­ze­ster Zeit an Joy Divi­si­on, The Cure, Sava­ges und hin und wie­der (zuerst am Schluss des zwei­ten Stücks „Heat“) auch an Grin­der­man zu den­ken ver­moch­te ich nicht. Auf­ge­spielt wird mit musi­ka­lisch oft ange­nehm zurück­hal­ten­dem, düste­rem Post­punk, Gitar­ren­do­mi­nanz herrscht nur sel­ten. Sän­ge­rin Fen­ne Kup­pens legt einen inter­es­san­ten Gesang dar­über, der kaum als ein­deu­tig weib­lich, wohl aber als zer­brech­lich wahr­zu­neh­men ist.

    Die­se Kom­bi­na­ti­on wirkt am ein­drucks­voll­sten, wenn Whis­pe­ring Sons aus dem sowie­so schon nur locker ange­leg­ten Gen­re­kor­sett aus­bre­chen, etwa im von Kla­vier und Per­kus­si­ons­elek­tro­nik getra­ge­nen „Screens“, des­sen Strei­cher­ein­satz selbst einen hart­ge­sot­te­nen Gries­gram wie mich nicht ganz unbe­wegt lässt; dar­an ändert auch das fol­gen­de stamp­fen­de „Flood“, das in einem zeit­ge­nös­si­schen Gothic-Tanz­schup­pen sowohl musi­ka­lisch als auch text­lich kaum nega­tiv auf­fie­le und des­we­gen zumin­dest mei­nen Geschmack knapp ver­fehlt, nichts.

    „Ein Traum“ (anders­wo gele­sen) sei das hier Gehör­te. In die­sen „schwie­ri­gen Zei­ten“ (dan­ke, mir kommt’s sel­ber hoch) sind Träu­me immer gern gese­hen; und gehört.

    Rein­hö­ren: Es gibt Stream (TIDAL) und/​oder Kauf (Bandcamp.com, Amazon.de).

  9. Lotus Titan – Odyssées

    Ich konn­te nie Fran­zö­sisch und kann es bis heu­te nicht. Das macht den Genuss von Lotus Titans irgend­wie pas­send benann­tem Debüt­werk „Odys­sées“ etwas schwie­ri­ger als erhofft.

    Die vier Musi­ker näm­lich, von denen eine – Julie Castel Jor­dy, eine auch sonst viel­sei­tig inter­es­sier­te Künst­le­rin – neben dem There­min auch das Mikro­fon spielt, also Tex­te dar­bie­tet, spie­len eine merk­wür­di­ge Mischung aus impro­vi­sier­tem Free Jazz, dem gele­gent­lich crim­sones­que Aus­brü­che ent­lockt wer­den („Jet­er­ri­ble“), und einer Art Poe­try Slam, indem, sieht man vom auch sonst tref­fend beti­tel­ten, bei­na­he wie ein Fremd­kör­per erschei­nen­den „Silence“ ab, statt Gesangs oft inten­si­ve Mono­lo­ge auf den Hörer ein­pras­seln, auf dass er nicht mehr wis­sen möge, wo oben und unten, vor­ne und hin­ten und auch sonst irgend­ei­ne Rich­tung ist. Eine wah­re Odys­see quasi.

    Das auf „Silence“ fol­gen­de Titel­stück, mt über zwölf Minu­ten Lauf­zeit auch das mit Abstand läng­ste, lässt das Tem­po zunächst gedros­selt: Es gibt gera­de­zu sakra­le Ambi­ent­klän­ge und zurück­hal­ten­de Stimm­ein­sät­ze zu hören. Erst nach etwa sie­ben Minu­ten setzt eine Instru­men­tal­pas­sa­ge ein, die erklärt, war­um Lotus Titan sich für von aus­ge­rech­net Mes­hug­gah beein­flusst ver­ste­hen, denn deren Spiel­art des Pro­gres­si­ve Metal beherr­schen sie gar nicht mal schlecht. Dass Julie Castel Jor­dy zwi­schen­drin wütend etwas rein­ruft, passt zur umge­ben­den Musik, ist aber trotz­dem ärger­lich, weil ich auch jetzt immer noch kein Fran­zö­sisch kann. Viel­leicht ist „Odys­sées“ noch bes­ser, wenn man es kann?

    Auch für alle ande­ren ist es aller­dings ein Album, das sicher­lich eines auf­merk­sa­men Kon­su­men­ten bedarf, des­sen Auf­merk­sam­keit aber mit hin­ter­grün­di­ger Ver­spielt­heit bei gleich­zei­ti­ger musi­ka­li­scher Über­ra­schung belohnt. Mein Album des Jah­res 2021 ist es nicht, aber in der Avant­gar­de­ka­te­go­rie schon sehr weit oben. Das ist ja auch was.

    Rein­hö­ren: Eine Dar­bie­tung von „Héroï­ne“ hat­te ich schon mal als Mon­tags­mu­sik, anson­sten gibt es „Odys­sées“ natür­lich auch auf TIDAL, Amazon.de und Bandcamp.com zu hören.

  10. Hip­po­trak­tor – Meridian

    Tol­ler Name, tol­le Musik. Die (schon wie­der!) Bel­gi­er tun mir den Gefal­len, zumin­dest auf Eng­lisch zu sin­gen, denn auch mein Flä­misch ist schlecht. Ihr seht: Ich bin zwar viel­sei­tig inter­es­siert und gebil­det, aber mei­ne Kennt­nis­se von zeit­ge­nös­si­schen euro­päi­schen Spra­chen ist dürf­tig.

    Auf „Meri­di­an“, dem ersten long play­er von Hip­po­trak­tor, wer­den fast 42 (schö­ne Zahl auch) Minu­ten lang har­te Riffs, clea­nen wie unclea­nen Gesang und gera­de­zu fes­seln­de groo­ves ent­fes­selt. Die Beset­zung der Band, die man wohl als „Super­group“, wie Musik­grup­pen aus meh­re­ren schon bekann­ten Musi­kern frü­her mal hie­ßen, bezeich­nen soll­te, spricht für sich; unter ande­rem ist hier sozu­sa­gen auch die DNS der Stoner-Metal-Grup­pe Psy­cho­naut und der „Krank-Rock“-Band L’itchich den­ke mir die­se Gen­re­na­men nicht aus – beteiligt.

    Die weni­gen leise(re)n Momen­te fängt das grol­len­de Instru­men­tal­ge­wit­ter mit Leich­tig­keit auf, die­se wer­den indes von vorn­her­ein nur spär­lich ange­kün­digt. „Meri­di­an“ ist laut, unge­stüm, „Meri­di­an“ ist Krach. Ich mag Krach.

    Rein­hö­ren: Bandcamp.com, TIDAL und so weiter.

  11. Kurus­hi­mi – Cha­os Remains

    „Kurus­hi­mi“ ist Japa­nisch und heißt „Lei­den“. Das austra­li­sche Sex­tett glei­chen Namens – nicht zu ver­wech­seln mit dem japa­ni­schen, anschei­nend inzwi­schen inak­ti­ven Musi­ker, der sich eben­falls Kurus­hi­mi nennt – klagt auf sei­nem sech­sten Ton­trä­ger „Cha­os Remains“, namens­ge­recht aus Auf­nah­me­re­sten des Vor­gän­ger­al­bums „What Is Cha­os?“ (2018) zusam­men­ge­stellt, aber kaum, denn Gesang im ver­brei­te­ten Sin­ne gibt es nicht. Man habe sich the­ma­tisch von Wer­ken John Zorns inspi­rie­ren las­sen, lässt die Band mit­tei­len. Der erfah­re­ne Leser weiß nun bereits: Hier geht es um Freiform-Jazz.

    Tat­säch­lich sei „Cha­os Remains“ wie folgt ent­stan­den: Andrew Mor­ten­sen, Bass- und Key­board­spie­ler von Kurus­hi­mi, habe ein paar Schall­plat­ten­schlei­fen („turn­ta­ble loo­ps“) erschaf­fen, indem er an zufäl­li­gen Stel­len Auf­kle­ber auf den Plat­ten auf­ge­bracht hat, und im Stu­dio soll­ten die Musi­ker dann unter der Anlei­tung des gleich­falls zur frei­en Ent­fal­tung ange­hal­te­nen Diri­gen­ten Sime­on Bar­tho­lo­mew zu die­sen loo­ps spie­len, wonach ihnen gera­de der Sinn stand. Auf­grund der immer­hin zwei Saxo­pho­ni­sten klingt das Ergeb­nis unge­fähr so, als wür­den die 70er- und die 90er-Beset­zun­gen von King Crim­son ein­an­der gleich­zei­tig covern, wäh­rend ein Orche­ster auf einer Auto­bahn spielt und den dort zu fin­den­den Fahr­zeu­gen kaum aus­zu­wei­chen imstan­de ist. In „Fun­e­ral Moon“ gibt es weni­ge Sekun­den lang text­lo­se Stimm­ein­wür­fe, die zur Stim­mung der Musik vor allem als bekräf­ti­gen­des Ele­ment beitragen.

    „Cha­os Remains“ ist 29:35 Minu­ten lang und somit deut­lich kür­zer als „What Is Cha­os?“, was etwas kurz scheint. Es wur­de bereits im Febru­ar ver­öf­fent­licht, ange­kün­digt waren wei­te­re Ver­öf­fent­li­chun­gen im Lau­fe des Jah­res. Bis­lang – heu­te ist der 19. Novem­ber 2021 – ist dar­aus nichts gewor­den. Blö­des Coro­na. Tol­les Album.

    Rein­hö­ren: Neben „What Is Cha­os?“ gibt es auch „Cha­os Remains“ bei Band­camp und auf TIDAL.

  12. Idles – Crawler
    „Can I get a Hal­le­lu­jah?“ (The Wheel)

    Kom­men wir nun zu etwas völ­lig anderem.

    Es wäre zu ein­fach, an Idles und ihr neue­stes Album „Craw­ler“ ledig­lich das lang­wei­li­ge Eti­kett „Post­punk“ anzu­hef­ten, zumal das eröff­nen­de „MTT 420 RR“ – mei­ne erste Asso­zia­ti­on war Bryan Fer­rys CPL 593H und tat­säch­lich geht es auch um ein Fahr­zeug, aller­dings um einen Motor­rad­un­fall – eine klau­stro­pho­bi­sche Bad-Seeds-Atmo­sphä­re erzeugt, kei­nes­wegs aber eine dröh­nend-inti­me, wie gewöhn­li­cher Post­punk sie übli­cher­wei­se hervorbringt.

    „Craw­ler“ ist ein Kon­zept­al­bum, das sich weit­ge­hend mit einem Fahr­zeug­un­fall unter Dro­gen­ein­fluss, des­sen Zustan­de­kom­men und des­sen Fol­gen beschäf­tigt. Erst­mals explo­siv wird es in „Car Crash“, das die Geschich­te aus dem ersten Stück aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve beleuch­tet. Die Stim­me des „mit Glas gur­geln­den“ (The Guar­di­an) Front­manns Joe Tal­bot, des­sen Gesang nicht nur im Refrain von „Stock­holm Syn­dro­me“ an Bob Dyl­an (man hole Fackeln und Mist­ga­beln, ich habe soeben ein Sakri­leg began­gen) erin­nert, mit­un­ter – in den ruhi­ge­ren Momen­ten („The Beach­land Ball­room“) – aber auch sanft, zer­brech­lich gar, aus dem Kopf­hö­rer fließt, ist trotz schön domi­nan­ten Bass­spiels das wesent­li­che Allein­stel­lungs­merk­mal die­ses Albums.

    In „The New Sen­sa­ti­on“, das text­lich („re-train as a dan­cer“) unter ande­rem auf eine sehr bescheu­er­te Wer­bung der bri­ti­schen Regie­rung Bezug nimmt, die wegen Coro­na vor­ge­schla­gen hat, dass Leu­te, die ihre Arbeit ver­lie­ren, ihre Kar­rie­re­plä­ne auf­ge­ben und etwas ganz ande­res ler­nen soll­ten, mei­ne ich mich an „Their Sata­nic Maje­sties Requ­est“ und des­sen musi­ka­li­sches Vor­bild – die Dro­gen­pha­se der lang­wei­li­gen Beat­les – erin­nert, und auch der von elek­tro­ni­schem Zir­pen und Grol­len beglei­te­te Kanon „Pro­gress“, der von zwei Halb­mi­nü­tern ein­ge­rahmt ist, fällt aus jedem Sche­ma. Dass ich spä­te­stens nach den ersten paar Stücken mei­ne Ein­schät­zung, dass es sich hier nicht um bana­len Post­punk han­delt, revi­die­ren muss, bedau­re ich indes kaum; denn zwar lässt sich der Post­punk selbst von mir nicht weg­dis­ku­tie­ren, aber banal ist er nicht, son­dern viel­mehr der bis­her beste, der mir 2021 unter­ge­kom­men ist.

    „Crawl!“ wür­de ich gar einen Par­ty­kra­cher nen­nen, wenn ich allein von dem Wort nicht die sprich­wört­li­chen Krät­ze bekä­me. Zum bedrücken­den The­ma des Albums mag’s nicht pas­sen, aber ich bekom­me tat­säch­lich gute Lau­ne, wäh­rend ich die­ses Album höre. Das wäre doch jetzt nicht nötig gewesen.

    „Life is beau­ti­ful!“ stellt der Sän­ger am Ende des Albums – in „The End“ – fest. Ein pas­sen­der Abschluss für ein groß­ar­ti­ges Album.

    Rein­hö­ren: TIDAL (Kom­plett­stream), Amazon.de (auch Kauf).

  13. BRUIT ≤ – The Machi­ne is bur­ning and now ever­yo­ne knows it could hap­pen again

    Ich mag ja Bands mit Namen, die ich nicht aus­spre­chen kann (aber anschei­nend spricht man das „≤“ nicht mit), und Musik­al­ben mit viel zu lan­gen Titeln. Den Rekord schei­nen bis­her Chum­ba­wam­ba zu hal­ten. Haben sie ver­dient. BRUIT ≤ machen Post­rock und davon hat­te es 2021 sonst sowie­so zu wenig.

    Auf „The Machi­ne is bur­ning and now ever­yo­ne knows it could hap­pen again“ sind vier Stücke von jeweils über acht­ein­halb Minu­ten Län­ge ent­hal­ten. Ich wünsch­te, das wäre noch ein Qua­li­täts­merk­mal, aber das macht inzwi­schen sogar Tay­lor Swift. Mög­li­cher­wei­se haben wir es hier mit einem Kon­zept­al­bum zu tun; zwei der vier Stücke sind mit Text­zi­ta­ten unter­legt, in denen eine bes­se­re Welt mit mehr Mensch­lich­keit und weni­ger Kapi­ta­lis­mus und Umwelt­zer­stö­rung her­bei­ge­sehnt wird. BRUIT ≤ kom­men aus Tou­lou­se, aber das macht nichts.

    Am lang­wei­li­gen Laut-lei­se-Spiel, das in den Neun­zi­gern schon per­fek­tio­niert wor­den ist und des­halb längst unin­ter­es­sant ist, betei­li­gen sich BRUIT ≤ nur schein­bar. Zur Stamm­be­set­zung des Quar­tetts gehört ein Cel­list, die vier Gast­mu­si­ker tra­gen Bass­po­sau­ne, Kla­ri­net­te, Horn und Vibra­phon bei. Ins­be­son­de­re unter der Prä­mis­se, dass es sich hier um ein Debüt­al­bum han­delt, ist das Ergeb­nis außer­or­dent­lich beein­druckend. BRUIT ≤ kom­bi­nie­ren typi­sche Postrock­ef­fek­te, also Gitar­ren­krach und durch­aus über­ra­schen­de elek­tro­ni­sche Schnit­te, mit die­sen klas­si­schen Zuta­ten („Renais­sance“ zeigt sie erst­mals in vol­ler Pracht), ohne dass sie zu viel ver­su­chen, wie es manch ande­rer Band geht, die zu expe­ri­men­tie­ren ver­sucht. Wohl­do­sier­te instru­men­ta­le Explo­sio­nen an den rich­ti­gen Stel­len und ein völ­li­ges Feh­len von fade-outs – das Album ist als Ein­heit zu erken­nen, nicht bloß als lose Ideen­samm­lung – tun ihr Übri­ges zu mei­ner Ein­schät­zung, dass es in letz­ter Zeit kaum ein beein­drucken­de­res Postrock­al­bum als die­ses gege­ben hat.

    Hof­fent­lich las­sen BRUIT ≤ jetzt nicht nach.

    Rein­hö­ren: Es gibt ein Video zum Stück „The Machi­ne Is Bur­ning“. Es ist gut.

  14. Tria­lo­gos – Stroh zu Gold

    Der Titel des Albums klingt nach Grimm’schen Mär­chen, die Musik hin­ge­gen keinesfalls.

    Das anschei­nend in Ber­lin behei­ma­te­te Trio Tria­lo­gos trat erst­mals – wie auch sonst? – im Jahr 2020 im Rah­men einer Kunst­aus­stel­lung gemein­sam auf. Kon­se­quent erschie­ne es mir falsch, die­se Kunst zum Gen­re zu degra­die­ren. Die drei sub­kul­tu­rell diver­sen Musi­ker spie­len Noi­se­rock, Post­rock und Indu­stri­al, über­wie­gend instru­men­tal. Wer braucht schon Gesang? Zur Beschrei­bung des tref­fend beti­tel­ten Stücks „Bat­dance“, das der Tanz­mu­sik And-One-scher Manier ange­hört, las ich irgend­wo im Web das Wort „Gruf­t­i­dis­co“. Schö­nes Wort.

    Das Album endet mit einer instru­men­ta­len Kli­max, dank moder­ner Tech­nik inten­si­ver als der viel­stim­mi­ge Orche­ster­ak­kord, den die blö­den Beat­les irgend­wann mal gemacht haben. „Wel­len­rei­ter“ heißt das letz­te Stück und es schickt tat­säch­lich Wel­len durch den Kör­per. Hübsch.

    Rein­hö­ren: Via Bandcamp.com kann man strea­men, kau­fen und theo­re­tisch auch (in mit­tel­mä­ßi­ger Qua­li­tät) direkt her­un­ter­la­den, aber natür­lich macht man so was nicht, das wäre unmo­ra­lisch.

  15. Big ‡ Bra­ve – Vital

    Was fehlt in die­ser Rück­schau noch? Ach ja: Post­rock und Artverwandtes.

    Big ‡ Bra­ve, inzwi­schen zum Trio ange­wach­sen, zele­brie­ren auf „Vital“ einen sehr, nun ja, vita­len Doom-Post­me­tal, des­sen bedroh­li­ches Don­nern das Nie­der­schrei­ben die­ser Ein­drücke erschwert, denn ich bin ein Mann, ich kann nicht zwei Din­ge gleich­zei­tig machen. Die­se Musik aber zwingt mich zu Auf­merk­sam­keit. Schade.

    In fünf Stücken, aber ins­ge­samt immer­hin über 38 Minu­ten, trifft düster­ste Instru­men­tal­ar­beit auf den expres­siv-kla­gen­den, mit­un­ter auch wüten­den („Of This Ilk“) Gesang von Robin Wat­tie, der jenen, die sowie­so kei­nen Frau­en­ge­sang mögen, ganz beson­ders wenig gefal­len dürf­te, für mich aber ein mehr als nur tref­fen­der Kon­trast ist. Ich den­ke manch­mal an Anna von Hauss­wolff. Ich den­ke sehr gern an Anna von Hauss­wolff. (Die seit 2021 übri­gens auch als Gast­sän­ge­rin und ‑orga­ni­stin auf Sunn O)))s „Met­ta, Ben­evo­lence BBC 6Music: Live on the Invi­ta­ti­on of Mary Anne Hobbs“ zu hören ist, aber Live­al­ben und Spä­ter­ver­öf­fent­li­chun­gen neh­me ich ja aus Prin­zip nicht in die­se Liste auf.)

    Das Tem­po bleibt dabei über wei­te Strecken gedros­selt, die bra­chia­le Gewalt will sanft genos­sen wer­den. Ein pas­sen­des Adjek­tiv für das hier Gehör­te ist „schwer­ge­wich­tig“. Ich füh­le mich musi­ka­lisch gera­de­zu erdrückt und das gefällt mir auch noch gut. Ich weiß nicht, wel­cher ICD-10-Code das jetzt wie­der ist. Im Inter­net wird dem Werk von Big ‡ Bra­ve eine kathar­ti­sche Wir­kung beschei­nigt. Stimmt.

    Rein­hö­ren: Es gibt ein Video zu „Half Breed“, das zeigt, wie eine unsicht­ba­re Hand Erde auf einen am Boden lie­gen­den Men­schen schüt­tet, der anschlie­ßend auf­steht und geht. Ich ver­ste­he das nicht. Das macht nichts.

  16. Spi­rit­c­zu­a­lic Enhan­ce­ment Cen­ter – Car­pet Album

    Was erwar­te ich von einer Band, deren Name mit „Spi­rit­c­zu­a­lic“ – ein Kof­fer­wort aus „spi­rit“, „ritu­al“ und einem pol­ni­schen Zisch­laut – beginnt? Klar: Dro­gen­mu­sik. Bekiff­te Audio­trips mit bedäch­ti­gem Rhyth­mus, gern mit domi­nan­tem Bass und gele­gent­lich ein biss­chen Gitarrenflirren.

    Was ist auf dem „Car­pet Album“ des Ber­li­ner „Musi­ker­kol­lek­tivs“ (war­um muss in Ber­lin immer alles ein „Kol­lek­tiv“ sein?) Spi­rit­c­zu­a­lic Enhan­ce­ment Cen­ter zu hören? Klar: Dro­gen­mu­sik. Bekiff­te Audio­trips mit bedäch­ti­gem Rhyth­mus, gern mit domi­nan­tem Bass und gele­gent­lich ein biss­chen Gitar­ren­flir­ren. Instru­men­tal, ver­steht sich, und manch­mal an der Gren­ze zur Mas­sa­ge­por­no­mu­sik („Car­pet Inau­gu­ra­ti­on“), sich von die­ser aber jedes Mal schnell wie­der entfernend.

    Die Musi­ker selbst spre­chen von „Spek­tral­jazz“ und einer Inspi­ra­ti­on durch die „kos­mi­sche Musik“, was ein Kunst­be­griff war, den ein LSD-ver­rück­ter Idi­ot in den 1970er Jah­ren pro­pa­gie­ren zu müs­sen mein­te, wes­halb er heu­te plei­te und ver­schol­len ist. Zu Recht, wie ich mei­ne. Ob Spi­rit­c­zu­a­lic Enhan­ce­ment Cen­ter auch plei­te sind, weiß ich nicht, aber ver­schol­len sind sie bis­her nicht. Fin­de ich gut.

    Erfreu­li­cher­wei­se ver­zich­tet das „Kol­lek­tiv“ – wäh – auch dar­auf, den glei­chen lang­wei­li­gen Feh­ler wie die mei­sten ande­ren zeit­ge­nös­si­schen „psy­che­de­li­schen“ Musik­grup­pen zu machen und Pink Floyd und/​oder Hawk­wind zu imi­tie­ren. „Spek­tral­jazz“ passt schon als Bezeich­nung. Etwas scha­de sind nur die hier auch vor­kom­men­den fade-outs und son­sti­gen eher abrup­ten Enden (sofern man bei so ent­span­nen­der Musik über­haupt von „abrupt“ reden kann), denn wäh­rend Spi­rit­c­zu­a­lic Enhan­ce­ment Cen­ter Anfän­ge ganz gut hin­be­kom­men, fehlt ihnen für gute Schlüs­se anschei­nend manch­mal der Antrieb. Ich behaup­te: wären die 1980er Jah­re nicht gewe­sen, wäre das Aus­blen­den von Musik­stücken die fürch­ter­lich­ste Erschei­nung, die je in die Musik Ein­zug gehal­ten hat. Schön ist das trotz­dem nicht.

    Alles Wei­te­re aber schon, des­halb: Empfehlung.

    Rein­hö­ren: Bandcamp.com (Vinyl ist aus).

  17. Red Kite – Apo­phe­ni­an Bliss

    Mal wie­der ein biss­chen Anstren­gung zwi­schen­durch, sonst lang­weilt ihr euch noch.

    Red Kite, ein Instru­men­tal­quar­tett und gleich­zei­tig eine super­group, unter ande­rem mit Betei­li­gung der groß­ar­ti­gen Elephant9, aus Nor­we­gen, hat mit „Apo­phe­ni­an Bliss“ im Novem­ber 2021 sein bis­her zwei­tes Stu­dio­al­bum ver­öf­fent­licht. Gitar­re, Bass, Schlag­zeug und Fen­der Rho­des, wobei ins­be­son­de­re das Schlag­zeug eine domi­nan­te Rol­le ein­nimmt, über­zeu­gen mit einer merk­wür­di­gen Zusam­men­stel­lung von Jazz- und Space-Rock-Ele­men­ten, wobei die­se Fusi­on schon im zwei­ten Stück „This Immor­tal Coil“ – mit fast acht­ein­halb Minu­ten Lauf­zeit das dritt­läng­ste auf dem Album – sich als „brenn­bar“ (Quel­le: Inter­net) erweist. Von „Metal“ und „Hea­vy Prog“ quatscht das Eti­ket­ten­netz. Ich mag kei­ne Etiketten.

    Sel­ten – „Apo­phe­nia“ ist eines die­ser Bei­spie­le – wird der Space-Rock-Anteil merk­lich redu­ziert und macht Platz für eine inter­es­san­te Mischung aus Blues­rock (mit sin­gen­der Gitar­re) und dem jetzt schon eta­blier­ten Jazz; dafür dür­fen im fol­gen­den „Red Kite Flight“ Schlag­zeug und Bass wie­der eska­lie­ren. Eska­la­ti­on ließ sich bei der Pro­duk­ti­on von „Apo­phe­ni­an Bliss“ kaum ver­mei­den, fiel ihr Beginn doch auch mit der Eska­la­ti­on der Pan­de­mie zusam­men. Man­cher­lei Musi­ker Krea­ti­vi­tät haben die erschwer­ten Auf­nah­me­be­din­gun­gen jeden­falls offen­kun­dig kei­nen nen­nens­wer­ten Scha­den zuge­fügt. Die ein­zi­ge Cover­ver­si­on auf dem Album, das Psych-Jazz-Stück „Mor­ra­sol“, wur­de von dem Saxo­pho­ni­sten und Kom­po­ni­sten Gis­le Johan­sen gelie­hen, der „Death Metal und Col­tra­ne glei­cher­ma­ßen mag“ (Quel­le: Inter­net). Schö­ne Mischung. Schö­nes Album.

    Rein­hö­ren: Stream bei Bandcamp.com und TIDAL, Kauf Amazon.de.

  18. West­on Super Maim – 180-Degree Murder
    „End me or I erupt“ (180-Degree Murder)

    Kurz und schmerz­haft: Der/​die/​das EP „180-Degree Mur­der“ – wun­der­ba­res Cover­bild auch – ist unge­fähr eine Vier­tel­stun­de lang und ent­hält zwei Stücke, nament­lich das Titel­stück sowie „We Need To Talk About Hea­ven“. Die Band West­on Super Maim ist ein bri­tisch-US-ame­ri­ka­ni­sches Duo und setzt mit die­sen zwei Stücken ein ange­mes­sen bru­ta­les Aus­ru­fe­zei­chen unter die­ses ver­damm­te Jahr 2021, obwohl „180-Degree Mur­der“ bereits im Juli 2021 raus­kam. Macht ja nichts.

    Musi­ka­lisch bekommt der Hörer es mit Tech-Metal und Math­core zu tun, es wird gegrölt und gebrüllt und nicht gesun­gen. Das wäre auch eine sehr alber­ne Kom­bi­na­ti­on. Die bei­den Musi­ker ver­wei­sen auf Mes­hug­gah als rele­van­te Inspi­ra­ti­on und dem zu wider­spre­chen läge mir fern. Es gibt sogar 12-Zoll-Vinyl zu die­sem kur­zen Aus­flug ins Extre­me. Ich wünsch­te, das könn­te ich von allen Alben sagen, die ich 2021 zu schät­zen gelernt habe.

    Rein­hö­ren: Bandcamp.com, TIDAL. Tut fast gar nicht weh.

  19. Zement – Rohstoff

    Na gut, ich gebe es zu: Ich mag Kraft­werk nicht.

    Das schließt mich mög­li­cher­wei­se von Dis­kus­sio­nen mit man­chen Zeit­ge­nos­sen aus, denn auch auf der ande­ren Sei­te des Musik­hörer­spek­trums gibt es ähn­li­che Dick­köp­fe wie mich; aber ich kann es begrün­den: Obwohl sie als wirk­lich hör­ba­re Krautrock­band ange­fan­gen haben, sind sie sehr schnell in eine sehr lang­wei­li­ge elek­tro­ni­sche Schie­ne abge­bo­gen, die sich, glaubt man über­schwäng­li­chen Rezen­sen­ten, noch bis heu­te vor allem dadurch aus­zeich­net, dass da so schön wenig pas­siert und des­we­gen so schön viel Platz ist für so schö­ne Lan­ge­wei­le. Gleich­blei­ben­de Rhyth­men, kaum eine neue Idee in den akti­ven Jahr­zehn­ten. Der Kun­de („Hörer“) hono­riert es als „sei­nem Stil treu blei­ben“ oder so. Gähn.

    Statt auf der Auto­bahn zu fahrn­fahrn­fahrn, wer­fe ich mich mit­samt mei­nen Kopf­hö­rern lie­ber in den Mischer, denn hier pro­du­zier­te das Würz­bur­ger Duo Zement 2021 neu­en „Roh­stoff“, wie des­sen aktu­el­les Album – das bereits drit­te Voll­zeit­werk – heißt. Ähn­lich­kei­ten zu Kraft­werk, vom Ein­satz mono­to­ner „Roboter“-Stimmen bis hin zu eben­falls recht gleich­blei­ben­den Rhyth­men, las­sen sich kaum ver­ken­nen, aber Zement machen es bes­ser, denn wäh­rend Kraft­werk ihre Krautrock­wur­zeln der­art inten­siv dem ewi­gen Ver­ges­sen über­ant­wor­tet haben, dass in ihrem „Kata­log“ (so heißt die ab 2009 in ver­schie­de­nen Ver­sio­nen ver­öf­fent­lich­te Werk­schau) die ersten drei Stu­dio­al­ben über­haupt nicht vor­kom­men, sind Zement nicht ganz so däm­lich; hier darf auch mal eine Gitar­re zu hören sein (etwa im poly­rhyth­mi­schen Jazz-Aus­flug „Klei­ner 3“) und immer wie­der schwingt die gute alte Psy­che­de­lik mit.

    Im etwas zu kur­zen „Zun­der“ bedau­ert die Robo­ter­stim­me, etwas sei „such a shame“, aber von den Acht­zi­gern las­sen Zement, die die­ser Stim­me ein domi­nan­tes Saxo­phon ent­ge­gen­set­zen, anson­sten die Fin­ger. Ist auch bes­ser so. Die Acht­zi­ger waren musi­ka­lisch fürch­ter­lich. Das läng­ste Stück hin­ge­gen heißt „Ent­zücken“, folgt direkt auf „Zun­der“ und ist über zehn Minu­ten lang. Ich bin ent­zückt. Mit „Atem“ endet „Roh­stoff“ in einer Instru­men­ta­lerup­ti­on mit irr­lich­tern­der Gitar­re und schier unge­zü­gel­tem Schlag­zeug, wie man sie in die­ser Ecke der elek­tro­ni­schen Musik gar nicht mehr erwar­tet hät­te. Ich mag es, wenn unge­nü­gen­de Erwar­tun­gen weit über­trof­fen werden.

    Rein­hö­ren: Kom­plett­streams gibt’s bei Band­camp und TIDAL, Hör­schnip­sel und (theo­re­tisch) Stream und Kauf dies­mal auch wie­der auf Amazon.de.

  20. Moor Mother – Black Ency­clo­pe­dia of the Air
    „I’m too fuck­ing high.“ (Zami)

    Das erste Stück von „Black Ency­clo­pe­dia of the Air“ erin­nert mich spon­tan und daher unüber­legt an die von mir anders­wo schon mal rezen­sier­te neue­re Musik von I Like Trains, aber auch an die elek­tro­ni­sche Musik der 70er und frü­hen 80er Jah­re. Irgend­wie unwirk­lich ver­träumt wabert das mini­ma­li­sti­sche Stück „Tem­po­ral Con­trol of Light Echoes“ zur Eröff­nung des­je­ni­gen Albums aus dem Kopf­hö­rer, das die in Rap und Jazz bewan­der­te US-Ame­ri­ka­ne­rin Camae Aye­wa ali­as Moor Mother im Scherz ihr „Aus­ver­kaufsal­bum“ nann­te, da es zugäng­li­cher sei als man­ches, was sie zuvor her­aus­ge­bracht habe.

    Nun bin ich mit dem bis­he­ri­gen Wir­ken von Moor Mother nicht ver­traut und ver­las­se mich somit auf mei­ne eige­nen Ein­drücke. Zu die­sen zählt, dass neun von den ent­hal­te­nen drei­zehn Stücken einen oder meh­re­re Gast­mu­si­ker auf­wei­sen, die ich alle­samt eben­falls nicht ken­ne. Pri­ma. Ich mag mir zuvor Unbe­kann­tes in der Musik manch­mal. Und tat­säch­lich: Es wird gerappt.

    Ja, ja, Rap ist kei­ne Musik, er genügt der Defi­ni­ti­on von Musik gemäß der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia nicht und so wei­ter und so fort. Das macht aber nichts, denn die musi­ka­li­sche Beglei­tung bleibt doch eher jaz­zig. Mir ist, als hör­te ich eine US-ame­ri­ka­ni­sche Kon­kur­renz zur Jazz­kan­ti­ne, aber mit noch tie­fer im spa­cig Ver­spiel­ten unter­wegs. Text­lich ist das Album weni­ger beschwingt, es geht in den mei­sten Stücken um den US-eige­nen Ras­sis­mus, mit­un­ter aber auch um Leh­ren aus dem Leben der Vor­fah­ren („Tarot“) und die Frei­heit zu leben, wobei das resi­gnie­ren­de Schluss­stück „Clock Fight“ sicher nicht hoff­nungs­froh stim­men soll­te. Vor­ha­ben für die Zukunft: Öfter mal auf die Tex­te hören, auch wenn’s bloß Eng­lisch ist. Die­ses Vor­ha­ben habe ich in letz­ter Zeit ein wenig vernachlässigt.

    Wäh­rend ich dies tip­pe, mer­ke ich, dass ich unbe­hol­fen an die­se Art von Musik her­an­ge­he. Sie über­rascht mich, weil ich die­se Kom­bi­na­ti­on nicht gewohnt bin. Sind die weni­ger „zugäng­li­chen“ Frü­her­wer­ke von Camae Aye­wa wirk­lich anstren­gen­der oder nur her­aus­for­dern­der? Ich soll­te das irgend­wann mal herausfinden.

    Am Ende zählt aber ohne­hin nur: Gefällt’s oder gefällt’s nicht? Ganz unge­ach­tet der Text­ex­ege­se, für die mehr Sze­ne­kennt­nis­se mei­ner­seits wahr­schein­lich not­wen­dig wären: Mir gefällt’s; auf eine ganz neue Art gar. Das muss erst mal reichen.

    Rein­hö­ren: Für blo­ße Aus­zü­ge ist das Album zu scha­de, daher emp­feh­le ich hier nur den Kom­plett­stream via Band­camp und/​oder TIDAL. Hap­tisch inter­es­san­te­re Ton­trä­ger – also: über­haupt Ton­trä­ger – hin­ge­gen bie­tet Amazon.de an, bei Band­camp wird man dies­mal zur­zeit nicht fün­dig. Scha­de eigentlich.

  21. Toma­hawk – Tonic Immobility
    „Got a birt­hing coach with a COVID smi­le /​ We labor alo­ne today“ (Doomsday Fatigue)

    Zum Abschluss die­ser Liste muss dann doch noch ein wenig anstän­di­ge Rock­mu­sik her.

    Mike Pat­ton möch­te ich nicht sein müs­sen, der von mir geschätz­te Herr ist anschei­nend zu schnell gelang­weilt und muss dar­um dau­ernd irgend­was machen. 2021 hat er, mitt­ler­wei­le 53 Jah­re alt, zum Bei­spiel neben den reak­ti­vier­ten Mr. Bung­le auch sei­ner seit 2020 wie­der for­mier­ten Expe­ri­men­tal­rock­band Toma­hawk zu einem neu­en Stu­dio­al­bum ver­hol­fen. Es heißt „Tonic Immo­bi­li­ty“ und ist erwar­tungs­ge­mäß vor­treff­lich gelungen.

    Zeit­los im klas­si­schen Sin­ne ist es nicht, denn unter ande­rem wird auf Doom­scrol­ling wäh­rend der Pan­de­mie („Doomsday Fati­gue“) und zeit­ge­nös­si­sche Kör­pe­ridea­le („Busi­ness Casu­al“) Bezug genom­men. Sti­li­stisch pas­siert auf „Tonic Immo­bi­li­ty“ jede Men­ge, ich höre Nu Metal, Grunge, Coun­try („How­lie“; trotz­dem gut und vor allem zum Ende hin eine höchst ange­neh­me Eska­pa­de) und gele­gent­lich auch etwas Punk­rock. Zum Glück muss ich im Saturn nicht die Plat­ten­re­ga­le sor­tie­ren. Kei­ne Ahnung, in wel­che Schub­la­de die­ses Album rein­müss­te. Einen roten Faden gibt es nicht, aber das tut dem Hör­ver­gnü­gen kei­nen Abbruch. Es rockt. Braucht man immer mehr?

    Ich könn­te hier einen India­ner­witz machen, aber den las­se ich begra­ben wie ande­re das Kriegs­beil. Statt­des­sen spre­che ich die­sem Album mei­ne wärm­ste Emp­feh­lung aus. Hugh.

    Rein­hö­ren: Amazon.de oder eben auch TIDAL. Dort sind alle ent­hal­te­nen Stücke als expli­zit gekenn­zeich­net. Weicheier.


Fra­gen, Kri­tik, Anmer­kun­gen und Lie­bes­er­klä­run­gen neh­me ich gern als Kom­men­tar ent­ge­gen. Anson­sten: Fort­set­zung folgt!

Seri­en­na­vi­ga­ti­on« Musik 12/​​2019 – Favo­ri­ten und Analyse

Senfecke:

  1. So sehr ich auch Scheiß-Fan des Sar­kas­mus bzw. der fei­nen Beob­ach­tun­gen des Herrn Hirn­ficks bin: Das ist typi­sche Knei­pen­hocker-Musik. Wer, war­um auch immer (kann nicht tanzen/​hat sich nicht getraut/​hatte nur männ­li­che Freun­de) in sei­ner „Prä­gungs­pha­se“ nie in eine Dis­ko hin­ein­ge­stol­pert ist – der fin­det dann gleich­sam als Akt der Abwehr Kraft­werk öde, wahr­schein­lich auch „Dis­co“, „Hou­se“ und „Tech­no“. Und hört dann so einen Krampf. Habe mir die erste Hälf­te der Emp­feh­lun­gen ange­tan, ach Du mei­ne Güte. Bin den­noch wei­ter­hin Fan. Was ist heut­zu­ta­ge schon Musik­ge­schmack, da nie­mand mehr eine Plat­ten­samm­lung sein eigen nennt. So egal wie eine Back­re­zep­te­samm­lung. Ist er denn ge„impft“, das ist die Fra­ge (Ach­tung, Iro­nie. Was geht es einen an, ver­dammt nochmal)!

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