Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Das Hamburger Trio Neurosenblüte — nach 2016 und 2018 endlich mit einem neuen Album am Start — bleibt konsequenter Meister des Weglassens: Auf dem zweiten Album entfiel der Gesang, das dritte muss auch auf die nice Kartonstecktasche des Zweitlings verzichten; vorerst gibt es da nur einen Download. Außerdem ist Sebastian Neundorf gegangen, der Nachfolger an der Gitarre heißt aber ebenfalls (unter anderem) Sebastian. Allzu viel Umbruch hat bisher nur wenigen Musikgruppen gut getan.
Es hat sich bei mir inzwischen bewährt, zur inhaltlichen Bewertung den Werbetext der drei Herren heranzuziehen. Neben den “üblichen Neurosenblüt’schen Ingredienzen” scheint dieses Album ein Konzept zu enthalten, nämlich “die Jahreszeiten eines besonderen Jahres”, obwohl mir noch nicht klar ist, welches der zehn Instrumentalstücke — neben “Hallo Frühling”, “Fun in the Sun”, “Tschüss Dr. Sommer (Oh, na na!)” und “Laubausfall”, deren Zuordnung einigermaßen offensichtlich ist — sich auf den Winter bezieht. Ist es “e e eee”?
Gelegentlich lese ich von Vergleichen mit den 90er-Werken von King Crimson, also mit komplizierter Gitarreneskalation. Da kann ich nicht widersprechen.
In einem besonderen Jahr leben wir sicherlich; und obwohl die Pandemie nicht unbedingt hätte sein müssen, so kann ich meine anderswo geäußerte Feststellung an dieser Stelle nur wiederholen: Schön, dass sie dazu geführt hat, dass Künstler wieder gemeinsam ins Studio gehen, um dort Gutes aufzunehmen.
(Trotzdem: Inzwischen wird es doch ein wenig anstrengend. Ich möchte empfehlen, beizeiten die Pandemie einzustellen.)


Senfecke:
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